Orktrommeln in der Nacht

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Arsen Talmar
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Orktrommeln in der Nacht

Beitrag von Arsen Talmar »

Eigentlich war es eine ganz normale Nacht. Wir hatten wie immer rumgealbert und lange geredet und nun lauschte ich dem ruhigen Atemzügen Selinas neben mir. Nur die ab und zu im Kamin knisternde Glut unterbrach die Stille des Raumes. Wieder einmal waren wir auf den weichen Fellen vor dem Feuer eingeschlafen, ich fragte manchmal wirklich wozu wir Bett und Schlafzimmer hatten, nun ja zumindest war es Selina. Mich selbst hielt eine seltsame Unruhe wach, ein Gefühl das ich von früher her gut kannte, schließlich hatten sie lange genug unsere Sinne verfeinert, besonderst was sie das „Dritte Auge“ genannt haben. Ich hatte geglaubt diese Fähigkeit wäre verschwunden, eingeschlafen mit der Zeit, aber ich hatte mich getäuscht.

Vorsichtig, um meinen Goldschopf nicht zu wecken, stand ich auf und trat zum Fenster. Alles schien wie immer… das fahle Mondlicht konnte kaum durch den wolkenverhangenen Himmel dringen. Es wurde langsam Zeit das es wärmer wurde und das Gras war wieder überall zu sehen … schien so als wäre der Winter vorbei. Ich wollte mich schon abwenden und zurück zum Kamin gehen, als ich das dumpfe Donnern wieder hörte das mich wach gehalten hatte und jetzt entdeckte ich auch den schwachen rötlichen Schimmer in der Ferne. Meine Nackenhaare stellten sich auf und die Unruhe nahm zu. Schön, der rötliche Schimmer eines Feuers mochte ja nichts schlimmes sein, Lagerfeuer waren ja zu jeder Jahreszeit nichts Ungewöhnliches, aber wenn Trommeln dazukamen aus Richtung eines Orklagers dann sollte man dem Beachtung schenken.

Meine nackten Füße machten kein Geräusch als ich ins Schlafzimmer ging und die schmale Holztruhe unter dem Bett hervorholte, die dort sicher verwahrt lag. Selina hatte mir nur stumm dabei zugesehen wie ich sie drunter schob, aber sie sagte nichts, war die Truhe doch Teil meiner Vergangenheit und dieser Teil gefiel ihr nicht sonderlich. Lautlos schwang der Truhendeckel nach hinten und gab den Blick auf den Inhalt frei: die dunkle Lederrüstung, weich und doch für ausreichend Schutz sorgend, das schmale Schwert mit der gekrümmten Klinge und dem schwarzen Griff, in dem der Falke zu sehen war und noch eine ganze menge Dinge die ein Falke so braucht. Ein seltsames vertrautes Gefühl überkam mich als ich in die Sachen schlüpfte und das Schwert seinen Platz auf dem Rücken fand … sie hatten Recht: einmal ein Falke immer ein Falke.

Die Tür knarrte leise, als ich mich nach draußen begab, ‚ich sollte unbedingt etwas dagegen tun’ huschte der Gedanke durch meinen Kopf, aber Selina schien wohl nichts gehört zu haben. Ich ließ meinen Augen Zeit sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, dann machte ich mich auf den weg zum Lager. Für einen Augenblick war ich versucht Mandrek zu satteln, aber der Hengst war nervös in der Dunkelheit und würde mich vielleicht verraten. Wieder etwas dass ich unbedingt tun sollte … den Hengst ausbilden. Selina hatte wohl Recht, ich war faul geworden, aber das würde ich ihr gegenüber natürlich abstreiten.

Am Lager angekommen suchte ich den kleinen Einschnitt in der Felswand, jene Stelle die es ermöglichte nach oben zu klettern und einen Blick über das Orklager werfen zu können. Vorsichtig tasteten sich Hände und Füße voran jeden Fehltritt vermeidend, der mich unweigerlich durch den Lärm von herhabfallendem Gestein verraten hätte. Es dauerte fast solange nach oben zu kommen wie von der Akademie zum Lager zu laufen, aber als ich mein Ziel erreicht hatte genügte ein Blick wie nötig das ganze gewesen war. Schon der Anblick der vielen Feuer und das dumpfe Grollen der geschlagenen Trommeln machten deutlich, dass mich mein Gefühl nicht getrogen hatte. Nein das war nicht mehr das kleine Häuflein von Orken das sich normal hier aufhielt, die Zahl hatte sich fast verdoppelt und am großen Feuer wo sonst nur ein Schamane saß hockte jetzt ein Klotz von einem Ork vor einem schmutzigen Banner. War das ihr Häuptling oder ein wichtiger Heerführer? Und wenn ja ... wieso war das Lager auf einmal so wichtig?

