Oft kommt es anders als man glaubt...

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Hasib Falah

Oft kommt es anders als man glaubt...

Beitrag von Hasib Falah »

...ein sanfter Wind, wie die Berührung Eluive's selbst... strich über den Sand der weiten Menekanischen Wüste, und der Mond erhellte wachsam an jenem Abend mit seinem Antlitz das Land...


...dem Tod ins Auge sehen...

Lange bereitete er sich auf diesen Augenblick vor. Stundenlang saß er im Ausgestoßenen Lager und schmiegte seine Pläne. In einem Zerfetzten Zelt ruhte er wie üblich im Schneidesitz auf einem alten Kissen. Vor ihm auf einem Tisch, ruhte sein gesamtes Arsenal an Waffen. Er hatte die Hände ineinander gefaltet und hielt sie vor dem Mund. Eine Räucherstatue Vertrieb den elenden Motten Geruch der ihn umgab. Ihn umgaben die ganze Zeit laute Stimmen... Stimmen von betrunkenen Ausgestoßenen die sich um etwas Zankten. Doch Hasib ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Wie eine aus Stein gemeiselte Statue ruhte sein blick auf die ausgebreiteten Werkzeuge des Todes. Einige Minuten vergingen, und die erste Regung war wahr zu nehmen. Er streckte seine Arme zurück, und machte mit den Schultern eine kleine kreisende Bewegung rückwärts. So das sein Stoffmantel hinterrücks hinab rutschte, und er nun mit nacktem Oberkörper da saß. Langsam richtete er sich auf, kniete sich nieder. Er beugte sich einmal tief vor, so das seine Stirn den Boden berührte, wobei er die Arme weit nach vorne streckte. Hasib schloss seine Augen und atmete tief durch, eher er dann einige Worte hinaus hauchte. Es schien wohl eine bitte, an die Göttin gerichtet. Es war eine bitte um Vergebung. Sie möge ihm seine bevorstehende Tat vergeben, und ihm Kraft schenken. Nachdem er seine kleine Beichte ablegte. Stämmte er sich wieder hoch und nahm eine mit Wasser gefüllte Schüssel zur hand in welcher ein Stofftuch eingetaucht war. Er legte sie langsam vor sich ab, zuerst tauchte er die Fingerkuppe seines Mittelfingers in die Schüssel. Dann die Fingerspitze seines Daumens. Mit jenen zweien fuhr er sich erst über seine Augenglieder. Dann ließ er den Mittelfinger ganz sanft Vertikal über sein Gesicht wandern. Von der Stirn angefangen über die Nase, an der Nasenspitze vorbei über seine schmalen dunklen Lippen. Worauf hin sich seine Augenglieder öffneten. Seine rechte Hand wanderte zur Schale, und er ergriff das darin schwimmende Tuch. Einmal ausgepresst, fing er an sich zu waschen. Traditionell vom linken Schlüsselbein weg, zur rechten Talie. Dann vom rechten Schlüsselbein weg, zur linken Talie. Nach erneutem eintauchen in das mit Wasser gefüllte Gefäß. Setzte er an der linken Seite seines Halses an. Hasib wollte weiter machen, doch stockte er. Seine Hand in dem Fetzen gehüllt, befand sich genau über seiner Tätowierung. Auf jener Tätowierung die ihn als Großmeister auszeichnete. Er presste den Lumpen zusammen, und die Tropfen die aus dem Tuch heraus liefen bahnten sich ihren weg über seinen Trainierten Körper.
In seinen Augen funkelte Hass auf, und die Tätowierung auf seiner Brust verzog sich extrem als jene sich anspannte. Hasib warf das etwas Stoff in eine Ecke, und erhob sich um sich seinem Schicksal zu stellen. Der Erfahrene Krieger wusste, das er in einer Rüstung es niemals schaffen würde unauffällig in den Palast zu gelangen. So blieben ihm nur Stoffkleider. Er stand über dem Tisch gebeugt, und griff zu den Bandagen. Hasib band eine schlinge zusammen, und stülpte sie über den rechten Daumen. Mit langsamen gekonnten Bewegungen wickelte er nun die Bandagen um sein Handgelenk. Immer wieder straff ziehend und weiter wickelnd führte er diesen Akt fort bis knapp unter seinem Ellbogen. Dort verknotet er dann den Abschluss, und tat es dann auf dem linken Arm gleich. So Rüstete er sich Stück für Stück. Erst schnallte er sich seinen von verschiedenen Phiolen geschmückten Gurt um die Talie. Dann befestigte er Diamant Legierten Wurfmesser an die dafür gedachten Halterungen an jenem Gurt. Er wandte sich dann zu seiner Schwarz gefärbten Weste, und legte sie ruhigen Atems an. Bei jedem Knopf den er zuknöpfte. Seine Haare waren zu einem langen Zopf zusammen geflochten, und eine Drachenschuppen Maske verhüllte sein Gesicht. So griff er zuallerletzt nach dem in Barlonleder geschiedenem Säbel. Welchen er auf dem Rücken befestigte. Ein letztes mal huschte ihm ein lächeln unter der Maske über die Lippen. Eher er sich dem Ausgang wandte und in die helle Nacht hinausging. Sein blick fiel zu seiner rechten, dann zu seiner linken Seite, und schon machte er sich flinken Schrittes in Richtung des Palastes. So Pechschwarz gekleidet war er kaum wahrzunehmen. Man spürte ledeglich den lauwarmen Wind. Einen lauwarmen Wind von dem Hasib ein Teil zu sein schien. Ohne auch nur ein einziges wahrnehmbares Geräusch zu machen flitzte er in Richtung der Stadt



...der Weg in den Palast...

