Blutmond - Wolfsmond

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Falk Hinrah

Blutmond - Wolfsmond

Beitrag von Falk Hinrah »

In jedem menschlichen Wesen liegen tiefe Urinstinkte vergraben, sei es Tiefländer, Angure, Menekaner oder Städter, ja, selbst das Volk der Letharen ist nicht frei vom ach zu menschlichen Erbe der Frauen mit denen ihre Vorväter sich verbanden um das allesverderbende Volk des Panthers zu erschaffen.

FURCHT

Ist einer dieser Instinkte, sie verbindet alle Völker und Rassen, selbst Elfen und Zwerge sind nicht immung gegen sie. Vom einfachen Bauern, bis zum strahlenden Paladin, vom schrecklichen Arkorither, bis zum wilden Wolfskrieger, vom düsteren Ahad, bis zum Emir der Wüste, sie alle kennen und fürchten, die Furcht.
Oft brüsten sich die Tiefländer mit ihrer Abwesenheit, bezeichnen sie als Fremdwort das ihnen unbegreiflich ist. Und doch spüren sie sie.


So auch der stolze Führer seines Clans, der hohe Erwählte des Wolfstotems, dem der fensterlose Kerker Rahals den roten Mond nicht offenbaren wollte, der in dieser Nacht über der schwarzen Stadt des Panthers aufging. Falk spürte schon als Kind, wie fast jeder Tiefländer, eine stete Unruhe und Beklommenheit in engen, steinernen Wänden. Über die Jahre hatte dieser Same Knospen getrieben und war zu einer starken Raumangst angewachsen.
Und nun, gefangen in einer engen Zelle, von stinkenden, schwarzen Ranken mit faltigen, zerknitterten, schwarzen Blättern an die Wand gefesselt, unfähig sich zu bewegen wurde sie unerträglich.


Der Geruch nach faulendem Stroh, Exkrementen, Blut und Angstschweiss war überwältigend. In der Dunkelheit seiner Zelle, dem Tod durch Hunger und Durst nahe, war der stolze Hüne kaum mehr als ein wildes Tier. Doch eingeschränkt wie seine Bewegungen waren, zeigte nur der wilde Blick den langsam Triumph des Wahnsinns an. Es war als stünde er am Rand einer Klippe und blicke hinunter in das schwarze Maul der Bestie, er konnte den Sog fühlen, konnte die leisen, lockenden Stimmen hören die ihn umschmeichelten, wie die weissen, weichen Arme einer Frau lockten, ihn dazu bringen wollten hinab zu springen und sich in den Wahnsinn zu flüchten.
Doch etwas hinderte ihn.
Die Arkorither hatten es selbst miterlebt, während er sich in blinder Panik vor ihnen wand und sich wehrte war es schon einmal passiert und die Gestalten in den schwarzen Kutten hatten die eisige Hand der Furcht nach ihren Herzen greifen spüren. Denn all ihr Wissen über Magie, all ihre Weisheit und ihre Künste, hatten sie nicht auf das vorbereitet, was die Schamanen des tiefländischen Volkes hüteten und nur den Wolfskriegern anvertraut wurde.

So alt wie die Furcht selbst war die düstere Magie der Tiefländer. Von Generation zu Generation war etwas uraltes, zutiefst heidnisches weitergegeben worden das allen Gesetzen der Götter auf blasphemischste Weise wiedersprach. Eine Magie die den Abgründen der Seele entsprang und deren Ursprung die alten Geister der Vorzeit bildeten.
In dieser Nacht sollte das Totem zu Falk kommen.


