wenn dann richtig

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Leana Leador

wenn dann richtig

Beitrag von Leana Leador »

Oh, wie sie das hasste. „Frau Leador.....“ er wusste es genau und nun, wahrscheinlich nur um sie zu necken, nannte er sie hier im Ratsgebäude Frau Leador. Als ob sie eine Fremde wäre! Doch er hatte derlei Scherz schon öfter mit ihr getrieben also sah sie darüber hinweg. Nachdem sie ihm mitgeteilt hatte das sie mit ihm reden müsse bat er sie endlich hinein. Sich ohne Aufforderung setzend sah sie zu wie er praktisch am anderen Ende des Raumes in einer Kiste kramte. Gut, sie war einfach vorbeigekommen und störte vermutlich bei der Arbeit. Trotzdem könnte man sich doch dazusetzen und ihr zuhören so sie etwas zu sagen hatte, oder nicht? Vermutlich war es ihm gar nicht bewusst. Er nahm es für so selbstverständlich das sie zu ihm gehörte das er sich manchmal wahrhaftig wie der letzte Mensch anstellte. Normalerweise lächelte sie still über seine Tollpatschigkeit doch heute war sie säuerlich berührt. Tief durchatmend kam sie zum Punkt.

„Ich werde nicht mit dir nach Varuna ziehen Antarian. Ich möchte am Strand bleiben nun da wir uns das Haus in der Stadt nicht aneignen können.“

Jetzt endlich richtete er sich auf und sah sie an. Sie legte ihm dar wie sie es sah. Etwas Eigenes zu haben, darauf war sie wahrlich stolz und hatte nicht wenig dafür geschuftet. Doch ging die Ausführung gänzlich in die Hose. Er hörte nicht richtig zu, regte sich auf dabei war sie noch gar nicht fertig. Bereits kurze Zeit später standen sie sich gegenüber und warfen sich sinnlose Worte an den Kopf, gründlich aneinander vorbeiredend. Lange war es her seit sie zornig gewesen war und das er sie so zur Weißglut treiben würde hätte sie nie gedacht. Wütend stürmte sie nach weiteren Worten aus dem Raum. Die Türe so laut zuknallend das der Gardist ihr einen empörten Blick zuwarf. Ehe er jedoch etwas sagen konnte traf ihn so ein wütender Blick das er hastig den Kopf abwandte und sie nach Unten stürmte. Gut, würde sie ihm eben auszahlen was er damals beigesteuert hatte. Wenn dieses feine Haus in Varuna dem edlen Herren soviel bedeutete sollte er es eben haben.

Bei den Göttern, wie schnell er bereit gewesen war dies alles aufzugeben. Sie konnte nur noch fassungslos den Kopf schütteln. Sonst hatte er sie mit offenen Armen mehr als herzlich empfangen und heute... Frau Leador. Selbst Yarin ignorierte sie gewissen pflichtig als sie mit einem Gewittergesicht an ihm vorbei ritt. Eigentlich mochte sie den Baron und wusste das dieses Verhalten keinesfalls angemessen war doch stichelte sie dieses Wissen nur noch mehr an. In der Bank verlangte sie unfreundlich nach ihrem Vermögen und warf dem Bankier einen Blick zu das er erst gar nicht nachfragte sondern ihr lediglich die Summe reichte. 200 Kronen, wahrlich nicht wenig doch danach würde das Häuschen gänzlich ihr gehören. Ein Haus, für ein Leben. Noch immer wütend trieb sie ihr Tier an bis sie wieder vor dem Ratsgebäude war. Der Gardist übersah sie gewissenspflichtig wusste er doch wie sie zu dem 'hohen Herren' stand. Ohne anzuklopfen zog sie die Türe auf und hinter sich zu. Kurz stockend als sie einen Fremden darin erblickte murrte sie diesem förmlich einen Gruß entgegen ehe sie zu Antarian trat. Sein Gesicht zeigte keinerlei Regung, so kühl ließ ihn das also alles. In ihrem Zorn sah sie gar nicht wie er kurz um Fassung rang.

