Wolfenfels, wir kommen ...

Iljana Rhogan

Wolfenfels, wir kommen ...

Beitrag von Iljana Rhogan »

oder von der Reise ins Eheglück ...


Endlich war es soweit!
Jana konnte es immer noch nicht wirklich fassen und doch bewies der Mann, der neben ihr auf einem seltsam anmutenden Tier ritt, dass dies kein Traum war, sondern Realität. Wochen .... Monde lang hatte sie sich immer wieder ausgemalt, wie es sein würden, wenn sie dann die Reise nach Wolfenfels antraten. Das es nun soweit war, ließ sie vor Vorfreude geradezu strahlend. Ihr Blick wandert umher, ruhte eine ganze Weile auf der kleinen Person, die sie auf dieser Reise begleiten würde und nun mit fast kindlich wirkender Freude ein Stückchen voraus ritt, dann wanderte ihr Blick weiter zu dem Mann an ihrer Seite. Ein zufriedenes Schmunzeln lag auf Yarins Lippen und er schien mit sich und der Welt äußerst zufrieden zu sein.

Das sie sich nun wirklich auf dieser Reise befanden ... damit war vor zwei oder drei Tagen noch nicht zu rechnen gewesen. Erst kürzlich war Yarin nach längerer Abwesenheit wieder aufgetaucht. Iljana hatte bisher nicht einmal nach dem Grund dessen fragen können und wohl auch nicht wollen, sie war einfach nur unendlich glücklich, ihn wieder bei sich zu haben. Auch Yarin schien seine zukünftige Frau sehr vermisst zu haben und so fiel die Begrüßung dann ausgiebiger aus, Zeit für Fragen und Antworten würden sie schon noch haben .... später.

Fest stand für beide dann nur einfach, dass sie die so lange geplante Reise nach Wolfenfels so bald wie nur möglich antreten wollten. Der Winter war vorbei, für Yarin standen wohl in nächster Zeit keine Termine im Konvert an und auch der Gardedienst musste jetzt einfach mal eine Weile auf sich warten lassen .... schließlich gab es wichtigeres im Leben.

Und so kam es dann, dass sie am gestrigen Abend ganz spontan beschlossen, die Reise anzutreten .... ohne wenn und aber, dieses Mal gab es kein verschieben mehr, schnell wurden einige Sachen zusammen gepackt, bequeme Reitkleidung bereit gelegt, früh am nächsten Morgen sollte es dann los gehen.
Jetzt galt es nur noch, Yarin's Lehrerin, Priora Llastobhar, Bescheid zu geben, dass Yarin in den nächsten Wochen nicht erreichbar sein würde, schon die Reise nach Wolfenfels hin, würde etwa 3 Wochenläufe in Anspruch nehmen, dann die Hochzeit, damit seine Familie dabei sein könnte, was alles in allem wohl eine weitere Woche dauern würde und dann die Rückreise. Also machten sie sich auf den Weg zum Hause der Dame Llastobhar, welches sich in unmittelbarer Nachbarschaft ihres Anwesens in Varuna befand. Jana hatte zwar bedenken ob der späten Stunde, doch wollte sie auch nicht einfach so verschwinden. Kurz bevor sie am Hause Llastobhar ankamen, blieb Yarin stehen, drehte sich zu ihr und sah sie einige Augenblicke nachdenklich an. Als Yarin dann fragte, ob sie etwas dagegen hätte, wenn er Priora Llastobhar fragen würde, ob sie Trauzeugin sein wolle, blickte sie erst einen Moment recht verdutzt zu ihm, doch dann nickte sie zustimmend, sprach dann lächelnd, dass so wenigstens einer da wäre, den sie kennen würde.

Jana mochte dieses kleine Persönchen, auch wenn sie Una bisher nur wenige Male begegnet war. Doch war es Jana immer so vorgekommen, als wäre die Dame Llastobhar mit der Wahl ihres Schülers einverstanden und so konnte sich Jana auch im Beisein der Priora immer mehr entspannen. Am Hause der Priora angekommen, klopfen sie dann, die Dame des Hause öffneten, man setzte sich zusammen und und Yarin erkläre zunächst einmal den Grund ihre Hierseins. Das sie nun endlich die schon so lang geplante Reise antreten würden, dass auf Grund der Entfernung die Hochzeit wohl in Wolfenfels stattfinden würde und das die Priora ihren Schüler bitte für diese Zeit entschuldigen möge. Sichtlich überrascht wirkte Una, doch weniger über die Tatsache, dass ihr Schüler nun bald heiraten würde, sondern einfach, weil er sich bei ihr abmeldete. Das wäre doch eigentlich gar nicht nötig gewesen. Als der Priora dann bewusst wurde, was Yarin ihr soeben mitgeteilt hatte, war es fast so, als würde sie vor Aufregung auf ihrem Stuhl hin und her hüpfen und freudig gratulierte sie den beiden. Als Yarin dann fragte, ob sie nicht mitreisen wolle nach Wolfenfels, um Trauzeugin zu sein, war die Priora gänzlich aus dem Häuschen. Freude strahlen und sichtlich gerührt gab sie nur zu gerne ihre Zustimmung. Eine ganze Weile noch unterhielten die Drei sich angeregt, im Verlauf dieses Gespräches dann bestand die Priora darauf, dass sie von den beiden zukünftig vertraulicher angesprochen wurde. Immerhin wären sie ja wohl nicht nur als Lehrerin und Schüler verbunden, sondern spätestens jetzt in Freundschaft. Nur zu gerne nahmen Yarin und Iljana dieses Angebot an, sahen doch auch sie beide in dem kleinen Persönchen eher eine gute Bekannte, vielleicht sogar Freundin.

