Folgen der Reise.. Bloß eine vorrübergehende Übelkeit?

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Juliette de Bourgo

Folgen der Reise.. Bloß eine vorrübergehende Übelkeit?

Beitrag von Juliette de Bourgo »

Lansam wure sie unruhig. Irgendetwas stimmte nicht. Diese ständige Gereiztheit. Sie hatte ihre Schwestern häufiger als sonst angezickt dazu der steigende Hunger..
Und erst diese Übelkeit morgens..
Und ihre Monatsblutung.. Wann war die das letzte mal gewesen? Sie überlegte angestrengt und zählte an den Fingern ab. Ihre Blutung war mehr als überfällig. Ob sie krank war? Sie wusste das Krankheiten und zu wenig Essen die Monatsbltung unregelmäßig werden lassen konnten. Aber eigentlich, wenn sie genauer nach dachte.. Sie fühlte sich nicht krank und sie hatte auch nicht weniger als sonst gegessen.. eher mehr.
Sie konnte doch nicht.. Nein..Das konnte nicht sein. Langsam ging ihre Hand zu ihrem Bauch. War sie dicker geworden? Hmm nein nicht mehr als sowieso schon. Während sie so auf ihrem weichen, großen Bett saß, mit der Hand auf ihren leicht speckigen Bauch überkam sie ein wohliges Gefühl der Zufriedenheit.
Von einem Moment zum anderen wich das Gefühl der Zufriedenheit und des Glücks der Angst. Was würde Bastien sagen, und erst der Rest der Familie? Die wussten noch nicht mal von Aris. Wie sollte sie ihnen dann erst ein Kind erklären?
Oder sollte sie eine Kräuterfrau aufsuchen und versuchen das Kind los zu werden? Oder sollte sie einfach alle von adriennes Kräutern schlucken und hoffen das sie das Kind verliert? Nein. Sie wollte das Kind. Dessen war sie sich sicher. In dem Moment glaubte sie sich dessen so sicher zu sein wie sie sich noch nie einer Sache sicher war.
Doch.. wenn sie das Kind, sie war sich nun sicher das sie schwanger war, zur Welt bringen wollte.. wie sollte sie das Adrienne, Bastein, Jerome und den anderen klar machen?
Immernoch die Rechte auf den Bauch haltend rollte Juliette sich auf dem Bett zusammen und fasste sich mit der Linken an den Kopf.
Konnte sie die ganze Geschichte irgendwie verheimlichen?
Wohl kaum. Ihr war das ja schon jetzt so gut wie anzumerken. Oder.. Hielten sie ihre Gereiztheit für normal?
Nach einer weiteren tastenden Bewegung ihrer Rechten war ihr klar das man nichts sah. Noch nicht. Doch mit der Zeit würde ihr Bauch merklich dicker werden.
Was sollte sie bloß machen? Papa sagen das sie schwanger war? Nach dem er sich ordentlich aufgeregt hätte würde er wissen wollen von wem das Kind sei, damit er ihm an die Gurgel gehen köännte oder was auch immer. Und ihm dann zu sagen das es von einem Händler sei.. Das würde ihm vermutlich den Rest geben.. und bei seinem schwachen Herz.. Nein, das konnte sie nicht riskieren, selbst wenn Bstien diesen Schock, der es vermutlich für ihn sein würde, ohne weitere Schäden überstand, würde das Kind ungeliebt von dem Rest der Familie aufwachsen.
Nein das konnte sie nicht verantworten.
Sie setzte sich gemütlich zurecht in den Kissen auf ihrem Bett und schaute weiter in Gedanken versunken aus ihrem Fenster.
Langsam bildete sich vor ihrem Geist eine Idee wie sie das Kind vor den anderen verheimlichen konnte.
Sie musste das Risiko, das Mistrauen der anderen eingehen, eine andere Möglichkeit blieb ihr einfach nicht. zumindest keine die für sie als ernsthafte Wahlmöglichkeit zur Diskussion stand.
Juliette de Bourgo

