Die zwei Gesichter einer Clansfrau

Antworten
Sefa Hinrah

Die zwei Gesichter einer Clansfrau

Beitrag von Sefa Hinrah »

Sefa die Kriegerin

Früh hatte ihr Dah ihr beigebracht eine Axt zu führen, wie sie sich und andere schützen konnte.. Sefa begriff recht schnell und ihr Dah hatte seine Mühe sie in Zaun zu halten. So manches mal hätte man denken können, er würde es bereuen sie zu einer Kriegerin auszubilden. Nur all zu oft forderte das Kind ihn auf mit ihr einen Übungskampf zu bestreiten, wollte sie sich messen. Nedhard wusste zu genau wie wichtig es für sie beide war, sich verteidigen zu können. Waren sie auch die meiste Zeit für sich, so kam es dennoch des öfteren vor, dass sich ein streitsuchender Städter zu ihnen verirrte und unsinnige Forderungen stellte. Mal war es das Haus, welches er mit seinen Händen für sie beide gebaut hatte oder auch nur die angesparten Vorräte die sie dringend brauchten. Egal was es war, er wollte es ihnen nicht kampflos überlassen. Die kleine Sefa wurde ihm mehr und mehr eine Hilfe. Durch ihren Ehrgeiz lernte sie schnell worauf es ankam, sie war wendig und recht geschmeidig in ihren Bewegungen. Ihr dah war voller stolz und schenkte ihr recht früh eine richtige Axt. Er ging hierfür extra in die etwas weiter entfernte Stadt um einen fähigen Schmied zu finden. Der Städter staune nicht schlecht, als der Tiefländer ihm kund tat, die Waffe sei für seine Tochter. Er bot dem Schmied alles Ersparte, welches er besaß und so bekam Sefa ihre erste Axt. Sie war gut verarbeitet und ganz auf Sefa angepasst. Voller Stolz wurde das Kind um einige fingerbreit grösser und sie schwor sich ihren Dah nicht zu enttäuschen. Sie wollte ihm beweisen, das sie es wert war für sie das Ersparte zu opfern. Also übte sie noch fleissiger, nutzte jede Gelegenheit zum üben. So mancher Städterjunge, den sie auf ihren Streifzügen durch die Wälder traf, hatte unter ihrem Ehrgeiz zu leiden. Als wieder einmal einer dieser Städter zu ihnen kam, um ihnen ihre Habe zu nehmen, kam die Gelegenheit es ihrem Vater zu danken. Ihr Dah mühte sich mit diesem Städter ab, der einfach nicht verstehen wollte das es hier nichts zu holen gab. Bedrohlich zog der Städter blank und forderte Gold. Dah versuchte ihn zu beruhigen und ihm zu erklären, dass sie nichts hatten, doch er wollte nicht verstehen. Je mehr Nedhard versuchte auf ihn einzureden, um so agressiver wurde der Städter. Er fuchtelte bedrohlich mit dem Schwert herum. Das junge Mädchen atmete tief durch und griff zur Axt. Langsam und konzentriert kam sie hinter ihren Dah zum Vorschein, die Axt zum Schlag bereit. Ihre Miene ernst befahl sie ihm das Schwert zu scheiden und ihren Grund zu verlassen. Doch der Städter lachte nur voller Hohn und ihr Dah sandte ein Stossgebet zu den Ahnen. Noch einmal befahl sie ihm zu gehen und sie griff die Axt nun fester. Der Städter nahm sie nicht ernst, und das sollte sein Fehler sein. Er fuchtelte ein wenig mit dem Schwert vor ihrer Nase, dabei immer noch lachend, als Sefa zum Schlag ausholte ihm mit diesem entwaffnete. „Erste Regel halte deine Waffe fest im Griff“, meinte sie und setzte zum nächsten Schlag an. Ihr Vater nicht ahnend wie das sie so viel geübt hatte, staunte nicht schlecht und voller Stolz verzog sich sein Mund zu einem Grinsen. Sie stieß dem Städter mit der stumpfen Seite in den Magen und überrascht wie er war, kam dieser ins stolpern. Sefa indes lies nicht nach und zog ihm mit der Axt die Füsse weg und setzt sofort nach. Der verdutze Städter fiel zu Boden, und hatte kurzerhand den Dolch des stolzen Vaters an der Kehle. „ Verschwinde du Narr und lass dich ja nicht wieder blicken. Sonst werden wir allen berichten wie du von einem Kind niedergeschlagen wurdest“, lachte ihr Dah und wuschelte ihr durch ihre Mähne. Sefa war nie stolzer als in diesem Moment. Von da an hatte Nethard nun keine Ruhe mehr. Ständig forderte sie nun weiteren Unterricht im Kampf, auch die Heilkunst wollte sie lernen. Denn auch das musste eine Kriegerin schließlich können, zumindest das Grobe. Und auch hier lernte das wissbegierige Kind schnell. Und so wuchs sie zu einer jungen Kriegerin heran, die von ihrem Dah alles gelernt hatte, was er ihr hatte beibringen können.
Und es sollte ihr zum Vorteil sein. Es kam die Zeit sich zu lösen, auf eigenen Beinen zu stehen. Sie hatte den Traum gehabt, die Botschaft der Dame im Wind. Sie wollte nicht ohne ihren Dah gehen, wollte ihn nicht zurück lassen. Doch machte er ihr klar das sie ihrer inneren Stimme folgen sollte. Schweren Herzens verließ sie ihren Dah und machte sich auf die Suche nach ihrem Volk. Auf ihrer Reise begriff sie immer deutlicher, was ihr Vater für sie getan hatte. Alles was sie wusste und konnte hatte sie von ihm gelernt und es war nützlich. So verdiente sie sich ihren Unterhalt als Söldnerin und kämpfte so manche Schlacht. Jeden Abend dankte sie ihm, in Gedanken, für seine Lehren. Und so kämpfte sie sich buchstäblich durchs Leben, bis sie endlich ihr Volk fand und im Clan der Hinrah als Clansschwert aufgenommen wurde.
Sefa Hinrah