Irgendwann dann verabschiedeten sich Yarin und Iljana. Früh am nächsten Morgen würden sie Una abholen, und jetzt noch versuchen, ein wenig Schlaf zu finde, obwohl wohl alle drei wusste, dass es bei der Aufregung nicht viel Schlaf werden würde. Beschwingt schlenderten Yarin und Iljana durch das nächtliche Varuna, ließen die Stadt dann aber hinter sich und schlugen den Weg zur Waldhütte ein.

Viel später dann in dieser Nacht schliefen die beiden Liebenden dann vor dem Kamin in der Hütte ein, erschöpft von den Ereignissen des Tages, vorfreudig auf die Reise der nächsten Wochenläufe. Und wie versprochen standen sie schon kurz nach Sonnenaufgang vor dem Heim Una's, wo sie schon erwartet wurden und nicht lange dauerte es und die Drei machten sich sichtlich vergnügt und gut gelaunt auf den Weg nach Wolfenfels ....


Zuletzt geändert von Iljana Rhogan am Freitag 20. April 2007, 23:56, insgesamt 1-mal geändert.
Annya

Beitrag von Annya »

Selbst vor ihr selbst fiel es ihr schwer zuzugeben, dass ihr
ganz weh ums Herz war als sie früh am Morgen, zum
symbolischen Abschied, aufstand und aus dem Fenster blickte.
Varuna lag ruhevoll und etwas nebelig vor ihr, doch hatte diese
Stille für sie nichts Besänftigendes.
Im Gedanken war sie bei Iljana und Yarin die wohl bereits
abgereist waren, in Erwartung eines herzlichen Empfangs in Wolfenfels,
den sie ganz besonders Iljana wünschte. Wolfenfels barg viele gute wie
schlechte Erinnerungen und auch wenn sie sich geographisch wie gedanklich
so weit wie möglich davon entfernt hatte war die letzte Zeit in Wolfenfels,
rund um den schmerzlichen Verlust ihrer Mutter, nicht wegzudenken ebenso
wie der schwere Kummer der in ihrem Bauch festsaß und sich gerade wieder
besonders bemerkbar machte.
Wie ein kühler Schatten erfasste sie die Gewissheit, dass sie sich sehr
alleine in dem großen, leeren Haus fühlen würde.
Yarin von Wolfenfels

Beitrag von Yarin von Wolfenfels »

Es dauerte einige Meilen, bis er sich an den Unterschied zwischen einem Pferd und einem Zostrich gewöhnt hatte, aber inzwischen saß er auf dem Tier ähnlich sicher wie auf dem Pferd. Drei Wochen würde die Reise nach Wolfenfels dauern. Drei Wochen war seine Heimat immer von Varuna entfernt. Nun aber nahm diese Entfernung ab. Yarin hatte sich entschlossen nach beinahe einem Jahr nach Haus zu kehren – gemeinsam mit einer Frau an seiner Seite.

In den Morgengrauen hatten sie das Anwesen seiner Lehrerin aufgesucht, die jetzt neben ihnen über die Straßen ritt. Am Vorabend schien sie sehr glücklich gewesen zu sein, als sie von der geplanten Hochzeit gehört hatte. Seit Yarin nach Varuna gekommen war, ist diese kleine Frau, die mehr war als es den Augenschein hatte, eine der wichtigsten Personen in seinem Umfeld geworden. Immerhin war sie es, die Yarin beibrachte mit dem umzugehen, was ihm die Götter geschenkt hatten.

Die Reise nach Wolfenfels würde auch eine Möglichkeit bieten über das zu sprechen, was in der Zukunft auf ihn warten würde – als Magier, als Ehemann und auch als Teil des Adels. Wenn auch der Adel eher ein kleinerer Teil war.
Una Llastobhar

Beitrag von Una Llastobhar »

Langsam drückten die Lider schwer auf die Augen und blinzelnd setzte sie sich in der Kutsche wieder auf. Ein müder Blick aus dem Kutschfensterlein bestätige ihr, dass sie Varuna, ja die Grafschaft nun schon hinter sich gelassen hatten:

Traumhafte Berge in der Ferne und während auf der einen Seite der Kutsche wohl ein Forst seine schattigen Zweige über die ländliche Straße warf, so konnte sie am Straßenrand neben ihrem Fenster die tüchtigen Bauern bei der Frühlingsfeldarbeit beobachten. Das Korn war schon gewachsen und ragte nun längst kess über den Boden. Der sanfte, laue Wind beugte die jungen Ähren in seinem Rhythmus und ließ sie wippend nicken. Über allem strahlte die warme, noch nicht segnende Kraft der Sonne und tauchte das frische Grün in einen leuchtenden Ton, der Leben versprach.

Wieder ließ sie sich blinzelnd in das weiche Kissen an ihrem Sitzplatz fallen und lehnte den Kopf etwas an die hölzerne Fassade des Kutschinneren.
Zufriedenheit hatte sich in den letzten Stunden, nach dem explosionsartigen Glücksgefühl, als Yarin und Iljana ihr diese liebenswürdige Nachricht brachten, in ihr breitgemacht. Dies hatte sie einfach nicht erwartet... sie hatte sogar einen leichten Stich in der Brustgegend gespürt, als der junge Magiestundent ihr verkündete, dass er heiraten würde und sich deshalb einige Wochen vom Konvent abmelden müsse. Bitter hatte sie damit gerechnet, dass er noch nichts von ihrem Austritt wusste und diesen Gesuch um "Ferien" bei ihr einreichen wollte. Wieder der Konvent, wieder die Enttäuschung und erneut füllte starre Kälte die Adern... um mit seinen nächsten Sätzen zu zerfließen.

"Trauzeugin...? Ich? W... w... wirklich? Ist das euer Ernst?"