Einige Meter vor der Stadtmauer hielt der vermummte Krieger. Als ehemaliger Offizier und persönliche Leibwache der Omar Familie kannte er die Patrouille Zeiten der Wachen. So wie alle Geheimgänge des Palastes. Somit war es eine Leichtigkeit hinein zu dringen. Doch musste er seine Geduld beweisen. Hasib blickte hoch zu den Sternen, und wusste das die Wache jeden moment vorbeimarschieren würde. So legte er sich in den Sand, und kaum war das geschehen kamen sie auch schon um die Ecke. Lachend und amüsiert gingen sie nichts ahnend keine zwei Meter an ihm vorbei. Doch Hasib wollte sie nicht töten. Nein, er wusste dass wenn sie nicht zu einer gewissen zeit woanders aufkreuzen. Alarm geschlagen wird. So verschonte er ihr Leben und machte sich zur Palastmauer sobald jene wieder um die Ecke verschwanden. Ein kleiner Ankerhaken an einem Seil befestigt half ihm die große Mauer zu überwinden. Drei versuchen waren nötig bis sich jener an einer Rille verfing und fest genug saß um sein Gewicht tragen zu können. So nützte der Ex-Militär die Gelegenheit und kletterte wie eine Echse schnell an dem Seil hoch. Oben angekommen nützte er die selbe Methode um sich auf der anderen Seite wieder abzusetzen. Flink wie eine Gazelle huschte er zur Seite. Stets leicht in der Hocke und die Hand am Säbelknauf ruhend. Wie ein Schatten glitt er dann an der Palastwand entlang bis zum Eingang des Kellergewölbes. Zu seinem Glück, war er noch im Besitz der Palastschlüssel, und jene Hürde war somit eine Leichtigkeit. In dem Gewölbe eingedrungen, kannte er einen Geheimgang der zu den oberen Geschoßen führte. Doch musste er irgendwie an den Wachen vorbei. Eine Phiole der Verschleierung trug er bei sich. Hasib dachte sich es sei vielleicht klüger noch nicht in den offenen Kampf zu gehen. Sondern damit zu warten bis er vor dem Erhabenen steht. Um nur ihm seinen Hass zukommen zu lassen. So griff er ohne weitere Gedanken daran zu verschwenden zu seinen Gurt und löste jene Phiole. Mit dem Daumen zerbrach er die empfindliche Öffnung wie eine Ampulle und leerte den Inhalt in einem Zug. Nun von Jeglichen Blicken geschützt huschte er leisen Schrittes durch die Gänge. Nur Aasims Gesicht vor den Augen haltend, mit dem drang danach seinem Regime ein ende zu bereiten. Seinem Leben ein ende zu bereiten. In der kleinen Kammer angekommen, betätigte er den Auslöser für die Geheimtür. Welcher sich in einer Wandöffnung befand. Der Attentäter schlängelte sich rasch durch und folgte dem Weg bis zur anderen Öffnung. Welche hinter dem Thron in der großen Halle führte.




... das Massaker...


