Veredelte Menschen
Verfasst: Sonntag 14. Mai 2006, 09:11
Sie stand fassungslos auf der Empore neben Adrian und lauschte den Worten Widumirs.
Widumir vom Werlental, seines Zeichens Herzog, war der hohe Besuch des Abends. Nur der Anlass seines Erscheinens war Eileen unbekannt gewesen ...
... bis zu diesen Momenten. Zwar hatte er es noch nicht auf den Punkt gebracht, aber er berichtete von einer Abstimmung des Kronrates und den schlimmen Dingen die dabei wohl zu Worte gekommen sind.
Es hatte etwas mit ihrer Beziehung zu Adrian zu tun, und das wurde immer klarer, auch wenn er wie die Katze um den heissen Brei schlich.
Der Kronrat war ... gespalten. Wie ich es schon seit der Verlegung der Goldschürfrechte von Erzbergen nicht mehr erlebt habe ...
... das war zu erwarten gewesen ...
Der alternde Herzog, der da vor ihnen stand krächzte die Wort eher als das er Sprach, hatte mühe sich auf den Beinen zu halten.
Adrian nahm weitgehend regungslos entgegen was gesagt wurde, mit Fassung würde man sagen
Mein Herr, selbst die Euch so treue Familie der Barone von Gryffenhorst, die Eure Nordmarken halten ... der alte Astarin von Gryffenhorst war nahe daran, einfach den Raum zu verlassen.
Alte und wichtige Stützen des Reiches sind ins Wanken geraten.
Wenzel von Springbach ... nunja ... es hätte nicht viel gefehlt und der elende Speichellecker hätte vorgeschlagen, mir statt Eurer das Amt des Truchsess vorzuschlagen.
Genau wissend, da es andere sein werden, die dann an meiner Stelle herrschen.
... was taten diese Leute eigentlich ? Sie liebte Adrian. Vom Grunde her eine Sache die nur zwei Personen etwas anging. Und nun musste sie feststellen, daß ein Teil der Führung der Ländereien wegen abstruser Eitelkeiten gewillt war, das Reich auseinanderbrechen zu lassen !
Waren sie so Weltfremd ? Konnten solche Herrn, die Menschen die in ihrer Obhut waren noch warnehmen ?
Soviel Aufhebens nur weil sie jemanden liebte ? ...
Ich will Euch auch nicht verschweigen, daß Beregon von der Südpforte von Seiner Hoheit aus dem Rat entfernt und in den kerker verbracht wurde ... müßt Ihr doch wissen, daß er den alten Adel und seine Rechten wie Pflichten so sehr wanken sah, daß er ausrief, die Krone Rahals würde uns besser und rechter beherrschen ...
... "Irrenhaus", ein anderes Wort vermochte Eileen in diesen Sekunden nicht einzufallen. Temora ! Sie sprachen da vom Reich und gebarden sich wie Kinder, ihrer Spielzeuge beraubt !
Oh ja , Eileen hatte gewusst, dass es schwer werden würde. Doch nun wurde ihr Angst und Bange.
Nicht um ihrer selbst willen, nicht um der Liebe zu Adrian willen, nein.
Sie hatte sich in der letzten Zeit oft unter das Volk gemischt um etwas der wahren Belange, etwas der Stimme einzufangen. Sie hatte gesehen, wie man zum Grafen aufschaute, sich auf seine Qualitäten verlies, hatte auch gehört was nicht gefiel, dass die Obrigkeit in Letargie versank, handlungsunfähig sei. Meinungen aller Art. Bilder vom Adel reichten von "Lichtgestalten" bis zum "Saupack".
Und ganz sicher ging nichts ohne Vertrauen. Wenn man das Vertrauen der Leute mit Füßen trat, und leichtfertig mit ihnen umging, dann hatte man nicht verdient in solch einer Position zu sein.
Das Reich musste stark sein in diesen Tagen, und das Bild, welches Widumir zeichnete, war das eines unmündigen eigensinnigen Haufens der es regierte.
Eileen brauchte einige Zeit um zu verarbeiten, dass sie keine Schuld an all dem trug. Sie nahm für sich die Meinung ein höchstens der Auslöser zu sein.
Dennoch saß der Schrecken tief, ... damit hatte sie nicht gerechnet.