„Die 200 Kronen Herr de Dynal.“

Der Blick bei den Worten kühl knallte sie ihm die Schatulle vor die Nase und verließ das Zimmer womöglich noch schneller als sie es betreten hatte. Ziellos ritt sie durch die Stadt das Durcheinander in ihrem Kopf spiegelte sich auf den Zügen wieder. Irgendwann fand sie sich vor Bajard. Sie wusste nicht mehr das sie ihr Tier hier her gelenkt hatte doch nun da sie schon einmal hier war konnte sie sich auch in die Taverne setzen. Ein guter Schnaps und sie würde wenigstens schlafen. Was den Abend geschehen war blitze immer wieder in ihren Erinnerungen auf und sichtlich verstimmt öffnete sie die Tavernentüre den Gästen nicht sonderlich freundlich einen Gruß zuwerfend. Die ordentlichen Gewänder und der teure Schmuck stand im klaren Gegensatz zu ihrem derzeitigen Verhalten. Eine ganze Flasche Schnaps und ein Glas wurde bestellt ehe sie sich in eine dunkle Ecke verzog. Nach dem zweiten Glas verschwand der Zorn etwas von ihren Zügen. Beim vierten Glas erhob sie sich und fragte den einsamen Herren ob sie sich dazu gesellen dürfte. Nachdem sie platz genommen hatte sprachen sie miteinander doch machte dies ihre Stimmung nicht wirklich besser. Die Wangen gerötet trank sie ein Glas nach dem Anderen. Das sie so viel vertrug erstaunte sie nahezu. Dem Fremden nur wenig erzählend war es doch genug das die Wände der Taverne plötzlich enger und enger zu werden schienen. Sie musste hier hinaus, ganz gleich was war. Sie musste nach Hause. Beim Aufstehen zwar etwas schwankend verabschiedetet sie sich ungeschickt und trat hinaus.

Die eisige Luft ließ sie nach einigen Atemzügen klar denken und rasch sah sie zu ihr Pferd wieder abzuholen und den Heimweg anzutreten. Eine Nacht darüber schlafen und die Welt schaut anders aus. Obgleich sie den Mantel im Ratsgebäude vergessen hatte war ihr nicht kalt. Vermutlich tat der Alkohol sein Übriges und zu Hause angekommen lehnte sie ihre Stirn einen Moment gegen die Flanke ihres Tieres. Der ruhige Atem des Pferdes beruhigte auch sie ehe sie letztendlich ins Haus trat. Die Türe hinter sich schließend blieb sie wie ein verschrecktes Reh stehen als sie sah das sie erwartet wurde. Was wollte er noch hier nachdem er sie vorhin gar nicht schnell genug loswerden konnte?
Ailyn Leador

Beitrag von Ailyn Leador »

Am Abend danach traf ich auf eine Leana in einem höchst fragwürdigen Zustand. Die Augen verquollen hing das sonst so glänzende, dunkelrote Haar in seidigen Strähnen herunter. Es sah ganz und gar nicht aus als hätte sie sich die Mühe gemacht es heute zu ordnen. Auch die Kleider zeugten noch von der Arbeit mit den Tieren. Schmunzelnd stellte ich fest das sie leicht nach Pferd roch obgleich normalerweise stets ein wenig nach Kräutern duftete. Doch das allerschlimmste, kein Essen auf dem Tisch! Ekelhaft verkohlter Dampf schlug mir aus der Küche entgegen und gefegt musste auch mal werden. Mit meinen Scherzen und Worten brachte ich sie zumindest da dazu und stellte mich selbst an den Herd. Dumme Idee! Kochen konnte sie eindeutig besser aber nunja, der Hunger treibts runter wie man so schön sagt. 2 Teller richtend brachte ich diese zu dem Tisch und forderte sie auf auch etwas zu essen.

Ich hab aber keinen Hunger.

Diesen nörgelnden, unlustigen Ton kannte ich doch....

jetzt sofort, du fällst vom Fleisch!

ich mag wirklich nicht...

Ein strenger Blick brachte sie dazu sich einen Bissen in den Mund zu schieben auf dem sie bestimmt 1 Jahr lang herumkaute ehe sie verkündete das sie fertig sei und den Teller von sich schob. Die Arme auf dem Tisch ablegend fand ihr Kopf bald darauf zur Ruhe die grünen Augen weit aufgerissen mir einen verzweifelten Blick zuwerfend. Der Bissen blieb mir im Halse stecken. So konnte doch kein Mensch vernünftig essen! Ich stand auf und machte mit den Fingern scherzhaft ein Zeichen gegen das Böse ehe ich kurzerhand hinter sie trat und sie beherzt in die Seite kniff. An jedem anderen Tag hätte sie mir die Leviten gelesen. Heute allerdings murrte sie müde und stand erst auf als ich ihr den Stuhl wegzog. In Deckung gehend war ich umso überraschter als sie den Kopf an meine Schulter lehnte und unverständliches nuschelte.

Antarian... Ratshaus... nuschel... nuschel...

aha.. hmm hm.. ja, alles klar...

nuschel.. nuschel.. bla... streit... Heirat... nuschel.. in der Stube geschlafen... nuschel...

sicher Leamaus.... alles wird gut...