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In der endlosen Schwärze seiner Zelle schwanden die Fesseln, lösten sich auf in kalten Nebel. Wände gab es hier keine, nur die endlosen Schatten der nächtlichen Wälder, die am Rande seiner Wahrnehmung lauerten. Ein Blick nach oben enthüllte ihm den Mond, der als gewaltige, in ein blutiges Rot getauchte Scheibe am Himmel stand.
Ein einziger Schritt reichte ihn über den Horizont zu tragen, tief in die bedrohlichen Schatten der Wälder. Jeder Baum schien eine Fratze zu haben und in ihren Wipfeln konnte er dunkle Lichter umherhuschen sehen. Hohes Farngestrüpp streifte seinen nackten Körper und das dichte Unterholz erlaubte ihm ihm schaurigen Licht des Blutmondes nicht weit zu sehen. Dann trat der riesige Wolf neben ihn, er hatte gar nicht bemerkt wie er sich genähert hatte. Langsam wandte er sich seinem Totem zu und wo er normalerweise in die Hocke gehen musste um mit einem Wolf Auge in Auge zu sein, war es nun an ihm seinen Blick leicht nach oben zu richten.

Der schwarzbefellte Vater aller Wölfe blickte ihn aus sechs roten Augen an, es war immer wieder zutiefst verstörend wie sehr die Gestalt der grossen Geister, jener ihrer Art, die Eluive zuerst erschaffen hatte sich wandeln konnte. Der massive Schädel des riesigen Wolfsgeistes senkte sich herab und obwohl die Kiefer des Geistes keine Worte formten, hallten sie doch unsagbar laut durch den Kopf des Tiefländers, als würden sie von diesen durchdringenden Augen direkt in seinen Kopf gepresst.

"Nachkomme! ICH bin beeindruckt wie schnell du lernst." Wolfs Stimme war ein Vorschlaghammer in seinem Kopf, zu laut um eigene Gedanken zu fassen. "Aber ICH sehe, dass du Fragen hast. Folge MIR."
Mit einem gewaltigen Satz begann Wolf den wilden Lauf nach Südosten, dem Blutmond entgegen.
"Ein blutiger Mond geht auf, in MEINER wie in deiner Welt. Eine Schlacht ist geschlagen. Und verloren. Viele haben gekämpft, viele haben ihr Blut vergossen. ICH habe Tapferkeit und Treue gesehen. ICH bin SEHR erfreut."
Während die Worte Wolfs seinen Kopf überfluteten jagten sie wild durch dunkle Wälder. Es war ein berauschendes Gefühl einfach zu laufen, zu rennen. Ihr Atmen ging im gleichen Takt, ihre Beine trugen sie schnell, der Wind zerzauste Haar und Fell und als der Lauf endete, schied Falk, von tiefem Glück erfüllt unter dem endlosen Zelt fremder Sterne, von der wilden Freude des Windes.
Dann richteten sich seine Sinne auf die Ebene. Der Geruch von Blut hing in der Luft, noch immer schien der Wind das Echo fernen Kriegsgebrülls und Waffenlärms mit sich zu tragen, dies musste das Schlachtfeld sein.
"Dein Rudel hat gekämpft um dich zu befreien und mit ihm andere, grössere Rudel, deren Treue allen die hier kämpften zur Ehre gereicht. Doch der Sieg blieb aus, sie mögen mit MEINEM Mut gekämpft haben, aber nicht so wie ICH es MEINE Söhne lehrte. Einer der deinen steht nun hoch in MEINER Gunst, beinahe so hoch wie du." Die sechs schrecklichen, roten Augen des Totems wendeten sich Falk wieder zu. Und in seiner Magengrube konnte der Jarl die Tragweite dieser Aussage spüren. Ein weiterer Krieger reifte in der Gunst des Totems heran und wenn er sich gut entwickeln würde, würde Wolf auch ihn bald erwählen.
"Darum ist es nötig, dass du zu deinem Rudel zurückkehrst und MEINE Lehren verbreitest. ICH weiss das es dir aus eigener Kraft im Moment nicht möglich ist, darum will ICH dir behilflich sein. ICH werde deine Fesseln nicht sprengen und dir keine Türen öffnen, doch MEINE Macht wird über dich wachen."
Er konnte den Abschied spüren, schon verwandelten sich die dunklen Wälder hinter ihm in den kalten Nebel, der den Raum zwischen den Welten füllt. Dann begann der kalte, feuchte Nebel ihn ganz und gar ein zu hüllen, das Letzte was er noch sah, waren sechs leuchtende, rote Augen, erfüllt von einer uralten Macht und Weisheit die viele Zeitalter hatte kommen und gehen sehen.



