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Das Schicksal und seine Wege

Verfasst: Donnerstag 11. Mai 2006, 23:33
von Viola Ser´Rhal
Das Leben konnte Wendungen annehmen, es konnte aber auch eine gerade Linie vor den Füßen eines jeden aufstellen und es konnte allen voran für Kurven sorgen. Diese Kurven waren zumeist das Ergebnis von diversen Einflüssen die meistens unerwartet kamen, und so auch heute.
Viola war in Grimwould gesessen, wieder einmal war die hölzerne Festung so still und ruhig, ein fast niemand war im Haus. Die letzten Tagen und sogar Wochen war das etwas völlig normales geworden, wo früher hektisches Treiben herrschte, schlurfte nun ab und zu ein Mitglied entlang oder eine nervös wirkende Cailly lief in die Küche, es war alles so still geworden. Viola konnte es sich nicht erklären, vielleicht war es der Frühling der nun Einzug hielt, vielleicht war es auch nur Zufall, was wusste Viola schon. Sie war betrübt, sie dachte nach wenn sie so still dasaß und sie wusste überlegen brachte nichts, außer Kummer. Alvis, das war immer ihr erster Gedanke, kein Lebenszeichen mehr von ihm, rein gar nichts. Es schien so als ob er vom Erdboden verschluckt wäre und mittlerweile mochte sich niemand mehr recht erklären was überhaupt mit ihm war. Dann war diese unerträgliche Ruhe die in Grimwould lag, die Tatsache dass ihr Vater wieder verschwunden war und irgendwo in der Wildnis zu sein schien und ihre Mutter auch viel unterwegs war. Jegliches Bedürfnis nach Nähe, dass sie immer mehr verspürte, wurde langsam zu einem unerträglichen Stein in ihrem Magen. Ihre Miene verdunkelte sich kurz, als sie sich umsah und den Met an der Feuerstelle betrachtete. Alkohol, er war nicht gut für sie, sie vertrug nicht viel von ihm und doch, irgendwie schien er eine gute Abwechslung von all dem Gegrübel zu sein, welches sie nun erfüllte. Sie entkorkte die Flasche, prostete dem Feuer zu und nahm einen guten Schluck. Ein starkes Brennen ließ sie ihr Gesicht zusammenziehen, der Alkohol brannte stark in ihrem Hals und ein wohliges, wärmendes Gefühl machte sich in ihrem Magen breit. Sie lächelte kurz, was konnte ein Schluck schon schaden?

Drei Stunden später war aus einer Flasche Met, eine zweite geworden und Viola fühlte sich angenehm leicht. Probleme? Sie schien keine zu haben, nie welche gehabt zu haben. Alvis? Herrgott, er war weg, und? Sie mochte dieses Gefühl, ihr Körper schien von selbst seinen Weg zu gehen und irgendwie war ihr sowieso nach frischer Luft, wieso dann keinen Spaziergang unternehmen? Der Abend war schließlich noch jung. Sie lief mehr oder weniger sicher in Richtung Varuna, machte noch einmal an einer der Tavernen halt und kaufte sich noch eine Flasche billigen Wein und begann diesen auch zu trinken. Sie hatte Alkohol gar nicht so angenehm und entspannend in Erinnerung. Sie trat Richtung Stadttor, ihre Schritte taumelten nun so langsam, eine der nahen Bänke geriet in ihr Blickfeld. Angestrengt stützte sie sich auf jener ab und ließ sich nieder, dieser Ort schien perfekt für eine kleine Rast und einen guten Schluck zu sein. Doch sie schien nicht alleine zu sein, denn plötzlich hörte sie eine Stimme. „Gruß Frau Ser’Rhal“ . Frau Ser`Rhal? Wer nannte sie denn Frau? Ein Blick nach oben gab Auskunft, es war Lady Galway, jene Frau welche bei ihrer Anhörung beim Grafen gesessen hatte. Sie fragte nach ihrem Befinden, und Viola wollte nicht wissen, was sie nun von ihr zu denken schien. Wahrscheinlich war es nun ein gelungenes Bild für einen Stadtmenschen; eine versoffene Clanerin die kaum noch stehen konnte saß da.
Doch Eileen setzte sich nur neben sie und fing ein Gespräch an, sah sie etwa nicht dass sie … ? Doch sie sah es, aber sie ignorierte es, nur wieso? Sie führten ein Gespräch, welches tiefer ging, als Viola gedacht hatte, sie wurde ganz sentimental, war das der Alkohol? Oder war es am Ende nur ihr Verlangen endlich jemanden all das zu sagen, was sie bedrückte? Wohl letzteres, doch sie schob es auf den Alkohol. Sie redete sich alles von der Seele, und Eileen verstand sie, sie war nicht so, wie Viola gedacht hatte, nein sie verzieh dem Clan sogar das Massaker von Berchgard. Auch sprach Viola ein Thema an, welches sie seit neustem bewegte; was wäre wenn der Clan mal nicht wahr, oder sie diesem nicht mehr angehören würde, weswegen auch immer? Es war immer ein Thema gewesen, über dass sie nie viel nachgedacht hatte, aber nun wo sie sowieso am Reden war, ging ihr auch dies leicht von der Zunge. Eileen hatte ihre Meinung dazu kundgetan, Viola fing an, sie immer mehr zu mögen. Letztendlich trennten sich jedoch ihre Wege und Viola kehrte zurück nach Grimwould.

Es war mittlerweile Nacht, ihre Sinne waren langsam wieder klarer. Das böse Erwachen würde so oder so erst am nächsten Morgen kommen, das wusste sie. Aber das Gespräch blieb ihr im Kopf. Den Clan verlassen? Würde sie das je tun? Sie sah sich in den leeren Raum um. Sie hatten einmal gesagt, dass junge Mitglieder des Clans eine Zeit fort gehen konnten, neue Erfahrungen sammeln. Sie schüttelte benommen den Kopf und erhob sich. Es war zeit zum schlafen, sie war totmüde.

Verfasst: Freitag 12. Mai 2006, 10:28
von Eileen von Hohenfels
Eileen hatte den Tag damit verbracht durch die Stadt zu schlendern.

Sie wollte sich einen genaueren Überblick verschaffen. Überblick über die Straßen und Gassen, wer wo wohnte, als was die Schilder am Haus ihn auswiesen.
Sie wollte mit den Menschen reden, unbefangen solange das noch einigermaßen möglich war, wollte von ihren Sorgen und Nöten erfahren.

Der Abend brach an als sie eine Person bemerkte, die sich nicht wohl zufühlen schien, gar torkelte. ... etwas früh für eine Feier, und dann auch noch allein ... .

Sie erkannte Viola, die kleine Viola, die gar nicht mehr so klein schien. Sie war betrunken, ziemlich betrunken und die halbvoll Flasche in ihrer Hand deutete an, dass sie noch nachlegen würde.
Nein, das war kein Mensch der ausgelassen feierte.

Eileen begrüsste sie und nahm neben ihr Platz nachdem sich Viola ob mangelnden Gleichgewichts auf eine Bank gerettet hatte.

Was sollte sie der jungen Frau vorhaltungen machen ? Sie würde einen Grund haben für das, was sie da tat und wer Kummer trägt braucht keine Schelte.
Sie lies Viola weitertrinken und es entwickelte sich ein Gespräch, was mit der Flasche Wein, oder was immer sie da zu sich nahm, nichts zu tun hatte.

Nur da sein, sie würde selbst anfangen zu erzählen. Eileen lieferte ihr nur Ansatzpunkte damit sie anfangen konnte, ... wenn sie wollte.


Sie war einsam, fühlte sich verlassen, litt unter den Anfeindungen der Leute nachdem die Runde gemacht hatte, wer das Blutbad damals in Berchgard angerichtet hatte. Diesen Überfall auf die Garde, der so grundlos schien.
Schien gar den Bezug zu ihrer Familie zu verlieren.

Ja die Menschen waren schnell dabei auf andere zu zeigen und übersahen leicht den eigenen Dreck vor der Tür, das war wohl schon immer so.


Die wenigsten Leute taten etwas grundlos. Vieleicht waren ihre Beweggründe schlecht überdacht, vieleicht emotional, vieleich saßen sie einer Intrige auf, die einen grauenvollen Fehler nachsich zog.

Auch wenn Viola meinte sie, die Hinrahs seien nur eine handvoll gewesen, als es in der jüngsten Zeit darum ging Berchgard von Rahal zu befreien, so war der Clan doch ein wichtiges Element in Eileens Augen.
Neben der tatkräftigen Unterstützung, waren die Hinrahs letztlich ein Symbol für den freien Willen und einen natürlichen Gerechtigkeitssinn.

Sie unterstanden nicht dem Reich und hatten eine Seite aus freien Stücken gewählt. Wenn diese freie Wahl ein Zeichen für die richtige Seite war, so war Eileen froh sie mit ihnen teilen zu können.


Arme Viola.

Eileen lud sie zum Essen ein, der Rausch sollte wenigstens eine vernünftige Grundlage bekommen, damit sie etwas ausnüchterte.

Es brauchte viel Zuspruch und aufmunternde Worte bis sie sich einigermaßen gefangen hatte und vieleicht hatte Eileen ihr eine Perspektive und weiteren Durchhaltewillen vermitteln können.

