Der Leib aus dem Stadtgraben, oder... das Schreiben an Sarah

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Ian Vondran

Der Leib aus dem Stadtgraben, oder... das Schreiben an Sarah

Beitrag von Ian Vondran »

Empört verlor der Gläubige beinahe die Haltung, als der Reichsritter seinen Satz beiläufigen Schulterzuckens beendet hatte. Einige Haarsträhnen vielen ihm in sein aufgebrachtes Gesicht und willkürlich schlug jener Ritter der Temora mit der Faust in die Luft. Eine dem kühlen Burggrabenwasser entrissene Seele sollte für ein jeden frei zugänglich sein? Gar ohne rechte Beisetzung auf dem Friedhof der Stadt verweilen? Nimmer mehr. Das konnte der Ratsritter der Allianz nicht ernst meinen. Nur mit abermaligem Schulterzucken übertrug jener die Verantwortung der Garde, welche wohl nur eine provisorische Wache aufgestellt hatte, die, so laut Thelor, >>nicht jeden<< in die Gruft hinab, an diesem leblosen Leib vorbei, ließ. Merklich war die Erschütterung in den Zügen des Gläubigen gefangen, welcher nur einige Augenblicke lang, den Kopf schütteln konnte. Erneut tastete sich der Blick an dem halb bedecktem Körper hinab. Die Züge entspannten sich sogleich wohl, empfand der Ritter doch tiefes Mitleid für den Verstorbenen und auch entrückte ihm diese Ansicht einen Hauch von Missmut.

Der Tag war so friedlich und angenehm verlaufen, was hätte ihn noch ruhiger machen können dachte sich der Gläubige noch kurze Zeit zuvor, als er mit Sanyarin durch den Garten des Ordensgeländes spazierte, als plötzlich Thelor , seines Zeichens Ratsritter der Allianz an den Toren des Ordens einfand um nach einer >>Sarah<< zu fragen. Gewiss war der Name den Gläubigen am Tor nicht unbekannt und so entschuldigten sie jene doch, war ihre Ordensschwester noch in ihrem Gebet vertieft. Nur vereinzelt konnte der Glaeubige sich aus Thelors Worten etwas zusammenreimen, eine Wasserleiche aus dem Burggraben.... ein Brief an eine Sarah.... Nunja, es gibt wahrlich viele Sarah's in diesen Gefilden, wie kam er ausgerechnet auf seine hochgeschätzte Ordensschwester?

Kritisch bedachte er erneut diese Momente, ehe er sich in der Ruhe die ihm Sandroval durch sein Anliegen bescherte, dem Körper erneut zuwandte. In aller Ruhe und "einsamer Zweisamkeit" schloss der Ritter die Augenlieder und neigte demütig sein Haupt vor dem Körper, ehe die rechte Hand, welche kurz über des Leibes Oberkörper, inne hielt.

>>Temora, oh du gütige Herrin. Sieh hinab auf deinen Diener und diese bedürftige Seele. Schenke ihr dein letztes Geleid, den letzten Segen. Gib mir die Kraft ihr etwas Schutz in dieser einsamen Stunde zu Teil werden zu lassen, der Seele mein Mitgefühl zu vermitteln<<

Folglich der Worte überkommt des Ritters Hand ein warmes, gar wohles Gefühl, welches sich allmählich hinab in diesen leblosen Leib wagt und schließlich aus der Hand des Gläubigen schwindet.
Es war seine Art sein Mitgefühl kund zu tun, einen Hauch seiner Lebenskraft gar, in diesen Leib hineinzulassen.

Nicht lange dauerte es, verengten sich die Brauen des Gläubigen erneut ob seiner Gedanken. Wie konnte der Hauptmann der Garde nur diesen Leib dort liegen lassen, so offen zugänglich, so ungeschützt, so unmenschlich wie ein Stück Fleisch?! Und wie konnte die Garde angeblich diesen Leib bestatten, ohne dass überhaupt Hochwürden informiert war? Empört wandte sich der Gläubige schließlich um, verließ verärgert den Eingang zur Gruft und machte sich hinaus zu seinen Ordensgeschwistern.
Sanyarin Ar´states

Beitrag von Sanyarin Ar´states »

