Der junge Kaltblüter...

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Keikya Bunjam

Der junge Kaltblüter...

Beitrag von Keikya Bunjam »

Da war sie nun also, auf dem Weg zurück zum Hof, und an der Hand eines der riesigen und edlen Kaltblüter, die sie schon vor Wochen beobachtet hatten. Es war noch sehr junges Tier, gar ein Fohlen, und die Herde hatte es ihnen, den Tiefländern überlassen, um es zu pflegen, denn es war verletzt worden, als die kleine Gruppe von Tiefländern, die Herde auf einer Lichtung erspähte, und diese einige Zeit später von einem Rudel Bären angegriffen wurde. Wo könnte es also besser aufgehoben sein, als bei Keikya auf dem Hof?

Sie führte das verletzte Fohlen mit den anderen zum Hof, und stellte es ins Gehege der Kühe bei. Sie würden dem jungen Tier schon nichts tun, denn schließlich waren Berta, Ilse und Emma gewohnt zusammen mit Pferden sich eine Weide zu teilen. Keikya stellte dem Fohlen noch einen randvollen Futtertrog bei, denn es musste fressen und wieder zu Kräften kommen, umso besser würde die Verletzung heilen.
Die folgenden Tage kümmerte Keikya sich emsig um den jungen Kaltblüter, der schon in diesem jungen Alter die Kühe an größe überragte. Sie brachte ihm stets frisches Wasser und Futter, und pflegte sich um die Wunde. Dazu musste Eldjarn oder Nethard zwar immer vorbei kommen, und die Verletzung mit frischer salbe und Kräutern einreiben, derweil beschränkte sich Keikya darauf den verlauf der Heilung zu beobachten. So würden sicher noch einige Tage vergehen, bis der junge Kaltblüter gänzlich wieder zu seinen Kräften kommen würde...
Hrefna Hinrah

Beitrag von Hrefna Hinrah »

Auch die junge Tiefländerin, welche immerzu mit einem verkratzten Schmiedehammer am Gürtel herum lief stand oft am Zaun der Weide um das Fohlen zu beobachten. Mit einem Lächeln im Gesicht stand sie da, den Blick ruhig auf das junge Pferd gerichtet. Es war groß, sehr groß. Viel höher als die anderen Pferde. Selbst jetzt wo es auch noch ein Welpe war, überragte es die normalen Pferde majestätisch. Ein wirklich edles Tier.

Hrefna schauderte etwas. Sie konnte doch sich doch erst seit kurzem auf einem sanftmütigen Pferd halten. Wie würde das wohl werden wenn sie das erste mal diesen Riesen besteigen würde. Man würde tiefer hinunter fallen. Auch glaubte sie das in jenem Pferd nicht das sanftmütige Verhalten steckte wie in den zahmen schon eingerittenen Pferden.

Wehmütig hing der Blick auf dem Pferd, es war ein schönes Tier, doch sie hatte Angst vor diesem. Sie wusste nicht aus welchem Grund. Wo das Pferd doch selbst noch ein Welpe wie sie selbst war. Vielleicht würde sie eines Tages ein tiefes Band mit solch einem Wesen verbinden...
Keikya Bunjam

Beitrag von Keikya Bunjam »

Die Tage vergingen wie im Fluge, und der Zustand des jungen Kaltblüterhengstes verbesserte sich von Tag zu Tag. Die Wunde war nun so gut wie verheilt, und einigst eine kleine Narbe würde zurück bleiben, die man eh kaum sehen würde, da dass Fell seine übrigen Dienste leistete.

Es war ein prächtiges Tier. So groß und stark, selbst jetzt als es noch ein halbes Fohlen war. Es strahlte eine Kühnheit und Kraft aus, die nur bei den heldenhaftesten Kriegern präsent war. Den Kopf trug er stets stolz erhoben und musterte genau jede Bewegung die Keikya tat; ließ sogar solch eine ungewöhnliche Prozedur über sich ergehen wie: das Fell mit einer Bürste striegeln, oder sich die lange Mähne und den Schweif kämmen lassen. Einzig auf ihm zu reiten das gelang ihr noch nicht. Doch dafür würde es eh noch zu früh sein, denn schließlich war es noch ein Jungtier, und sollte erst zu voller Größe gewachsen sein, bevor man solche Versuche unternahm, um nicht etwa den Knochen und den Gelenken zu schaden.

So erfreute sie sich bisher nur an dem Anblick dieses wunderschönen Tieres, doch der Tag würde kommen, und vielleicht würde sich der Kaltblüter auch ohne kleine Züchtigungen reiten lassen, denn wer das vertrauen eines Tieres hatte, dem erlaubte es auch solche Dinge von ganz alleine mit der Zeit. Es würde zwar nicht einfach werden, das hünenhafte Pferd zu bändigen, doch eine gewisse Vertrauensbasis war jetzt schon vorhanden, und das würde die Dinge um einiges erleichtern. Zunächst aber sollte das Pferd erstmal einen Namen erhalten, denn es immer nur mit einem Pfeifen oder „mein Guter“ anzusprechen, würde nicht von Dauer das Wahre. Es musste also ein Name her, aber wie so vieles, stellte sich das nicht als so einfach heraus, und so würden noch einige Tage des Grübelns vergehen, bis der junge Kaltblüter einen richtigen Namen haben würde…
Zuletzt geändert von Keikya Bunjam am Dienstag 3. April 2007, 17:17, insgesamt 1-mal geändert.
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