Verfasst: Sonntag 14. Mai 2006, 11:30
von Viola Ser´Rhal
Es war still in ihrem Zimmer. Hailey schlief bereits, die Dunkelheit hüllte das Zimmer ein und nur eine kleine Kerze war im Zimmer angemacht, verborgen von den Fellen wo Hailey schlief. Sie betrachtete sich im Spiegel, und sie lächelte zaghaft. Was für ein Abend war das gewesen? Sie hatte heute den ersten Schritt in eine neue Richtung getan. Am Abend war sie heimgekehrt nach Grimwould, hatte sich zu den anderen gesetzt und auch den Jarl angetroffen. Sie hatte sich die folgenden Worte an ihn sehr gut überlegt und doch zitterte ihre Stimme leicht, denn auch ihr Vater war in dem Raum und er wusste nichts von ihren Gedankengängen.

„Jarl ich habe eine Bitte an euch. Ich … diese letzte Zeit, die letzten Wochen, Tagen habe ich viel nachgedacht. Seit Berchgard weiß ich, dass mein Leben kurz sein kann. Ein jeden Tag könnte es enden und ich will dieses Leben aus anderen Sichten sehen. So will ich gebrauch von der Tradition machen, dass die Jüngeren des Clans ausziehen dürfen um anderen zu dienen. Ich will … etwas anderes sehen außer jeden Tag nur Grimwould …“

Falk lauschte ihren Worten, hörte sehr genau zu und nickte dann. Ihr Vater stand versetzt von ihr an einer Mauer, doch sie wagte es nicht zu ihm zu sehen. Würde er enttäuscht sein? Enttäuscht, dass seine Tochter fort von hier wollte? Sie kam nicht wirklich dazu, sich darüber Gedanken zu machen, denn Falk nickte nur kurz nachdenklich. Er stimmte ihr zu, sagte dass es ginge, dass sie ihren Dienst bei einem Verbündeten tun konnte und dass er es ebenso sah, dass es Viola gut tun würde. In ihrem Herz schien in diesem Moment ein kleines Feuer zu entfachen, sie hatte nicht damit gerechnet wenn sie ehrlich war. Wo sie wohl hinwürde? Zu den Elfen? Vielleicht die Zwerge? In den Norden? Doch Falk hatte ein recht bestimmtes Ziel; Varuna. Viola blinzelte nachdenklich, sie war nicht darauf gekommen, das Varuna ja auch zur Wahl stehen würde. Sie konnte sich mit diesem Gedanken auch recht gut anfreunden, dachte sie doch an das letzte Gespräch mit Eileen. Vielleicht würde sie ja der Garde unterstellt werden oder sie würde einem Ritter dienen? Doch Falk schloss die Garde von vornherein raus.
„Nicht würdig für eine Hinrah!“ sagte er und damit erhob er sich um ein Schreiben aufzusetzen, über dessen Inhalt Viola nur rätseln konnte. Sie wusste nur es würde an den Grafen Hohenfels selbst gehen.

Der Abend war an sich noch sehr angenehm und ruhig verlaufen. Ihr Vater war zu ihrer Erleichterung nicht böse oder enttäuscht, im Gegenteil, er schien sie zu unterstützen. Es fiel ihr mehr als nur ein Stein vom Herzen. Sie lächelte ihr Spiegelbild an. Der Weg war beschritten und nun lag es an ihr, ihn zu beschreiten. Eine ungewisse, neue Zukunft lag vor ihr.

Verfasst: Sonntag 14. Mai 2006, 23:37
von Viola Ser´Rhal
Der nächste Morgen war schnell gekommen und zu Violas eigener Überraschung klopfte Falk an ihre Tür, als sie gerade aufgestanden war. Er grinste breit und legte ihr seine Hände auf die Schultern. Der Graf hatte geantwortet, so sagte er und nun wurde Viola auch eröffnet, welche Aufgabe sie im reich von Varuna innehaben würde, und die Offenbarung dieser war nicht minder eine Überraschung. Sie sollte die Leibwächterin von Eileen de Galway werden, Eileen! Diese Nachricht traf sie erst wie einen Schlag, die Frau die ihr so sympathisch und nett war, sollte sie nun bewachen und beschützen? Doch auf den anfänglichen Schock folgte ein breites Lächeln, was konnte es denn Besseres geben als diese Aufgabe? Falk hatte sie über die wichtigen Einzelheiten aufgeklärt, sie ausgestattet und ihr dann die offizielle Erlaubnis gegeben zu gehen. Sie wollte sich erst von allen verabschieden, ihnen allen sagen, wie sehr sie alle vermissen würde, vor allem ihren Vater, doch dann hielt sie inne. Sie spürte bereits beim Packen der Sachen, wie die ersten Tränen hochkamen, es war etwas was sie selbst wollte und doch, es hieß fort von Daheim und zwar für eine ganze Zeit. Sie würde es nicht über das Herz bringen, ihren Vater Lebewohl zu sagen, und so verfasste sie ein einfaches Schreiben, in denen sie ihnen allen erklärte wieso sie ohne Abschied gehen würde, sie wusste sie würden es verstehen, vor allem ihr Vater. Dann schulterte sie ihren Beutel und machte sich auf gen Varunas Schloss.

Dort angekommen, stieg ihre Nervosität, ihre Unsicherheit, alles wurde immer kräftiger. Sollte sie nicht doch lieber zurück? Sie konnte einfach zu Falk gehen und sagen, dass sie es nicht wollte, aber es wäre eine Lüge, eine Lüge die sie selbst aus ihrer Angst spann. Sie stand vor dem Tor, unschlüssig und dann hörte sie eine vertraute Stimme. „Viola!“ und sie sah auf der anderen Seite des Tores Eileen stehen, hinter ihr der Graf, nun gab es kein Zurück mehr, und sie spürte den harten Kloß in ihrem Hals und doch wagte sie den Schritt, den ersten Schritt in ihr vorerst neues Leben. Der Graf und Eileen empfingen sie freundlich und führten sie ins Schloss hinein. Viola kannte diesen Weg den sie gingen, sie waren ihn damals schon gegangen als Viola zur Anhörung wegen Falk beim Grafen war und doch, alles erschien ihr so fremd und neu. Sie bewegte sich die ganze Zeit etwas unsicher nervös, und dies war auch ihren Gastgebern aufgefallen, doch diese vermochten es auch, Viola ihre erste Unsicherheit zu nehmen. Adrian sagte ihr alles wichtige, was ihre Pflichten waren und auch, dass sie der Ritterin Darna von Elbenau unterstellt sei und dass sie auf Eileen aufpassen würde als Leibwächterin. Doch nicht lange konnte der Graf bleiben, schon nach einer kurzen Weile verließ er Viola und Eileen und diese nahm es dann in die hand, Viola herumzuführen und ihr Quartier und das Schloss zu zeigen. Staunend sah sie sich um, soviel Platz, soviel Stein, es war alles so anders als in Grimwould, das so beschaulich klein war und doch immer riesig wirkte. Doch das Schloss von Varuna stellte all dies in den Schatten, etwas was Eileen aber eher weniger zu gefallen schien.

Am Abend begleitete Viola dann Eileen über den Markt, ging ihrer Rolle als Leibwächterin nach und unterhielt sich auch über die verschiedensten Dinge mit ihr. Sie fühlte sich gut in Eileens Nähe, woran das liegen mochte, wusste sie nicht wirklich, vielleicht lag es daran, dass Eileen um einige Jahre älter als Viola war und doch wie eine Freundin wirkte, auch wenn Viola manchmal das Gefühl hatte, dass Eileen eine Leibwächterin weniger gut fand. Immer wieder fielen Bemerkungen, die jedoch nicht auf Viola gerichtet schienen sondern auf den Umstand, dass sie nicht mehr alleine fort durfte. Trotz allem drückten ihr jene Worte ab und an ein wenig auf das Gemüt. Viola würde ihr Bestes geben, sie würde sogar sterben um ihrer Aufgabe gerecht zu werden, das war ihr selber sicher, das war das, was auch der Jarl erwarten würde. Der Abend klang ruhiger aus, Viola hatte Eileen eine Stelle gezeigt wo man etwas angenehmer angeln konnte, etwas was Eileen auch gut zu tun schien, denn oft schien sie solcherlei Dinge nicht tun zu können.

Nun war es Nacht und Viola lag in ihrem Quartier und konnte nicht schlafen. Die ungewohnte weiche Matratze des Bettes in ihrem Quartier bereitete ihr Rückenschmerzen und zu viele Gedanken krauchten durch ihren Kopf. Ruhig richtete sie sich auf und verließ leise die Gemächer um die schlafende Darna nicht zu wecken, die eine Kabine weiter zu schliefen schien. Auf nackten Füßen ging sie die Treppe hinauf, in die obere Etage und stand gegenüber von Eileens Schlafgemach und sah nachdenklich auf die Tür zu diesem. Sie setzte sich an die Wand quer gegenüber gelehnt hin. Sie sollte über Eileen wachen, so würde sie dies auch tun. Sie saß lange da, starrte die Tür wachsam an und gab sich ihren Gedanken hin, Gedanken über Vergangenes, über das Jetzt und das Kommende. Irgendwann holte sie dann der Schlaf doch ein und sie schlief ein, sitzend an der Mauer gelehnt und es war ein tiefer Schlaf.

