Bajard - Zwei Wölfe auf der Jagd

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Argos Hinrah

Bajard - Zwei Wölfe auf der Jagd

Beitrag von Argos Hinrah »

Nach erfolgreicher Jagd nahmen Argos, Harkonsson, und Falk, Hygeriakson, sich die Zeit in der Bajarder Taverne Rast einzulegen, doch es kam zum Schluss alles anders, als man es sich dachte.

Die klirrende Kälte des Nachtwindes wehte in regelmäßigen Abständen durch den Tavernen Raum, natürlich war der Tisch der zwei Hünen mit Met überhäuft, am Tischrand die zwei gewaltigen Nordmannsklingen, Boldfelling und Scylfing, gelehnt.
Und ein donnerndes Lachen ging von den beiden auch regelmäßig aus, während sie sich ihre Geschichten erzählten.
Argos war neugierig, er wollte wissen warum Falk doch von seinen Berserker ''übermannt'' wurde.
Die Antwort war ebenso simpel wie einleuchtend: Wolf wollte töten, nach langer Zeit der Pause.

Das Kerzenlicht des Tisches ließ es zu, dass man nur die Gesichter der zwei Hünen im Schein der Kerze sehen konnte, und diese auch nur in leichten, dunklen Umrissen, da die Nacht Überhand über Bajard gewonnen hatte.
Bajard einer Stadt die wichtig war, und wichtig ist, für alle.
Doch eine Nachricht in dieser Nacht ließ Argos nicht los und es ging um Leif, den Sohn eines Namenlosen, wie er sich immer vorstellte, er war nicht nur sein Ridder, nein auch ein sehr guter Freund für Argos.

Sollten seine Träume wirklich das bedeuten, wovon Falk und Argos ausgehen,
wäre er der Erbe der Bunjam und der Sohn des größten Helden der Tiefländer nach Thrail's Tod, Wulfgar, Sohn des Ekleif.
Ein Berg von einem Mann, er war der Einzige in der Geschichte der Tiefländer,
der es vermag zwei Nordmannsklingen zu führen. Nicht einmal der Urahne Thrail schaffte jenes Wunder.

Die Geschichte, welche Falk an diesem Abend erzählte, faszinierte Argos.
Falk kämpfte Seite an Seite mit Argos' Vater, Harcon, Sohn des Hérger und Wulfgar, welche eng befreundet waren.
Die Geschichten um den Alp welcher Hygeriak überfallen hat und den qualvollen Tod welchen Hrothgar leiden musste. Die Clanskriege welche auch zum Teil wegen der Pantherbrut herbeizogen, stauten in Argos nur noch mehr Wut und gerechten Zorn gegenüber der Pantherbrut auf, den ein Templer des verratenen Totems war es, welcher den Alp herauf beschworen hatte.
Als sei es nicht genug, dass die Blaufratzen versuchten Grimwould niederzubrennen.
Das Volk der Tiefländer schrumpfte dabei um die Hälfte herab.

Doch zu allem Überfluss kam kurze Zeit nachdem Falk die Geschichte zuende erzählt hatte ein Templer des Panthers in die Taverne.
Alle Wut in Argos wurde sichtbar, er fixierte den Templer mit einem Blick, welchen so manchen die Furcht in die Gliedmassen getrieben hätte.

Er bleckte seine Zähne dabei, knurrte leicht wölfisch auf.
Doch sie waren auf Bajarder Gebiet. Den zwei Wölfen waren die Hände gebunden.
Doch was selbst Argos nicht für möglich gehalten hatte, trat in Kraft.

All seine Wut, all sein gerechten Zorn gegenüber dieser Brut platze heraus:
''SIE WERDEN ALLESAMMT STERBEN!'' donnerte er bei ihm ungestüm aus, er merkte das es mit ihm durchging, entweder würde er der Templerin, hier und jetzt den Kopf von den Schultern schlagen oder anders wie seinem Verhalten Luft schaffen.
So stand er auf und verlies die Taverne, wessen Tür er viel zu feste zu schlug.
Er spürte wie er innerlich mit sich kämpfen musste, den Berserker welchen er erst kürzlich in Ketten legen konnte, er wollte sich befreien.

