Ein spitzer Schrei

Der Erzähler

Ein spitzer Schrei

Beitrag von Der Erzähler »

Aufgeregt erhob sich ein Schwarm Spatzen in die Lüfte.
Die Luft war klar und die Sonne erhellte an jenem Morgen die Wiesen und Weiden.
Hoch am Himmel zog ein Schatten vor die Sonne,
und kurz schien es als lege sich ein dunkler Fleck auf die orange-gelbe Scheibe.
Ein kurzer Heller Schrei war zu vernehmen dann war es Still.
Aufgeregt flogen die Spatzen weiter, änderten ihre Flugbahnen und stoben dann wild auseinander.

Ein guter Beobachte konnte am Horizont erkennen, das einem Pfeil ähnlich, etwas durch die Luft zischte.
Mit einer rasenden Geschwindigkeit schien es auf dem Vogelschwarm zuzuhalten.
Die Vögel erkannten nun die Gefahr, von einem wilden inneren Instinkt getrieben schienen sie Deckung zu suchen.
Zu spät…..
Serendo Radil

Re: Ein spitzer Schrei

Beitrag von Serendo Radil »

Täglich stand Serendo früh mit den ersten Sonnenlicht auf.
Gab es doch viel zu tun in dieser jetzigen erwachenden Zeit.
Seine rechte Hand auf den Rücken gedrückt, streckte er sich ausgiebig, als er sich daraufhin eine frische Tunika überzog und auch seiner kleinen Hütte ging.
Wie fast jeden morgen blickte der Duide nach Osten. Wie jeden Morgen genoss er den malerichen Anblick, welcher sich vor seinen Augen zeichnete, als die ersten Sonnenstrahlen den dichten Wald und so dessen Baumkronen der alten Bäume, welche das Tal Vernementon verhüllten, überwanden.
Wahrlich malerich... Doch auch so schön der Anblick, der geld-, orange schimmernden Kugel war, welche die Mitte eines sanft rotschimmernden Bandes formte. So drügerich war dieses Zeichen aus.
Lautete eine alte Bauernregel nicht: " Morgenrot Regen droht. Abendrot gut Wetter bot."
Serendo wiegte etwas den Kopf: Doch so ist für ihn auch der lauf der Dinge.
Seinen Blick gerade abwendend um zu seiner Waschschüssel zu gehen, vernahm er jenen hellen und weithallenden Schrei, welcher für einen Augenblick auch dem Hohen Druiden die morgendliche idülische morgendliche Ruhe nahm.
Er richtete wieder seinen Blick zur Sonne hin und kniff seine Augen zusammen.
Lange ruhte sein Blick auf dem morgendichen Sonnenball. Nach einer weile des konzentrierten starrens, erblickte er schließlich auch jenen dunklen Schatten, der sich vor die Sonne zog. Doch so schnell er erschien, so schnell war er auch wieder verschwunden.
Konzentriert wirkte sein Erscheinen und noch eine weile stand er regungslos und wohl nachdnekend an seinem Fleck, ehe er begann sich an sein Tageswerk, angefangen mit dem Austreuen einiger Körner, zu machen.
Kilyan Carnova

Der Wanderfalke

Beitrag von Kilyan Carnova »

[ooc: fügt direkt an den Erzähler an]

...der elegante Wanderfalke schoß auf einen der Spatzen zu.
Mit atemberaubender Geschwindigkeit verfehlt sein Körper nur knapp den
des Spatzes, doch seine geschlossenen Klauen, trafen den wesentlich
kleineren Vogel hart am Kopf.
Der Falke flog einen engen Bogen, um dann den tödlich getroffenen Spatz in
der Luft wieder aufzufangen.
Seine geschlagene Beute im Schnabel haltend, senkte der Wanderfalke
sich nun zu einem Baum hinab und landete geschmeidig auf einem Ast.
Er schüttelte sein prächtiges Gefieder und begann dann eifirg den toten
Vogel zu verspeisen.
Sicher schien bei einem flüchtigem Blick, dass dieser Wanderfalke gewöhnlich
ist, so gewöhnlich wie die anderen flinken Vögel seiner Art, doch trägt
dieser erfolgreiche Jäger ein seltsames Merkmal, etwas das einem
wachsamen Beobachter ins Auge stechen mag.
Es war noch nie ein Wanderfalke gesehen worden, dessen Augen zur
Mitte hin einen grünen Farbton annahmen...
Irmion
Beiträge: 0
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Irmion »

