Endlich wieder daheim
Verfasst: Samstag 28. April 2018, 15:44
Ihre lackschwarzen Haare, nicht wie ueblich zu einem Zopf geflochten, wehten offen in der leichten Brise, so stand sie an der Reling und schaute dem sich naehernden Ufer Gerimors, entgegen.
Ihre Mundwinkel bogen sich in einem sanften Laecheln nach oben als sie die leisen Schritte, die sie unter tausenden haette erkennen koennen, vernahm.
Tzion legte ihr einen waermenden Umhang um die Schultern, dann zog er sie sanft in seine Arme, so standen sie schweigend da und sie versank in Gedanken ueber das Geschehene...
Ueber drei Mondlaeufe war es nun schon her, dass sie der Brief erreicht hatte.
Ihre letzte noch lebende Verwandte, die Frau die ihr ihre Jugend zur Hoelle gemacht hatte, war verstorben und der Buergermeister des kleinen Dorfes in dem sie gelebt hatte, bat sie zu kommen, um einige Angelegenheiten zu klaeren.
Und so hatte sie sich, mit gemischten Gefuehlen auf den Weg in ihre alte Heimat gemacht.
Nach dem Besuch beim Buergermeister betrat sie das Haus, welches einst ihrer Tante gehört und nun in ihren Besitz uebergegangen war.
Sie sah sich um und stellte schnell fest das sich seit ihrem Fortgang nicht viel veraendert hatte. Das Haus war immer noch kalt, abweisend und ueberhaupt nicht heimelig.
Hierher war sie gebracht worden nach dem Tod ihres geliebten Vaters, der sie bis zu ihrem 12 Lebensjahr allein und mit sehr viel Liebe großgezogen hatte. Ihre Mutter war bei ihrer Geburt gestorben, an sie hatte sie keine Erinnerung mehr.
Der Bruder ihrer Tante, der einzige Mensch, den diese wirklich geliebt hatte, war vor zwei Jahreslaeufen ermordet worden. Wahrscheinlich hatte eines seiner Opfer das ausgefuehrt, von dem Rayana gedacht hatte es getan zu haben, ihn umgebracht.
Sie konnte sich noch genau an diesen schicksalsschweren Abend erinnern, erneut hatte er versucht sie sich untertan zu machen und sich ihr aufgedraengt, sie mit seinen schweiss nassen Haenden betatscht, in ihrer Verzweiflung hatte sie nach dem schweren Buegeleisen gegriffen und ihm dieses auf den Kopf gehauen. Er war blutueberstroemt zusammengebrochen und Rayana hatte Hals ueber Kopf die Kate verlassen, hatte das wenige was sie ihr eingen nannte zurueckgelassen und war geflohen.
Die folgenden Tage kamen ihr vor wie von einem dunklen Nebel verhangen, sie war nur gelaufen und gelaufen, bis sie irgendwann einen Hafen erreicht hatte und sich bei Nacht auf ein Schiff geschlichen hatte.
Versteckt in einem kleinen Verschlag unter Deck hatte sie gewartet bis das Schiff nach Tagen mit zum Teil schwerem Seegang endlich anlegte.
Bajard hieß das Fischerdorf in dem sie gelandet war und dort lernte sie Gabriella kennen, die sie mit nach Duestersee nahm, dort fand sie eine neue Heimat und lernte die Gebote und Herrlichkeit Alatars, des All Einen kennen.
Und nun stand sie wieder hier und ueberlegte was sie mit dem Haus machen sollte, den behalten wollte sie es auf keinen Fall und sie wuerde auch nicht darin uebernachten, darum machte sie sich auf in das naechste Gasthaus in dem sie sich einmietete.
Morgen wuerde sie ueber alles nachdenken, alles regeln und dann so schnell als moeglich wieder nach Duestersee zurueck kehren.
Doch es kam ganz anders…..
Am Morgen erwachte sie mit einem benommenem Gefuehl, sie bekam die Augen nur schwer auf, alles fuehlte sich taub und pelzig an und ihr war so schrecklich heiß.
Ein Fieber hatte sie befallen und ließ sie schwach und kraftlos in den Kissen liegen, unfaehig sich zu erheben.
Ueber einige Tage ging es auf und ab, der Wirt hatte einen Heiler herbeigerufen, der aber nicht viel ausrichten konnte auser ein paar Heilkraeuter zusammen zu stellen und den Wirt damit beauftragen ihr davon einen Tee zu zubereiten und von einer Kuechenmagd regelmaessig bringen zu lassen.