Der Pfad war beschritten

Verfasst: Mittwoch 17. Mai 2006, 13:48
von Viola Ser´Rhal
Die nächsten Tage waren alle sehr ruhig verlaufen. Sie hatte immer wieder Lady von Elbenau auf diversen Gängen begleitet und sich mit ihr unterhalten. Sie schien eine recht ernste Persönlichkeit zu sein, und das selbst wenn sie und Viola alleine waren, es schien teilweise sogar so, dass sie nicht einmal wirklich über einige von Violas laschen und eher spaßig gemeinten Aussprachen schmunzelte. Das einzige was sie in dieser Art von ihr gesehen hatte, war ein strahlendes Funkeln, als Viola ihr gesagt hatte, dass sie in ihrer neuen Rüstung sehr edel und gut aussah. Ansonsten beschränkte sich der Umgang mit Darna bisher auf einige Plaudereien, die sich jedoch nicht wirklich vertiefen ließen und doch war sie eine nette Persönlichkeit die mit einer überraschenden Ernsthaftigkeit und auch mit einer gewissen Naivität in die Welt schritt.

Von Eileen bekam sie die letzte Zeit weniger mit. Die meiste Zeit blieb sie im Schloss und dort galt sie als „sicher“, was kein Bedarf für Viola bedeutete und Eileen oft alleine durchs Schloss wanderte und ihre Aufgaben erledigte oder dergleichen. Viola wollte ihr auch nicht andauernd an den Hacken kleben, sie konnte sich denken dass Eileen schon wenig Freiraum hatte und diesen wollte Viola nun nicht noch weiter einengen. Ansonsten begleitete sie sie wohin auch immer es ging, sei es nun auf Wegen durch die Stadt oder selbst bei ruhigeren Wegen ausserhalb Varunas. In der Zeit in der es dann nichts zu tun gab saß sie entweder im Büchersaal und las ein wenig oder sie strich durch Varuna oder durch das Schloss. Dies war auch eine der Dinge die hier anders waren. In Grimwould waren alle auf ihre Art gleich, nur der Jarl stand über allen, doch am Hof kehrten immer wieder so viele Ehrenleute ein, dass sich Viola wie ein kleines Stückchen Nichts zwischen ihnen allen vorkam, und wahrscheinlich war sie für die meisten Adligen nichts anderes als ein Mitglied eines etwas wilderen Clans, das hier geduldet wurde. So wurde sie auch öfters von ihren Tätigkeiten abkommandiert. Wo sie im ersten Moment noch neben Eileen stand, wurde ihr dann, als ein weiterer hoher Herr einzutreffen schien, befohlen die Krypta der Königin zu bewachen oder sie erledigte Einkäufe für das Schloss.

Sie saß gerade vor dem Eingang des Grabes der Königin und seufzte. Der ganze Hof war voll mit Wachen, was sollte sie hier denn bewachen? Hätte der Graf nicht einfach sagen können, dass sie bei diesem Gespräch ganz einfach nicht erwünscht war? Sie pustete sich eine Strähne aus dem Gesicht und starrte verärgert vor, was brachte es eine tote Königin zu bewachen? Wer würde schon so dumm sein und in den Hof des Schlosses einbrechen nur um dann in die Krypta zu einer Leiche zu steigen? Sie schüttelte fast verärgert den Kopf. Aber was hatte sie eigentlich erwartet? Dass sie hier irgendeine wirklich wichtige Aufgabe übernehmen würde oder dergleichen? Ihre anfängliche Euphorie war bereits sachte am Schwinden, als ihr klar wurde dass sie hier einfach nicht in der gleichen Position wie im Clan war, wo ein jeder wichtige Aufgaben übernahm. „Aber du passt doch auf Eileen auf …“ meldete sich ihr Verstand. Ja, das tat sie wohl, doch nahm man sie überhaupt in dieser Rolle ernst? Immer wieder wurde sie fortgeschickt und die meiste Zeit blieb Eileen so oder so im Schloss. Natürlich war Viola froh dass es nicht zu Problemen gekommen war in den wenigen Tagen und doch, es war eine Art von Unruhe die sie erfüllte. Sie schüttelte sachte den Kopf und erhob sich um ins Schloss zu treten. Sie würde noch ein wenig lesen, sich die Zeit vertreiben, dieses Grab würde eh niemand versuchen aufzubrechen.

Der Pfad hatte seine ersten Schritte verloren, nun hieß es, ihn zu begehen und das würde sie, mit Stolz und Zuversicht denn sie wusste: Durststrecken gab es auf jedem Pfad einmal.

Verfasst: Dienstag 23. Mai 2006, 15:49
von Viola Ser´Rhal
Ritterin Lady Darna von Elbenau.

Oder auch nur Lady Elbenau, wie Viola sie nannte. Es war mitten in der Nacht als Viola aufgestanden war und sich angezogen hatte. Sie trat hinaus in den Hof, eine frische Brise begrüßte sie und ihre Schritte führten sie vor den Schrein der Temora. Sie blieb davor stehen und betrachtete ihn nachdenklich, sie wollte ihn nicht betreten, sie hatte dort drinnen nichts zu suchen. Sie verehrte weder die Göttin, noch hatte sie sonst etwas mit ihr zu tun. Doch dieser Ort war am heutigen Mittag zu etwas Besonderen geworden. Hier hatte sie sie verabschiedet.

Lady Elbenau.

Wer war diese Frau? Viola hatte sie das erste mal in Berchgard getroffen, mitten während des Krieges, als sie ihr als Botin des Clans zugeteilt worden war. Sie hatte einige Worte mit ihr gewechselt, nie mehr und die Frau interessierte sie nicht einmal wirklich, sie war nett und doch auf ihre Art und Weise etwas seltsam. Doch nach dem Krieg trennten sich die Wege, man hatte nichts mehr miteinander zu tun und man lief sich auch nicht mehr zufällig über den Weg oder dergleichen. Es war eine lange Zeit der Abwesenheit und Viola hatte die Ritterin, damals war sie noch Knappe von Aradan, aus ihrem Gedächtnis geschoben. Doch dann kam der Moment an dem sie nach Varuna geschickt wurde um für Eileens Sicherheit zu sorgen. Der Graf hatte es ihr damals gesagt „Ihr werdet der Order von Ritterin Elbenau unterstehen …“ und in diesem Moment war sie wieder ganz in ihrem Kopf. Die beiden hatten anfangs nicht viel zu schaffen, mehr als ein paar weitere Unterhaltungen fanden nicht statt und doch; Viola bemerkte eine gewisse Sympathie zu der jungen Ritterin auch wenn sie ihre Eigenheiten besaß, so betrachtete sie die Welt aus sehr nüchternen aber doch völlig klaren Augen. Viola unterhielt sich immer öfters mit ihr, begleitete sie auch auf ihren Wegen, schließlich sollte sie von Darna auch lernen. Je länger sie mit der Ritterin zu tun hatte, desto mehr merkte sie, wie viel Weisheit in jener Frau steckte und dann eines Abends ja, da hatte sie Darna die Schwertscheide geschenkt. Viola seufzte leise, es war ein Geschenk zu ihrer neuen Rüstung gewesen, ein bescheidenes Geschenk zwar, aber es kam von Herzen und seit damals hatte sie Viola auch in ihr Herz geschlossen.

Darna

Und dann diese Worte. Sie war nun in Rahal, Viola wusste es, als sie den Eingang der Kapelle betrachtete. Dies war der Ort gewesen, an dem sie sich beide verabschiedet hatten und es war anders gewesen. Viola wollte ihr nur alles Gute wünschen, ihr Kraft wünschen für das, was folgen möge und dann, dann hatte Darna sie in den Arm genommen. Viola war erst sprachlos, als sie die Arme um sich spürte und es war ein seltsames Gefühl von Geborgenheit. Erst jetzt spürte sie eigentlich wie sehr es schmerzte sie gehen zu lassen, es flossen Tränen, ihre eigenen. Sie wusste nicht was Darna erwarten würde, sie wusste nur dass sie dort als Austausch hinging. Viola wollte sie nicht loslassen, sie wollte sie nicht gehen lassen. Sie war einer der wenigen Menschen außerhalb des Clans, welche ihr sehr am Herzen lagen und nun trat sie ins Ungewisse, weg von hier.
Viola sah in den Himmel. Nun war sie also dort, in Rahal und Viola konnte nichts tun. Sie hatte ihr Versprochen nicht unüberlegtes zu tun. Und doch, in ihr sträubte sich alles auf. Sie schüttelte kurz den Kopf und sah dann gen Schlosstor. Sie konnte nicht nach Rahal, sobald man ihre Clanskleidung erkennen würde, wäre sie im Kerker. Doch was war wenn sie Viola nicht erkennen würden? Sie konnte Darna nicht von dort befreien, aber sie konnte sich Rahal ansehen … sie wollte gewappnet sein für den Fall. Sie blinzelte wieder in den Himmel und trat dann ins Schloss. Im Schritt hielt sie inne und sah noch mal zu der Kapelle. „Bitte passt auf euch auf Lady Elbenau … bitte …“. Und noch immer tat es weh.

Verfasst: Mittwoch 24. Mai 2006, 11:18
von Darna von Hohenfels
"Es klingt vielleicht lächerlich, aber manchmal wünsche ich mir, jemand würde mich in den Arm nehmen - einfach nur so, einfach das Gefühl haben, daß alles in Ordnung ist."
So oder ähnlich hatten damals die Worte vor Berchgard gelautet, die von einem jungen Mädchen in einem dem Alter nicht entsprechend reiferen Körper gesprochen wurden. Doch wer hielt eine scheinbar erwachsene Frau wie ein Kind? Auch Darna nicht - sie verstand den Wunsch, doch es hätte keinen Bezug gehabt, nichts bedeutet. Wärme war nicht mit einer Lüge zu geben.

