„Savea, geht und zahlt Mikheram den Lohn für die Steinquader, um den Transport werde ich mich zu gegebener Stunde selbst kümmern.“
„Wie Ihr wünscht Euer Hochgeboren von Elbenau!“ beeilte sie sich zu sagen und spürte einen feinen Hauch im Nacken, bei dem Gedanken mit derart viel Münzen die Höhlen zu betreten, die nach Nilzadan führen. Aber Anweisung ist Anweisung und Bier ist.. nein.. diesmal würde sie einen Wein trinken, statt des kräftigen Zwergenbiers.. einen leichten... vielleicht einen Apfelwein.
Als sie im Begriff war, nach dem Beutel zu greifen, der wohl die entsprechende Anzahl an Münzen enthielt, fanden sich Bruchstücke der Erinnerung vor ihren Augen wieder, wie sie durch die finsteren Gänge ging, leicht torkelnd, den Ausgang suchend, gegen einen Pilz stolpernd, sich entschuldigend, in der Annahme es wäre einer des kleinen Volkes.. ein Kopfschütteln folgte, begleitet von einem leisen Knurren und der bekräftigenden Feststellung, „Nie wieder Zwergenbier!“
Der Münzbeutel war gut verstaut und die Reise konnte beginnen.
Nilzadan
Bereits kurz nach ihrer Ankunft stieß sie auf Mikheram und wurde sogleich in die Taverne gelotst. Besonders stolz war sie, dass der Wirt sie mit einem leicht grimmigen Blick bedachte, weil sie sich von ihm diesmal nicht über den Tisch hatte ziehen lassen. Mikheram indes beobachtete das Ganze deutlich amüsiert.
Nach dem sich gehörenden Zuprosten und einigen genußvollen Schlucken, kam sie ohne Umschweife zur Sache.
„Ihre Hochgeboren wünscht, dass Ihr den Lohn für Eure Mühen empfangt, meines Wissens eintausenddreihundertsechzig Steinquader zu je fünfzehn Münzen...“ und sie schüttete mit diesen Worten die Münzen aus dem Beutel auf den Tisch.
Während Mikheram den Haufen betrachtete, ließ sie sich den Apfelwein munden.
„Du, der Haufen ist aber viel zu groß.“
Fast hätte sie sich am letzten Schluck des Weines verschluckt. „Aber das kann doch nicht sein.. der vierte Haufen von rechts in der Truhe...“ Nun starrte auch sie auf den Münzhaufen, die Stirn gefurcht, während Mikheram eine Steintafel kleineren Ausmaßes hervor holte, Zahlen hinein kratzte, um sie dann flugs wieder verschwinden zu lassen, mit den Worten:
„Dann wird das sicher seine Richtigkeit haben... magst noch einen Wein? Ich geb einen aus.“
Gastfreundlich sind sie ja vom kleinen Volk, da kann man nichts gegen sagen!
Einen großen Weinkrug später, versicherte ihr Mikheram; „Du hast sicher den richtigen Haufen genommen, bestimmt hat das hohe Langbein dir einen falschen genannt.. das wäre ihr sicher unangenehm das zuzugeben.“
Ein weinvernebeltes zustimmendes Nicken folgte, gepaart mit der Sorge:
„Aber wenn das so wäre, würde sie mir da nicht die Schuld geben?“
„Wenn sie das täte, würde sie ja lügen wie ein Geschöpf des Brudermörders!“
„Wenn nun aber doch ich den Haufen verwechselt habe? Vielleicht sag ich am besten gar nichts.. vielleicht sollte ich die Haufen noch ein wenig vertauschen?“ Stellte sie laute Überlegungen an, denen sich Mikherams wildes Nicken anschloß, dabei Mut machend deklarierend: „Dann fällt das bestimmt gar nicht auf.“
Nicht gänzlich überzeugt von den eigenen Plänen die bange Frage: „Wäre ich dann nicht selber wie ein Geschöpf des Brudermörders?“
Die Antwort wischte fast alle Zweifel hinfort:
„Nein, Nein, nein! Du bist... du bist.. beinah ein Zwerg! Immer den größten Haufen nehmen, das kann nie verkehrt sein!“
Lag es an den Höhlen? Lag es an dem Apfelwein? Lag es an Mikherams vehementem Zuspruch, dass sie nach Hause eilte mit wehendem Umhang, nur mit kurzem Gruß an den Schloßwachen vorbei.. und festem Entschluß...?