Dann kamen die Fesseln zurück, schnürten ihn ein und machten freies Atmen unmöglich. Aus kaltem Nebel wurden schwarze, unheilige Ranken, von den Arkorithern geformt um ihn zu halten und zu bewachen. Der fremde Sternenhimmel schwand und machte der tiefen Schwärze seiner Zelle platz. Sein Geist verband sich wieder mit seinem Körper.
Doch die Raumangst war nach diesem Gefühl von Freiheit, Wildheit und purer, animalischer Kraft, das er an der Seite von Wolf erfahren hatte für's Erste wie weggeblasen.

Erleichtertes Lachen hallte durch den Kerker Rahals.

Später sollte man von dieser Nacht erzählen, als der Nacht des Wolfsmondes. In dieser Nacht wurde eine uralte, instinktive Angst geweckt. Denn so lange der blutige Mond, der von Rahals Sieg kündete, am Himmel stand, hallten die Mauern, Wälder und Gebirge des alatarischen Reiches wieder von dem Geheul zahlloser Wölfe, das die eisige Hand der Furcht um die Herzen jener legte die es hörten.

Wer für dieses Geheule verantwortlich war, würde auf nervenzerreissende Weise klar, wenn jemand die Zelle des Jarls beträte. Denn obwohl dieser dort die ganze Nacht fest und unbeweglich in den Ranken hing waren die Wände, der Boden und die Decke der Zelle mit Blut beschmiert. Doch damit nicht genug, formte das Blut doch schreckenerregende Bilder von Wolfsfratzen, stechenden, roten Augen und endlosen Wäldern. Die wohl schrecklichste Fratze befand sich an der Wand, direkt über dem Jarl und würde wohl jedem der sie erblickt das Blut in den Adern gefrieren lassen.



[img]http://ch.alathair.de/Daemonenwolf.jpg[/img]
Jago di Trequona

Beitrag von Jago di Trequona »

Ruckartig schreckte Jago aus dem Schlaf auf, dann brauchte er einige Momente, um sich in dem stickigen und dunklen Raum zu orientieren. Weder saß er auf seinem eigenen Bett, noch waren es seine Gemächer, die ihn umgaben. Feucht klebte der kalte Schweiß auf seinem Körper und erst als er die regelmäßigen Atemzüge neben sich vernahm, fiel ihm auch die Hure wieder ein, der er am gestrigen Abend auf ihr kleines, heruntergekommenes Zimmer gefolgt war.

Doch was war es, was ihn aufgeschreckt hatte?

Jago wischte sich das feuchte Haar aus der Stirn, dabei sehr wohl darauf bedacht, seinen dröhnenden Schädel nicht sofort zum Platzen zu bringen. Er brauchte etwas zu trinken und dann frische Luft - oder nein, besser noch umgekehrt.
Der Arkorither fluchte unterdrückt auf, als er im stockfinsteren des kleinen Zimmers mit dem nackten Fuß gegen eine leere Weinflasche stieß, die mit leisem Geklirr unter das alte Bett rollte. Wo war verdammt nochmal das Fenster? Ein blassgrauer Strich verriet die Stelle, an der das Mondlicht durch die Fensterläden drang. Jago öffnete sie und erfrischend kühl ströhmte die kalte Luft der frühen Morgenstunden in den Raum, umflutete den nackten Körper des Erzmagiers, der sich nach ein paar tiefen Atemzügen abwandte und mit den Blicken das Zimmer durchsuchte. Eine halbleere Weinflasche stand auf einem kippeligen Stuhl, daneben, auf einem Tisch, die Waschschüssel. Mit dröhnendem Schädel und quälendem Durst stürzte Jago das lauwarme, abgestandene Wasser hinunter, bis sich ihm der Magen zusammenkrampfte und er das Gefühl bekam, sich im nächsten Moment übergeben zu müssen.