Wie lange ich dort oben im Schatten kauerte, alles in mich aufsog und mir Fragen stellt, die ich nicht beantworten konnte, ich weiß es nicht. Irgendwann riss ich mich von dem Anblick los und machte mich auf den Rückweg. Ich musste mich förmlich zwingen dieselbe Sorgfalt wie beim Aufstieg walten zu lassen, so sehr beschäftigte mich das was ich gesehen hatte. Den Weg zurück zur Akademie legte ich so schnell ich konnte zurück nun aber wieder hellwach, denn wie leicht konnte ich einer Orkwache in die Hände laufen. Aber nichts rührte sich außer den normalen Schatten die in der Nacht ihre Beute suchen, und erreichte ohne Zwischenfälle unser Haus. Nur dunkel war’s nicht mehr dort, denn Selina war inzwischen wach und erwartete mich mit vorwurfsvollem Blick und Laterne in der Tür stehend. „Kannst du mir vielleicht sagen wo du dich mitten in der Nacht herumtreibst, wo dir doch immer ach so kalt ist?“ fragte sie mit mühsam beherrschter Stimme und blitzenden Augen. Für einen Augenblick musste ich Schmunzeln … kannte ich doch ihre Gefühle gegenüber meinem Falkenleben und hatte vage Vorstellungen von dem was sie grade dachte. Ich wurde aber schnell wieder ernst und schob sie ins Haus zurück. Während ich mich dort nun meiner Sachen entledigte begann ich zu berichten was ich gesehen hatte…
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Selina Talmar
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Beitrag von Selina Talmar »

Erschöpft war sie vor dem Feuer eingeschlafen, doch ihr Schlaf war keineswegs ruhig. Unruhig wälzte sie sich hin und her, bis sie sich im Halbschlaf an Arsen kuscheln wollte, doch was war das? Das Lager neben ihr war leer. Er wird wohl etwas trinken oder so, versuchte sie sich zu sagen, doch dann drang leise das Knarren der Tür durch den Schlaf, kurz darauf folgte das Schließen des Schlosses. Mit einem Schlag war Selina hellwach. Das Knarren hatte sie immer schon gestört, aber diesmal war sie froh es so gelassen zu haben. Sie blickte sich in dem düsteren Raum um, der nur noch durch die restliche Glut schwach erleuchtet wurde. Arsen war tatsächlich nicht da. Vielleicht wollte er nur etwas frische Luft schnappen, weil er nicht schlafen konnte, auch wenn sie es nicht verstehen konnte, hatten sie sich doch beide am Abend vollkommen verausgabt, waren sich seit langer Zeit wieder richtig nahe, beide im vollkommenen Rausch durch den anderen und dennoch konnte er nicht schlafen? Etwas stimmte nicht und so langsam dämmerte der jungen Frau das. Sie tastete nach einer Laterne und tapste, die Decke um ihren Körper geschlungen ins Schlafzimmer, die Tür stand merkwürdiger Weise offen. Nun viel auch der restliche Schlaf von ihr ab und aufmerksam schaute sie sich im Schlafzimmer um. Sie brauchte nicht lange suchen. Die flache Holztruhe, die sonst immer unsichtbar unter dem Bett stand, stand offen und leer auf dem Bett.
Was bei allen Göttern hat er vor? Es kann nicht wahr sein, er wird doch nicht wirklich wieder, diesem Geschäft nachgehen? Er weiß doch genau, dass ich es nicht mag, kein wunder das er sich heimlich aus dem Haus stielt.“ Zorn stieg in ihr hoch und einige Flüche auf ihren Verlobten entwichen ihren Lippen. Wütend schleuderte sie die Truhe durch den Raum und suchte ihre Sachen zusammen.
Er kann etwas erleben wenn er nach Hause kommt“, grollte sie und schlüpfte in Rock und Brustier.
Nun hieß es warten, sicher sie konnte, wenn sie wollte seine Spuren verfolgen, aber sie wollte nicht. Sie öffnete ein Fenster einen Spaltbreit und setze sich wieder vor den Kamin die Laterne neben sich stellend und lauschte. Nicht einmal das Feuer entfachte sie neu. Sie konnte warten und sie würde es, selbst wenn es die ganze Nacht dauern würde. Regungslos saß sie da und lauschte auf die nächtlichen Geräusche.
Wie lange sie so da saß wusste sie nicht, doch noch dämmerte es nicht. Lange Zeit hörte sie nur die Geschöpfe der Nacht im nahe gelegenen Wald. Doch dann zerriss etwas die nächtliche Stille, was nicht zur Nacht gehörte, zu gut wusste Selina das, da sie die Geräusche kannte, und oft Nächte so verbracht hatte. Dies Geräusch gehörte nicht dazu. Es war das leise quietschen des Gatters, zum Garten, doch nicht direkt das vor dem Haus sondern das andere, welches das Gelände um die Akademie einschloss. Sie stand auf und ging mit der Laterne zur Tür und wartete in der offenen Tür lehnend, darauf den Schatten zu sehen.
Ein paar Sekunden später sah sie ihn auch. Geschmeidig huschte er auf das Haus zu und blickte sie an.
Kannst du mir vielleicht sagen wo du dich mitten in der Nacht herumtreibst, wo dir doch immer ach so kalt ist?“ fragte sie ihn mit kühler mühsam beherrschter Stimme und ihre Augen blitzen gefährlich auf, als er sich ihr näherte. Er legte ihr den Finger auf den Mund und ein Blick in seine Augen ließ sie schweigen und sich zurück ins Haus schieben. Drinnen wollte sie gleich mit einer Predig anfangen, doch er unterbrach sie: „ Bevor du etwas sagst hör mir zu, wir haben wahrscheinlich Schwierigkeiten“ Doch diese Worte stachelten ihren Zorn erst einmal an. „Wir?“, fragte sie spöttisch, „ ich glaube eher du, entweder du erklärst mir ganz schnell was los ist oder ich verlier die Beherrschung, denn du schleichst dich einfach in dieses Sachen aus dem Haus.“ Beschwichtigend legte er ihr die Hand auf die Schulter. „ Ich will dir ja erzählen, du musst mich nur erzählen lassen, also hör zu“ Er blickte sie dabei eindringlich an, so dass sie nur noch nickte und sich wieder vor den Kamin setzte, mit einigen Handgriffen, entfachte sie das Feuer neu und schaute dann wieder zu ihm, wie er seine Sachen ablegte.
Nach den ersten Worten, dass er sich das Orklager angesehen hatte, hörte sie ihm aufmerksam zu. Ausnahmsweise vergab sie ihm das Falken da sein. Denn sicher war es diesmal nützlich für sie alle. Wäre sein Gefühl nicht gewesen, wären sie unvorbereitet gewesen und womöglich überrascht worden.
Ihr Zorn flaute während er sprach wieder ab und am Ende schämte sie sich sogar etwas dafür. Arsen setze sich zu ihr und gemeinsam überlegten sie was sie tun konnten. An schlaf dachte keiner der Beiden mehr. Als langsam das Morgengrauen heran kroch, stand Selina auf und ging zum Haupthaus hinüber um Richard bericht zu erstatten, kurz hatte sie erwägt selber zum Lager zu gehen, aber sie glaubte Arsen, warum sollte sie auch nicht, so weckte sie Richard an diesem Tag recht unsanft und erzählte ihm, als er sie ob des Weckens anfuhr, im kühlen Ton, was ihnen womöglich bevorstand. Er nickte darauf nur, auch er hatte es mehr oder weniger erwartet, zu nah lagen sie dem Lager. Die Information der anderen Mitglieder überließ er Selina, er selber, wollte sehen, ob er Hilfe für einen bevorstehenden Angriff bekam und wollte sich Ratschläge holen.
Als Selina zurück zu Arsen kam, fand sie jenen schlafend vor dem Kamin. Sie lehnte sich an ihn und versuchte noch etwas zur Ruhe zu kommen, in dem sie ein Buch las und beobachtete wie die Sonne über den Berg kroch.
Richard Tarid

