Ihre Augen mühten sich noch zweimal kraftlos
ehe sie sich öffneten und einen verklärten Blick
durch den fremden Raum entsandten.
Mit angehaltenem Atem setzte sie
sich auf. Sie hatte keine Ahnung, wie sie hier her gekommen
war geschweige denn, wo sie überhaupt war. Das sehr schlicht
eingerichtete Zimmer erinnerte sie an das angemietete Zimmer
in Bajard. Beim Gedanken daran, aufzustehen um einen Blick
aus dem kleinen Fenster zu riskieren oder gar die Tür zu öffnen
um mehr Gewissheit zu erlangen überkam sie ein Gefühl
von Übelkeit und Schwindel.
Tränen, dem Schmerz und der Hilflosigkeit entsprungen,
hatten den unteren Wimperkranz mit einer juckenden
Salzkruste verklebt.
Der lange Schlaf, und die scheinbar
unüberwindbare Schwäche ließen nur sehr unkoordiniert
und langsam zu, dass sie den rechten Arm hob und sich
mit dem Handrücken die Augen rieb.
Als sie dieses Mal die Augen öffnete, schlich sich
leises Bewusstsein, für die vergangenen Stunden ein -
langsam drehte und wendete sie ihre
Handfläche, betrachtete den frei gelegten Knochen ihres
Handgelenks, verlor sich hilflos in einer weiteren Musterung
ihrer unzähligen Schürf - und Bisswunden die den Oberkörper
zeichneten. Ein weitere Ohnmacht kündigte sich an und spielte
ihren Augen einen Streich von dunklen und grellen Blitzen.
Ihr Körper fiel begleitet von einem resgignierendem Seufzen zurück
ins Bett - einzig ihr Herz blieb die treibende Kraft und pumpte,
unregelmäßig aber bemüht, weiter.
Die behelfsmäßig angebrachten Verbände waren bereits blutrot
gefärbt und die nässenden Wunden sowie der Fieberschlaf
verbreiteten einen stechenden Geruch von Krankheit und
Todesnähe im Zimmer. Ihre letzten Gedanken kreisten,
schneller und immer schneller -einen Ausweg suchend.
Niemand würde sie hier finden - nicht einmal sie selbst
wusste über ihren Aufenthaltsort bescheid. Sie hatte es bisweilen
nicht geschafft in diesen Landen Anhang zu finden.
Sie versuchte im Geiste die letzten drei Gesichter
zu bennenen die ihr in den Sinn kamen: Morgen, Sylvian, Iljana.
Die förmliche Zurückhaltung, die sie fälschlicher Weise kühl und distanziert
erschienen ließ hatte sich gerächt. Niemand wusste über ihre Not.
Keiner ihrer Albträume konnte der Wahrheit gerecht werden.
Maras Universum I
-
Mara Fuxtanz
Das Leben ließ sie nicht gehen...
Vielleicht hatte es beschlossen, sie noch eine Weile
zu behalten um sie mit Einsamkeit und Schmerz zu knechten?
Der laute Knall, einer ins Schloss fallenden Tür, weckte sie.
Das erste Geräusch, dass seit nun mehr einem Tag und einer
Nacht an ihr Gehör drang, begierig sich an dieser Hoffnung
halten wollend verließ sie ihr Krankenbett. Der fiebrige Geist
schnappte ein letztes Mal nach Luft um mit übertriebener
Hast und Sehnsucht das Geräusch zu orten und diesem zu folgen..
Ganz gleich wie sehr der ausgezehrte Körper rebellierte, der
Geist hatte gewonnen und entschieden das Schicksal noch
einmal herauszufordern.
Eine abgemagerte, vom Fieber und Kampf gezeichnete junge Frau
deren Anblick wohl nur die Deutung des Wahnsinns oder Todes
zuließ geisterte nun durch das verlassene Gasthaus. Der Hall, der ins
Schloss gefallenen Tür, war längst vergangen - dennoch beflügelte
er sie immer noch und zauberte ein gespenstisches Lächeln auf ihre
trockenen Lippen. Sie hielt der schweren Türe ihr ganzes Körpergewicht
entgegen als die knöchernen Finger der rechten Hand die Türklinke
hinunterdrückten und sie ins Freie entließen. Der Schwung, der sich
öffnenden Türe, entließ sie derart ruckartig ins Freie, dass sie vornüber
im taunassen Gras landete. Mit einem kehligen Murren kämpfte sie sich
auf alle Viere hoch, kroch zum nahegelegenen Zaun und richtet sich mit
dessen stützender "Hilfe" auf.
