Schwarz&Weiß

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Lythiana Cronor

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Beitrag von Lythiana Cronor »

Die Taverne nahe Tirell, vor einigen Nächten

Innerlich seufzte Lythiana, als sie aus den Augenwinkeln einen Blick auf den fremden Konventsmagus erhaschte, der allein an einem der Tische vor der Taverne saß. Wieder einmal hatte sie eigentlich nur in Ruhe ein Glas Wein trinken wollen- und wieder einmal war der einzige Anwesende außer ihr und dem Wirt der fremde Magus, dessen Robe allein schon ihre Augen beleidigte. Dennoch setzte sie sich an seinen Tisch – was blieb ihr auch anderes übrig? Es wäre albern erschienen, hätte sie sich demonstrativ an dem am weitesten entferten Tisch niedergelassen, und sicher hätte er die falschen Schlüsse daraus gezogen. Abgesehen davon besaß die Unterhaltung mit ihm einen gewissen Reiz – sie hatte schließlich keinen vollkommenen Narren vor sich.

Wie schon bei ihrer ersten Begegnung entspann sich - naturgemäß – binnen kurzer Zeit ein mal mehr und mal weniger diplomatisches Wortgefecht. Doch rasch kristallisierte es sich heraus, dass die Nacht dieses Mal keinen so friedlichen Ausgang finden würde – beiden Parteien schien daran gelegen zu sein, Macht und Finesse des jeweils anderen im Kampf zu erproben. Ein Spiel, mehr war es für die Maga nicht. Ein Spiel mit hohem Einsatz, gewiss – doch nicht mehr. Töten würde er sie nicht, selbst wenn der mehr als unwahrscheinliche Fall eintreten würde dass er die Gelegenheit dazu bekäme. Er stand auf der falschen Seite... Die Spielregeln wurden festgelegt und waren denkbar einfach. Keine Gefangennahme, keine Beschwörungen. Im Schatten der Kapuze kräuselten sich die Lippen der Arkoritherin zu einem dünnen Lächeln. Glaubte er tatsächlich, dass sie beabsichtigte, sich daran zu halten....?

Das Duell begann.

Einige Stunden später entschwand die Gestalt des Magus in die Dunkelheit. Lythianas Blick ruhte noch einen kurzen Moment lang auf der Stelle, an der sie ihn zuletzt sah – dann wandte sie sich ab. Hoch aufgerichtet und den Stab in der rechten Hand haltend begab sie sich zum Waldrand. Kaum dass sie den Wald betrat, vor neugierigen Blicken weitestgehend geschützt war, sanken die Schultern und der Stab wurde mehr zu einer Stütze als zu einem Symbol ihres Ranges. Der Kampf hatte ihr auf mentaler wie körperlicher Ebene einiges abverlangt, jede Faser ihres Körpers sehnte sich nach Schlaf – doch zugleich waren alle Nerven noch zum Zerreißen angespannt. Jedes Knacken eines Astes unter ihren Füßen ließ sie aufhorchen, jeder Laut eines nachtaktiven Tieres bewirkte eine automatische Anspannung des Körpers. Eine Kampfhandlung nach der anderen wurde analysiert und bewertet, Alternativen wurden entwickelt und wieder verworfen...

Als die Arkoritherin schließlich die Tür ihres Hauses aufschloss lächelte sie. Wahrlich, manche Magiezweige boten erstaunliche Möglichkeiten. Noch einmal würde es nicht zu einem Unentschieden kommen...
Yarin von Wolfenfels

Beitrag von Yarin von Wolfenfels »

Ruhe. Einfach nur Ruhe. Und bisher fand er diese im alten Gasthof vor Tirell. Er war sogar der Meinung hier noch einen letzten Hauch der alten Magierschule spüren zu können. Diese Ruhe, gemischt mit diesem Gefühl war immer wieder herrlich. Es war herrlich, wann immer er in diesen Gasthof kam, wann immer er dafür ein wenig Zeit fand. Die Menschen, die immer wieder zu den alten Ruinen rannten, Waffe und Rüstung für den Kampf bereit, konnte man irgendwann einfach geschickt ignorieren.

Eines aber konnte er nicht ignorieren. Schon das zweite Mal unterbrach diese … Schwarzmagierin, diese Arkoritherin, dieses Alatarpack seine Ruhe. Beim ersten mal noch zu zweit. Scheinbar ein Schüler. Er folgte stumm jedem Befehl, jedem Wort der Frau. Nun aber war sie allein ins Gasthaus gekommen. Wie auch beim letzten Treffen war er mit einem Schlag hochkonzentriert, wachsam.

Das Wortgefecht hatte an diesem Tag wenig Inhalt und endete darin das sich die beiden Magier vor dem Gasthaus gegenüberstanden. Zwar wurde der Zweikampf noch von einigen Personen unterbrochen, aber irgendwann wurden die ersten Zauber gewirkt. Yarin begann den Kampf damit, dass er seine Position wechselte … er stand kurz nach Kampfbeginn hinter der Arkoritherin, die diesen Angriff offenbar geahnt hatte. Der Rest des Kampfes führte er einfach aus dem Gefühl heraus, reagierte auf ihre Angriffe, ging selber zum Angriff über. Natürlich brach die Magierin aus Rahal die vereinbarte Regel. Der Höllenhund, der kurz daraufhin hinter der Maga beschworen wurde, zerfetzte ihr Teile der Robe, ehe jene die Konzentration aufbringen konnte, diesen wieder in seine Sphäre entsenden. Danach schwand langsam die Kraft, die Ausdauer.