Beitrag von Richard Tarid »

Der Morgen graute und die ersten Sonnenstrahlen suchten ihren Weg durch das kleine Fenster des Hauses zu jenem Bett was dort in der Ecke stand. In dem Bett selber lag Richard der nach einem langen Arbeitstag und einer etwas kurzen Nacht, versucht hatte sich etwas auszuruhen. Dennoch schien es so als wenn man ihm diese ruhe nicht geben wollte. Er wälze sich immer wieder hin und her und man sah es ihm deutlich an das er die meiste Zeit eher nachdenklich als ruhig daliegen würde. Die Aufgabe als Oberhaupt schien wohl auch die Zeit des schlafens in beschlag zu nehmen, da er wohl alle seinen Fragen die er hatte in dieser Zeit in ruhe mit sich selber klären würde. Die Augen rollten hin und her,

Alles war ruhig bis auf einmal die Türe des Hauses aufflog und eine Person sich direkt vor das Bett stellte und anfing hektisch mit einem zu reden. Mit verschlafenen Blick und den Schock in den Knochen, saß er sich aufs Bett und langsam erkannte er aus den Schemen heraus das es Selina war die nun vor ihm stand. Kurz reibt er sich die Augen, bevor er in das Gespräch mit ihr einging. Nach einer Weile, entschied dieser, das man das Gelände verbarrikadieren , ebenso an den wichtigsten Stellen Fallen aufstellen und vergiftete Köder auslegen sollte. Ebenso erließ er die Reglung das ab sofort ein jeder Angehöriger der Gilde nur noch in Rüstung das Gelände verlassen dürfe….
Richard Tarid