Beitrag von Juliette de Bourgo »

Erneut hatte sie ein Schiff betreten und sich auf den Weg zu Aris gemacht. In ihren Briefen hatte sie ihm von dem gemeinsamen Kind erzählt und auch er schien sich darüber zu freuen, wenn er auch seine Zweifel äußerte, wie ihre gemeinsame Zukunft aussehen sollte. Er konnte dort nicht weg, und das Bastien und Jerome ihre Zustimmung zu der Hochzeit geben würden glaubte nicht einmal Juliette.
Die Überfahrt war unruhig und das Boot wurde von den Wellen hin und her geworfen.
Er hatte ihr ebenfalls gesagt das er bevor sie ankam wohl noch auf Reisen sein werde, sich nach einem weiteren Laden und nach Waren in einer anderen Stadt erkundigen wollte, aber hoffte das er zu Juliettes Ankunft wieder rechtzeitig zurück sei. Er und seine Schwestern hatten sich auch schon nach einer Hebamme erkundigt, die Juliette in den letzten Monaten ihrer Schwangerschaft begleiten und ihr bei der Geburt beistehen sollte.

Juliettes Bauch war nun schon deutlich dicker als normalerweise und viel länger hätte sie die Schwangerschaft nicht geheim halten können.
Sie hatte letztlich mit Laurence darüber geredet. Nach dem Gespräch hatte Juliette gemerkt wie gut ihr das getan hatte, ihre Freude und ihre Ängste mit jemandem zu teilen. Ihr fiel ein Stein vom Herzen als sie merkte das Laurence sie verstand und nicht so starrköpfig wie Jerome oder Bastien war. Nicht das sie das geglaubt hätte.. aber irgendwie befürchtet hatte sie es trotzdem.

Die Matrosen kümmerten sich rührend um sie während der Überfahrt, so das es ihr an nichts mangelte

Endlich angekommen am Hafen wurde sie von einer der beiden Schwestern von Aris abgeholt. Diese sagte Juliette das Aris noch nicht wieder da sei, wohl aber in den nächsten Tagen kommen würde.

In dem kleinen Häuschen der drei, bei dem der untere Teil der Laden und der obere die Wohnung war, wurde sie auch von der anderen Schwester herzlich begrüßt.
Die Hebamme wurde gerufen und tastete Juliettes Bauch ab und überprüfte auch sonst ihren Gesundheitszustand. Dem Kind schien es gut zu gehen und Juliette auch.

Die Tage gingen in das Land, doch von Aris war nichts zu sehen. Juliette begann sich Sorgen zu machen, wo er denn bleibe. Seine Schwestern versuchten sie zu beruhigen das er vielleicht auf Grund des anhaltenden Schneefalls seine Abfahrt verschoben hätte. Oder noch auf Waren wartete. Je länger sie auf Aris wartete desto unruhiger wurde sie.
Nach über einem Monat des Wartens schickten sie endlich einen Boten los der sich erkundigen sollte was los sei. Juliettes Bauch wurde immer größer und die Sorge um Aris ebenso.
Also der Bote nach zwei Wochen zurück kam war Juliette gerade zu der Hebamme aufgebrochen. Sie wollte sich etwas bewegen, sich etwas ablenken..

Als sie zurück kam und durch den Laden in das Haus wollte war die Tür geschlossen und auch auf dem Schild an der Tür stand das der Laden vorübergehend geschlossen sei.
Etwas verwirrt ging sie um das Haus herum und zur Hintertür hinein. Im Haus fand sie dann die beiden Schwestern weinend auf Stühlen zusammen gesunken vor.
Eine unbeschreibliche Panik überkam sie. Die Schwestern erzählten ihr unter Tränen was der Bote berichtet hatte. Aris war auf dem Rückweg überfallen worden, sein Wagen wurde ausgeraubt und er ermordet.