So ihr werter Bruder, jener Klosterdiener Sandroval, den Friedhof betrat, mochte Sanyarin in ein Gebet der Ruhe jener Männerseele vertieft sein. Doch mochte auch ihr Empören ob des Rosses, welches gar auf den Friedhofe geritten wurde, Anklang bei jenem Gläubigen finden.
So jener rasch die Wege in die Mauern fand, in welcher der Leichnam des Mannes aufbewahrt ward, mochte sich die junge Lefar dem Rosse zuwenden. Langsam mochte sie die Zügel ergreifen und gar die Nüstern jenes streicheln. Ruhige Worte sprach sie zu diesem, dass Vertrauen dessen erlangend. Doch mag jenes loyaler Natur sein, lies es sich nicht von fremder Hand vom Friedhofe führen.
Wenige Augenblicke später jedoch trat der Besitzer aus dem Gemäuer, vorangegangen der Klosterdiener Sandroval.
Ungeachtet ihrer Hände an den Zügeln, mochte der Ratsritter von Reensdorf, welcher Sanyarin gänzlich unbekannt ward, die Züger an sich nehmen und sein Ross von der jungen Gläubigen nehmen, welche lediglich bemüht ward, die Ruhe der Toten zu wahren. Schienen diese Mühen jedoch keinerlei Anklang bei jenem Reichesdiener zu finden...

Angehalten von ihrem Bruder, dem Adlerritter Ian Vondran, der Totenruhe erneut durch Worte an die Tugendbringeren zu erbeten, verlies jener das Gelände.

So warden Worte gen der lichten Schwinge, wie gen der göttlichen Mutter gerichtet und erbeten sei Vergebung ob der frevlerischen Störung der Totenruhe.

Doch deutlich erregt ob jener unbedachten, gleichgültigen Art, fand die junge Paladinstochter keine Ruhe ihren Gedanken Wort zu verleihen. So bat sie jenen Ratsritter von Reensdorf dem Vorgesetzten jener Garde nahezulegen, dass nicht nur der Friede jener Lebenden, sondern ebenfalls jener ruhenden Seelen zukommen zu lassen.
Sei die Antwort, ob der Wichtigkeit ihrer Bitte, wahrlich ungenügend für die Halbwaise, vermochte sie nicht zurückzuhalten, jenem Herren noch mit auf den Wege zu geben, welch Ruhe es ihrem Herzen schenken würde zu wissen, dass ihre geliebte Mutter, Hochwürden Sanjana Valeth, Hohepriesterin der Temora, an sicherem Orte ruhen durfte und sie wisse, dass jene Seele von demütigen Seelen bewacht...

Trotz der Zuwendung Sandrovals, wusste er um den erweckten Schmerz der Heilkundigen, vermochte sie an jenem Orte nicht zu weilen und fand an der Seite ihres treuen, feuerroten Freundes den Weg heim gen des Ordens...
Zuletzt geändert von Sanyarin Ar´states am Donnerstag 14. Juni 2007, 00:54, insgesamt 1-mal geändert.
Sandroval Ar´states

Beitrag von Sandroval Ar´states »

