Unstimmigkeiten

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Karina DelMur

Unstimmigkeiten

Beitrag von Karina DelMur »

Es war der 19.Wechselwind...

An diesem regnerischen Frühlingstag kamen Karina und ihr Liebster Gregor am Abend außnahmsweise zusammen nach Hause. Er hatte sie am Rahaler Gutshof abgeholt.
Doch außer dieser seltenen Kondition war noch etwas anders, das spürte Kari sofort...
Es fing damit an, dass ein fremdes Pferd an einem der zwei Pfosten von ihrem Haus angebunden worden war. Gregor erkannte das Tier zuerst nicht, obwohl es ihm durchaus bekannt war.

Plötzlich hörte man von hinterm Haus ein schreckliches Gebrüll. Kari lief erschrocken in die Richtung, von der sie den Lärm hörte, Gregor kam einige Sekunden später hinterher.
Als sie sah, dass ihr zahmer Bär wohl vom Haus ausgebüchst war und nun mit einem Alligator vom Strand kämpfte, eilte sie schneller hin, doch kurz bevor sie ankam, fiel ihr wuscheliger Bär Semjo schon. Er hatte schon sehr viel Blut verloren und rührte sich gar nicht mehr, bis auf die letzten röchelnden Atemzüge; der Alligator ging inzwischen auf den Mann los, der in der Nähe stand - scheinbar hatte dieser ihn provoziert.

Kari stürtze neben Semjo auf die Knie, den nun schon der Lebensgeist verlassen hatte, und vergoss hilflos Tränen. Als nun auch der Mann näher kam, blickt sie auf, sah ihn zunächst fragend an, noch verständnislos, was passiert war. Gregor schien ihn zu kennen und ihm fiel auch ein, das das fremde Pferd am Anbindepfosten wohl sein Tier sei.
Die emotionale Bäuerin fand schließlich raus, dass "Regado" - wie ihn Gregor nannte - Semjo auf den Alligator gehetzt hatte, um diesen zu töten, warum auch immer. Sie war schrecklich entsetzt und, während sie in erzürnten Disput ausbrach, wuchs ihre Wut umso mehr, als Regado seine Tat einfach auf die leichte Schulter nahm und voller Herzlosigkeit und Kälte ihr riet, sich doch einfach einen neuen, besseren Bären zu besorgen oder gar einen Alligator, der das Haus doch viel besser schützen konnte... Bebend und sprachlos schenkte sie ihm einen bösen Blick und erfuhr gleich den nächsten Schlag, als Gregor sich auf seine Seite stellte und ihm Recht gab. Mit ihrem Zorn mischte sich sogleich Enttäuschung über seine Reaktion, ihr in den Rücken zu fallen.

Ohne ein weiteres, wohl sinnloses Wort zu verschwenden stieg sie auf ihr Reittier und galoppierte einfach davon, innerlich eine riesige Leere verspürend. Die Tränen, die an ihrer Wange durch den Fahrtwind nach hinten davonspritzten, stürtzen auf die Erde und mischten sich in Gras und Moos mit den Regentropfen.
Sie fühlte sich furchtbar unverstanden und grub sich, auf dem Hof in ihrem Magdzimmer angekommen, in die große Decke auf dem Bett ein.

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Am nächsten Tag hatte Kari sich beruhigt und war auch wieder nach Hause gegangen, wohl in dem Wissen, dass Gregor fort, wahrscheinlich in Lameriast, sein würde. In aller Ruhe ihre Gedanken versammelnd räumt sie im Haus auf, als der Unerwartete eintritt.

Verlegen senkte er den Blick und drückte sich an ihr vorbei. Es dauerte eine Zeit, bis er unter ihren Blicken auf sie zuging. Karina konnte schließlich mit ihm den Streit beilegen; er hatte wirklich verstanden, was er falsch gemacht hatte, was von ihm nicht in Ordnung war.
Schließlich konnte Kari nicht länger die Beleidigte spielen und ihm vergeben.
Ihr erster großer Streit mit Gregor war zuende.
Und sie war glücklich, dass er nicht ganz schlimm geworden war.
Die zwei passten einfach zusammen und konnten einen Streit rasch wieder beenden, das war es, was Kari unter Liebe verstand.
Zuletzt geändert von Karina DelMur am Freitag 4. Mai 2007, 16:01, insgesamt 1-mal geändert.
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