eine Ritterrüstung
Verfasst: Samstag 6. Mai 2006, 21:16
Nachdenklich summte sie die Melodie der Rabenballade vor sich hin, während sie Sandsturm striegelte und für einen längeren Ausritt fertigmachte. Sie hatte wahrlich immernoch genug um die Ohren, doch hierfür würde sie sich die gebotene Zeit nehmen.
Ihre Ritterweihe stand an, und sie sah die Wege, die sie zu den Schreinen zurückgelegt hatte, als essentiellen Bestandteil ihrer "Werdung" an. Und es schien ihr nicht recht, sich nachsagen zu lassen, sie hätte sie einmal pflichtgemäß aufgesucht und danach nie wieder.
Doch ihre Gedanken galten auch anderen Dingen.
Ritter. Gestern hatte sie mit einem seltsam mulmigen Gefühl ihr Kettenhemd weggehängt. Es würde bald ausgedient haben. Das Gespräch mit Luzcilla ging ihr wieder durch den Kopf. Dann die Ankündigung der Trainingseinheiten mit den Hinrahs... Nein, sie war kein "Krieger". Vor niemandem würde sie dies je auch nur zu behaupten wagen. Nahm seine Hoheit ihre Treue als Ritterin an, gewann er keine erstklassige Kämpferin. Doch darum ging es nicht - nicht allein.
Sicher war ein Ritter lächerlich, der nicht einmal wüsste, wie man das Schwert richtig in der Hand hält... doch mit mulmigem Gefühl sah sie dem Tag entgegen, an dem sie jemanden erklären musste, daß ein Ritter mehr oder sogar auch nur anderes zu sein hatte als ein hervorragender Krieger. Sie hatte das Gefühl, bei Luzcilla darin versagt zu haben, denn es war teils bei der Garde eine ähnliche Problematik.
"Oder hat sie nicht begreifen wollen?", ging es ihr bedauernd durch den Sinn.
"Die fort führende Verzweigung des Temorakreuzes...", wehte es recht ungeordnet assoziierend in den schweifenden Gedankenfäden.
Ihr Blick fiel auf das ins Leder geprägte Wappen ihres Sattels und sie fand zu ihrem zuvor angestrebten Gedankengang zurück. Kampfkunst hin oder her, eine Rüstung würde sie brauchen. Eine Rüstung, die dem Ritterstand würdig wäre, sobald es ihre Finanzen zuließen.
Wenn Anggosch Hammergrund sich tatsächlich weiterhin dazu bereiterklären sollte, sogar aus Zwergenhand... fast tat es ihr leid, daß sie Meister Thancreds bisherige Arbeit nicht mit diesem Werkstück "belohnen" konnte - ein Schmied, der seine Kunst liebte, sollte an etwas Außergewöhnlichem doch Gefallen finden, oder?
Und eine Rüstung zu verzieren, daß jeder erkennen konnte, wen er vor sich hatte...
"Ein Ritter hat nichts zu verbergen!", hallte die Lehre aus jungen Knappentagen durch ihren Sinn.
Am meisten gefielen ihr die Vorstellungen, die sie bisher zum Helm hatte.
Ein Visierhelm, natürlich. Und noch immer würde sie darauf bestehen, daß er ihr Gesicht bestmöglichst schützen sollte. Stand sie auch zu ihrem Leben mit all seinen Konsequenzen, die es bislang gehabt hatte, so wollte sie weiterhin diesem Alptraum entgegenwirken, ihr Antlitz ganz zuschanden geraten zu lassen.
Mit diesem Helm wollte sie niemandem "Temora mit Euch" sagen müssen, ohne daß er es nicht auch schon zuvor sähe...
Einem Adlerkopf sollte der Helm nachempfunden sein. Mit heruntergeklapptem Visier dem Sinnbild der Herrin Rechnung tragend. Professionell abgepolstert durfte er ruhig eng anliegen, sie mochte das Gefühl nicht, den Kopf in eine Kirchenglocke zu stecken, wenn sie den Helm aufsetzte. Der Nackenschutz und die Kanten in nachempfundenem metallenen Federsaum auslaufend...