Früh war Irmion diesen morgen schon auf den Beinen, den klaren Morgen nutzend begab er sich auf den langen Weg zu einem ruhigen Platz auf den Bergen, die das Tal Vernementon umgeben. Der Weg hier herauf ist gut 5000 Schritt lang jedoch wird derjenige, der den Weg zu dieser frühen Stund auf sich nimmt wohl mit dem schönsten Sonnenaufgang auf ganz Gerimor belohnt. Der Blick von diesem Aussichtspunkt richtet sich gen Osten und zu seinen Füssen liegt das Tal, das er sein zu Hause nennt, Vernementon. Dahinter erblickt man die Weiten, nun langsam wieder ergrünenden Wiesen und Wälder, Gerimors. Der Feuerball taucht dann aus dem endlos erscheinenden Meer auf und durchflutet die Welt in einem wundervollen rot und später in einem saftigen Gold.

Irritiert bemerkt er die vielen kleinen Vögel wie sie sich vor dem Feuerball sammeln und wie sie ihre Flugbahnen hektisch verändern. Ein leichtes Runzeln fährt über seine Stirn. Den Schrei vernimmt er nur aus der Ferne, jedoch lässt er ihn etwas zusammen zucken. Nach dem die Vögel verschwunden sind und der Feuerball seine Bahn am Firmament fortsetzt, begibt Irmion sich wieder auf den Weg ins Tal, um sich mit seinen Brüder zu besprechen und sich den Aufgaben des Tages zu widmen.
Rowing Mandelbuche

Beitrag von Rowing Mandelbuche »

Zu Dritt standen sie zur Mittagszeit vor Miriams Haus, als ein schriller Schrei das Gespräches störte. Ein Falke, ein Wanderfalke, flog dicht über Ihre Köpfe hinweg, um sich dann in Kreisen immer weiter in den Himmel hoch zu schrauben. Noch einmal ertönte jener Schrei so schrill und laut, das der Fuchs sich mit den Worten „da stimmt etwas nicht“ von Miriam und Fuad abwandte. Der Versuch, den Falken zu folgen, schlug jedoch fehl.
Zuletzt geändert von Rowing Mandelbuche am Mittwoch 14. März 2007, 20:22, insgesamt 1-mal geändert.
Antarian von Weylenstein

Beitrag von Antarian von Weylenstein »

Auf dem Ratsgebäude von Varuna stand der Richter. Die hände auf der Brüstung ablegt. Die sorgenfalten auf seinen Gesichtszügen waren deutlich zu erkennen. Er dachte über die Vorliegenden-Angelegenheiten nach. Diebstahl auf dem Marktplatz. Ein Bauer der zu geringe Löhne an Tagelöhner zahlt. Sie ausbeuten soll, angeblich zu mindest. In grunde genommen sind es alltägliche Angelegenheiten. Doch mit der Zeit wird es nerven raubend. Für eine jeden kleinigkeit musste ein nach dem Gesetz gerechtes Urteil gefällt werden. Jede seiner Tat als Mitglied des Rates zu Varuna war unweigerlich auf seine Hoheit selbst zurück zu führen. Antarian hatte nicht viel kontakt mit Adrian. Aber keine beschwerde zu hören sollte Lob genug sein.

Aus den Augenwinkeln heraus blickte Antarian knapp in Richtung der Sonne. Dieser schwarze Fleck, der gehörte da doch nicht hin? Er legte seine Hand an die Stirn um seine Augen vor den Sonnenstrahlen besser schützen zu können. Er wollte sehen was vorgeht. Doch war dieser Fleck verschwunden, von einem zum anderen moment. Ein schlechtes Omen kam Antarian als erstes in seinen Sinn. Mit schweren Herzen begab er sich wieder an diesen morgen an seine Schreibstube. Unter diesem Ereigniss würde es ein besonders langer schwerer Tag werden.
Kilyan Carnova

Das innere des Wanderfalkens

Beitrag von Kilyan Carnova »

...langsam zieht der Vogel seine Kreise über dem Nebelwald. Seine wachsamen Augen halten Ausschau nach neuer Beute. Er wird nur von einem Instinkt geleitet, nur von einem Gedanken: Nahrung.
Es geht für ihn um das Überleben und darum sich durch den Winter zu bringen.
Sein prachtvolles Gefieder wird durch den Wind eng an seinen Körper gepresst und hält ihn warm.
Seine seltsamen Augen tasten die Umgebung nach anderen Vögeln ab, denen er nachjagen kann, um sie dann zu erbeuten und zu fressen. Seine Muskeln halten ihn im Gleichgewicht und beschleunigen, lassen ihn sich weiter in den Himmel schrauben um noch einen weiteren Blick für die Landschaft zu bekommen.

