Ein Brief aus der Ferne an den BeK
Verfasst: Mittwoch 27. September 2017, 13:29
Salam Alaikum.
Es ist nun alsbald ein viertel Jahr vergangen, dass ich MenekUr verlassen habe um in meine Heimat zu reisen. Die Wege der Durrah sind unergründlich und gleichwohl meine Hinreise gesegnet war und nur wenige Verzögerungen hervorbrachte, weiß ich nicht vorherzusehen, wie lange mein Brief für seine Ankunft im Basar edler Künste brauchen wird.
Das Dorf, in dem ich aufwuchs, hat sich verändert und doch ist so vieles vertraut und heimisch geblieben, dass mein Herz vor Sehnsucht an die Kindheitstage aufblühte. Meine Familie ist wohl auf und hat sich gemehrt, sodass selten ein Tag vergeht, in der nicht Kinder mich umkreisen.
Ich hatte viele Sorgen und die wenigsten haben sich in dem Ausmaße bestätigt, wie erwartet. Meine Familie ist sehr stolz auf das, was ich geleistet habe und ihre Liebe überwiegt den Tadel und Unmut, an den ich mich zu lange gewöhnt hatte. Die ersten Wochen ließ man mir kaum Ruhe, so viele Geschichten erzählte ich dem Dorf und den Familien über das Leben in MenekUr, die Emire meiner Zeit, die Häuser, die Paläste, den prächtigen Tempel, die großen Feste des Basars und der goldenen Stadt, all die Völker, die ich besuchte und kennen lernte, über den schwarzen Sand, Dschinns, das große Erdbeben und den Neuaufbau, das Bier der Kaluren, den Tanz der Elfen, die Kultur der Thyren. Ich könnte diese Liste endlos fortsetzen und könnte doch die Ereignisse meiner Jahre in MenekUr nicht ganz erfassen: Die fröhlichen, traurigen und geheimnisvollen.
Der Basar edler Künste hat mich in einem Maße wachsen lassen, wie ich es nicht erwartet hätte und er ist mir zur kostbarsten und edelsten Referenz geworden. Ich weiß, dass er weiter blühen wird, weil ihr dort seid, ihr stolzen und unbeugsamen Kinder der Wüste. Ich war da, als die Wurzeln dieser Blume gestärkt werden mussten, und so habe ich weder Sorge noch Zweifel, noch sehe ich meinen Anteil zu klein. Aber MenekUr ist mir zu klein geworden. Je her war es ein insgeheimer Traum von mir gewesen zu reisen, ein Traum, der oft nur den Männern vorbehalten bleibt.
Doch habe ich gearbeitet wie ein Mann, erlernt, was die großen Händler unserer Zeit sich aneigneten, sowie das nötige Vermögen erlangt um an entferntere Grenzen zu denken. Ein Vetter aus dem Haus Bashir hat angeboten mich auf seine Handelsexpedition mitzunehmen, damit ich mit meinen Erfahrungen seine Vorhaben beratend unterstützen kann. Vielleicht aber auch, weil er sich ständig die Hosen zerreißt. Es wird zunächst sein, als wander ich auf Glas, aber auf Scherben zu balancieren ist ebenso etwas, was ich in MenekUr erlernte. Ich bin zuversichtlich, dass die Weite auch mich wieder öffnen wird.
Ich weiß nicht, wann ich wiederkehre, doch lasst mich euch wissen, dass ich stets an euch denken werde.
Seid so gut auch den Ryzan von meinem Brief zu berichten, da sie so gütig waren mich aufzufangen, als alles andere stürzte.
Möge Eluive euch segnen und eure Liebsten stets behüten.
Ma'Salema,
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