Ein Haufen, zwei Haufen, oder wer kann hier nicht zählen?
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Savea Falkenlohe
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Savea Falkenlohe
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Als sie im Begriff war den Schloßeingang ebenso zu stürmen, wie die Tore, ließ ein Satz sie kurz innehalten und zunächst erleichtert aufatmen.
„Eilt Euch nicht Fräulein Savea, Ihre Hochgeboren ist nicht da und ihre Rückkehr ist ungewiß...“ Man mußte schon mit Klammerbeuteln gepudert worden sein, um das Ende des Satzes nicht erahnen zu können, den der Wachhabende sich gerade nicht getraute zu Ende zu sprechen... „wie so oft.“ Auf dem Absatz wand sie sich herum. „Ihr wißt nicht, ob sie vorher eine anständige Mahl...“ Sie hob die Hand und winkte ab.
Gedehnt sprach der Gardist: „Sie war in merkwürdigem Aufzug, was sie trug hätte einer aus dem Armenviertel gut gestanden.“ Keine Miene verzog er, als ihr Blick mit zusammen gekniffenen Augen den seinen traf, ehe sie sich wortlos umwandte, den Flur hinunter schoß, um geradewegs das Gemach der Ritterin zu stürmen und das Ankleidezimmer zu inspizieren.
Schließlich war sie lange genug in ihren Diensten, als das sie nicht jedes Gewand zu kennen vermochte. Flink verschaffte sie sich einen Überblick, mit dem Ergebnis, dass der Gardist sich keinen Scherz erlaubt hatte.
Sie tippte mit einem Finger gegen ihre Lippen und beschloß schlußendlich dies als gutes Zeichen zu nehmen, blieb ihr doch nun vielleicht genügend Zeit, eine kleine Falte in ihrem Diensteiferkostüm auszubügeln.
Kurz darauf verließ sie das Schloß, in ebenfalls einfacher Kleidung, eine Angel geschultert, eine große Tasche in der zweiten Hand, ein breites Lederband über der Brust, nach hinten über die zweite Schulter führend, welches dann auf dem Rücken ein längliches ledernes Paket hielt. Zu Ibert sprach sie: „Ich nehme heute meinen freien Tag Herr Gardist Ibert und den von der letzten Woche auch.. und den von der Woche davor ebenfalls. Dann stolzierte sie derart bepackt aus dem Tor hinaus.
Stunden später ließ sie sich auf dem Steg Bajards nieder und warf guter Dinge die Angel aus.
Als die Rute sich nach zweieinhalb Stunden das erste Mal bog, knurrte sie.
„Wenn das so weiter geht, sieht mich ihre Hochgeboren vor Ende des Sommers nicht wieder! Ich hoffe Herr Romain zahlt gut!“
Etwa fünf Augenblicke später hatte sie die Schnur eingeholt und starrte auf das was da am Haken zappelte. Ein Fisch... und was für einer.. zehn Finger breit... in der Länge.
„Bei allen verfluchten Kreaturen, wie hast du den großen Wurm in dein kleines Maul bekommen? Für dich bekomme ich doch keinen Silberling!“
Nach einigen Momenten des gegenseitigen Anstarrens, sprang sie auf und ging schnurstracks zum Fischhändler, ihm Angel und zappelnden Fisch vor die Nase haltend.
„Sagt an Herr Romain, was zahlt ihr dafür?“
Es gelang ihr nur mit Mühe das amüsierte Funkeln in seinen Augen nicht weiter zu beachten, ebenso die zuckenden Mundwinkel.