Beitrag von Sefa Hinrah »

Sefa das Weib

Eigentlich hatte sie sich nie wirklich um ihr Äusseres gekümmert. Natürlich hatte sie sich gewaschen und sich die Haare gemacht. War es im Kampfe doch sehr unpraktisch, sie nicht zu einem Zopf zu flechten und offen zu tragen. Doch konnte man nicht sagen, ihr Erscheinungsbild sei ihr wichtig. Sie wäre auch nie auf darauf gekommen es sei wichtig, war sie doch für ihren Vater stehts das schönste Wesen auf Erden und andere Tiefländer waren nie in der Nähe. Lebte sie doch allein mit ihrem Dah weit ab von allem. Und ob Städter sie nun reizvoll fanden oder nicht hatte für sie keine Bedeutung. Wichtig war ihr, dass es praktisch war. Nach diesem Aspekt suchte sie sich ihre Frisuren und ihre Kleider aus. Lange Zeit hatte sie auch keine Vorstellung davon, was es bedeutete ein Weib zu sein. Die lange Zweisamkeit mit ihrem Dah hatte seine Spuren hinterlassen. Auch auf ihrer langen Reise zum Clan war ihr ihre Weiblichkeit nicht bewusst. Gewiss erntete sie den ein oder anderen schmachtenden Blick, welchen sie nicht als einen solchen deuten konnte, von den Städtern. Selbst wenn sie ihn hätte deuten können, wäre es ihr wahrscheinlich gleich gewesen, niemals hätte sie etwas mit einem Städter angefangen. Zudem kann wohl nur ein Tiefländer, ein mit Blut und Exkrementen beschmiertes Weib, anziehend nennen. Sie war eine Kriegerin, nichts besonderes und genauso gut wie jeder andere Krieger auch. Das war es was ihr wichtig war.
Erst beim Clan sollte sich alles ändern.
Unbewusst schäkerte sie mit den Männern im Clan, nicht indem sie sich reizvoll kleidete, eher mit ihrer natürlichen Art. Immer öfter wurde sie darauf angesprochen und gefragt, auf welchen Kerl sie denn wohl ein Auge geworfen hätte. Oder welchen sie denn besonders nett fand. Sefa konnte anfangs nie wirklich eine Antwort darauf geben, war es doch alles sehr verwirrend für sie. Bis man sie nach ihrem Alter fragte, und sich dann wunderte das sie noch nicht gehandfastet hatte. Oft sprach sie mit Caily und ihrem Jarl darüber und fing langsam an zu begreifen. Ihr Jarl hatte sogar mal vorgehabt sie zu einer bewirtenden Jungfrau zu machen, damit ihr die Partnerwahl leichter fiel. Irgendwie überforderte sie dieses Weib sein doch sehr. Sie fing an die anderen Weiber im Clan zu beobachten und ihr eigenes Verhalten unter die Lupe zu nehmen. Sie fand heraus das sie sich nicht wirklich von den anderen Unterschied. Und mit der Ankunft von Almarr wurde sie sich immer mehr ihrer Weiblichkeit bewusst. Zwar behielt sie ihre Natürlichkeit, doch machte sie einiges nun bewusster. Und sie wählte Frisuren und Kleider nun nicht mehr rein nach dem praktischem Nutzen aus. Almarr hatte ihr Herz im Sturme erobert und sie so zu einem Weib gemacht.
