Ein neuer Morgen
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Alana Duin
Ein neuer Morgen
Zum ersten Mal seit Domian´s Auszug schlief Alana in dieser Nacht wieder gut.
Jetzt, am Morgen, fühlte sie sich nicht mehr schlapp und abgespannt, sondern frisch und voller Tatendrang. Das lange und intensive Gespräch mit Kanubio gestern hatte ihr wirklich gut getan. Er hatte ihr ordentlich den Kopf gewaschen und sie musste immer noch schmunzeln, wenn sie an ihn dachte. Vor einem halben Jahreslauf noch war er ein unerfahrener unsicherer Junge gewesen, doch was war aus ihm geworden? Er reifte zum Mann, war viel selbstsicherer geworden und die Gemeinschaft der Waldgeister war genau das, was ihm wohl gefehlt hatte. Er war richtig aufgeblüht und ging offenbar ganz in seiner Arbeit dort auf. Sie freute sich für ihn, dass er offenbar seinen Platz gefunden hatte. Doch nun war es an ihr, auch den ihren zu finden.
Es war schon seltsam. Sie schienen so viel gemeinsam zu haben. Sicher, er war ein paar Jahre jünger, doch sein Auftreten und sein Denken war das eines jungen Mannes.
Ihm war es wohl damals auch so gegangen, als er nach Gerimor kam. Hatte sich fehl am Platz gefühlt und einsam. Er erzählte ihr auch von einer jungen Frau, die er wohl sehr gemocht hatte, aber dann eines Tages einfach verschwand. Er war also ebenso verlassen worden wie sie. Und ebenso wie sie, war er danach wohl verzweifelt gewesen, hatte sogar darüber nachgedacht …. Nun, aber das war nun vorbei. Und auch für sie war dieser Gedanke nun Vergangenheit. Sie müsse die Leere in sich füllen, hatte er gesagt und das würde sie auch versuchen. Nein, nicht nur versuchen, sie würde es schaffen! Dessen war sie sich sicher. Wahrscheinlich musste er ihr dafür noch ein paar mal in ihren faul gewordenen Hintern treten, aber mit seiner Hife konnte sie es schaffen. Und wenn sie wieder mal in Trübsal verfiehl, so würde er ihr hoffentlich eine ordentliche Watsche verpassen, damit sie noch lange daran dachte, was für einen Blödsinn sie da tat. Sie kicherte, als das Bild vor ihr auftauchte, wie Kanubio ihr eine Ohrfeige verpasste. Nein, wahrscheinlich würde er es nicht schaffen, sie zu schlagen. Er hatte es kaum geschafft, ihre Hand zu nehmen, als sie ihre Freundschaft mit einem Handschlag besiegelten. Und als sie ihn gebeten hatte, sie zu umarmen, da wurde er blass und war kurz darauf schon zurückgewichen von ihr. Nicht nur ein kleines bischen, sondern einen ganzen Schritt zurück. Offenbar scheute er sich davor, sie zu berühren. Nun, wahrscheinlich hatte er auf dem Schiff nicht sonderlich viel Gelegenheit, eine Frau zu umarmen, aber sie hatte angenommen, hier hätte sich das geändert. Besonders, nachdem er von seiner Freundin erzählt hatte. Augenscheinlich war dem nicht so und er fühlte sich bei so etwas nicht wohl. Sie wusste nicht, wie sie damit umgehen sollte. Für sie waren solche freundschaftlichen Gesten normal und sie brauchte es eben ab und zu, in den Arm genommen zu werden, oder einen freundschaftlichen Hieb in die Seite. Sollte sie Rücksicht nehmen auf ihn und derlei in Zukunft meiden, oder sollte sie nicht zurück stecken und ihn einfach jedes mal damit überfallen, bis er sich daran gewöhnt hatte? Nun, mal sehen.
Jedenfalls tat es gut, wieder einen Freund zu haben. Das hatte ihr schon lange gefehlt.
Nun war es aber an der Zeit wieder aufzubrechen. Sie hatte den Waldgeistern ihre Hilfe angeboten und sie würde sie sicherlich nicht wieder zurückziehen. Sie hatte sicherlich Fehler gemacht, aber nun würde sie sich anstrengen, um besser zu werden. Kanubio sollte es nicht bereuen, sie gefragt zu haben. Auch er schien am Anfang ein paar Probleme gehabt zu haben, aber nach einiger Zeit ging es wohl besser. Sie würde ihn als Vorbild nehmen, nicht aufgeben und jeden Tag aufs Neue versuchen, ihn bei seinen Aufgaben besser zu unterstützen und natürlich auch den Rest der Waldgeister. Noch einmal wollte sie sicher nicht hören, dass man sie für einen Einsatz eingeteilt hätte, sie aber nicht gewollt war, weil sie noch nicht gut genug mitarbeitete.
Und so packte sie ihre Sachen und ging hinaus zu ihrem Pferd, um neuen Aufgaben entgegenzureiten, während die Sonne langsam über dem Meer hinter ihr aufging. Ein neuer Tag begann und vielleicht auch ein neues Leben.
Jetzt, am Morgen, fühlte sie sich nicht mehr schlapp und abgespannt, sondern frisch und voller Tatendrang. Das lange und intensive Gespräch mit Kanubio gestern hatte ihr wirklich gut getan. Er hatte ihr ordentlich den Kopf gewaschen und sie musste immer noch schmunzeln, wenn sie an ihn dachte. Vor einem halben Jahreslauf noch war er ein unerfahrener unsicherer Junge gewesen, doch was war aus ihm geworden? Er reifte zum Mann, war viel selbstsicherer geworden und die Gemeinschaft der Waldgeister war genau das, was ihm wohl gefehlt hatte. Er war richtig aufgeblüht und ging offenbar ganz in seiner Arbeit dort auf. Sie freute sich für ihn, dass er offenbar seinen Platz gefunden hatte. Doch nun war es an ihr, auch den ihren zu finden.
Es war schon seltsam. Sie schienen so viel gemeinsam zu haben. Sicher, er war ein paar Jahre jünger, doch sein Auftreten und sein Denken war das eines jungen Mannes.
Ihm war es wohl damals auch so gegangen, als er nach Gerimor kam. Hatte sich fehl am Platz gefühlt und einsam. Er erzählte ihr auch von einer jungen Frau, die er wohl sehr gemocht hatte, aber dann eines Tages einfach verschwand. Er war also ebenso verlassen worden wie sie. Und ebenso wie sie, war er danach wohl verzweifelt gewesen, hatte sogar darüber nachgedacht …. Nun, aber das war nun vorbei. Und auch für sie war dieser Gedanke nun Vergangenheit. Sie müsse die Leere in sich füllen, hatte er gesagt und das würde sie auch versuchen. Nein, nicht nur versuchen, sie würde es schaffen! Dessen war sie sich sicher. Wahrscheinlich musste er ihr dafür noch ein paar mal in ihren faul gewordenen Hintern treten, aber mit seiner Hife konnte sie es schaffen. Und wenn sie wieder mal in Trübsal verfiehl, so würde er ihr hoffentlich eine ordentliche Watsche verpassen, damit sie noch lange daran dachte, was für einen Blödsinn sie da tat. Sie kicherte, als das Bild vor ihr auftauchte, wie Kanubio ihr eine Ohrfeige verpasste. Nein, wahrscheinlich würde er es nicht schaffen, sie zu schlagen. Er hatte es kaum geschafft, ihre Hand zu nehmen, als sie ihre Freundschaft mit einem Handschlag besiegelten. Und als sie ihn gebeten hatte, sie zu umarmen, da wurde er blass und war kurz darauf schon zurückgewichen von ihr. Nicht nur ein kleines bischen, sondern einen ganzen Schritt zurück. Offenbar scheute er sich davor, sie zu berühren. Nun, wahrscheinlich hatte er auf dem Schiff nicht sonderlich viel Gelegenheit, eine Frau zu umarmen, aber sie hatte angenommen, hier hätte sich das geändert. Besonders, nachdem er von seiner Freundin erzählt hatte. Augenscheinlich war dem nicht so und er fühlte sich bei so etwas nicht wohl. Sie wusste nicht, wie sie damit umgehen sollte. Für sie waren solche freundschaftlichen Gesten normal und sie brauchte es eben ab und zu, in den Arm genommen zu werden, oder einen freundschaftlichen Hieb in die Seite. Sollte sie Rücksicht nehmen auf ihn und derlei in Zukunft meiden, oder sollte sie nicht zurück stecken und ihn einfach jedes mal damit überfallen, bis er sich daran gewöhnt hatte? Nun, mal sehen.
Jedenfalls tat es gut, wieder einen Freund zu haben. Das hatte ihr schon lange gefehlt.
Nun war es aber an der Zeit wieder aufzubrechen. Sie hatte den Waldgeistern ihre Hilfe angeboten und sie würde sie sicherlich nicht wieder zurückziehen. Sie hatte sicherlich Fehler gemacht, aber nun würde sie sich anstrengen, um besser zu werden. Kanubio sollte es nicht bereuen, sie gefragt zu haben. Auch er schien am Anfang ein paar Probleme gehabt zu haben, aber nach einiger Zeit ging es wohl besser. Sie würde ihn als Vorbild nehmen, nicht aufgeben und jeden Tag aufs Neue versuchen, ihn bei seinen Aufgaben besser zu unterstützen und natürlich auch den Rest der Waldgeister. Noch einmal wollte sie sicher nicht hören, dass man sie für einen Einsatz eingeteilt hätte, sie aber nicht gewollt war, weil sie noch nicht gut genug mitarbeitete.
Und so packte sie ihre Sachen und ging hinaus zu ihrem Pferd, um neuen Aufgaben entgegenzureiten, während die Sonne langsam über dem Meer hinter ihr aufging. Ein neuer Tag begann und vielleicht auch ein neues Leben.
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Kanubio Bunjam
Sechs Mondläufe waren vergangen, seit Kanubio in Bajard angekommen war. Seine Tage waren geprägt von kindlichen Freuden über das, was er an schönen Dingen entdeckte und erlebte, aber auch von Schicksalsschlägen und Niederlagen. Er hatte einige getroffen, die ihm auf seinem Weg geholfen hatten: Ciaran, der ihm in den ersten Wochen an Land das Wichtigste gezeigt hatte; Lukan, der ihm mit seiner Weisheit und Erfahrung eine große Hilfe gewesen war und den sie in Bajard später tot vor seinem Haus gefunden hatten; Falk, dessen Worte über den Weg des Kriegers ihn sehr beeindruckt und gelenkt hatten; Miri, die stets fest an das Gute in ihm glaubte und ihn immer aufrichtete, wenn Zweifel und Traurigkeit ihm das Herz schwer machten; Simon, der ein Teil seines Lebensinhalts wurde; und zuletzt Hans, der vor wenigen Tagen bemerkt hatte, dass er durch die dunklen Schatten, die sich schwer über das Land legten, jegliche Hoffnung verloren hatte und ihm mit ein paar eindringlichen Sätzen den Schädel zurecht gerückt hatte.