Körper und Geist waren wie entzweit, daraus resultierend wirkten ihre
Bewegungen wie geisterhaft, ferngesteuert..Schlurfend folgte sie einem
schmalen Weg, bereit dem Schicksal ein letztes Mal in die
Arme zu laufen.
Vielleicht hatte es beschlossen, sie noch eine Weile
zu behalten um sie mit Einsamkeit und Schmerz zu knechten?
Der laute Knall, einer ins Schloss fallenden Tür, weckte sie.
Das erste Geräusch, dass seit nun mehr einem Tag und einer
Nacht an ihr Gehör drang, begierig sich an dieser Hoffnung
halten wollend verließ sie ihr Krankenbett. Der fiebrige Geist
schnappte ein letztes Mal nach Luft um mit übertriebener
Hast und Sehnsucht das Geräusch zu orten und diesem zu folgen..
Ganz gleich wie sehr der ausgezehrte Körper rebellierte, der
Geist hatte gewonnen und entschieden das Schicksal noch
einmal herauszufordern.
Eine abgemagerte, vom Fieber und Kampf gezeichnete junge Frau
deren Anblick wohl nur die Deutung des Wahnsinns oder Todes
zuließ geisterte nun durch das verlassene Gasthaus. Der Hall, der ins
Schloss gefallenen Tür, war längst vergangen - dennoch beflügelte
er sie immer noch und zauberte ein gespenstisches Lächeln auf ihre
trockenen Lippen. Sie hielt der schweren Türe ihr ganzes Körpergewicht
entgegen als die knöchernen Finger der rechten Hand die Türklinke
hinunterdrückten und sie ins Freie entließen. Der Schwung, der sich
öffnenden Türe, entließ sie derart ruckartig ins Freie, dass sie vornüber
im taunassen Gras landete. Mit einem kehligen Murren kämpfte sie sich
auf alle Viere hoch, kroch zum nahegelegenen Zaun und richtet sich mit
dessen stützender "Hilfe" auf.
Körper und Geist waren wie entzweit, daraus resultierend wirkten ihre
Bewegungen wie geisterhaft, ferngesteuert..Schlurfend folgte sie einem
schmalen Weg, bereit dem Schicksal ein letztes Mal in die
Arme zu laufen.
-
Mara Fuxtanz
Sylvians Arme fingen sie auf, auch wenn sie nur
kurz bei Bewusstsein blieb reichte es um einen Blick
auf ihren Arm und in das Gesicht des Mannes zu werfen.
Sie war froh ihn zu sehen und dennoch beschämt über
ihre eigene Hilflosigkeit.
Gemischte Gefühle und hohes Fieber bescherten ihre
wirre Träume und düstere Zukunftsvisionen.
Tage später erwachte sie in einem ihr völlig
fremden Haus, gebettet in dicke dunkle Felle lag
sie dort hernieder. Alin, hieß die junge Frau, welche
sich um sie kümmerte indem sie immer wieder ihre
Wunden reinigte und mit einer klebrigen Salbe einrieb.
Das waren die wenigen "hellen" Momente an die sie
sich heute erinnerte. Sie hatte Alin verschwiegen,
dass sie die anfangs schmerzhafte Vorgehensweise
des Verbandwechsels mittlerweile nicht mehr spürte,
erst schien der Arm von einem ganzen Heer voller
Ameisen besessen zu sein und nur Stunden später
war er völlig zur Ruhe gekommen, taub. In ihrem
apathischen Zustand hatte sie viel Zeit sich irren
Gedankenspielen hinzugeben, das langsame
Absterben des Armes schien sie innerlich zu zerfressen.
