Die Rückkehr

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Luthor van Gor

Die Rückkehr

Beitrag von Luthor van Gor »

*Einige Zeit war es nun still im Hause der van Gor's gewesen, begründet durch eine Reise welche der Herr des Hauses und seine Verlobte tätigen mussten.
Das Ziel dieser Reise war die einstige Heimat von Ehlana, der Ort an dem viele Streiter des Herrn ausgebildet wurden und in die Welt auszogen um den Willen des Allmächtigen durchzusetzen.
Sie haben das Ausmaß der Zerstörung mit ihren Augen gesehen und Ehlana rang es so manche Träne ab, verband sie doch viel Grausamkeit mit den letzten Stunden in denen sie ihrer Heimat beiwohnen durfte, die Ermordung ihres Vaters, das sinnlose töten im Namen des Lichts, der Gerechtigkeit, welch bittere Ironie.

Es war nichtmehr viel vorhanden was einem Wiederaufbau zugute käme, die Mauern der einst so stolzen Feste waren bis auf den Grund zerstört worden.
Er sah in diesen Momenten mit Bestürztheit zu seiner Liebsten, doch gleichsam brodelte in ihm der blanke Hass, er schwor sich in seiner Gedankenwelt das ihr Leiden nicht größer sein wird, als das Leid, das er über die Lakaien der Temora bringen würde, sei es Mann, Weib oder Kind.

Es gab in diesen Landen nichtsmehr zutun, die Rückkehr sollte ihre einzige Option sein und so traten sie diese auch an.
Eine Woche ist bisher vergangen, die meisste Zeit davon wurde mit der An und Abreise verbracht, doch die Zeit verstrich und schon bald sahen sie wieder die stolzen Banner Rahals, die im Winde wehten, verbrüdert mit dem der Burg Eisenwart und der Arkorither.

Die Schritte von Luthor und Ehlana lenkten beide geradewegs zum Familiensitz der van Gor's, dort angekommen eröffnete der Herr des Hauses die Türe und betrat den Empfangsraum, als hätte sie auf die Herrschafften gewartet, stand Lucille die Magd und gute Seele des Hauses in eben diesem Empfangsraum und begrüßte den Herrn und die Herrin mit der gewohnten und angemessenen Handhabe.

Er wollte sogleich ins Obergeschoss gehen, doch wurde er durch die Worte Lucilles aufgehalten...*


Herr, es war ein Bote für euch da, ein Schreiben von seiner Heiligkeit, doch wollte er dies Schreiben nur an euch übergeben und nahm es daher wieder mit sich.

*Die Stirn in Falten geworfen sah er nun zu Ehlana, doch im nächsten Moment schon wurde ein gewohnt kurzes Nicken an Lucille gerichtet, woraufhin Lucille sich wieder an die Arbeit machte.
Mit nachdenklicher Miene begab er sich nun an der Seite seiner Verlobten in das obere Stockwerk, seinen gedanken folgend, womit es wohl zutun haben könnte, das ein Brief seiner Heiligkeit an ihne addressiert, seinen Weg zu ihm finden solle.

Ehlana machte sich derweil im geräumigen Badezimmer frisch, doch auch sie schien von diesem Schreiben beunruihgd zu sein.
Abwarten schien die Alternative zu sein, der Bote würde seinen Weg erneut zum Hause finden und das so dringlich erscheinende Schreiben überbringen.*
Ehlana Goldan
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Ehlana Goldan »

Regungslos saß Ehlana in ein weiches Handtuch gehüllt auf den Stufen, die zur Badestelle führten. Die letzten Tropfen liefen aus ihren schweren nassen Locken den Rücken entlang. Zu ihren Füßen hatte sich eine kleine Lache gebildet. All dies nahm sie nicht wahr. Ihre Augen waren auf die Wand gegenüber gerichtet, doch ging ihr Blick durch diese hindurch. Zurück zur Heimat, zurück zu dem, was davon übrig geblieben war. Zum ersten Mal hatte sie die Trümmer bei Tageslicht begutachtet. Ein Anblick, der sie hatte beinahe sämtliche Fassung verlieren lassen. Mühsam hatte sie gegen die Verzweiflung angekämpft, doch immer wieder hatten sich Tränen ihren Weg gebahnt.
Luthor hatte ihren inneren Kampf wahrgenommen, doch als sie daran zu zerbrechen drohte ein Machtwort gesprochen und die sofortige Heimkehr angeordnet. Die Reise war größtenteils schweigend verlaufen. Ihren Kopf an seine Schulter gelehnt, hatte sie Stück für Stück sich innerlich wieder aufrichten können. Nur so war sie in der Lage hier, in Rahal, wieder ihren gewohnten Platz mit all seinen Aufgaben einzunehmen.

Zufrieden hatte Ehlana registriert, dass das Haus sauber und die Zimmer gelüftet waren. Ein leichter Geruch frischer Suppe lag angenehm in der Luft, doch den Appetit hatte sie vorerst verloren. Lucille hatte sie höflich, ja schon fast ein wenig überschwenglich begrüßt und eilig die wichtigsten Informationen vorgetragen.