Schon bei der Vorstellung davon leuchteten Darnas Augen zufrieden.
Am Harnisch lag es sodann, zu zeigen, aus welchem Hause sie kam - mittig und groß sollte der springende Hirsch darauf prangen. Die Klingenbrecher an den Schultern konnte man mit nach unten gewendeten Geweihgabeln verzieren. Es wäre unsinnig, die Klingenbrecher dafür tatsächlich zu durchlöchern, doch mit Beschlägen sollte sich der Anschein nachempfinden lassen.
Und hoffentlich kam Herr Hammergrund nicht auf die Idee, ihr diese hier teils vertretene Harnischform andrehen zu wollen, die es bei Frauen lediglich darauf anzulegen schien, strategisch wichtige Bereiche wie die Brust oder die Seiten möglichst offen zu lassen...
Mißbilligend schüttelte Darna den Kopf und legte die Striegelbürste beiseite.
Sie musste nicht unförmig aufs Schlachtfeld ziehen, sicher ließ der Harnisch sich so gestalten, daß die Linienführung auf einen weiblichen Körper darunter hinwies, doch sie rüstete sich doch nicht, um Männern den Kopf zu verdrehen - die Rüstung sollte durchaus "was hermachen", jedoch nicht so.
Kleine Abbildungen des Wappens an den Gelenkplatten eingraviert?
Sie zog die Sattelgurte fest. Wenn es machbar war... Ansonsten machte es sicher auch einen guten Eindruck, wenn sich in nachempfundenen Schwungfedern die Zier vom Helm wiederfand.
Mit einem leisen Seufzen zog sie sich in den Sattel und ordnete die Zügel, ehe sie sich daran machte, die Stadt zu verlassen. Ihr Wappenschild an der Seite, die Lanze in der Hand und eine der somit geehrten Stützen des Reiches, für jeden erkennbar - Darna von Elbenau.
Und dieser Traum schien zum Greifen nah...
Ihre Ritterweihe stand an, und sie sah die Wege, die sie zu den Schreinen zurückgelegt hatte, als essentiellen Bestandteil ihrer "Werdung" an. Und es schien ihr nicht recht, sich nachsagen zu lassen, sie hätte sie einmal pflichtgemäß aufgesucht und danach nie wieder.
Doch ihre Gedanken galten auch anderen Dingen.
Ritter. Gestern hatte sie mit einem seltsam mulmigen Gefühl ihr Kettenhemd weggehängt. Es würde bald ausgedient haben. Das Gespräch mit Luzcilla ging ihr wieder durch den Kopf. Dann die Ankündigung der Trainingseinheiten mit den Hinrahs... Nein, sie war kein "Krieger". Vor niemandem würde sie dies je auch nur zu behaupten wagen. Nahm seine Hoheit ihre Treue als Ritterin an, gewann er keine erstklassige Kämpferin. Doch darum ging es nicht - nicht allein.
Sicher war ein Ritter lächerlich, der nicht einmal wüsste, wie man das Schwert richtig in der Hand hält... doch mit mulmigem Gefühl sah sie dem Tag entgegen, an dem sie jemanden erklären musste, daß ein Ritter mehr oder sogar auch nur anderes zu sein hatte als ein hervorragender Krieger. Sie hatte das Gefühl, bei Luzcilla darin versagt zu haben, denn es war teils bei der Garde eine ähnliche Problematik.
"Oder hat sie nicht begreifen wollen?", ging es ihr bedauernd durch den Sinn.
"Die fort führende Verzweigung des Temorakreuzes...", wehte es recht ungeordnet assoziierend in den schweifenden Gedankenfäden.