„Ich kenne mich mit den derzeitigen Preisen für Federn nicht aus, aber wenn Ihr ihn ausnehmt wertes Fräulein, leg ich was drauf.“
Ohne etwas zu erwidern machte sie kehrt und stakste erhobenen Hauptes zum Ende des Stegs zurück. „Mit kleinen Fischen fängt man Große hab ich mal gehört.“ hörte sie ihn glucksend sagen.
Mit einem leisen Seufzen löste den Haken aus dem Fischmaul und entließ den kleinen Meeresbewohner ins kühle Naß.
Die Angel blieb achtlos auf dem Steg liegend zurück, als sie sich samt ihres Gepäcks davon machte.
„Eilt Euch nicht Fräulein Savea, Ihre Hochgeboren ist nicht da und ihre Rückkehr ist ungewiß...“ Man mußte schon mit Klammerbeuteln gepudert worden sein, um das Ende des Satzes nicht erahnen zu können, den der Wachhabende sich gerade nicht getraute zu Ende zu sprechen... „wie so oft.“ Auf dem Absatz wand sie sich herum. „Ihr wißt nicht, ob sie vorher eine anständige Mahl...“ Sie hob die Hand und winkte ab.
Gedehnt sprach der Gardist: „Sie war in merkwürdigem Aufzug, was sie trug hätte einer aus dem Armenviertel gut gestanden.“ Keine Miene verzog er, als ihr Blick mit zusammen gekniffenen Augen den seinen traf, ehe sie sich wortlos umwandte, den Flur hinunter schoß, um geradewegs das Gemach der Ritterin zu stürmen und das Ankleidezimmer zu inspizieren.
Schließlich war sie lange genug in ihren Diensten, als das sie nicht jedes Gewand zu kennen vermochte. Flink verschaffte sie sich einen Überblick, mit dem Ergebnis, dass der Gardist sich keinen Scherz erlaubt hatte.
Sie tippte mit einem Finger gegen ihre Lippen und beschloß schlußendlich dies als gutes Zeichen zu nehmen, blieb ihr doch nun vielleicht genügend Zeit, eine kleine Falte in ihrem Diensteiferkostüm auszubügeln.
Kurz darauf verließ sie das Schloß, in ebenfalls einfacher Kleidung, eine Angel geschultert, eine große Tasche in der zweiten Hand, ein breites Lederband über der Brust, nach hinten über die zweite Schulter führend, welches dann auf dem Rücken ein längliches ledernes Paket hielt. Zu Ibert sprach sie: „Ich nehme heute meinen freien Tag Herr Gardist Ibert und den von der letzten Woche auch.. und den von der Woche davor ebenfalls. Dann stolzierte sie derart bepackt aus dem Tor hinaus.
Stunden später ließ sie sich auf dem Steg Bajards nieder und warf guter Dinge die Angel aus.
Als die Rute sich nach zweieinhalb Stunden das erste Mal bog, knurrte sie.
„Wenn das so weiter geht, sieht mich ihre Hochgeboren vor Ende des Sommers nicht wieder! Ich hoffe Herr Romain zahlt gut!“
Etwa fünf Augenblicke später hatte sie die Schnur eingeholt und starrte auf das was da am Haken zappelte. Ein Fisch... und was für einer.. zehn Finger breit... in der Länge.
„Bei allen verfluchten Kreaturen, wie hast du den großen Wurm in dein kleines Maul bekommen? Für dich bekomme ich doch keinen Silberling!“
Nach einigen Momenten des gegenseitigen Anstarrens, sprang sie auf und ging schnurstracks zum Fischhändler, ihm Angel und zappelnden Fisch vor die Nase haltend.
„Sagt an Herr Romain, was zahlt ihr dafür?“
Es gelang ihr nur mit Mühe das amüsierte Funkeln in seinen Augen nicht weiter zu beachten, ebenso die zuckenden Mundwinkel.