Beitrag von Richard Tarid »

Später am Tage, kam er aus seinem Haus in voller Kampfmontur und rief seine Leute zusammen . Nach einer kurzen Besprechung befahl er jenen die kürzlich gefällten Bäume zu Barrikaden umzufunktionieren, ebenso sollte das Gildenhaus mit dem Balkon in der Lage sein den Angriff stand zu halten. Dennoch wusste keiner so recht was auf sie zukommen würde. Nach und nach wurde darauf das Haus mit allem möglichen Zeugs verbarrikadiert, so dass man dort Erfolgreich den bevorstehenden Angriff abwehren konnte. Mit einem kurzen nicken betrachtete er seine Leute und versuchte die Schlacht in seinem Kopf schon mal durchzugehen um jeden erdenklichen Fehler auszumerzen, den man machen konnte. Hin und wieder gab er den einen oder anderen Befehl an seine Leute weiter, in der Hoffnung das diese den Ausgang der Schlacht für die Akademie befürworten würde…
Zuletzt geändert von Richard Tarid am Mittwoch 28. März 2007, 19:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Arsen Talmar
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Beitrag von Arsen Talmar »

An Schlaf ist an diesem Tag nicht zu denken. Richard nimmt nicht viel Rücksicht auf Selina und mich wie er so die anderen rumscheucht. Mag ja sein dass diese Palisaden wichtig sind für die Verteidigung, aber man könnte ja auch bisschen Rücksicht auf uns beide nehmen, die wir uns jede Nacht um die Ohren schlagen. Denn während alle anderen munter vor sich hinschnarchen halten wir zusammen Wache an Orklager. Eigentlich wollten wir uns ja abwechseln, aber da keiner den anderen alleine lassen will sind wir nun jede Nacht zusammen unterwegs. Und vier Augen sehen ja wirklich mehr als zwei.

Wie immer streifen mich Selina’s skeptische Blicke als ich die dunkle Lederrüstung überstreife. Selbst nach all den Tagen zusammen vor dem Orklager hat sie ihre Vorurteile und Abneigungen nicht abgelegt. Ich glaube, am liebsten würde sie alles, was meine Vergangenheit als Falke betrifft, in den heißesten Vulkan werfen den sie finden kann. Aber wie jeden Tag belässt sie es bei diesen Blicken, wir haben auch wichtigeres zu tun als uns über eine Lederrüstung zu streiten.

Als wir beiden ins Freie treten bietet sich uns ein Bild, das uns ein Grinsen entlockt. Alles läuft fluchend und schwitzend in den schweren Rüstungen herum, eifrig bemüht Bäume herbei zu schleppen und die Palisade zu errichten. Richard steht fluchend dabei, sich immer wieder die Haare raufend, gelingt doch manches nicht so auf Anhieb wie er sich das vorstellt. Wir müssen uns echt beherrschen um nicht lauthals loszulachen, und so ist nur ein leises Glucksen und Kichern zu hören während wir das ganze amüsiert beobachten.

Wir waren aber wohl doch lauter wie wir dachten, denn Richard dreht sich sofort zu und kommt mit einem Stirnrunzeln näher. Er hat wohl auch eine ziemlich barsche Standpauke auf den Lippen, belässt es dann aber doch bei einem missmutigen Brummen und beginnt uns nach den letzten Eindrücken des Orklagers auszufragen. Aber viel Neues gibt es nicht zu berichten, wir sehen auch immer nur den Schamanen die Knochen werfen und dann den Kopfschütteln. Scheint wohl so dass die Zeichen noch ungünstig sind für einen Angriff, denn die Orks sind nun genug im Lager um selbst Burg Eisenwart anzugreifen.

Ich kann Richard ja verstehen dass ihm unsere Beobachtungen nicht völlig befriedigen, mir wäre auch lieber wenn wir endlich Gewissheit hätten, aber mehr ist in diesen Tagen nicht herauszufinden. Ich werde heute Nacht versuchen näher an diesen Schamanen und ihren Anführer heran zu kommen, aber ob uns das weiter bringen wird bezweifle ich. Schließlich bin ich nicht grade jemand der dieses Gegrunze, welches die Sprache dieser Kerle ist, überhaupt im Ansatz zu verstehen in der Lage ist.

Richards Vortrag von wegen Fallen aufstellen und vergiftete Köder auslegen lausche ich nur halbherzig. Ich kann mir nicht vorstellen dass diese Orks darauf hereinfallen. Alles was Selina und ich beobachtet haben zeigt deutlich das diese Kreaturen alles andere als dumm oder Tiere sind. Eher rotten wir Wölfe und Raubkatzen in der Umgebung als dass ein Ork einer der Köder verschlingen wird. Aber wenn’s unseren Akademievorstand beruhigt dann legen wir das Zeug eben aus.

