Baid in Randírim - Pfade der Wanderer

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Ethuilel Rhia´san

Baid in Randírim - Pfade der Wanderer

Beitrag von Ethuilel Rhia´san »

(Antwortposts erwünscht)

Ormenel – Maenas e-Thar

Die Schere ging immer wieder durch den Stoff hindurch. Auf dem Kleid erblühten durch die Führung Thars Blüten aus Gold und weißem Seidengarn. Seine Augen halb geschlossen saß er da in einem meditativen Zustand zwischen Schlafen und Wachen. Er formte Rollen aus Stoff über denen er lange Zeit meditiert hatte zu einem Kleid, verband es mit dünnem Draht aus feinem Gold und passte es Ethuilel an. Als er fertig war schimmerte der Stoff, fast als würde er sich freuen, endlich der Elfe in die Hand gegeben zu werden an deren Körper er für viele Jahre ruhen sollte. Ein wenig ähnelte die Szene einer Geburt: Thar, der vorsichtig das edle Kleid in ihre Hände legte, Ethuilel die daraufhin strahlte und Lamentinu, die die Entstehnung des Kleides mit den verzückensten Tönen ihres Harfenspiels begleitet hatte und ebenso fröhlich berührt lächelte.

Fast geistesabwesend strich Ethuilel über den Stoff, selbst als sie schon lange in ihrem Haus war. Dieser Stoff war für sie bestimmt. Das Schicksal schenkte ihr diese Formen für das Treffen mit den Menschen, die sich selbst Wanderer und Waldläufer nannten und zusammen mit dem Elfenwald leben wollten. Ihr Name hatte eine Bedeutung und diese Bedeutung sollte den Menschen, die sehen mussten um Gehörtes zu verstehen, gezeigt werden. Sie legte das Kleid sorgsam zusammen neben sich auf den Stuhl und legte sich auf ihr Bett. Ihr ganzer Geist war in Aufruhr, wenn sie an das Treffen dachte. Sie würde mit den Menschen des Waldes zusammentreffen, von denen ihr bereits so viel berichtet worden war. Menschen, die mit ihrem Willen die Melodie des Liedes beeinflussen konnten, Menschen, die anderswo hoch geachtet wurden. Ihre Gedanken wanderten zu den Tiefländern die so stolz auf sich selbst waren, dass sie nicht Menschen genannt werden wollten – Städter waren es, die er unter dem Begriff Edain verstand. Er – Argos Hinrah, Ridder seines Jarls. Die Bedeutung seiner Worter wollte sich ihr nicht erschließen – war es ein Rang in der Hierachie dieses Volkes, den er einnahm? Wahrscheinlich, dachte sie.
Dann wanderte ihre Aufmerksamkeit wieder zu dem Treffen dass in, für eine ihres Volkes, nur zu naher Zukunft stattfinden sollte. Hier würde sie noch einmal die Motive hören, die die Menschen hatten, in ihren Schutzbefohlenen Wald zu kommen, der eigentlich keines Schutzes bedurfte. Wollten sie nur fliehen vor den Wäldern, die um die Menschenstadt Varuna herum waren? Sie lächelte – das erste mal seit über einem Jahrhundert konnte sie etwas nicht begreifen. Menschen waren es, die ihr ein Rätsel aufgaben. Ihre Grübchen vertieften sich, als sie noch ein wenig breiter lächelte. „Das ist wohl das Selbe auf beiden Seiten. Sie sehen mich als unendlich altes, weises Wesen doch bin auch ich nur ein Kind im Vergleich zum Alter der Welt. Ich sehe Jahreszeiten vorbeistreichen gleichsam wie sie Monate sehen, ich sehe sie sterben, gleichsam wie sie ihre Tiere sterben sehen. Sie verstehen mich nicht, meine Art zu Leben – und ich verstehe sie nicht. Ihre Motive liegen mir geradezu im Dunkeln, sind sie doch mehr als Oft motiviert von mir fremden, gar kurzfristigen Trieben.“

Die Menschen aus dem Wald, die Druiden wie sie genannt waren, waren der Schlüssel zu diesem ihr sich bietendem Rätsel. Menschen, deren Motive von ihr und gleichsam vielen ihres Volkes offenbart waren: Der Schutz des Eryn und seiner Bewohner. Zwar waren sie Kinder des Menschengeschlechtes und lebten nur kurz – doch lebten sie wie viele ihres Volkes schnell, sahen in jedem Moment einen Augenblick zu lernen und verfügten so – das war es was sie hörte – über große Weisheit im Vergleich zu ihrem Volk. Und – das war ihr ganz eigener Gedanke – vielleicht verstanden sie auch die Motive der Randírim, der Wanderer, die in ihrem Wald ein Heim suchen wollten.