Sie sah Viola nun im Eingangsbereich der Totenkapelle stehen, die Haltung ordentlich, die Worte freundlich, sorgend - doch es lag mehr darin. Die junge Hinrah kam Darna auf einmal weit verlassener vor als sie sich selber. Hinter Darnas Rücken stand strahlend weiß und still das Temorakreuz, vor dem die Ritterin gebetet hatte. Nicht nur bildlich schien es ihr nun den Rücken zu stärken, Ruhe und Kraft zu geben, wo vor ihr jemand stand, der in diesen fremden Mauern des Schlosses Rückhalt suchte.
Mochte Viola nicht der Gütigen huldigen - wozu sollte sich Menschlichkeit an Namen aufhalten, wenn beides ein und dasselbe war? Ein paar Schritt, die Darna ihr entgegenkam, dann stehenblieb. Zwei Worte, sanft gesprochen, die so sehr Befehl waren wie eine helfende Hand, die sich jemandem entgegenstreckte:
"Komm her."

Und ein warmes Gefühl von Erleichterung durchflutete sie, als das Mädchen die Distanz überbrückte, die Fassade brach und so die Möglichkeit entstand, tatsächlich Trost zu spenden.
"Es wird alles gut."
Es war keine Lüge darin, die Welt draußen und wie es dort aussehen mochte, spielten gerade keine Rolle. Es war alles richtig so, wie es war - hier, jetzt, in diesen kostbaren behüteten Momenten.

Verfasst: Freitag 26. Mai 2006, 20:13
von Viola Ser´Rhal
Rahal. Die unbekannte Stadt, Stützpunkt der Ungewissheit, Festung der Alatargläubigen. Betrachtete man die dunklen Mauern von Außen, so verlor man bereits jegliche Zuversicht, dass einem der Anblick dahinter wohl besser gefallen könnte. Sie stand vor diesen Mauern, vor den Toren der Stadt. Die Clanskleidung war nicht an ihrem Körper, stattdessen dunkler Stoff, der sie umhüllte. Sie schritt ruhig an den wachen vorbei, keinerlei Furcht, keine Angst, man kannte sie nicht, es gab niemanden der sie wieder erkennen konnte, nicht ohne ihre Clansfarben oder irgendwelchen Anzeichen zu jenem. Und genauso war es auch, sie schritt ruhig durch die Stadt, erwiderte gelegentlich einen Gruß den man ihr entgegenbrachte. Auf jeden „Dem einen zum Gruße“ folgte ihrerseits nur ein Nicken, sie würde ihnen nicht einmal in der Täuschung den Gefallen tun. Sie hatte sich in der Stadt umgesehen, sich die Straßen betrachtet, die Beschaffenheit und dann erkannte sie in der Ferne plötzlich eine Gestalt; eine vertraute Gestalt. Sie saß an einem Teich, sah in eben diesen und hinter ihr eine bewaffnete Frau. Lady Elbenau … Darna. Viola unterdrückte den Versuch ihren Namen zu rufen. Nein, das wäre ihr beides Ende. Sie blieb nicht lange, sie betrachtete Darna nur nachdenklich, ihre Mimik, ihre Haltung. Sie hatte sich ihr gegenüber Vorsichtig zu erkennen gegeben, jedenfalls war sie sich sicher, dass Darna ihre Stimme erkannt hatte und auch ihr Gesicht aus der geringen Entfernung erblickte, als sie kurz mit der Gardistin, welche hinter Darna stand, redete. Sie machte sich jedoch schnell wieder auf, fort aus Rahal, doch sollte es nicht der letzte Besuch gewesen sein, sie würde wiederkehren, das war sicher.

Der zweite Besuch in der Stadt Alatars sollte nur einen Tag später geschehen. Viola lief zu Fuß in Richtung der Stadtmauern, als sie neben sich eine Gestalt laufen sah. Sie schenkte ihr nur wenig Aufmerksamkeit, sie wollte jene nämlich nicht auf sich lenken. Sie sah in der Ferne schon das Stadttor und nun erlaubte sie sich einen kurzen Blick zur Seite, und stockte. Sie blickte in das Gesicht von Luzcilla Amarth und ehe sie sich versah, hatte sie ihre Waffe gezogen und war zurückgewichen, ein Fehler wie Viola merken sollte, denn Luzcilla hatte sie gar nicht bemerkt. Erst als sie mit gezückter Waffe etwas von ihr stand, schien die Erkenntnis zu kommen. Sie hatte erwartet, dass die Kriegerin auf sie losgehen würde und sie wusste, sie würde diesen Kampf verlieren, vielleicht der Preis für ihren Übermut, dass sie es versucht hatte, ein zweites mal in die Stadt zu gelangen. Doch Luzcilla reagierte anders, völlig anders als Viola es erwartet hatte. Sie fing ein Gespräch an, ein Gespräch mit Viola, sagte dass sie keinen Groll gegen sie hegen würde. Sie lud Viola auf sicheres Geleit ein, zu sich, um in Ruhe zu reden. Eine Falle … es musste eine Falle sein. Doch ihr Gegenüber versicherte ihr mit ihrem Blute, dass Viola nichts geschehen würde. Doch konnte man einer Rahalerin Glauben schenken? Alles in ihr schrie förmlich danach, dass sie sich schnellstmöglich abwenden sollte. Luzcilla war in einer Rüstung gekleidet, Viola in Stoff, sie hätte ohne Probleme fortrennen können, doch die Neugier, was Luzcilla von ihr wollte, hatte Überhand genommen und sie folgte.

Da saß sie nun, gegenüber der ehemaligen Waffenschwester von Falk. Sie bot Viola Essen und Trinken an, wie als wären sie Freunde, doch das waren sie nicht. Viola behielt es sich vor, eine gewisse Aggressivität an den Tag zu legen, konfrontierte die Kriegerin mit Berchgard und dem ruchlosen Gemorde. Doch ihre einzige Antwort war gewesen „Es müssen Opfer erbracht werden“. Opfer. Opfer in diesem sinnlosen Krieg zwischen den Göttern? Sie kniff die Augen zusammen. Opfer die für einen Gott starben um ihm im Kampf gegen den anderen Gott zu stärken? Viola hasste es, sie hasste diesen Götterkonflikt. Und jene Worte von Luzcilla waren es, die in ihr manchmal den Wunsch hegten, jeden einzelnen Gott in diesem Universum auszulöschen. Sie brachten Leid, egal was ihre eigentlichen Ziele waren, denn in ihren Namen wurde gekämpft, immer und immer wieder. Niemals würde es einen Frieden zwischen Temora und Alatar geben, immer würden sie aufeinander losgehen, der eine skrupelloser vielleicht, doch am Ende war es nur wegen den Göttern. Sie war Luzcilla noch gefolgt, hatte sich ihre Worte angehört, ihre Drohungen. „Grimwould wird brennen … noch kannst du den richtigen Pfad einschlagen." das waren ihre Worte gewesen und je mehr sie redete, desto mehr wurde ihr Hass auf Luzcilla größer, und mit diesem Hass der Hass auf die Götter in ihrer ganzen Vielfalt. Als sie Rahal verließ, blieb ihr nichts außer Verwirrung. Das Gespräch mit der Rahalerin hatte sie getroffen, hatte ihr gezeigt wie erbarmungslos Alatar war und gleichzeitig hatte sie ihr aufgezeigt, dass jener Kampf niemals enden würde, niemals.

Sie lag im Bett, starrte die Decke an. Waren ihre Gedanken richtig? Eine Welt ohne Götter? Eine Welt die besser war? Sie zweifelte selbst an ihren Worten. Sie dachte an all die Menschen, die in ihrem Glauben ihre Stärke fanden, was würde dann aus ihnen werden? Andererseits würde das Morden endlich ein Ende finden, denn ohne Götter, gab es keinen Krieg, den man in ihren Namen ausrufen konnte. Der kindliche Teil in ihr gab sich mit dieser Erklärung zufrieden und legte sich schlafen. Doch der Rest in ihr wollte keine Ruhe finden. Zudem kam noch jener Satz den Luu ihr gesagt hatte, als sie in Rahal war. „Darna … sie wird meine neue Waffenschwester“ .

Ihr war kalt, so bitter kalt …

Verfasst: Sonntag 28. Mai 2006, 12:00
von Viola Ser´Rhal
Erschöpft und müde ließ sie sich ins Bett fallen. Ihr ganzer Körper war schlaff und müde, tat weh aber verletzt war sie nicht. Was eigentlich ein Wunder war, ob der Schlacht, die heute vor Bajard stattgefunden hatte. Nicht einen ernsthaften Kratzer hatte sie davon getragen und doch hatte sie einen guten Teil zum Ende dieses Kampfes beigetragen. Rahal war aufmarschiert, wollte Bajard übernehmen, doch diesesmal war es ihnen nicht gelungen. Man konnte es eine Niederlage für Rahal nennen, wie sie aufgerieben wurden und am Ende war selbst der Ahad, der anscheinende Führer Rahals, in den Händen der varunesischen Streitkräfte. Neben ihm noch einige weitere Rahaler als Gefangene, was wollte man mehr? Die Verteidiger hatten einen klaren Sieg davon getragen. Viola hatte sich bereits früh davon geschlichen, sie wollte sich nur noch schlafen legen, sie war totmüde.