Langsam schob Hasib den Thron des Erhabenen bei Seite, um sich Platz zu verschaffen und in den Raum einzudringen. Seinem Wissen zufolge, Befanden sich dort über Nacht keine Wachen. Sie Patrouillierten nur ab und an, und sahen nach den rechten. Doch wie es schien veränderten sich doch so manches seitdem er nicht mehr seinem Herren diente. Auf sein Wissen verlassend sprang er hoch, und Schlenderte gelassen die Treppen herab. Von der letzten Stufe gerade absteigend, hörte er „Wer ist da?!“ und auch eine zweite Stimme erklang „Da war doch was?!“. Blitzschnell richtete sich sein Blick in die Richtung aus der die er die Stimme vernahm, und ebenso schnell wanderten seine Hände zu seinen Wurfmessern. *Zzssp**Zzssp* Zischten die zwei Klingen auch schon durch die Luft. Ein dumpfes Geräusch war zu hören, wie der Klang eines zu Boden fallenden Körpers. Genau so wie ein Klirren, wie der Klang eines Metalls der gegen eine Wand fliegt. Er schien den zweiten Wachmann verfehlt zu haben. Was zur folge hatte das jener einen lauten schrei los lies. „EINDRINLING!!!!“
Natürlich war er in diesem Moment für Hasib ein leichtes Ziel, *Zzssp*und sein drittes Wurfmesser fand seinen Weg in die Kehle des um Verstärkung rufenden Menekaners. Welcher nun röchelnd zu Boden stürzte und in seinem eigenen Blut ertrank. Hasib's Herz begann zu rassen, und sein Blick traf die große Eingangstür der Halle. Welche bereits durch einige Soldaten weit aufgerissen wurde und jene in Massen die Halle Stürmten. Die Zeit schien für eine Sekunde still zu stehen. Man konnte in den Augen des hasserfüllten Krieger's eine statische Aufhellung erkennen. Der Mond schien an Helligkeit zu gewinnen und durchdrang den gesamten Raum mit Licht. Hasib fing sich wieder und er erkannte die auf ihn zukommende Bedrohung. So setzte er sich ebenso in Bewegung. Auf Zehenspitzen weg stoßend rannte er auf seine Gegner zu. Der Erste wollte ihn mit seinem Säbel von rechts ausholend treffen. Doch der geschickte Krieger wich dem aus indem er sich einfach bückte. Gleichzeitig zog er erneut ein Wurfmesser in der Bewegung und rammte es dem Angreifer beim erheben ins Genick. Während jener durch seinen Schwung leicht mit dem Rücken zu Hasib gewendet wahr und ihm somit die ideale Gelegenheit bot. Der Zweite Wachmann lies nicht lange auf sich warten und versuchte Hasib mit einem schlag von oben niederzustrecken. Doch Hasib wirkte dem entgegen indem er mit über kreuzten Unter armen sich so nahe wie möglich am Gegner stellte und seinen Unter arm abfing. Er umklammerte mit den Händen den Arm der Wache und führte sie über seinen Kopf hinweg so weit dass er seinem Angreifer den Arm verdrehte.
Ein gezielter Tritt ins Genick hatte zur Folge das jener nur noch kurz auf knackte *KNACK* eher der leblose körper zu Boden sackte. Er erfahrene Nahkämpfer machte nur auf Zehenspitzen zwei flinke Schritte zurück und wartete den nächsten Soldaten ab. Doch liefen diesmal gleich Zwei der brüllenden Menekaner auf ihn zu. So wie auch hinter ihm er einen bemerkte. So ergriff Hasib wieder eine der am Gurt hängenden Phiolen und warf sie einem der beiden auf ihn zukommenden Soldaten ins Gesicht. Ein lauter knall war zu hören *BANG* es war ein Explosions Trank welcher nicht mehr viel vom Gesicht des gerade noch kampfmutig schreienden Menekaner's übrig blieben ließ. In der gleichen Bewegung zog Hasib seinen Säbel aus der Barlonscheide und drehte sich Parrierend zu dem hinter ihm stehenden Soldaten. *KSLING* war der erste schlag zu vernehmen. *KSLANG* Dann sofort auch der zweite, welcher durch den anderen Wachmann hervorgerufen wurde. Das Oberhaupt der Falah machte einen Ausfallschritt zurück und erkannte wie noch weitere Vier Gegner zum Kampf hinzukamen. So fackelte Hasib und stürzte sich in den aussichtslosen Kampf. Als er den Ersten Schritt nach vorne wagte, umklammerte er fest den Knauf seines funkelnden Diamant Säbels. Er sprang in die Mitte um von seinen Feinden umkreist zu sein. Den der Großmeister war gut trainiert im Kampf gegen mehrere Gegner. Mit leicht ab gebeugten Knien, auf Zehenspitzen ausbalancierender und ständig verlagernder Gewichtsverlagerung konnte er sich gut winden, und war seinen Gegnern somit in großem Vorteil. Welche alle eine Rüstung Trugen. Ein dumpfer Schlag *BUMM* ein helles zischen *KSLING*. Ein tritt in die Brust, ein Schlag mit dem Knauf. Seine Hiebe trafen ihre Schilder, ihre Klingen, ihre Körper, ihre Gesichter. Mit der Zeit sogar den einen oder anderen Kehlkopf. Das Blut spritzte ihm quer übers Gesicht. Nein, es war nicht sein Blut. Es war das Blut seiner Feinde. Das warme Blut welches durch seine hastigen Bewegungen überall verstreut wurde. Auf den Boden, auf die Säulen. Einer nach dem anderen fanden sie ihren weg auf dem kalten trostlosen Boden der Sandsteinfliesen. Drei der Sechs Wachleute waren schon Gefallen. Jeder gefallene Wachmann steigerte Hasib's Zuversicht Aasim zu töten. Von seinem Hass geleitet führte er weiterhin seinen Säbel mit der Eleganz die so eine Waffe verdiente. Nicht mehr lange dauerte es an. Der Blut überströmte Kämpfer ließ den Blick kurz schweifen, und sah nur Leichen um sich herum. Ermüdet zog er mit der Fingerspitze des Zeigefingers langsam die Maske von der Nasenspitze und wandte sich der Tür zu. Welche zu Aasim's Gemächer führten. Hasib Öffnete langsam die Tür, und betrachtete den langen Gang. Einige Schritte machte er, eher er sich aus Not Hilfe suchend an der Wand stützte. Ein Husten reiz überkam ihn und Blut floss aus jenem heraus. Tropfte zu Boden, zog Fäden. Er Atmete nochmals tief ein und drückte sich von der Wand. Fest umklammerte er den Griff seiner Waffe und setzte seinen Weg fort. Mit gebückter Haltung schwankte, schleppte er sich mit letzter Kraft weiter. Die Spitze seines Säbels schliff er hinter sich her. Blut rannte ihm dem Arm hinab. Den Säbel hinab. Ja, es war sein Blut. In Wut bemerkte er nicht das er verwundet wurde. Er merkte nicht, das es auch sein Blut war. Welches sein Gesicht benetzte. Seine Haarzopf war zerzaust. Seine Klamotten zerfetzt. Seine Wunden groß. Doch dachte er nicht daran Um zukehren. Nein, sein Stolz ließ das nicht zu. Entweder würde er den Emir töten, oder bei dem Versuch sterben.