„Ich kenne mich mit den derzeitigen Preisen für Federn nicht aus, aber wenn Ihr ihn ausnehmt wertes Fräulein, leg ich was drauf.“
Ohne etwas zu erwidern machte sie kehrt und stakste erhobenen Hauptes zum Ende des Stegs zurück. „Mit kleinen Fischen fängt man Große hab ich mal gehört.“ hörte sie ihn glucksend sagen.
Mit einem leisen Seufzen löste den Haken aus dem Fischmaul und entließ den kleinen Meeresbewohner ins kühle Naß.
Die Angel blieb achtlos auf dem Steg liegend zurück, als sie sich samt ihres Gepäcks davon machte.
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Savea Falkenlohe
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Es wird Nacht Senorita
„Erstaunlich..“ war vermutlich der vorerst letzte Gedanke, der ihr durch den Kopf ging, während sie mit nicht minder erstauntem Blick auf die Kreatur starrte, die sich ihr beinahe gemütlich näherte, als hätte sie alle Zeit der Welt und wäre sich dessen auch noch bewußt.
Nachdem sie Bajard, nach dem erfolglosen Fischfang, verlassen hatte, bestieg sie die Kutsche.
Dem Kutscher hatte sie aufgetragen, sie vor Rahal abzusetzen... hatte sie doch von einer sich dort befindlichen Höhle gehört, in der es wahre Schätze zu holen gäbe... sie würden bewacht.. so erzählte man.
Bereits während der Fahrt befreite sie ihren Bogen aus seiner schützenden Hülle, prüfte die Spannung der Sehne und fuhr mit den Fingerspitzen, mit fast sanft anmutender Geste über die feinen Schnitzereien. Über den Falken in der Mitte, über die Flammen, die ihn oben und unten einrahmten und zu guter Letzt über die Federn.. eine oben, eine unten. Sie hätte sie im Schlaf nachzeichnen können.
Sie schloß für einen Moment die Augen.
Grüne Auen, dichte Wälder, Hufgetrappel, das leise Surren von Pfeilen, eine Stimme, die längst verdrängt geglaubt.
Sie öffnete ruckartig die Augen, nahm die Finger von den filigranen Einkerbungen.
Nein.. dies war nicht der Bogen. Dieser hier war neu und er stand für alles Neue was da kommen sollte.
Die Kutsche hielt und erst als der Kutscher ihr die Hand entgegen streckte, um ihr beim Aussteigen behilflich zu sein, wurde sie sich dessen gewahr. Nur Augenblicke später stand sie vor dem Eingang der Höhle, den Bogen fest in der Hand, die Sehne leicht gespannt, den ersten Pfeil aufgelegt.. dann trat sie ein. Es dauerte, bis sich ihre Augen an das Dunkel gewöhnt hatten, die Laute, die zehnfach von den Höhlenwänden schallten, mahnten sie zur Konzentration.
Zweiköpfe.. größer als Rehe, langsamer als Rehe, einfache Ziele.. gut.
Sie war fest entschlossen, ihnen zu nehmen, was sie zu schützen versuchten.
Ein vor ihr einschlagender Felsbrocken nahm ihr die Sicht. Sie wußten sich also zu wehren... auch gut.
Die Sehne bis zur Wange durchziehen, am Steinbrocken vorbei linsen, ihn als Deckung nutzen, zielen und den Pfeil von der Sehne schnellen lassen, treffen.. gut.
Den ersten Zweikopf erlegen, den nächsten auf sich aufmerksam machen.. gut.
Halb geduckt preschte sie vor, den Ekel unterdrückend, die Lagerstatt zu untersuchen, nachdem der letzte Zweikopf auf dem Boden aufschlug.
Einen Saphir finden.. 65 Münzen.
Einen Diamanten dazu... 165 Münzen.
Eine Truhe voller Edelsteine und Gold... ein Vermögen.
Nicht bemerken, wie sich eine Kreatur nähert, die gänzlich aus Erde zu bestehen scheint und sämtliche Alarmglocken auslösen sollte... unbezahlbar.