Diese Abend war ein ganz besonderer. Als er Alanas innere Leere bemerkte, spürte Kanubio, wie das, was sich in ihm gesammelt hatte, zu einem sinnvollen Ganzen wandelte und nach außen zu dringen versuchte.
Das, was ihm jene mit auf seinen Weg gegeben hatten und dazu noch seine eigenen Erfahrungen gab er nun an Alana weiter.
Und er hatte das Gefühl, dass der Same, den seine Worte in sie legte, keimen würde.
Als sie ihn plötzlich bat, er möge sie in seine Arme nehmen, hätte er am liebsten über den Balkon und einem weiten Sprung hinaus auf die Wiese vor seinem Haus die Flucht ergriffen. Er hatte sie ohne jeglichen Hintergedanken in sein Haus eingeladen, lediglich, um sich bei angenehmer Plauderei den Rest des Abends zu vertreiben.
Aber ihren Wunsch abschlagen konnte er wiederum auch nicht, hätte sie das doch wohl als Zurückweisung empfunden. Für einen kurzen Moment war sie ihm nahe. Die Alarmglocken in seinem Inneren schrillten, Schwindel erfasste ihn. Schnell ließ er sie los und trat er zurück, in der Hoffnung, einen Schritt von ihr entfernt seine innere Ruhe wiederzufinden.
Es war spät geworden und in diesem Augeblick ein guter Grund, sie in ihr nicht weit entferntes Haus zu verabschieden.
Kanubios Blick folgte ihr, als sie auf ihrem Pferd in die Dunkelheit verschwand. In diesem Moment wusste er, dass er seinen Weg gefunden hatte, aber auch, dass das nur der erste Schritt von unzähligen weiteren gewesen war.
Als er am nächsten Tag erwachte und in der morgendlichen Kühle vor sein Haus trat, blickte er mit Zuversicht und einer bislang von ihm noch nie so stark empfundenen inneren Kraft der Zukunft entgegen.
Diese Abend war ein ganz besonderer. Als er Alanas innere Leere bemerkte, spürte Kanubio, wie das, was sich in ihm gesammelt hatte, zu einem sinnvollen Ganzen wandelte und nach außen zu dringen versuchte.
Das, was ihm jene mit auf seinen Weg gegeben hatten und dazu noch seine eigenen Erfahrungen gab er nun an Alana weiter.
Und er hatte das Gefühl, dass der Same, den seine Worte in sie legte, keimen würde.
Als sie ihn plötzlich bat, er möge sie in seine Arme nehmen, hätte er am liebsten über den Balkon und einem weiten Sprung hinaus auf die Wiese vor seinem Haus die Flucht ergriffen. Er hatte sie ohne jeglichen Hintergedanken in sein Haus eingeladen, lediglich, um sich bei angenehmer Plauderei den Rest des Abends zu vertreiben.
Aber ihren Wunsch abschlagen konnte er wiederum auch nicht, hätte sie das doch wohl als Zurückweisung empfunden. Für einen kurzen Moment war sie ihm nahe. Die Alarmglocken in seinem Inneren schrillten, Schwindel erfasste ihn. Schnell ließ er sie los und trat er zurück, in der Hoffnung, einen Schritt von ihr entfernt seine innere Ruhe wiederzufinden.
Es war spät geworden und in diesem Augeblick ein guter Grund, sie in ihr nicht weit entferntes Haus zu verabschieden.
Kanubios Blick folgte ihr, als sie auf ihrem Pferd in die Dunkelheit verschwand. In diesem Moment wusste er, dass er seinen Weg gefunden hatte, aber auch, dass das nur der erste Schritt von unzähligen weiteren gewesen war.
Als er am nächsten Tag erwachte und in der morgendlichen Kühle vor sein Haus trat, blickte er mit Zuversicht und einer bislang von ihm noch nie so stark empfundenen inneren Kraft der Zukunft entgegen.
Zuletzt geändert von Kanubio Bunjam am Mittwoch 9. Mai 2007, 13:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Kanubio Bunjam
Schweißgebadet erwachte er. Wieder hatte ihn einer dieser grauenvollen Träume heimgesucht. Des Mütterchens Stein hatte keine Kraft mehr, um sie zu verhindern. Die Schergen des Panthers verfolgten ihn im Schlaf.
Zwei Tage zuvor hätten sie Kanubio beinah in Rahal verhaftet. Als Spion! Dabei hatte er diesmal gar nicht spioniert! (Naja, vielleicht nur ein bisschen.)
Am Tag darauf war er Falk in der Taverne in Bajard begegnet. Zuerst freute Kanubio sich, ihn wohlauf wiederzusehen und auch, dass er sich noch an ihn erinnerte. Doch dann fügte der Tiefländer seinen Worten hinzu, dass Kanubio doch zum Fuchs gehöre. In diesem Moment stockte ihm das Herz. War Bajard doch einer jener Orte, den er bislang noch betreten hatte können, ohne sich maskieren und sich in die Schatten der Häuser drücken zu müssen. Falks Stimme war mächtig genug, dass es jeder der Anwesenden gut vernehmen konnte. Doch wer waren die? Kanubio kannte sie nicht. Nur ein Gesicht kam ihm bekannt vor … er hatte es in schlechter Erinnerung … aus Rahal. Ein übles Gefühl kroch in ihm hoch, eine vage Vorahnung, dass es mit seinem ruhigen Leben fortan vorbei sein würde.
Von Unruhe und Angst getrieben, schälte er sich in dieser Nacht aus den schweißnassen Laken seines Bettes, griff sich eine Rumflasche und begab sich auf den Balkon seines Hauses. Während der beißende Wind an seinem nackten Oberkörper entlangschnitt, blickte er hinaus in die Dunkelheit. Der Alkohol, hastig in den leeren Magen gestürzt, beruhigte wohltuend seine wirren Gedanken. Die Dinge veränderten sich schneller, als ihm lieb war. Viel zu unbekümmert und sorglos hatte er die drohende Gefahr bislang eingeschätzt.
Klüger wäre es, sich für eine Weile in die Wälder zurückzuziehen, bis Gras über die Ereignisse gewachsen wäre. Doch er würde den anderen Weg wählen, sich nicht von vorn herein geschlagen geben, sondern alles tun, um gewappnet und vorbereitet zu sein. Anstrengende Tage würden folgen.
Irgendwo dort drüben im Wald schlief sein Bruder. Und weiter im Norden lag Alanas Haus, in dem sie wohl friedlich in ihrem Bett schlummerte. Abermals versuchte er, das Dunkel mit seinen Augen zu durchdringen. Sein Blick mag wohl einen unhörbaren Schrei aus seinem tiefsten Inneren, einen stummen Hilferuf aussenden. Kanubio war sich unschlüssig, ob er die beiden in seine Überlegungen und somit wohl auch in die Taten, die den Vorbereitungen folgen würden, einbeziehen und sie damit in Gefahr bringen sollte.
Als der Morgen graute, war sein Plan gefasst. So leicht würde ihn der Panther nicht in seine Klauen bekommen.
Zwei Tage zuvor hätten sie Kanubio beinah in Rahal verhaftet. Als Spion! Dabei hatte er diesmal gar nicht spioniert! (Naja, vielleicht nur ein bisschen.)
Am Tag darauf war er Falk in der Taverne in Bajard begegnet. Zuerst freute Kanubio sich, ihn wohlauf wiederzusehen und auch, dass er sich noch an ihn erinnerte. Doch dann fügte der Tiefländer seinen Worten hinzu, dass Kanubio doch zum Fuchs gehöre. In diesem Moment stockte ihm das Herz. War Bajard doch einer jener Orte, den er bislang noch betreten hatte können, ohne sich maskieren und sich in die Schatten der Häuser drücken zu müssen. Falks Stimme war mächtig genug, dass es jeder der Anwesenden gut vernehmen konnte. Doch wer waren die? Kanubio kannte sie nicht. Nur ein Gesicht kam ihm bekannt vor … er hatte es in schlechter Erinnerung … aus Rahal. Ein übles Gefühl kroch in ihm hoch, eine vage Vorahnung, dass es mit seinem ruhigen Leben fortan vorbei sein würde.
Von Unruhe und Angst getrieben, schälte er sich in dieser Nacht aus den schweißnassen Laken seines Bettes, griff sich eine Rumflasche und begab sich auf den Balkon seines Hauses. Während der beißende Wind an seinem nackten Oberkörper entlangschnitt, blickte er hinaus in die Dunkelheit. Der Alkohol, hastig in den leeren Magen gestürzt, beruhigte wohltuend seine wirren Gedanken. Die Dinge veränderten sich schneller, als ihm lieb war. Viel zu unbekümmert und sorglos hatte er die drohende Gefahr bislang eingeschätzt.
Klüger wäre es, sich für eine Weile in die Wälder zurückzuziehen, bis Gras über die Ereignisse gewachsen wäre. Doch er würde den anderen Weg wählen, sich nicht von vorn herein geschlagen geben, sondern alles tun, um gewappnet und vorbereitet zu sein. Anstrengende Tage würden folgen.
Irgendwo dort drüben im Wald schlief sein Bruder. Und weiter im Norden lag Alanas Haus, in dem sie wohl friedlich in ihrem Bett schlummerte. Abermals versuchte er, das Dunkel mit seinen Augen zu durchdringen. Sein Blick mag wohl einen unhörbaren Schrei aus seinem tiefsten Inneren, einen stummen Hilferuf aussenden. Kanubio war sich unschlüssig, ob er die beiden in seine Überlegungen und somit wohl auch in die Taten, die den Vorbereitungen folgen würden, einbeziehen und sie damit in Gefahr bringen sollte.
Als der Morgen graute, war sein Plan gefasst. So leicht würde ihn der Panther nicht in seine Klauen bekommen.