Doch in ihm Kämpft ein junger Mann in einem unbekannten Käfig. Er hat die Hoffnung schon fast aufgegeben, hat den Kampf schon fast verloren und doch treibt ihn seine letzte Kraft an, seine letzte Erinnerung die nur aus der Klang des Liedes besteht...
Serendo Radil

Re: Das innere des Wanderfalkens

Beitrag von Serendo Radil »

Jeder Tag begleitet mit Sorge. Gar ein gefühl des Versagens plagte ihn. Serendo dachte stets an Korghans Worte:"Kilyan ging stets seinen Aufgaben nach. Er suchte mich so oft auf wie es ging um mir zu berichten, wa sin der Welt vor sich ging.
Doch seit Tagen kein Zeichen mehr von ihm."
Ja Kilyan nahm seine Bürde sehr ernst und tat alles daran aus Liebe getrieben, zu all dem was ihm Geschenkt wurde, um Eluive und ihr Werk zu wahren.
Getrieben von seinen Idealen reiste er viel und scheute sich wohl auch nicht einfach nur zu verstecken und zu zu schauen.
Doch ohne eine Botschaft zu hinterlassen würde er nicht so lange von seiner Gemeinschaft fern bleiben. Jenen Grundsatz des Zusammenhaltes der Gemeinschaft muss ein jeder der Bruderschaft innehalten.

Lange berieten die Brüder zusammen. Sie wägten ab, welche Ziele er in naher Zukunft gehabt haben könnte. Wie die Reise nach Menek'ur. Oder die Vorbereitungen zum Fest der TagundNachtgleiche.
Der Zusammenhalt der Gemeinschaft und das Wohl jedes einzelnen Bruders ist mit das höchste Gut, gar das wichstigste ungeschriebene Gesetz, welches im Kodex der Druiden festgehalten ist.
So berieten die Alten Vernementons. Und beschlossen nach ihm zu suchen.
Jedes Mitglied sollte sich an jener Suche beteiligen. Mit bedacht die Worte wählen und doch mit wachem Blick und gutem Gehör über die Landen ziehen.
Dragunos begab sich nach Menek'ur. Seine Rückkehr nach Vernementon wird sehnlichst erwartet.
Dilenay begab sich zur Gemeinschaft der Waldgeister, welche auf der Ebene Altgrimwoulds sich niederließen. Bedacht und sorgfältig sollte er dort seine Worte wählen.
Der Verlust eines Bruders sollte nicht nach außen getragen werden. Zu groß wäre die Gefahr, dass sich jene Schwäche einer zu nutzen mache.
Serendo begab sich zu den Waldelfen ihnen eine Botschaft zu übermitteln. Sehnsüchtig wartet er auf eine Antwort und getragen mit der Hoffnung, dass jenes alte und Wache Volk sie aufsuchen wird.
Askir sollte ein Waldgeist erscheinen. Welcher ihm die Botschaft überbrachte, nach Vernementon zurück zu kehren. Jene Botschaft erhallte nur ihn seinem Ohr. Leise und sanft Erklung sie. Gleich einem leisen whispern.
Keiner der Brüder wollte einen Gedanken daran verlieren. Ihn tatsächlich verloren zu haben.
So hieß es warten bis die Druiden sich wieder im Hain versammelten.
Sollte die Suche tatsächlich keine Erfolge aufweisen, bliebe Serendo wohl nur noch ein Schritt, welchen er wohl als letztes und mit großem Zwiespalt gehen würde.
In seine Gedanken formte sich ein Raum mit einem Fenster. Die Sonne sachien hinein. Und vor dem Fenster erblickte er die Konturen einer Frau, welche gar von den Sonnenstrahlen sanft umschlungen wurde.