So ward man den ob den bewegründen des Abends und des Besuches der Ritters von Thelor von Reensdorf, den Ordengeschwistern den zum Friedhofe vor den Toren Varuns gefolgt um ersichtig zu werden, welches treiben jenen Orte wohl erfüllt und jene genannte -Wasserleiche- zu besehen.
Doch dazu kam man gar nicht... den die Tore des Friedhofes waren geöffnet... spuren führten ins Innere und nahe! des Gebäudes der Gruft, ruhte den ein Pferd...
ein Ross auf dem Acker der Toten ? Welcher Frevler maßte es sich an diesem Orte an die Ruhe der verblichenen zu stören und die Andenken der Hinterblieben mit einem Tiere zu stören.
Ein dunkles Gefühl umhüllte die Herzen... nicht Wut und Zorn... nein eher eine tiefe Schockiertheit wieder der Respektlosigkeit gen der Toten und ihrer Andeken. So ward den gen Sanyarin gesprochen, wer der halter des Pferdes sei... als denn sprach sie der halte möge sich in der Gruf auf halten... von innere Unruhe getrieben betrat man das Gebäude und sprach mit sanfter und doch wohl bestimmter und scharfer Stimme, das die werten Anwesenden dort, der Ritter des Adlers Ian Vondran und der Ritter des Reiches Thelor von Reensdorf ihr gespräche den Später fortsetzen sollen und man den Besitzer des Rosses sprechen wolle... vor den Toren des Friedhofes um den nicht der Toten ruhe mehr zu stören als ohne hin schon.
Als bald kam jener nach... Ritter Thelor von Reensdorf... und so konnte man nicht an sich halten den Ritter darauf hin zu weisen! das es sich bei dem Orte den er mit seinem Pferde beritten um einen Friedhof gehandelt und das es unerheblich ob er über die Gräber oder außen Rum geritten sei... die Respektlosigkeit gegenüber den Verstorbenen und den Hinterbliebenn sei trortzdem erheblich und man solle sich doch in Zukunft daran erinnern das Pferd im extra angedachten Stall gegenüber des Friedhofes ab zu stellen...
Die Worte waren gewissentlich zu harsch gewählt ward der Ritter doch in Gedanken und so nahm man dies den zum anlass sich auch für den Tone zu entschuldigen, da der Ritter gewissentlich nicht böswillig gehandelt... doch nun gut... Pferde gehören nun einmal nicht auf einen Friedhof
Sanyarin Ar´states

Beitrag von Sanyarin Ar´states »

Angehalten von ihren Ordensbrüdern, machten sich Mark und Sanyarin, die Heilkundigen des Ordens, daran, den Gebetsplatz im Keller für das Bestehende herzurichten.

Suchend mögen ihre, Sanyarins, zwei Saphierspiegel die Kisten im Lagerraume durchsuchen, so sie doch endlich fand, was sie gezielt suchte. Edle, tugendhaft weißte Vorhänge... Von passabler Länge. So vermochte die junge Lefar mithilfe des Ordensbruders jenen Platz im Keller, welcher abgeschottet lediglich durch Zierbögen, mit jenen samtenen Stoffe zu verhängen.
Ebenso wart ein Tisch errichtet, welcher ebenfalls bedeckt mit weißen Stoffen, zu betten den armen Manne. Nicht wie in jener Gruft des Friedhofes... Wo dieser leblose Körper aufgebahrt in Allianzer Umhängen und liegend auf nacktem, kalten Steine...

Ein Ort der Ruhe solle es werden... mehr als zuvor, solle es doch jenen leblosen Körper aufbewahren, bis jener in kommender Zeremonie bestattet werden könne. Doch so lang wollten jene Ordensgeschwister die Seele besänftigen... Gebete sprechen um zu halten jenes kostbare Gut der Lebenden. Lediglich in die demütigen Roben des Ordens gehüllt, vermochten sie alle die Totenwacht aufrecht zu erhalten...

Jenes ward das Vorhaben, der Ort ward errichtet... So warteten die Heilkundigen ruhiger Natur auf die Ordensbrüder, wie auch der toten Mannes Körper...
Zuletzt geändert von Sanyarin Ar´states am Donnerstag 14. Juni 2007, 11:43, insgesamt 1-mal geändert.
Ian Vondran

Beitrag von Ian Vondran »

Zustände waren das! Untragbar! Er konnte nicht erst warten bis sich der Hauptmann aus seinen Gemächern erhoben hätte oder auch nur einer der Mitverantwortlichen sich dazu herablassen würde, baldige Antwort zu garantiern. Im Schlepptau seiner Ordensbrüder Sandroval, Minuial, Crean und Athmos, machte sich der Ritter selbst auf die Leiche zu einer würdigen, letzten Ruhestätte vor der Bestattung zu bringen. Einheitlich waren die Körper der Gläubigen in die blauen Roben gehüllt, keine Waffe zierte die Seite der Mannen, keine Scheide ließ eine solche erahnen.

Vorsichtig legte Ian und Athmos den Leib auf die tragbare Liege die man ihnen mit auf den Weg gab. Diesmal schien die Leitung Sandroval zu übernehmen, fühlte er sich doch mindestens genauso verantwortlich für die Seele wie der Ritter selbst, so war er es der ihnen die Richtung in der schon dunklen Nacht mit seinem schimmerndem Stab zu deuten wusste, während Minuial und Crean, ausgerüstet mit einer Fackel, den Schluss dieser Marschtruppe bildeten.