Doch da, da war es wieder. Ein langgezogenes, klagendes Wolfsgeheul, bei dessen Klang sich die feinen Nackenhärchen des Arkorithers aufstellten.
Und da noch einmal, deutlich näher.
Eine Gänsehaut überzog den Körper des Magiers, als er sich rasch nach seiner Kleidung bückte. Das tiefe Schwarz des Mantel schien alles Mondlicht in sich aufsaugen zu wollen, doch auch in der Tracht seines Ordens fühlte sich der Magier heute Abend nicht mehr sicher. Irgendetwas war im Gange, etwas, was ihm nicht gefiel.

Nach einem letzten Blick auf das schlafende Mädchen zog er die Zimmertür ins Schloß, durchquerte den schäbigen Flur, stieg die knarzende Treppe hinunter und trat schließlich auf die vom Mondenlicht beschienene Seitengasse Rahals.
Erneut das Wolfsgeheul, ein schwarzer Schmenen huschte um die nächste Hausecke.
Abrupt wandte sich der Erzmagier ab und dem Stadttor zu.

Die Burg der Arkorither tauchte schon vor ihm auf, die Zinnen hoch in den schwarzen Nachthimmel gestreckt, gespenstisch still beleuchtet vom totenblassen Licht des Mondes.

Und dann sah er sie. Schwarze Schemen, die durch die Nacht huschten. Schwarze Schemen, die auf Felsvorsprüngen standen. Schwarze Schemen, die ihn aus dem Dunkel der Nacht heraus mit glühenden Augen anstarrten. Fester krampfte sich die Hand des Erzmagiers um den Stab, einmal wirbelte er gar herum, als er hinter sich das Knacken von Zweigen vernahm. Wölfe, überall Wölfe. Und als hätten sie nur auf sein Erscheinen gewartet, erhob sich rings von den Berghängen ihr schauriger Gesang aufs Neue.


[URL=http://imageshack.us][img]http://img145.imageshack.us/img145/6272/werewolfcx1.jpg[/img][/URL]
Lythiana Cronor

Beitrag von Lythiana Cronor »

Das Geheul der Wölfe durchdrang Lythianas unruhigen Schlummer so leicht, wie ein heißes Messer durch Butter geht. Augenblicklich war die Arkoritherin hellwach, richtete den Oberkörper auf - und realisierte sogleich zwei Dinge: Zum Einen, dass sie in der Bibliothek des Ordens über ihrer Lektüre eingeschlafen war - und zum Anderen, dass jede Bewegung gut überdacht werden sollte. Der Nacken war steif, die Schultermuskulatur völlig verkrampft... ein dezenter Hinweis ihres Körpers darauf, dass ein unbequemer Stuhl samt Schreibpult kein Ort für die Nachtruhe war.

Den Bruchteil einer Sekunde später verschwanden beide Gedanken jedoch und machten einer tiefen Unruhe platz. Was hatte sie geweckt? Vorsichtig drehte sie den Kopf um sich in der nur von wenigen Kerzen erhellten Bibliothek umzusehen. Niemand schien hier zu sein... doch waren die Schatten nicht dunkler als sonst? War es nicht - selbst für diesen Ort - zu still? Ein Schauder lief den Rücken der Maga hinab. Eilig erhob sie sich, die auflodernden Schmerzen ignorierend, griff nach dem über einen weiteren Stuhl geworfenen Mantel - und ließ ihn fallen, als das klagende Heulen eines Wolfes an ihre Ohren drang.

So nah... fluchtartig verließ sie die Bibliothek und eilte die steinernen Stufen bis zum Dach der Festung empor. Sobald sie die oberste Stufe betrat, erscholl erneut jenes Heulen - und wurde wenige Augenblicke später aus einer anderen Richtung beantwortet. Mit langsamen, nunmehr mühsam beherrschten Schritten ging die Arkoritherin zur Brüstung und ließ den Blick über die mondbeschienene Landschaft wandern... was sie sah, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren.
Falk Hinrah

Beitrag von Falk Hinrah »

Wieder senkt sich die Sonne herab, wieder erhebt sich der bleiche Mond über der schwarzen Stadt Alatars.