Juliette nahm nichts mehr um sich herum war. Ihre schlimmsten Befürchtungen waren wahr geworden..
Sich an den Wänden abstützend stolperte sie irgendwie in ihr zimmer und fiel dort auf das Bett. Sie rollte sich zusammen, soweit das bei der Größe ihres Bauches noch ging. Sie hatte das Gefühl ihr Herz sei ein Klumpen, der sie erdrückt und den Rest ihres Körpers sich zusammen ziehen lies.
Das Gefühl der Ohnmacht und der Hilflosigkeit überkamen sie. Die Tränen liefen ihr in Sturzbächen über die Wangen während sie selbst regungslos, unfähig sich zu bewegen, zusammen rollt auf dem Bett lag.

Die folgenden Wochen blieb der Laden geschlossen. Die drei Frauen verbrachten die Zeit allein, oder wenn sie sich über den Weg liefen versuchten sie sich gegenseitig auf zu muntern. Inzwischen wurde alles für die offizielle Beerdigung arrangiert. Man hatte Aris Leichnam gefunden und in dem nächsten Dorf begraben.
Karten wurden mit zittrigen Händen geschrieben und verschickt.
Sie fuhr zwar mit, aber blieb der Beerdigung, die eigentlich keine Richtige war, da Aris ja schon begraben wurde, fern.

Erst nachdem die Gäste wieder abgereist waren ging sie allein zu dem Grab und setzte sich, auf einen kleinen Hocker, daneben.

Sie war dick eingepackt in den einen Warmen Mantel und hatte noch zusätzlich Tücher dabei die sich sich um den Hals und den Bauch gewickelt hatte.
Lange saß sie da, in ihren Gedanken mit Aris sprechend während ich die Tränen über die Wangen liefen und langsam eine leichte Schneeschicht ihren Mantel bedeckte.
Es verging eine ganze Weile ehe die Schwestern sie suchten. Schließlich wollten sie sie ja auch nicht in ihrer Trauer stören. Als sie Juliette dann fanden klopften sie ihr den Schnee vom Mantel und brachten sie in die Herberge in der sie Zimmer gemietet hatten.
Juliette, erschöpft durch die Schwangerschaft und kraftlos durch den Verlust und die Trauer, legte sich ins Bett und schlief und döste wie sie es die meiste Zeit, seit der Bote die Nachricht von Aris Tod überbrachte, getan hatte.
Am nächsten Morgen stand sie früh auf und ging wieder zu Aris Grab.
In Gedanken klagte sie ihn an, wie er sie hatte verlassen können, sich gleich darauf entschuldigend das es natürlich nicht seine Schuld gewesen sei. Sie war hin und her gerissen zwischen Angst um ihre Zukunft und Trauer um Aris und Wut das er sie einfach so im Stich gelassen hatte.
Sie hatten sich doch so sehr geliebt.. er konnte doch nicht einfach .. einfach weg sein.. sie alleine mit dem Kind und ihrer Trauer lassen.
Woher sollte sie die Kraft nehmen? Sie schob ihre rechte Hand unter den Mantel und legte sie auf den kugelrunden Bauch. Das Kind darin war recht aktiv und trat und boxte gegen die Bauchwand. Mit einem traurigen Blick gen dem Himmel und einem stillen Gebet an Temora und Eluive nahm sie Abschied von Aris.

Auf dem Weg zurück, von der Herberge zu dem Haus der beiden Schwestern, spürte sie ein starkes ziehen im Unterleib. Sie zuckte kurz zusammen was die Schwestern jedoch nicht bemerkten. Eine ganze Weile passierte nichts weiter.. ungefähr eine Stunde, vielleicht auch länger, bis dann plötzlich genauso überraschend, jedoch stärker als beim ersten Mal, sich ihr Unterleib verkrampfte und ein stechender Schmerz zu spüren war. Ihr entfuhr ein leiser Schrei der die beiden Schwestern aufmerken lies. Sie wiesen den Kutscher an schneller und direkt zur Hebamme zu fahren, brachten Juliette in eine relativ bequeme Position und hielten ihre Hand. Das mussten die Wehen sein, von denen die Hebamme gesprochen hatte.. Aber die kamen doch erst kurz vor der Geburt.. War es nicht noch zu früh? Die Hebamme hatte ihr ein Datum vorrausgesagt was aber erst in ungefähr einem Monat sein sollte.
Die Kutsche fuhr ruckelnd weiter und immer häufiger liessen die Wehen Juliettes ganzen Körper sich verkrampfen und trieben ihr die Schweißperlen auf die Stirn. Bei der Hebamme angekommen sprang der Kutscher selbst eiligst vom Kutschbock und hämmerte gegen die Tür bist die Hebamme die Tür öffnete.

