Mimikry
Verfasst: Sonntag 19. November 2017, 00:09
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*************************************************************Der Ort fühlte sich seltsam vertraut an, ohne dass sie hätte sagen können warum. So einen Bodenbelag wie den unter ihren Füßen hatte sie noch nie zuvor gesehen, auch der Sternenhimmel weit über ihr wirkte fremd in seiner Konstellation. Auch die Farbe stimmte nicht so richtig. Bei der Helligkeit, die hier herrschte, hätte sie keine Sterne sehen dürfen und dennoch sah sie sie.
Auch die Gerüche in der Luft konnte sie nicht identifizieren - sogar die Luft selber fühlte sich in ihren Lungen anders an. Irgendwie leichter.
Dennoch blieb der seltsame vertraute Eindruck. Es war als würde man in einem Raum aus der Jugend zurückkehren, sich aber noch nicht erinnern wann man schon mal hier gewesen war. Cheje versuchte sich die Umgebung genauer anzusehen - mehr Details wahrzunehmen um sich zu erinnern. Doch sobald sie ein Detail greifen wollte, zum Beispiel das Muster dass sich über den Boden hinweg zug, verschwammen die Umrisse mit der Umgebung. Sie versuchte sich auf andere Einzelheiten zu konzentrieren. Doch es war immer das gleiche. Sobald sie genauer hinschaute, entglitten ihr die Details. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie an diesem Ort nicht alleine war. Es liefen Menschen herum. Große. Kleine. Dicke. Dünne. Und trotz dieser Unterschiede wirkten sie alle gleich. Es war ihre Ausstrahlung, die Art wie sie sie nicht ansahen und nicht einmal in ihrem Gang stoppten, als Cheje sie ansprach.
Sie versuchte es mehrfach - doch keiner der vorbeieilenden Männer und Frauen nahm auch nur die geringste Notiz von ihr.
>>Ich kann dir helfen.<<
Erklang eine vertraute Stimme hinter ihr. Und Cheje wirbelte herum, als hätte man sie geschlagen.
Vor ihr stand eine junge Frau, normaler Größe. Die Rotbraunen Haare sauber zu einem Zopf gebunden und in den grauen Augen blitzte unübersehbar der Schalk hervor. Auch wenn die Frau im Moment einen ernsten Gesichtsausdruck hatte.
Cheje war erstaunt, dass sie hier so viele Details feststellen konnte.
>>Cheje.<<
Mahnte die Fremde mit freundlicher Stimme.
>>Du brauchst Hilfe. Sieh dich doch nur an.<<
Cheje wurde kalt. Bis in die Fingerspitzen zug sich die Kälte und langsam blickte sie an sich hinab.
Sie war dreckig und trug ein Kleid das irgendwann einmal weiß gewesen war. War sie schon immer so dünn gewesen? Nachdenklich schüttelte Cheje den Kopf. Dabei merkte sie mit einem Schlag nagenden Hunger und sie presste sich eine Hand vor den Bauch. Sie spürte Schmerzen in den Füßen, den Beinen und imm Brustkorb.
>>Was machst du mit mir? Wer bist du?<<
>> Ich bin Angelique, und ich habe nichts mit dir gemacht. Das warst du alles selber. Aber ich kann dir helfen. Komm mit. Schnell.<<
Mit diesen Worten drehte sich die junge Frau um und ging zügig los. Cheje lief ihr hinterher und bald musste sie rennen um mit der Fremden Frau Schritt zu halten. Seltsamerweise klangen durch das Rennen alle Schmerzen ab. bald standen sie vor eine kleinen Hütte auf einer Lichtung. Wobei sich Cheje nicht erinnern konnte, dass sie zuvor in einen Wald gelaufen waren, dennoch standen sie jetzt auf einer Waldlichtung.
>>Was machen wir hier?<<
Statt einer Antwort zu geben, öffnete die Fremde die Türe zu dem Haus und lies Cheje mit einem Kopfnicken eintreten.
>> Erinnerst du dich noch, wie sicher wir uns hier gefühlt haben...? Versteck dich hier. Ich regel das schon.<<
Cheje drehte sich erneut um, als hätte man ihr einen Schlag verpasst. Und diesmal erkannte sie das Gesicht in das sie blickte, und den Raum in dem sie sich befand. Als sich wenige Sekunden auf diese Erkenntnis die Tür schloß und Angelique verschwand als wäre sie niemals hier gewesen, fielen alle Schmerzen und Sorgen von Ihr ab. Es war in Ordnung hier zu sein.