Und mit der herankriechenden Dunkelheit, beginnen die Schatten der Wälder sich zu bewegen. Huschende Gestalten mit gierigen, roten Augen lauern in den Wäldern und knurren aus heimlichen Verstecken den unbedachten Wanderer an. Dann ertönt das schaurige Heulen, eine blasse Erinnerung an die namenlosen Schrecken der letzten Nacht aus dem Kerker Rahals und als hätten sie nur darauf gewartet antworten die Wälder mit zahllosen Stimmen.

Was würde diese Nacht bringen?
Wijay Loreen

Beitrag von Wijay Loreen »

Etwas lag in der Luft - Loreen verspürte es schon am Tage zuvor, doch nun wurde es erneut in ihr gerufen. War es Unbehagen? Furcht? Wohl eher erschien es ihr, als sie das Wolfsgeheul vernahm, als senke sich ein Schatten über sie.

Gewiss war sie nun nicht die Meisterin des Liedes. Sie vermochte es aber durchaus, bereits in einen Zustand der Meditation zu versinken, der es ihr erlaubte, in den Schatten einzutauchen, der sich ihr darbot. Sie nannte es gerne Schattenwelt - doch eigentlich war es nicht mal dieses. Es war nur eine Spiegelung dessen, was sich hinter dem Spiegel ihrer selbst verbarg, ein Schatten, der sich in ihr immer mehr ausbreitete und besitz ergriff, gleichsam aber auch ein Schatten, den sie verstand, zu kontrollieren.

Schließe deine Augen und öffne dein Innerstes. Gib dich dem hin, das du in dir spürst. Entsinne dich der großen Leere, finde die Sanduhr deines Lebens, den mechanismus, der dich dem Tode Sekunde für Sekunde näher bringt.

Dringe in das Schwarz des Nichts - erkunde den Abgrund - betrete den Schatten.

Herzschlag um Herzschlag...

...pochte in ihr.

Sie saß in der großen Taverne zu Rahal aus anderen Gründen. Eisenwartler saßen in dem Raum, sowie eine Arkoritherin, angesichts der Ordenskleidung war dies offensichtlich.

Gleichwohl versank sie in sich selbst - sie entsann sich dessen, was sie sich selbst in all den Jahren beigebracht hatte - die Lehren ihres Mentors vor vielen Jahren waren nur der erste Schritt - sie ging nun viele weiter - weiter als ihr Mentor es ihr angeraten hatte. Man könne sich selbst in der Dunkelheit verlieren.

...verstreicht, bis du schließlich ganz in dich versunken bist. Du tauchst in deine Hülle ein, wie eine Spinne spannst du einen Kokon und tauchst ab in die Leere. Du siehst nur Schwärze. Jeder Herzschlag beginnt in dir zu dröhnen. Du vergisst die Zeit, in diesem Moment sind nur du, und die Schwärze, der Richter selbst mag sie geschaffen haben, die Schwäre in Dir, die Saat, die er in dir gesät möge gedeihen und...

...ihr Körper mochte für den Beobachter kurz verschwimmen, so als blicke man durch einen Hitzeschleier zu ihr schien sie ins Leere zu blicken. Ihre Augen waren durchzogen von schwarzen Schlieren, fliegenden Schatten., so schwarz wie das Dunkel in ihr.

...du vermagst die Macht zu ergründen, die du in dir spürst. Sie wächst im Kern - Anfangs ein kleines Mamenkorn beginnt sich die Ranke der Furcht und der Verzweiflung um dich zu winden, dich zu nähren und zu verzehren. Nutze die Furcht um sie anderswo zu säen, doch entziehe dich derer.

Du erblickst vor dir die Quelle der Macht, die du zu spüren vermagst. Du erkennst nicht genau ihre Bedeutung, ihre Substanz, ihre Konturen - doch eines spürst du gewiss - einen Namen - WOLF!

Ein Knurren und ein Sprung nach dir - du fühlst wie die Pranken dein Herz berühren - es vermag in Sekundenbruchteilen auszusetzen. Du wirst zurückgeworfen aus dem Schatten, ins Hier und Jetzt...