Himmel, plötzlich klärte sich die trübe, düstere Sicht ein wenig und als sie dann noch in die beiden jungen, freundlichen und herzensguten Gesichter blickte, da hörte sie seit langem wieder bewusst ihr Herz laut schlagen und pochen.
Es hatte folglich keine lange Überredungszeit gebraucht und auch keine Bettelworte um die frisch ernannte Trauzeugin zur Fahrt nach Wolfenfels zu überzeugen. Keinen Lidschlag hatte sie bisher ihre Entscheidung bereut. Im Gegenteil! Es langte ein kurzer Blick auf das junge Pärchen. Beide strahlten Glück und Zuversicht aus... so sollte es sein.

Er hatte sie, trotz Müdigkeit in die Arme genommen, zu ihr herabgeblickt und dann mit den Lippen ihre Stirn sanft berührt.

"Wenn du gerne gehen magst und mich nicht allzu lange alleine lässt, dann schicke ich dich gerne mit dem Herren Candidatus... ansonsten aber würde ich dich gerade jetzt nicht loslassen wollen. Komm einfach bald wieder zu mir zurück. Ich brauche dich..."

Sie brauchte ihn doch auch! Oh, sie brauchte ihn auch, so sehr und vielleicht... ja, vielleicht würden bald sie den Weg in einer Kutsche, gemeinsam nach Tiaresh oder zum Hause Jagotin machen. Hand in Hand und mit einer freudigen Nachricht auf den Lippen. Vielleicht...


Langsam fielen ihr nun die Augen zu und während die Kutsche weiterruckelte träumte die kleine Erzmagierin von einer wunderschönen Hochzeit.

[img]http://www.werdau.de/werdaudok/pic/34/Postkutsche%20Foto%20K%C3%B6rner.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Una Llastobhar am Dienstag 24. April 2007, 17:14, insgesamt 1-mal geändert.
Annya

Beitrag von Annya »

Es hatte einige Zeit gedauert bis sie sich
an das Haus gewöhnt hatte. Anfangs war ihr das Knarren
der Fensterbretter wie auch das unregelmäßige Knistern
des Kaminfeuers unheimlich erschienen.
Mitterweile lag im Kamin nur noch ein kleines Häufchen
Asche und die Fenster standen weit offen.

Varuna war ihr versöhnlich gestimmt - zwar hatte sie keine
Freunde gefunden - doch vermittelten ihr die wärmenden Sonnenstrahlen,
welche die großen Zimmer des Hauses hell durchfluteten,
ein Gefühl von Geborgenheit. Heute Abend würde sie sich auf
den Weg machen um ein paar Aufmerksamkeiten für den Hausherren
zu besorgen. Es war ihr noch etwas unwohl beim Gedanken daran
das viele Gold aus dem Versteck zu holen - aber sie musste heute abend
alles mitnehmen, ganz gleich wie bang ihr beim Gedanken an einen Überfall
wurde. Noch unerträglicher wäre es wenn das beste Geschenk vor
ihrer Nase verkauft werden würde.

Nur in Unterkleider gewandet, bewaffnet mit Lappen
und Eimer nahm sie den Kampf gegen den Staub auf - gemächlich und
siegessicher brachte sie das Haus auf Hochglanz.
Sie musste sich eingestehen, dass sie insgeheim hoffte
Yarin und Iljana mit einem gepflegten Haushalt und ein paar
Geschenken zu erfreuen. Vielleicht wäre ihre Freude gar so
überschwänglich, dass Annya bei ihnen bleiben durfte.
Sie war traurig darüber, dass sie nicht wusste welche
Blumen Iljana besonders mochte.
Zuletzt geändert von Annya am Mittwoch 25. April 2007, 15:53, insgesamt 1-mal geändert.
Yarin von Wolfenfels

Beitrag von Yarin von Wolfenfels »

Es fing mit einem leichten Regen an, der leise auf die Plane des Karren prasselte. Das Fuhrwerk trug die drei Personen aber noch immer sicher über die Straße. Der Himmel hatte sich verdunkelt, hatte Platz gemacht für tief hängende Regenwolken. Doch mit jedem Schritt schien der Regen stärker zu werden und es endete in einem Gewitter, wie es keiner der Reisenden in diesen Jahreszeiten erwartet hatte. Und als hätten sich Donner und Rad abgebrochen zerbarst eines der Räder und zwang so die Gruppe Rast zu machen.

„Zumindest hält die Plane. Sehen wir zu, dass wir trocken bleiben. Es sei denn Du kannst etwas gegen das Gewitter tun, Una“ Mit einem Lächeln auf den Lippen blickte der junge Schüler auf seine … kleine … Lehrerin.
Una Llastobhar

Beitrag von Una Llastobhar »

Zunächst erntete er nur einen etwas ernüchterten und dezent schiefen Blick, dann allerdings galt ihr Augenmerk einmal wieder dem kleinen Fensterchen. Mit einer gewaltigen Wut entlud sich das Himmelszelt und warf kleine Hagelkörner gemischt mit dicken, schweren Prasseltropfen auf die Leidtragenden herab. Der nun zum schwachen Sturm anschwellende Wind gab auch sein Bestes und würzte das Unwetter, indem er, einem tobenden, unkoordinierten Kinde gleich, die Regenschauer mal in die eine und dann urplötzlich in eine ganz andere Richtung lenkte.

- Wenn doch nur er hier wäre, das ist doch sein Spezialgebiet... Wind, Sturm, Elemente...


Als sich das besorgte, blasse Gesicht nun einmal wieder mit einem trüben Schleier der kleinlauten Melancholie überzogen wurde, schüttelte sie rasch das Haupt, beschwor den inneren Eisblock und entgegnete recht unterkühlt gen Paar:

"Ich bin zwar eine Arcomaga aber noch lange keine Göttin. Ja, es gibt Dinge, die auch ausserhalb meines spontaneren und kurzfristigen Wirkungskreises liegen. Der ewige Sonnenschein gehört dazu..."

