Es wurde bereits dunkel, als eine vermummte Gestalt in den Farben der Burg Eisenwart deren Tor passierte. Das Pferd spürte ihre Anspannung und ihre Aufregung und schnaubte nervös, als sie es anband.
Nun würde es darauf ankommen. Konnte sie sich genug verstellen, damit man nicht bemerkte, wer sie wirklich war? Sie durfte sich auf keinen Fall etwas anmerken lassen!
Langsam betrat sie die Burg und sah sich vorsichtig um. Erleichtert schnaufte sie aus, als sie bemerkte, dass niemand in Sicht war. Ihre Schritte führten sie zum Lager. Fast hätte sie den falschen Weg eingeschlagen. Seit dem Umbau der Burg war das Lager an einem anderen Ort. Doch sie besann sich rechtzeitig und stand letztlich vor einer grossen Anzahl von Kisten, alle fein säuberlich an zwei kleinen Wänden gestapelt, fast bis unter die Decke.
Hm…wohin gehören aber nun die Bandagen, welche sie mitbrachte? Sie überlegte, doch sie konnte es beim besten Willen nicht sagen und so begann sie, jede der Kisten zu öffnen und hineinzusehen. Mit etwas Glück waren in einer davon bereits Bandagen und sie konnte ihre dazulegen. Doch der Lärm, den die knerzenden Truhen verursachten, musste wohl Aufmerksamkeit erregt haben, denn plötzlich stand Armoran neben ihr. Er grüsste sie und plötzlich überkam sie Panik. Sie hatte nicht den leisesten Schimmer, wie sie ihn anreden sollte! Sie musste sich schnell etwas einfallen lassen, also neigte sie ihren Kopf und hoffte, ein einfaches „Herr“ würde ihm als Anrede genügen. Es war zudem recht schwer, ihre Stimme dauerhaft so kratzig zu verstellen, doch sie schaffte es wohl, sein anfängliches Misstrauen etwas zu besänftigen, nachdem sie versicherte, der Burgherr hätte sein Einverständnis gegeben, dass sie verhüllt bleibe und seiner Bitte nach einem ordentlichen Salut nachkam.
Erleichterung darüber, dass alles gut lief, überkam sie, als Armoran wieder hinauf ging. Nachdem sie die Bandagen endlich in die richtige Kiste legen konnte, ging auch sie hinauf. Sie hörte Stimmen aus dem Hauptsaal und blickte kurz hinein aus sicherem Abstand. Dann ging sie jedoch weiter, hinaus auf die Zinnen, wo sie die kühle Abendluft dankbar einsog. Sie schlenderte über die Zinnen, verwundert darüber, wo denn die Nachtwache war. Aber vielleicht machte jene gerade ihren Rundgang und so stellte sie sich neben die grossen Zielscheiben und blickte nach Westen, gen ihres Hauses. Dann beschloss sie, dass sie es für heute gut sein lassen würde und verlies die Burg, nach einem kurzen Schlag auf die Übungspuppe, um im Galopp in die Nacht zu verschwinden.
Die verhüllte Anwärterin
- Malachai Schwarzmourne
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- Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04
Er stand gerade in der Mitte der großen Eingangshalle, vertieft in ein Pergament, als jene Frau das Tor durchtrat.
Er hörte, wie ihre Schritte ruckartig stoppten, dann schneller als vorher weiter ansetzten, ein kurzes Grüßen von sich gab und ihre Geschwindigkeit erhöhte.
Er schaute sie nicht an. Dieser nervöse Gang und diese kratzige Stimme war ihn mehr als Unbekannt, da brauchte es keinen Blick, um jemand Fremdes zu sehen.
Er sagte nur in einem kalten Satze, dass sie stehen bleiben sollte. Immer noch keines Blickes würdig, liess er dabei das Pergament und hörte ihr stoppen, auf das dann ein langsameres drehen folgte.
Er trat näher, in ruhigen Schritte, weiter das Pergament vor ihm aufgerollt, weiter seinen Blick auf jenen, ehe er erst dann kurz vor jener verhüllten Person es zusammenrollte und aufschaute.
Die Regeln waren klar:
Wer keine Sondererlaubnis besass, durfte sich nicht verhüllen.
Jene Regel existiert seit die Rolle des Schattens für die Burg klar wurde. Sie wurde aufgestellt, damit keiner unerkannt durch die Burg laufen könnte, weil er vielleicht einen Kamerad tötete und seine Kleidung stahl.
Es gab nur sehr sehr wenige Fälle, so wie auch jene Frau.
Der Schattenlord fragte sie als erstes, ob ihr die Gesetze bekannt wären, sie nickte, was zu der Frage führte, warum sie verhüllt hier wäre.
Verbrannte, sonnenempfindliche Haut war die Antwort.
Ein kurzer Augenschwenk aus dem Fenster. Es war schon dunkel, da wäre die Maskerade nicht mehr wichtig, doch sie beteuerte, dass Khazkal Deslon, der Burgherr selbst also, ihr jene Erlaubnis ausschrieb.