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Alana Duin
Die Flamme im Kamin flatterte unruhig, als Alana ein weiteres Stück Holz auflegte. Es war schon weit über die Mitte der Nacht hinaus, aber sie konnte heute einfach keine Ruhe finden. Und ganz abgesehen von den Gedanken, die in ihrem Kopf kreisten, tat ihr fast jeder Knochen weh.
Sie hatte mit Kanubio einen Übungskampf gemacht. Anfänglich war sie noch deutlich im Vorteil wegen ihrer guten Rüste und dem Schwert, welches sie führte. Dann wurde erst die Rüste gewechselt und später das Schwert gegen ein Kryss getauscht. Und schon war Kanubio der Bessere gewesen und hatte sie ein paar mal ziemlich hart getroffen. Die Blutergüsse würde sie sicherlich noch Tage lang zu spüren bekommen. Sie war das Kämpfen mit dem Schwert einfach nicht mehr gewohnt. Schon vor einiger Zeit hatte sie beschlossen, sich mehr auf das Kämpfen mit dem Bogen zu konzentrieren.
Nichts desto trotz hatte es sehr viel Spass gemacht und es hatte auch etwas befreiendes an sich gehabt. Aber wenn sie an die Verbissenheit und die Wut zurückdachte, die sie überkam während dem Kampf, dann ronn ihr ein kalter Schauer über den Rücken. Sie hatte nicht mehr ihren Freund gesehen, sondern einen Gegner, gegen den sie auf keinen Fall verlieren durfte. Umso härter war ihr Schlag, umso unerbittlicher ging sie immer wieder auf ihn los. Erst, als er kurz davor war, zu Boden zu gehen, kam sie wieder zu sich und lies doch noch von ihm ab. Obwohl ihm ihre Schläge bestimmt hart zugesetzt hatten, hatte er sie trotzdem immer wieder angestachelt und gemeint, sie solle weiter machen.
Hatte er vielleicht gespürt, wie gut es ihr tat, sich einmal richtig alle Wut und Schmerz vom Leib zu prügeln?
Dieser Mann war ihr ein Rätsel.
Er schien sie so viel besser zu verstehen, als sie sich sogar selbst.
In seiner Nähe fühlte sie sich stets wohl und losgelöst von fast allen Sorgen. Sie musste lächeln, als sie an ihn dachte und in letzter Zeit ertappte sie sich oft dabei.
Ein trauriges seufzen entrann ihrer Kehle. Ja, fast schon dachte sie an ihn wie an jemanden, den man mehr als einfach nur als Freund schätzte. War sie dabei, sich doch schon wieder zu verlieben? Eigentlich würde ihr nichts weniger passen als das. Abgesehen davon, wäre es wohl aussichtslos. Sein Herz weilte bereits bei einer anderen, auch wenn er diese, wie er sagte, niemals haben könnte. Sie war bereits vergeben. Wer mochte sie wohl sein? WIE mochte sie wohl sein, dass sie sein Herz erobert hatte? Welche Art Frauen würde er wohl mögen? Nun, eigentlich ging sie das ja auch gar nichts an, verscheuchte sie ihre Neugier. Ausserdem sah er in ihr einen Freund, einen Kampfgefährten. Warum das zerstören wollen, wo die Liebe doch so zerbrechlich ist. Ein Freund war so viel mehr wert manchmal.
Und doch fühlte sie ein Aufkeimen von Wärme in ihrem Herzen, wenn sie an ihn dachte, gleich einer kleinen Feuerszunge, die eben erst erweckt wurde. Doch ob sie wieder versiegen, oder zu einem Feuersturm heran wachsen würde, das wussten nur die Götter.
Sie jedoch würde zusehen und abwarten, was mit jener Flamme geschah. Sie hatte es nicht eilig, nicht mehr.
Sie hatte mit Kanubio einen Übungskampf gemacht. Anfänglich war sie noch deutlich im Vorteil wegen ihrer guten Rüste und dem Schwert, welches sie führte. Dann wurde erst die Rüste gewechselt und später das Schwert gegen ein Kryss getauscht. Und schon war Kanubio der Bessere gewesen und hatte sie ein paar mal ziemlich hart getroffen. Die Blutergüsse würde sie sicherlich noch Tage lang zu spüren bekommen. Sie war das Kämpfen mit dem Schwert einfach nicht mehr gewohnt. Schon vor einiger Zeit hatte sie beschlossen, sich mehr auf das Kämpfen mit dem Bogen zu konzentrieren.
Nichts desto trotz hatte es sehr viel Spass gemacht und es hatte auch etwas befreiendes an sich gehabt. Aber wenn sie an die Verbissenheit und die Wut zurückdachte, die sie überkam während dem Kampf, dann ronn ihr ein kalter Schauer über den Rücken. Sie hatte nicht mehr ihren Freund gesehen, sondern einen Gegner, gegen den sie auf keinen Fall verlieren durfte. Umso härter war ihr Schlag, umso unerbittlicher ging sie immer wieder auf ihn los. Erst, als er kurz davor war, zu Boden zu gehen, kam sie wieder zu sich und lies doch noch von ihm ab. Obwohl ihm ihre Schläge bestimmt hart zugesetzt hatten, hatte er sie trotzdem immer wieder angestachelt und gemeint, sie solle weiter machen.
Hatte er vielleicht gespürt, wie gut es ihr tat, sich einmal richtig alle Wut und Schmerz vom Leib zu prügeln?
Dieser Mann war ihr ein Rätsel.
Er schien sie so viel besser zu verstehen, als sie sich sogar selbst.
In seiner Nähe fühlte sie sich stets wohl und losgelöst von fast allen Sorgen. Sie musste lächeln, als sie an ihn dachte und in letzter Zeit ertappte sie sich oft dabei.
Ein trauriges seufzen entrann ihrer Kehle. Ja, fast schon dachte sie an ihn wie an jemanden, den man mehr als einfach nur als Freund schätzte. War sie dabei, sich doch schon wieder zu verlieben? Eigentlich würde ihr nichts weniger passen als das. Abgesehen davon, wäre es wohl aussichtslos. Sein Herz weilte bereits bei einer anderen, auch wenn er diese, wie er sagte, niemals haben könnte. Sie war bereits vergeben. Wer mochte sie wohl sein? WIE mochte sie wohl sein, dass sie sein Herz erobert hatte? Welche Art Frauen würde er wohl mögen? Nun, eigentlich ging sie das ja auch gar nichts an, verscheuchte sie ihre Neugier. Ausserdem sah er in ihr einen Freund, einen Kampfgefährten. Warum das zerstören wollen, wo die Liebe doch so zerbrechlich ist. Ein Freund war so viel mehr wert manchmal.
Und doch fühlte sie ein Aufkeimen von Wärme in ihrem Herzen, wenn sie an ihn dachte, gleich einer kleinen Feuerszunge, die eben erst erweckt wurde. Doch ob sie wieder versiegen, oder zu einem Feuersturm heran wachsen würde, das wussten nur die Götter.
Sie jedoch würde zusehen und abwarten, was mit jener Flamme geschah. Sie hatte es nicht eilig, nicht mehr.
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Kanubio Bunjam
Als sie ihr Pferd vor Kanubios Garten einbremste, kochte noch die Wut über das eben Erlebte in ihm. Es fiel ihm schwer, sie vor ihr zu verbergen, als er sie in die Stube bat, also blieb ihm nichts anderes übrig, als es ihr zu erzählen.
Bei den Katakomben hatte er einen Skelettmagier in die ewige Ruhe schicken wollen und war während dem Kampf plötzlich bewusstlos geworden. Als er seine Umgebung wieder wahr nahm, spürte er den Fuß auf seinem Brustkorb, der ihn grob in den Waldboden zurückstieß und ihn dort festhielt. Drei waren es, wohl aus den Reihen Rahals oder der Eisenwarter – noch leicht benebelt konnte er das nicht erkennen. Sie machten sich wichtig, bedrohten ihn, ließen ihn aber schließlich als ungefährlich eingestuft mit einer Botschaft von dannen ziehen. Die Taktik, sich zu verstellen und den harmlosen Verängstigten zu spielen, hatte sich einmal mehr bewährt.
In ihm kochte und brodelte es aber. Er versuchte, Alana zu erklären warum und was er vor hatte. Sie gab ihm zwar recht, doch hatte er nicht das Gefühl, dass sie seine Beweggründe wirklich verstanden hatte.
Nachdem er sich wieder beruhigt hatte, verlief der Abend recht angenehm. Alana wahrte Distanz, drängte sich ihm nicht auf und sprach dem Wein einigermaßen zu. Kanubio stellte zufrieden fest, dass sie nicht zu jenen Frauen gehörte, die nach wenigen Schlucken die Auswirkungen des Alkohols verspürten oder gar überhaupt dessen Genuss verweigerten, sondern dass sie ganz gut mit ihm mithalten konnte.
Sie sprachen über dies und das. Schon lange nicht mehr hatte er die Anwesenheit einer Frau in seinem Haus dermaßen genossen. Sie vermittelte ihm die Ruhe eines gemütlichen Abends, die er so lange vermisst hatte und die ihn nun für kurze Zeit glücklich machte. Lediglich die kurzen Momente, wo sie ... nein, er wollte gar nicht drauf eingehen, ließ das Gespräch laufen und gab sich wohltuendem Müßiggang hin.
Die Stunden rannen dahin. Viel zu früh war es viel zu spät geworden. Den ganzen Abend plagte ihn sein Brustkorb, was er vor ihr tunlichst verbarg. Als er einmal herzlich lachte, konnte er den Schmerz nicht mehr verheimlichen. Er beruhigte sie, versicherte ihr, es wäre nichts – und es war auch nichts, bis auf die Wut, die über die Erinnerung an den Fußtritt und die erlittene Demütigung durch diese Männer wieder in ihm aufkochte.
Aber er war zu müde, um an diesem Abend noch darüber nachzudenken. Seine Pläne für den nächsten Tag waren gefasst. Und alles weitere würde sich ergeben. Er entließ Alana durch die Gartentüre. Bei der Verabschiedung zweifelte sie, ob sie aufgrund der nun doch verstärkt einsetzenden Wirkung des Alkohols auf ihr Pferd kommen würde. Scheu und doch fasziniert beobachtete er sie, wie sie mit dieser Situation umging. Raffiniert? Hinterlistig? Oder war sie einfach so? Kurz entschlossen packte er sie um die Hüfte und hob sie auf den Pferderücken. Obenbleiben und festhalten musste sie sich schon selbst und den Weg sollte das Tier bereits kennen.