Sie stopfte sich die Taschen voll, richtete sich auf und wand sich um, in der Absicht, die Höhle zu verlassen. Einen Schritt vor den anderen.. kann doch nicht so schwer sein!
Es war schwer. Es war unmöglich! Bei dem Gefühl von hinten festgehalten zu werden, schlug sie mit dem Bogen nach rechts hinten. Der Schlag ging ins Leere. Der nächste Versuch, ein Schlag nach links.. sie teilte Luft. Es war nichts da, was sie hielt und dennoch konnte sie sich kein Stück rühren. Dafür schob sich nun die erdige Kreatur in ihr Blickfeld, gemächlich, wie eine Spinne, die sich der Tatsache bewußt ist, dass ihr Opfer keine Möglichkeit hat zu entkommen, näherte sie sich.
Die weiteren Versuche sich vom Fleck zu bewegen scheiterten bereits im Ansatz und vermutlich hätte sie in diesem Moment nicht zu sagen vermocht, ob die aufsteigende Angst, oder das Staunen größer war.
Einen Schlag später wurde die ohnehin schlecht ausgeleuchtete Höhle noch einen Tick dunkler.
„Erstaunlich..“
Nachdem sie Bajard, nach dem erfolglosen Fischfang, verlassen hatte, bestieg sie die Kutsche.
Dem Kutscher hatte sie aufgetragen, sie vor Rahal abzusetzen... hatte sie doch von einer sich dort befindlichen Höhle gehört, in der es wahre Schätze zu holen gäbe... sie würden bewacht.. so erzählte man.
Bereits während der Fahrt befreite sie ihren Bogen aus seiner schützenden Hülle, prüfte die Spannung der Sehne und fuhr mit den Fingerspitzen, mit fast sanft anmutender Geste über die feinen Schnitzereien. Über den Falken in der Mitte, über die Flammen, die ihn oben und unten einrahmten und zu guter Letzt über die Federn.. eine oben, eine unten. Sie hätte sie im Schlaf nachzeichnen können.
Sie schloß für einen Moment die Augen.
Grüne Auen, dichte Wälder, Hufgetrappel, das leise Surren von Pfeilen, eine Stimme, die längst verdrängt geglaubt.
Sie öffnete ruckartig die Augen, nahm die Finger von den filigranen Einkerbungen.
Nein.. dies war nicht der Bogen. Dieser hier war neu und er stand für alles Neue was da kommen sollte.
Die Kutsche hielt und erst als der Kutscher ihr die Hand entgegen streckte, um ihr beim Aussteigen behilflich zu sein, wurde sie sich dessen gewahr. Nur Augenblicke später stand sie vor dem Eingang der Höhle, den Bogen fest in der Hand, die Sehne leicht gespannt, den ersten Pfeil aufgelegt.. dann trat sie ein. Es dauerte, bis sich ihre Augen an das Dunkel gewöhnt hatten, die Laute, die zehnfach von den Höhlenwänden schallten, mahnten sie zur Konzentration.
Zweiköpfe.. größer als Rehe, langsamer als Rehe, einfache Ziele.. gut.
Sie war fest entschlossen, ihnen zu nehmen, was sie zu schützen versuchten.
Ein vor ihr einschlagender Felsbrocken nahm ihr die Sicht. Sie wußten sich also zu wehren... auch gut.
Die Sehne bis zur Wange durchziehen, am Steinbrocken vorbei linsen, ihn als Deckung nutzen, zielen und den Pfeil von der Sehne schnellen lassen, treffen.. gut.
Den ersten Zweikopf erlegen, den nächsten auf sich aufmerksam machen.. gut.
Halb geduckt preschte sie vor, den Ekel unterdrückend, die Lagerstatt zu untersuchen, nachdem der letzte Zweikopf auf dem Boden aufschlug.
Einen Saphir finden.. 65 Münzen.
Einen Diamanten dazu... 165 Münzen.
Eine Truhe voller Edelsteine und Gold... ein Vermögen.