Sie schrak auf - ihr Herz begann wie feuer zu brennen und fast schien sie dabei zusammenzubrechen. Sie zog im letzten Augenblick die Leine die sie zurück ins Hier brachte.

Sie starrte auf das Wasser vor sich. Gleichwohl was nun geschehen war -- es war zu stark für sie.

Packte sie tatsächlich die Angst? Oder war es vielmehr der Wissensdurst, der sie ergriff. Sie mochte dem auf dem Grund gehen, aber nicht heute. Sie könnte darunter zerbrechen.
Falk Hinrah

Beitrag von Falk Hinrah »

Wie auf einen geheimen Befehl, verstummte das Heulen und ließ Geräuschlosigkeit auf Rahal herabsinken. Die Welt schien den Atem an zu halten, einen Moment lang schiwegen sogar die Vögel, bevor grosse Schwärme kreischend aus den Wäldern aufflogen und das Gebiet des alatarischen Reiches verließen. Selbst die Wölfe verzogen sich tiefer in die Schatten der Bäume und Gebirge, denn in dieser Nacht würden Andere versuchen den fellosen Zweibeinern zu vermitteln dass Wolf persöhnlich seinen Schützling zurück forderte.

Dann kam der Nebel, wie langsam steigendes Wasser kroch er aus den Wäldern heran. Undurchdringlich und kalt tasteten sich die ersten Fetzen des grauen Dunstes wie gewaltige Fühler an das Tor Rahals heran und ergossen sich durch dieses in die Strassen der Stadt. Schemen bewegten sich in diesem, doch keine die die Wachen Rahals würden aufhalten können. Halbfeste Dinge, Kreaturen aus Nebel und Schatten, so durchsichtig wie Spinnweben und so tödlich wie selbige für eine Fliege. Doch sie kamen nicht um zu töten. der Welpe den die Mauern Rahals gefangen hielten war es noch nicht wehrt solch eine Gunst von Wolf zu erhalten. Die Geisterwölfe kamen als Boten, und sie überbrachten eine Botschaft, wie nur sie sie ausrichten konnten.

Träume kamen nach Rahal, sie kamen nicht zu jedem und an jeden Ort, denn selbst die Geisterwölfe scheuten den Tempel des Panthers und den Palast des Alkas. Doch jene, in deren schlafende Augen sie die traumgewordene Angst träufelten, würden für eine Nacht die Beute sein und in schwarzen Wäldern vor formlosen Jägern fliehen. In den dunklen Gassen Rahals von Schatten mit blitzenden Fängen gehetzt würden sie keuchend in eine gespenstisch stille Nacht erwachen und den eisigen Kuss des Nebels noch auf ihrer Haut spüren.


Erst mit den frühesten Sonnenstrahlen und dem dahinschmelzenden Nebel würden die Geisterwölfe die Stadt, die sie für eine Nacht erobern konnten wieder verlassen. Vertrieben von dem wütenden Fauchen eines Panthers das den Bann des Wolfstotems zurück in die tiefen Wälder trieb.
Falk empfand es nur als Gerecht dass Wolf seinen Peinigern eine weitere Nacht der Furcht auferlegte. Denn das Gefühl von Freiheit und Wildheit, dass er an der Seite Wolfs erlebt hatte, es war fort. Die Angst hielt auch sein Herz wieder fest umklammert, ließ ihn heulen, zittern und schwitzen, während er sich konzentrieren musste nicht zu schreien. Denn für ihn war es, als kämen die sowieso schon engen Wände immer näher und näher und nähmen ihm die Luft zu atmen. Allein die Hoffnung seine Frau und seinen Sohn wieder zu sehen, gab ihm den Willen zu atmen. Doch lange würde er die ständige Angst nicht mehr ausstehen und er konnte nur hoffen, dass die Rahaler ihn und das, was Wolf für Falk nach Rahal brachte, so bald wie möglich loswerden wollen würden. Bevor er den Verstand gänzlich verlor und Wolf seinen grössten Diener senden würde.