So stand er davor, vor der Tür der Gemächer. Als er sie Öffnen wollte, stürzte er fast in den Raum. Hasib konnte sich gerade noch fangen und sein Blickte fiel ins Bett des Auserwählten. Er weitete die Augen, denn das hat er nicht erwartet.
Ein leeres Bett. Der schwer angeschlagene Attentäter taumelte leicht nach vorne. Als er von außen Aasim's Stimme wahrnahm. „Hier bin ich Hasib... mich suchst du doch, oder?“ Ziemlich heiter mag er Klingen. Was in Hasib Unmut hervorrief. Doch ließ sich der dunkelhaarige Kämpfer nichts anmerken. Langsam schweifte sein Augen merk nach draußen. Wo der Emir mit einem Diamant Säbel am Teich bereits auf ihn wartete. Hasib musste schmunzeln. Als er den ersten Schritt gen Aasim machte. Wurde er erneut von einem Hustenanfall überkommen und spuckte einiges an Blut auf das in weis gehüllte Bett. Immer wieder abstützend kam er dann langsam raus. Mit immer wieder leicht zufallenden Augengliedern musterte er erst Aasim. Dann bemerkte er die Esra, wie sie in ihrem Schlafanzug da stand. Voller Missachtung das Oberhaupt beäugend. „Wie ich sehe haben dir meine Wachen Probleme bereitet. Schade das ich dir nur den Gnaden stoß geben darf. Nach all deinen Helden Geschichten“ strotzte es nur so von Ironie aus Aasim's Mund und er verfiel einem spöttischen Lachen.
Hasib lehnte seinen Säbel an die Wand, ihm fehlte die Kraft noch große töne zu spucken. Er wollte sich schonen. Er hatte immer noch das Bild im Kopf. Wie er mit Aasim's Kopf in der Hand den Palast verlässt. So lockerte der Großmeister die um den rechten Unterarm befestigte Bandage. Als sie bis zum Handgelenk offen war. Begann er wieder sie fester zu schnüren, jedoch in größeren Abständen. Wären dessen schloss er wieder die Augen und legte seinen Kopf in den Nacken. Er ließ sich vom sanften Wind streicheln und ein letztes mal von den Strahlen des Mondes küssen. Die Bandagen waren in so einem großen Abstand um seinen Arm gebunden. Das er letztendlich wieder die Augen öffnete und das Ende der Bandage in den Mund nahm. Hasib biss fest hinein und griff wieder zu seinen Säbel. Leise meinte er nur mit zusammen gebissenen Zähnen. „Verabschiede dich...“Woraufhin Aasim ein aber mal zu lachen begann. „Du warst ein guter Krieger Hasib, ich werde mich vielleicht so gütig erweisen und das eine oder andere mal einen Gedanken an dich verschwenden“
Ertönte es von seinem gegenüber. Hasib ging nur wie gewohnt in seine Ausgangsposition und streckte den Schwert haltenden Arm in einem Fünf und Vierzig Grad winkel zu seinem Körper nach hinten. Auch der Erhabene tat es ihm gleich und nahm Ausgangsstellung an. Safiya stand nur auf einem Podest mit ineinander gefalteten Händen und schloss die Augen als die beiden den ersten Schritt auf einander taten. Hasib zog seinen Säbel schräg nach oben als sein Gegner in Reichweite war. Doch Blockte der Emir jenen Schlag Elegant ab. Aasim konterte mit einem von rechts ausholenden Hieb. Hasib dreht sich einmal und ließ sich in die Knie fallen. In der Bewegung um griff er mit beiden Händen den Knauf seines Schwertes und fing den Schwungvollen Schlag des Emir's ab.
Noch fester auf die Bandage beißend, stieß er sich hoch und rammte den Omar. Welcher darauf etwas zurück taumelte. Während Aasim noch in der Rückfallbewegung war. Setzte Hasib mit einem von oben nach unten gezogenen Schwert Angriff nach. Er schaffte es den Erhabenen an Kinn zu treffen und ihn am Hals schwer zu verwunden. Aasim viel zu Boden und hielt sich mit der linken Hand an der schwer blutenden Wunde. Safiya schrie los, sie sprang herab und rannte zu ihrem Geliebten. Um sich seinen Säbel zu schnappen. Schließlich war sie selbst eine begabte Kämpferin. Als Hasib das Bemerkte gab er ihr mit einem dreh tritt einen stoß seitlich in die Hüfte. So dass sie selbst zu Boden viel. Hasib wandte sich wieder gen Aasim, welcher bereits leise röchelnd sich auf einem Knie aufgepäppelt hat. Immer noch die stark Blutende Wunde mit der freien Hand zuhaltend. Hasib stellte sich vor ihn. Umschlang mit beiden Händen fest den Griff seines Säbels und hob ich an. „Grüß die Göttin... du Auserwählter Schweinehüter“ Hasib nahm schwung und setzte gerade zum schlag an, jedoch bemerkte er nicht, wie Aasim sich seinen Säbel bereit legte. Hasib war siegessicher. Er dachte der Sieg währe schon sein. Doch bemerkte er, als sein Säbel bereits auf dem Weg war Aasim's Haupt von seinem Torso zu trennen. Wie sich etwas in seinen Bauch bohrte... wie sich etwas durch seinen Körper hindurch bohrte...
Durch sein Gewicht und den aufgebrachten Schwung wurde er immer tiefer auf den Säbel Gespießt.
Aasim rollte sich zur Seite, und Hasib...
Hasib taumelte vor, sein funkelnder Säbel glitt ihm aus der Hand. Er fiel auf die Knie, seine Arme tauchten in den Teich. Das klare blaue Wasser nahm schnell die Farbe des Blutes an. Bis letztendlich sein Haupt sich senkte und im Blut getränktem Teich verschwand.