Es würde sich zeigen.
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Lamentinu Celebren
Beiträge: 1105
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Lamentinu Celebren »

Ein feines Lächeln lag auf ihren Lippen, wenn sie an jenen Abend zurückdachte. In Ered Luin schien wahrlich schon jetzt der Frühling ausgebrochen zu sein, es herrschte rege Betriebsamkeit, wie es schon lange nicht mehr der Fall war. In dem Kleid, was Thar stickte, sah sie ein Abbild ihrer Gedanken... neue Frische, neuer Wind in dem Tal, und doch eine kleine Woge nur im großen Strom der Zeit. Ethuliel war gleichsam ein Quell des Frühlings: Sie selbst schien ihr wie eine Knospe, die langsam sich der Sonne entgegenstreckte um zu erblühen. Ithorellain würde ihr ein guter Lehrer sein... dass er viel Wärme in sich trug, das wusste sie nur zu gut, und ihr Lächeln vertiefte sich ein wenig bei dem Gedanken an ihm.
Das nahende Treffen mit den Edain sah sie mit Skepsis. Nur wenige von ihnen hatte sie bisher im Wald getroffen, doch die wenigsten von ihnen schienen ihr einsichtig und in der Lage, zu verstehen, welche Bedrüfnisse einem derart alten Geäst es zu erfüllen galt. Sie brauchten keinen zusätzlichen Schutz. Warum wachten sie nicht über die eigenen Wälder? Wahrlich, jene hätten es nötiger, vor den Wildereien anderer Edain beschützt zu werden. Genau würde sie jene beobachten und sie mussten schon ein wahrlich gutes Bild abgeben, als dass sie sie davon überzeugen könnten, zu Fuße der alten Eichen ihre Zelte aufzuschlagen. Eine weitere kleine Welle im Fluss der Zeit... sie hoffte, dass nicht allzu viel Gischt dabei aufschäumte.
Simon
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Im Lager der Waldläufer

Beitrag von Simon »

Seit einigen Tagen ist eine leichte Anspannung im Lager der Waldläufer zu verspüren. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.
Vor einigen Tagen waren ihnen, im Walde unterwegs, plötzlich drei Elfen wie aus dem nichts erschienen.

Simon ein junger Bursche und erst vor kurzem in die Reihen der Waldläufergemeinschaft aufgenommen, war wie erstarrt als er sie sah. Die Nähe der Elfen erzeugte eine Atmosphäre der Güte und des Friedens in der Umgebung, welche förmlich körperlich zu spüren war. Selbst die Tiere spürten die Veränderung im Wald. Sonst scheu und auf der Flucht wenn sie einen Menschen sahen kamen sie nun nahe an die Gruppe heran ohne Angst zu zeigen.
Simon sah die Elfen an und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Die Elfin, welche sich später als Ethuilel vorstellte, war von solch einer Schönheit die er auf Mutters Erden noch nie sah. Wenn die drei miteinander sprachen, klang es in seinen Ohren wie ein lieblicher Gesang. Der zweite schien ihr Gefährte zu sein. Der dritte aber erstaunte Simon wieder sehr. Er war alt, sehr alt, und ging auf einen Stab gestützt. Sein Alter konnte man sicher in Äonen von Jahren zählen. Das Leben eines Menschen ist dagegen sicher nur ein Tropfen im Lauf der Zeit.

Eine Zeit lang musterten sich beide Seiten aufmerksam. Rowing, ein älterer Waldläufer sprach nach der Begrüßung die Elfen an. Er fragte: „Ist dies das Treffen um welches wir euch baten?“ Es herrschte einen Moment Ruhe bevor Ethuilel zu einer Antwort ansetzte. „Nein dies ist es nicht,“ sagte sie, „wir sind gekommen um noch einmal eure Beweggründe zu hören, bevor wir uns mit eurer Bitte an den hohen Rat wenden“.

Rowing legte noch einmal das Anliegen dar, welches die Waldläufer an die Elfen hatten. Sie hörten sich seine Worte aufmerksam an und versprachen sie dem Rat vorzutragen und den Waldläufern Kunde von der Entscheidung zu geben. So plötzlich wie sie gekommen waren verschwanden sie auch wieder.