Er würde diesen Weg als letztes wählen. Schwäche würde es heißen. Versagt zu haben würde es heißen...
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Mit der freien Hand wischte er sich gedankenverloren die Nase ab.
Der mit Tierfellen eingehüllte Hüne stand auf der Bergkuppe,
mit aufmerksamem Blick ins Tal betrachtete er ein Dorf.
Eisiger Wind umspielte seine Beine, die mit Lederstiefel gut
geschützt der Böe trotzten.
Auf seinem Rücken hatte er einen Köcher und einen Bogen,
während er in der anderen Hand ein Tierkadaver hielt welchen er
achtlos auf den Boden donnerte.
Er hatte sich seinen Preis verdient, der Wolf war tot.

Ein schriller Schrei weckte ihn aus seinen Gedanken.
Umgehend richtete er seinen Blick in jene Richtung,
die Jahrzehnte im Wald hatte seinen Blick geschult.
Das Leben in der Wildnis hatte ihn gestählt,
er konnte jede Fährte lesen, jedes Tier auf seiner Liste
hatte er noch bekommen.
Tot oder lebendig.
Ein schäbiges Lächeln machte sich auf seinen Zügen breit,
die eine Zahnlücke, eine Trophäe des letzten Kampfes sichtbar machte.
Dort sah er ihn, ein Wanderfalke, mit majestätischer Anmut
zog er seine Kreise. Doch für so was hatte der Wilderer keinen Sinn.
Dieser Falke gehörte ihm, koste es was es wolle.
So ein prachtvolles Tier ließ sich gut verkaufen,
der Wilderer sah sogar schon vor seinem geistigen Auge den Sack Gold.
Einen großen Sack Gold.
Hastig nahm er den Bogen von der Schulter, und zog auch schon
mit der anderen Hand einen Pfeil aus dem Köcher.
Den Pfeil führte er zu seinem Mund um mit seiner Zunge die Federn glatt zu streichen.
Dieser Schuss würde ihm einen Haufen Gold einbringen dachte er,
während er den Pfeil in die Sehne spannte und zielte.

Von der Sonne kurz geblendet hatte er den Schuss freigegeben.
Wie ein Blitz schoss der Pfeil surrend durch die Luft, seinem Ziel entgegen.
Vikko Allago

Die Wunde

Beitrag von Vikko Allago »

*hust*
Zuletzt geändert von Vikko Allago am Sonntag 18. März 2007, 15:07, insgesamt 1-mal geändert.
Kilyan Carnova

Beitrag von Kilyan Carnova »

...surrend kam der Pfeil auf ih zugerast.
Zu spät bemerkten die wachen Augen des Wanderflakens das Geschoss
und er konnte ihm nicht mehr vollends ausweichen.
Federn wirbelten umher, als der unheilvolle Pfeil den Falken am rechten
Flügel traf. Nur ein Streifschuss, doch trotzdem reichte es um den Falken
aus der Balance zu bringen, ihn trudeln zu lassen.
Schmerz durchzuckte seinen Flügel und Blut tränke seine Federn. Ein
schwarzer Schleier legte sich über seinen Blick und er fiel sich immerwieder
um sich selbst drehend zu Boden...
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Mit einem ärgerlichen Schnaufen sah er den abstürzenden Wanderfalken.
Der Pfeil hatte dem Vieh nur einen Streifschuss verpasst.
Äußerst ärgerlich!
Jetzt musste er dem Ding auch noch hinterher laufen, dachte er.
Fluchend machte er den Abstieg ins Tal, um in die Richtung zu wandern
in der er den Vogel zuletzt gesehen hatte.
Bei jedem Schritt, den er tat, braute sich in seinem Bauch mehr Wut zusammen.

Nach einem halben Tagesmarsch den zurückgelegt hatte,
kam er über eine kleine Brücke.
Eine Kleine Hütte, umringt von einigen Bäumen hielt ihn kurz in seinen Bann.
Doch dann besann er sich seiner Aufgabe, er war hier um den Falken zu finden.
Mit einem wachen Blick hielt er nun Ausschau.
Hier musste es gewesen sein, da war er sich ganz sicher.
Da sah er ihn auch schon, ein prachtvolles Tier.
Eine kleine Blutlache bedeckte den Boden, aber das sollte seinen Gewinn nicht schmälern.
Doch was war das?
Was machte dieses Weibstück dort?
Taralea Mirrosil
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Taralea Mirrosil »