Alana … irgendwie kannte er sich bei ihr nicht aus. Sie verwirrte ihn jedes Mal wieder. Doch er war müde, die Augen waren ihm schon während dem letzten Schluck drinnen in der Stube zugefallen. Wehmütig verfluchte er diesen Krieg, der ihn dazu zwang, sich mit Dingen zu beschäftigen, die er gar nicht wollte. Doch die heutige Demütigung durch diese drei Männer – für jene wohl nur eine von vielen, die sie sich in diesen Tagen der einfachen Bevölkerung gegenüber erlaubten - würde er nicht auf sich sitzen lassen. Und so mussten die Gedanken um Aana zurückstehen. Ein neuer Morgen würde bald anbrechen und es galt die wenigen Stunden bis dahin zu nutzen.
Bei den Katakomben hatte er einen Skelettmagier in die ewige Ruhe schicken wollen und war während dem Kampf plötzlich bewusstlos geworden. Als er seine Umgebung wieder wahr nahm, spürte er den Fuß auf seinem Brustkorb, der ihn grob in den Waldboden zurückstieß und ihn dort festhielt. Drei waren es, wohl aus den Reihen Rahals oder der Eisenwarter – noch leicht benebelt konnte er das nicht erkennen. Sie machten sich wichtig, bedrohten ihn, ließen ihn aber schließlich als ungefährlich eingestuft mit einer Botschaft von dannen ziehen. Die Taktik, sich zu verstellen und den harmlosen Verängstigten zu spielen, hatte sich einmal mehr bewährt.
In ihm kochte und brodelte es aber. Er versuchte, Alana zu erklären warum und was er vor hatte. Sie gab ihm zwar recht, doch hatte er nicht das Gefühl, dass sie seine Beweggründe wirklich verstanden hatte.
Nachdem er sich wieder beruhigt hatte, verlief der Abend recht angenehm. Alana wahrte Distanz, drängte sich ihm nicht auf und sprach dem Wein einigermaßen zu. Kanubio stellte zufrieden fest, dass sie nicht zu jenen Frauen gehörte, die nach wenigen Schlucken die Auswirkungen des Alkohols verspürten oder gar überhaupt dessen Genuss verweigerten, sondern dass sie ganz gut mit ihm mithalten konnte.
Sie sprachen über dies und das. Schon lange nicht mehr hatte er die Anwesenheit einer Frau in seinem Haus dermaßen genossen. Sie vermittelte ihm die Ruhe eines gemütlichen Abends, die er so lange vermisst hatte und die ihn nun für kurze Zeit glücklich machte. Lediglich die kurzen Momente, wo sie ... nein, er wollte gar nicht drauf eingehen, ließ das Gespräch laufen und gab sich wohltuendem Müßiggang hin.
Die Stunden rannen dahin. Viel zu früh war es viel zu spät geworden. Den ganzen Abend plagte ihn sein Brustkorb, was er vor ihr tunlichst verbarg. Als er einmal herzlich lachte, konnte er den Schmerz nicht mehr verheimlichen. Er beruhigte sie, versicherte ihr, es wäre nichts – und es war auch nichts, bis auf die Wut, die über die Erinnerung an den Fußtritt und die erlittene Demütigung durch diese Männer wieder in ihm aufkochte.
Aber er war zu müde, um an diesem Abend noch darüber nachzudenken. Seine Pläne für den nächsten Tag waren gefasst. Und alles weitere würde sich ergeben. Er entließ Alana durch die Gartentüre. Bei der Verabschiedung zweifelte sie, ob sie aufgrund der nun doch verstärkt einsetzenden Wirkung des Alkohols auf ihr Pferd kommen würde. Scheu und doch fasziniert beobachtete er sie, wie sie mit dieser Situation umging. Raffiniert? Hinterlistig? Oder war sie einfach so? Kurz entschlossen packte er sie um die Hüfte und hob sie auf den Pferderücken. Obenbleiben und festhalten musste sie sich schon selbst und den Weg sollte das Tier bereits kennen.
Alana … irgendwie kannte er sich bei ihr nicht aus. Sie verwirrte ihn jedes Mal wieder. Doch er war müde, die Augen waren ihm schon während dem letzten Schluck drinnen in der Stube zugefallen. Wehmütig verfluchte er diesen Krieg, der ihn dazu zwang, sich mit Dingen zu beschäftigen, die er gar nicht wollte. Doch die heutige Demütigung durch diese drei Männer – für jene wohl nur eine von vielen, die sie sich in diesen Tagen der einfachen Bevölkerung gegenüber erlaubten - würde er nicht auf sich sitzen lassen. Und so mussten die Gedanken um Aana zurückstehen. Ein neuer Morgen würde bald anbrechen und es galt die wenigen Stunden bis dahin zu nutzen.
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Kanubio Bunjam
Was war das? Frisches Blut auf seinem Fußboden?
Verschlafen reibt er sich die Augen. Tatsächlich! Es stammt von ihm selbst, von einem Schnitt in seinem Fuß. Sofort fällt ihm die Flasche ein, die er letzte Nacht in seiner rasenden Wut an die Wand geschleudert hatte, gleich nachdem sie auf seine Aufforderung hin sein Haus verlassen hatte.
Noch schlaftrunken sammelt er die Scherben ein und ärgert sich über die hässlichen dunklen Flecken in seinen Holzdielen. Die Zeit, die er brauchen würde, um sie zu entfernen, könnte er für Besseres nutzen!
Sogleich macht er sich an die Arbeit. Bis der Morgen graut, würde noch etwas Zeit sein. Während er mit Sand und Reibstein versucht, das Schlamassel zu beseitigen, geht ihm der letzte Abend durch den Kopf.
Alana … Gestern Nacht hatte sie ihm ihre Liebe gestanden und ihn damit mit dem Rücken an die Wand getrieben. Er hatte sie doch gebeten, ihm Zeit zu lassen – und nun das! Welches Spiel teibt sie mit ihm?
Er hatte ihr einige seiner tiefsten Geheimnisse verraten. Konnte er ihr vertrauen? Er hatte ihr seine Angst gestanden. „Tja, da kann ich dir nicht helfen“, hatte sie kalt geantwortet. Als er zur Sprache brachte, dass er im Kerker landen könnte, hatte sie ein Späßchen darüber gemacht. Als er ihr seinen Weg zu erklären versuchte und sie gefragt hatte, ob sie diesen mit ihm gehen wolle, mit all seinen Höhen und Tiefen, hatte sie es mit einem „Das weiß ich dann, wenn es so weit ist“ abgetan.
„Alana, es ist bereits so weit!“ hätte er am liebsten gebrüllt, aber er hatte resignierend geschwiegen. Er zweifelte, ob sie ihn verstanden hatte und fragte sie … „So was soll vorkommen“, waren ihre knappen Worte dazu.
Dolchstöße in sein Herz, die ihn schmerzten und in die Ohnmacht trieben.
Nein, er verstand sie immer weniger. Sie sagte, sie würde ihn lieben und versuchte nicht einmal, ihn zu verstehen. Er flehte um ihre Hilfe, doch sie hörte es nicht. Er streckte ihr ihre Hand entgegen, doch sie stieß ihn von sich mit der Kälte in ihrer Stimme und in ihrem Herzen. Was sollte er tun? Das Einfachste und Beste wäre es, sie einfach zu vergessen und sie in ihrem kleinen Häuschen am Strand in ihrem Selbstmitleid zerfließen zu lassen.
Kanubio tritt hinaus in den Garten. Über den Nebelwald schiebt sich behutsam der Rand der blutroten Sonnenscheibe in den Himmel. Innerlich ausgelaugt genießt er die Wärme der ersten Strahlen dieses Tages, die wohltuend seinen Körper stärken und warm in sein Herz fluten.
„Der Krieger ist Herr über Leben und Tod. Einmal für den Tod entschieden, kann man ihn nicht rückgängig machen.“
Falks Worte zaubern ein Lächeln auf Kanubios Lippen.
Verschlafen reibt er sich die Augen. Tatsächlich! Es stammt von ihm selbst, von einem Schnitt in seinem Fuß. Sofort fällt ihm die Flasche ein, die er letzte Nacht in seiner rasenden Wut an die Wand geschleudert hatte, gleich nachdem sie auf seine Aufforderung hin sein Haus verlassen hatte.
Noch schlaftrunken sammelt er die Scherben ein und ärgert sich über die hässlichen dunklen Flecken in seinen Holzdielen. Die Zeit, die er brauchen würde, um sie zu entfernen, könnte er für Besseres nutzen!
Sogleich macht er sich an die Arbeit. Bis der Morgen graut, würde noch etwas Zeit sein. Während er mit Sand und Reibstein versucht, das Schlamassel zu beseitigen, geht ihm der letzte Abend durch den Kopf.
Alana … Gestern Nacht hatte sie ihm ihre Liebe gestanden und ihn damit mit dem Rücken an die Wand getrieben. Er hatte sie doch gebeten, ihm Zeit zu lassen – und nun das! Welches Spiel teibt sie mit ihm?
Er hatte ihr einige seiner tiefsten Geheimnisse verraten. Konnte er ihr vertrauen? Er hatte ihr seine Angst gestanden. „Tja, da kann ich dir nicht helfen“, hatte sie kalt geantwortet. Als er zur Sprache brachte, dass er im Kerker landen könnte, hatte sie ein Späßchen darüber gemacht. Als er ihr seinen Weg zu erklären versuchte und sie gefragt hatte, ob sie diesen mit ihm gehen wolle, mit all seinen Höhen und Tiefen, hatte sie es mit einem „Das weiß ich dann, wenn es so weit ist“ abgetan.
„Alana, es ist bereits so weit!“ hätte er am liebsten gebrüllt, aber er hatte resignierend geschwiegen. Er zweifelte, ob sie ihn verstanden hatte und fragte sie … „So was soll vorkommen“, waren ihre knappen Worte dazu.
Dolchstöße in sein Herz, die ihn schmerzten und in die Ohnmacht trieben.
Nein, er verstand sie immer weniger. Sie sagte, sie würde ihn lieben und versuchte nicht einmal, ihn zu verstehen. Er flehte um ihre Hilfe, doch sie hörte es nicht. Er streckte ihr ihre Hand entgegen, doch sie stieß ihn von sich mit der Kälte in ihrer Stimme und in ihrem Herzen. Was sollte er tun? Das Einfachste und Beste wäre es, sie einfach zu vergessen und sie in ihrem kleinen Häuschen am Strand in ihrem Selbstmitleid zerfließen zu lassen.