Natürlich würde der Schattenlord es überprüfen. Es war eine Lücke, denn in jener Zeit musste er den Worten vertrauen, dennoch würden solange seine Augen auf den Unbekannten ruhen.
Die Frau stellte sich mit Malina vor.
Der Name war ihm fremd.
Es kam das übliche Einweisen, was jeder Neuling auf der Burg durchziehen musste. Man erklärte ihr, was seine Aufgabe seie, dass er jedes noch so tiefste und dunkelste Geheimnis preisgeben würde und das die Qualen bei Lüge und Verrat unermesslich wären.
Doch eines war an jenem Gespräche anders als sonst.
Es lag Furcht in ihrer Stimme. Ja, sie schien unerwartet mit ihm konfrontiert worden zu sein, etwas, was jene Person gar nicht wollte.
Während andere versuchten, dem Schattenlord gegenüber keine Furcht zu zeigen, sie zu unterdrücken, um nicht Schwächlich darzustehen, misslang es jener Person.
Ein weiteres Indiez liess den Schattenlord grübbeln.
Sie war die erste Person, die bewusst den Blockkontakt vermied. Während alle anderen immer stramm dar standen, ihn anschauten, als würden sie nichts zu verbergen haben, als müssten sie nichts fürchten, senkte jene Person ihren Blick, obwohl es keinen Grund dafür gab.
Ja, es war fast, als wüsste diese Frau, dass der Schattenlord aus den Augen und aus dem Gesich seines Gegenübers wie ein Buch lesen würde, dass er so Emotionen und Regungen bei bestimmten Themen erkennt und sie deutet. So entlarvt er seine Feinde.
Es schien ihm wirklich, als wüsste jene Frau, wer vor ihr stand, wie er arbeitete und wie man jenen entgehen konnte.
Die Zeit war knapp, es galt noch viel zu tun und er beendete seine Ansprache.
Doch eines wusste er:
Jene Frau hatte etwas zu verbergen und was immer es war, er würde es herausfinden.
Er hörte, wie ihre Schritte ruckartig stoppten, dann schneller als vorher weiter ansetzten, ein kurzes Grüßen von sich gab und ihre Geschwindigkeit erhöhte.
Er schaute sie nicht an. Dieser nervöse Gang und diese kratzige Stimme war ihn mehr als Unbekannt, da brauchte es keinen Blick, um jemand Fremdes zu sehen.
Er sagte nur in einem kalten Satze, dass sie stehen bleiben sollte. Immer noch keines Blickes würdig, liess er dabei das Pergament und hörte ihr stoppen, auf das dann ein langsameres drehen folgte.
Er trat näher, in ruhigen Schritte, weiter das Pergament vor ihm aufgerollt, weiter seinen Blick auf jenen, ehe er erst dann kurz vor jener verhüllten Person es zusammenrollte und aufschaute.
Die Regeln waren klar:
Wer keine Sondererlaubnis besass, durfte sich nicht verhüllen.
Jene Regel existiert seit die Rolle des Schattens für die Burg klar wurde. Sie wurde aufgestellt, damit keiner unerkannt durch die Burg laufen könnte, weil er vielleicht einen Kamerad tötete und seine Kleidung stahl.
Es gab nur sehr sehr wenige Fälle, so wie auch jene Frau.
Der Schattenlord fragte sie als erstes, ob ihr die Gesetze bekannt wären, sie nickte, was zu der Frage führte, warum sie verhüllt hier wäre.
Verbrannte, sonnenempfindliche Haut war die Antwort.
Ein kurzer Augenschwenk aus dem Fenster. Es war schon dunkel, da wäre die Maskerade nicht mehr wichtig, doch sie beteuerte, dass Khazkal Deslon, der Burgherr selbst also, ihr jene Erlaubnis ausschrieb.
Natürlich würde der Schattenlord es überprüfen. Es war eine Lücke, denn in jener Zeit musste er den Worten vertrauen, dennoch würden solange seine Augen auf den Unbekannten ruhen.
Die Frau stellte sich mit Malina vor.
Der Name war ihm fremd.
Es kam das übliche Einweisen, was jeder Neuling auf der Burg durchziehen musste. Man erklärte ihr, was seine Aufgabe seie, dass er jedes noch so tiefste und dunkelste Geheimnis preisgeben würde und das die Qualen bei Lüge und Verrat unermesslich wären.
Doch eines war an jenem Gespräche anders als sonst.
Es lag Furcht in ihrer Stimme. Ja, sie schien unerwartet mit ihm konfrontiert worden zu sein, etwas, was jene Person gar nicht wollte.
Während andere versuchten, dem Schattenlord gegenüber keine Furcht zu zeigen, sie zu unterdrücken, um nicht Schwächlich darzustehen, misslang es jener Person.
Ein weiteres Indiez liess den Schattenlord grübbeln.
Sie war die erste Person, die bewusst den Blockkontakt vermied. Während alle anderen immer stramm dar standen, ihn anschauten, als würden sie nichts zu verbergen haben, als müssten sie nichts fürchten, senkte jene Person ihren Blick, obwohl es keinen Grund dafür gab.
