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In einem Haus in Schwingenstein ..
Verfasst: Dienstag 18. April 2017, 11:55
von Lyx Landerwal
.. dringt noch bis zum Sonnenaufgang gedämpftes Kerzenlicht aus den kleinen Spalten zwischen den Fenstervorhängen. Das Dörfchen genießt eine beinahe windstille Nacht, nur hin und wieder rascheln die Blättern wenn eine Windböe von den massiven Häusern gespalten und auf die Sträucher gelenkt wird. Die romantische Geräuschkulisse beschränkt sich auf idyllisches Zirpen der Grillen und unwirschen, männlichen Ausrufen wie: "Geh aus dem Weg elendes Vieh!", "Hör auf mich zu beißen, verflucht nochmal!" oder auch "Bei den Göttern, FRISS das nicht!" Wenn man ganz genau hinhört, kann man auch ein "Halt den Mund.", sowie ein "Lass mich in Ruhe." in Zimmerlautstärke vernehmen.
Ab der sechsten Morgenstunde wird ein Besucher eine durchgängig gesäuberte Küche vorfinden. Die Überbleibsel der vorangegangenen Nacht sind mehrere, schmutzige Tücher die offenbar ohne System in die Wiese im Vorgarten geworfen wurden und mehrere Kratzspuren auf verschiedenen Hautstellen eines Schreibers, der vollkommen erschöpft auf seiner Strohmatratze schlummert.
Verfasst: Donnerstag 20. April 2017, 13:40
von Johanna Hohenhain
Wohlig kitzelten ihr die ersten Sonnenstrahlen in der feinen Nase, die unter der dicken, warmen Bettdecke hervorschaute. Es folgte der erste Arm und langsam auch der zweite aus der gemütlich warmen Höhle, und wurden beide unter einem Gähnen nach oben ausgestreckt. Gar noch immer ein wenig verschlafen blinzelte sie dem anbrechenden Tag entgegen und war nicht wirklich willig in den ausgekühlten Schlafraum unter dem Dach des Hauses zu treten. Und jemand wollte ihr das wohl auch bestätigen.
Eingerollt und friedlich lag das süße Kätzchen auf ihren Füßen, eingemuckelt in eine Mulde, die es sich in Johannas Bettdecke gedrückt hatte. Ob sie wohl schon die ganze Nacht so fein und artig gelegen hatte?
Die Priesterin setzte sich auf und kraulte der kleinen Jägerin das Fell, die ein gar entzückendes Mauzen von sich gab und selbst auch einmal ausgiebig die Samtpfötchen streckte. Was für ein friedlicher Tagesanfang...
Verfasst: Freitag 21. April 2017, 13:22
von Lyx Landerwal
Zur Mittagsstunde hat sich ein Mantel völligen Schweigens über das kleine Heim ausgebreitet. Die menschlichen Bewohner sind aus dem Haus und nur noch die Katze thront mitten auf dem Küchentisch - ob das überhaupt erlaubt ist? - und lässt sich durch die einfallenden Sonnenstrahlen das Fell aufheizen. Aufmerksam wird sie erst, als eine fette Fleischfliege tief brummend die Dreistigkeit besitzt, kurz vor dem Katzenmäulchen vorbeizufliegen. Schon bald hat der Eindringling seinen Landeplatz, in Form eines leicht angefaulten Apfels, gefunden. Es würde nicht mehr lange dauern, bis der süßliche Geruch in der Luft eine Intensität erreicht hatte, die auch bei menschlichen Nasen für Aufmerksamkeit sorgte. In der Zwischenzeit jedoch war da nur die Fliege und eine Katze, die viel zu gut ernährt war um auch nur eine einzige Pfote zu heben.