Nach einer geraumen Weile erwachte Simon aus seiner Starre. „Welch wunderschöne Wesen“ brachte er nur flüstern heraus, immer noch unter dem Eindruck des soeben erlebten. Die Waldläufer zerstreuten sich nach dem Treffen wieder in alle Richtungen des Waldes. Jeder wollte mit seinen Gedanken und Eindrücken dieses Augenblicks alleine sein.

Einen Tag später war Simon wieder allein im Wald unterwegs um nach Tier und Pflanzen zu sehen. Wie aus dem Nichts stand plötzlich wieder eine Elbin vor ihm. Er erschrak leicht, aber sein Gesicht zeigte sogleich auch Freude als er erkannte um wen es sich handelte. Unsicher, da er die Gesichter der Elfen schwer unterscheiden konnte, fragte er: „Seid ihr Ethuilel die Elfin welche Gestern auf der Lichtung mit uns sprach?“ Sie nickte nur und sagte dann in ihrer lieblichen Stimme: „Wir haben dem Rat euer Anliegen vorgetragen, er ist bereit zu einem Treffen. Wenn in fünf Tagen der Schnee noch liegt und die Sonne den Rand des Meeres berührt, soll das Treffen an vereinbarter Stelle stattfinden. Wir werden kommen.“ Sie schenkte Simon noch ein lächeln und verschwand wieder im Nichts.

Simon eilte zum Unterschlupf der Waldläufer, oder auch Wanderer wie die Elfen sie nannten, und berichtet seinen Gefährten von seinem Treffen im Wald. Man spürte seinen Stolz darüber dass er, das jüngste Mitglied und auch der jüngste Waldläufer der Gemeinschaft diese Nachricht überbringen durfte. Daraufhin setzten sich die Waldläufer zusammen und berieten darüber wie sie sich auf das Treffen vorbereiten.
Miriam Mandelbuche

Beitrag von Miriam Mandelbuche »

Jeder Einzelne trug seinen Teil dazu bei, dass die zarten Bande welche gewoben wurden sich verstärkten und jeder Wunsch sowie jede Tat ward ein weiterer Knoten in dem daraus entstehenden Netz welche es dichter und haltbarer machte.

Mi war sich im Klaren darüber wie zerbrechlich noch alles war und mit wie viel Vorsicht aber auch Zuversicht beide Seiten die Bande weiter weben müssten. Grade deshalb schämte sie sich noch immer für ihre unüberlegten Worte bei dem so lang ersehnten Treffen an dem man ihnen doch schlussendlich den großen Wunsch erfüllte.

Ein Heim um Kraft zu sammeln. Ein Heim um die Gemeinschaft zu stärken. Ein Heim wo man Ihr, der Mutter, noch näher war…
Ihr Liebster hatte schon bei Zeiten angefangen, vom Sturm zu Fall gebrachte Baumstämme zusammen zu tragen und Mi hatte selbst das Lehm von der Eisinsel geholt. Sodas sie nun jede kleine Ritze damit schließen konnte. Dabei kam sie ins Grübeln. Sie dachte lange nach wie sie Anderen nahe bringen konnte wie schützenswert der Garte der Mutter war. Wie sie den Anderen aufzeigen konnte wo zu helfen währe und wie. Doch so sehr sie auch überlegte ihr fiel nichts ein was sie selbst tun könnte außer zunächst selber noch so viel zu lernen wie es möglich war.

Als sie dann aber vor dem wärmenden Kamin auf den Fellen saß und Stich um Stich die Gardinen säumte und beim sanften knistern des Feuers in ihren Gedanken ganz versinken konnte kam ihr doch eine Idee wie sie die Menschen vielleicht mit anderen Augen in den Wald führen konnte. Aber noch war es noch nicht ganz soweit vielen davon zu erzählen. Nur ihrem Fuchs und einem gemeinsamen Freund vertraute sie sich an.

Beide erklärten sie für verrückt so etwas machen zu wollen, woraufhin Mi seufzte, aber sie wusste dass es eine Chance war und sie wollte es versuchen.

Die Worte ihrer Großmutter hallten an diesem Abend noch lange in ihren Kopf, bis sie endlich in den Schlaf fand.

Wer etwas tut kann gewinnen, aber wer nichts tut hat schon längst verloren.
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