"Immer kommen die Menschen nur mit Sorgen zu ihr."
"Dafür ist sie da. Sicher nichts, worüber sie sich beschweren würde oder etwas, was ihr zur Last fiele."
"Nein, beschweren würde sie sich nie. Etwas, was sie sicher gern macht, nie, daß sie von Belastung reden würde... deswegen ist sie wohl eben die Heiligkeit. Sie würde sich nie beklagen. Aber wieso sollte man nicht einfach mal an sie denken? Sie würde sich sicher freuen. Einfach so."
Als sie durch den Umzug in alten Sachen stöberte, fiel ihr die breite Samtschleife wieder in die Hände. Die hatte sie mal... hm, irgendwann hatte sie den Samt für Geschenke beiseite gelegt. Und kürzlich hatte sie damit etwas vorgehabt...
"Jetzt? Nein. Ich könnt mich gerade ständig nur in eine Ecke setzen und heulen."
"Ja, und was hat das mit ihr zu tun? Warum nicht gerade jetzt? Und mal nicht deine Sorgenpäckchen zu ihr tragen, sondern was nettes? Gerade deswegen. Mach's doch einfach, was kostet das denn, die paar Minuten?"
Sie nahm die Schleife mit und suchte einen Korb mit Deckeln raus. Alles sehr sauber zurechtsortiert, daß alles möglichst sicher tastend zu erkennen war, packte sie ein paar Gläser Marmelade ein, Kuchen, frisches Brot, einen Krug Birnensaft, einen Krug frische Milch, Schinken, Würste, Obst. Zuletzt hatte er doch gutes Gewicht, aber auf alle Fälle tragbar.
Sie überlegte, ob es Argwohn geben würde, ob sie was dazuschreiben sollte, würde noch jemand anders den Korb prüfen.
"Kannst du einfach so noch geben?
Kannst du einfach so noch nehmen?"
Der Korb blieb ohne Nachricht, und sie machte sich auf den Weg zur Kirche. In einiger Entfernung blieb sie stehen. Die Gardisten... die hatte sie nun außer Acht gelassen. Man sollte sie damit nicht in Zusammenhang bringen. Aber deswegen jetzt einen riesen Ablenkungs- oder Täuschungsfirlefanz, damit niemand sie mit dem Ding reingehen sah?
"In keinem Fall."
Sie wartete aber bis sehr kurz vor dem Wachwechsel. Sollte man später nachfragen, wüsste der Gardist, unter dessen Blicken sie die Kirche verließ, nichts von einem Korb.
Es war leer, wie so oft. Leise ging sie die Treppe nach oben. Einige Momente horchte sie. Kein Geräusch. Sie stellt den Korb so vor die Tür, daß er nicht mitten im Weg stand, aber hoffentlich noch gut bemerkbar war.
Gedämpftes Klopfen, zügig und leise gehen. Einfach so.
einfach so
-
Alyssa Arnis
Dunkelheit konnte man vermuten, beobachtete man sie, müsste sie ob ihrer Blindheit umgeben. Allein der Gedanke hieran, ließ sie eher schmunzeln. Seit jener Stunde, in der sich das glühende Eisen auf ihre Augen gepresst hatte, wusste sie um die wahre Nähe von Licht und Beistand. Gefühlt hatte sie diese zu Lebzeiten stets, hatte hieraus Kraft geschöpft, durch diesen Beistand auch die Qualen in Rahal überstanden. Wie nah der Beistand war, wurde ihr in der Folgezeit bewusst. Die Blinde die sieht. So konnte man es wohl beschreiben. Es war kein weltliches Sehen, mehr ein Fühlen von Auren die ihre Umgebung striffen.
Als wäre dies ein Geschenk, spürte sie derweil beizeiten inzwischen schon, ob jemand die Kirche betrat, der möglicherweise Beistand suchte. Ein Fingerzeig auch diesen Abend. Die Kirchenpforte öffnete sich, sie konnte es sogar im Turm hören. Lauschte auf Schritte und vernahm doch keine. Offenbar gesuchte jemand sehr leise herein zu gelangen. Ein kurzes Knarren der Treppe, kaum auffällig wenn man nicht darauf achtete. Jemand schien sich zu nähern und sie konzentrierte sich auf ihr "Sehen". Böses schien es nicht, dass sich näherte. Ihr Vertrauen, dass die Lichte Einigkeit sie warnen würde, war gefestigt.
So näherte sie sich nach einigen Momenten der Tür. Die Hand war schon ausgestreckt als das verhaltene Klopfen erklang. So mochten sich leise Schritte bereits bemühen, sich zu entfernen, als die Tür des Kirchenturmes sich öffnete und Alyssa lauschend in der selben stand. "Der Segen und Beistand der Lichteinigkeit sei mit euch. Was führte euch zu diesem Ort?" Sanft und leise erklang die Stimme und es mochte sich weisen, ob jene Person lieber fortschlich oder auf das Ansprechen reagierte.
Als wäre dies ein Geschenk, spürte sie derweil beizeiten inzwischen schon, ob jemand die Kirche betrat, der möglicherweise Beistand suchte. Ein Fingerzeig auch diesen Abend. Die Kirchenpforte öffnete sich, sie konnte es sogar im Turm hören. Lauschte auf Schritte und vernahm doch keine. Offenbar gesuchte jemand sehr leise herein zu gelangen. Ein kurzes Knarren der Treppe, kaum auffällig wenn man nicht darauf achtete. Jemand schien sich zu nähern und sie konzentrierte sich auf ihr "Sehen". Böses schien es nicht, dass sich näherte. Ihr Vertrauen, dass die Lichte Einigkeit sie warnen würde, war gefestigt.
So näherte sie sich nach einigen Momenten der Tür. Die Hand war schon ausgestreckt als das verhaltene Klopfen erklang. So mochten sich leise Schritte bereits bemühen, sich zu entfernen, als die Tür des Kirchenturmes sich öffnete und Alyssa lauschend in der selben stand. "Der Segen und Beistand der Lichteinigkeit sei mit euch. Was führte euch zu diesem Ort?" Sanft und leise erklang die Stimme und es mochte sich weisen, ob jene Person lieber fortschlich oder auf das Ansprechen reagierte.
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Darna von Hohenfels
Kurzes Innehalten der Schritte. Die Erziehung zur Höflichkeit und Offenheit gebot, sich nun zu erkennen zu geben, den üblichen Kniefall... und dann eine Menge Erklärungen.
"Nein. Nein, geh weiter. Soll nicht mit mir in Verbindung gebracht werden, es hätte jeder machen können, so. Vielleicht kriegt sie ja auch häufiger mal was Nettes, woher willst du das wissen?"
Weiter leise, doch etwas zügiger als zuvor noch, entfernten sich die Schritte, die letzten Stufen nach unten nehmend. Ein Schmunzeln, als sie hoffte, daß der Korb gefunden werde.
"Guten Appetit, Euer Heiligkeit", einzig als warmheriger Gedanke, bevor die Kirche gänzlich von ihr verlassen wurde.
"Nein. Nein, geh weiter. Soll nicht mit mir in Verbindung gebracht werden, es hätte jeder machen können, so. Vielleicht kriegt sie ja auch häufiger mal was Nettes, woher willst du das wissen?"
Weiter leise, doch etwas zügiger als zuvor noch, entfernten sich die Schritte, die letzten Stufen nach unten nehmend. Ein Schmunzeln, als sie hoffte, daß der Korb gefunden werde.
"Guten Appetit, Euer Heiligkeit", einzig als warmheriger Gedanke, bevor die Kirche gänzlich von ihr verlassen wurde.