Argos knickte auf der Stelle ein, ließ aber einen Schrei los, welchen man wohl in ganz Bajard hören sollte.
Es dauerte Minuten bis Argos es wieder schaffte die Oberhand zu gewinnen.
Er war sich sicher, ohne seiner langen Ausbildung zum Anundr wäre er dem Wahn verfallen und wäre vielleicht so geendet wie Hygeriak.
Doch die Gelegenheit für die Wölfe soll kommen, sie kann ja nicht ewig in der Taverne bleiben, und Tiefländer haben gutes Sitzfleisch.
Und es kam wie es kommen musste, die Wölfe zogen los um ihrer Beute nach zu gehen, einer Templerin der Pantherbrut.
Schon an den Stadttoren Bajards konnten die Wolfe ihre Beute abfangen.

Falk ging hinter ihr und Argos vor ihr in die Hocke.
Sie starrten sie wortlos an, wie ein Wolf seine Beute.
Selbst in der Nacht konnte man den leuchtenden gerechten Zorn und die Wut aus Argos' Augen lesen.
Die zwei routinierten Wölfe wollten ihr angst einjagen, was sie sicherlich auch geschafft haben.
Die Fellkleidung schon voller Schnee, tasteten sie sich langsam an ihre Beute heran, immer dann, wenn sie einem dem Rücken zuwendete.
Doch waren ihre diamantenen Platten zu schwer um ihr längere Zeit zu folgen als sie reiß aus nahm.
Doch an diesem Tag schwor Argos sich das er alles tun wird um Rache für sein Volk zu bringen, den nur eine Tote Pantherbrut, ist eine gute Pantherbrut!
Falk Hinrah

Beitrag von Falk Hinrah »

Wolfsheulen vor Bajard - Wölfe auf der Jagd.


Lautlos hatten sie in den Schatten gehockt, das dunkle Fell ihrer Umhänge verschmolz mit der Schneedecke und den Häuserwänden Bajards gleichermassen. Sie waren Schatten unter Bäumen, Schatten zwischen Häusern. Sie mochten nur zu Zweit sein, trotzdem waren sie ein Rudel auf der Jagd.

Da kam sie, ein leises Knurren rollte in Falks Kehle heran, doch er unterdrückte es um sich nicht zu verraten. Seine Nase blähte sich und tief sog der grosse Wolfskrieger den Geruch von Beute in seine Lunge.

Eine Städterin.

Eine Templerin Alatars.

Ein Mitglied der Bruderschaft der schwarzen Klaue.

Sie hatte ihn und Argos bereits in Bajard provoziert, doch in Bajard selbst würden sie ihr nichts tuen. Die Gesetze Bajards banden den Clan. Auch wenn es Argos wirklich schwer gefallen war den Berserker zu bezähmen.
Doch ihr überhebliches Grinsen rührte von einer falschen Sicherheit her, der Sicherheit Bajards, die sie auf ihrem Weg nach Rahal würde verlassen müssen. Und genau so war es gekommen. Zwei der Wölfe des Clans, kauerten noch im Schatten der letzten Häuser Bajards als sie hinaustrat und sich langsam auf die Kutsche zu bewegte.
Falk löste sich aus den Schatten, er legte den Kopf in den Nacken und stiess ein schauriges Heulen aus, dass jedem Wolf der um Mitternacht den Vollmond anheulte Ehre gemacht hätte, ein in die Knochen fahrendes Heulen, voller Jagdlust und Blutgier.
Das war das Signal für Argos, die Jagd begann.




Sie liefen geduckt, einer links hinter ihr, der andere rechts, schon im Welpenalter hatte sie diese Bewegungsmuster erlernt und jetzt, da sie erwachsene Wölfe waren, flossen die Bewegungen im Rudel ganz natürlich.
Sie kamen in Hörweite, bewegten sich nun im Schrittempo. Das leise Klirren der gepanzerten Stiefel veranlasste die Beute kurz den Kopf zu drehen, doch sie ging weiter, wurde etwas schneller. Nun war sein Begleiter am Zug, mit einigen schnellen Sprüngen brachte er sich gute fünf Schritt vor sie und ging dort in die Hocke.