Natürlich erfasste ich die Situation sofort und sprach ihr gut zu. Meine Hand die ihren zitternden Rücken tätschelte schien sie auch tatsächlich zu beruhigen und ich brachte sie zu Bett. Ihr die seidigen Haare kämmend ließ sie sich wie ein kleines Mädchen ein Nachthemd überziehen und sich zudecken. Das sie wohl die letzte Nacht schon alleine hier verbracht hatte würde dies sich wohl kaum ändern und so beschloss ich kurzerhand bei ihr zu schlafen. Wäre doch nur Larvius damals nicht erkrankt. Sie wäre längst verheiratet und hätte 5 Kinder. Doch was geschehen war war geschehen. Nicht umsonst war sie mit mir gekommen. Hoffentlich würde dieser Streit die 2 Turteltauben nicht auseinander bringen. Antarian war wahrlich nicht der schlechteste Mann. Sein größter Fehler war in meinen Augen das er ein Edelmann war. Selten gingen derlei Verbindungen gut. Doch wusste ich das meine Schwester sich niemals verlieren würde. Sie würde immer die tüchtige, energische Frau bleiben wie ich sie kannte. Sollte es jemals anders sein wäre sie sicherlich nicht glücklich. Mit einem breiten Grinsen und der Zuversicht das es sich wieder einrenken würde Schlief ich neben ihr ein.
Leana Leador

Beitrag von Leana Leador »

Tage später hatte es eine Aussprache gegeben. Mehrere um genau zu sein. Dauernd war man unterbrochen worden. Mal rief die Pflicht mal spielten einem die Zeitgeister üble Scherze. Doch zufrieden, zufrieden war sie nicht. Wie hatte sie es so schön in Worte gefasst?

„Ist der Pfeil einmal abgeschossen kann man nicht erwarten das seine Wunde nicht schmerzt“

Es nagte an ihr. Wie hatte er nur dergleichen denken können. Ein Missverständnis und alles sollte ohne Bedeutung sein? Sie wollte, besser konnte, es nicht glauben. Ihre Herzen schlugen im Einklang füreinander. Nie hatte sie daran irgendwelche Zweifel gehegt. War sogar bereit ihm in gewissen Dingen zu folgen die sie von sich aus nie gewagt hätte. Doch nun zweifelte sie. Natürlich konnte man nicht ungeschehen machen was geschehen war. Sie wusste ja selbst nicht was sie von ihm erwartete oder gar hören wollte. Viel förmlicher und gesitteter war sie in den letzten Monaten geworden. Wo war die wilde, unternehmungslustige Frau geblieben die immer einen frechen Spruch auf den Lippen hatte? Sie wusste es nicht. Die Zeit in der sie gebraucht wurde hatte sie verändert. Doch nun war ihr Sonnenschein längst verloschen. Begraben doch nicht vergessen ruhte er nahe des elterlichen Hofes. Hatten sie nur des Kindes wegen zueinander gefunden und verloren sich nun da er nicht mehr da war?

Schon wieder diese Zweifel. Dieses Haus würde sie noch wahnsinnig machen. Alleine hallte ihr Schritt in den langen Gängen wieder als wolle er sie verspotten. Die Steine wirkten kühl und noch hatte sie sich nicht damit abgefunden das es unter der Woche fortan auch 'ihr' zu Hause sein sollte. Wie sehr man sich doch an das Rauschen des Meeres gewöhnte. Sie hielt es nicht aus. Noch vor dem Mittag sattelte sie ihre Stute und trieb sie aus der Stadt. Viel hatten Antarian und sie nicht miteinander gesprochen. Vielleicht zu wenig um überhaupt Schlüsse zu ziehen. Zu wenig um sich in irgendetwas sicher zu währen. Doch auch zu Hause fand sie nicht zur gewohnten Ruhe. Die Arbeit lenkte sie etwas ab doch kamen die verräterischen Gedanken immer wieder über sie. Liebte er sie noch? Er hatte es gesagt, doch warum konnte sie ihm nicht einfach glauben. Warum wollte sie sich sicher fühlen und nicht nur auf ein paar Worte vertrauen. Nachdenklich faltete sie ein Pergament auseinander und begann die Zeilen zu lesen. Nachdem sie diese zweimal gelesen hatte standen ihr die Tränen in den Augen. Alles nur warme Luft? Sorgsam wurde das Pergament auf dem Tisch hinterlegt ehe sie ein zweites in der Schneiderstube zurückließ.

Erneut wurde die stämmige Stute gesattelt. Das Tier hinterließ tiefe Spuren im Schnee die sich verloren sobald es seine Reiterin auf angelegten Pfaden trug. Am Abend würde sie nicht zu Hause sein falls ihr Verlobter das Strandhaus aufsuchen sollte würden ihm wohl nur die 2 Pergamente ins Auge springen.

