Ein menekanischer Bote wird zu Mirah geschickt.
Verfasst: Mittwoch 25. Oktober 2017, 20:36
- *An den letzten Abenden, hatte die junge Bardin sich immer um einen Spatziergang durch die goldene Stadt bemüht. Hatte sie sich jenes Beispiel von einigen Mitgliedern ihrer Familie abgeschaut, man wusste es nicht, doch schien es zu helfen einige Gedanken aus dem Kopf zu bekommen, und dafür neue Ideen hinein.
Doch außerhalb der Klingen schien es ruhig zu sein, zu ruhig.
Wo waren all die Mitglieder der anderen Gemeinschaften und Familien abgeblieben, so es nicht gerade die hohe Familie war?
Und so kehrten an diesem Abend neuerliche Gedanken in ihren Kopf, nachdem sie einige Tage zuvor mit Begleitung bei einer Schneiderin gewesen war. Und so setzte Hanieh sich am Abend hin und schrieb einige Zeilen für die junge Mirah nieder, die noch immer den Traditionen zu trotzen schien.
Doch Hanieh hatte teilweise andere Gedanken dazu.., kannte sie doch ihr eigenes Verhalten als junges Kind, als man ihr zu gegebener Zeit nicht genug Beachtung geschenkt hatte.
So ließ sie einen Boten nach dem Wirbelwind suchen.
Sollte jener sie irgendwann aufgespürt haben, so würde er Mirah von einem Brief erzählen, den Hanieh geschrieben hatte. Und so sie wolle, würde der Menekaner ihr den Brief vorlesen und verschwiegen darüber bleiben. Ansonsten.. könne sie natürlich auch jemanden anders bitten.*
25. Goldblatt 260
- Menek'Ur
Salam Aleikum Mirah, kleiner Wirbelwind der goldenen Stadt.
Schon eine ganze Zeit lang fällt mir auf, wie ruhig es im Haus Deiner Gemeinschaft geworden ist.
Zwar sieht man Dich viel auf den Straßen herumwuseln, doch bist du die meiste Zeit allein.
Falls du nun denkst ich möchte Dich über die Traditionen und das Verhalten des Volkes aufklären so sorge Dich nicht, denn jenes werde ich zwar gerne tun, doch gezwungener Maßen ganz bestimmt nicht.
Schon mein Radeh erklärte mir oft, dass die Eigenheiten eines Jeden nicht zu ändern sind, wenn man es mit Gewalt tut.
Doch ich dachte mir, Du möchtest vielleicht ab und an Gesellschaft.., zum reden, vielleicht sogar zum Fragen stellen, lesen lernen, oder zum gemeinsam schweigen, denn ganz allein den Tag zu verweilen kann sicher einmal ganz angenehm sein, doch ist es keine dauerhafte Lösung.
Solltest du Interesse haben, so schicke den Boten mit einer mündlichen Botschaft zurück, oder vielleicht sogar mit einem Bild.
Meine Vorstellungskraft hat mich nur selten im Stich gelassen.
Wasser und Schatten stets auf Deinen Wegen.
*Da die junge Mirah ohnehin nicht lesen konnte, wurden sämtliche Siegel oder Titel, sowie großartige Unterschriften weggelassen, der Bote würde ihr schließlich sagen woher das Brieflein gekommen war. Lediglich ein kleiner, extra bemalter Zettel würde aus dem Brief fallen, so er erst einmal geöffnet war.. und ein kleiner Wüstenfuchs würde darauf abgebildet sein. Ganz schlicht und ohne Farbe, lediglich mit einem Kohlestift skizziert.*