Im Schloss selber war es totenstill. Die Wachen schoben ihren Dienst und der Graf und Eileen schienen schon zu schlafen. Auch die Bediensteten schienen der Lage wegen, die heutigen Dienste eingestellt zu haben, denn Viola konnte keine Person erkennen, als sie in Richtung der Schlafsäle schlurfte und sich todmüde ins Bett fallen ließ. Sie war schon beinahe eingeschlafen, als sie Schritte hörte. Ein metallenes Scheppern ertönte und sie konnte die Stimme von Aradan vernehmen. „Eure Gemächer …“ und dann hörte sie diese Stimme, diese eine Stimme die sie hellwach werden ließ. Darnas Stimme. Sie war hier? Sie war nicht mehr in Rahal? Ihr Herz machte einen Sprung und sie starrte in Richtung der Vorhänge. Sollte sie nun rausstürmen? Sie richtete sich zum Sitzen auf, doch irgendwie versagte ihr Körper, sie konnte nicht aufstehen, sie starrte nur gebannt auf den Vorhang und lauschte den Stimmen. Sie kämpfte mit einigen Tränen die ihr aufstiegen, als sie Darnas Stimme vernahm, wieso nur? Wieso reagierte sie so bei ihr? Sie war überglücklich die Ritterin wieder im Schloss zu wissen und sie war noch glücklicher, dass Darna nichts geschehen war, denn sie klang nur müde und erschöpft. Sie lauschte dem Gespräch, als jemand weiteres eintrat und nun schien einiges drunter und drüber zu gehen. Wer auch immer dazugestoßen war, er musste Darna viel bedeuten, denn sie konnte leise erstickte Worte vernehmen, die teils einfach nur glücklich und erleichtert klangen, etwas, was sie von Darna noch nie so gehört hatte.

Irgendwann dann jedoch, war alles still, Darna wurde zu Bett gebracht und der unbekannte Besucher war verschwunden. Aradan auch und so war sie nun alleine im Schlafsaal, abgesehen von Darna. Vorsichtig stand Viola auf, schlich auf nackten Füßen zu Darnas Bett und schob vorsichtig die Vorhänge, welche jenes verhüllten, beiseite. Da lag sie, noch etwas bleich aber schlafend. Viola seufzte leise. Sie hätte gerne mit ihr geredet, und ihr gesagt wie froh sie war, dass Darna wieder da war, doch sie schlief. Und trotz allem, sie sprach, leise, zittrig und ab und an eine Träne verwischend. Sie wusste, Darna würde sie grade nicht hören, sie schlief, so erzählte sie ihr alles. All die Sorgen die sie um sie hatte, all die Gefühle die ihr innewohnten und was sie dachte. Es tat gut, es war als rede sie sich alles von der Seele, etwas was sie zuletzt in Grimwould getan hatte, bei ihrer Mutter. Dann irgendwann öffnete Darna die Augen, sehr schwach und matt und sprach noch ein wenig mit ihr, nicht viel, nur ein paar wenige Worte.

Sie lag nun wieder auf ihrem Bett, hatte die Augen geschlossen und dachte über Darnas letzte Worte nach, ehe sie wieder einschlief. „Du bist hier … du bist zuhause …“. Darna hatte diese Worte gesagt, weil sie sich Sorgen um Viola gemacht hatte, doch Viola dachte nach. Zuhause … war sie das? Sie sah noch einmal zum Vorhang. War dies ihr Zuhause? Sie fühlte sich hier sicher, geborgen, vor allem wohl wegen der Rückkehr von Darna, aber war es denn vergleichbar mit Grimwould? Sie wusste es nicht genau, sie wusste nur eines; im Moment war sie Zuhause, und Darna auch.

„Auch ihr seid wieder Zuhause … MyLady“

Verfasst: Sonntag 4. Juni 2006, 13:06
von Viola Ser´Rhal
Varuna lag vor ihr, sie konnte die ganzen Menschen, Händler und geschäftigen Leute bereits aus der Ferne sehen, welche sich langsam durch das Stadttor in die Stadt bewegten, um dort ihren Geschäften, ihrem Leben nachzugehen. Viola sah kurz an sich hinab, der feine, dunkle Stoff den sie damals von Eileen erhalten hatte, ließ sie beinahe wie ein anderer Mensch aussehen. Der Stammeskilt fehlte, der Umhang in den farben des Clans, aber auf der Reise auf der sie gewesen war, war für diese Dinge einfach kein Platz gewesen. Der Brief war so unverhofft gekommen und noch seltsamer war es, dass er sie gefunden hatte. Der Bote sagte, er hätte halb Gerimor abgeklappert und nach einem jungen Mädchen gesucht mit ihren Namen … junges Mädchen, die Vergangenheit holte sie ein.

Der Brief war von einer Person gewesen, von der sie niemals gedacht hätte, je wieder etwas zu hören; ihrer Schwester. Viola erinnerte sich an damals, als ihre Eltern beide fortjagten, sie selbst und ihre Schwester, weil sie nicht mehr die Möglichkeiten hatten sie zu ernähren und selbst am Hungertuch nagten. Damals hatte sich ihre Schwester für einen anderen Weg als die noch sehr junge Viola entschieden, hatte ihr den Rücken zugedreht und sie alleine gelassen. Und nun wollte sie ihre Schwester wieder sehen, welch bittere Ironie. Sie wollte den Zettel zerreißen, ihn ignorieren und vergessen aber sie tat es nicht. Nein stattdessen hatte sie sich beim Graf, sowie bei Falk entschuldigen lassen und war aufgebrochen. Es war eine Reise von zwei Tagen, ehe sie endlich die Tore einer kleineren Stadt betrat. Ihre Schritte führten sie zielstrebig zu einer Taverne, jener Ort an dem sie sie auffinden konnte. Sie öffnete die Tür, warme miefige Luft drückte sich ihr entgegen und kurz sahen die wenigen Gäste der Taverne auf, und auch sie. Viola erblickte sie, und sie erstarrte. Sie erkannte sie sofort, auf Anhieb und umgekehrt war es auch so, auch wenn Verwirrung im Blick ihrer Schwester getragen war. Sie war nun ungefähr so alt wie Viola es körperlich war und ein Lächeln bildete sich plötzlich auf ihren Lippen. Viola setzte sich, sie begannen zu reden.

Es war ein langes Gespräch gewesen, Viola hatte ihren Zustand erklärt, hatte gesagt was mit ihr geschehen war und dann hatte sie geschwiegen. Sie konnte es auf eine Art immer noch nicht recht begreifen, ihre Schwester saß nun vor ihr, lächelte war fröhlich sie zu sehen, aber Viola war es nicht. Sie empfand nichts beim Anblick dieser Frau, nicht mehr als Leere, sie war eine Fremde für sie.

Sie sagte es täte ihr leid dass sie Viola damals zurückgelassen hätte.

Natürlich, dir tut es leid … du hast mich in den Dreck verstoßen und mir gesagt ich sei ein ungewolltes Ding dass die Familie zerstört hat

Sie sagte, dass sie aus ihrem alten Leben herausgefunden hatte und nun endlich frei war.

Freiheit, die sie hätte teilen können …

Sie sagte, wie sehr sie sich für Viola freute, dass sie eine Familie gefunden hatte und es ihr gut ging

Wieso dieses plötzliche Interesse? Wieso nach so vielen Jahren?

Sie erzählte von einem Mann den sie gefunden hatte, der sie aus ihrem alten Leben herausgerissen hatte und nun für sie sorgte und das ihr Viola eingefallen wäre und sie ihr helfen wollte, wenn es ihr denn immer noch schlecht gehen würde …

Jetzt wo andere dir den Weg bereiten bist du in deiner unendlichen Güte also bereit zu helfen …

Sie redete und redete, sie hörte gar nicht mehr auf, sie lächelte war fröhlich und ausgelassen. Viola hingegen ballte eine Hand unter dem Tisch zur Faust.

Was willst du? Willst du mir sagen dass du es geschafft hast und ich nicht? Ich habe auch ein Leben … und nun hast du nach den ganzen Jahren ein schlechtes Gewissen und denkst dass du dieses nun bereinigen kannst indem du mich anlächelst und anstrahlst?

Die Faust spannte und ballte sich immer mehr. Sie redete immer weiter, ihre Worte schienen Violas Kopf zu füllen und ihre Augen verengten sich, dann hielt sie inne und sah Viola fragend an. Der nächste Moment ging sehr schnell von Statten. Mit einemmal hatte sie die Faust vorgerissen und zugeschlagen, so fest dass ihre Hand schmerzte. Ihre Schwester flog zurück mit dem Kopf und schien erst eine ganze Weile benommen, ehe sie mit blutender Nase aufsah. Viola betrachtete sie mit einem Blick, altgewohnte Kälte, Hass, Verachtung. Sie sagte nichts mehr, sie schenkte ihr keine Worte, sie erhob sich nur und wandte sich ab unter den Blicken ihrer fassungslosen Schwester. Sie wandte sich ab, verließ die Stadt mit eiligen Schritten.

Nun stand sie hier vor Varuna. Die ganze Reise über hatte sie nachgedacht. War es richtig gewesen? War es nicht gut gemeint was ihre Schwester bezweckte? Nein … es wäre es gewesen wenn sie es früher getan hätte. Nun hatte sie jemanden der ihr half, der ihr beiseite stand und dann war es an der Zeit alte Dinge zu begleichen. Sie schüttelte den Kopf. Ihre Schritte führten sie in die Stadt hinein, zielstrebig gen Schloss und als sie die Tore passierte dachte sie nach. Sie freute sich, dass sie endlich eine Heimat gefunden hatte, aber hatte sie das?