Sie hatte inzwischen jedes Zeitgefuehl verloren, als sie trotz des Fieberdeliriums bemerkte wie starke Arme sie umschlossen, aus dem Bett hoben und in ein anderes Zimmer trugen. Dort angekommen wurde ihr sanft aus ihrer Kleidung geholfen, dann hob er sie wieder hoch um sie sodann langsam in eine mit angenehm temperietem Wasser gleiten zu lassen.
Nur kurz versuchte sie sich zu wehren, doch als sie sein sanftes leises „sssssch“ vernahm wußte sie nun wird alles gut, er war gekommen, Tzion war da.
Die naechsten Tage und Wochen kuemmerte er sich aufopferungsvoll um sie.
Floeßte ihr Suppe und Tee ein, rieb ihren erhietzten Koerper mit feuchten Tuechern ab oder hielt sie einfach nur waermend in den Armen, wen der Schuettelfrost sie ueberfiel.
Und ganz langsam ging es aufwaerts, in kleinen Schritten nur aber es wurde besser.
Der Tag kam an dem sie von Tzion liebevoll gestuetzt, aufstehen durfte, dann die ersten paar wackeligen Schritte.
Ihr Appetitt kam zurueck und mit ihm ihre Kraft, nur die Augen liesen sie noch etwas im Stich, alles sah noch leicht verschwommen aus, aber der Tag ihrer Abreise, zurueck in die Heimat kam naeher.
Tzion hatte sich um alles gekuemmert, er hatte eine Ueberfahrt gebucht und auch das Haus an den Buergermeister ueberschrieben, mit der Bedingung daraus ein Waisenhaus zu machen.
Und nun standen sie an der Reling und sahen den Hafen von Rahal naeher kommen, alles wuerde gut werden, sie wuerde ihre alte Kraft und auch Sehschaerfe zurueck erlangen und ihren Platz unter den Scharfschuetzen des heiligen alatarischen Reichs wieder einnehmen.
Wir sichern uns die Heimat nicht durch den Ort, wo, sondern durch die Art, wie wir leben.
Georg (Karl Friedrich Theodor Ludwig) Baron von Örtzen (1829 - 1910)
Ihre Mundwinkel bogen sich in einem sanften Laecheln nach oben als sie die leisen Schritte, die sie unter tausenden haette erkennen koennen, vernahm.
Tzion legte ihr einen waermenden Umhang um die Schultern, dann zog er sie sanft in seine Arme, so standen sie schweigend da und sie versank in Gedanken ueber das Geschehene...
Ueber drei Mondlaeufe war es nun schon her, dass sie der Brief erreicht hatte.
Ihre letzte noch lebende Verwandte, die Frau die ihr ihre Jugend zur Hoelle gemacht hatte, war verstorben und der Buergermeister des kleinen Dorfes in dem sie gelebt hatte, bat sie zu kommen, um einige Angelegenheiten zu klaeren.
Und so hatte sie sich, mit gemischten Gefuehlen auf den Weg in ihre alte Heimat gemacht.
Nach dem Besuch beim Buergermeister betrat sie das Haus, welches einst ihrer Tante gehört und nun in ihren Besitz uebergegangen war.
Sie sah sich um und stellte schnell fest das sich seit ihrem Fortgang nicht viel veraendert hatte. Das Haus war immer noch kalt, abweisend und ueberhaupt nicht heimelig.
Hierher war sie gebracht worden nach dem Tod ihres geliebten Vaters, der sie bis zu ihrem 12 Lebensjahr allein und mit sehr viel Liebe großgezogen hatte. Ihre Mutter war bei ihrer Geburt gestorben, an sie hatte sie keine Erinnerung mehr.
Der Bruder ihrer Tante, der einzige Mensch, den diese wirklich geliebt hatte, war vor zwei Jahreslaeufen ermordet worden. Wahrscheinlich hatte eines seiner Opfer das ausgefuehrt, von dem Rayana gedacht hatte es getan zu haben, ihn umgebracht.