Nicht bemerken, wie sich eine Kreatur nähert, die gänzlich aus Erde zu bestehen scheint und sämtliche Alarmglocken auslösen sollte... unbezahlbar.
Sie stopfte sich die Taschen voll, richtete sich auf und wand sich um, in der Absicht, die Höhle zu verlassen. Einen Schritt vor den anderen.. kann doch nicht so schwer sein!
Es war schwer. Es war unmöglich! Bei dem Gefühl von hinten festgehalten zu werden, schlug sie mit dem Bogen nach rechts hinten. Der Schlag ging ins Leere. Der nächste Versuch, ein Schlag nach links.. sie teilte Luft. Es war nichts da, was sie hielt und dennoch konnte sie sich kein Stück rühren. Dafür schob sich nun die erdige Kreatur in ihr Blickfeld, gemächlich, wie eine Spinne, die sich der Tatsache bewußt ist, dass ihr Opfer keine Möglichkeit hat zu entkommen, näherte sie sich.
Die weiteren Versuche sich vom Fleck zu bewegen scheiterten bereits im Ansatz und vermutlich hätte sie in diesem Moment nicht zu sagen vermocht, ob die aufsteigende Angst, oder das Staunen größer war.
Einen Schlag später wurde die ohnehin schlecht ausgeleuchtete Höhle noch einen Tick dunkler.
„Erstaunlich..“
Zuletzt geändert von Savea Falkenlohe am Freitag 27. April 2007, 17:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Savea Falkenlohe
- Beiträge: 1
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Irgend Jemand, oder Etwas? hatte sie in eine Ecke der Höhle geschleift. Ihr war nicht ganz klar, ob dies zu ihrer Rettung geschah, oder zu verhindern, dass man sie fand.
Hätte sie einem Mahl zur Ehre gereichen sollen, wäre sie genügend vorbereitet gewesen, sie fühlte sich.. gut abgehangen und weich geklopft, als sie zu Bewußtsein kam.
Ihr Atem ging flach und jegliche Bemühungen einen tieferen Atemzug zu nehmen, waren vergebens. Das beschlagene Bustier, das zum Schutze gedacht war, war offenbar nach innen verbogen und hielt den Oberkörper wie in Zangen.
„Alle Frauen, die etwas auf sich halten tragen eine Korsage.“ versuchte sie ihre Panik zu unterdrücken. Anschließend wälzte sie sich herum, um sich sodann in einer äußerst geschmeidigen Aufwärtsbewegung in eine sitzende Position zu bringen. Zumindest war sie der Annahme, dies geschmeidig getan zu haben, bis... der stechende Schmerz sie eines Besseren belehrte, der sich Bahn brach in ihrem Kopf, um dort nachhaltig zu explodieren.
Als sich zu dem Schmerz unangenehmer Schwindel gesellte, war sie nicht sicher, ob sie nicht auf der Stelle gern sterben wollte.. zumindest solange, bis diese verdammt große Beule an ihrem Kopf verschwunden wäre.
Da sich offensichtlich ihre Ohren aber allerbester Gesundheit erfreuten und sich wohl vorgenommen hatten, alle Geräusche in doppelter, nein, dreifacher Lautstärke ins Bewußtsein zu transportieren, wurde sie sich gewahr, hier nicht länger verweilen zu dürfen.
Stampfende Schritte, deren Echo in ihrem Magen Purzelbäume schlugen, kündigten die Familienmitglieder der von ihr erlegten Zweiköpfe an. Das Gebrüll fraß sich unerbittlich durch ihre entzündeten Gehirnwindungen
Weg! Sie mußte ganz schnell weg! Unglücklicher Weise jedoch waren sich ihre Körperteile und die ausgesandten Impulse noch nicht ganz einig, so dass aus ganz schnell weg, ein unkoordiniertes vor und zurück wurde, bis sie keuchend ein... „Nicht viel schlimmer als auf der Gregor Sebastian, die durch den Sturm schlingerte..“ hervor presste und sich abermals Mut machend, die Übelkeit unterdrückend zum Ausgang kroch, ohrenbetäubendes Brüllen und stampfende Schritte hinter sich lassend.
