Bedrückte Seele... Prüfungen... Hoffnung.
Verfasst: Samstag 20. Mai 2006, 21:19
…ruhiger Mimik betrachtete ich die junge Frau mir gegenüber, welche mich leicht anlächelte… Naniya, wie sie sich vorstellte, ward anscheinend auf der Suche nach einer kleineren Beschäftigung innerhalb der Klostermauern, welche ich ihr wohl gewähren würde…
So lies ich sie ein, in die geheiligten Mauern, in welchen sie mir ihre Beweggründe erklärte.
Zwangsheirat… So sollte sie in den Klostermauern ein Obdach und Beschäftigung finden.
Unter einer Bedingung, welche ich ihr auferlegte: ein Brief an ihre werten Eltern. Sollten jene doch von dem Verbleib und den Beweggründen ihrer Tochter wissen.
Unvorsichtig mag man meinen, doch so ich jene junge Frau so da stehen sah, da war mir, als wäre da mehr… es durchfuhr meinen Geist wie eine warme Briese… ja an diesem Mädchen war mehr dran, als ich zu denken geruhte und ich ward mir sicher, dass jene Macht, welche von den Göttern erdacht und von uns Menschen oft als Schicksal bezeichnet, ihr mehr zugedacht habe, als nur bloße Dienstetigkeit im Kloster. Ich ward mir sicher, jene junge Dame eins in den Dienst der Temora treten würde und so beschloss ich, alsbald ihre Heiligkeit zu einem Gespräche aufzusuchen. Sicher wüsste sie Rat, auf dass jener Entscheid, den meine Eingebung mir gab, getrogen habe oder nicht.
Doch nach dem Treffen und dem Gespräch mit Naniya kehrte die Unsicherheit zurück… wann würde jene Person, die mir so viel schenkte, endlich wieder die Freiheit genießen können? Was würde mit ihr geschehen? Wie könnte ich ihr helfen?
Zweifel und Trauer stecken tief in meiner Brust und ich spüre Schmerzen, wie harte Stiche in meinem Herzen…
Ablenken… mit irgendetwas musste ich mein Herz und meinen Geist von jenen gar schrecklichen Gedanken ablenken…
Hoffnung… Hoffnung!
…so kam mir der Handwerksraume in den Sinn… ward jener doch seit länger Zeit gefüllt mit altem Morschen und nicht so zweckmäßig eingerichtet wie ein Raum der Handwerkskunst es sein sollte… und so machte ich mich ans Werke… schwere, alte und verstaubte Möbel schaffte ich aus jenem Raume hinaus, Spinnenweben und Staub wurden durch einen Reisigbesen zusammen gekehrt und hinaus geschafft. Neue Lichtquellen und Truhen erworben und aufgebaut und auch neue Gerätschaften für unsere Handwerkskundigeren Brüder und Schwestern brachte ich mit etwas Hilfe dort unter.
Nun sollten in dem Handwerksraum ein großes Spinnrad und ein eben so großer Webstuhl stehen, auch eine Werkbank für die Arbeiten mit Holz soll es geben, auf das das Handwerk im Kloster neue Blüte erfahren möge…
Abends dann lag ich im Bette, körperlich geschunden und erschöpft, doch kaum kam mein Körper zu Ruhe, als mich geistige Bilder und Ungewissheiten erneut heimsuchten. Was würde die Zukunft noch an schweren Lasten meiner Seele erbringen? Welche Ängste würden noch auf mich lagern und nur schwerlich begann ich im Schlafe zu versinken, doch sollte ich auch im Schlafe keine Ruhe finden….
Durch einen langen dunklen Gang bewegte sich mein Geist, es ward ein eigentümliches Gefühl als würde ich Schweben und mein Geist sich durch diesen Gange zu eilen, als wäre er von Unruhe besessen... als dann ein heller Blitz und ich flog hoch droben über einem Orte aus meiner Erinnerung: dem Schreine der Geistlichkeit...
