Wenn man Teira zur jetzigen Zeit auf der Straße begegnen sollte, würde man sie zwar wie immer freundlich erleben, jedoch könnte so mancher den Schatten spüren, der auf ihrem Gemüt lastet und gegebenfalls selbst ihre Umwelt dei Gefühle der jungen Schneiderin aufnimmt und in Melancholie stürzt.
Sie hatte Lugario wirklich selten getroffen, seit er zusammen mit Marissa seinen eigenen Hof erworben hatte, und sie hatte es auch ändern wollen, denn es gefiel ihr ebenso wenig wie ihm. Erst die seltsame Tat Leanas, ihre Schneiderstube für andere unzugägnlich zu machen, dann das Bemühen um einen Platz im Handelskontor zu Varuna... Natürlich war Teira da nicht immer zuhaus gewesen, aber das war doch verständlich... irgendwann hätte sich das doch wieder gegeben...
Nein, es war zu spät, und sie konnte es immer noch nicht begreifen. Lugario hatte sich neu verliebt... den Mann, der ihrem Bruder Tharis so ähnlich war, nicht einmal ihn konnte sie halten, die Göttin wollte, dass sie diese Art Mann nicht für sich haben konnte... Warum nur?
Teiras Miene zeugt plötzlich von seltsamer Müdigkeit und Niedergeschlagenheit, sicherlich würde das vielen Leuten auffallen, die sie gut kannten.
Der Brief Lugarios hatte ihr einen schlimmen Stich versetzt, den sie noch nicht richtig begriffen hatte. Sie braucht nun Einsamkeit... also stürtzte sie sich, wie immer, in die Arbeit und war fleißiger denn je. Aber: Konnte so eine tiefe Herzenswunde heilen?
Die Zeit würde es zeigen...