Ja, es war fast, als wüsste diese Frau, dass der Schattenlord aus den Augen und aus dem Gesich seines Gegenübers wie ein Buch lesen würde, dass er so Emotionen und Regungen bei bestimmten Themen erkennt und sie deutet. So entlarvt er seine Feinde.
Es schien ihm wirklich, als wüsste jene Frau, wer vor ihr stand, wie er arbeitete und wie man jenen entgehen konnte.
Die Zeit war knapp, es galt noch viel zu tun und er beendete seine Ansprache.
Doch eines wusste er:
Jene Frau hatte etwas zu verbergen und was immer es war, er würde es herausfinden.
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- Malachai Schwarzmourne
- Beiträge: 1606
- Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04
Mittlerweile schaffte es der Schattenlord nicht mehr, Malina anzutreffen. Ja es schien, als wüsste Sie, dass er Sie stetig beobachten würde, um ihr dunkles Geheimnis zu lüften.
Doch woher?
War sie begabt genug, um auch in das Innere eines Menschen lesen zu können? Besaß Sie die Fähigkeit, die Schritte des Schattenlords vorherzusehen?
Je mehr er darüber nach dachte, umso größer wurde der Drang, jenes Geheimnis aufzuklären. Es dürfte nicht sein, dass eine Verhüllte und Fremde durch die Burgen läuft und etwas in sich trägt, was Sie nicht preisgeben kann, was ihr Sorgen und Angst mache.
Er sprach darüber mit seinem Freund Cyrion und seiner Verlobten Inara.
Cyrion bestätigte ihm, dass er auf sein Gefühl hören sollte, denn es täuschte ihn bisher nie. Inara hingegen meinte, er würde Gespenster sehen.
Warum nur sagte sie das?
Sie vertraute ihm doch ewig, sie stand stetig hinter ihm und unterstütze ihn bei allem. Doch nun stellte sie diese Malina als armes, kleines, unschuldiges und schüchternes wie ängstliches Opfer hin, geprägt durch die Narben ihres Lebens.
Er grübbelte darüber nach.
"Kann sie Recht haben? Sehe ich schon in allem und jeden einen Verräter? Bin ich gar vernarrt darauf, alles von jedem zu Wissen, unter dem Vorwand, es diene dem Schutze der Burg?"
Doch wenn niemand etwas zu verheimlichen hat, warum benimmt man sich dann so? Denn auch solche Personen wie Malina, wohl perfekte Schauspieler, sind fähig, böses zu tun und so schob der Schattenlord das Verhalten von Inara auf ihre Schwangerschaft.
Sie hatte noch keinen Zinnendienst. Es wird Zeit, dass auch sie für jene Aufgabe eingeteilt wird, zur Nachte, wenn Sie denkt, sie ist alleine in der Dunkelheit und der Kälte, werden seine Augen auf sie gerichtet sein.
Er wird sich selbst und seiner Verlobten beweisen, dass er wieder Recht hat. Dass diese Frau sich als jemand ausgibt, der sie nicht ist.
Doch woher?
War sie begabt genug, um auch in das Innere eines Menschen lesen zu können? Besaß Sie die Fähigkeit, die Schritte des Schattenlords vorherzusehen?
Je mehr er darüber nach dachte, umso größer wurde der Drang, jenes Geheimnis aufzuklären. Es dürfte nicht sein, dass eine Verhüllte und Fremde durch die Burgen läuft und etwas in sich trägt, was Sie nicht preisgeben kann, was ihr Sorgen und Angst mache.
Er sprach darüber mit seinem Freund Cyrion und seiner Verlobten Inara.
Cyrion bestätigte ihm, dass er auf sein Gefühl hören sollte, denn es täuschte ihn bisher nie. Inara hingegen meinte, er würde Gespenster sehen.
Warum nur sagte sie das?
Sie vertraute ihm doch ewig, sie stand stetig hinter ihm und unterstütze ihn bei allem. Doch nun stellte sie diese Malina als armes, kleines, unschuldiges und schüchternes wie ängstliches Opfer hin, geprägt durch die Narben ihres Lebens.
Er grübbelte darüber nach.
"Kann sie Recht haben? Sehe ich schon in allem und jeden einen Verräter? Bin ich gar vernarrt darauf, alles von jedem zu Wissen, unter dem Vorwand, es diene dem Schutze der Burg?"
Doch wenn niemand etwas zu verheimlichen hat, warum benimmt man sich dann so? Denn auch solche Personen wie Malina, wohl perfekte Schauspieler, sind fähig, böses zu tun und so schob der Schattenlord das Verhalten von Inara auf ihre Schwangerschaft.
Sie hatte noch keinen Zinnendienst. Es wird Zeit, dass auch sie für jene Aufgabe eingeteilt wird, zur Nachte, wenn Sie denkt, sie ist alleine in der Dunkelheit und der Kälte, werden seine Augen auf sie gerichtet sein.
Er wird sich selbst und seiner Verlobten beweisen, dass er wieder Recht hat. Dass diese Frau sich als jemand ausgibt, der sie nicht ist.
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