Mit einem geschafften, doch dankbaren Lächeln nickte der Gläubige Sanyarin und Mark ob ihrer getanen Arbeit zu. Er war merklich zufrieden mit ihnen und dankbar den Brüdern für ihre Mühen zu so später Stunde.
Vorsichtig übergaben die Ordensangehörigen den Leib dieser Ruhestätte welche sogar noch für Lebende ein recht gemütlicher Ort gewesen war. Um etwaigen Geruch zu überdecken, hingen Sanyarin und Mark noch einige getrocknete Kreuter an den Torbögen auf, die den Anschluss zur Decke bildeten.


Mit merklicher Erleichterung ließ sich der Ritter schließlich in den Sessel in dem bibliothekaren Teil des Kellers fallen von welchem aus er noch einige Augenblicke die Stätte betrachtete. Die Ordensangheörigen würden keine ruhige Nacht haben, im Gegenteil. Es war nun an der Zeit seine bittenden Phrasen für diese Seele an Temora zu richten, an der Stätte fortweilend Totenwache zu halten und am nächsten Morgen schon die Garde aufzusuchen.
Zuletzt geändert von Ian Vondran am Donnerstag 14. Juni 2007, 11:41, insgesamt 1-mal geändert.
Hudgarr Stolzenfels
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Beitrag von Hudgarr Stolzenfels »

Als Hudgarr das Schreiben von Sire Ian bekam und aus dem Schloss zurück kam, Schäumte er vor Wut. Er fluchte in seinem Büro was diesem Ian einfallen würde Spuren zu vernichten und einem Mörder zuhelfen ungeschoren davonzukommen.
Nach einiger Zeit wo sich kein einziger Gardist in seine nähe traute begann er ein Antwortschreiben aufzusetzen.



Temora mit euch Sire Ian

Der ermordete wurde in der Gruft aufbewahrt weil es gesegneter Boden ist, und die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen waren.
Ich wollte heute morgen eine 2te Untersuchung anordnen, doch musste ich feststellen, das der Leichnam des ermordeten verschwunden ist, und wie die Wache berichtete wurde er von euch abgeholt.
Das betreten der Gruft war allen untersagt, die nicht zur Garde gehören, die Wache wird, da er euch durchgehen ließ und wie ich euren Schreiben entnehme auch andere, sofort unehrenhaft aus dem Gardedienst entlassen und vor den Rat gestellt wegen Beihilfe zur Vertuschung eines Mordes.
Das Schreiben an seine Hochwürden Lucenius van Sareth wo um die Bestattung gebeten wurde, war schon fertig, wird aber wohl nicht mehr gebraucht,
Die 2te Untersuchung der Leiche die am heutigen Tage stattfinden sollte entfällt da sämtliche Spuren unbrauchbar sind, habt durch den Transport des Leichnams.
Sie ist somit freigegeben zur Bestattung.


Gez. und gesiegelt Hudgarr von Stolzenfels, Hauptmann der königlichen Garde zu Varuna


Mit den Schreiben ging er dann rüber ins Schloss wie ihm befohlen war und legte es seiner Hoheit zur durchsicht vor.
Adrian von Hohenfels

Beitrag von Adrian von Hohenfels »

Sorgsam las er das entgegengenommene Schreiben, welches Hauptmann von Stolzenfels zum Auftrag gegeben war und lehnte sich schliesslich nickend zurück. "Meinen Dank Hauptmann von Stolzenfels. Ihr habt eure Gedanken um diesen Fall wie erwünscht zu Papier gebracht. Eine erste Lehrstunde in Diplomatie. Ich lasse euch eine Abschrift des Schreibens zukommen, dass ich letztlich auf den Weg bringen lasse. Mögt ihr dies zur Schulung in Diplomatie mit dem durch euch verfassten Schreiben vergleichen. Eine Rüge der besagten Gardisten ist so wenig nötig, wie ihre unehrenhafte Entlassung. Ihr dürft wegtreten Hauptmann von Stolzenfels. Temora geleite euch auf euren Pfaden."