Sie konnte sich noch genau an diesen schicksalsschweren Abend erinnern, erneut hatte er versucht sie sich untertan zu machen und sich ihr aufgedraengt, sie mit seinen schweiss nassen Haenden betatscht, in ihrer Verzweiflung hatte sie nach dem schweren Buegeleisen gegriffen und ihm dieses auf den Kopf gehauen. Er war blutueberstroemt zusammengebrochen und Rayana hatte Hals ueber Kopf die Kate verlassen, hatte das wenige was sie ihr eingen nannte zurueckgelassen und war geflohen.
Die folgenden Tage kamen ihr vor wie von einem dunklen Nebel verhangen, sie war nur gelaufen und gelaufen, bis sie irgendwann einen Hafen erreicht hatte und sich bei Nacht auf ein Schiff geschlichen hatte.
Versteckt in einem kleinen Verschlag unter Deck hatte sie gewartet bis das Schiff nach Tagen mit zum Teil schwerem Seegang endlich anlegte.
Bajard hieß das Fischerdorf in dem sie gelandet war und dort lernte sie Gabriella kennen, die sie mit nach Duestersee nahm, dort fand sie eine neue Heimat und lernte die Gebote und Herrlichkeit Alatars, des All Einen kennen.
Und nun stand sie wieder hier und ueberlegte was sie mit dem Haus machen sollte, den behalten wollte sie es auf keinen Fall und sie wuerde auch nicht darin uebernachten, darum machte sie sich auf in das naechste Gasthaus in dem sie sich einmietete.
Morgen wuerde sie ueber alles nachdenken, alles regeln und dann so schnell als moeglich wieder nach Duestersee zurueck kehren.
Doch es kam ganz anders…..
Am Morgen erwachte sie mit einem benommenem Gefuehl, sie bekam die Augen nur schwer auf, alles fuehlte sich taub und pelzig an und ihr war so schrecklich heiß.
Ein Fieber hatte sie befallen und ließ sie schwach und kraftlos in den Kissen liegen, unfaehig sich zu erheben.
Ueber einige Tage ging es auf und ab, der Wirt hatte einen Heiler herbeigerufen, der aber nicht viel ausrichten konnte auser ein paar Heilkraeuter zusammen zu stellen und den Wirt damit beauftragen ihr davon einen Tee zu zubereiten und von einer Kuechenmagd regelmaessig bringen zu lassen.
Sie hatte inzwischen jedes Zeitgefuehl verloren, als sie trotz des Fieberdeliriums bemerkte wie starke Arme sie umschlossen, aus dem Bett hoben und in ein anderes Zimmer trugen. Dort angekommen wurde ihr sanft aus ihrer Kleidung geholfen, dann hob er sie wieder hoch um sie sodann langsam in eine mit angenehm temperietem Wasser gleiten zu lassen.
Nur kurz versuchte sie sich zu wehren, doch als sie sein sanftes leises „sssssch“ vernahm wußte sie nun wird alles gut, er war gekommen, Tzion war da.
Die naechsten Tage und Wochen kuemmerte er sich aufopferungsvoll um sie.
Floeßte ihr Suppe und Tee ein, rieb ihren erhietzten Koerper mit feuchten Tuechern ab oder hielt sie einfach nur waermend in den Armen, wen der Schuettelfrost sie ueberfiel.
Und ganz langsam ging es aufwaerts, in kleinen Schritten nur aber es wurde besser.
Der Tag kam an dem sie von Tzion liebevoll gestuetzt, aufstehen durfte, dann die ersten paar wackeligen Schritte.
Ihr Appetitt kam zurueck und mit ihm ihre Kraft, nur die Augen liesen sie noch etwas im Stich, alles sah noch leicht verschwommen aus, aber der Tag ihrer Abreise, zurueck in die Heimat kam naeher.
Tzion hatte sich um alles gekuemmert, er hatte eine Ueberfahrt gebucht und auch das Haus an den Buergermeister ueberschrieben, mit der Bedingung daraus ein Waisenhaus zu machen.
Und nun standen sie an der Reling und sahen den Hafen von Rahal naeher kommen, alles wuerde gut werden, sie wuerde ihre alte Kraft und auch Sehschaerfe zurueck erlangen und ihren Platz unter den Scharfschuetzen des heiligen alatarischen Reichs wieder einnehmen.
Wir sichern uns die Heimat nicht durch den Ort, wo, sondern durch die Art, wie wir leben.
Georg (Karl Friedrich Theodor Ludwig) Baron von Örtzen (1829 - 1910)