Unruhe auf Bajard's Totenhof

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Drakh del Vahn

Unruhe auf Bajard's Totenhof

Beitrag von Drakh del Vahn »

Die Sonne hatte sich hinter finstre Wolkendecken zurückgezogen und der Schatten seine schützende Hand über die Wege des Beschwörers gelegt, auf das er nicht im Licht weilen musste...

Die Eingewöhnungszeit war herum,.. Taten mussten walten und gewisse Opfer gebracht werden, um die Sache zu ehren.
So kam es, dass der Ehemalige Persönlich sich auf den Weg nach Bajard machte, wo er einen Friedhof zu kennen glaubte, wo die Wachen oft unaufmerksam waren...

Leise Schritte brachen durch knackendes Geäst die Stille um den Hof, als der blutrot gekuttete Mann aus seiner Deckung trat und über die Gemeindegräber blickte...
Zwei knurrende Bestien...
nein, eher Hunde genannt... waren dort eingesetzt, vielleicht um den Hof zu schützen, vielleicht aber auch nur Streuner.

So öffnete der Beschwörer mit spielenden Bewegungen seiner dürren, knochigen Finger seine Tasche und zog jeweils einen Knochen hervor, auf welchen die ausgehungerten Hunde angemessen reagierten.

Instinkte waren es immerhin, was das "Sterblich sein" ausmachte...

Wenn er eines gelernt hatte, dann war es wohl dies.
Demnach war der einfachste Weg den Menschen zu geben, was sie wollen, um den Schlüssel zu ihrer Seele zu finden.
Immerhin war es ja des Einen Wille, eben genau diese auszubeuten.

Die Hunde nagten froh am Knochen und sie mochten fast schon einen Teppich bilden für den Beschwörer, welcher sich nun ruhigen Schrittes, mit im Winde wehender Kutte, den Gräbern nährte...

Ruckartig war die gute Klinge aus dem Ärmel gerutscht, um sich dem Willen des Beschwörers zu beugen und die alten Pflanzen vom Grab zu schneiden... genährt von Tod und Leid der Angehörigen, vermochten sie ihm vorallem bei seelischen Riten nützlich zu sein.
Dann wandt er sich dem Grab selbst zu und trug die lästige Oberschicht der Erde ab, sich wohl dabei immer umblickend.
Leise Formeln verließen den Flüstermund, welcher sich kaum bewegte und jedoch recht klar sprach.
Dann stand der dürre Mann auf und formte noch einige Handgesten und warf einige Kräuter nieder, wohl das Ganze besiegelnd.

Bellen, Wimmern...
Die Hunde spürten etwas,.. so auch der Nekromant, als er sich geschwind umsah und aus der ferne bereits den Mann erblickte, welcher auf den Hof zukam.
Die Füße des vermummten glitten übers grab und verwischten die Spuren, während er sich vom Hof entfernte.
Kaum wenige Schritte hatte er getan, da stand der Mann auch schon gaffend am Zaun, als wolle er seine Werke beschauen,... dabei hatte der Beschwörer doch sein Ritual noch nicht vollenden können.

Und so fragte jener was er denn dort treibe... und ob man ihn nicht schon einmal gesehen hatte. Der Zwiespalt im Geiste des Ehemaligen verriet ihn, als er sich in der Mehrzahl äußerte, damit war aber lediglich festgestellt, dass er sich bereits einmal auf diesem Hof aufgehalten hatte.

Jedoch der Kommentar, dass er sich beim letzten Mal als Friedhofspfleger und nun als Friedhofsgänger gezeigt hatte, führte ihn in schwere Ausschweifungen, was die Ausreden anging.
Letztendlich schien sein Gegenüber zwar noch misstrauisch, jedoch nicht mehr so sicher und stellte sich dem Nekromanten als Sylvian Karvex vor, ein Diener Unbekannter Leute, zumindest umschrieb er es so als wären sie nicht nennenswert und er zählte somit nicht zur Stadtwache, welche dem Beschwörer vielleicht noch hätte gefährlich werden können.

Den Rat, den Friedhof vorerst nicht aufzusuchen, da die Menschen sonst hart mit ihm ins Gericht gehen würden, konnte der Ehemalige nur belächeln, ob der mangelnden Beweise, dass er auf diesem Friedhof unrecht getan hatte.
Endlich fand der Krieger wohl seine Ruhe und verschwand, womit der Ehemalige noch geschwind das Ritual ungesehen beenden konnte um dann in den Schatten zu fliehen, wo ihn keiner vermuten würde.
Wie gewünscht brach schon wenige Momente ein willenloser aus einem der Gräber hervor. Zombie von den Menschen gerufen. Wandelnder Toter, als Beschreibung genügend.
Ein seelenloser Bastard, welcher nun in Bajard auf dem Hof der Toten sein Unwesen trieb.

Vollständig vermummt wie er zur Tat war, würde den Ehemaligen keiner wiedererkennen.
Sylvian hatte also weder Namen von ihm, noch Aussehen, noch Stimme, da er diese stets etwas verstellte, wenn er sich vermummt gab.
Lediglich die Mehrzahl in welcher er sprach hatte ihn verraten, doch diesen Fehler würde er beseitigen.
Sylvian Karvex musste schweigen... und würde er dies nicht tun, so müsste man ihn aus dem Weg schaffen, oder auf ewig zum Schweigen bringen...