Ihr Blick fiel auf das ins Leder geprägte Wappen ihres Sattels und sie fand zu ihrem zuvor angestrebten Gedankengang zurück. Kampfkunst hin oder her, eine Rüstung würde sie brauchen. Eine Rüstung, die dem Ritterstand würdig wäre, sobald es ihre Finanzen zuließen.
Wenn Anggosch Hammergrund sich tatsächlich weiterhin dazu bereiterklären sollte, sogar aus Zwergenhand... fast tat es ihr leid, daß sie Meister Thancreds bisherige Arbeit nicht mit diesem Werkstück "belohnen" konnte - ein Schmied, der seine Kunst liebte, sollte an etwas Außergewöhnlichem doch Gefallen finden, oder?
Und eine Rüstung zu verzieren, daß jeder erkennen konnte, wen er vor sich hatte...
"Ein Ritter hat nichts zu verbergen!", hallte die Lehre aus jungen Knappentagen durch ihren Sinn.
Am meisten gefielen ihr die Vorstellungen, die sie bisher zum Helm hatte.
Ein Visierhelm, natürlich. Und noch immer würde sie darauf bestehen, daß er ihr Gesicht bestmöglichst schützen sollte. Stand sie auch zu ihrem Leben mit all seinen Konsequenzen, die es bislang gehabt hatte, so wollte sie weiterhin diesem Alptraum entgegenwirken, ihr Antlitz ganz zuschanden geraten zu lassen.
Mit diesem Helm wollte sie niemandem "Temora mit Euch" sagen müssen, ohne daß er es nicht auch schon zuvor sähe...
Einem Adlerkopf sollte der Helm nachempfunden sein. Mit heruntergeklapptem Visier dem Sinnbild der Herrin Rechnung tragend. Professionell abgepolstert durfte er ruhig eng anliegen, sie mochte das Gefühl nicht, den Kopf in eine Kirchenglocke zu stecken, wenn sie den Helm aufsetzte. Der Nackenschutz und die Kanten in nachempfundenem metallenen Federsaum auslaufend...
Schon bei der Vorstellung davon leuchteten Darnas Augen zufrieden.
Am Harnisch lag es sodann, zu zeigen, aus welchem Hause sie kam - mittig und groß sollte der springende Hirsch darauf prangen. Die Klingenbrecher an den Schultern konnte man mit nach unten gewendeten Geweihgabeln verzieren. Es wäre unsinnig, die Klingenbrecher dafür tatsächlich zu durchlöchern, doch mit Beschlägen sollte sich der Anschein nachempfinden lassen.
Und hoffentlich kam Herr Hammergrund nicht auf die Idee, ihr diese hier teils vertretene Harnischform andrehen zu wollen, die es bei Frauen lediglich darauf anzulegen schien, strategisch wichtige Bereiche wie die Brust oder die Seiten möglichst offen zu lassen...
Mißbilligend schüttelte Darna den Kopf und legte die Striegelbürste beiseite.
Sie musste nicht unförmig aufs Schlachtfeld ziehen, sicher ließ der Harnisch sich so gestalten, daß die Linienführung auf einen weiblichen Körper darunter hinwies, doch sie rüstete sich doch nicht, um Männern den Kopf zu verdrehen - die Rüstung sollte durchaus "was hermachen", jedoch nicht so.
Kleine Abbildungen des Wappens an den Gelenkplatten eingraviert?
Sie zog die Sattelgurte fest. Wenn es machbar war... Ansonsten machte es sicher auch einen guten Eindruck, wenn sich in nachempfundenen Schwungfedern die Zier vom Helm wiederfand.
Mit einem leisen Seufzen zog sie sich in den Sattel und ordnete die Zügel, ehe sie sich daran machte, die Stadt zu verlassen. Ihr Wappenschild an der Seite, die Lanze in der Hand und eine der somit geehrten Stützen des Reiches, für jeden erkennbar - Darna von Elbenau.
Und dieser Traum schien zum Greifen nah...