Gedanken in der Nacht

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Kalisha Deslon

Gedanken in der Nacht

Beitrag von Kalisha Deslon »

Der Wind pfiff über das Meer hinweg durch ihr feuerrotes Haar. In der Ferne hörte sie quietschend eine Eisentür in das Schloss fallen. Schwach war Rahal vom Fackeln erhellt, in ihrer Ecke war es jedoch dunkel. Über ihr raschelten die Birkenblätter im Winde und um sie herum ward die Dunkelheit. Ihr Blick war auf die Fackeln der Häuser gerichtet. Nun war sie schon eine geraume Zeit in Rahal, traf viele Menschen welche es sich lohnte zu treffen und jene welche überflüssig waren. Sie sprach mit dem Kommandanten und seine Worte brachten sie nicht sonderlich weiter. Sie solle Geduld zeigen. Den Kopf zurück an den kühlen Stein gelegt drehte sie jenen nun zu der Burg des Heiligen. Die Wachen standen steif da, die Bäume im Vorgarten beugten sich leicht dem Winde, gaben ihm nach und die Äste ließen sich treiben. Bedrohlich und Dunkel wirkte die Residenz und doch zog es sie immer wieder an dieses Plätzchen, wo sie es beobachten konnte. Wie töricht sie doch war mit ihren Gedanken, Rahal zu verlassen und woanders für ihren Glauben zu kämpfen. Ihre Augenlider schlossen sich und wieder durchdrangen die Worte der Ahad ihre Gedanken. Ein Schmunzeln umspielte ihre Lippen als sie daran dachte was der Alka bei ihrer zweiten Begegnung zu ihr sprach, dann kam ihr der Satz: „Ich rate euch mich nicht zu enttäuschen.“, in den Sinn und ein Schauer jagte über ihren Rücken. Doch was konnte sie im Moment anderes tun als, das was Sir Crain ebenfalls meinte, warten? Fast nutzlos kam sie sich in ihrem jetzigen Zustand vor, keiner benötigte die Gardisten im Moment, wieso sollte man sie dann benötigen.

Geduld. Rahal ist in eine große dunkle Wolke gehüllt, von Schweigen gefüllt. Gerade, das sie Krähen sich trauen zu rufen.“ Ihre Worte hauchte sie in den Meereswind, ehe sie Schritte vernahm. Das Augenmerk zur Seite gewandt betrachtete sie einen Rekrut wie er seinen Wachgang ging. Als er hinter einer Häuserecke wieder verschwand, seufzte sie aus. Sie müsse irgendetwas sinnvolles mit ihrer Zeit anstellen.
Der Alka

Beitrag von Der Alka »

Wie fast an jedem Abend suchte der Alka die zum Meer gewandte Seite des Balkons seines Palastes auf. Das Rauschen der Brandung hatte eine beruhigende Wirkung auf ihn. Die Arme auf dem Rücken verschränkend stellte sich der grossgewachsene Mann an die Zinnen und blickte hinauf auf das unendliche Meer. Der Tanz der weißen Schaumkronen war an diesem Abend wegen des hellen Mondes gut zu sehen. Das Mondlicht blitzt ein paarmal auf der blankpolierten Maske des Alkas bis er sich für eine Kopfhaltung entschieden hat.

Es gab viel zu tun um Rahal wieder in neuen Glanz erstrahlen zu lassen. Als Hauptstadt des kommenden Reiches, Zentrum der alatarischen Macht und Keimort des einzig wahren Glaubens. Aber zu wenig Menschen, die bereit waren an sich und ihrer Aufgabe zu arbeiten..daran zu wachsen und letztendlich Garant für eine schnelle Eroberung der ganzen Welt im Zeichen des Pathers zu sein.

Wie diese junge Rekrutin...Kalisha Thamdor..ja so war ihr Name. Mit dem Namen kam kurz das Bild des Gesichtes vor das geistige Auge des Alkas. Sie war die einzige der jungen Rekruten, die bei der Inspektion der Garde den Schneid besessen hatte ihm in die Augen zu sehen. Es war einer besonders starken Berührung des Herren zu verdanken wenn man als deutlich Schwächerer das weitaus überlegendere Gegenüber trotzig mit dem Blick erfasst und ihm so Teil seiner Macht beraubte. Und sie hatte es als Einzigste gekonnt.

Bei ihrer zweiten Begegnung beobachtete Rolsar die Rekrutin, wie sie hitzig eine Fremde aus der Stadt jagte. Die Fremde hatte sich erdreistet Kalisha nicht mit dem gebührenden Respekt zu begegnen. Der Disput gipfelte in einem wütenden Wurf eines Stiefels nach der Fremden. Ein Zeichen von jugendlichem Unvermögen der Rekrutin. Aber auch ein deutlicher Beweis, dass sie nicht scheute ihre Position zu verteidigen mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Der Alka beschloss sie weiter zu beobachten.

Doch so schnell sie aufgestiegen war, so schnell fiel sie auch wieder in die Dunkelheit des Vergessens. Was so vielversprechend aussah scheiterte wie so oft an dem letzten Schritt. Dem Schritt aus der Masse heraus nach vorn..sein Schicksal, und das Schicksal der ihm unterstellten, selbst in die Hand nehmend. Mit Bedauern sah Rolsar dem geisigen Bild der Rekrutin nach, als auch ihr Abbild wieder in der Dunkelheit verschwand.

Mit einem letzten Blick über das Meer wand sich der Alka herum und verließ seinen all abendlichen Ruhepunkt auf dem Dach des Palastes. Seine grossgewachsene Gestalt verschwand mit dem obligatorischen Klacken seiner Stiefel auf dem Boden bis nichts mehr von seiner Anwesenheit erzählte
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