Plötzlich ward sie nicht mehr gesehen. Keine Nachricht verriet wo sie sich befinden könnte. Wusste sie doch selbst nicht das sie nicht am Abend wiederkehren würde.
Leana Leador

Beitrag von Leana Leador »

Anklagend klang seine Stimme als sie am Tag der Hochzeit beisammen saßen. Wäre sie heute nicht heimgekehrt hätte er nach ihr suchen lassen. Eigentlich hatte sie doch gar nicht so lange fort bleiben wollen. Aber wie es so kommt kam eines zum Anderen bis am Ende das schlechte Gewissen siegte.
Ein schlechtes Gewissen hatte sie tatsächlich gehabt. Einfach so zu gehen war sonst nicht ihre Art. Dennoch Tat es gut sich diese Freiheit einmal zu nehmen. Überhaupt hatten ihr die letzten Tage überaus gut getan. Im Lager der Gefährtinnen war sie wie immer freundlich aufgenommen werden. Obgleich sie nicht alle Frauen traf die sie kannte lernte sie einige kennen die ihr bislang noch nicht vor die Nase gelaufen waren.

Stunden redete sie mit Tajara. Ihr breiter Dialekt hatte schon an sich etwas beruhigendes. War er doch ganz anderst als diese gestochene, förmliche Sprache die kaum von Charakter zeugte. Schmunzelnd stellte sie fest das alte „Unarten“ wieder aufkamen und sie selbst in ihren ureigenen Dialekt ab trottete. Dies geschah recht selten, eigentlich nur wenn die Familie zusammen saß was in letzter Zeit kaum vorgekommen war. Seufzend lehnte sie sich zurück ein zufriedenes, katzenhaftes Lächeln auf den Zügen. Die grünen Augen die sonst frech blitzten lagen ruhig auf dem Gesicht der Freundin. Hier wurde noch geschafft und emsig gewerkelt wie man so schön sagte. Das war gar nichts für Antarian. Meist verzog er sich wenn sie mehr als 4 Kunden auf einmal hatte. Dieses emsige Treiben und die verschiedenen Gemüter ließ er nur an sich heran so es von Nöten war. Sie jedoch genoss es in vollen Zügen. Je mehr Menschen desto besser. Sie liebte dieses Chaos um sich herum und fand sich darin zurecht. Je länger sie allerdings Taja lauschte desto mehr kam in ihr der Drang auf wieder nach Hause zu ziehen.

Vieles stellten sie noch an ehe es endlich soweit war. Ihre Haare waren durch diverse Tränke, die sie unbedacht genossen hatte, um ein vielfaches gewachsen. So konnte man unmöglich auf dem Festland verweilen. Kurzerhand wurde beschlossen das dunkelrote Haar abzuschneiden. Ganz still saß sie während Taja mit der Schere hantierte, doch dann, ein Zucken und das Haar war wesentlich kürzer als geplant. Nunja wie Frauen nunmal sind beschlossen sie das Beste daraus zu machen und man kam zum Schluss das man die Haare dann ebenso gut auch färben könnte. Geraume Zeit später waren die Haare braun. Richtig dunkel was zu ihren grünen Augen wahrlich interessant wirkte. Tajara meinte sie wirke 2 Jahre jünger und tugendhafter. Tugendhafter..? Herrje, wie sah sie denn sonst aus? Wild.. hmm.. nunja damit konnte man Leben.

Spät am Abend war sie dann aufgebrochen. Mit gemischten Gefühlen hatte sie das Lager hinter sich gelassen. Einerseits wäre sie nur zu gerne noch eine Weile geblieben. Andererseits musste man sich gewissen Dingen stellen ehe diese eskalierten und abermals falsche Schlüsse gezogen wurden. Noch ehe der Morgen graute kam ihr Haus in Sicht. Nun war es wohl wirklich 'ihr' Haus. Letztendlich hatte sie Antarian im Zorn ausgezahlt und ihm an den Kopf geworfen das er von ihr aus das Haus in Varuna alleine bewohnen könne. Wie lange war es her? Sie hatte die Tage nicht gezählt und wollte es auch gar nicht genau wissen. So heftig der Streit auch gewesen war dauerte es lange ehe sie wieder einigermaßen normal miteinander umgingen. Noch länger würde es wohl dauern bis die Wunde gänzlich geschlossen war. Doch glaubte sie inzwischen daran das keine Narbe bleiben würde. Nicht als seine Stimme besorgt und anklagend auf sie einklang, der Blick liebevoll auf ihr ruhte.
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