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Empfindungen, Erinnerungen

Verfasst: Mittwoch 3. Mai 2006, 09:12
von Livial N´antes
Sie schreckte hoch. Wieder aus dem Albtraum der sie schon lange nicht mehr vefolgte. Ihre hand strich wie aus Gewohnheit neben sich,
docjh spührte sie nur den kalten Waldboden, das vom Tau nasse gras und einige blätter und Pilze.

Sie war allein, wiedermals allein mit der Angst.
SIe hoerte die Hoerner als es zum Krieg gerufen wurde und so hatte sie sich tief in den Wald vorgetraut um diesem zu entgehen.

Sie wollte nicht hoeren und sehen wie arme mittellose menschen ihres Lebens Ende finden. Wollte nicht sehen das vielleicht sogar Menschen die sie liebte und verehrte den Tod auf dem Platz des Krieges fanden.

IHr Fuß war bei der wanderung aus versehen in eine Bärenfalle geraten und nur mit muehe konnte sie den nun fast zertruemmerten Fuß wieder herausziehen.
TRaenen liefen ihre Wangen entlang.

SIe konnte kaum gehen und die meiste zeit kroch sie auf allen vieren ueber den waldboden.Ihre Haut faerbte sich langsam gruenlich von dem Gras und den blättern. Ihre Kraft ließ Tag fuer Tag nach und sie fand auch keine essbaren fruechte.

Ihr Koerper wurde schwach und mager und jede bewegung schien ihr irgendwie schmerzen zu verleiten.
Sie dachte an ihren Bruder..ihren Zwillingsbruder.

Sie wusste er wuerde ueberleben..Sie haette es gespuehrt wenn es anders gewesen wäre. Sie dachte oft an ihn und hoffte ihm und auch Asteve moege es gut gehen.

Sie dachte an Cai, ihren liebsten den Sie in der letzten Zeit nie sah. Ob er sie verlassen hatte?
Als ihr dieser Gedanke kam foerderte das wieder viele Traenen zu tage welche ihre gruenbraune wange herab glitten und auf den Boden aufkamen.

Sie hoerte ein geräusch..War es ein Tappsen?
Sie blickte sich fast schon ein wenig ängstlich um ehe sie zwei gelbe augen in der dunkelheit erblickte. Leicht schauderte sie ehe sie sich dann auf dem boden zusammenroll.

Was hatte den Wolf angelockt?
Vielleicht das Blut und die offene Wunde an ihrem Fuß?

Verfasst: Donnerstag 11. Mai 2006, 14:45
von Livial N´antes
Sie erwachte und lag noch immer auf dem Waldboden. Der Wolf schien verschwunden und so erhob sie sich und humpelte weiter bis sie endlich eine vertraute stadt vor sich sah. Die gruenen geheimnissvollen aber unnahbaren augen glitten ueber die stadt rahal ehe sie sich abwendete und langsam den weg zu ihrem haus unternahm.
Es war leer und kalt. Der Wind schien die tuere aufgerissen zu haben und das Kaminfeuer war längst erloschen. Das was noch viel kaelter wirkte war die Leere die aus den Räumen ausging.
INnerlich zuckte sie zusammen bei den Gedanken und wollte es nicht wahrhaben.
Doch ein Gefuehl ließ sich nicht täuschen oder das Wissen was aus dem innern vermag zu kommen.
Er war weg..
Hatte sie verlassen und somit sein versprechen gebrochen immer bei ihr zu sein.
Innerlich spührte sie regelrecht wie ihr herz zerbrach. Wie die Lebenslust sank mit jeder traene die ihr in die augen schoss und die ihre wange befeuchten. Doch jegliche Traene half nichts sie spührte weder erleichterung noch wut oder erlösung. Sie fuehlte sich unendlich leer. Mit raschen schritten die mehr ein humpeln wurden durch den verletzten fuß sank sie ein in ihre welt. Schloss die augen und beruehrte das was ihr immer noch heilig war. Durch den Schmerz der fast ihre Sinne vernebelte hoerte sie noch die Melodie des Waldes und der Tiere und beinahe haette sie lächeln koennen.
Ihre Welt wuerde nie zerbrechen oder sie verlassen, denn sie war immer um und bei ihr.
Zaertlich strich sie ueber das was immer noch ihr Leben war.
Ein Stich durchfährt ihr Herz als wuerde er immer noch zustechen mit seiner bloßen abwesenheit. Sie hatte alles was sie wollte und doch nichts.
Was war dieses heimtueckische der Liebe?