Nachdem ihre Spaziergänge immer länger wurden,
machte sie sich beinahe täglich auf die Suche nach
einem Heiler, welcher ihren Arm retten konnte.
Überall stand sie vor geschlossenen Türen.
"Würde wahrhaft ein Krieg ausbrechen - alle würden
elendig verrecken" dachte sie bei sich "Abfaulende
Krieger und verkrüppelte Frauen und Kinder".
Was würde das schon ändern? Sie war der
gedankenlosen Reden überdrüssig geworden,
allesamt sprudelten sie nur so über vor Floskeln
und selbstverliebter Träumerei. Anfangs kränkte
sie die Tatsache, dass Werte die ihr heilig waren
insgesamt verloren gingen, doch mittlerweile gab sie
selbst nichts mehr darauf. Was war mit ihr passiert?
Konnte eine körperliche Beeinträchtigung sie derart
ins Wanken bringen? Welche Dekadenz brachte sie dazu?
War ihr Leben bisher nur die Geisel der Heuchelei?
Irgendetwas Krankes hatte Besitz von ihr ergriffen. Es
brachte sie dazu sich schwindlig vor Zorn zu fühlen,
Anstand und Respekt zu vergessen, zu Trinken und
die Ruhe zu verlieren. Erstmals in ihrem Leben
spürte sie tobende Wut und einen unstillbaren Durst
diese ausbrechen zu lassen.
kurz bei Bewusstsein blieb reichte es um einen Blick
auf ihren Arm und in das Gesicht des Mannes zu werfen.
Sie war froh ihn zu sehen und dennoch beschämt über
ihre eigene Hilflosigkeit.
Gemischte Gefühle und hohes Fieber bescherten ihre
wirre Träume und düstere Zukunftsvisionen.
Tage später erwachte sie in einem ihr völlig
fremden Haus, gebettet in dicke dunkle Felle lag
sie dort hernieder. Alin, hieß die junge Frau, welche
sich um sie kümmerte indem sie immer wieder ihre
Wunden reinigte und mit einer klebrigen Salbe einrieb.
Das waren die wenigen "hellen" Momente an die sie
sich heute erinnerte. Sie hatte Alin verschwiegen,
dass sie die anfangs schmerzhafte Vorgehensweise
des Verbandwechsels mittlerweile nicht mehr spürte,
erst schien der Arm von einem ganzen Heer voller
Ameisen besessen zu sein und nur Stunden später
war er völlig zur Ruhe gekommen, taub. In ihrem
apathischen Zustand hatte sie viel Zeit sich irren
Gedankenspielen hinzugeben, das langsame
Absterben des Armes schien sie innerlich zu zerfressen.
Nachdem ihre Spaziergänge immer länger wurden,
machte sie sich beinahe täglich auf die Suche nach
einem Heiler, welcher ihren Arm retten konnte.
Überall stand sie vor geschlossenen Türen.
"Würde wahrhaft ein Krieg ausbrechen - alle würden
elendig verrecken" dachte sie bei sich "Abfaulende
Krieger und verkrüppelte Frauen und Kinder".
Was würde das schon ändern? Sie war der
gedankenlosen Reden überdrüssig geworden,
allesamt sprudelten sie nur so über vor Floskeln
und selbstverliebter Träumerei. Anfangs kränkte
sie die Tatsache, dass Werte die ihr heilig waren
insgesamt verloren gingen, doch mittlerweile gab sie
selbst nichts mehr darauf. Was war mit ihr passiert?
Konnte eine körperliche Beeinträchtigung sie derart
ins Wanken bringen? Welche Dekadenz brachte sie dazu?
War ihr Leben bisher nur die Geisel der Heuchelei?
Irgendetwas Krankes hatte Besitz von ihr ergriffen. Es
brachte sie dazu sich schwindlig vor Zorn zu fühlen,
Anstand und Respekt zu vergessen, zu Trinken und
die Ruhe zu verlieren. Erstmals in ihrem Leben
spürte sie tobende Wut und einen unstillbaren Durst
diese ausbrechen zu lassen.