Zum Glück gibt es bei der Palisade nun einen Riesenlärm der Richard erneut zu einem Fluchen verleitet. Schimpfend läuft er zu den anderen zurück, was uns die Gelegenheit gibt schnellstens das Weite zu suchen. Ein Blick zum Himmel zeigt dass wir für unsere Vorbereitungen ohnehin nicht mehr viel Zeit haben werden. Im Haus suche ich schnell noch meine verschiedenen Gifte zusammen und mein Goldschopf alles was sie zum Fallen bauen braucht, dann verlassen wir endgültig das Gelände der Akademie und machen uns auf den Weg Richard Beruhigung zu verschaffen.
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Selina Talmar
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Beitrag von Selina Talmar »

Leise drang das Pochen der Hammerschläge und Stimmen durch die dicken Holzwände und die fest verschlossenen Fenster in die Träume der jungen Frau. Im stetigen Rhythmus pochten die Hämmer auf irgendetwas ein und mischten sich mit den Stimmen zu einem Lärm, der die junge Frau aus den Träumen riss. Verwirrt blickte sie sich um und suchte herauszufinden, was sie geweckt hatte.
Da war es wieder. Dumpfes Pochen und Stimmen. Verflucht konnten die nicht einmal leiser arbeiten. Noch ehe sie die Stimmen genau zu ordnen konnte, wusste sie schon das es die Mitglieder der Akademie waren, die Richards Anweisungen nach kamen und versuchten eine Art Palisade aufzubauen. Aber musste das so laut sein? Sie rollte sich auf die Seite und versuchte noch einmal ins Reich der Träume ab zu tauchen. Rums. Irgendetwas viel gegen die Hauswand. Laute Fluche folgten dem Missgeschick. Selina blinzelte. Nein an Schlaf war nicht mehr zu denken. Ihre blinzelnden Augen trafen die ihres Verlobten, der ebenso durch den Krach wach geworden war.
So ging das schon seit einigen Tagen. Selina und Arsen trieben sich des Nachts am Orklager herum und suchten Tagsüber zu schlafen. Wunderbar dem stand der Sonne nach zu urteilen war die Mittagsstunde noch nicht einmal verstrichen und sie wurden schon wieder geweckt.
Selina brummte leise während sie die Beine aus dem Bett schwang.
„Verflucht sollst du sein Richard“. Arsens Fluch mischte sich mit dem Brummen Selinas. Sie blickten sich an und sahen den anderen lächeln, mit spöttischem Zug um die Lippen.
Etwas Gutes hatten Richards Aktionen ja, sie konnten gar nicht verschlafen. Aber ohne es auszusprechen waren beide froh, wenn der ganze ärger vorbei war und der erlösende Angriff kam.
Nicht das sie sich auf den Angriff gefreut hätten, aber dieser merkwürdige Zustand, zerrte an den Kräften aller. Besonders an Selinas und Arsens.
Beiden sah man den wenigen Schlaf mittlerweile an. Aber sie hatten ja von sich aus gesagt sie würden des Nachts versuchen mehr herauszufinden, nur ursprünglich hatten sie vorgehabt abwechselnd zu wachen, aber sie hatten nicht mit der Sturrheit des anderen gerechnet. So hielten sie jede Nacht zusammen Wache, was beiden erträglicher schien, als den anderen gehen zu lassen und die Nacht zu bangen, ob alles gut ging.
Mürrisch suchten beide die achtlos auf den Boden verteilten Ledersachen wieder zusammen und zogen sie an. Selinas blick glitt an Arsens Sachen entlang und sie lachte bei seinem Anblick auf. Seine dunkle Lederrüstung war staubig und teilweise klebte getrocknetes Blut an der Kleidung. Sie selber dürfte ein ähnliches Bild abgeben. Seit tagen trugen sie nun schon die gleichen Sachen, aber da sie eh am nächsten Tag das gleiche machten, war es egal, wozu andere Sachen heraussuchen. Das Leder war eh der beste Schutz den sie hatten. Es war vertraut. Leise klirrten die Dolche an Selinas Gürtel, als sie ihn um die Hüften band. Trotz des Schlafmangels war sie hellwach. Die langen Haare flocht sie im hinausgehen zusammen. Was sie sich gedacht hatte war wirklich. Richard scheuchte die anderen herum und warf mit Befehlen um sich. Er war in seinem Element.