[Die letzten Gedanken die Hasib durch den Kopf gingen]

„Mein Bruder....? Yameela...?“ Bilder erschienen ihm von den Leuten die er Liebte, für die er alles getan hätte. Es tat ihm Leid, Leid ihnen hiermit weh getan zu haben. Er würde es am liebsten rückgängig machen. Sich ein letztes mal verabschieden. Wer konnte schon ahnen, dass es so kommen würde...
Yameela Yazir

Beitrag von Yameela Yazir »

Die Alarmglocken hatten mich aus dem Schlaf gerissen. Zum ersten Mal nach Wochen hatte ich wieder einmal tief und fest geschlafen, aber dennoch nicht fest genug als das ich nicht von den eiligen Schritten der Wachen aufgewacht wäre. Schnell warf ich mir meine Toga über, verhüllte mein Gesicht. Immerhin wollte ich wissen, was da los war?

Ich ging die Straßen entlang, welche sich immer mehr mit Menekaner füllten, die den Alarm gehört hatten. Was war geschehen? Innerlich krampfte mein Herz schon jetzt, als hätte ich gespürt, was passiert war. Wie egoistisch war ich eigentlich, dass ich dachte, dass es mich niemals betreffen würde, was geschehen war? Viele eilten zum Palast, also wollte ich mir auch mal ansehen, was geschehen war. Ich fühlte die Ernüchterung schon jetzt, indirekt.
Irgendetwas schlimmes musste auf jeden Fall passiert sein. Und ich würde auch noch in dieser Nacht herausfinden, was es war.

Die Gefühle, die ich verspürt habe, als ich sah was geschehen war kann ich nicht beschreiben. Ich fühlte mich auf einmal innerlich so leer, als ich ihn, den Mann, dem ich letztendlich mein Herz geschenkt hatte in seinem eigenen Blut gesehen hatte. Jegliches Leben war aus seinem Körper gegangen. Was war passiert? Ich wollte es gar nicht wissen, wollte keine Erklärungen hören. Im Grunde war es eh egal. Ich wollte auch nicht sehen was mit den umliegenden geschehen war. Es war mir egal, ich musste weg. Ich musste einfach weit hinaus. Ich konnte nicht mehr. Die Luft fand ihre Wege nicht mehr in meine Lungen, Übelkeit durchzog meinen Magen. Dieses Gefühl... ich konnte es einfach nicht beschreiben. Benebelt und von meiner Sinne rannte ich durch die Straße, ich wollte nur noch nach Hause. Dort in der Kiste lag der Apfel. Dieser saftig rote, glasierte Apfel. Hasib hatte ihn mir geschenkt. Es war eine Geste wie keine andere und ich hatte verstanden, was er mir sagen wollte. Es tat weh, diesen Menekaner zu verlieren. Jeden anderen, aber nicht ihn.

Eiligen Schrittes rannte ich zu den Stadttoren, die Tore standen nicht so bewacht wie sonst. Was hätten sie mir auch sagen sollen? Das es nachts gefährlich in der Wüste ist? Und das, obwohl ich selber jede Nacht dort in der Oase verbracht hatte? Fernab vom Rest der Menekaner? Um meine Ruhe zu finden? Es war egal, mittlerweile war alles egal. Ich wollte nur noch zu ihm und ich musste einen Weg finden zu ihm zu gelangen.

Lange saß ich an den Ruinen des Alten Palastes. Hier hatten wir zuletzt gesessen und geredet. Es brannte innerlich ein wenig. Der Schmerz ernüchterte meine Sinne, benebelte meine Gedanken und ich fühlte mich, als würde mein Leben Stück für Stück aus meinen Lungen gezogen werden. Dieser Schmerz, dieser unsagbare Schmerz. Aber ich wollte meine Worte noch auf Papier bringen und sie der Menekanerin überbringen lassen, die sie am meisten verdient hatte: Aalina. Sie war mir wie eine Schwester gewesen. Sie hatte mir mehr geholfen als jede andere. Und sie war eine wundervolle Menekanerin. Es war schade, wirklich, dass ich Raakin nie selbst kennengelernt habe. Als kleines Mädchen, als noch alles toll war und ich mich um nichts kümmern musste, habe ich ihn wohl einmal gesehen, aber das war schon so lange her. Und dennoch, ich bin mir sicher, dass er ein ehrenswerter Mann ist, bei einer so wundervollen Frau. Nichts desto trotz: Es zieht mich zu ihm, zu meinem Liebsten. Dem tollsten Mann, den es für mich auf Menek'Ur gab. Egal, was er getan hatte. Ich konnte es nicht verstehen, ich hatte nur wirre Worte vernommen, dass der Emir Hasib erstochen hatte. War mein Liebster nicht einmal die eigene Leibwache? Ich konnte es einfach nicht verstehen. Hasib hatte so viel für das Land getan, so ich seinen Erzählungen Glauben schenken konnte und darin bestand keinerlei Zweifel. Tränen liefen ab jetzt über meine Wangen. Es war alles so sinnlos.