Kanubio tritt hinaus in den Garten. Über den Nebelwald schiebt sich behutsam der Rand der blutroten Sonnenscheibe in den Himmel. Innerlich ausgelaugt genießt er die Wärme der ersten Strahlen dieses Tages, die wohltuend seinen Körper stärken und warm in sein Herz fluten.
„Der Krieger ist Herr über Leben und Tod. Einmal für den Tod entschieden, kann man ihn nicht rückgängig machen.“
Falks Worte zaubern ein Lächeln auf Kanubios Lippen.
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Alana Duin
Am Morgen danach war ihre Verzweiflung noch immer nicht weniger geworden. Sie hatte die ganze Nacht über gegrübelt, was sie nun schon wieder falsch gemacht hatte. Doch alles grübeln und weinen und gegen die Wand schlagen hatte nichts gebracht. Sie fühlte sich nun nur noch leer und ausgebrannt und war wütend auf sich selbst. Nichts konnte sie richtig machen. Diese Gewissheit bohrte sich immer tiefer in ihr Herz. Konnte sie denn nur verletzen? War sie nicht ein einziges mal wenigstens in der Lage, etwas richtig zu machen?
Warum nur, hatte ihr Hans den Trank nicht einfach geben können? Sie hatte ihn gebeten, ihr auch einen Trank zu brauen, der ihre Gefühle unterdrückt. Nicht für immer, nur eine Weile. Sie hatte Angst, dass ihre aufkeimenden Gefühle sie alles überstürzen lies und wollte das zarte Band schützen, das sich langsam zwischen ihr und Kanubio bildete.
Doch Hans wehrte ab und überredete sie dazu, ihm zu sagen, was sie fühlte, so dass Kanubio wusste, woran er ist und den nächsten Schritt tun könnte, sobald er denn bereit dazu war. Sie hatte kein gutes Gefühl dabei gehabt, doch Hans beteuerte, er würde Kanubio schon lange kennen und sie schienen tatsächlich befreundet zu sein.
Also beschloss sie, seinen Rat zu befolgen. Sie war froh, dass Kanubio nun doch nicht in die Taverne wollte, wie geplant, sondern gleich nach hause. Dort würde sie mit ihm reden können.
Es fiehl ihr schwer. Sie hatte noch immer kein gutes Gefühl dabei, aber wussten Männer nicht, was Männer hören wollten? Immerhin waren sie schon länger Freunde. Aber sie wollte ja auch keinen Fehler machen, dafür war er ihr zu wichtig. Also fasste sie sich ein Herz und sagte ihm gerade heraus, dass sie wohl dabei war, sich in ihn zu verlieben und dass sie ihm das nur sagt, weil sie will, dass er das weiss und vor allem, dass sie auch weiterhin seine Freundin sein würde, egal was kommt. Und natürlich, dass sie ihn keinesfalls hetzen wolle, sondern nun auf seinen Schritt warten würde, wenn er denn gewillt war, ihn zu tun. Andernfalls, wie schon gesagt, würde sie seine Freundin bleiben wie zuvor.
Danach kehrte trügerische Ruhe ein, doch sie fühlte, dass etwas nicht stimmte. Dann sprang er auf, und meinte, er würde sie ebenfalls sehr mögen, doch die Zeit sei nicht die rechte. Damit war für sie die Sache erledigt und innerlich atmete sie erleichtert auf, dass es so gut gelaufen war. Er würde Zeit brauchen. Das hatte sie gewusst. Alles was sie wollte war ja auch nur, dass er nicht zweifeln musste, was sie empfand und dass er wusste, sie würde so oder so immer an seiner Seite sein. Alles andere würde sich ergeben, dessen war sie sich sicher und so blickte sie mit Hoffnung in die Zukunft.
Doch dann fing er plötzlich an ihr merkwürdige Fragen zu stellen, sie zu hinterfragen, als traue er ihr nicht, als würde er versuchen eine FREMDE einzuschätzen, von der er nicht wusste, was er von ihr halten solle.
Hatte er nicht zugehört? Hatte er sie denn gar nicht verstanden? Sie war verwirrt und wusste nicht, was sie sagen sollte. Hatte er nicht eben noch gesagt, er würde sie ebenso mögen und doch behandelte er sie, als wolle er einschätzen, welche Gefahr sie für ihn darstellte?
Hatte er denn gar nichts begriffen? Ja WOLLTE er sie denn nicht verstehen? Sie wurde immer wütender und je mehr die Wut in ihr aufstieg, desto kälter wurde sie. Und das schien ihn wohl in seiner These zu bestätigen, was immer auch seine These über sie war.
Schliesslich begann er zu zittern und im Zimmer herrschte eisige Wut. Er bat sie zu gehen und nichts war ihr derzeit lieber. Schweigend ging sie rasch zum Gartentor und blickt ihn ein letztes mal an und flüsterte, dass es ihr leid täte.
Beim Feuer der Hölle, sie wusste nicht einmal WAS genau ihr leid tun sollte, aber irgendetwas musste sie wohl falsch gemacht haben….wieder einmal.
Er knallte nur das Gartentürchen hinter ihr zu und kurz darauf die Haustür hinter sich. Dann hörte sie nur noch das splittern von Glas im Haus. Er hatte wahrscheinlich eine der Flaschen gegen die Wand geworfen.
Niedergeschlagen ging sie nach hause und hatte die ganze Nacht abwechselnd geweint und mit den Fäusten gegen die Wand geschlagen, bis ihre Knöchel blutig waren.
Jetzt war der Morgen angebrochen, doch was sollte sie nur tun? Kanubio wollte sie sicher nicht sehen. Aber es lies ihr einfach keine Ruhe. Ausserdem hatte sie noch sein Buch und diesen blinden Hans wollte sie auch heute noch einmal besuchen und sich für seinen ach so guten Rat bedanken.
Also schrieb sie Kanubio einige Zeilen. Sie würde ihm den Brief mit dem Buch zusammen in seinen Briefkasten legen.
Dann packte sie ihre Reagenzien auf ihr Pferd, zog sich ihre Kapuze tief ins Gesicht und ging los.
Warum nur, hatte ihr Hans den Trank nicht einfach geben können? Sie hatte ihn gebeten, ihr auch einen Trank zu brauen, der ihre Gefühle unterdrückt. Nicht für immer, nur eine Weile. Sie hatte Angst, dass ihre aufkeimenden Gefühle sie alles überstürzen lies und wollte das zarte Band schützen, das sich langsam zwischen ihr und Kanubio bildete.
Doch Hans wehrte ab und überredete sie dazu, ihm zu sagen, was sie fühlte, so dass Kanubio wusste, woran er ist und den nächsten Schritt tun könnte, sobald er denn bereit dazu war. Sie hatte kein gutes Gefühl dabei gehabt, doch Hans beteuerte, er würde Kanubio schon lange kennen und sie schienen tatsächlich befreundet zu sein.
Also beschloss sie, seinen Rat zu befolgen. Sie war froh, dass Kanubio nun doch nicht in die Taverne wollte, wie geplant, sondern gleich nach hause. Dort würde sie mit ihm reden können.
Es fiehl ihr schwer. Sie hatte noch immer kein gutes Gefühl dabei, aber wussten Männer nicht, was Männer hören wollten? Immerhin waren sie schon länger Freunde. Aber sie wollte ja auch keinen Fehler machen, dafür war er ihr zu wichtig. Also fasste sie sich ein Herz und sagte ihm gerade heraus, dass sie wohl dabei war, sich in ihn zu verlieben und dass sie ihm das nur sagt, weil sie will, dass er das weiss und vor allem, dass sie auch weiterhin seine Freundin sein würde, egal was kommt. Und natürlich, dass sie ihn keinesfalls hetzen wolle, sondern nun auf seinen Schritt warten würde, wenn er denn gewillt war, ihn zu tun. Andernfalls, wie schon gesagt, würde sie seine Freundin bleiben wie zuvor.
Danach kehrte trügerische Ruhe ein, doch sie fühlte, dass etwas nicht stimmte. Dann sprang er auf, und meinte, er würde sie ebenfalls sehr mögen, doch die Zeit sei nicht die rechte. Damit war für sie die Sache erledigt und innerlich atmete sie erleichtert auf, dass es so gut gelaufen war. Er würde Zeit brauchen. Das hatte sie gewusst. Alles was sie wollte war ja auch nur, dass er nicht zweifeln musste, was sie empfand und dass er wusste, sie würde so oder so immer an seiner Seite sein. Alles andere würde sich ergeben, dessen war sie sich sicher und so blickte sie mit Hoffnung in die Zukunft.
Doch dann fing er plötzlich an ihr merkwürdige Fragen zu stellen, sie zu hinterfragen, als traue er ihr nicht, als würde er versuchen eine FREMDE einzuschätzen, von der er nicht wusste, was er von ihr halten solle.
Hatte er nicht zugehört? Hatte er sie denn gar nicht verstanden? Sie war verwirrt und wusste nicht, was sie sagen sollte. Hatte er nicht eben noch gesagt, er würde sie ebenso mögen und doch behandelte er sie, als wolle er einschätzen, welche Gefahr sie für ihn darstellte?
Hatte er denn gar nichts begriffen? Ja WOLLTE er sie denn nicht verstehen? Sie wurde immer wütender und je mehr die Wut in ihr aufstieg, desto kälter wurde sie. Und das schien ihn wohl in seiner These zu bestätigen, was immer auch seine These über sie war.
Schliesslich begann er zu zittern und im Zimmer herrschte eisige Wut. Er bat sie zu gehen und nichts war ihr derzeit lieber. Schweigend ging sie rasch zum Gartentor und blickt ihn ein letztes mal an und flüsterte, dass es ihr leid täte.
Beim Feuer der Hölle, sie wusste nicht einmal WAS genau ihr leid tun sollte, aber irgendetwas musste sie wohl falsch gemacht haben….wieder einmal.
Er knallte nur das Gartentürchen hinter ihr zu und kurz darauf die Haustür hinter sich. Dann hörte sie nur noch das splittern von Glas im Haus. Er hatte wahrscheinlich eine der Flaschen gegen die Wand geworfen.
Niedergeschlagen ging sie nach hause und hatte die ganze Nacht abwechselnd geweint und mit den Fäusten gegen die Wand geschlagen, bis ihre Knöchel blutig waren.