Die Hebamme schien die Ruhe in Person zu sein. Die Schwestern und der Kutscher halfen Juliette auf die Beine, stützten sie und halfen ihr sich auf einem Lager nieder zu lassen. Die Hebamme schickte den Kutscher hinaus und brachte die Schwestern dazu in einer Ecke des Raumes Platz zu nehmen, während sie in aller Ruhe begann Wasser zu erwärmen und Kräuter bereit zu legen. Die Stunden vergingen und unter Schmerzen gebar Juliette ihr Kind, ein kleines Mädchen. Sie war wirklich zu früh auf die Welt gekommen, was man an ihrer kleinen und eher zierlichen Statur sah. Sie wurde gewaschen, warm eingewickelt und dann ihrer, völlig entkräfteten Mutter an die Brust gelegt. Mit Tränen in den Augen, aber einem glücklichen Lächeln auf dem Gesicht betrachtete sie das kleine Mädchen. „Lyoni“, murmelte sie leise. „Lyoni soll sie heissen."
Juliette de Bourgo

Beitrag von Juliette de Bourgo »

Endlich war Bastiens Antwort auf ihren Brief gekommen. Er würde ihr "adoptiertes" Kind akzeptieren.
Und sie wollte hier so schnell wie möglich ewg. Alles hier erinnerte sie an Aris. Seine Schwestern, das Bett, das Haus, der Laden.. nirgends konnte sie hingehen.. mit niemandem reden ohne an ihn denken zu müssen.
Auch die kleine Lyoni erinnerte Juliette an ihn. Ihrer beider Tochter..
Wie üblich hatte sie das Tragetuch um sich herumgewickelt, so das Lyoni an ihren Bauch und ihre Brust gekuschelt da lag. Schützend und wärmend wickelte sie den Mantel neu und legte zusätzlich die Hände um das kleine Mädchen während sie an Deck des Schiffes, welches sie nach Hause bringen sollte, stand und den Matrosen zu sah wie sie ihr Gepäck verstauten.
Sie ging noch einmal von Bord, zu den beiden Schwestern die am Hafen standen um sich von ihnen zu verabschieden.
Sie würde wohl wieder vorbei kommen, wenn Lyoni größer war, oder eine oder beide Schwestern besuchten sie einmal in Varuna. Man würde sich bestimmt wieder sehen. Zumindest würden Briefe geschrieben werden.
Ein letztes Mal wurden die Schestern, so gut wie es eben ging mit dem Kind vor der Brust, umarmt und dann bestieg Juliette das Schiff.
Die Rückreise verbrachte Juliette nicht unbedingt in Gesellschaft der Matrosen, sondern eher alleine, beziehungsweise mit Lyoni, in ihrer Kabine. Auch die Rückfahrt war eher unruhig. Das Schiff wurde auf den Wellen hin und hergeschaukelt, das Juliette schon fürchtete sie würden untergehen.. Doch die Matrosen beruhigten sie, das das vollig normal sei.
Wohl behalten erreichten sie Bajard. Ihre Familie wusste nicht wann sie ankommen würde holte sie also auch nicht ab. Mit dem Baby und dem Packpferd mit dem Gepäck kam sie zu Hause an, die Reaktionen der anderen mit etwas Furcht erwartend.
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