Das Städterweibchen zögerte, er sog die Luft tief ein und konnte ihre Verunsicherung riechen. Dann erhob er sich und sie drehte sich zu ihm hin, sah zu ihm auf, konnte im fahlen Mondlicht die viel zu intensiv blauen Augen hinter dem Wolfshelm glitzern sehen. Er konnte ihren Herzschlag fast spüren, konnte die aufsteigende Angst riechen. Sein Totem erweiterte die Sinne des Jägers und labte sich an seiner Jagdlust.

"Lauf! ... Es macht mehr Spass wenn du läufst!"

Das Weibchen erinnerte ihn daran dass Bajard seine Grenzen erweitert hatte und sie dort, wo sie stand noch sicher war. Wie lächerlich, sie würde gehen müssen, früher oder später. Falk ging in die Hocke, sie sass in der Falle, genau zwischen ihm und Argos, zu dritt hätte das lustige Spielchen noch mehr Spass gemacht.

"Seid Euch der Konsequenzen bewusst, falls ihr einen Angriff auf eine unbewaffnete Frau wagen solltet!"

Jetzt versuchte sie sich als die arme, unbewaffnete Frau dar zu stellen. Lächerlich, vor nichtmal einer Viertelstunde hatte sie in der Bajarder Schenke noch ein provozierendes Mundwerk gepflegt.

"Du bist eine aus der Bruderschaft. Du bist unsere Jagd für heute Nacht. Du bist Wild für die Wölfe."

Damit hatte sie es aufgegeben sich aus der Sache heraus zu reden. Er blieb hocken und sog die Luft tief ein, ihre Angst erfüllte seine Nase und befriedigte Wolf, während es seien Jagdlust nur noch mehr steigerte. Hinter dem Weibchen sah er Argos einen Schritt auf sie zu machen, sie hörte wohl die das leise Klirren der gepanzerten Stiefel drehte sich zu Argos um, weg von Falk. Argos ging sofort wieder in die Hocke und hob eine Hand an den Griff Boldfellings, seiner mächtigen Nordmannsklinge.
Falk erhob sich nun für diesen und machte einen Schritt vorwärts und zur Seite, auf sie zu. Sie drehte sich zu ihm, er ging in die Hocke, während sich Argos erhob und einen Schritt vorwärts und zur Seite machte. Jetzt konnte er die helle Panik in ihren Augen sehen, sie erkannte das Spiel und uralte Instinkte, tief in ihr drin machten ihr grade klar dass sie Beute war, die von zwei gefährlichen Raubtieren belauert wurde.

Gierig schimmerten die viel zu intensiv blauen Augen von Falk hinter seinem Wolfshelm, während er und Argos mit dieser Templerin Alatars auf einer frischen Schneedecke, im Schein des Vollmondes, den Tanz des Todes aufführten. Jede Bewegung war geplant, jeder Schritt genau gesetzt. Spiralförmig näherten sie sich ihrem Opfer. Gingen in die Hocke wenn sie sich ihnen zuwandte, erhoben sich um auf sie zu zu gehen wenn sie ihnen den Rücken zudrehte. Immer schneller ließ Wolf ihn das Herz der Beute schlagen spüren, immer deutlicher wurde der Geruch nach Angst.