Jetzt war der Morgen angebrochen, doch was sollte sie nur tun? Kanubio wollte sie sicher nicht sehen. Aber es lies ihr einfach keine Ruhe. Ausserdem hatte sie noch sein Buch und diesen blinden Hans wollte sie auch heute noch einmal besuchen und sich für seinen ach so guten Rat bedanken.
Also schrieb sie Kanubio einige Zeilen. Sie würde ihm den Brief mit dem Buch zusammen in seinen Briefkasten legen.
Dann packte sie ihre Reagenzien auf ihr Pferd, zog sich ihre Kapuze tief ins Gesicht und ging los.
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Kanubio Bunjam
Zum ersten Mal, seit er dieses Haus besaß, verzichtete Kanubio an diesem Morgen darauf, seinen Fußboden zu schrubben. Der Stunden dauernde Kampf gegen die Schlangen um Varuna saß ihm noch zu sehr in jedem Knochen und Muskel. Er hatte von Nevyn den Auftrag bekommen, den Nebelwald zu sichern, doch dazu kam er nicht mehr – plötzlich waren Sam und er mitten drin im Kampfgetümmel. Wäre Serendo nicht zu ihnen gestoßen, wären sie auf verlorenem Posten gestanden. Dann verlor Kanubio Sam aus den Augen, oben am Nordtor, wo er auch jene Recken kapitulieren sah, die er bislang für unbesiegbar eingeschätzt hatte.
Kanubio kämpfte, zog sich zurück, schöpfte kurz Atem und rannte wieder und wieder gegen die unselige Schlangenbrut an. Während seine Gegner nicht weniger wurden, lichtete sich die Zahl derer, die mit ihm stritten. Bald hatte er das Gefühl, völlig alleine im Wald zu sein. Die anderen hatten sich wohl hinter die schützenden Mauern Varunas zurückgezogen.
Egal. Er würde weiter machen, bis zum bitteren Ende, wenn es sein musste.
Dann traf er Alana. Ihr Bogen und sein Schwert ergänzten einander. Gemeinsam versuchten sie, den Pass am Nordtor frei zu kämpfen, um den in Varuna Eingeschlossenen einen Fluchtweg zu verschaffen. Doch es war hoffnungslos. Also probierten sie es von der anderen Seite des Gebirges, was ebenso sinnlos war, denn die Brücke zum Nordtor stand in Flammen und war somit unpassierbar. Sie kämpften weiter, bis es Alana an der Hüfte erwischte. Eine hässliche, stark blutende Wunde machte ihr arg zu schaffen. Sein Verstand sagte ihm, dass er sie zu einem Heiler bringen müsse, doch sein Herz befahl ihm, weiterhin den Eingeschlossenen in Varuna zu helfen. Alana verstand nun, was er ihr vor einigen Tagen zu erklären versuchte. Sie versicherte ihm, dass sie schon irgendwie durchkäme. Mit gemischten Gefühlen entließ er sie alleine und schutzlos in die Dunkelheit.
Wohl nach fünf Stunden schien der Wahnsinn langsam ein Ende zu finden. Das Südtor war offen. Vor dem Tor traf er Rafael. Erst jetzt erfuhr er, dass der Drache hier gewütet hatte und es den Burglern in dem Trubel gelungen war, Rafaels Sohn zu entführen. Was Kanubio nicht fassen konnte: In all dem Wirrwar fand Rafael – obwohl ihm doch hunderttausend andere Dinge durch den Kopf gehen mussten! – die Zeit und die Worte, um Kanubio für seine Hilfe zu danken!
Als die Botschaft an ihre Ohren drang, dass der Drache in den Nebelwald fliegen würde, wollte sich Kanubio sofort dorthin auf den Weg machen, war doch sein ursprünglicher Auftrag, diesen Wald zu sichern. Doch so weit kam es nicht. Ein Geräusch ließ ihn zusammenfahren. Eine sturmartige Böe drückte ihn gegen den Erdboden. Der Drache war vor dem Südtor gelandet!
Kanubio zögerte keine Sekunde. Ohne einen stärkenden Tank einzunehmen oder sich besser zu rüsten, warf er sich wie einige andere auch der Bestie entgegen. Er merkte schnell, dass sein Schwert, eine billige Legierung, die Drachenschuppen nicht einmal ritzte und sich das Untier über sein sinnloses Treiben gar zu amüsieren schien, machte es doch nicht einmal ernsthafte Anstalten, ihn von seinem Bauch zu vertreiben. Trotzdem ließ Kanubio nicht von ihm ab. Erst nachdem er dann doch zwei Mal zu Boden gestreckt wurde, zog er sich völlig entkräftet in die hintere Reihe zurück – mehr noch, als er sah, dass sogar Bessere als er an dem Ungetüm scheiterten.
Plötzlich tauchte „Sie“ auf. Wer war sie? Sie übergab Thelor Dravan ein Schwert. DAS Schwert. In seinen kühnsten Träumen hätte Kanubio nicht gehofft, es mit eigenen Augen zu sehen. Und nun durfte er sogar dabei sein, als Thelor, ein Mann reinen Herzens, den Drachen damit zwang, die Stadt zu verlassen.
Wie im Traum erlebte Kanubio, entkräftet und wohl nicht mehr richtig bei Sinnen, was da geschah. Schließlich erhob sich der Drache, blutend und schwer geschlagen, in die Lüfte.
Mit letzter Kraft half Kanubio beim Löschen des Heilerhauses, bevor er sich todmüde durch die Wälder in sein Haus begab.
An diesem Morgen danach hätte er stolz auf sich sein können, doch er war es nicht. Ausgelaugt würgte er etwas kaltes Fleisch in sich hinein. Lustlos blickte er dem neuen Tag entgegen.
Rafaels Sohn entführt … das Land verwüstet … die Wälder zerstört … der Drache noch am Leben?
Und Alana? Ob sie den Weg mit ihrer schweren Wunde geschafft hatte?
Kanubio begab sich zu ihrem Haus. Auf sein Klopfen und Rufen kam keine Reaktion. Er spähte durchs Fenster. Stube und Bett waren leer.
Er suchte die Strecke zwischen dem Platz, an dem sie sich getrennt hatten und ihrem Haus ab. Unfähig im Lesen von Spuren und der Boden von Feuer und Kampfeshandlungen zerwühlt, konnte er nichts entdecken.
„Auf nach Bajard“, dachte er sich. „Vielleicht hat sie den guten Hans aufgesucht.“
Bajard fand er von den Menekanern gesichert. Mit ihnen hatte er kein Problem. Schnell begab er sich zu Hansens Haus, doch war die Türe und der Laden geschlossen und der Alchemist offensichtlich nicht daheim.
Kanubio wusste nicht mehr weiter. Ratlos und besorgt verließ er Bajard durch ein ungesichertes Schlupfloch und durchstreifte die verwüsteten Wälder so gewissenhaft, wie es ihm nur möglich war.
Vielleicht war sie von Rahalern aufgegriffen worden? Vielleicht von einem wilden Tier gerissen? Der Gedanke, Alanas leblosen Körper hinter einem Busch zu entdecken, trieb ihm kalte Schauer über den Rücken – trüge er neben dem Verlust eines wertvollen Menschen und einer mit ihm in tiefer Freundschaft verbundenen Frau auch die Schuld an ihrem Tod.
Bis weit nach Mitternacht durchsuchte er die Wälder, bis er sich erschöpft, entmutigt und verzweifelt in sein Haus schleppte und samt Lederzeugs und Umhang vor dem Kamin zusammenbrach.
Kanubio kämpfte, zog sich zurück, schöpfte kurz Atem und rannte wieder und wieder gegen die unselige Schlangenbrut an. Während seine Gegner nicht weniger wurden, lichtete sich die Zahl derer, die mit ihm stritten. Bald hatte er das Gefühl, völlig alleine im Wald zu sein. Die anderen hatten sich wohl hinter die schützenden Mauern Varunas zurückgezogen.
Egal. Er würde weiter machen, bis zum bitteren Ende, wenn es sein musste.
Dann traf er Alana. Ihr Bogen und sein Schwert ergänzten einander. Gemeinsam versuchten sie, den Pass am Nordtor frei zu kämpfen, um den in Varuna Eingeschlossenen einen Fluchtweg zu verschaffen. Doch es war hoffnungslos. Also probierten sie es von der anderen Seite des Gebirges, was ebenso sinnlos war, denn die Brücke zum Nordtor stand in Flammen und war somit unpassierbar. Sie kämpften weiter, bis es Alana an der Hüfte erwischte. Eine hässliche, stark blutende Wunde machte ihr arg zu schaffen. Sein Verstand sagte ihm, dass er sie zu einem Heiler bringen müsse, doch sein Herz befahl ihm, weiterhin den Eingeschlossenen in Varuna zu helfen. Alana verstand nun, was er ihr vor einigen Tagen zu erklären versuchte. Sie versicherte ihm, dass sie schon irgendwie durchkäme. Mit gemischten Gefühlen entließ er sie alleine und schutzlos in die Dunkelheit.
Wohl nach fünf Stunden schien der Wahnsinn langsam ein Ende zu finden. Das Südtor war offen. Vor dem Tor traf er Rafael. Erst jetzt erfuhr er, dass der Drache hier gewütet hatte und es den Burglern in dem Trubel gelungen war, Rafaels Sohn zu entführen. Was Kanubio nicht fassen konnte: In all dem Wirrwar fand Rafael – obwohl ihm doch hunderttausend andere Dinge durch den Kopf gehen mussten! – die Zeit und die Worte, um Kanubio für seine Hilfe zu danken!
Als die Botschaft an ihre Ohren drang, dass der Drache in den Nebelwald fliegen würde, wollte sich Kanubio sofort dorthin auf den Weg machen, war doch sein ursprünglicher Auftrag, diesen Wald zu sichern. Doch so weit kam es nicht. Ein Geräusch ließ ihn zusammenfahren. Eine sturmartige Böe drückte ihn gegen den Erdboden. Der Drache war vor dem Südtor gelandet!
Kanubio zögerte keine Sekunde. Ohne einen stärkenden Tank einzunehmen oder sich besser zu rüsten, warf er sich wie einige andere auch der Bestie entgegen. Er merkte schnell, dass sein Schwert, eine billige Legierung, die Drachenschuppen nicht einmal ritzte und sich das Untier über sein sinnloses Treiben gar zu amüsieren schien, machte es doch nicht einmal ernsthafte Anstalten, ihn von seinem Bauch zu vertreiben. Trotzdem ließ Kanubio nicht von ihm ab. Erst nachdem er dann doch zwei Mal zu Boden gestreckt wurde, zog er sich völlig entkräftet in die hintere Reihe zurück – mehr noch, als er sah, dass sogar Bessere als er an dem Ungetüm scheiterten.
