Nachdem Sharay bei ihr im Handwerkhaus war und eröffnete das Rukus weggegangen sei ging sie wie apatisch zu ihrer Stute, sie schwang sich in den Sattel und ritt heim.
Dort angekommen glitt sie aus dem Sattel und Band die Stute an einem der Pfosten fest.
Langsam ging sie in den Garten und setzte sie sich auf den Baumstamm am Feuer.
Mit leerem Gesicht starrte sie auf die Feuerstelle...Hier hatte er ihr den Antrag gemacht...
'Warum? Warum gehst du und verlässt mich und dein ganzes Leben?'
Sie erhob sich und ging ins Haus. Im oberen Stockwerk angekommen setzte sie sich an ihren Schreibtisch,zog ein Pergament hervor und begann zu schreiben.
....
Ich kam in das Land auf der Flucht...Flucht vor dem Krieg...
Ich blieb nur wenige Tage in dem Fischerdorf, denn eine überaus freundliche Frau namens Karina brachte mich zu dir...Sie sagte du würdest ihr noch einen Gefallen schulden... So fand ich meinen Platz in der Gemeinschaft...Wenn auch erst spät den ersehnten einen Platz an deiner Seite...
Ich fühlte mich vom ersten Moment an zu dir hingezogen. Ich konnte mich dir anvertrauen und dir alles erzählen.
Du warst immer da, egal was war...Ob ich Kummer hatte oder es wegen dem Handwerkbund war... Du hattest immer einen Rat für mich... Wir hatten soviel Spaß miteinander... Mit Jan...Mit Minor...Mit Ela...
Dann unser neues Ziel, das Handelshaus vor Bajard...Die Eröffnungsfeier...Ich hatte an dem Abend soviel getrunken und dennoch ist es mir an diesem Abend klar geworden...Mein Kopf war wie leer nur der Gedanke an dir schwirrte darin herum...Ich wusste ich gehöre an deine Seite, an keine andere...Nur du würdest mich glücklich machen...
Irgendwann hatte ich den Mut um es dir zu sagen...Um dir zu sagen was du mir bedeutest...
Ich hatte Angst, Angst du könntest nicht das Gleiche für mich empfinden.
Dann sagtest du es und ich war der glücklichste Mensch auf Erden...Kurz darauf hast du mich gefragt ob ich dich heiraten möchte...Und ob ich das möchte!
Ich denke gerne an die schönen Abenden mit Thea und dir zurück, meine Familie...
Weißt du noch der wilde Wolfshund der sich an unseren Garten verirrt hatte? Leo hattest du? -oder waren es wir?- ihn getauft, du hast ihn gezähmt und gefüttert. Und Thea hatte vor ihm genauso große Angst wie vor Pferden...
Dann fing es an...Du gingst auf Reisen und wir sahen uns kaum noch...Und doch war ich noch immer der glücklichste Mensch auf Erden...Dann war ich ebenfalls zu viel auf Reisen...
Dann die Nachricht seiner Heiligkeit Elanora wäre die neue Statthalterin Rahals...
Ich war erschrocken und verwundert zu gleich...
Heute kam Sharay vorbei...Sie sagte mir du hättest all deine Sachen in die Truhe der Ritterschaft getan und Wachen hätten dich aus der Stadt gehen sehen...Ebenso sagte sie mir man hätte dich später aus der Kutsche aussteigen sehen und dich gen Süden gehen sehen...Und mir stellt sich immer nur die eine Frage...Warum?...Warum hast du mich verlassen?...
Warum hast du uns alle verlassen?...Ohne ein Wort....keine Nachricht...nichts...Wo bist du hingegangen?..
.Hast du dich wieder in den Wald zurückgezogen?...
Ich bin so ratlos mein Liebster...Wo bist du?...Wie geht es dir?...Hoffentlich geht es dir gut...
Weißt du denn nicht das ich dich brauche?...
Brauchst du mich denn nicht?
Weißt du denn nicht das du mein Fels in der Brandung bist?
Weißt du denn nicht das du mein stützender Balken wie von einem großen Gebäude bist?
Weißt du denn nicht das du mein Licht im Dunkeln bist?
Weißt du denn nicht das du das bist was mich zusammenhält?
...
Wie soll ich denn alles schaffen? Ohne dich...Ohne deinen Rat...Ohne deine Zuversicht...
Komm wohlbehalten zu mir zurück mein Liebster.
.....
Während sie dies schrieb liefen ihr Tränen die Wangen hinab und tropften auf das Pergament wie Regentropfen.
Sie rollt das Pergament sorgfältig zusammen und erhitzt mit etwas Feuer etwas Siegelwachs,welches sie auf die Rolle tropfen lässt, ehe sie den Ring des Handwerkbundes mit dessen Siegel draufdrückt.
Sie hällt die Rolle noch kurz an ihre Lippen ehe sie die Treppen hinab geht und aus der Küche eine große gläserne Flasche und einen Korken holt.
Auf den Weg hinaus in den Garten lässt sie die Pergamentrolle in die Flasche und verschließt sie sicher mit dem Korken.
Draußen angelangt stellt sie sich neben dem Pfirischbaum,welcher gerade blüht, und schaut im Dunkeln hinaus auf das weite Meer. Sie holt langsam auf und wirft die Flasche sanft hinaus auf das Wasser. Benommen und mit tränenverschleierndem Blick geht sie in die Knie und setzt sich auf den Boden,das Gesicht noch immer dem Meer zugewandt...
Ist mein Licht erloschen?
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Alexa N'yota
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- Registriert: Dienstag 1. September 2015, 12:52