Noch in dem Moment, als die harschen, wenngleich wenigstens eher leisen Worte fielen, schalt sie sich schon innerlich dafür, denn die etwas verwirrten Blicke der beiden, welche deutlich darlegten, dass sie sich ein wenig vor den Kopf gestossen fühlten, beschämten sie.
Etwas heller glomm ein kleines Licht in den nebelgrauen, großen Mädchenaugen auf und mit einer sehr viel sanfteren Stimme versicherte sie zwinkernd:

"Aber ich glaube ich kann zumindest die Wartezeit bis zum Ende des Gewitters aufwerten und Yarins Wunsch nach dem Trockenen erfüllen."

Keine Stunde später saßen sie, zusammen mit den beiden, müden Kutschern, an einem kleinen, magisch entzündeten und sehr behaglichen Feuerchen, während dank fleissiger, geflügelter Helferchen (eine Kooperation von Yarin und ihr) die Plane über ihnen, zwischen einige Bäume gespannt, Schutz, Schirm und genug Trockenheit versprach.
Anheimelnd knisterte das Holz in den vorsichtig leckenden Flammenzüngchen und während sich Una tiefer in ihre Robe kuschelte, die Kutscher rasch in einen glücklicherweise leisen Schlaf fielen, da blieb ihr Blick wohl irgendwann einmal an dem jungen Paar hängen und mit einem fast aberwitzig-mütterlichem Lächeln bemerkte sie, wie Yarin schützend den Arm um Iljana legte. Diese Geste weckte Erinnerungen...

... ihr Atem stockte, als er sie nun auch noch an sich heranzog und beide Arme um sie legte. An ihrem Rücken spürte sie seine Brust und ganz leise, nur für ihre Ohren bestimmt, seinen Herzschlag. Noch während sie lauschte und versuchte langsam wieder zu Luft zu kommen, beugte er sich vor. Schwarzes, welliges Haar mischte sich mit ihren schneefarbenen Strähnen und sein warmer Atem, der kurz ihre Wange striff, sträubte die feinen Härchen im Nacken.
Jetzt oder nie, Una, jetzt oder nie! Also....? JETZT!
Mit dem tiefen Luftholen verbannte sie die letzte zögerliche Unsicherheit und Steife aus ihrem Körper um sich an ihn zu lehnen. Der Kopf fand seinen Platz an seiner Schulter -als wäre dieser Ort für ihn gemacht- und sie legte ihn etwas nach hinten um zu ihm aufzublicken.
Ein grünes und ein braunes Auge sahen auf sie herab und ein leichtes Beben ging kurz durch seinen Körper, während sich die prasselnde Wärme in seinen Blick mischte- auch "Liebe" genannt.
In diesem Moment bot sich ihr ein Anblick, den sie nie vergessen würde. Ein leichtes Flirren schien in der Luft zu stehen. Es ließ die Sterne, welche über ihnen beiden in vollster Pracht strahlten, wie Kerzenlichter leicht glimmen und flackern... so unendlich schön.... die Sterne....


Sterne...
Die Plane und das Gewitter verhinderten, dass ihre "Schützlinge" ein derart wunderbares Schauspiel nebst der Lagerfeuerromantik erblicken konnten- die verdammte Plane.
Mit zusammengepressten Lippen und einem sehr schmalen, kritischen Blick analysierte sie jeden Fingerbreit des dünnen Linnengespanns, ehe sich ein weiteres Mal an diesem Abend ihr Blick klärte. Diesmal allerdings mit Begeisterung.

"Ving, die gemeinsamen Lehrstunden waren doch nicht ganz so unnütz, alter Scharlatan...", flüsterte sie noch leise, als schon der seltsame, helle Nebel in ihren Augen dichter zu werden schien und sie sich etwas leer und geistesabwesend weiteten.
Langsam glomm ein flirrender Stern mitten auf dem nachtschwarzen Planenhimmel auf, dann noch einer, gefolgt von zwei weiteren... bis das dunkle Stück Leinenstoff zum malerischen Nachtspektakel wurde und für die drei wachen Reisende silbrig leuchtete.

[img]http://www.stern.de/_content/50/10/501090/Sternenhimmel2.jpg[/img]
Iljana Rhogan

Beitrag von Iljana Rhogan »

Regen ... Regen .. Regen ... so hatte sie sich die Reise wahrlich nicht vorgestellt.

Zusammen gekauert, den Kragen der Robe soweit es ging hochgezogen, die Arme um den Oberkörper geschlungen, hockte sie nun hier am Lagerfeuer. Wenigstens jenes verbreitete zunehmend eine angenehme Wärme.

Noch mehr rückte sie an Yarin heran und als der Mann an ihrer Seite fürsorglich den Arm um sie herum legte, sie an sich drückte und ihr einen sachte Kuss an die Schläfe hauchte, machte sich nicht nur die wohlige Wärme des Feuers in ihr breit.

Trotz des wenig erfreulichen Wetters, trotz vom Schicksal erzwungenen Rast fühlte sich die junge Frau in diesem Moment einfach nur wohl und geborgen, eingehüllt in die Liebe des Mannes an ihrer Seite, der Freundschaft der kleinen Person ihr gegenüber.

Den Kopf an Yarin's Schulter gelehnt, lauschte sie dem Prasseln der Regentropfen auf die Plane, ein amüsiertes Schmunzeln lag auf ihrem Gesicht angesichts der geflügelten Helferchen, die eifrig bemüht waren, die Plane an ihrem Platz zu halten.

Auch wenn sie oft genug Yarin mit seinen fliegenden oder auch kriechenden Helfern liebevoll aufzog, so war sie doch in diesem Moment wiedereinmal sehr dankbar, dass es sie gab. Mittlerweile konnte sie sich diese Helfer aus ihrem Leben auch nicht mehr wegdenken.

Und so saß die kleine Reisegesellschaft nun im Trockenen, der Kutscher schlafend ein wenig abseits, leise vor sich hin schnarchten, Yarin, Una und Iljana ums prasselnde Feuer herum.