Ihr seid Eileen aus der Familie Galway?
Sie schrak aus ihren Gedanken auf. Nun würde er konkret werden, jetzt geht es dir ans Leder Eileen .. Unsinn ...
Die Entscheidung des Kronrats hatte nicht einmal direkt etwas mit Adrian und ihr zu tun gehabt. Nein, es ging darum ihre Familie in den Stand von Edlen zu versetzen, und das auf Ansuchen Adrians hin.
Eileen fiel aus allen Wolken. Ihr war zwar sofort bewusst was das sollte, aber der Kronrat war sich dessen ganz sicher ebenso bewusst gewesen, und man war bei der Erörterung des Antrags etwas vom Thema abgeschweift wie es schien.
Eine Edelfrau lies sich leichter heiraten wie eine Bürgerliche ... wer sonst keine Probleme hat ...
Widumir verlas die Erhebungsurkunde. Eileen stand neben sich selbst und nahm das Ganze eher hin. Es wollte nichteinmal Freude aufkommen.
Immerhin hatte man sich offenbar dazu durchgerungen dem Antrag stattzugeben ... vieleicht gab es doch noch Hoffnung.
Ich wnsche Euch, da Euer Pfad nicht allzu stolprig wird ... Groß ist meine Hoffnung nicht, aber ich will Euch Gutes wünschen, denn dieser Tage ist des Schlechten schon viel zu viel ...
"An uns soll es nicht liegen" hörte Eileen sich sagen.
Dann nehmt die erste Lektion für Euer Leben an der Seite eines Adeligen: derlei Worte mögen wahr sein, aber man mag sie im adeligen Disput nicht hören.
"Dann wird man sich gegebenfalls mit der Wahrheit anfreunden müssen, ich dachte dererlei gehöre auch zu den Tugenden"
Die Antwort war wohl schon eins zuviel. Adrian schritt dazwischen und erhob direkt seine routiniert diplomatische Stimme, damit es nicht gleich zum Eklat kam.
Das konnte ja heiter werden, aber es mochte niemand ernsthaft glauben, man könne sie mundtot machen.
Eileen de Galway, ... wenns irgendwie hilft ?! Vater jedenfalls würde sich freuen über die Erhebung, das war sicher.
Widumir vom Werlental, seines Zeichens Herzog, war der hohe Besuch des Abends. Nur der Anlass seines Erscheinens war Eileen unbekannt gewesen ...
... bis zu diesen Momenten. Zwar hatte er es noch nicht auf den Punkt gebracht, aber er berichtete von einer Abstimmung des Kronrates und den schlimmen Dingen die dabei wohl zu Worte gekommen sind.
Es hatte etwas mit ihrer Beziehung zu Adrian zu tun, und das wurde immer klarer, auch wenn er wie die Katze um den heissen Brei schlich.
Der Kronrat war ... gespalten. Wie ich es schon seit der Verlegung der Goldschürfrechte von Erzbergen nicht mehr erlebt habe ...
... das war zu erwarten gewesen ...
Der alternde Herzog, der da vor ihnen stand krächzte die Wort eher als das er Sprach, hatte mühe sich auf den Beinen zu halten.
Adrian nahm weitgehend regungslos entgegen was gesagt wurde, mit Fassung würde man sagen
Mein Herr, selbst die Euch so treue Familie der Barone von Gryffenhorst, die Eure Nordmarken halten ... der alte Astarin von Gryffenhorst war nahe daran, einfach den Raum zu verlassen.
Alte und wichtige Stützen des Reiches sind ins Wanken geraten.
Wenzel von Springbach ... nunja ... es hätte nicht viel gefehlt und der elende Speichellecker hätte vorgeschlagen, mir statt Eurer das Amt des Truchsess vorzuschlagen.
Genau wissend, da es andere sein werden, die dann an meiner Stelle herrschen.
... was taten diese Leute eigentlich ? Sie liebte Adrian. Vom Grunde her eine Sache die nur zwei Personen etwas anging. Und nun musste sie feststellen, daß ein Teil der Führung der Ländereien wegen abstruser Eitelkeiten gewillt war, das Reich auseinanderbrechen zu lassen !
Waren sie so Weltfremd ? Konnten solche Herrn, die Menschen die in ihrer Obhut waren noch warnehmen ?