Selina und Arsen blickten sich an und schüttelten nur die Köpfe, wobei sie leise lachten, über den Anblick der sich ihnen bot. Zu ihrem Leidwesen, hörte Richard ihr Lachen, da er an ihnen vorbei ging. Er blieb stehen und betrachtete die beiden verstaubten Gestalten. Sie sahen wie er Luft holte und dann fing er an: „ habt ihr etwas neues? Nichts? Was treibt ihr beiden eigentlich die ganze Nacht? Macht ihr euch da oben ein laues Leben? Ihr könntet ja versuchen, fallen zu legen und sie zu vergifte. Vielleicht durch Köder oder so. Macht euch nützlich.“ Die beiden blickten sich an. Selina nickte Richard nur zu und meinte: „ wir werden darüber nachdenken, auch wenn ich glaube, dass wir wenig Erfolg damit haben werden, aber wie du meinst Richard.“
Wieder holte er Luft, aber bevor er noch etwas erwidern konnte, ertönte ein Ohren bedeubender Lärm von der provisorischen Palisade zu ihnen herüber und Richard rannte fluchend davon.
Selina und Arsen war jedoch das Lachen nun vergangen. Was glaubte Richard eigentlich, was sie da beobachteten. Tiere? Wieso in aller Welt, glaubten die meisten, dass Orks so etwas wie Tiere waren. Weder Fallen noch Giftige Sachen konnten viel Wirkung bei den Biestern zeigen. Fallen vielleicht ja, aber Gift, nur auf den Pfeilen in den Fallen. Und die Fallen würden auch eher als Warnung für die Akademie nutzen, als dazu Orks aufzuhalten.
Leise tauschten Selina und Arsen ihre Bedenken aus, einigten sich aber zu versuchen sinnvoll etwas in der Richtung zu machen. Noch war es zu früh am Tage um wieder das Lager zu beobachten. So suchten sie ihre Sachen zusammen und zogen sich in einen abgelegeneren Winkel der Akademie zurück. Dort werkelten sie eine Weile herum und sprachen leise über die letzte Nacht.

Leise waren sie oberhalb des Lagers herumgeschlichen, Selina hatte irgendwann Unterschlupf unter einem Felsvorsprung gesucht und von dort weiter beobachtet, während Arsen sich weiter vor gewagt hatte, um einige Gespräche auf zu schnappen. Selina beobachtete seinen davonschleichenden Schatten. Regungslos kauerte sie dort und wartete auf Arsen, dabei lauschte sie auf jedes Geräusch. Leise hörte sie Steine und Erde knirschen. Die Schritte kamen von oben, also war es nicht Arsen. Lautlos stand sie auf und ging unter dem Vorsprung hervor. Ein regungsloser Schatten war sie, mehr nicht. Nur ihre Augen huschten über das Gelände. Und tatsächliche, ihre Ohren hatten sie nicht getäuscht. Da schlich einer dieser Biester herum und genau in die Richtung in die Arsen gegangen war. Leise huschte sie ihm hinterher, bis sie ihn fast greifen konnte näherte sie sich an. Und dann stach sie mit einer geschwinden Bewegung zu, gerade als der Ork sie gehört hatte und sich umdrehte. Es war nicht der erste Ork den sie des Nachts getötet hatte, aber wie jedes Mal fragte sie sich, wann es wohl auffiel im Lager, das die Wachen oder Späher nicht zurückkehrten. Lautlos fiel der Orkkörper zu Boden. Und es herrschte nur noch Stille.
Irgendwann kam Arsen zurück. Ohne viel zu sagen, zogen sie sich wieder weiter vom Lager zurück, so dass sie nur noch beobachten konnten.

So langsam kamen sie mit ihren Gesprächen auf die Nacht die vor ihnen lag. Selina meinte, das sie die Fallen im großen Bogen um die Akademie legen sollten. In einem solchen Abstand, dass sie hören konnten, wenn jemand durch die Fallen verletzt wurde, oder sie ausgelöst wurden.
In die ein oder andere Falle hatte Selina versucht, Pfeile einzubauen, die einen Pfeifton von sich gaben, wenn sie flogen. Die junge Frau wusste nicht einwandfrei, ob es funktionierte, aber sie hatte ihr möglichstes getan. Nun schauten sie dem Trieben an der Akademie zu, bis sie sich in die Dämmerung davon stahlen.
Trutta van Drachenfels

Beitrag von Trutta van Drachenfels »

Die letzten Berichte vom Orkenfort ließen kaum Möglichkeiten zum Handeln. Es wurde Gewissheit. Die Akademie dort aufbauen zu wollen, stand unter einem gottlosen Stern. Nach der letzten Gildenversammlung, die ein Krisensitzung war, befiel Trutta eine beklemmende Bangigkeit, wenn sie dort hin musste. Sie vermied es.

Die gereizte Stimmung, eine Prüfung der Gemeinschaft. Manchmal glaubte sie ganz allein zu sein. Die Akademie musst bewacht werden. Das verstand sie. Jedoch glaubte sie nicht daran, dass es gelingen würde der ständig anwachsenden Bedrohung durch die Orken Stand zu halten. Ihre Jugend verbot es ihr sich einzumischen. Zudem verstand sie gar nichts vom Kämpfen und Taktieren. Je länger der Terror anhielt, desto mehr zweifelte sie. Sollten die jungen Recken in einen sinnlosen Krieg ziehen? Aber es musste wohl so sein. Nie würde sich einer kampflos ergeben, lieber besseren Wissen in Tot und Verderbnis rennen, der Ehre oder andere Dinge wegen von denen sie auch nichts verstand.