So viele Zauber in so kurzer Zeit zu wirken, war offenbar keiner der beiden gewohnt. Den letzten Zauber, den Yarin aufbringen konnte, lies die Maga erlähmen, und so konnte er in Richtung Bajards verschwinden. Nicht das letzte mal.
Lythiana Cronor

Beitrag von Lythiana Cronor »

So hatte man sich also wiedergesehen. Von Anfang an war ihr an jenem Fremden in der Taverne Rahals etwas merkwürdig vorgekommen. Sie wusste, dass sie ihn noch nie zuvor gesehen hatte, war sich aber dennoch sicher, ihn zu kennen. Kurzerhand lud sie ihn an den Tisch ein, an dem sie sich mit dem Bruder niedergelassen hatte.

Höflich war der Fremde nicht gerade - nicht nur, dass er den Gruß des Bruders vollkommen ignorierte, auch stellte er sich mit keiner Silbe vor. Entweder er wusste nicht, wen er vor sich hatte - oder er legte es auf Schwierigkeiten an. Man würde sehen...Einige Zeit lang unterhielten sie sich, belauerten sich gegenseitig... das Gespräch plätscherte vor sich hin.

An einem bestimmten Punkt reichte es Lythiana. Es wurde Zeit für mehr Direktheit. Ohne dass man ihr äußerlich etwas ansehen mochte streckte sie einen Teil ihres Bewusstseins nach dem Fremden aus, nahm auf mentaler Ebene Kontakt zu seinem Bewusstsein auf und versuchte, ihn auf diese Weise auszuhorchen. Sie kam nicht weit. Bald schon stieß sie auf eine Sperre, sorgsam und in vollem Bewusstsein des eigenen Tuns errichtet. Kurz darauf verspürte sie einen stechenden Schmerz an der linken Schläfe, zog sich anschließend zurück.

"Schön... wer seid ihr?" "Nah... Namen sind Schall und Rauch, oder?" entgegnete der Fremde, dabei exakt die Worte Lythianas aus einem vollkommen anderem Gespräch wiederholend. Deutlicher konnte er nicht mehr werden. Sie wusste nun, wen sie vor sich hatte - jenen unbekannten Magister des Konvents. Erfreulich. Nun konnte "offener" gesprochen werden.

Aller "Offenheit" - und der Tatsache, dass er sich mitten in Rahal befand - zum Trotz weigerte sich der Magus jedoch weiterhin strikt, seinen Namen zu nennen. Nun gut... er wollte Schwierigkeiten, er würde sie bekommen. Auf einen eindeutigen Blick hin erhob sich der Bruder und baute sich vor dem Konventsmagus aus. Dies, zusammen mit dem Beharren der Maestra auf ihrem "Wunsch" und dem Versprechen, er würde die Taverne unbehelligt verlassen können, brachte schließlich den gewünschten Erfolg.

"Yarin von Wolfenfels".
Yarin von Wolfenfels

Beitrag von Yarin von Wolfenfels »

Wieder führte ihn der Weg nach Tirell. Das Gasthaus bot Erinnerungen an Zeiten, wo alle Magier an einer Schule lernten. An Zeiten vor dem Erwachen der Arkorither. Und ein Ort, an dem er SIE immer wieder traf. Eine Maga ... eine Magistra des Arkoritherordens. Zumindest hier waren sie bedeutend weniger … angriffslustig. Ihr Schüler war auch nicht in der Nähe. Er konnte sich noch gut an den Versuch der Magierin erinnern in seinen Geist zu dringen, als ihn die Neugierde nach Rahal führte. Sie war gescheitert, aber offenbar war dieser Mann in schwarz – einer ihrer Schüler - bereit ihm auch körperlich zu Leibe zu rücken. Wieder der Angriff auf seinen Geist – doch diesmal beließ er es nicht bei einer einfachen Abwehr ihres Angriffs. Er überflutete sie mit sinnlosen Gedanken, gefolgt von einem kurzen Schmerzimpuls, der wirksam ihren Angriff beendete.

Hier in Tirell war sie immer so … zurückhaltend, vorsichtig. Im hallten die Worte noch nach – Im Orden gibt es keine Grenzen für Eure Forschungen. Weder im Wissensgebiet noch in der Art und Weise Eurer Forschung. Wenn es diese für Yarin gab, dann stellte sein Gewissen, seine Moral die Grenzen auf. ‚Und grüßt Eure Frau, Magister von Wolfenfels’ – diese Worte unterbrachen seine Gedanken und schlagartig änderte sich die Mine des Magiers. „Ich hetze Euch jeden Daemonen, den ich kenne, auf den Leib. Auf Euch und Eure Schüler, wenn meiner Frau auch nur ein Haar gekrümmt wird.“ Das Schmunzeln auf den Lippen der Arkoritherin nahm er in diesem Moment nur noch verschwommen wahr. War er wirklich bereit alle Moral über den Haufen zu werfen, wenn es um seine Familie ging? Wie weit war er bereit seine Macht auszukosten?
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