Sie hatte keine Ahnung, wieviel Tage und Nächte sie dem Schloß fern geblieben war.
Sie war jedoch guter Hoffnung, es wären nicht mehr als die drei angekündigten Tage gewesen. Sie wußte nicht, wie sie dem Kutscher begreiflich gemacht hatte, wie wichtig es sei, sie zum Schloß zu bringen, sie möglichst aufrecht hinein zu begleiten und Ibert zu versichern, sie seie wohl auf. Sie wußte ferner nicht, wie sie ihn dazu gebracht hatte, die Münzen in der Truhe der Ritterin zu deponieren.
Sie wußte nicht, wie sie in ihr Bett gekommen war.
Hätte sie einem Mahl zur Ehre gereichen sollen, wäre sie genügend vorbereitet gewesen, sie fühlte sich.. gut abgehangen und weich geklopft, als sie zu Bewußtsein kam.
Ihr Atem ging flach und jegliche Bemühungen einen tieferen Atemzug zu nehmen, waren vergebens. Das beschlagene Bustier, das zum Schutze gedacht war, war offenbar nach innen verbogen und hielt den Oberkörper wie in Zangen.
„Alle Frauen, die etwas auf sich halten tragen eine Korsage.“ versuchte sie ihre Panik zu unterdrücken. Anschließend wälzte sie sich herum, um sich sodann in einer äußerst geschmeidigen Aufwärtsbewegung in eine sitzende Position zu bringen. Zumindest war sie der Annahme, dies geschmeidig getan zu haben, bis... der stechende Schmerz sie eines Besseren belehrte, der sich Bahn brach in ihrem Kopf, um dort nachhaltig zu explodieren.
Als sich zu dem Schmerz unangenehmer Schwindel gesellte, war sie nicht sicher, ob sie nicht auf der Stelle gern sterben wollte.. zumindest solange, bis diese verdammt große Beule an ihrem Kopf verschwunden wäre.
Da sich offensichtlich ihre Ohren aber allerbester Gesundheit erfreuten und sich wohl vorgenommen hatten, alle Geräusche in doppelter, nein, dreifacher Lautstärke ins Bewußtsein zu transportieren, wurde sie sich gewahr, hier nicht länger verweilen zu dürfen.
Stampfende Schritte, deren Echo in ihrem Magen Purzelbäume schlugen, kündigten die Familienmitglieder der von ihr erlegten Zweiköpfe an. Das Gebrüll fraß sich unerbittlich durch ihre entzündeten Gehirnwindungen
Weg! Sie mußte ganz schnell weg! Unglücklicher Weise jedoch waren sich ihre Körperteile und die ausgesandten Impulse noch nicht ganz einig, so dass aus ganz schnell weg, ein unkoordiniertes vor und zurück wurde, bis sie keuchend ein... „Nicht viel schlimmer als auf der Gregor Sebastian, die durch den Sturm schlingerte..“ hervor presste und sich abermals Mut machend, die Übelkeit unterdrückend zum Ausgang kroch, ohrenbetäubendes Brüllen und stampfende Schritte hinter sich lassend.
Sie hatte keine Ahnung, wieviel Tage und Nächte sie dem Schloß fern geblieben war.
Sie war jedoch guter Hoffnung, es wären nicht mehr als die drei angekündigten Tage gewesen. Sie wußte nicht, wie sie dem Kutscher begreiflich gemacht hatte, wie wichtig es sei, sie zum Schloß zu bringen, sie möglichst aufrecht hinein zu begleiten und Ibert zu versichern, sie seie wohl auf. Sie wußte ferner nicht, wie sie ihn dazu gebracht hatte, die Münzen in der Truhe der Ritterin zu deponieren.
Sie wußte nicht, wie sie in ihr Bett gekommen war.