Vor der Kapitze auf die Heugabel gestützt, sah sie dem Pferd beim Fressen zu, hörte die leisen Mahlgeräusche. Unbeschreibliche Friedfertigkeit. Gern hätte sie dieses Erfahrung mit den anderen geteilt, aber selbst Akarius, der sie regelmäßig besuchte und ihr zu Weilen bei der Arbeit half, was ihm manchmal Spott einbrachte, ließ sich vom Unmut beherrschen. Sie mochte ihn gern, glaubte ihn gar zu lieben, aber er war sehr mürrisch, ja beleidigt und benahm sich recht eigenartig. Sie versuche es großzügig zu übersehen. Es fiel ihr zunehmend schwerer. Ein Quäntchen mehr und sie wären im Streit auseinander gegangen.

Richard trug scher an der Last. Einem gehetzten Gespenst gleich, tauchte er auf, sah nach dem Rechtem und war wieder verschwunden. Alles war so Geisterhaft. Sie wünschte sich nach Hause in die kleine gemütliche Fischerhütte.
Heimweh!
Im Stall bei den Tieren fand sie Zuflucht, aber die Sehnsucht blieb. Mit der Angel ans Meer. Hier ging es ihr besser. Grauer Nebel hüllte sie ein.
Zuletzt geändert von Trutta van Drachenfels am Sonntag 1. April 2007, 16:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Arsen Talmar
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Beitrag von Arsen Talmar »

Eine neue Nacht in der wir nicht schlafen würden. Langsam gewöhnen wir uns daran auch beim größten Lärm draußen weiter zu schlafen, anders würden wir ohnehin kein Auge mehr zu machen. Richard treibt die Befestigung des Lagers voran um wenigstens etwas Schutz zu haben, um wenigstens die Orken solange in Schach zu halten bis unsere Handwerker in Sicherheit sind. Denn das die Orken angreifen werden, daran zweifelt inzwischen niemand mehr, wurden doch auch von den anderen schon Späher vor der Akademie gesichtet.

Nach einem kurzen, aber doch sättigendem Frühstück schlüpfen wir in unsere schmutzigen Ledersachen. Ich bin froh wenn wir die endlich wieder reinigen können, der Geruch der ihnen anhaftet schützt zwar inzwischen vor den Nasen der Orken, aber dafür machen die Akademiemitglieder langsam einen Riesenbogen um uns. Verwunderlich ist’s wirklich nicht, ich würde dasselbe tun. Jetzt noch die Waffen eingesteckt, noch Wasser und ein wenig Proviant eingepackt, dann verlassen wir das Haus.

Richard erwartet uns schon und winkt uns wie immer auf die Seite. Kurz berichten wir ihm wie weit und vor allem wo wir Fallen ausgelegt haben. Inzwischen haben wir ihn davon überzeugen können das vergiftete Köder mehr den Tieren der Umgebung schaden wie den Orken, dafür möchte er das wir mehr Fallen auslegen. Aber das können Selina und ich gut verstehen und so tun wir unser Bestes.

Die Dunkelheit bricht herein und so wird es Zeit für uns zum Orklager aufzubrechen. Der Weg dauert immer länger, müssen wir doch unseren eigenen Fallen ausweichen. Wäre sehr peinlich wenn wir da selbst Reintreten würden. Es gäbe sicher einige die schadenfroh lachen würden, und den Gefallen wollten wir ihnen sicher nicht tun. So steht der Mond schon hoch am Himmel als wir auf unserem Lauschposten ankommen.

Ich klettere wieder nach oben während Selina unten Wache hält. Diese Verteilung hat sich bei uns eingespielt und ich weiß, dass sie mir schon mehrmals Orks im Rücken weggeholt hat. Es ist zwar wirklich keine Arbeit, die ich meiner Verlobten zumuten möchte, aber ich wüsste auch niemand Besseres und Zuverlässigeres.

Endlich oben angekommen bietet sich mir das vertraute Bild: der Schamane der ums Feuer tanzt und der Heerführer der ihn missmutig beobachtet. Mit jedem Mal wo der Schamane keine günstige Voraussage traf war er aufgebrachter geworden. Ich glaube wenn sich da nicht bald was ändert brauchen die Orks einen neuen Schamanen. Nun ist es wieder soweit, die Knochen werden geworfen, aber dieses Mal beginnt der Schamane aufgeregt zu Schnattern und ruft den Heerführer zu sich. Er zeigt auf die Knochen und auf den Himmel und dann glaube ich zu erkennen wie er die Tage anzeigt bis zum günstigen Moment.