Er konnte sehen, dass der Hauptmann sich noch immer über diese Angelegenheit ärgerte. Die Zeit mochte ihn hoffentlich lehren, wie mit solchen Dingen umzugehen ist.

Sogleich machte er sich an das eigenverfasste Schreiben, welches schliesslich einzig an den Orden zu Händen Ian Vondrans geschickt wurde:

[url]http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=21777[/url]

Das Schreiben des Hauptmannes liess er, unter Beifügung des letztlich gesendeten Schreibens, in dessen Hände zurückbringen.
Mark Novel

Beitrag von Mark Novel »

Als die Ordensbrüder ankamen, hatten Mark und Sanyarin schon alles für die Reinigung und Bettung des Leichnahms vorbereitet. Duftende Kräuter hingen, weiße saubere Lacken waren über das Bett gelegt und ebenso so strahlend weiße Vorhänge fielen von der Decke herab.

Sanyarin ließ von einem der Burschen warmes Wasser und einige Tücher und Schwäme bringen damit die beiden Heilkundigen mit der Säuberung beginnen konnten.
Mark betrachtete den Leichnahm. Er erkannte deutlich das einige Zeit verstrichen sein musste seid seines Todes. Eine gelbliche Färbung war schon zu erkennen und ein unangenehmer Geruch zu riechen. Sorgfältig wuschen Beide sich die Hände und zogen eine Art Mundschutz vor um eventuellen Keimen vorzubeugen.
Er tauchte einen der sauberen Schwäme ins wohlig warme Wasser und ließ folgend das Wasser auf den kalten Leib tropfen.

Gründlich führte er den Schwam, bei den Füssen beginnend die Beine hoch über das Becken bis hin zum Hals. Sanyarin half ihm beim auseinander ziehen und anheben der schon steifen Gliedmaßen.
Mark ließ Hände und Gesicht vorerst aus. Tunkte immer wieder den Schwam ein und ging über diverese Körperstellen um sie gründlicher zu reinigen.
Nach der Reinigung erhoben Beide sich. Sanyarin schenkte ihm einen fragenden Blick doch er deutete sie an zu schweigen. Leise began er folgendes Lied zu singen:

Der Tod ist der Anfang der Unsterblichkeit,
Temora allein weiß, du bist bereit.
Allein´ gehst Du auf Deine Reise,
lernst zu Sein auf Ihre Weise.

Blickest auf deine Brüder herab.
Führest Ihr Leben mit Temoras Hand.
Der Göttin allein sind wir verpflichtet,
Du weißt wonach sich unser Leben richtet!

So gehe mit Ihr und schlafe hier ein.
Wir sorgen für des Körpers heil.
Wir betten Dich in die Erd´ hinein
Werden bald, in Temoras Reich, vereined sein.

Der Gesang des Gläubigen klang sehr melodisch und man hätte kaum vermutet, dass er zu solchen Klängen im Stande wäre. Nun griff er vorsichtig zu den dünnen Lacken und reichte Sanyarin das andere Ende. Er positionierte die Mitte des Lacken auf dem Gesicht des Toten und führte beide Enden am Rücken über Kreuz wieder auf die Brust. So ging das Prozedere weiter und im nachhinein war der gesammte Leichnahm in ein ordentlich, weiß gefärbtes Lacken eingehüllt. Abermals blieben die Hände frei.
Mark sagte dem Burschen der bei dem Prozedere zugesehen hatte, dass er aus seiner Tasche ihm das Efeuöl reichen solle. Der Bursche gehorchte und reichte ihm das Öl. Mark rieb beide Hände mit dem Öl ein. Folgend wieß er den Burschen an, ihm die weißen samt Handschuhe zu reichen. Der Bursche gehorchte abermals.
Mark zog dem Toten die Handschuhe an und legte beide Hände mit der Handinnenfläche nach oben. Dann wand er sich Sanyarin zu.
Wir müssen dem Toten gesegnete Gaben Temoras mitgeben
Sanyarin nickt und ging ...
Sanyarin Ar´states

Beitrag von Sanyarin Ar´states »