Der Tag war schon weit fortgerückt und die Arbeit erledigt. Leise summend trat Taralea in die Dämmerung hinaus. Die Luft war in den letzten Tagen deutlich milder geworden und die ersten Blütenknopsen zeigten sich ringsumher. Gut gelaunt wollte sie sich in Richtung des großen Hauses machen, als plötzlich ein seltsamer Laut an ihr Ohr drang. Suchend huschte ihr Blick über die Umgebung. Nichts. Doch der Ton kam immer näher. Er kam... von oben? Sie richtete ihre Augen in den Himmel und erblickte verwirrt einen dunklen Punkt der immer näher kam. Kurz darauf landete mit einem sehr unschönen Geräusch ein großes Federbündel unweit auf dem Boden. Der dichte Wuchs des Grases hatte den Sturz wohl ein wenig gemildert, dennoch bildete sich sofort eine Blutlache.
Ensetzt eilte Taralea hinüber und sank auf die Knie. Vor ihr lag ein Falke, zunächst glaubte sie, es käme jede Hilfe zu spät. Erleichtert nahm sie dann das Heben und Senken der Brust war, auch wenn es sehr schwach und unregelmäßig war. Neben den Auswirkungen des Sturzes fiel eine Verletzung des Flügels sofort ins Auge. Rechst klaffte eine blutende Wunde, die Federn hatten sich großflächig gelöst. Eilig zog Taralea ein Tuch aus der Tasche und breitete es über ihre Beine, ehe sie den Vogel behutsam darauf bettete. Er schien sonst keine weiteren Wunden zu haben und sie wollte gerade beginnen, sich seiner Verletzung anzunehmen, als ein Mann hinzutrat.
Der anfängliche Schrecken wandelte sich schnell in Ärger und schließlich in unglaublichen Zorn.

Es hatte sich rasch heraus gestellt, wer der Mann war: Ein Wilderer, der seinen Geldbeutel damit füllte, Mutters Geschöpfe grundlos zu jagen. Nun erhob er Anspruch auf Taraleas neuen Schützling. Sie spürte, wie sich langsam Hitze in ihr ausbreitete und bemühte sich um Ruhe. Doch alles war vergebens, er wagte es tatsächlich, ihr zu drohen. Sie höre Vivianes Stimme in ihrem Ohr "manchmal hilft nur eines, und dann darf es keine Gnade geben..."
Innerlich flehte sie Mutter an, ihr beizustehen. Im nächsten Augenblick schon schien es dem Wilderer deutlich schlechter zu gehen. Er hielt sich den Bauch, wie von Schmerzen erfasst und einen Moment später rang er nach Luft. Mutter hatte ihre Bitte erhört. Kalt lag ihr Blick auf dem Wilderer und beobachtete, wie er seine gerechte Strafe empfing. Wieder konzentrierte sie sich. Kurz darauf glommen im dunklen Unterholz zwei Augen auf. Bedrohlich knurrend kam der Wolf angeschlichen. Seine Augen waren fest auf den Mann fixiert, doch schien er auf irgend etwas zu warten.
Leise, für den Mann gerade noch hörbar murmelte sie: "Du hast Mutters Geschöpfe gejagt und geschändet, mögen sie auf die selbe Art Rache nehmen..."
Wie auf Kommando sprang der Wolf los. Kurz danach ertönte nur noch das Heulen des Tieres, der sich nach getanem Werk zurück zog.
In diesem Moment fiel die Spannung von Taralea ab. Inbrünstig dankte sie für die Hilfe, ehe sie sich nun wieder dem geschwächten Wesen auf ihren Beinen zu wandte.


Ihr Finger schwebten über der Wunde, die Augen waren geschlossen. Mehrere tiefe und gleichmäßige Atemzüge, dann begann sich langsam wieder Ruhe in ihr auszubreiten. Nach und nach nahm sie die Melodie des Wanderfalken mehr in sich auf. Ihr Geist tastete sich vorwärts, bis sie gefunden hatte, was sie suchte. Mit Mutters Hilfe begann der kleine Knochen sich wieder in die rechte Position zu schieben, als etwas sie stutzen ließ. Leise, kaum wahrnehmbar hatte sich ein fremder Ton eingeschlichen. Fremd, aber nicht falsch. Verwirrt öffnete sie die Augen. Der Falke lag ruhig auf ihren Beinen. Taralea betrachtete den Vogel eingehender. Ein besonders schönes Exemplar, die Augen sehr aufmerksam, doch eindeutig ein Wanderfalke. Ob sie sich geirrt hatte?