So unrecht scheine ich mit meiner Vermutung nicht zu haben denn nun ändert sich auch der Rhythmus der Trommeln. Die Orken reden nun aufgeregt mit einander und beginnen ihre Waffen zu schärfen und Rüstungen auszubessern. Ich bin mir nun sicher dass der Angriff in drei Tagen stattfinden soll, am 09. des Monats. Schnell schleiche ich zu Selina zurück und teile ihr die Neuigkeiten mit. Zuerst wollen wir sofort zurück, aber dann entscheiden wir uns dagegen. Denn wenn ich Unrecht habe wären diese Kerle ohne Aufsicht und das wollen wir nicht riskieren.

So drücken wir uns beide in den Schatten der Felswand und wärmen uns gegenseitig, während wir dem Treiben im Lager zusehen. Nur noch drei Tage ! Ich blicke in Richtung Akademie. Werden wir sie aufhalten können, zumindest bis wir alle und geordnet zurückziehen können, oder wird sie unser Grab werden? Nein ich will den zweiten Gedanken will nicht fortführen. Wir haben alle noch soviel vor, das würde nicht das Ende sein. Mit diesem Gedanken schaue ich wieder zum Lager und hoffe dass ich mich nicht geirrt habe.
Zuletzt geändert von Arsen Talmar am Samstag 7. April 2007, 00:13, insgesamt 2-mal geändert.
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Arsen Talmar
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Beitrag von Arsen Talmar »

Dicke Wolken türmen sich vor der Sonne und ein kalter Wind pfeift vom Wasser herüber durch die Häuser der Akademie. Nun ist er also da, der Tag den alle erwartet und insgeheim so gefürchtet haben. Ich lasse meinen Blick kurz über das Gelände streifen, über die bereitgestellten Wasserfässer, mit denen wir die Feuer bekämpfen wollen, falls es welche gibt.
Über die angespannten Gesichter der anderen, die in die Richtung des Orklagers blicken, die scharfen Waffen in den Händen um jederzeit bereit zu sein. Und über Selina und Richard die etwas abseits stehen und miteinander reden.

Es war also soweit und ich hatte sie gesehen, die Reihen der Orken in ihren schmutzigen aber festen Rüstungen, die schartigen aber doch scharfen Schwerter und Äxte, die Langen dunklen Speere. Ich war in der Nacht ein letztes Mal beim Lager gewesen um sicher zu sein, mich nicht getäuscht zu haben. Aber es gab keinen Zweifel mehr daran, sie würden am heutigen tag angreifen.

Es war eine richtige Heerschau gewesen, die der Heermeister der Orken abgehalten hatte. Mein Respekt vor diesen Kreaturen war merklich gewachsen in all den Tagen des Beobachtens. Nein, das waren nicht die dummen Tiere für die man sie immer hinstellte. Sie waren anders, fremd, aber nicht hirnlos. Wild waren sie, voller Blutdurst und Hass auf uns, und wir hatten alles dafür getan diesen Hass weiter zu schüren. Tag für Tag hatten wir welche von ihnen erschlagen und nun wollten sie Rache.

Dieses Mal würden wir es nicht mit einzelnen Spähern, kaum gerüsteten Kriegern oder schlecht bewaffneten Bauern zu tun haben. Was uns erwartete waren Reihen von Kämpfern die nur ein Ziel hatten, uns zu töten und die Akademie zu zerstören. Hoffentlich beließen sie es dabei. Nicht dass mir diese Gründe sonderlich gefielen, allein schon gegen das getötet werden hatte ich genug Einwände, aber ich wollte nicht auch noch schuld sein an einem brennenden Lameriast.

Meine Gedanken kehren in dir Gegenwart zurück und ich blicke wieder in Richtung des Lagers, jene Richtung aus der sie kommen werden. War da nicht eine Bewegung in der Ferne? Erst einmal aufmerksam geworden lasse ich den Punkt nicht mehr aus den Augen. Aus einem Schatten wurde ein Punkt, aus dem Punkt ein Banner, zwar noch weit entfernt, aber es näherte sich. Ich weiß, dass Selina nun neben mir steht. Gehört habe ich sie nicht, aber ich spüre ihre Gegenwart, so wie sie immer die meine spürt. Als wäre der eine ein Teil des anderen.

„Wann werden sie kommen?“ fragt sie und ihre Augen suchen die meinen. Ich sehe sie eine Weile an, dann deutet mein Arm in die Richtung des Banners. Mehr tue ich nicht, kein Wort kommt über meine Lippen, aber diese Geste alleine reicht ihr. Sie blickt mich mit einem Lächeln an, dann wendet sie sich der Akademie zu und ihre Stimme schallt durch die Stille: „ SIE KOMMEN!“
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