Plötzlich tauchte „Sie“ auf. Wer war sie? Sie übergab Thelor Dravan ein Schwert. DAS Schwert. In seinen kühnsten Träumen hätte Kanubio nicht gehofft, es mit eigenen Augen zu sehen. Und nun durfte er sogar dabei sein, als Thelor, ein Mann reinen Herzens, den Drachen damit zwang, die Stadt zu verlassen.
Wie im Traum erlebte Kanubio, entkräftet und wohl nicht mehr richtig bei Sinnen, was da geschah. Schließlich erhob sich der Drache, blutend und schwer geschlagen, in die Lüfte.
Mit letzter Kraft half Kanubio beim Löschen des Heilerhauses, bevor er sich todmüde durch die Wälder in sein Haus begab.
An diesem Morgen danach hätte er stolz auf sich sein können, doch er war es nicht. Ausgelaugt würgte er etwas kaltes Fleisch in sich hinein. Lustlos blickte er dem neuen Tag entgegen.
Rafaels Sohn entführt … das Land verwüstet … die Wälder zerstört … der Drache noch am Leben?
Und Alana? Ob sie den Weg mit ihrer schweren Wunde geschafft hatte?
Kanubio begab sich zu ihrem Haus. Auf sein Klopfen und Rufen kam keine Reaktion. Er spähte durchs Fenster. Stube und Bett waren leer.
Er suchte die Strecke zwischen dem Platz, an dem sie sich getrennt hatten und ihrem Haus ab. Unfähig im Lesen von Spuren und der Boden von Feuer und Kampfeshandlungen zerwühlt, konnte er nichts entdecken.
„Auf nach Bajard“, dachte er sich. „Vielleicht hat sie den guten Hans aufgesucht.“
Bajard fand er von den Menekanern gesichert. Mit ihnen hatte er kein Problem. Schnell begab er sich zu Hansens Haus, doch war die Türe und der Laden geschlossen und der Alchemist offensichtlich nicht daheim.
Kanubio wusste nicht mehr weiter. Ratlos und besorgt verließ er Bajard durch ein ungesichertes Schlupfloch und durchstreifte die verwüsteten Wälder so gewissenhaft, wie es ihm nur möglich war.
Vielleicht war sie von Rahalern aufgegriffen worden? Vielleicht von einem wilden Tier gerissen? Der Gedanke, Alanas leblosen Körper hinter einem Busch zu entdecken, trieb ihm kalte Schauer über den Rücken – trüge er neben dem Verlust eines wertvollen Menschen und einer mit ihm in tiefer Freundschaft verbundenen Frau auch die Schuld an ihrem Tod.
Bis weit nach Mitternacht durchsuchte er die Wälder, bis er sich erschöpft, entmutigt und verzweifelt in sein Haus schleppte und samt Lederzeugs und Umhang vor dem Kamin zusammenbrach.
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Alana Duin
Bleiern schwer schienen ihre Augenlieder zu sein, als sie sie versuchte zu öffnen. Wo war sie? Sie erwartete die Daunen ihres Bettes unter sich. Doch statt dessen fühlte sie den kalten harten Waldboden. Boden? Wald-boden? Achja… langsam kehrten die Erinnerungen zurück.
Nach dem sie und Kanubio versucht hatten, das Westtor von Varuna zu erreichen, wurden sie angegriffen von einer Horde Schlangenwesen. Einer darunter musste ein Magier gewesen sein, denn obwohl sie ausserhalb der Reichweite ihrer Waffen war, verspürte sie plötzlich einen stechenden Schmerz in ihrer Seite. Ein Blitz hatte eine tiefe Wunde gerissen aus der nun Blut hervor quoll. Unfähig, noch weiter zu kämpfen mit dieser Wunde, trennten sie und Kanubio sich.
Er wollte den Menschen in der Stadt beistehen, sie wäre ihm nur eine Last gewesen. Also beschloss sie, dass sie nach Hause zurück kehren würde um sich dort um die Wunde zu kümmern. Kanubio machte sich auf zur Stadt.
Doch in dem Waldstück, dass Varuna vom Wegekreuz trennte lauerte noch eine Bande von diesen elendigen Schlangenwesen auf sie.
Durch ihre Wunde konnte sie weder rennen noch kämpfen und so bekam sie noch einiges mehr an Verletzungen. Schliesslich verloren sie wohl die Lust daran, sie zu quälen und liessen sie im Wald liegen. Vielleicht hielten sie sie auch für tot, weil sie nicht mehr genug Kraft hatte, sich zu wehren, zu schreien oder zu weinen.
Sie schaffte es gerade noch zur alten Elfenstadt, wo sie sich in einem der kleinen Häuser am Boden vor weiteren Ungeheuern versteckte. Dort brach sie dann bewusstlos zusammen. Sie hatte sehr viel Blut verloren und wenn sie hier blieb waren ihre Chancen zu überleben schlecht. Niemand konnte sie so schnell hier finden, ausser vielleicht durch einen Zufall. Aber es wäre ihr lieber, er fände sie lebend, statt einem Haufen Knochen.
Die Stunden vergingen quälend langsam. Immer wieder erwachte sie aus ihrem ohnmächtigen Zustand und rief nach Hilfe, doch niemand hörte sie. Die Wunde schmerzte und bei jeder Bewegung broch der dünne Schorf wieder auf um erneut einen Rinnsal Blut von sich zu geben. Sie hatte Hunger und Durst, doch an ihren Beutel kam sie nicht heran. Und so siechte sie halbwach vor sich hin und wartete darauf, ob sie zuerst starb, oder sie vorher einer der wilden Wölfe holen würde.
Dann schweiften ihre Gedanken zu Kanubio. Ob er wohl die Stadt erreicht hatte? Was wenn auch er in einen Hinterhalt geriet und nun auf Hilfe wartete? Schnell vertrieb sie diesen Gedanken wieder und sandte ein Gebet für ihn zu Temora. Hoffentlich hatte sie seine Klinge geführt.
Was er wohl tun würde, wenn sie hier sterben würde? Er wurde schon so oft enttäuscht und verlassen von Frauen. Sie wollte nicht die nächste in dieser Reihe sein, also fasste sie all ihre verbliebene Kraft zusammen und rief immer wieder um Hilfe. Lange Zeit tat sich nichts, doch dann sah sie endlich das schönste, was sie sich in jenem Moment nur vorstellen konnte. Kanubio stand in der Tür!
Er kümmerte sich um sie, flösste ihr einen Stärkungstrank ein und geleitete sie zu ihrem Haus, wo er ihr half, sich hinzulegen.
Und da war es wieder, eine dieser kleinen Gesten, die für Aussenstehende wohl unwichtig und bedeutungslos waren, doch für sie bedeutete es Freude und Qual zugleich, als er ihr sanft über das Haar strich. Sie schloss genüsslich die Augen und hoffte, dass jener Moment niemals vergehen möge und doch war er nach einem Wimpernschlag schon wieder vorbei und in ihr erwachte wieder die Qual, noch einmal seine Hand zu spüren, ihm nah zu sein, ihn zu berühren und ja…bei den Göttern, sie hätte ihn so gern einmal geküsst!
Doch dies war weder die richtige Zeit, noch der richtige Umstand dazu und so verabschiedeten die beiden sich und Kanubio ging nach hause um selbst etwas schlafen zu können. Der ärmste…er hatte wohl kaum schlafen können vor Sorge um sie. Es tat ihr leid, dass er sich ihretwegen sorgen musste und sie nahm sich vor, dass in Zukunft zu vermeiden sofern möglich.
Doch erstmal fiel sie in einen tiefen Schlaf
Nach dem sie und Kanubio versucht hatten, das Westtor von Varuna zu erreichen, wurden sie angegriffen von einer Horde Schlangenwesen. Einer darunter musste ein Magier gewesen sein, denn obwohl sie ausserhalb der Reichweite ihrer Waffen war, verspürte sie plötzlich einen stechenden Schmerz in ihrer Seite. Ein Blitz hatte eine tiefe Wunde gerissen aus der nun Blut hervor quoll. Unfähig, noch weiter zu kämpfen mit dieser Wunde, trennten sie und Kanubio sich.
Er wollte den Menschen in der Stadt beistehen, sie wäre ihm nur eine Last gewesen. Also beschloss sie, dass sie nach Hause zurück kehren würde um sich dort um die Wunde zu kümmern. Kanubio machte sich auf zur Stadt.
Doch in dem Waldstück, dass Varuna vom Wegekreuz trennte lauerte noch eine Bande von diesen elendigen Schlangenwesen auf sie.
Durch ihre Wunde konnte sie weder rennen noch kämpfen und so bekam sie noch einiges mehr an Verletzungen. Schliesslich verloren sie wohl die Lust daran, sie zu quälen und liessen sie im Wald liegen. Vielleicht hielten sie sie auch für tot, weil sie nicht mehr genug Kraft hatte, sich zu wehren, zu schreien oder zu weinen.
Sie schaffte es gerade noch zur alten Elfenstadt, wo sie sich in einem der kleinen Häuser am Boden vor weiteren Ungeheuern versteckte. Dort brach sie dann bewusstlos zusammen. Sie hatte sehr viel Blut verloren und wenn sie hier blieb waren ihre Chancen zu überleben schlecht. Niemand konnte sie so schnell hier finden, ausser vielleicht durch einen Zufall. Aber es wäre ihr lieber, er fände sie lebend, statt einem Haufen Knochen.
Die Stunden vergingen quälend langsam. Immer wieder erwachte sie aus ihrem ohnmächtigen Zustand und rief nach Hilfe, doch niemand hörte sie. Die Wunde schmerzte und bei jeder Bewegung broch der dünne Schorf wieder auf um erneut einen Rinnsal Blut von sich zu geben. Sie hatte Hunger und Durst, doch an ihren Beutel kam sie nicht heran. Und so siechte sie halbwach vor sich hin und wartete darauf, ob sie zuerst starb, oder sie vorher einer der wilden Wölfe holen würde.