Und dann geschah es endlich, Falk und Argos gingen in die Hocke als sich ihre Knie leicht beugten, vorsichtig griffen ihre Hände den Saum der Templerrobe und hoben diesen leicht an, gleich würde sie loslaufen... JETZT! Noch bevor sie den ersten Schritt gemacht hatte waren die Wölfe schon in vollem Sprung, genau in die Richtung in die sie startete. Nun sollte es kein Entkommen mehr geben. Die kräftigen Tiefländer, seit ihrer Welpenzeit an das Gewicht einer Rüstung gewöhnt, und mit der Ausdauer eines Langstreckenläufers gesegnet setzten sich in Bewegung. Die schweren Waffen flogen zischend aus den Scheiden, noch vier Schritte ihrer Beute und diese wäre von zwischen ihnen leicht vor sie gesprungen. Eine Position die die meiste Beute in den ersten drei Herzschlägen einer Jagd anstrebte. Denn wenn sie erst ein wenig vor die beiden kommen würde, würde die Hetzjagd beginnen und schnell vorbei sein. Da war ihr zweiter Schritt, da ihr dritter... doch der vierte war kein Laufschritt mehr. Genau zum zweiten Herzschlag der Jagd schlug sie ihren ersten Haken.
'Verdammt!' Hallte es durch seinen Kopf 'Nur ein Schritt hat gefehlt, jetzt läuft sie uns aus den Jagdmustern.' Die schweren Panzerplatten trugen sie noch ein ganzes Stück weiter, fünf Schritte insgesamt, die ihre Beute bereits in die andere Richtung getan hatte. Dann drehten sie um, zehn Schritte zwischen sich und ihrer Beute. 'Viel zu viel Abstand, wir müssen aufschliessen.
Sie rannten sich die Seele aus dem Leib, hätten sie einen leichten Tiefländerpanzer getragen, sie hätten sie nach nur fünfzig Schritten eingeholt, aber die schweren Diamantplatten der Städter, ohne Fell, ohne Teile der Rüstung die durch Schuppen beweglich gehalten wurden, machten sie langsam. Diese Jagd brachte ihnen wirklich nicht viel Glück, nach einer langen Hatz verschwand die Templerin im Wald und hinterließ ihnen keine Fährte.




Die Jagd endete. Ihre Lungen brannten wie Feuer, ihre Knochen schienen schwer und die grossen Herzen pumpten das Blut so schnell durch die gewaltigen Körper, dass sie meinten ihre Adern müssten platzen. Und trotzdem schafften sie es wie Wölfe zu heulen. Ein Heulen voller Jagdlust und Gier, schaurig erfüllt von Mitternacht und Mondschein. Doch klagend über den nicht gelungenen Riss.
Aber obwohl die Jagd kein Erfolg war, waren sie zufrieden. Der süsse Geruch der Angst einer Templerin des Schwarzen hing noch immer in ihren Nasen und die Bruderschaft würde die Botschaft verstehen:

"Ihr denkt ihr seid furchterregend? Ihr denkt eure Gegner zittern vor Angst? Ihr seid es die Zittern werden, ihr seid diejenigen, die sich in dunklen Wäldern nach jedem Krächzen eines Vogels umdrehen werden. Ihr werdet Angst im Dunkel haben und voller Furcht zusammen zucken, wenn aus der Ferne Wolfsgeheul an euer Ohr dringt."
Laraanji

Beitrag von Laraanji »

Keuchend und hastig nach Luft ringend kam sie schließlich zum stehen. Wie lange war sie schon gerannt?
Ein eiliger Blick über die Schulter - Keine Spur von den Hünen. Der Wald lag still, nur eine nächtliche, kühle Brise und vereinzelte, monotone Laute einer Eule unterbrach die friedliche Ruhe. Sie war einen Tick zu weit gegangen, das wusste sie. Ihre Gedanken kreisten, während sie die Hände auf ihre Knie stützte und die gräulichen Formen des Schneematsches beäugte, der sich an dem Saum ihrer Robe festgesetzt hatte. Weit Entfernt konnte man ein letztes, dumpfes Heulen vernehme und abermals fuhr die junge Frau zusammen. Sie würde sich in Zukunft zügeln müssen - Die Risiken sind mit dem Nutzen abzuwägen. Eine Gefangennahme oder ihr Tod würde dem Werk des Herren schaden und dessen unaufhaltsames Vorranschreiten einschränken und gefährden.

"Mäßige Dich."


Langsam und deutlich beherrschter raffte sie sich wieder auf und zog tief Luft ein.

"Führe Dir immer die möglichen Konsequenzen vor Augen."


Es war nicht mehr weit und Sie sah die Silhoutten des gewaltigen Tores unlängst empor ragen.
Immernoch erschöpft beendete sie die kurze Rast und stapfte weiter - Ihre Kleidung, aus alter Gewohnheit heraus, von den hässlichen Falten befreiend.
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