-
Mara Fuxtanz
Lange war sie ihrem Spiegelbild ausgewichen aus Angst dem Drang,
ihr heuchlerisch makelloses Gesicht zerkratzen zu wollen, nicht widerstehen zu können.
Doch mittlerweile sah sie sich im Entsetzen der Fremden, im Ausweichen ihrer Schritte.
Es war nicht mehr zu leugnen, dass die Menschen ihre Nähe und den Dialog
mit ihr, aus Furcht ein Opfer ihrer unberechenbaren Launen zu werden, meideten.
Oder war es die unverbesserliche Vernunft der Menschen? Die Vernunft die einem befahl
den Aussenseiter zu meiden?
Ihre Flucht brachte sie nach Rahal, dort wo ihr der ewige Glaube an das Gute erspart blieb,
fiel es ihr leichter und sie hoffte hier mit ihrem griesgrämigen Gesicht weniger Aufsehen
zu erregen. Doch die Begegnung mit einem Letharen, sowie einem Kerkermeister sollte sie eines Besseren
belehren.
ihr heuchlerisch makelloses Gesicht zerkratzen zu wollen, nicht widerstehen zu können.
Doch mittlerweile sah sie sich im Entsetzen der Fremden, im Ausweichen ihrer Schritte.
Es war nicht mehr zu leugnen, dass die Menschen ihre Nähe und den Dialog
mit ihr, aus Furcht ein Opfer ihrer unberechenbaren Launen zu werden, meideten.
Oder war es die unverbesserliche Vernunft der Menschen? Die Vernunft die einem befahl
den Aussenseiter zu meiden?
Ihre Flucht brachte sie nach Rahal, dort wo ihr der ewige Glaube an das Gute erspart blieb,
fiel es ihr leichter und sie hoffte hier mit ihrem griesgrämigen Gesicht weniger Aufsehen
zu erregen. Doch die Begegnung mit einem Letharen, sowie einem Kerkermeister sollte sie eines Besseren
belehren.
-
Mara Fuxtanz
Das ihr Rücken schmerzte lag größtenteils an der harten
Schlafstätte welche sie in letzter Zeit öfter aufsuchte um
Alin zu entlasten. Es war ihr unangenehm geworden von dieser
gepflegt und verköstigt zu werden und zudem tatenlos in ihrem
Haus Zeit tot zu schlagen während Alin sich der Arbeit widmete.
Die große Eiche bot ihr ein Dach und ihre kräftigen Wurzeln formten
mit viel Fantasie eine harte Liege.
Zum anderen Teil dachte sie den Fußabdruck des
Letharen immer noch spüren zu können. Gemischte Gefühle
verschleierten die Erinnerung an das Erlebnis im Tempel und es
sorgte sie, dass sie nicht von sich behaupten konnte
Furcht, Wut oder Rachelust zu empfinden im Gegenteil
sie fühlte sich seit ihrem Erwachen wieder etwas lebendinger.
Es war beschlossene Sache, dass sie zu ihm zurückkehren würde
um sich ihm ein weiteres Mal zu stellen.
Der Geschmack von Herausforderund und Gefahr war süß geworden.
Schlafstätte welche sie in letzter Zeit öfter aufsuchte um
Alin zu entlasten. Es war ihr unangenehm geworden von dieser
gepflegt und verköstigt zu werden und zudem tatenlos in ihrem
Haus Zeit tot zu schlagen während Alin sich der Arbeit widmete.
Die große Eiche bot ihr ein Dach und ihre kräftigen Wurzeln formten
mit viel Fantasie eine harte Liege.
Zum anderen Teil dachte sie den Fußabdruck des
Letharen immer noch spüren zu können. Gemischte Gefühle
verschleierten die Erinnerung an das Erlebnis im Tempel und es
sorgte sie, dass sie nicht von sich behaupten konnte
Furcht, Wut oder Rachelust zu empfinden im Gegenteil
sie fühlte sich seit ihrem Erwachen wieder etwas lebendinger.
Es war beschlossene Sache, dass sie zu ihm zurückkehren würde
um sich ihm ein weiteres Mal zu stellen.
Der Geschmack von Herausforderund und Gefahr war süß geworden.