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Aushang: Erinnerung an die Tugenden!

Verfasst: Freitag 5. Mai 2017, 17:31
von Johanna Hohenhain
*Am markanten Plätzen der Kirche Temoras wird folgender Aushang zu finden sein, aber auch an abgelegenen Ortschaften werden diese wohl bewusst verteilt...*

๑۩۞۩๑Demut๑۩۞۩๑

Wir sind die Diener Temoras, ihre Werkzeuge, ihre Kinder.
Sie ist die höchste Macht über uns allen, die größte Gnade, die uns widerfahren kann.
Durch unsere Demut schenkt Temora uns die Kraft unsere Herzen rein vom Gift des Hasses zu halten.
Seid demütig, erkennt euren Platz.

๑۩۞۩๑Ehre๑۩۞۩๑

Es ist die Ehre, die uns über unseren eigenen Vorteil stellt, uns größer sein lässt als die Wahl des einfachen,
begierigen Weges. Es ist die Ehre, die uns festhalten lässt an Werten und Prinzipien,
die höher greifen als Politik und Gesetz. Ehre gewinnt nicht durch einen Sieg, sondern durch Entscheidungen,
die große Anerkennung verdienen.
Brecht nicht mit eurem Glauben und handelt nach ihm, in jeder Situation!

๑۩۞۩๑Geistigkeit๑۩۞۩๑

Erkennt und schaut tief in euch, hinterfragt und forscht. Öffnet euren Verstand, euren
Geist und euer Herz. Löst den Griff um die eigene Wahrheit zu öffnen und die andere zu begreifen.
Seid nicht blind und schaut über euch hinaus.

๑۩۞۩๑Gerechtigkeit๑۩۞۩๑

Gerechtigkeit darf niemals fern von Demut und Mitgefühl liegen.
Denn wir sind unvollkommen, sind nicht göttlicher Richter, sind nicht berufener Henker
und frei von jeder Schuldhaftigkeit. Wir können nur danach streben die Gerechtigkeit zu suchen
und müssen erkennen, dass wir selbst nicht vollkommen sind. So nehmt das euch
gegebene Licht um alle Seiten zu beleuchten, sichtbar zu machen und nichts im Dunkeln stehen zu lassen.

๑۩۞۩๑Mitgefühl๑۩۞۩๑

Verloren ist die Seele, die blind wurde für das menschliche Leid anderer.
Verdorben die Seele, die über Leid anderer spottet.
Einsam ist die Seele, die nur sich selbst kennt.
Öffnet ihr euch im rechten Maß und seid treu auf dem Weg des Mitgefühls und der Barmherzigkeit,
so werdet ihr selbst Gnade erfahren.

๑۩۞۩๑Opferbereichtschaft๑۩۞۩๑

Nichts ist reiner und im Glauben aufgehender als die Bereitschaft des Opfers, gegeben aus vollkommener
Zuversicht und reinen Glaubens. Ehrt die Opfer anderer und wählt eure eigenen weise. Zu verzichten
bedeutet immer etwas aus großzügiger Hand zu geben, etwas zu verlieren immer jemanden zu
beschenken - und am Ende selbst reicher zu sein.
Habt keine Angst auf etwas zu verzichten, wenn es Temora dient.

๑۩۞۩๑Tapferkeit๑۩۞۩๑

Mutig ist es, den anderen aufzufordern, tapfer ist es, die Konsequenz zu ertragen.
Temora legte uns die Tapferkeit an Herz und Seele, damit sie es ist, die unsere Wege leitet.
Nichts ist uns mehr Schild als die Tapferkeit, die Gewissheit von Temoras Gunst, Liebe und Gnade.
Seid tapfer, ihr, die ihr euch fürchtet, damit aus eurer Furcht nie Zorn erwachse.