Nachdem ich den Brief fertig geschrieben hatte, ließ ich mich auf den Rücken gleiten. Wie sollte ich nur zu ihm gehen? Es war egal auf welche Weise. Ich stand auf und ging durch die Wüste. Ich wusste genau, wo sich die großen, gefährlichen Käfer befanden. In ihren Höhlen in den Sanddünen.
Ich war lange unterwegs, der Weg war mühsam und ich hatte immer mehr Durst. Keinerlei Rüstung bedeckte meinen Körper, ich hatte nicht vor mich zu verteidigen. Ich wollte nur noch meinen Körper auf dem Sandboden sehen. In seinen Armen, egal, wo er nun war.

Ich hörte das Rascheln. Irgendwo musste der Skarabäus sein. "Komm raus!" Schweiß bedeckte meine Stirn, obwohl es eigentlich kalt war in der Wüste. Ich begann mit Steinen nach den Skarabäen zu werfen, sie sollten auf mich aufmerksam werden. So weit war ich gar nicht von der Stadt weg. Die Lichter sah ich noch leuchten, sogar die Bewegungen auf der Stadtmauer nahm ich noch fern. Der Schmerz, der sich dann über mich ausbreitete war befreiend. Das Feuer brannte auf meiner Haut, ich bemerkte, wie jeder Millimeter meiner Haut verkohlte. Ich begann zu schreien, aber selbst wenn man mich hörte, es war zu spät. Kraftlos sank ich auf den Boden und ich sah ihn vor meinen Augen. Die Hand streckte er zu mir aus und ich ging zu ihm. Ich hatte das erreicht, was ich wollte. Ich war für immer bei ihm und keiner konnte ihn mir wieder nehmen.

Am nächsten Morgen sollte Yameela Yazir im Sand gefunden worden sein. Die übrig gebliebenen Reste von ihr waren noch zu erkennen. Das Fleisch ihres Körpers war verkohlt, nur ihr Gesicht strahlte noch in fast der ebenwürdigen Schönheit, wie es immer gestrahlt hatte. In ihrer Hand hielt sie den Liebesapfel, den sie von Hasib bekommen hatte. Und wie durch ein Wunder war dieser unversehrt. Ebenso wie der kleine Brief an Aalina.
Aasim Omar

Beitrag von Aasim Omar »

Aasim war sich nicht sicher warum, doch musste er an jenem Tage unweigerlich an die Zeit des Aufstandes denken. Die Zeit in der Brüder ihre Brüder erschlugen und sich das Reich im Chaos befand. Es war die Zeit in der Said Omar der Berherzte und Visionär sein Leben durch den Undank des eigen Volkes verlor. Es war eine Zeit in der Gesetze durch das Schwert ausser Kraft gesetzt wurden, Worte durch Taten im Kampfe abgelöst wurden, Vertrauen sich in Misstrauen wandelte und Liebe in Hass umschlug. Es war beunruhigend von den dunklen Geistern dieser Zeit heimgesucht zu werden und doch ließen sie den Emir wachsamer den je werden. Es war das letzte mal das Aasim in dieser Zeit als des Emirs erster Krieger auf dem Felde stand und das letzte mal sollte es sein das Menekaner einen Krieg gegen Menekaner führten.

Das Reich erblühte und Aasim führte sein Volk von einem Sieg zum nächsten. Selbst Rahal musste sich der Überlegenheit des eluivegesegneten Volkes beugen und in Demut seine Waffen vor dem Reich strecken. Frieden Reichtum und Einfluss in der Bekannten Welt schenkte des Emirs Führung dem Volke und doch spürte Aasim bei einigen den schädlichen Einfluss des Nordens. Unzufriedenheit und das streben nach einem Leben im Norden war bei einigen Menekanern zu vernehmen. Seltsame Gedanken vernebelten die Geister einiger, so auch den Geist des Schwertführers Hasib. Aasim wusste um Hasibs unberechenbaren Geist und dessen krankhaften Ideen von einem Leben unter den Wilden im Norden, was dem Erhabenen keine andere Wahl lies als Hasib zu seinem eigenem Wohle in das Lager der ausgestoßenen zu befehlen. Ungehorsam und wirre Gedanken mussten von dem Volk fern gehalten werden, wenn nötig mit der vollen Härte der menekanischen Gerichte. Nie wieder sollte sich das Massaker des Chaos auf Menek'ur wiederholen.