Voller Dankbarkeit ruhte Jana's Blick auf Una, noch immer konnte Jana es im Grunde nicht fassen, mit welcher Freude Una sie auf ihrer Reise begleitete, welche Freundschaft die kleine Person ihnen beiden entgegen brachte.

Langsam schob Iljana ihren Arm um Yarin herum, schmiegte sich noch enger an ihn, lies diese friedliche Stimmung einfach nur auf sich wirken, das sie sich rundherum wohl fühlte, was sicherlich für alle anwesenden deutlich sicht- und spürbar.

Um diesen Abend perfekt zu machen fehlte jetzt wohl nur noch eines!

"Sterne..." flüsterte die junge Frau vor sich her und unbewusst richtete sie den Blick nach oben auf den Planenhimmel. So blieb ihr dann auch verborgen, wie sich Una's Augen veränderten, wie sie konzentriert schien, geistesabwesend.

Staunend erblickte die junge Frau nun den ersten erstrahlenden Stern am Planenhimmel, dann noch einen und noch einen ... und bald schon hatte sie das Gefühl, sie würde sich direkt unter freiem Himmel befinden.

Langsam rann eine Träne aus den Augenwinkeln ihre Wange hinab und mit einem leisen, gehauchten "Danke..." liess die junge Frau diesen Moment, diesen Anblick einfach nur auf sich wirken, dicht an den Mann geschmiegt, an dessen Seite sie den Rest ihres Lebens verbringen wollte.

Annya

Beitrag von Annya »

Leise schniefend, lag sie da und schob ihre Schlaflosigkeit auf das kühle Mondlicht.
Die Wahrheit war nicht zu verdrängen, das Mondlicht leuchtete für alle und
konnte nichts für ihre Laune. Sie war gekränkt und verägert ob abendlichen Vorfälle.

Ahnungslos und gut gelaunt machte sie sich auf den Weg zum Markt.
Im Nachhinein rächte sich ihr spielerisches Dekorieren der späten Mahlzeit, denn
die Verkäufer waren bei ihrem Eintreffen bereits dabei den Erlös zu zählen
und die Waren zu verräumen.
Aber immerhin hatte sie es fertig gebracht aus einer unförmigen
Birne einen grinsenden Igel zu basteln....

Das drängende Bewusstsein, dass Yarin und Iljana jeden Tag
heimkehren könnten veranlasste sie dazu, die umstehenden Fremden,
nach guten Weinen zu fragen. So kam sie in die Gesellschaft von
zwei jungen Männern, etwas älter wohl als sie selbst, welche so
höflich waren und sie auf die Marktzeiten aufmerksam machten.
Vielleicht ließ sie sich ihre Enttäuschung zu sehr anmerken so, dass
die Beiden es für Nötig hielten sie um ihrer Sicherheit willen nach Hause zu bringen.
Seit dem ersten Tag war es dem Mädchen schwer gefallen sich in der
großen fremden Stadt zurecht zu finden, das fremde Geleit und die
Enttäuschung über unvollrichtetes Tagewerk, taten ihr Übriges.
So fand sie das Anwesen erst nach einem kurzen Umweg.
Erpicht darauf sich nichts anmerken zu lassen erzählte sie den Männern, kleine
Umwege, wären eine Taktik um fremde Begleiter auf ihre Absicht zu prüfen.
Die Freunde waren viel zu sehr damit beschäftigt Muskeln spielen zu lassen
und Abendpläne auszufechten als, dass sie sich um Annya scherten.
Gewissensbisse plagten sie plötzlich.. Ob Yarin etwas dagegen hätte
wenn Annya ihr Heim Preis gab?
Sie kannte ihre Begleiter nicht. Sie kannte ihre Absichten nicht.

Die Gewissheit über das viele Gold und den Hausschlüssel in ihrer Tasche
ließ sie fürchten... Umständlich versuchte sie Zeit tot zu schlagen,
bis die Männer abziehen würden, doch bemerkte einer die kleine List
und versuchte sie als Spionin Rahals zu enttarnen oder war sie doch
nur eine billige Betrügerin?
Fassungslos erstarrte sie und ließ giftige Andeutungen und Zweifel
über sich ergehen..
Närrisches Weib, Randsteinhenne...
Tränen des Zorns und der Hilflosigkeit kamen auf als sie den kleinen
Schlüssel aus ihrem Dekolette fischte und schlotternd das Tor öffnete.
In ihrem geschätzten Bett fühlte sie sich plötzlich nicht mehr sicher.
Die Nacht brachte keinen Schlaf, gebar nur irre Rachepläne eines gekränkten
Mädchenstolzes.
Iljana Rhogan

Beitrag von Iljana Rhogan »

Irgendwann lies auch das stärkste Gewitter nach, irgendwann waren auch die dicksten Regelwolken ausgeregnet. Der Wagen wurde wieder flott gemacht, das Rad Instand gesetzt und dank des nun ausgeschlafenen Kutschers kam die kleine Reisegesellschaft nun auch wieder zügig voran.

Iljana hatte die Zwangspause dazu genutzt und einige Nachrichten verfasst. Ihre doch etwas überstürzte Abreise hatte es ihr unmöglich gemacht, noch Nachrichten an verschiedene Leute zu entsenden. Ihr engster Freund und Vertrauter wusste bisher nicht, dass sie nach Wolfenfels abgereist war und so verfasste sie als erstes eine Nachricht an ihn.

'Ich grüße dich, mein Freund

eine Zeit ist es nun her, als ich dir von unseren Reiseplänen berichtete und endlich haben wir die Zeit gefunden, diese Reise in Angriff zu nehmen. Was das heisst, wirst du dir denken können. Einige Wochen werden wir jetzt unterwegs sein, doch nach unserer Rückkehr aus Wolfenfels wird hoffendlich das für uns so wichtige Ereigniss anstehen und dabei hätte ich dich gerne als meinen besten Freund an meiner Seite! Es liegt mir sehr viel daran, dass du mein Trauzeuge bist und ich hoffe sehr, du erweist mir diese Ehre. Sobald wir wieder in Varuna weilen, werde ich dir eine Nachricht zukommen lassen.