Soviel Aufhebens nur weil sie jemanden liebte ? ...
Ich will Euch auch nicht verschweigen, daß Beregon von der Südpforte von Seiner Hoheit aus dem Rat entfernt und in den kerker verbracht wurde ... müßt Ihr doch wissen, daß er den alten Adel und seine Rechten wie Pflichten so sehr wanken sah, daß er ausrief, die Krone Rahals würde uns besser und rechter beherrschen ...
... "Irrenhaus", ein anderes Wort vermochte Eileen in diesen Sekunden nicht einzufallen. Temora ! Sie sprachen da vom Reich und gebarden sich wie Kinder, ihrer Spielzeuge beraubt !
Oh ja , Eileen hatte gewusst, dass es schwer werden würde. Doch nun wurde ihr Angst und Bange.
Nicht um ihrer selbst willen, nicht um der Liebe zu Adrian willen, nein.
Sie hatte sich in der letzten Zeit oft unter das Volk gemischt um etwas der wahren Belange, etwas der Stimme einzufangen. Sie hatte gesehen, wie man zum Grafen aufschaute, sich auf seine Qualitäten verlies, hatte auch gehört was nicht gefiel, dass die Obrigkeit in Letargie versank, handlungsunfähig sei. Meinungen aller Art. Bilder vom Adel reichten von "Lichtgestalten" bis zum "Saupack".
Und ganz sicher ging nichts ohne Vertrauen. Wenn man das Vertrauen der Leute mit Füßen trat, und leichtfertig mit ihnen umging, dann hatte man nicht verdient in solch einer Position zu sein.
Das Reich musste stark sein in diesen Tagen, und das Bild, welches Widumir zeichnete, war das eines unmündigen eigensinnigen Haufens der es regierte.
Eileen brauchte einige Zeit um zu verarbeiten, dass sie keine Schuld an all dem trug. Sie nahm für sich die Meinung ein höchstens der Auslöser zu sein.
Dennoch saß der Schrecken tief, ... damit hatte sie nicht gerechnet.
Ihr seid Eileen aus der Familie Galway?
Sie schrak aus ihren Gedanken auf. Nun würde er konkret werden, jetzt geht es dir ans Leder Eileen .. Unsinn ...
Die Entscheidung des Kronrats hatte nicht einmal direkt etwas mit Adrian und ihr zu tun gehabt. Nein, es ging darum ihre Familie in den Stand von Edlen zu versetzen, und das auf Ansuchen Adrians hin.
Eileen fiel aus allen Wolken. Ihr war zwar sofort bewusst was das sollte, aber der Kronrat war sich dessen ganz sicher ebenso bewusst gewesen, und man war bei der Erörterung des Antrags etwas vom Thema abgeschweift wie es schien.
Eine Edelfrau lies sich leichter heiraten wie eine Bürgerliche ... wer sonst keine Probleme hat ...
Widumir verlas die Erhebungsurkunde. Eileen stand neben sich selbst und nahm das Ganze eher hin. Es wollte nichteinmal Freude aufkommen.
Immerhin hatte man sich offenbar dazu durchgerungen dem Antrag stattzugeben ... vieleicht gab es doch noch Hoffnung.
Ich wnsche Euch, da Euer Pfad nicht allzu stolprig wird ... Groß ist meine Hoffnung nicht, aber ich will Euch Gutes wünschen, denn dieser Tage ist des Schlechten schon viel zu viel ...
"An uns soll es nicht liegen" hörte Eileen sich sagen.
Dann nehmt die erste Lektion für Euer Leben an der Seite eines Adeligen: derlei Worte mögen wahr sein, aber man mag sie im adeligen Disput nicht hören.
"Dann wird man sich gegebenfalls mit der Wahrheit anfreunden müssen, ich dachte dererlei gehöre auch zu den Tugenden"
Die Antwort war wohl schon eins zuviel. Adrian schritt dazwischen und erhob direkt seine routiniert diplomatische Stimme, damit es nicht gleich zum Eklat kam.
Das konnte ja heiter werden, aber es mochte niemand ernsthaft glauben, man könne sie mundtot machen.
Eileen de Galway, ... wenns irgendwie hilft ?! Vater jedenfalls würde sich freuen über die Erhebung, das war sicher.