Doch was ich sah, erfüllte mich mit solchem Entsetzen, dass ich glaubte, ich müsse trotz des tiefen Schlafes ein Schrei ausgestoßen haben… Blut… überall war Blut… es tropfte von den Wänden und den Säulen und tropfte auf den Fußboden, wo es sich mit dunkler Erde vermischte, die wie gezielt hingeworfen auf jenem Platze wirkte. Das mächtige steinerne Ankh zerschlagen und die Trümmer lagen achtlos vor diesem… das Symbol der Geistigkeit, welches in einem Wunderschönen Mosaik verewigt ward und den Schrein mit seiner Pracht zierte, ward an einigen Stellen zerschlagen und lange Risse verunzierten es …
Dann war es als würde ich von einer Kraft gepackt und zurück geworfen... zurück an dem Orte wo mein Körper ruhte und ich erwachte...
Als ich erwachte ward es noch dunkel… die Sonne noch nicht aufgegangen und trotz diesem Grunde, sammelte ich meine Sachen, Kleidungsstücke, den Stabe des Templers und einige Vorräte für die Wanderung und machte mich auf den Wege, jedoch nicht ohne einigen Brüdern und Schwestern Bescheid zu geben.
Als ich dann am Schreine angelangt ward konnte ich etwas aufatmen… Jemand hatte das Blut und die Erde, sowie die Trümmer entfernt und den Schreine so gereinigt...
Später erfuhr ich, dass ihre Heiligkeit, sowie einige der edlen Herrschaften sich jener Aufgabe annahmen. Ich ward wohl doch zu spät, oder… Sah ich jene Vision ob meiner bedrückten Seele nur zu spät…?
Gleichgültig.
Hoffnung… Hoffnung Sanjana! Die Grundgütige ist hier, sie ist bei mir, um mich herum. Und sie wird mir beistehen. Hoffnung.
So blieb für mich nichts zu tun, dem Schreine sein edles Angesicht zurückzugeben und so sank ich nieder am Fuße des Ankhs. Eine unheimliche Müdigkeit überfiel meine Glieder und meinen Geist…
Hoffnung…
Welchen Prüfungen würdest Du mich noch unterziehen, edle Bewahrerin?
Hoffnung…
Wie viele Schläge des Schicksals würden mich noch erwarten?
Hoffnung…
Egal was kommen mag, ewig werde ich deinem Pfade folgen und deine Tugenden predigen.
Allgegenwärtig die Hoffnung.
Aus dem Tagebuch von Sanjana Valeth
So lies ich sie ein, in die geheiligten Mauern, in welchen sie mir ihre Beweggründe erklärte.
Zwangsheirat… So sollte sie in den Klostermauern ein Obdach und Beschäftigung finden.
Unter einer Bedingung, welche ich ihr auferlegte: ein Brief an ihre werten Eltern. Sollten jene doch von dem Verbleib und den Beweggründen ihrer Tochter wissen.
Unvorsichtig mag man meinen, doch so ich jene junge Frau so da stehen sah, da war mir, als wäre da mehr… es durchfuhr meinen Geist wie eine warme Briese… ja an diesem Mädchen war mehr dran, als ich zu denken geruhte und ich ward mir sicher, dass jene Macht, welche von den Göttern erdacht und von uns Menschen oft als Schicksal bezeichnet, ihr mehr zugedacht habe, als nur bloße Dienstetigkeit im Kloster. Ich ward mir sicher, jene junge Dame eins in den Dienst der Temora treten würde und so beschloss ich, alsbald ihre Heiligkeit zu einem Gespräche aufzusuchen. Sicher wüsste sie Rat, auf dass jener Entscheid, den meine Eingebung mir gab, getrogen habe oder nicht.
Doch nach dem Treffen und dem Gespräch mit Naniya kehrte die Unsicherheit zurück… wann würde jene Person, die mir so viel schenkte, endlich wieder die Freiheit genießen können? Was würde mit ihr geschehen? Wie könnte ich ihr helfen?
Zweifel und Trauer stecken tief in meiner Brust und ich spüre Schmerzen, wie harte Stiche in meinem Herzen…
Ablenken… mit irgendetwas musste ich mein Herz und meinen Geist von jenen gar schrecklichen Gedanken ablenken…
Hoffnung… Hoffnung!