Bis dahin geb gut auf dich acht!

Jana'



Diese Nachricht zu überbringen, würde sicherlich etwas schwieriger werden, Iljana würde dafür einen besonders zuverlässigen Boten brauchen, welcher sich zum Nebelwald begeben und dort an der Grenze warten musste, bis er auf einen Herren mit dem Namen Lamiro stossen würde und nur ihm würde der Boten die Nachricht übergeben.

Zwei weitere Nachrichten hatte sie noch verfasst, jene waren gewiss nicht so heikel zu überbringen. Eine Nachricht ergeht an den Schneider Xantero Kintare in Varuna:


'Ich grüße dich Xantero,

du erinnerst dich sicherlich an ein Gespräch vor einigen Monden. Über jenes ganz spezielles Kleid ... für jenen ganz besonderen Anlass. Nun, was soll ich sagen ... in wenigen Wochen wird es soweit sein und ich werde jenes Kleid benötigen. Da mich eine Reise davon abhält, im Moment persöhnlich bei dir vorbei zu schauen, möchte ich dich bitte, mir meine Garderobe für diesen ganz besonderen Anlass anzufertigen. Sobald ich wieder in Varuna bin, werde ich dir eine Nachricht zukommen lassen und dann auch sofort bei dir vorbei schauen.
Doch für den Moment verlasse ich mich auf deine fähigen Hände und deinen guten Geschmack und hoffe, dass du meine Bitte erfüllen kannst.

Bis dahin verbleibe ich mit den besten Grüßen, möge Cirmias dich weiterhin mit handwerklichem Geschick segnen

Iljana van Ra'an'



Die anderen Nachricht wird an Durineya Fanras zum Fanras-Hof vor Varuna überbracht werden.

'Ich grüße euch Frau Fanras,

Sicherlich seit ihr erstaunt über meine Nachricht, doch hätte ich eine große Bitte an Euch, welche ich Euch zu diesem Zeitpunkt nicht persönlich mitteilen kann, da ich mich auf dem Wege nach Wolfenfels befinden. In einigen Wochen werden wir wieder zurück in Varuna sein und wenn alles so eintrifft, wie wir uns es erhoffen, wird im Hause Wolfenfels dann eine Hochzeit anstehen.
Für diese Gelegenheit benötge ich euer Wissen und euer Talent. Es wird dann eine festliche Speisetafel mit erlesenen Getränken von Nöten sein und ich hoffe sehr, dass ihr mir damit weiterhelfen könnt.
Wieviele Personen anwesend sein werden, kann ich zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen, mit diesem Schreiben möchte ich euch auch lediglich schon einmal bitte, euch Gedanken über eine Speisefolge mit entsprechenden Weinen zu machen. Sobald es mir möglich ist, werde ich persönlich bei euch vorbei kommen.

Bis dahin verbleibe ich mit den besten Wünsche und möge Eliuve Euch bei eurer schweren Arbeit schützend zu Hand gehen

Iljana van Ra'an'



Als sie in der nächsten, größeren Stadt dann Rast machten, eilte sie zur dortigen Bank, die Angestellten dort konnte ihr auch sofort zwei zuverlässige Boten empfehlen und so dauerte es nicht lange und die Nachrichten waren auf dem Weg nach Varuna. Jene Bote, welche die beiden Nachrichten nach Varuna bringen soll, wird noch einen weiteren Auftrag erhalten. Er wird gebeten, einen großen Strauss Wildblumen zu pflücken, welche er in Varuna zum Anwesen derer von Wolfenfels bringen soll. Dort soll er solange ausharren, bis er auf das Fräulein Annya trifft, ihr soll er dann diesen Blumenstrauss übergeben, zusammen mit einer kleinen Nachricht

Liebe Annya,

ich hofffe, es geht dir gut und du fühlst dich nicht gar so verlassen alleine in Varuna. Gerne hätten wir dich auf dieser Reise mitgenommen, doch wollten wir dir diese nicht zumuten der Erinnerungen an Wolfenfels wegen. Wir wissen, dass das Haus bei dir in besten Händen ist und freuen uns jetzt schon auf ein baldiges Wiedersehen.
Erfreue dich an dem Duft dieser Blumen und vergiss nicht, dir hin und wieder die Zeit zu nehmen, auch einmal die Mauern Varunas hinter dir zu lassen und die freie Natur zu geniessen.

Liebe Grüße

Iljana und Yarin'


Sichtlich erleichtert wirkte die jungen Frau, als sie wieder bei Yarin und Una war und nach einer ausgiebigen Stärkung in der örtlichen Taverne machte sich die kleine Reisegesellschaft wieder auf den Weg nach Wolfenfels ... ein ganzes Stück Weg hatten sie ja noch vor sich.

Lamiro Dandreon
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Lamiro Dandreon »