Diese Erinnerung geht an alle, die im Glauben an Temora leben, gleich welche weltlichen Grenzen dieses Leben einschließen. Eure Seelen sind geboren um Licht zu sein und Licht zu geben. Wer jedoch im Konflikt die Tugenden vergisst, der streckt keinen Gegner nieder, sondern seinen Glaubensbruder und seine eigene Seele. Wer Furcht in die Welt trägt, der sät Hass und ebnet den Boden für Alatar und seine Diener. Wer Feuer und Schwert - empfangend oder gebend - der Gnade vor allen anderen Möglichkeiten vorzieht, der tritt von Temora zurück.
Seid aufgerufen auf sie zu zu gehen, Hass, Furcht, Intrige und Not beiseite zu stellen und euch im Namen der wahren Schwertmaid und Lichtbringerin den tugendhaften Wegen zuzuwenden.


Johanna Hohenhain
- Priesterin der Herrin Temora -

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05. Eluviar 260

Re: Aushang: Erinnerung an die Tugenden!

Verfasst: Montag 10. Juli 2017, 23:49
von Johanna Hohenhain
*Am markanten Plätzen der Kirche Temoras wird folgender Aushang zu finden sein, aber auch an abgelegenen Ortschaften werden diese wohl bewusst verteilt...*

Alatar war der erste Lügner, der die Menschen entzwei riss. Aus seinem Munde drangen List, Trug und Unwahrheit in den Geist der Menschen. Eingeflüstert wurde ihnen all das Schlechte, was von Eluive und Getares ausgehen sollte - um sie zu entfremden und sich zwischen sie zu drängen. Das Volk der Menschen verlor die Orientierung, begann selbst seinem engsten Nachbarn zu misstrauen und auch seinem eigenen, gefestigt gedachten Glaube an ihre Schöpferin und ihren Behüter. Dies ebnete den Boden für viele Jahre und Generationen eines leidvollen, blutigen Bruderkriegs.

Es sind die Lehren der Herrin Temora, die uns in Demut, Gerechtigkeit und gebeugtem Knie lehren anderen etwas zuzutrauen und ihnen auch unser Vertrauen zu schenken. Vertrauen ist die satte Erde für alles Fruchtbare, was für unsere Zukunft gedeihen soll. Doch steht über alle dem der diamantene Kodex unter dem Leitwort des rechten Maßes. Wir dürfen nicht blind werden, nicht stumm und unsere Zunge nach vorgesprochenen Worte richten, ohne uns selbst zu hinterfragen und die Wahrheit darin zu suchen. Ständiges Misstrauen schadet der Seele, dem Charakter, nicht minder als anderes Extrem.

Es ist eine dem Menschen vorgelegte, gar fast unlösbare Aufgabe die einzig wahrhaftige, reine und echte Wahrheit zu erkennen. Unsere Seelen sind von göttlichen Licht und unsere Weisheit gedeiht mit unseren Erfahrungen: Doch Einblick haben nur die Götter über das Ganze, über das Große. Wir betrachten es, klein und voller Staunen, aus unserem Blickwinkel, aus der Sicht, die uns gegeben wurde. Mögen zwei Menschen auf unterschiedlichen Seiten eines Hauses stehen, sie beschrieben ein und das selbe doch anders. Wir aber haben die Möglichkeit uns zu bewegen unsere Augen, unser Gehör, unsere Seele auszubreiten und aufnehmen zu lassen, was ein anderer sieht. Und so wird sich das Bild des Hauses langsam vervollständigen. Haben wir Gnade mit uns und erbitten die reinigende Gnade der Herrin, dass unser Blick nicht allumfassend ist. Unsere Wahrheit wird stets eine Farbe tragen: unsere.

Doch sei daran erinnert, dass wir Unrecht tun, dass wir dann gegen das Gebot der Gerechtigkeit verstoßen, wenn wir die Wahrheit beginnen zu drehen und zu wenden, wenn wir auswählen welche Hälfte wir nutzen und welche unseren Absichten schadet. Absichtlich oder im blinden Selbstbetrug. Ist es nicht die Heilige Stärke die uns sagt, auf dem Weg der Tugend zu bleiben und ihn nicht einfach zu verlassen, wenn es uns bequem wird?

Hinterfragen wir uns alle, belügen uns nicht selbst, suchen nach der Wahrheit, dem Licht Temoras und lassen uns nicht blenden von Lüge, List und Halbwahrheiten.


Johanna Hohenhain
- Priesterin der Herrin Temora -

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10. Cirmiasum 260