Besorgt um den Geisteszustand Hasibs begab sich der Emir mit der Esra zur Ruhe. Vor seinem geistigem Auge sah Aasim das edle Volk wieder in zwei Lager gespalten und das Reich in den Flammen eines Bruderkrieges ersticken. Trauer und Sorge waren Aasim Begleiter in den Schlaf doch auch taktische Überlegungen zur Sicherung des Reiches. Doch letztendlich siegte die Müdigkeit und der Erhabene sank in einen tiefen Schlaf. Begleitet von einem leisen Flüstern, welches ihn zu warnen schien ging Aasim in seinen Träumen durch die Wüste. „ Sei auf der Hut mein geliebter Sohn man wird Verrat an dich üben und versuchen dir zu schaden.“ flüsterte eine sanfte Frauenstimme in den Träumen des Erhabenen. Eine Stimme schön wie der Klang der Elfenmelodien, erinnernd an den Sonnenaufgang über der Wüste. War es eine Ahnung? War es Magie? War es vielleicht sogar Eluive selbst welche ihrem Schützling eine Warnung zukommen lies? Aasim wusste es nicht, doch wusste er diese Stimme sollte er nicht ignorieren. „Wache!“ rief Assim als er sich schweisgebadet aus seinem Gemach erhob. „Sucht den Palast ab und verstärkt die Posten, es scheint sich etwas meiner bemächtigen zu wollen.“ Sprach Aasim zu der Wache als er sich langsam anzukleiden begann.

Es dauerte nicht lang und der Lärm des Kampfes erklang in den Hallen des heiligen Palastes. Mit einem Blick den langen Gang des Palastes hinab sah Aasim vor was ihn seine Schutzbefohlene zu warnen versuchte. Hasib aus dem Hause der Falah verfiehl dem Klang des Chaos und dürstete nach dem Blute der Omar. Aasim wusste um Hasibs Fähigkeiten, welche seinen eigenen sehr ähnelten. Er war dem Emir im Kampfe ebenbürtig zumindest dem Aasim welcher vor langer Zeit der Schutzbefohlene und höchster Krieger des Emirs war als das Chaos es schon einmal versuchte das Reich zu entzweien.

Leise seufzend nickte Aasim den Wachen zu welche sich langsam aus dem Geschehen zurückzogen. Es sollte keine weiteren menekanischen Opfer geben welche sich versuchen würden Hasib in den Weg zu stellen. Der Emir würde selbst gegen diesen verwirrten Krieger antreten und versuchen ihn zu beruhigen. Zuviel menekanisches Blut wurde an diesem Tage von Menekanern vergossen und es sollte kein weiteres folgen. Mit einem leisem Gebet gen Eluive bewegte sich Aasim langsam in den Palastgarten um seinen unwillkommenen Gast in seine Schranken zu weisen. Hastig lief Hasib in die Gemächer des Emirs die bereits geräumt waren und einzig der Emir und sein einstiger Beschützer waren noch im näherem Umkreis.

Gerade als Hasib das zimmer in seinem Wahn durchsuchen wollte sprach der Emir „Hier bin ich Hasib.... Mich suchst du doch oder?“ Es war eine Schande was die die trügerischen Lehren des Nordens aus Hasib machten. Verwirrt und geschwächt schien er, doch wollte er den Kopf des Emirs. Kleinere eitle Wortgefechte trugen beide aus als die Esra an der Seite des Kampfplatzes erschien. Zum Schutze der Esra und dem Thronfolger musste Aasim nun Taten sprechen lassen. Die Angriffe Hasibs waren voraussehbar und leicht für einen erfahrenen Kämpfer wie Aasim zu blocken was nicht zuletzt auch an dem leicht geschwächten Zustand Hasibs zu liegen schien. Mit lächerlichen Standartangriffen und Bewegungen versuchte Hasib sein Glück, was jedoch alles zum Scheitern verurteilt war. Keiner der Angriffe des Falah erreichte sein Ziel jedoch auch des Emirs Angriffe schienen kaum erkennbare Wirkungen zu erzielen.

Aasim war der Emir über Leben und Tot in seinem Reiche erhaben, der geküsste Eluives und doch auch nur ein Menekaner. Übermut war eine Schwäche der Menekaner die auch Aasim in sich trug und welche ihm nun zum Verhängnis werden sollte. Er tänzelte umher und versuchte kleinere Tricks um den Gegner zu verwirren als er plötzlich das Gleichgewicht verlor. Ein Stein oder eine Kante wer sollte es im Nachhinein noch sagen, doch schaffte Hasib es den Emir im Fall mit seiner Klinge schwer zu erwischen. Keuchend ging der Erhabene zu Boden. Es war schwer die Besinnung zu behalten und mit verschwommenem Blick sah der Emir wie Hasib es wagte Hand an die Erhabene zu legen. Das eigene Leben war bedeutungslos im Gegensatz zu dem der einzigen Liebe des Erhabenen und so raffte sich Aasim ein letztes mal auf. Hasib war zu berechenbar für den erfahrenen Aasim. Die Gier nach dem Blute Aasims war zu groß als das er den Emir auch nur noch einen Atemzug gönnen wollte. Mit erhobener Klinge wollte Hasib es beenden und den Kopf des Erhabenen in seinen Händen vor die Tore werfen doch vernachlässigte dieser Jüngling seine Deckung. Ruckartig griff Aasim nach seiner Klinge und rammte sie in das Fleisch Hasibs welcher keuchend zu Boden ging. „Vergib mir Eluive.“ murmelte Aasim leise als er langsam die Besinnung verlor.