Ihre Konzentration wurde jäh unterbrochen, als eine junge Frau erschien. Sie sah mitgenommen aus und war offensichtlich vollkommen entkräftet. Dennoch war sie freundlich und nett, bot trotz ihrer deutlich erkennbaren Schmerzen an, dem Vogel zu helfen. Taralea komplimentierte sie in die Heilerhütte mit dem Versprechen, sich ihrer sehr bald anzunehmen.
Als sie sicher war, dass die junge Frau die Türe verschlossen hatte, wandte sie sich wieder dem Vogel zu. Dieser lag noch immer vollkommen ruhig auf ihren Beinen. Mit Mutters Hilfe schloss sich nun auch die Wunde um den Knochen. Lediglich eine kahle Stelle und der erschöpfte Ausdruck des Tieres ließ noch auf das zuvor Geschehene vermuten. Taralea bereitete ihm eine kleine Lagerstelle nahe des Hauses, stellte ihm Wasser bereit und legte einige Fleischstücke hinzu. Dabei betrachtete sie ihn immer wieder nachdenklich, lauschte auf seine Melodie. Der Unterton blieb. Mal deutlicher, mal kaum zu erkennen, doch zweifelsohne war er da. Anscheinden hatte sie eine Gattung vor sich, die sie bisher noch nicht kennengelernt hatte.
Sobald Nuria wieder da war, würde sie nachfragen können. Bis dahin blieb ihr nur, das Tier so gut wie möglich zu versorgen.
Als sie sicher wahr, dass er alles hatte um die Nacht zu gut wie möglich zu überstehen, beugte sie sich zu ihm hinab. Ohne Widerwehr ließ er sich das Köpfchen streicheln, er schien es beinahe ein wenig zu genießen. Kaum richtete sie sich auf, steckte er das Köpfchen auch schon unter den gesunden Flügel. Ein Lächeln schob sich auf ihre Lippen. Noch einen Moment betrachtete sie ihn still, ehe sie sich ins Haus begab, um sich der Patientin anzunehmen.
Zuletzt geändert von Taralea Mirrosil am Sonntag 25. März 2007, 23:45, insgesamt 2-mal geändert.
Kilyan Carnova

Der Aufprall

Beitrag von Kilyan Carnova »

... langsam begann der Schleier sich zu lüften und Leben kehrte in den Wanderfalken zurück. Er spürte, wie seine Atmung nicht das tat, was er von ihr verlangte, wie sein Flügel eine unglaubliche Pein entsendete und ihn zur regungslosigkeit Zwang.
Doch nur ein paar Augenblicke später, umspülte Wärme sein Herz, die sich immerweiter in seinem Körper ausbreitete, die ihn Schützte, die ihn heilte. Die Instinkte sprudelten in ihm, schließlich nahm einer von ihnen die Feder in die Hand und diktierte seine Handlung. Regungslos verharrte er weiter, getrieben vom Selbsterhalt und vom Drang seine Wunden auszukurieren. Er nahm leise eine Stimme war, konnte sie aber nicht einordnen, sie nicht bestimmten.
Wie durch einen Nebel konnte er ein Gesicht erkennen, das junge Gesicht einer Menschenfrau, welche ihn auf dem Armen trug, ihn dann auf ein Strohbett legte.
Dann drang der Geruch von Fleisch in seine Sinne, doch schenkte er ihm keine Beachtung, zu groß war der Schmerz und zu verwirrt war sein Geist.
Wieder umschloss ihn der Schleier und er trieb in dieser Schwärze davon. Nur ein paar Bilder drangen an ihn heran, die er nicht wirklich in einen Zusammenhang bringen konnte.

In ihm kämpften Vernunft und Instinkt.

Langsam klärte sich der Blick des Wanderfalkens und er war wieder in der Lage einen Teil seines Körpers zu bewegen. So versuchte er sich aufzurichten, doch gaben seine Krallen sofort wieder unter ihm nach und zwangen ihn so in eine sitzende Position. Seine Atmung war wieder stabil und die Lähmung die er vorher verspürt hatte, durchzog nicht mehr seinen gesamten Körper, sondern nur noch seinen rechten Flügel und seine Krallen.
Er fühlte sich hilflos und der Fluchtinstinkt kam in ihm auf. Er wollte von diesem Ort verschwinden, sich wieder in die Lüfte heben und seine Kreise ziehen, wieder auf die Jagd gehen und sein Leben leben.