nach einiges streifzügen durch die Wälder Gerimors begab sich Lamiro zum Wegkreuz. Dort betrachtete er den jungen Mann der guldig dort wartete und sich immer wieder umsah. Langsam schritt Lamiro auf ihn zu ehe er mit freundlicher fragte "Schönen guten Tag der Herr, kann man Euch irgendwie helfen oder wartet ihr auf jemand bestimmtes?". Einen Moment lang mustert er Lamiro genauestens, er wollte sicher gehen auch dem richtigen die Botschaft zu geben. Nachdem er soweit erst mal recht sicher war fragte er "Kennt ihr einen Herrn des Waldes der auf den Namen Lamiro Dandreon hört?". Der junge Bote war schmächtig und wirkte keineswegs auch nur ansätzlich bedrohlich, daer deutete Lamiro mit einem freundlichen Lächeln auf sich und meint zu ihm "Nun, dass ich ihn kenne würde ich doch meinen, er steht vor Euch... doch was führt Euch denn zu mir?". Noch ein letztes mal musterte der Bote den in dunkelgrünem gekleideten Leder und reicht ihm dann die Nachricht. Langsam las Lamiro die Zeilen und ein immer erfreulicheres lächeln bildete sich auf seine Züge. Mit strahlenden Augen scheint er zu nicken, sich scheinbar sehr über etwas freuend faltet er den Brief und steckt ihn sorgfältig weg. Nachdem er dem Boten dann einen Beutet in die Handdrückte den er recht wahllos aus seiner Tasche zog und meinte "Ihr habt mir eines der wenigen aber schönsten Geschenke überbrachte die es für mich noch gibt. Das ist nur etwas erlös meiner heutigen jagd". Es mag fast klingen als wäre der Brief der reinste Wertgegenstand denn der Beutel doch einiges schwerer als de Knabe es für Botengänge gewohnt war. Kurz schaute er dem grüngekleideten noch nach wie dieser sich in den Bäumen des Waldes nahezu auflösen schien.
Durineya Fanras

Beitrag von Durineya Fanras »

Erstaunt schaute sie auf den Boten. Eine Nachricht für mich? Na dann gib mal her damit ich es auch lesen kann Sie drehte sich um und ging richtung Haus wobei sie den Brief gleich öffnete und alles genau durchliesst. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Eine Hochzeit, und ich darf dabei helfen? ruft sie freudig aus, und schaute sich dann um da sie es wohl sehr laut gesprochen hatte und immer noch vor dem Haus stand. Eilig ging sie nach drinnen und holte ihr Kochbuch heraus.

Das würde gut passen, oder doch vielleicht eher dieses Gericht? Eifrig blätterte sie seite für seite durch und nickte hier und da oder schüttelte den Kopf. Schnell holte sie einen Zettel heraus und notierte sich das eine oder andere um es dann wieder zu verwerfen und doch wieder neue Notizen machte.
Da werd ich wohl den Mägden bescheid geben damit sie mir zur Hand gehen können wenn es soweit ist.
Aufgeregt eilte sie dann ins Lager um die Bestände zu überprüfen


Als sie endlich soweit fertig war mit allem schrieb sie schnell eine Antwort welche sie dem Boten mitgab welchen er Frau van Ra`an nachschicken solle.

Ich grüsse Euch Frau van Ra´an,

Mit freuden hab ich von dem Ereignis gelesen welches anstehen wird in euerer nahen Zukunft, und ich muss sagen es freut mich riesig das ihr euer Glück gefunden habt und es besiegeln wollt.
Gerne steh ich euch mit Rat und Tat zur seite sobald ihr euch wieder in unseren Landen befindet. Bis dahin werde ich wohl das eine oder andere Gericht kochen und versuchen es noch ein wenig zu verfeinern. Desweiteren werde ich mir Gedanken über die Speisenfolge machen damit alles zu euerer zufriedenheit ablaufen kann.
Bis zu unserem Wiedersehen wünsche ich euch eine schöne und Erholsame Zeit im Hause Wolfenfels.

Viele Grüsse

Durineya Fanras
Annya

Beitrag von Annya »

Irgendetwas war hier faul. Annya hockte vor dem Fenster und
versuchte möglichst unauffälig einen Blick hinaus zu werfen.
Der fremde Mann stand nun schon seit einigen Stunden vor
dem Anwesen. In der rechten Hand trug er einen prächtigen
Blumenstrauß und seine Stiefel klackten immer wieder laut
während er auf und ab ging.

Vielleicht versuchte er auszuloten ob jemand zu Hause war?
Später würde er bestimmt seine Bande rufen und gemeinsam
würden sie ins Haus einsteigen um Wertgegenstände zu stehlen!
Vielleicht war seine Stichwaffe durch den Blumenstrauß getarnt?
Aus dieser Position konnte sie das nur schwerlich feststellen.
Sie biss sich an die Unterlippe, kniff die Augen zusammen und spähte
durch das große Wohnzimmer um einen neuen Aussichtsposten
zu erwählen. Ihre Knie scheuerten am Boden als sie auf allen Vieren
zum nächsten Fenster krabbelte.

Sie zog den Vorhang ein Stück zur Seite - Der Mann war verschwunden!
Ihr Puls beschleunigte sich, hektisch suchten ihre Blicke den Vorgarten ab.
Er war verschwunden!
Vielleicht knackte er bereits das Schloss?
Sie hörte doch etwas! Ja?
Da war doch was? Nicht? Doch..!
Wenn man genau hinhörte.. und
sich sehr gut konzentrierte....

Gleich würde er hinter ihr auftauchen!
Er würde ihr das Messer in den Rücken jagen ehe sie zu einem Schrei fähig wäre!
Sie musste schnell etwas unternehmen!

Gehetzt sah sie durch das Wohnzimmer, was suchte sie eigentlich? Eine Waffe?
Einen spitzen Gegenstand? Sie ärgerte sich über sich selbst. Was sollte sie mit einer
Waffe....? Rasch öffnete sie die Verriegelung, hob ihren Rock und versuchte die Fensterbank
zu erklimmen. Der einzige Ausweg war der Sprung in den Vorgarten. Es war gar nicht hoch.
Das waren nur die Nerven. Mit fest geschlossenen Augen sprang sie, landete unglücklich, knickte
zur Seite um und stöhnte leise auf.

"Fräulein Annya!?" rief eine Männerstimme, höflich wie besorgt.
Am östlichen Ende des Gartens stand der Fremde, seine Hände umfassten
die Verstrebungen des Zauns und er war dabei hinüber zu klettern.
Erbost sah sie hinüber und befahl mit erhobenem Zeigefinger "Bleibt wo ihr seid!
Kommt mir nicht zu nah! Bastard!".
Hatte sie das eben gesagt..?
Artig blieb er hinter dem Zaun stehen und erläuterte:"Fräulein Annya? Seid Ihr es?
Ich habe eine Botschaft. Iljana van Ra'an. Sie hat euch geschrieben!".