Verfasst: Freitag 12. Mai 2006, 16:47
von Cai N´antes
Die verwilderte Gestalt schleppte sich mehr stolpernd als gehend durch den Tann. Die Kleidung von Rissen entstellt und mit Kletten, Erde und Dreck dafür nur so bedeckt. Das dunkelblonde, struppelige Haare fiel ins etwas verhärmte und ausgemergelte Gesicht und ein struppiger Bart bedeckte die restlichen, jungen Gesichtszüge. Einzig die braunen Augen, welche in der Farbe und sanfter Ausstrahlung an ein Reh erinnerten, leuchteten beinahe mit fiebrigem Grimm und machten die Schwäche des Körpers mit erbarmungsloser Stärke wett.

Rastlos, ruhelos und von irgendetwas mit Qual angetrieben stolperte das menschliche Wesen weiter und scherte sich nicht einen Moment um die Brombeerdornen, welche an den wohl einst recht schnittigen Leinenhosen rissen. Dann jedoch stiess die Stiefelspitze an eine breite Wurzel- er fiel und bevor das verwilderte Gesicht auf den Boden traf, hatten die Kräfte aufgegeben und am Moosboden fand ihn für wenige Augenblicke ein unruhiger Schlaf.

Sie war nicht zurückgekommen! Es war nicht nur ein Ausflug, es war doch Krieg und sie war nicht zurückgekommen. Nicht albern aufführen, nicht glucken- sie würde schon auftauchen. Doch sie kam nicht. Viel, viel zu spät hatte das junge Gemüt begriffen und die Hast hatte ihn mit der Erkenntnis gefressen. Zu schnell gepackt, wirr in den Wald gerannt... wozu? Nach Tagen ohne auch nur ein entferntes Lebenszeichen der Geliebten zu entdecken hatte er auch noch feststellen müssen, dass er keinerlei Anhaltspunkt in der Umgebung ausmachen konnte. Verlaufen!

Was war er für eine Hilfe? Keine, nur Last. Ein Stadtkind, noch immer- doch sie brauchte ihn, er brauchte sie... was konnte nicht alles geschehen sein! Ängstlich schob er den Gedanken beiseite und versuchte Nahrung nebenher auf der Suche zu finden. Wurzeln, Wild und natürlich Wasser. Es gelang mehr schlecht als recht, fehlten ihm doch die wichtigsten Werkzeuge und noch mehr... es fehlte ihm die Zeit. Wieder ging es gut- einige Tage. Er fokussierte all seinen Verstand auf das stumpfe Suchen und schob die bald überwältigende Panik weiter von sich.

Dann jedoch, vor wenigen Tagen hatte er den Wolf gesehen. Er kaute an einem Bündel Leder... obwohl das Tier weit entfernt war und bald auch ob seiner Anwesenheit das Weite suchte, so hatte es nicht lange gedauert, bis ihn die Entdeckung des zerkauten Lederfetzen wie eine Faust traf.
Ein Rucksack- ein fein gearbeiteter, doch schlichter Rucksack war es einst und er erkannte die letzte übrige Schnalle nur zu gut. IHR RUCKSACK!

Seitdem war alles anders. Er war gerannt, hatte geruften bis er heiser war, geschluchzt und geschrien. Irgendwann wollten auch die Füsse nicht mehr und das Stolpern setzte ein. Er musste sie finden... oder das was von ihr übrig war.... NEIN! NEIN! NEIN! LIVIAL!


Mit einem Aufschrei war er erwacht. Ein Tier verschwand im Unterholz ob dem plötzlichen Leben, was in die abgerissene Gestalt am Boden gefahren war und erinnerte ihn daran wo er sich befand.
Stumm rappelte er sich auf, registrierte nicht, dass Tränen über die schmuddeligen Wangen rannen und sich im Barte verfingen. Er lief weiter- er musste sie finden...