In ihm kämpften Vernunft und Instinkt.

Stunden vergingen, in denen er nichts weiter tun konnte als in seiner Position zu verharren, nichts weiter tun konnte als still seine Umgebung zu beobachten. Nicht einmal einen Schrei konnte er seinem Schnabel entweichen lassen, denn selbst dafür war er noch zu schwach. Er beruhigte sich langsam und nahm seine Situation so hin.
Dann kam auch schon die junge Frau wieder um das Haus herum und warf ihm einen mitleidigen Blick zu, sie sprach Worte die er nicht verstand und nahm das Fleisch, welches er nicht anrühren konnte weg, brachte aber alsbald neues, welches sie ihm anbot, ihm mit den Fingern schon fast in den Schnabel legte.
Er nahm dieses Geschenk dankend an und spürte, wie der volle Magen wieder Lebensgeister in ihm weckte, ihn erstarken ließen, soweit, dass er seine eigene Stimme wieder erheben konnte um der Welt mitzuteilen, dass er noch lebt, dass das Leben diesen Körper noch nicht verlassen hat und auch nicht daran denkt es in nächster Zeit zu tun.

In ihm kämpften Vernunft und Instinkt.

Die junge Frau verschwand, nachdem sie ihn umsorgt hatte. Er blieb zurück, der innerliche Kampf tobte weiter. Die Gefühle rissen ihn hin und her, er konnte sich nicht entscheiden, ob er fliehen sollte, oder ihr vertrauen sollte.

In Ihm kämpfen Mensch und Tier...
Serendo Radil

Beitrag von Serendo Radil »

Vergebens war die Suche. Alle Brüder die ausgesandt wurden, kamen ohne erfolgversprechende Nachrichten wieder.
Auf Menek'ur musste sich Kilyan aufgehalten haben, um sein Versprechen an Fadi einzulösen. Doch muss dies schon einige Wochen zuvor geschehen sein. Nachdem er das letztemal in Vernementon sich aufhielt.
Auch die Waldelfen, weche die Druiden, nach der Einladung in Vernementon besuchten, haben ihn im Nebelwald nicht wahrnehmen können. Und wenn jenen Wesen ein Mensch im Nebelwald nicht aufallen würde, so würde sich auch keiner in diesem aufhalten.
Nach all diesen wenig versprechenden Botschaften schwand die Hoffnung mehr und mehr.
Dem Hohen Druiden plagten mehr und mehr die Gednaken und Sorge, Kilyan nicht genug auf seine Bürde und seinen Weg vorbereitet zu haben.
Serendo war sein Mentor. Und auch mehr als das sein Freund und gar Seelenverwandter. Er sah in Kilyan, vom ersten Tage an, wie er selbst zu beginn seiner Reise war. Beide verbunden das selbe Element. Beide Charaktere wurden eben durch das Wasser geformt. Ruhe und Ausgeglichenheit sollten beide prägen. Wie auch Weitsicht nur dann etwas zu machen, wenn es gar nötig war.
So verdrängte Serendo einfach nur den Gedanken, dass Kilyan etwas aus Unachtsamkeit. Zugestoßen ist.
Serendo dankte den den Brüdern welche sich aufmachten um Kilyan zu suchen. Er selbst zog sich einige in dem Wald, der verborgenen Insel auf Gerimor zurück.
Mehr und mehr wurde ihm klar das es wohl nur noch eine Möglichkeit geben würde, seinen „Bruder“ zu finden. Dies würde aber bedeuten, sich einzugestehen versagt zu haben.
Versagt an seiner Aufgabe über die Gemeinschaft zu wachen.
Doch hat der Hohe Druide bereits seine Grenzen des machbaren erreicht.
Gewiss... Er vermag jene richten zu können, welche sich gegen das Werk Eluive stellen, gar ihr schaden zu fügen wollen. Er mag mit Hilfe seiner geschenkten Gabe Leben zu erschaffen, zu heilen oder auch geschicke der Natur selbst etwas zu steuern.
Doch vermag er es nicht den Klang der Melodie Kilyans zu erspüren.