Natürlich, Grimwould ist meine Heimat.

War es das? Wie lange hatte sie ihre Mutter nicht mehr gesehen? Wie lange war Alvis nun fort? Wer waren die Menschen die ihr wichtig waren? Ihr Vater, Falk, Hailey, Erinna … die Claner aber da waren auch andere. Eileen, Darna, Nele , sogar der Graf . Wo war ihre Heimat? Ihr ganzes Leben verrückte sich und sie bekam es zu spüren, sie fühlte es.

Am Ende stehst du an einer Kreuzung und musst dich für einen Weg entscheiden. Die Frage ist nur, wann willst du diese Kreuzung erreichen und welchen Weg wählst du?

Sie wusste es nicht, sie fand keine Antwort darauf. Sie fühlte sich unendlich müde und sie fühlte sich alleine. So alleine wie zu den Zeiten in der Gosse. Sie wollte schlafen, und nie mehr aufwachen.

Und das nennst du eine gute Lösung? Naja … du musst es ja wissen, nicht wahr?

"Halt den Mund."

Verfasst: Dienstag 6. Juni 2006, 20:15
von Darna von Hohenfels
"Ich... ich glaube, ich habe ihr die Nase gebrochen."
"Nur die Nase? Du lernst ja doch noch, dich zu beherrschen..."

Ob sie gerade das richtige tat? Viola war nach dem Gespräch im Beratungssaal der Ritter in sich zusammengesunken wie ein Häufchen Elend, doch es schien Darna nicht recht, sie einfach nur wieder in den Arm zu nehmen. Sie wollte vermeiden, daß das Mädchen, egal was es die letzten Tage erlebt haben mochte, nun in Selbstmitleid zerfloss.

Halt konnte sie geben, vielleicht auch Trost - doch keinen kritiklosen Zuspruch.
"Grimwould, das sollte mein Zuhause sein. Aber ich fühle es nicht mehr so. Es ist alles anders, und nun... bringt mir dies... meine eigene Vergangenheit vor Augen."
Ein Leben in der Gosse. Abgeschoben von den Eltern, fortgescheucht von der eigenen Schwester. Unwirsch runzelte die Ritterin darüber die Stirn. Sie legte ihre Hand ruhig auf Violas und hörte weiter zu.
"Sir Rafael sagte vorher, man müsse sich entscheiden. Irgendwann muß ich das auch... und ich habe Angst vor diesem Tag... Ich fühle mich haltlos, ich weiß nicht, wohin dies alles führt. Und ich fürchte mich vor dem Tag, an dem ich vor der Kreuzung stehe und mich entscheiden muß, welchen Weg ich gehe."

Kreuzung... sie hatte manchmal davon gehört... diese 'Schicksalsentscheidungen', von denen manche Menschen so furchtsam erzählten, die angeblich alles umwälzten und völlig unvorhergesehen kamen... gab es das überhaupt?
"Es ist doch nicht so, daß du morgen aus Grimwould rausgeworfen werden würdest, was soll das, Viola?" Wovor hatte das Mädchen wirklich Angst?
"Shhhht... lass ab, Viola", antwortete sie behutsamer, als es ihre Gedanken waren, "Wenn du eben dieser Angst weiter Raum gibst, verlierst du dich selbst nur schneller, als du dich fürchten kannst."
Sich verlieren... das war es! Die Verderbnis der Geistigkeit, wenn die Gedanken sich zerfaserten und nichts als Angst vor dem Nichts daließen.
Einmal hatte seine Gnaden Ithamar sie ermahnt, nun mahnte sie, versuchte, etwas weiterzugeben:

"Du kannst nicht wissen, wohin der Weg führen wird - das weiß niemand.
Was fürchtest du?"
"Alleine zu sein. Meine Familie zu verlieren, die sich langsam selbst auflöst."
"Nichts löst sich von selbst auf", gab die Ritterin der Kritik in ihren Gedanken Raum und bemühte sich, damit das Gespräch zu lenken. Es war schwierig bis unmöglich - sie stieß an die Grenzen, denen Violas unreifer Geist unterlag. Also musste statt Begreifen hoffentlich zuerst ein Verstehen genügen.
"Was du in deinem Leben erfahren hast, sind zwei Sorten an 'Familie', Viola, und wie fast alles im Leben hat beides seine Vor- und Nachteile...
Das eine ist die Familie deiner leiblichen Eltern, auch deine Schwester. Dein Blut, es wird ganz egal sein, was geschieht, sie werden Familie bleiben. Doch das heißt nicht, daß dein Herz an sie gebunden wäre...
Das, was du aber nun zu verlieren fürchtest, ist die andere Form von Familie... diese suchst und bindest du mit Liebe an dich. Sie kann sehr erfüllend sein - doch niemals wirst du sie mit aller Sicherheit halten können, denn das würde bedeuten, sie regelrecht einzusperren und für dich einzunehmen - etwas, was ihre Liebe zu dir auf sicher töten wird.
Wenn du deine Liebe gibst, macht es keinen Sinn, dich davor zu fürchten, sie zu verlieren...
es kann immer geschehen, es ist der Vor- und Nachteil der Sache, auch wenn es schmerzt. Was du wahren kannst, ist Erinnerung. Was du wahren kannst, ist dein Wille, auf jemanden zuzugehen, deine Liebe zu geben oder, wenn es beginnt, auch nur anzubieten.
Der Clan kann dir keine leibliche Familie sein, die du nie verlierst, denn das ist nicht wahr."
Sie sah Viola an. Verstand sie? Sie nickte. Doch die Angst, eines Tages wieder allein zu sein, war geblieben. Sie stand nicht auf eigenen Füßen, ruhte nicht in sich... und wahrscheinlich war das für ein zwölfjähriges Mädchen auch schlicht zuviel verlangt.

Erst in diesen Momenten war Darna selber in der Lage, für die Tatsache die Augen zu öffnen, daß Viola eine stützende und helfende Hand nicht nur für einen Tag, ein Problem benötigen würde... sondern vielleicht noch Jahre, es war eben so.
Vielleicht wuchs sie, das Wesen ihres Körpers einholend. Wenn nicht, würde es auf Dauer vielleicht gefährlich werden, denn jeder, der nicht um ihr inneres Wesen wusste, erwartete mehr von ihr.
"Wenn ich gehe, habe ich kein Anrecht mehr, dort zu leben. Aber wisst Ihr... ich beginne, mich immer weniger mit ihnen zu identifizieren."
"Was bist du dann stattdessen, Viola?"
"Ich weiß es nicht", erklang die verwzeifelte Antwort. Sie atmete durch. Ja, da lag das Problem - und sie hatte selber keine Lösung dafür zur Hand.

Sie war bis zu einem gewissen Grad streng geblieben, bis zuletzt - und einige Worte später wurde offensichtlich, daß Viola dem weder etwas entgegenzusetzen hatte, noch ihre Trauer und Hilflosigkeit überwinden konnte.
Als erneut die tränengefüllten Kinderaugen sie matt und verloren ansahen, war es Zeit, selber einen anderen Weg zu gehen als bis jetzt.
"Ist gut", sprach sie leise und stand aus dem Sessel auf, trat neben den von Viola. "Komm mit" - ohne weitere große Vorwarnung legte sie ihren einen Arm um Violas Rücken, mit dem anderen griff sie unter die Beine und hob die zierliche Gestalt aus dem Sessel. Fast erschreckte es die Ritterin, feststellen zu müssen, wie leicht sie war.
"Es ist genug für heute", sprach sie ruhig und steuerte nach etwas Nachdenken auf Violas Kammer zu, bettete sie dort behutsam auf die große Matratze. "Morgen wird die Welt nicht untergehen und du wirst auch nicht alleine sein. Also schlaf ohne Sorge, ja?"
Sie strich eine Strähne aus Violas Stirn und brachte sogar ein vorsichtiges Lächeln zuwege. Die Kleine war am Ende, schlief schon fast ein. Hoffentlich gab Schlaf ihr etwas der ersehnten Ruhe. Sie zog ihr die Stiefel aus und deckte sie zu.

"Darna?", hörte sie sie leise murmeln.
"Ja, ich bin hier. Und bleib es auch..." Sie zog sich den kleinen Hocker aus der Waschecke rüber. Ihre Worte meinten jedoch nicht nur diese Nacht...
"Bin... ich hier zuhause?"
"Du bist Zuhause, wo dein Herz es dir sagt, Liebes", antwortete sie sacht, "Hör darauf. Wenn es hier ist, ist es eben hier."
"dann... bin ich gerade... zuhause..."
Eine ganze Weile sah sie auf die schmale Gestalt, bis der Atem gänzlich ruhig kling, der Kummer besänftigt war. "Schlaf gut, Viola", flüsterte sie leise und richtete sich auf die Aufgabe ein, da zu sein, sollten Alpträume das Mädchen aus dem Schlaf reißen.

Verfasst: Mittwoch 7. Juni 2006, 15:51
von Viola Ser´Rhal
Träume. Träume sind Orte, an die sich der Geist flüchten kann, wenn er nicht weiter weiß. Wenn man träumt, dann denkt man nach … ob es einem nun bewusst ist oder nicht.