…so kam mir der Handwerksraume in den Sinn… ward jener doch seit länger Zeit gefüllt mit altem Morschen und nicht so zweckmäßig eingerichtet wie ein Raum der Handwerkskunst es sein sollte… und so machte ich mich ans Werke… schwere, alte und verstaubte Möbel schaffte ich aus jenem Raume hinaus, Spinnenweben und Staub wurden durch einen Reisigbesen zusammen gekehrt und hinaus geschafft. Neue Lichtquellen und Truhen erworben und aufgebaut und auch neue Gerätschaften für unsere Handwerkskundigeren Brüder und Schwestern brachte ich mit etwas Hilfe dort unter.
Nun sollten in dem Handwerksraum ein großes Spinnrad und ein eben so großer Webstuhl stehen, auch eine Werkbank für die Arbeiten mit Holz soll es geben, auf das das Handwerk im Kloster neue Blüte erfahren möge…
Abends dann lag ich im Bette, körperlich geschunden und erschöpft, doch kaum kam mein Körper zu Ruhe, als mich geistige Bilder und Ungewissheiten erneut heimsuchten. Was würde die Zukunft noch an schweren Lasten meiner Seele erbringen? Welche Ängste würden noch auf mich lagern und nur schwerlich begann ich im Schlafe zu versinken, doch sollte ich auch im Schlafe keine Ruhe finden….
Durch einen langen dunklen Gang bewegte sich mein Geist, es ward ein eigentümliches Gefühl als würde ich Schweben und mein Geist sich durch diesen Gange zu eilen, als wäre er von Unruhe besessen... als dann ein heller Blitz und ich flog hoch droben über einem Orte aus meiner Erinnerung: dem Schreine der Geistlichkeit...
Doch was ich sah, erfüllte mich mit solchem Entsetzen, dass ich glaubte, ich müsse trotz des tiefen Schlafes ein Schrei ausgestoßen haben… Blut… überall war Blut… es tropfte von den Wänden und den Säulen und tropfte auf den Fußboden, wo es sich mit dunkler Erde vermischte, die wie gezielt hingeworfen auf jenem Platze wirkte. Das mächtige steinerne Ankh zerschlagen und die Trümmer lagen achtlos vor diesem… das Symbol der Geistigkeit, welches in einem Wunderschönen Mosaik verewigt ward und den Schrein mit seiner Pracht zierte, ward an einigen Stellen zerschlagen und lange Risse verunzierten es …
Dann war es als würde ich von einer Kraft gepackt und zurück geworfen... zurück an dem Orte wo mein Körper ruhte und ich erwachte...
Als ich erwachte ward es noch dunkel… die Sonne noch nicht aufgegangen und trotz diesem Grunde, sammelte ich meine Sachen, Kleidungsstücke, den Stabe des Templers und einige Vorräte für die Wanderung und machte mich auf den Wege, jedoch nicht ohne einigen Brüdern und Schwestern Bescheid zu geben.
Als ich dann am Schreine angelangt ward konnte ich etwas aufatmen… Jemand hatte das Blut und die Erde, sowie die Trümmer entfernt und den Schreine so gereinigt...
Später erfuhr ich, dass ihre Heiligkeit, sowie einige der edlen Herrschaften sich jener Aufgabe annahmen. Ich ward wohl doch zu spät, oder… Sah ich jene Vision ob meiner bedrückten Seele nur zu spät…?
Gleichgültig.
Hoffnung… Hoffnung Sanjana! Die Grundgütige ist hier, sie ist bei mir, um mich herum. Und sie wird mir beistehen. Hoffnung.
So blieb für mich nichts zu tun, dem Schreine sein edles Angesicht zurückzugeben und so sank ich nieder am Fuße des Ankhs. Eine unheimliche Müdigkeit überfiel meine Glieder und meinen Geist…
Hoffnung…
Welchen Prüfungen würdest Du mich noch unterziehen, edle Bewahrerin?
Hoffnung…
Wie viele Schläge des Schicksals würden mich noch erwarten?
Hoffnung…
Egal was kommen mag, ewig werde ich deinem Pfade folgen und deine Tugenden predigen.
Allgegenwärtig die Hoffnung.
Aus dem Tagebuch von Sanjana Valeth