Dann schweiften ihre Gedanken zu Kanubio. Ob er wohl die Stadt erreicht hatte? Was wenn auch er in einen Hinterhalt geriet und nun auf Hilfe wartete? Schnell vertrieb sie diesen Gedanken wieder und sandte ein Gebet für ihn zu Temora. Hoffentlich hatte sie seine Klinge geführt.
Was er wohl tun würde, wenn sie hier sterben würde? Er wurde schon so oft enttäuscht und verlassen von Frauen. Sie wollte nicht die nächste in dieser Reihe sein, also fasste sie all ihre verbliebene Kraft zusammen und rief immer wieder um Hilfe. Lange Zeit tat sich nichts, doch dann sah sie endlich das schönste, was sie sich in jenem Moment nur vorstellen konnte. Kanubio stand in der Tür!
Er kümmerte sich um sie, flösste ihr einen Stärkungstrank ein und geleitete sie zu ihrem Haus, wo er ihr half, sich hinzulegen.
Und da war es wieder, eine dieser kleinen Gesten, die für Aussenstehende wohl unwichtig und bedeutungslos waren, doch für sie bedeutete es Freude und Qual zugleich, als er ihr sanft über das Haar strich. Sie schloss genüsslich die Augen und hoffte, dass jener Moment niemals vergehen möge und doch war er nach einem Wimpernschlag schon wieder vorbei und in ihr erwachte wieder die Qual, noch einmal seine Hand zu spüren, ihm nah zu sein, ihn zu berühren und ja…bei den Göttern, sie hätte ihn so gern einmal geküsst!
Doch dies war weder die richtige Zeit, noch der richtige Umstand dazu und so verabschiedeten die beiden sich und Kanubio ging nach hause um selbst etwas schlafen zu können. Der ärmste…er hatte wohl kaum schlafen können vor Sorge um sie. Es tat ihr leid, dass er sich ihretwegen sorgen musste und sie nahm sich vor, dass in Zukunft zu vermeiden sofern möglich.
Doch erstmal fiel sie in einen tiefen Schlaf
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Kanubio Bunjam
Drunter und drüber war es in den letzten Tagen gegangen … Alana …
Die Bemühungen um sie … behutsame Fortschritte, doch immer wieder zunichte gemacht, wenn "Er" dazwischen trat. Helfen wollte er ihnen, sie zusammenbringen! Kanubio wollte nicht verkuppelt werden! Dann dieser verhängnisvolle Abend, als er nach der vermeintlich schwer Verletzten sehen wollte – und sah .. Alana … Hans …
Erinnerungen stiegen in ihm hoch. Erinnerungen aus seiner Kindheit, die ihm heftigste Übelkeit verursachten. Er versuchte, sie zu verdrängen, versuchte sich einzureden, dass das Damals nichts mit dem Heute zu tun hatte. Aber der Hass auf das Damals steckte zu tief in ihm und kam hoch.
Er wusste nicht mehr, woran er war, suchte Hans auf und sagte ihm knapp die Meinung, wohl wissend, dass dieser nicht wirklich etwas mit seiner Reaktion anfangen konnte – wusste Hans doch nicht, was tief in Kanubio schlummerte und worüber er niemals sprechen würde.
Sein Entschluss war schon vor diesem Gespräch gefasst. Er würde für eine Weile verschwinden und das tun, wovon er in letzter Zeit immer wieder geträumt hatte – das was ihm schon einmal in einer ähnlichen Situation geholfen hatte. Stets hatte er die Reise verschoben, fadenscheinige Vorwände gefunden, die er als wichtiger einstufte. Simon und Alana hatten ihm schon zugeredet zu gehen, um endlich wieder dort zu sein, wohin sein Herz sich sehnte.
Anders wie das letzte Mal würde seine Reise nicht wieder wegen eines zerrissenen Umhangs vorzeitig enden. Gut vorausplanend packte er. Sollte er sein Pferd mitnehmen? Endlich hätte er Zeit, sich mit ihm zu befassen. Oder war es zu gefährlich? Was würde ihn erwarten? Er hatte schon gehört, dass auf der Insel nicht mehr alles so war, wie er es damals vor sechs Mondläufen vorgefunden hatte.
Egal. Er würde gehen. Die Nacht war zu weit fortgeschritten, als er das letzte Stück in seinem Seesack verstaute. Zu weit, um gleich aufzubrechen. Noch ein paar Stunden Schlaf… ein paar Stunden bis zum neuen Morgen!
Die Bemühungen um sie … behutsame Fortschritte, doch immer wieder zunichte gemacht, wenn "Er" dazwischen trat. Helfen wollte er ihnen, sie zusammenbringen! Kanubio wollte nicht verkuppelt werden! Dann dieser verhängnisvolle Abend, als er nach der vermeintlich schwer Verletzten sehen wollte – und sah .. Alana … Hans …
Erinnerungen stiegen in ihm hoch. Erinnerungen aus seiner Kindheit, die ihm heftigste Übelkeit verursachten. Er versuchte, sie zu verdrängen, versuchte sich einzureden, dass das Damals nichts mit dem Heute zu tun hatte. Aber der Hass auf das Damals steckte zu tief in ihm und kam hoch.
Er wusste nicht mehr, woran er war, suchte Hans auf und sagte ihm knapp die Meinung, wohl wissend, dass dieser nicht wirklich etwas mit seiner Reaktion anfangen konnte – wusste Hans doch nicht, was tief in Kanubio schlummerte und worüber er niemals sprechen würde.
Sein Entschluss war schon vor diesem Gespräch gefasst. Er würde für eine Weile verschwinden und das tun, wovon er in letzter Zeit immer wieder geträumt hatte – das was ihm schon einmal in einer ähnlichen Situation geholfen hatte. Stets hatte er die Reise verschoben, fadenscheinige Vorwände gefunden, die er als wichtiger einstufte. Simon und Alana hatten ihm schon zugeredet zu gehen, um endlich wieder dort zu sein, wohin sein Herz sich sehnte.
Anders wie das letzte Mal würde seine Reise nicht wieder wegen eines zerrissenen Umhangs vorzeitig enden. Gut vorausplanend packte er. Sollte er sein Pferd mitnehmen? Endlich hätte er Zeit, sich mit ihm zu befassen. Oder war es zu gefährlich? Was würde ihn erwarten? Er hatte schon gehört, dass auf der Insel nicht mehr alles so war, wie er es damals vor sechs Mondläufen vorgefunden hatte.
Egal. Er würde gehen. Die Nacht war zu weit fortgeschritten, als er das letzte Stück in seinem Seesack verstaute. Zu weit, um gleich aufzubrechen. Noch ein paar Stunden Schlaf… ein paar Stunden bis zum neuen Morgen!
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Alana Duin
Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten sie unbarmherzig wach. Doch statt in ihrem Bett lag sie an diesem Morgen auf einem Fell. Der erste von wohl vielen Morgen schoss es ihr gleich wieder durch den Kopf.
Sie hatte gestern ihr kleines Strandhaus verkauft und statt dem beruhigenden Ton der Wellen, die am Strand ausliefen, hatten sie die Geräusche des nächtlichen Waldes in den Schlaf gewogen. Es war nicht ganz ungewohnt, schliesslich hatte sie schon öfter hier übernachtet. Doch zum ersten Mal wachte sie mit der Gewissheit auf, nicht nach Hause zu können, in ein Haus, das sie das Ihre nennen konnte. Dies war nun ihr Zuhause, das Lager der Waldgeister.
Seufzend drehte sie sich von der Seite auf den Rücken und starrte die Decke an, die Hände dabei unter den Kopf geschoben.
Es war wirklich nett von ihnen gewesen, sie hier aufzunehmen. Sie wusste, dass fast alle hier wohnten und plötzlich hatte sie das Gefühl, dass sie sich bisher ausgeschlossen hatte.
Naja, sehr oft war sie zumindest nicht hier gewesen. Wenn, dann meist wegen Kanubio. Dabei hatte sie gehofft, gerade in Nadua und Hadwin vielleicht Freunde finden zu können. Immerhin schienen sie sehr nett zu sein und waren fast ebenso lange hier wie sie. Aber meistens zog sie doch allein durch die Gegend, oder sass in ihrem Haus am Strand. Vielleicht war es doch gar nicht so schlecht nun hier zu wohnen. Nun würde sie wohl zwangsläufig alle näher kennen lernen, vielleicht sogar Kanubio. Unweigerlich musste sie schmunzeln. Naja, der konnte sich ja zur Not in sein Haus zurückziehen, wenns ihm hier zu viel wird.
Trotzdem, es mochte ein merkwürdiges Gefühl sein, nun hier zu wohnen, aber sie freute sich auch darauf und so stand sie mit einem lächeln auf an diesem neuen Morgen.
Sie hatte gestern ihr kleines Strandhaus verkauft und statt dem beruhigenden Ton der Wellen, die am Strand ausliefen, hatten sie die Geräusche des nächtlichen Waldes in den Schlaf gewogen. Es war nicht ganz ungewohnt, schliesslich hatte sie schon öfter hier übernachtet. Doch zum ersten Mal wachte sie mit der Gewissheit auf, nicht nach Hause zu können, in ein Haus, das sie das Ihre nennen konnte. Dies war nun ihr Zuhause, das Lager der Waldgeister.
Seufzend drehte sie sich von der Seite auf den Rücken und starrte die Decke an, die Hände dabei unter den Kopf geschoben.
Es war wirklich nett von ihnen gewesen, sie hier aufzunehmen. Sie wusste, dass fast alle hier wohnten und plötzlich hatte sie das Gefühl, dass sie sich bisher ausgeschlossen hatte.
Naja, sehr oft war sie zumindest nicht hier gewesen. Wenn, dann meist wegen Kanubio. Dabei hatte sie gehofft, gerade in Nadua und Hadwin vielleicht Freunde finden zu können. Immerhin schienen sie sehr nett zu sein und waren fast ebenso lange hier wie sie. Aber meistens zog sie doch allein durch die Gegend, oder sass in ihrem Haus am Strand. Vielleicht war es doch gar nicht so schlecht nun hier zu wohnen. Nun würde sie wohl zwangsläufig alle näher kennen lernen, vielleicht sogar Kanubio. Unweigerlich musste sie schmunzeln. Naja, der konnte sich ja zur Not in sein Haus zurückziehen, wenns ihm hier zu viel wird.
Trotzdem, es mochte ein merkwürdiges Gefühl sein, nun hier zu wohnen, aber sie freute sich auch darauf und so stand sie mit einem lächeln auf an diesem neuen Morgen.