So forderte es die Sache...
Zuletzt geändert von Drakh del Vahn am Donnerstag 12. April 2007, 18:13, insgesamt 4-mal geändert.
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Beldan Scherenbrueck
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Beitrag von Beldan Scherenbrueck »

Etwas nachdenklich betrachtete er die kleine Ansammlung an Einwohnern, die sich vor seinem Haus versammelt hatte, um in einer Mischung aus Angst, Empörung, Unruhe und Wut ihre Besorgnis darüber auszudrücken, dass sie teils gehört, teils gesehen zu haben glaubte, dass es auf dem Friedhof zu einem unsäglichen Zwischenfall gekommen sei. Die Ausschmückung desselben variierte freilich von Fall zu Fall und wenn sich überhaupt etwas klar herauskristallisierte, dann die unverbindlich allgemeine Aussage, dass eben etwas passiert sei. Etwas Ungeheuerliches natürlich. Es half nicht unbedingt, dass sich solche "ungeheuerlichen" Begebenheiten in Bajard mit einer gewissen Regelmäßigkeit ereigneten, jedenfalls war der kleine Friedhof sehr beliebt und in den letzten Monden hatte es sicher eine Handvoll vergleichbarer Unruhen gegeben, so dass es nachvollziehbar war, dass kein Bajarder seine Toten mehr auf diesem Anger begraben wollte und man vermehrt dazu übergegangen war die Toten zu verbrennen und nur noch ihre Asche zu bestatten oder diese gleich ins Meer zu streuen.

Im Gegenzug verdankte der Bürgermeister dieser Häufung aber, dass er die Sache halbwegs gefasst nehmen konnte, und da er, zu allem Überfluss, zufällig das ein oder andere Gläschen Wacholderbranntwein getrunken hatte, erfreute er sich einer gelassenen Beredsamkeit, mit der es ihm einstweilen gelang die Menge zu beschwichtigen und wieder zu zerstreuen. Anschließend unternahm er mit Herrn Warenhar von der Bajarder Bürgerwehr einen kleinen Spaziergang zum Friedhof, um die Sache genauer in Augenschein zu nehmen. Hier ließ sich allerdings nur noch feststellen, dass vermutlich irgendein Abenteurer, der zufällig des Weges gekommen war, die Sache bereinigt und sich anschließend nicht weiter darum gekümmert hatte, so dass es keine lebenden Toten zu bezwingen gab. Die beiden Männern blieben ein wenig am Friedhof stehen, betrachteten die Sache und führten einen Plausch über die Lage, wobei sich im Wesentlichen nicht mehr ergab, als dass die Bürgerwehr derzeit schon ein wenig auf dem Zahnfleisch kriechen würde, so dass man keine zusätzlichen Männer würde abstellen können, um den Friedhof besser zu bewachen.

Entsprechend ratlos hingen sie ihren Gedanken nach, um sich dann ein Weilchen später voneinander zu verabschieden und erst einmal ihres Weges zu gehen. Freilich sicherten sie sich vorher gegenseitig zu, dass sie die Sache schon in den Griff kriegen würden und dass das der letzte Zwischenfall dieser Art gewesen sein würde, aber so richtig glaubte das wohl keiner von beiden.
Wijay Loreen

Beitrag von Wijay Loreen »

Dass der Friedhof bereits förmlich durchtränkt war von des Richters Macht war hinlänglih bekannt. Bajard war in Unruhe. Und offenbar hatte wieder jemand die Toten"ruhe" gestört, wie sie in den Aushängen las.

Die Bevölkerung schien trotz alledem unaufmerksam zu sein. Die ideale Gelegenheit, die Angst Bajards zu schüren, was ihr enorme Vorteile verschaffte.

Bruder Amon war einerstanden, bei dieser kleinen Aktion mitzumachen. Es war herrlich mitanzusehen, wie Bajard in Aufruhr geriet - und so wurde erneut der Friedhof des Nachts begangen.

Mitternacht war schon vorbei und der Regen klatschte schwer auf die schwammig gewordene Erde. Hier und da zerriss ei Blitz die Dunkelheit und zeigte zwei graue Gestalten, welche sich am Friedhofe herumbewegten.

Der darauffolgende Donner wurde gedämpft, denn etwas anderes lag nun in der Luft, etwas schauerliches, was die Nacht selbst noch zu verdunkeln schien.

Gebetsformeln sprechend erweckten sie einige der Toten. Wunderlich, der Friedhof war nun gewiss nahezu leer, erstanden die Toten doch ziemlich häufig wieder. So wäre dies wohl die letzte mögliche Aktion. Doch es war egal. Die Erde war schon länger dem Seelenfürsten geweiht, länger schon als die Erde Berchgards, zumindest so er von den hiesigen Priestern noch nicht gereinigt wurde.

Die Menschen die vorbeirannten mochten einen eisig anmutenden Wind fühlen und das erahnbare verzerrte Krächzen eines Raben vermengt mit dem Klatschen des Regens.

Die Untoten erhoben sich und verließen den Friedhof - sofort wurde Alarm geschrien. Offenbar hatte ein Zwerg die Gestalten zuallererst bemerkt - und binnen Sekunden entstand ein furchtbarer aufruhr als die Menschen auf die, von den beiden Dienern des Richters erweckten Untoten zustürmten.

Die Verwirrung wurde genutzt um den Friedhof nun endlich zu verlassen. Die Flucht war ihnen geglückt, doch das Wütende Gebrüll des Zwergen hallte noch durch die Straßen des Dorfes. Das Ziel war erreicht, für Aufruhr zu sorgen.

Narren - hatten sie doch keine Ahnung, was hier wirklich vonstatten ging. Nächstes mal würden sie die Angst gewiss noch weiter schüren. In Wijays Geist formte sich bereits ein Plan, und dieser Plan würde wohl dafür sorgen, dass eine frische Seele seinen Weg zum Herrn der Seelen findet. Dann würde Bajard in Angst leben.
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