[img]http://ch.alathair.de/Wolfdemon.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Falk Hinrah am Donnerstag 10. Mai 2007, 04:29, insgesamt 1-mal geändert.
Lanaya Shevanor

Beitrag von Lanaya Shevanor »

Das Heulen hatte sie nahezu wahnsinnig gemacht. Dementsprechend war das Gespräch auf den Zinnen der dunklen Arkoritherburg ausgefallen. Sie sprach einen Satz den man wohl eher von einem Stein als von ihr erwartet hätte. Der Blick der Schwester sprach Bände und selbst Jago war heute irgendwie anders. Er empfahl einen Ausflug und geraume Zeit später wiederholte sie diese 'Empfehlung' ohne großen Erfolg zu haben. Die Schwester war müde, ausgelaugt und absolut nicht unternehmungslustig. So hatte das keinen Sinn und dennoch, die Frauen besprachen das man sich am Abend treffen wolle. Allerdings kam alles anders als sie es erwartet hatte. Am Abend war sie nicht dort aufzufinden wo sie hätte sein sollen. Oder war sie im Grunde genau da wo sie sein sollte Lythiana aber nicht suchen würde? Die schmalen Schultern straffend dachte sie über verschiedenes nach. Dann jedoch kam die Stille. Den Kopf anhebend legte sie die blassen, dürren Finger auf die Zinnen des 'Palastes' und wandte das Gesicht der Stadt zu.


Niemals war es in Rahal so ruhig. Fast wirkte es als wären alle Wesen die dort verweilten eingefroren. Das Phänomen hielt sich einige Augenblicke. Nebel wallte auf und hüllte die Gassen ein. Jeder laut wurde in den grauen Schlieren verschluckt und von hier Oben hatte man durchaus den Eindruck als würde sich in ihnen etwas bewegen. Ihre Brauen ruckten in die Höhe. Die Stille lastete schwerer als das durchdringende Geheul. Krampfhaft umschlossen ihre Finger das kalte Gestein. Auf die eine Art war es faszinierend auf die Andere rief es selbst in ihr ungewohnte Emotionen wach. Nur zu gerne wäre sie nun an Seiten der Geschwister gewesen. Doch sie war hier, in der Stadt und konnte beobachten.


Die Schlieren näherten sich dem Palast nicht. Fast schien es als hätten sie Achtung davor oder würden den Ort scheuen. Allerdings ließ dieser Umstand sie nicht wirklich aufatmen und bis der frühe Morgen den Nebel vertrieb blieb sie an den Zinnen stehen oder wanderte unruhig an diesen auf und ab.
Daat

Beitrag von Daat »

Es war ein Traum!!! Nichts weiter….dachte Daat sich nachdem er ruckartig in seinem Bett in dem kleinen Zimmer des Gasthauses in Rahal aufgeschreckt war. Aufrecht saß er nun in seinem Bett und dennoch fuhr ihm ein eiskalter Schauer über den Rücken. Was war das unheiliges, was hier vor sich ging? Furcht, wovor sollte er sich nun noch fürchten? Außer vor dem Herrn zu versagen!? Und dennoch quälte ihn nun schon die zweite Nacht in Folge dieses Gefühl. Und was war dies für ein Traum gewesen? Was geschah hier mit ihm?
Schon in der vergangenen Nacht konnte er im Tempel das Wolfsgeheule wahrnehmen, ebenso wie an diesem Abend. Doch nun war es verstummt. Doch nicht nur das Heulen der Wölfe war verstummt, sondern auch jegliche anderen Geräusche der Nacht. Ungewöhnlich still war es in Rahal. Nahezu beängstigend Still. Er erhob sich aus seinem Bett und streifte sich seine Robe über. Dann verlies er sein Zimmer und trat vor die Tür der Herberge. Von der Treppe herunter blickte er auf die Gassen und über den Großteil der Stadt. Ein eisiger Nebel kroch über die Straßen, in ihm glaubte er immer wieder schemenhafte Gestalten zu erkennen, die von Schatten zu Schatten in der Dunkelheit huschten. Und wieder überlief ihn ein schauderhaftes Gefühl. „Wovor fürchtest du dich, du Narr?“ murmelte er zu sich selbst. „Vor ein par Schatten im Nebel?“
Der Nebel überflutete den Boden der ganzen Stadt, nein nicht die ganze, um den Tempel des Herrn und den Palast des Alkas machte er einen Bogen. Als würde er diesen Ort fürchten. Seltsames ging hier vor sich…
Noch eine ganze Weile lies er seinen Blick durch die Dunkelheit über der Stadt wandern. Ehe er die Treppe hinunter in den Nebel stieg. Ruhigen Schrittes, doch von einem ihm fast unbekannten Gefühl geplagt machte er sich auf den Weg zu den Wachen am Stadttor. Einige Male wollte er sich umwenden, weil er dachte eine Gestalt neben oder hinter sich wahrgenommen zu haben. Doch tat er dies nicht, sondern Schritt weiter durch den kalten und feuchten Nebel, wissend, dass der Herr über seinen Diener wachen würde…
Vikko Allago