Ein leichter Schauer lief durch ihren Körper und Ehlana wurde langsam bewusst, dass sie schon viel zu lange so da saß. Etwas schleppend rappelte sie sich auf und trocknete sich ab. Dann schlüpfte sie in einen weichen Mantel aus Wolle und griff zu der Bürste. Strähne für Strähne durchkämmend entwirrte sie ihre Haarpracht. Dabei glitten ihre Gedanken wieder davon.

Ein Schreiben Seiner Heiligkeit? Eines, das nur Luthor selber empfangen durfte? Hoffentlich etwas Aufmunterndes, das wäre, was sie selber nun gut gebrauchen konnte.

Mit geschickten Fingern flocht sie rasch einen schlichten Zopf, dann erhob sie sich und kleidete sich an. Ein letzter prüfender Blick in den Spiegel und sie nickte sich zu. Annehmbar. Ihr Rücken straffte sich, die Haltung wurde wieder vollkommen gerade und ihre Bewegungen nahmen die gewohnte Eleganz an.
Gerade als sie die Hand an die Türklinke legte, hörte sie, wie es läutete und Lucille im nächsten Moment auch schon zur Türe eilte. Sie selber schritt ruhig in den großen Saal, wo Luthor sie bereits erwartete.
Luthor van Gor

Beitrag von Luthor van Gor »

*Sein Augenmerk ruhte nun auf dem Mann, ein Bote welcher ein Schreiben in seiner Hand hielt, das Schreiben von dem Lucille zuvor berichtet hatte.*

Herr van Gor, seine Heiligkeit lässt euch dies Schreiben zukommen.

*Die ernste Miene des Boten liess keine Zweifel daran, das es wohl kein Anstandsschreiben sei, doch quitierte er diese Worte nur mit einem kurz gehaltenen Nicken seinerseits und nahm das Schreiben an sich.

Der Bote so schnell er gekommen war, machte sich ebenso rasch wieder von dannen.
Luthor entrichtet Ehlana ein Sorgen erfüllten Blick, der jedoch keinen Deut an gewohnter Strenge fehlen ließ, sie wusste was dieser Blick zu bedeuten hatte und so begaben sie sich beide in das Arbeitszimmer im oberen Stockwerk.

Dort angekommen liessen sie sich am Tisch nieder, sich gegenüber sitzend und sich einige vielsagende Blicke schenkend, ruhte die rechte Hand seiner Person auf dem Schreiben.
Seine innere Stimme befahl ihm förmlich das Siegel zu brechen und die Zeilen zu studieren, doch schindete er Zeit.

Ehlana riss ihn sodann aus den Gedanken indem sie ihm sanft über den Handrücken strich und folgende Worte an sein Gehör entrichtete.*


Nun lies die Zeilen schon, wir werden auch dies überstehen, so es etwas unheilvolles sein mag.

*Tief atmete er ein und nickte ihr sodann sachte zu, seine Hand glitt unter die Umschlagsfalte und brach mit einem leichten Ruck das Siegel.
Langsam streiften seine Blicke nun die Zeilen und mit einer jeden Silbe die er in sich aufnahm erstarrte sein Antlitz mehr.*


Was ist los, Luthor... rede mit mir...

*Doch er war ausser Stande ein klares Wort zu fassen, sein Blick verfinsterte sich zunehmend, seine Hand verkrampfte sich um das Schreiben, bis nur noch die abstehenden Ränder knitterfrei oberhalb und unterhalb seiner Hand herrausragten.

Das zerknitterte Schreiben beiseite legend ergriff er rasch ein leeres Stück Pergament und griff nachfolgend zur Feder, diese in Tinte tauchend glitt die Spitze über das noch leere Blatt.
Ehlana richtete einen mehr oder minder irritierten Blick auf ihn, doch hüllte sie sich fortwährend in Schweigen.

In diesem Schreiben fanden Worte eines anzuberaumenden Treffens ihren Platz, gerichtet an Cedro de Lucena, Ort und Zeit seien ihm überlassen, doch sollte dieses Treffen so schnell wie es irgend möglich zu stande kommen, dies machte er in seinen verfassten Zeilen deutlich.*


Lucille!

*Herrschte er durch den Raum und sogleich hörte man das Fußgetrappel ihrer Person, kurz klopfte sie an die Türe und eröffnet diese im nächsten Augenblick.*

Herr?

*Just in diesem Moment faltete er das Schreiben zusammen und versiegelte es mit Siegelwachs, welches das Zeichen der van Gor's aufzeigte.
Als dies geschehen ward, erhob er das Schreiben und hielt es in Lucilles Richtung, gepaart mit den Worten.*


Übergebe dies dem Hausboten und sage ihm, er solle es auf dem schnellsten Wege zu Händen von de Lucena übergeben.

*Lucille nahm das Schreiben entgegen und machte sich ohne weiteres Wort auf de schnellsten Wege zu besagtem Boten.
Als die Türe ins Schloss gefallen war, richtete er sein Augenmerk auf Ehlana, welche noch immer schweigend da saß.

Mit einer fahrigen, leicht zittrigen Handbewegung schob er ihr das zerknitterte Schreiben zu...*
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