Doch sie blieb immer die Kriegerin. Auch wenn sich die Kriegerin ebenso gewandelt hatte. Sie wurde von der Axtkriegerin, auch wenn sie weiterhin die Axt schwang, zur Kriegerin des Wortes. Immer öfter bevorzugte sie ein Wortgefecht, als zur Axt zu greifen.
Almarr und die Welpen des Clans krempelten sie gehörig um und erneut wurde sie unsicher und nachdenklich. Sie liebte Almarr würde ihn sogar bald handfasten. Und sie liebte die Welpen, liebte es mit ihnen herum zu tollen oder einfach nur mit ihnen zu kuscheln. Sie wurde mit der zeit immer wichtiger für die Welpen und auch ihren Eltern. Stets war Sefa zur Stelle brauchten sie mal eine Auszeit oder die Kleinen Ruhe vor der Erziehung ihrer Eltern. Sefa war mit den Welpen völlig unbefangen und brachte den Kleinen, sehr zum Übel der Eltern allerhand Unfug bei. Auch so manch anderer Claner hatte es nicht einfach, mussten sie doch oft genug für die Streiche herhalten die Sefa sich für die Welpen ausgedacht hatte. Sefa war es egal, hatten die Kleinen doch ihren Spass.
Der Umgang mit den Welpen war nicht ohne Folgen. Sie war ausgeglichener und immer deutlicher wurde ihr Wunsch selbst einen Welpen zu empfangen. Und in so manch einer Stunde bekam sie Zweifel. Als Tante war Sefa der Hit, da gab es nichts dran zu rütteln, doch konnte sie einen eigenen Welpen grossziehen? War es für einen Welpen gut, wenn gleich beide Eltern Krieger waren? Sicher hatte es einen Vorteil, sie konnte so für seinen Schutz sorgen und war nicht auf den Schutz der Claner angewiesen. Doch konnte es auch bedeuten das sie ihren Welpen vielleicht nie aufwachsen sah, weil sie im Kriege starb. Lange dachte sie darüber nach und kam zu keinem Schluss. Also beschloss sie Falk um Rat zu fragen. War er doch in einer ähnlichen Lage wie sie. Auch er war Krieger und hatte vor kurzem einen Sohn bekommen. Es war ein langes intensives Gespräch. In dem sie über die Zukunft senierten und sich über ihre Sorgen unterhielten. Sefa war froh, Falk gefragt zu haben, gab er ihr doch den ein oder anderen Rat und Denkanstoss. Doch in einem wunderte sie sich. Teilte er doch nicht das Ausmass an Sorge, seinen Welpen nicht aufwachsen zu sehen. Sicher würde er es bedauern wenn er es nicht könnte, doch war es ihm ein Trost für eine Bessere Zufunft gekämpft zu haben in der er seinen Welpen entliess. Waren da die Weiber so anders? Oder war sie selbst so verquer? Gerne hätte sie ein Weib gefragt, ein Weib das sowohl Kriegerin war wie auch Mah. Aber dies schien es nicht so oft zu geben. Also musste sie selbst einen weg finden ihre beiden Berufungen zu verbinden. Damit sie nicht nur eine Kriegerin sein konnte, denn noch wollte sie dies nicht aufgeben, sondern sich auch dem Wunsch nach einem Welpen hingeben konnte. Doch es war ein langer Weg und sie sollte zu erst Bekanntschaft mit ihrem Berserker machen.
Antworten