Sogleich mochte sich die junge Gläubige ruhigen, doch raschen Schrittes entfernen. Sie wusste genau was sie zu suchen hatte... So mochte sie in ihrem Gemache Federn lagern, welche vom heiligen Vogel stammten.
Adlerfedern... gesammelt im Walde. Eine Gabe der Ihren. Weißlicher Natur...
So sollte jene niedergelegt in die Rechte des Mannes.
In die Linke, so mochte sie meinen, wäre ein hölzernes Ankh Zeichen genug. Der linken Hand gegeben, der Seite des Herzens.
So gab sie jenes dem jungen Klosterdiener Sandroval, so er es, im Gebete am Altar der Ihren Segen erbat.

So trug sie nach einer Weile jene zwei Gaben hinunter in den Keller.

Korilie, ihre Handesschwester, kam der jungen Heilkundigen entgegen. Leise murmelte sie, dass sie, der nächtlichen Prozedur, etwas Nahrhaftes für all die Ordensmitglieder bereitete. Sie war von ihr geschickt, da war Sanyarin sich schon im ersten Augenblicke sicher... Diese liebevolle Seele der -alten- Dame, welche bedacht ward in jenem Augenblicke etwas frisches Obst zu pflücken für jene, die sich der verstorbenen Seele hingaben.

Wenige Schritte noch trennten Sanyarin von Mark, ehe sie diesem die zwei geweihten Symbole überreichte. Dankbar ob jener neigte er demütig sein Haupt und jenes hölzerne Ankh entgegen.
Die Feder bei sich tragend, schritt die junge Lefar an die Rechte Seite des Bettes und zeitgleich, einem zweistimmigen Gebete hingebend, legten sie jene Symbole danieder in die samtig, behandschuhten Hände des Mannes.

Weile in Frieden, bis Deiner selbst
mit Segen der Ihren, deine Seele Du hältst.
Sandroval Ar´states

Beitrag von Sandroval Ar´states »

Der Geruch der Flammen lag in der Luft, es roch nach Balsam und Salbei... sorgsam ward das Leichentuch ergriffen und gefaltet... der Tote auf eine Barre gelegt... und gleichmäßigen Schrittes setzte sich die Prozession in Bewegung... gen des Friedhofes von Varuna führten die Wege... dort angekommen bettete man den Manne unbekannten Namens in einen hölzernen Sarg und mit den Gebeten der Templer ward jener versenkt... das Grab mit Erde bedeckt... der gravierte Grabstein sollte es wahrlich Kennzeichnen... mehrere Fackeln waren aufgstellt... dem Toten den rechten Pfad zu beleuchten...
Am abend sollte als dann die Weihe zu seinen Ehren vollbracht werden.
Sanyarin Ar´states

Beitrag von Sanyarin Ar´states »

So ward also nach der Messe in der Kirche Temoras zu Varuna der Pfad der Dämmerung zum städtischen Friedhof gefunden. Bereits standen einige Fackeln nahe des frischen Erdhügels, um zu erhellen die Seele, welche nun Geleit in den ewigen Frieden erhalten sollte. Sodann im Scheine des Feuers mochte der Paladin eine Hand auf jenes hölzerne Pult gelegt haben und sein Blick suchte ohne Umschweife die seine Nachkommin. So ward jene aus väterlichem Munde gebeten zu sprechen die Worte an jene Seele.
Selbst als eine einfache Dienerin des Handwerkes der Mutter mochte die junge Lefar dennoch passende Worte finden, zu verbinden die Tochter mit der Mutter. Sei es doch die Schwinge der Tugend, welche jene Seele hinauf tragen mag gen der Göttermutter. Als Zeugin des tugendhaften Lebens jenes Verblichenen sei jene das Vorbild, die göttliche, große Schwester eines jeden. So sei -sie- an jener Seite zu führen in den Frieden des Mutterschoßes.
Sodenn diese Wahrheit verkündet ward, ein jeder der anwesenden Ordensgeschwister ward vorgetreten vor jenen Ruhenden, um zu erweisen die letzte Ehre. Zu wissen, dass dieser letzte Pfad nicht alleine zu beschreiten ward...

So ruhe in Frieden im Schoße jener Schöperin; den Armen der Mutter...
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