Viola schlief, sie war totmüde und erschöpft. Die letzten zwei Tage war viel geschehen. Ein Gespräch mit ihrem Vater über ihre Zukunft, über ihre Stellung im Clan und ihrer Familie. Dazu dann noch ein weiteres Gespräch, welches sie mit Darna geführt hatte, doch all diese Worte die sie wechselte unterschieden sich zu denen, die sie letztens noch geführt hatte; sie waren fern von Angst und Unklarheiten, sie waren hoffnungsvoll. Ihr Vater, der den Umschwung in ihr zu spüren schien, der ihr sagte, dass sie immer Willkommen sei, ganz egal was sein würde. Darnas Worte, dass sie niemals alleine sein würde, und niemals fallen gelassen werden würde, wenn sie ihren Weg beschreiten würde. Und dann war da natürlich noch die Frage gewesen die ihr Darna gestellt hatte; die Frage, was sie eigentlich erreichen wollte und was sie erwartete.

Sie schlief, seelenruhig und still. Die Träume kamen, sie brachten Veränderungen mit sich, sie brachten Gedanken mit sich und ehe sich Viola versah, fand sie sich in Grimwould wieder. Die Taverne war leer, nur das Prasseln des Feuers erfüllte den Raum. Sie sah sich um und dann erkannte sie die kleine Gestalt auf der Bank, wie sie dasaß, ihre nackten Füße baumeln ließ und dann hochsah. Ein junges Mädchen, vielleicht elf oder zwölf Jahre alt, langes, seidiges, schwarzes Haar und einen ruhigen Blick auf sie gerichtet. Viola betrachtete sich selbst, betrachtete das, was wohl auch ein teil von ihr war, betrachtete den jungen Teil ihrer Seele. Sie hatte damals versucht, diesen Teil zu verdrängen, Erwachsen zu sein und nicht mehr ein Kind zu sein, doch sie selbst hatte es zu spüren bekommen, dass sie noch lange nicht so Erwachsen war, wie sie immer gewollt hatte. Mittlerweile hatte sie es akzeptiert, angenommen, sie war nun einmal was sie war und ihr Bewusstsein zeigte ihr diesen Zustand so. Das Mädchen lächelte sanft. „Du denkst nach! Vieeeel zu vieeel nach!“ und das Mädchen grinste sie an. Viola schüttelte den Kopf. „Nein, ich habe mir nur Sorgen gemacht, weißt du? Es wird sich einiges ändern …“ Das Mädchen legte den Kopf schief und betrachtete sie. „Heißt dass wir gehen weg vom Clan?“ Viola verzog die Miene. „Wir“. Aber es war nun einmal so, es war immer stärker geworden, je mehr sie es verdrängt hatte, und nun akzeptierte sie es, es gab zwei Teile in ihr und sie lebten beide gleichzeitig, der eine mal mehr, der andere mal weniger stark. Doch nun schüttelte Viola den Kopf, hielt aber inne. „Ich weiß es nicht, noch nicht. Weißt du, es hat sich sovieles geändert, nie konnte ich immer zur Gänze sagen, ich bin eine von ihnen. Egal wie oft Dah sagt, ich bin so sehr eine von ihnen solange ich mich so fühle, so ist da immer etwas. Und seit ich hier bin … es ist vieles im Wandel.“ Und sie setzte sich neben das Mädchen, sah in das Feuer, aber sie lächelte, sie war nicht traurig. „Aaaaaalso bist du noch unschlüssig … aber was ist wenn du dich entschieden hast? Ist dann nicht ein Leben vorbei? Entweder Grimwould oder das Leben in der Stadt und unter anderen Menschen, das geht doch nicht beides.“ Nun lächelte Viola sanfter, sah beiseite und schüttelte den Kopf.

„Nein, weißt du … ganz egal wo wir hingehen, ganz egal welchen Weg wir am Ende wählen, die Menschen die uns lieb haben und denen wir wichtig sind, die bleiben uns immer erhalten. Weißt du ich hatte große Angst vor dieser nahenden Kreuzung aber jetzt weiß ich, dass ich den Weg mit einem ruhigen Gewissen wählen kann, den ich möchte, der mich glücklich macht, denn etwas anderes würden sie alle nicht wollen. Seit ich mit Dah und der Lady geredet habe, verstehe ich das nun … sie wollen nur dass ich glücklich bin und es mir gut geht, und sie werden immer da sein, wenn ich sie brauche.“

Ein Schweigen trat ein, ehe es wieder schwarz wurde und sie in einen tieferen Schlaf verfiel. Sie lächelte im Schlaf, kuschelte sich in die Decke ein und seufzte glücklich. Bald würde die Kreuzung kommen und sie sah ihr entgegen mit Zuversicht im Herzen. Und ganz leise hörte sie noch eine Kinderstimme murmeln.

„Versteh ich nicht …“

Verfasst: Mittwoch 14. Juni 2006, 12:18
von Viola Ser´Rhal
Mörder. Das Wort saß tief in ihrem Geist. Berchgard. Mörder. Es rückte etwas tiefer. Adrenalon war sein Name gewesen. Er hatte den Clan als Mörder bezeichnet. Mörder. Sie hatte angefangen wütend zu werden, hatte sich beherrscht ihn nicht anzuspringen oder ihren Bogen zu zücken und ihn niederzuschießen, hatte versucht ihm ruhig entgegenzutreten, doch die Wut war zu groß. Mörder. Sie hatte es ihm entgegengebrüllt, jene Worte die so undurchdacht, so falsch waren, die aus purer Wut aus ihr kamen und dann war sie gegangen. Mörder.

Sie hatte Darna einige Zeit später getroffen, sie redeten ruhig über Violas Zukunft, ihre Bitte die sie an Darna getragen hatte und dann kam jenes Thema zu Sprache. Viola verfluchte Adrenalon, sprach über ihn, dass er in allen Clanern doch Mörder sah, ganz gleich ob sie dabei gewesen wären oder nicht. Woher wollte er wissen dass sie dort war? Zu jener Zeit lag sie mit Fieber in den Fellen, alleine und wartete darauf, dass die Mitglieder zurückkamen von einer nächtlichen Aktion, von der man ihr nichts gesagt hatte. Sie war nie dabei gewesen, nie hatte sie Blut vergossen und doch verurteilte er sie. Sie war wütend und sie erhoffte sich von Darna, eine Rechtfertigung dieser Wut, sie würde verstehen. Doch es kam anders.

„Ich werde dich an deine Worte erinnern, wenn du das nächste mal über einen Menekaner oder einen Magier so schimpfst“

Es war wie ein Schlag ins Gesicht, und doch war es die Erkenntnis die schmerzte. Sie verfluchte diesen Adrenalon für seine Gleichstellung, doch was hatte sie getan? War sie es nicht, die nach der Konfrontation mit dem Menekaner im Schloss einen jeden seines Volkes als falsch beschimpft hatte? Hatte sie nicht seit jener Nacht als sie diese Magie vergiftet hatte, eine Abneigung gegen sie alle, egal ob sie etwas dafür konnten, egal ob sie Gutes oder Böses taten? Sie war nicht besser, nicht ein Stück und diese Erkenntnis tat weh. Doch es sollte nicht bei einer Erkenntnis bleiben.

Darna war mit ihr zu einem Schrein gegangen. „Gerechtigkeit“ hatte sie ihr erklärt. Jene Schalen, die gleich voll sein mussten, um die perfekte Wahrheit zu bilden. Doch selbst das geringste eigene Urteil, konnte sie zu Sturz bringen. Darna hatte viel geredet, Viola hatte ihr aufmerksam gelauscht und dann hatte sie Viola quasi auf einen Kurs gesetzt, vor dem sie Angst hatte. Adrenalon, sie könnte mit ihm reden, Darna sagte, er wüsste nun einige Dinge mehr. Doch was brachte es? Würde er sie nicht auslachen wenn sie ihre Schuld eingestand? Würde er nicht herabwertend blicken, wenn sie ihm das erzählte, was sie Darna erzählt hatte? All diese Fragen schnürten sich wie ein festes Band um ihren Verstand, und Darna bemerkte dies. Angst. Sie hatte es richtig gesagt, Viola hatte Angst und sie war im Begriff vor diese davon zu laufen. Und doch, je mehr sie Darnas Worten lauschte, desto zuversichtlicher wurde sie. Sie konnte sich dieser Angst stellen, sie versuchen zu bekämpfen und zu meistern. Sie würde nie im Voraus wissen, wie das Ergebnis ausfallen würde und doch, mehr als es versuchen konnte sie schließlich nicht.

Als sie und Darna zurückgekehrt waren und sie alleine im Bett lag, blinzelte sie an die Decke. Sie war hier um zu lernen und allmählich verstand sie. Sie lernte, teils ohne es wirklich zu merken, doch sie lernte auch spürbar. Dies war ein solcher Moment in dem sie spürte, dass sie lernte. Egal was Adrenalon am Ende von ihr denken würde, sie würde ihre Worte sagen, sie würde das darbringen, was sie wirklich erfüllte. Dies war ein Ziel, und sie würde dieses Ziel erreichen. Ganz gleich wie schwer es sein würde, den Mund zu öffnen und eigene Schuld einzugestehen.

Sie schloss die Augen und gab sich dem Schlaf hin.

„Wieso eigentlich Mörderin?

„Halt den Mund und schlaf.