Hasib brachte erneutes Leid in das Reich welches ausging vom Hause Falah. Er hätte als Menekaner wissen müssen das seine Tat auf sein Haus zurückfallen würde und er seinem Blute, seiner Familie das Leid brachte. Schande dem gefallenem Hause.
Fadi Yazir

Beitrag von Fadi Yazir »

Müde und etwas zerknautscht blickte er durch den kleinen Spalt der Tür. "Ihr müsst zum Palast, sofort, Der Erhabene...", sprach die Wache recht hektisch. Quitiert wurde dies mit einem kurzen halbwachen Nicken. Schnell zog er seine Robe über und richtete seinen Turban halbwegs bevor er vor die Tür trat. Jene Müdigkeit verflog auf dem Weg in den Palast recht schnell. Die beiden Wachen sprachen zu laut, zu schnell und auch noch durcheinander. Als er jedoch vernahm, was sie ihm zu berichten versuchten war jeder Anflug von Müdigkeit dahin und die Drei eilten mit hurtigen Schritten in den Palastgarten.

Der Palastgarten war ein ruhiger, eher beschaulicher Ort, normalerweise zumindest. Nur selten wurde selbst ihm die Ehre zuteil, hier einkehren zu können. Zahlreiche Palmen und Blumenkübel schafften ein schattiges, beinahe kühles Klima und kleine Wasserspiele erheiterten die Sinne. Alles war sehr genau angeordnet und von einer Ordnung und Sauberkeit, als würde vom Boden gegessen werden. Hier war fast nichts von der Hektik im Inneren des Palasts zu spüren.

Doch in dieser Nacht war alles anders. Ein wildes Durcheinander war zu erkennen. Zahlreiche Wachen standen mit Fakeln im Palastgarten umher und sicherten diesen, als wäre der Goldvorrat Menek'Urs offen aufgebart. Vorbei ging es an Blutspritzern und kleinen Pfützen, umgeworfenen Blumenkübeln und zertretenen Beeten.

Neben dem kleinen Teich konnte man einen ganzen Pulk von Leuten ausmachen. Als er hinzutrat öffnete sich dieser einen Spalt und er konnte den toten Menekaner erblicken. Zerzaustes Haar und blutverschmiert lag er halb aus dem Teich ragend. Mißmutig seufzte er auf. Kurz gedachte er der Zeit des Aufstands. Jene Kämpfe konnten damals vermieden werden, als sich einige offen gegen den Erhabenen Said auflehnten. Auch Hasib war in diesen Tagen an ihrer Seite gewesen und half die Ordnung im Reich wieder herzustellen. Doch die Arbeit und der Alltag schlichen sich daraufhin nur allzuschnell wieder im Reich ein und man verlor sich aus den Augen. Hasib übte ohne unterlass und wurde ein großer Krieger, gar Waffenmeister und Leibwache des Erhabenen selbst. Dann irgendwann kam der Bruch. Ein plötzlicher Einschnitt... er trat vor den Erhabenen und wollte seinen Säbel ablegen, nicht mehr dienen. Leise fluchte er vor sich hin. Hätte er nur den passenden Moment erkannt, an dem Hasib der Führung bedurft hatte. Vielleicht hätte man auch mehr tun müssen als ihn zur Selbstfindung in die Wüste zu schicken, vielleicht hätte harte Arbeit seinen Geist befreit - wer wusste das schon.

Nach einigen Momenten blickte er wieder auf. "Schafft ihn endlich weg hier, er soll unten im Palast aufgebahrt werden bis der Erhabene darüber weiter befindet." Winkend deutete er gen des toten Körpers der eilig weggeschafft wurde. "Und dann lasst hier Ordnung schaffen, der Erhabene soll sich hier erholen können. Nichts soll hier mehr an den Vorfall erinnern. Säubert, räumt auf, stellt um ... Der Teich wird zugeschüttet und in der Ecke dort drüben ein neuer errichtet."

Noch einmal blickte er auf die Szenerie bevor er sich, von den Wachen begleitet, abwandte und gen Palastkeller schritt. Auch hier war deutlich zu bemerken, wie ernst der Vorfall sein musste. Der tapfere Sohn der wüste, der hier sonst in regelmäßigen Abständen patroulierte, war nicht auszumachen. In den gängen standen gleich dutzende Wachen und je näher er der Heilstube des Palastes kam, desto enger wurde das Gedränge. Wenige Schritte davor vernahm er schon hektische Stimmen. Ein kurzes Durchatmen, dann trat er ein. Mit verbissener Minen eilten sie alle um das Notlager des Erhabenen und versorgten ihn. "Eluive, schütze Emir , Reich und Volk."durchfuhr es ihn. Schnell wandte er sich wieder ab und verließ den Raum, war dies doch kein Anblick, den man vom Erhabenen in Erinnerung behalten sollte.

Draussen vor der Tür wandte er sich wieder beiden Wachen zu. "Ein Jeder, der mit Hasib regen Umgang pflegte, wie ein jeder Falah sollen vernommen werden. Wer nicht über jeglichen Zweifel erhaben ist, hiervon gewusst zu haben wird vor mir erscheinen müssen, ganz gleich was hierzu nötig ist. Seid schnell und gründlich. Wenn wir jetzt nicht alles ausmerzen, wird uns das Geschwür die Luft zum Atmen nehmen. Eluive stehe uns allen bei." Auf seinen Stab gestützt, verharrte er dann vor den Türen zu dem Zimmer, in Erwartung einer Besserung des Zustands des Erhabenen.
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