Sie entschuldigte sich immer und immer wieder bei dem Räuber, der sich als
geduldiger Bote entpuppte. Es tat ihr ja so leid... und wie... leid es ihr tat.
Der Bote riet ihr einen Heiler aufzusuchen, dezent riet er ihr - nicht nur den
Knöchel ansehen zu lassen sondern auch nach einem Schlaftrunk zu fragen,
sie sah übermüdet aus und wirkte zudem sehr nervös.
Nachdem sie sich verabschiedet hatten blieb Annya im Gras liegen
und sah nachdenklich zum Himmel hinauf.

"Ich brauche keinen Heiler! Ich brauche..
Sicherheit, Gerechtigkeit und Frieden!
Und..." grinsend feilte sie an ihrer nächsten Floskel
"Ich verbitte mir diesen Ton, Randsteinhenne! Spionin, Pah!
Herr Richter, schützen sie eine ihrer loyalsten Bürgerinnen!
Herr Richter, sorgen sie für Recht und Ordnung!" kichernd wälzte
sie sich im taufrischen Gras. Sie musste nur noch herausfinden
wer Richter war und einen Brief schreiben.
So fand diese Fantasie ein trauriges Ende - denn Schreiben konnte sie nicht.
Yarin von Wolfenfels

Beitrag von Yarin von Wolfenfels »

Endlich daheim … es hatte zwei Wochen und einen Sturm gedauert, durch die Magie Yarins und Unas erschöpften die Pferde aber weit weniger, als es der Kutscher gewohnt war. Und da Una und Iljana ihre eigenen Tiere mit auf die Reise nahmen konnte man das Gespann auch immer wieder austauschen.

Noch ehe der Tross die Feste Wolfenfels erreicht hatte, war die Kunde durch das Lehen geflogen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Ankunft Yarins just in den Moment als sie die Grenze zu Wolfenfels überschritten hatten. Einer der Jäger hatte seinen Falken in die Feste entsandt und so war der Empfang recht herzlich und schnell vorbereitet worden. Seine Eltern, seine Geschwister – mit Ausnahme Arianas, Kyron – der Temorapriester Wolfenfels, alle hatten sich am Tor der Feste eingefunden um die Kutsche zu empfangen. Yarin sprang von der Kutsche und mit Hilfe eines einfachen Zaubers gelang es ihm auch den Weg zu Tor schneller zurückzulegen als die Kutsche.

Sindar konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, und auch der Priester schüttelte den Kopf. Kurz vor der Gruppe hielt Yarin inne und neigte höflich das Haupt vor seinem Vater, dann in Richtung des Priesters. „Temoras Segen und die Weisheit Phanodains mit Euch, Vater, Hochwürden.“ Beide senkten das Haupt, dann ging Yarin auf seine Mutter zu, schloß die Arme um sie. „Schön wieder einmal daheim zu sein. Vater, Mutter – ich möchte Euch zwei Damen aus Varuna vorstellen. Zum einen Una, aus dem Hause Llastobhar, Erzmagierin am Konvent des Phoenix in Varuna und meine Lehrerin. Und die Dame daneben ist Iljana van Ra’an, mit eurem Segen meine zukünftige Ehefrau.“ Mit einem Lächeln half er den gerade angekommenen Frauen vom Kutschbock, nannte beide beim Namen und stellte ihnen seine Familie vor.

„Aber jetzt, bei aller Höflichkeit muss ich endlich wieder ein deftiges Wildgericht essen. Und den beiden Damen wird die Wolfenfelser Küche sicher auch munden.“ Mit einem Lachen aus einem Dutzend Kehlen begab sich die Gesellschaft ins Innere der Feste. Es würden einige angenehme Tage werden.
Annya

Beitrag von Annya »

Seit der Begegnung mit dem vermeintlichen Räuber war es ihre liebste
Beschäftigung geworden die Botschaft, gleich einem Bild, zu bewundern
und die Blumen in der Vase neu anzuordnen.
Mehrmals täglich ging sie los um frisches Wasser für den Blumenstrauß
zu besorgen und war stets bemüht die Vase den langsam wandernden
Sonnenstrahlen hinterher zu schieben, denn schließlich hatte sie sich
ein Ultimatum gesetzt - Die Blumen durften keinesfalls welken bevor
Iljana und Yarin zurückgekehrt waren! Zugegeben ein gewagter Wunsch
aber es fiel ihr leichter an diesen zu glauben als die Botschaft des
Briefes zu entschlüsseln.
Immer wieder betrachtete sie fasziniert das Schriftbild - es war sehr schön anzusehen! Ja wirklich!
Ob man daraus etwas ableiten konnte? Ob der Brief der Überbringer schöner Worte war? Was könnte Iljana ihr Schönes zu berichten haben?
Hoffentlich waren in Wolfenfels alle wohl auf und hatten ein großes Fest vorbereitet!

Aber... Vielleicht wollte Iljana auch etwas? Vielleicht handelte es sich gar um ein schriftliche Anweisung?
Wie würde eine schriftliche Anweisung aussehen?
Ob man einer Handschrift die Laune der Verfasserin entnehmen könnte?
Ob man durch das konzentrierte Anstarren eines Schriftstückes Lesen lernen könnte?
Wenn man es sich nur fest genug wünscht und man würde genau in diesem Moment an nichts anderes in der Welt denken, wär es dann möglich?

Annya zweifelte zurecht daran denn außer Kopfschmerzen und Müdigkeit
eröffnete ihr das Schreiben nichts.
Zuletzt geändert von Annya am Mittwoch 2. Mai 2007, 20:06, insgesamt 5-mal geändert.
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