Verfasst: Mittwoch 14. Juni 2006, 21:08
von Viola Ser´Rhal
Hätte ihr Quartier eine Tür gehabt, hätte sie nun die Tür hinter sich geschlossen und wäre an dieser zu Boden gesunken. Mit einem Vorhang an Stelle der Türe, wäre dieses Unterfangen wohl eher in der Lächerlichkeit verfallen und zudem hätte es sicher noch weh getan wenn der Vorhang nachgegeben hätte, also warf sie sich aufs Bett und vergrub den Kopf unter ihrem Kissen. Ein leiser, erstickter Schrei entwich ihr und dann ging es ihr besser.
Sie war ins Kastell gegangen, sie hatte Adrenalon treffen wollen. Ein Briefwechsel hatte den Treffpunkt ausgemacht und nun stiefelte sie mitten auf den Innenhof zu. Sie sah sich um und dann stand er da, Adrenalon. Ein dicker Kloß machte sich in Violas Hals breit und mehr als ein Nicken brachte sie nicht fertig. Kurz und bündig waren die Begrüßungsfloskeln, als sie dann beide ins Kastell gingen, in einen der Räume. „Setz dich wohin es dir beliebt …“ sie nickte und hielt dann innerlich inne. Hatte er sie gerade geduzt? Sie war eine erwachsene Frau, nunja Äußerlich jedenfalls, und er duzte sie? Sie zweifelte ziemlich am Anstand der Gardenmitglieder, setzte sich jedoch. Nun stellte er sich ihr gegenüber, lehnte sich an den Tisch. War das hier ein Verhör und sie die böse Frau die am Stuhl gekettet war? Adrenalon fing ihren Blick ein und erklärte, er stünde lieber, was Viola dann nur mit einem Nicken abtat.

Sie hatte sich ihm erklärt, sie sagte ihm, was jene Worte die er und andere zu ihr sagten, Mörder , für sie bedeuteten, dass sie weh taten und dass sie selbst nicht einmal in jener Nacht dabei gewesen war. Sie redete sich alles vom Leib, wobei jedes einzelne Wort war ein kleiner innerer Kampf für sie selbst und sie sah Adrenalon nie zur Gänze an. Doch zu ihrer eigenen Überraschung hatte der Krieger auch Fehler seinerseits eingeräumt, hatte gesagt dass er wohl überreagiert hatte. Er sprach auch das Thema an, was für einige Sekunden ihre ganze, innere Mauer zerbrechen ließ. Er wusste es. Er wusste es von Darna. Er wusste dass sie noch ein Kind war und für einen Moment war diese Stärke, dieses Bollwerk des Äußeren komplett zerstört. Sie kämpfte sichtlich um ihr äußeres Erscheinen, doch wieder war er es, der beschwichtigte. Er sagte, sie sei sehr erwachsen für ihr Alter. Blieb ihr etwas anderes übrig? Nein. Und doch gaben sie ihr etwas mehr Ruhe, die Anspannung ihm gegenüber blieb jedoch.
Sie hatten sich beide ausgesprochen und am Ende des Gesprächs, konnte Viola auch ein sachtes Lächeln für den Krieger zu Stande bringen. Sie trennten sich mit freundlichen Worten und Viola machte sich zurück, ins Schloss auf.

Nun lag sie da, starrte die Decke an. Sie hatte es getan. Sie hatte sich dieser Angst gestellt. Und bei allen Göttern, es war weitaus grausamer gewesen als sie es erwartet hätte. Und doch, es hatte etwas Befreiendes an sich. Sie fühlte sich etwas besser, auch wenn die Gram und die leichte Scham immer noch in ihr wühlte. Sie hatte wieder gelernt, so wie sie es wollte. Sie würde auch weiter lernen, das war ihr fester Entschluss.

„Siehst du? Nun hast du Gewissheit und ihr habt euch ausgesprochen. Und du hast es gut gemacht“

Sie runzelte die Stirne. Konnte es sein dass diese innere Stimme gerade verflixt nach Darna klang? Sie schüttelte hastig den Kopf und schloss die Augen. Sie brauchte Schlaf.

Verfasst: Mittwoch 21. Juni 2006, 22:06
von Viola Ser´Rhal
Was für ein Tag. So viele Irrtümer die sich auf einmal eingefunden hatten, so viele Dinge die falsch verstanden wurden. In Grimwould hatten sie heute alle endlich ihre Ruhe gefunden, hatten sich gelegt und drohende Anfeindungen wurden im Keim erstickt. Darna, Viola, Falk und Leif, sie hatten sich ausgesprochen, den Irrtum den Viola angeleiert hatte, besprochen und alle schienen beruhigt zu sein, auch wenn für Viola selbst die Verwirrung wuchs. Hatte sie gedacht, dass Varuna immer mehr zu ihrem neuen Zuhause wurde, so weckte Grimwould wieder alte Sehnsüchte, das alte Spiel schien zu beginnen und doch nicht. Falk hatte mit ihr alleine gesprochen, hatte ihr gesagt was ihre Entscheidung bedeuten würde; nämlich nichts. Und doch, sie wollte sie nicht treffen, nicht jetzt. Es sollte bei der Aussprache zwischen Darna, Falk, Leif und ihr bleiben und Darna und Viola machten sich am gleichen Abend wieder zurück auf den Weg zum Schloss.

Sie lag in ihrem Bett, dachte nach, wartete auf ihre innere Stimme, wartete darauf dass sie die Nachdenklichkeit mit sich brachte, doch sie blieb aus, stattdessen ging alles schnell. Sie starrte an die Decke als es vor ihrem geistigen Auge erschien, das Bild.

Ein kleines Mädchen dass in Varuna an einen der Obststände steht und einen Apfel klaut …

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Eine Gruppe Menschen, allesamt Hünen, eine Frau, mit langen blonden Haaren und einem liebevollen Lächeln, daneben ein jüngeres blondes Mädchen, kaum älter als die junge Viola, sie beiden lächeln herzlich …

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Lautes Lachen, das schwarzhaarige Mädchen dass kichernd vor der Hünin wegläuft und dann von ihr durchgekitzelt wird, Ausgelassenheit und Freude …

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Blut an den Fingern, ein toter Körper vor ihr, die leblosen Augen des Jungens, kalte Blicke auf ihm, der Dolch fest umschlossen. Er war tot, er rührte sich nicht, er wollte es ja nicht anders … er hätte ihr das Gold geben können …

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Das Gefühl der Haare, welche ihr vom Kopf geschnitten wurden, die Scham die sie erfüllte wie ein Brennen. Schläge, Cailleans Ohrfeige, wie sie gegen die Holzwand gepresst wird …

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Der Jarl, überall Blut, auch in seinem Gesicht, ihr ganzer Körper nass, sie zittert, nur sein Gestarre, er starrt sie nur an und schweigt, unerträgliches Schweigen

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Ein riesiges Etwas, ein Schlangenwesen dass sich aufbäumt, in seiner Hand leuchtet etwas. Ein unglaublicher Schmerz der sich breit macht, Dunkelheit, Stimmen … Schmerzen, Tod? Nein … etwas anderes …

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Der Blick in den Spiegel, ein erwachsener Körper, Aurian … ihr aufmunterndes Lächeln. Leif, der Hüne, ihr Vater.

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Erinna, sie geht, sie musste gehen. Ihr Lächeln, so warm und freundlich, so anders heute …

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Ein Dolch der sich durch das Fleisch schneidet, Schmerzen lenken ab … sie helfen dem Drang zu verstehen …

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Alvis, sein Lächeln, seine Nähe, seine Zärtlichkeit, Liebe … wo ist sie hin?

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Ein glühend heißer Schmerz am Rücken, die erste Narbe im Leben, bis heute.

Schnitt

Nähe, Geborgenheit, Zugehörigkeit. Berchgard … Blut und Schreie, Schmerzen und Eindrücke. Krieg

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Abwenden. Varuna. Eileen, Sicherheit. Der Graf. Sicherheit, eine schöne Abwechslung

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Eine junge Ritterin. Streng und geduldig, aber doch so sanftmütig wie eine tiefste Freundin, Geborgenheit, Wissen und Lektionen. Ein Halt für die Ewigkeit

Schnitt

Ein kleiner Junge, nein ein Mädchen dass ein Fuchs ist. Ein aufrichtiges Lächeln. Muttergefühle, Beschützerinstinkte, ein Freund für Ewigkeiten

Schnitt

Grimwould, ein Gespräch, eine Haltung. Sie alle sehen auf die schwarzhaarige junge Frau. Worte, sie hört zu und nimmt sie doch nicht ganz wahr. Enttäuschung, fremde Gefühle, Unsicherheit
Schnitt



Sie öffnete die Augen und richtete sich auf. Ihr nackter Körper löste sich vom Bett, griff in ihre Truhe und sie legte sich ihre Rüstung an, bis sie fest am Körper lag. Sie schulterte den Bogen. Für diese Nacht würde eine der beiden Stimmen versiegen, heute Nacht gab sie sich all dem Hass, der aufgestauten Wut und der Enttäuschung hin. Sie lief gerüstet aus dem Schloss, ließ die verwirrten Wachen zurück und verschwand in der Dunkelheit, bis sie nahe an das Räuberlager kam, welches fernab in den Wäldern lag.
Der frische Nebel am nächsten war geschwängert mit dem Geruch von frischem Blut und Tod.

Sie war ausgeglichen, sie war ruhig. Es war an der Zeit nach vorne zu sehen.