Beitrag von Vikko Allago »

Vikko schreckte auf.
Er fand sich in einem nassgeschwitzten Bett inmitten Rahals wieder. Kurz wusste er nicht mehr wie er dort hingekommen war, dann errinnerte er sich, dass er sich ein Zimmer in der Taverne genommen hatte. Sein noch verschwommener Blick wanderte umher. Hatte er geschrien? Hat jemand seinen Traum gehört?
Ein seltsames Gefühl machte sich in ihm breit und seine Gedanken begannen um die letzte Nacht zu kreisen.
Lange war es her, dass er so lebhaft geträumt hatte.

War es ein Traum?

Erst war alles wie immer. Es war ein Traum, der Traum, sein Traum. Wieder fand er sich nackt in einem Bett aus schwarzen Federn wieder, wieder umgaben ihn die Federn und fanden dann den Weg in seinen Hals und seine Lungen.
Er stellte schon hier fest, dass etwas anders war... früher erfüllte ihn dies mit Angst, in dieser Nacht aber, nahm er die Federn begierig auf, ließ sie freiwillig in ihn wandern, seinen Gesamten Körper vereinnahmen und er spürte nichts außer Macht.

Oder war es Real?

Die vollkommene Dunkelheit umschloss ihn nun und wieder tauchten die Augen des Rabens auf.
Nein. Er dachte es wären die Augen des Rabens gewesen. Nach einem kurzen Moment kam ein riesiges Maul zum Vorschein, zeigte Zähne, knurrte, wurde immer größer, bis es ihn mühelos mit einem Atemzug hätte verschlingen können.
Etwas regte sich in Vikko, etwas das er seid Monaten hatte vergessen geglaubt.
Es war eine Angst, die Angst, seine Angst!
Der Rabe hatte sie ihm genommen, hatte ihn vom ewigen Schatten, der über jedem Menschen, über jeden Lebewesen schwebt und das seid anbeginn des Lebens. Der Tod. Dieses Etwas war aus aus seinem Leben verschwunden, als der Rabe ihn erwählt hatte.

Wer war Es?

Ein Wolf gab ihm diese Angst zurück.
Ja, er hatte die Gestalt erkannt, es war ein Wolf, ein Wolf, dessen Körper ständig im Umbruch zu sein scheint, der sich ständig verändert und doch immer ein Wolf blieb. Die Augen leuchteten ihn an und ein lauthalses Knurren durchfuhr Mark und Bein Vikkos. Der Wolf riss das Maul unnatärlich weit auf und sprang, flog, schwob extrem schnell auf ihn zu.
Schneller wurde Vikkos Atmung, sein Herz schien einen Moment auszusetzen und in dem Moment als der Wolf seine riesigen Reißzähne ihm Fleische des Dieners versenken wollte, wirbelte alles umher und Vikko erwachte.
Jetzt wusste er es wieder.

Oder was war Es?

Er hatte geschrien und er merkte, wie allein bei der Errinerung an diesem Traum, sein Herz schnell schlug und sich Verwirrung breit machte.

Antworten!

Nach einigen Momenten fasste er sich wieder und errinerte sich an Loreen. Ja, es war wirklich an der Zeit das Pentagramm aus Blut einmal zu nutzen.
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