Verteidigung der Stadt, sehr witzig. Der Ritter vor Semias hatte sich grade selbst disqualifiziert oder ihn beleidigt, man mochte sich aussuchen, was zutraf.
Für wie dumm hielt er ihn ?
Ansich wollte er nur endlich jemanden sprechen, der etwas entscheiden konnte, bezüglich einer Bürgerschaft in der Grafschaft, aber was sollte man machen ?
Diese Menschen hier wirkten so hilflos.
Offenbar hatten sie ihren Grafen verloren. Neue Helden braucht das Land, aber Helden hatten das so an sich, dass man sie notorischer Weise dauernd ersetzen musste.
Wie dem auch sei, die Vergangenheit holte einen schneller ein als man gemeinhin annahm.
Der gute Bürger in Spe würde doch nicht seine neue Heimat im Stich lassen. Auch wenn die Grafschaft soetwas wie ein Altersruhesitz werden sollte, war er immer noch erfahrener Stratege und Gelehrter als langjähriger Berater eines nicht minder gewichtigen Hofes gewesen.
Mehr als ein Angebot konnte er in dieser Lage nicht unterbreiten.
Aber der Ritter vor ihm, der wohl nach bestem Wissen und Gewissen versuchte seinen Grafen zu vertreten, war sich entweder uneins, oder sehr von sich überzeugt.
Man wollte Semias nicht in die Pläne einweihen, da man ihn nicht kenne. Natürlich nicht, das hätte de Arganta gar nicht erwähnen brauchen und darum ging es auch nicht.
Interessant war, dass man überhaupt von geheimen Plänen sprach, so geheim, dass sie nur der engste Kreis kannte.
Um eine Stadt zu verteidigen braucht es keine geheimen Pläne, es sei denn man belies es nicht nur bei der Verteidigung, was offenbar der Fall sein sollte.
In der Verteidigung reagiert man. Grad bei so einer befestigten Stadt war die Verteidung ein recht klares Unterfangen ohne große Überraschungen.
Die Überraschung ging vom Feind aus. So hatte Semias sich angeboten die Feindlage zu analysieren und den Schwerpunkt des gegebenenfalls zu erwartenden Angriffs auszuloten.
Dafür waren die eigenen Pläne fast uninteressant. Feindlage war immer unabhängig vom eigenen Handeln zu betrachten, jeder Stratege wusste das.
Der Ritter hätte keineswegs die sprichwörtlichen Hosen runterlassen müssen, was immer sie vorhatten.
Aber irgendwie, schien er das nicht zu wünschen. Von sich selbst eingenommen, hochmütig vieleicht ? oberflächlich, leichtfertig ? oder schlicht arrogant ?
Semias konnte nicht in den Kopf des Mannes schaun, jedenfalls erschien die Gesamtheit der Reaktion nicht angemessen.
Das Bild war immer mehr das einer desolaten Verwaltung mit Führungsschwächen, worauf auch immer sich das genau begründete.
Offenbar hatte man beschlossen keine Hilfe anzunehmen. Der Stadt schien es blendend zu gehen, geführt von Koryphäen, die ihren Grafen verloren.
Er hatte gar angeboten sich festsetzen zu lassen, damit er keine wertvollen Details in die Außenwelt schaffen konnte, bis die gemeinsame Arbeit Früchte trug.
Nunja ... mehr als ein Angebot konnte er nicht unterbreiten.
Kopfschüttelnd verlies er das Rathaus und Zynismus wie Verachtung keimten auf.
Vieleicht hätte er noch Gold auf den Tisch legen sollen damit er helfen durfte.
"Die Welt kam ohne ihn zurecht" stellte er nüchtern fest, und als er durch die Mauern der Stadt schritt war er überzeugt, dass die Leut hier fleissige Götter oder ebenso oberflächliche Feinde haben mussten, denn immerhin stand die Statt trotz ihrer Führung noch.
Wenn man nicht so viel Glück hätte, und die Leute erzählten sich, dass das nicht immer so war, dann würde man vieleicht anders handeln und mit Denken anfangen.
Aber man sollte ja nicht alle in einen Topf werfen. Vieleicht war es nur eine Art Krankheit, die Menschen in die Lethargie trieb.
Er hatte es sich erspart dem Ritter seine Meinung über ihn ins Gesicht zu sagen. Jede Antwort, die auf diese Feststellungen gekommen wäre, wäre womöglich noch hilflosere Rechtfertigungsversuche gewesen.
Man sollte Menschen nicht unnötig quälen.
Semias oh Semias, was erwartest du von der Welt ?
Varunas Pläne
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Semias
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Zuletzt geändert von Semias am Montag 14. Mai 2007, 12:54, insgesamt 2-mal geändert.