So wurde es Zeit, sich auf zu machen.
Stets wurde einander versucht zu achten. Man wusste einander und den Wegen in die selbe Richtung. Doch gingen die Schwestern wie Brüder stets einen getrennten Weg. Zu unterschiedlich waren beide Wege, als dann man ihn doch gemeinsam laufen konnte.
Serendo machte sich auf zu den erwählten Töchtern Eluives, welche von ihr gesegnet waren, um ihr Werk auf einem anderen Weg als jener der Druiden, zu wahren.
Dem Hohen Druiden viel der Weg schwer, denn er wusste um Viviannes Gedanken und gemäßigten den Zorn gegen die Druiden. Vielleicht war er berechtigt. Aber vielleicht war es auch nur die Verbortheit und Uneinsichtigkeit einer Frau.
Die Geister der Wälder beschleunigten seinen Weg rasch. Und er gelangte auf die Insel der Hexen.
Er zog den Weg zu Lailas Haus vor. Ehe er wohl den Weg durch den Sumpf zu wagen.
Lange war es her als er den Weg hierher suchte.
Nach einem kurzen Moment des in sich gehens, blickte er auf. Und ehe er beide Schwestern erblickte, welche einen Falken, unwissend den Falken versorgten, spürte er jene beiden. Noch bevor er nahe genug an sie heran getreten war, vernahmen sie seinen Gruß.
Seine Stimme klang ruhig und ohne Zorn. Doch war sie auch, ohne es verbergen zu können, von Sorge getragen.
Als sich beide Seiten schließlich Auge in Auge standen, war es wie eh und je. Ein vorsichtiges Abtasten der Blicke. Ein scheinbar gespieltes Verhalten von Respekt und Einsicht.
Doch beide Seiten wussten einfach noch zu wenig von einander.
Jene einzige, welche von dem Bruch, der einst in Vernementon stattfand berichten konnte, war Vivianne. Doch es stellte sich nach späteren Wortwechseln heraus, das sie nicht mehr auf jener Welt weilt und wohl ihren Platz in dem Kreislauf einnahm.

Bedacht und ohne sich aufzudringen lies er sie den Falken zu ende versorgen. Einen Moment erhaschte Serendo ebenso einen Blick auf den ungewöhnlich anmutigen und vor allem ungewöhnlich aussehenden Vogel zu blicken.
Der Druide staunte ein wenig, welch ungewöhnliche Augenfarbe Eluive einem solchen Tier schenkte.
In den Gedanken war ein Kampf und eine Ahnung, welche er aber mehr und mehr unbewusst wohl unterdrücken wollte. Und jenen Gedanken einfach nicht aussprechen wollte.
Als er den Falken erblickte, wurde jener Gedanke wieder stärker. Aber wenn dem auch so sei. Konnten ihm nur noch die erwählten Töchter Eluives helfen.
Serendo sprach sein Anliegen offen heraus. Etwas zu verbergen würde ihm an diesem Tage nicht weiterbringen.
Laila welche schon ein zwei Nachmittage mit Serendo in früheren Tagen verbrachte, lauschte offen seinen Worten.
Gewiss war sie wie eh und jeh sehr vorsichtig, indem was sie sagte und wie sie es sagte.
Doch war sie, wie auch Serendo jemand der sich selbst eine Meinung bilden wollte und die Worte Viviannes einfach unüberlegt in sich aufnahm und ihren gemäßigten Zorn, gegen die Druiden so formte. Vielleicht konnte sie dies aber auch nur gut vertuschen.
Das wüsste nur sie selbst.
Doch jenes war ihr klar. Beide Seiten ob es die männliche oder weibliche war, vereinte ein unzertrennliches Band. Denn die Mitte beider Seiten formte die gemeinsame Richtung des Weges Eluive's.

Besonnen lauschte sie Serendos Worten. Und sie bot ihm schließlich die Zusammenarbeit, die Hilfe an, wegen welcher der Druide zu ihnen stoß.
Am letzten Tage der Woche an einem gemeinsamen Ort. Verborgen und geschützt vor fremden, doch weder Vernementon, noch diese Insel, würden sich die Brüder und Schwestern treffen. Um mit vereinter Kraft, nach dem verloren gegangenen Bruder zu suchen.
Das die Brüder sich in Vernementon sammeln und zusammenfinden finden müssen, würden sie spüren und wohl auch durch eine whispernde und liebliche Stimme in ihren Ohren gesagt bekommen. So sie durch einen Wald laufen wurden.
Denn die Geister des Waldes sind die Boten der Natur und ihrer Diener...
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