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Neue Heimat, neuer Wald, Vertraute und Elfen

Verfasst: Montag 22. Mai 2006, 20:37
von Ley Marenda
Wie ist ein Leben das so simpel und einfach ist, dass man nicht einmal spricht? Dass man vor sich hin lebt, sich seinen Instinkten hingibt? So manch einer musste es für barbarisch halten, doch für Ley war es einfach nur ihr Leben welches sie jeden Tag führte und dies seit einigen Jahren. Es war der Wald an der Grenze zum Wegkreuz, ihre neue Heimat. Sie hatte hier nun seit einigen Tagen verbracht, lebte in ihm, schlief und jagte sich auch ihr Essen. Sie war gewandert, ruhelos und unbestimmt, sie wusste nur dass sie sich weiterbewegen musste und nicht immer in dem gleichen Gebiet bleiben konnte, es war der einfache Trieb des Wanderns.
Der Wald den sie hier gefunden hatte war sehr schön, friedlich und ruhig, Ley fühlte sich sofort wohl. Hier lief sie auch nicht die Gefahr anderen Menschen über den Weg zu laufen. Kontakte mit anderen brachte oft nur Ärger mit sich, zum einen weil sie in Ley so etwas wie eine Wilde sahen (was nicht zuletzt an ihrem Äußeren schuld war; verfilzte, dreckige Haare, zerschlissene Kleidung und eine Gangart die mehr gebückt war als aufrecht) und zum anderen weil sie nicht sehr gesellig und gesprächig war. Natürlich sie konnte sprechen aber sie hatte es schon ewig nicht mehr getan, wozu auch? Sie lebte für sich, jagte sich ihr nötiges Essen was sie brauchte um sich ihren Bauch zu füllen und schlief ansonsten oder wanderte durch die Wälder. Doch heute wollte sie sich etwas näher an den Rand des Waldes wagen, sich umsehen, sie wollte wissen ob dort etwas sei.

Vorsichtig hatte sie sich an den Rand geschlichen und die Zelte gesehen, und auch die Frauen. Die eine schien so in etwa in ihrem Alter zu sein, die andere hingegen war deutlich älter. Beide unterhielten sie sich, sie schienen Ley nicht wirklich bemerkt zu haben wie sie im Schatten der Bäume kauerte und sie beobachtete. Also lebten hier andere Menschen, ein Grund mehr den Waldrand zu meiden, dachte sie sich und im gleichen Zug wollte sie sich wieder zurück in den Wald machen. Doch mit einem mal spürte sie einen starken Stoss der sie im Rücken traf und sie wurde vorgeschleudert; ein Panther hatte sie von hinten angefallen und kaum lag sie am Boden, hatte sich das Biest auf die beiden Frauen gestürzt. Sie kniff die Augen zu, kauerte sich am Boden zusammen und lauschte, und allen Anschein nach schien der Panther weniger Glück gehabt zu haben, denn sie hörte Schritte näher kommen. Tot stellen, das half bei Tieren meistens und auch die beiden Frauen fielen darauf scheinbar rein. Als sie sich entfernten, wollte Ley gleich aufspringen und fort, doch sie hatte sich zu früh gefreut die beiden waren noch immer Nahe an ihr und gingen nun auf sie zu. Sie redeten etwas, doch die Worte erreichten nicht einmal ihre Gedanken. Sie sah nur die beiden auf sich zukommen und dann, ja dann übernahm ihr Körper das Geschehen und der Verstand schaltete ab.

Als sie wieder zu sich kam, saß sie gefesselt auf einem weichen Stuhl, ihr gegenüber die ältere Frau die sie ruhig und freundlich ansah. Ronya war ihr Name und sie wollte Ley klar machen, dass sie ihr nichts Böses wollte und diesesmal war ihr Verstand empfangsbereiter. Sie hörte ihr zu, gab ihr sogar Antworten auf die Fragen, welche sie stellte und Ronya entpuppte sich als sehr freundliche Frau. Sie stattete Ley sogar mit frischer Kleidung und einem neuen Speer aus, welchen sie freudig entgegenahm und sprach ein Angebot an sie aus, dass sie jederzeit zurückkehren könne, wenn es ihr danach beliebte. Sie verließ Ronja gegen frühen Abend und ging wieder hinaus in den Wald. An ihrem kleinen provisorischen „Lager“ (es bestand aus einem Kreis aus vielen Steinen in deren Mitte einige trockene Äste lagen) angekommen legte sie sich unter einen der Bäume und sah sich nachdenklich um. Ronja hatte Elfen erwähnt, welcher der Wald gehörte. Sie hatte auch gesagt dass diese Menschen in ihrem Wald nicht sehr mochten, doch Ley wollte doch nichts Böses? Sie war im Wald zuhause und fühlte sich hier geborgen. Sie rollte sich unter dem Baum zusammen. Sie hoffte sie würde nicht allzuschnell auf diese Elfen treffen, wenn sie Besucher so wenig mochten.