Seite 1 von 1

Öffentliche Stellungnahme

Verfasst: Dienstag 7. Februar 2017, 22:58
von Ailidia Wintereich
Am Kontor wird ein Plakat ausgehangen.


Liebe Bürger und Bürgerinnen, liebe Besucher Bajards,

am heutigen Abend wurde mir zugetragen, dass im Herzogtum Lichtental nach mir steckbrieflich gefahndet wird. Ich möchte dazu öffentlich Stellung nehmen.

Ich beging den Fehler, Abonnementwünsche zweier Bürger Alatariens an den Redakteur des "Schnatterers", Lyx Landerwal, zu übermitteln. Ich dachte mir nicht viel dabei, da mindestens bereits ein Düsterseer Bürger auf der Abonnementenliste des "Schnatterers" steht und die Zeitung bekanntlich auch im Rahaler Reich weit gelesen wird.

Durch ein Missverständnis lenkte dies den Verdacht des Verrats auf Herrn Lyx Landerwal, der entweder eine Zeit lang Lichtentaler Ratssekretär war oder es noch ist. Herr Landerwal zog seinen Kopf aus der Schlinge, opferte aber im Gegenzug mich.

Er kam nach Bajard, um mich im Auftrag der Ritterin Helisande von Senheit zu erpressen. Ich solle für das Herzogtum Lichtental in Rahal und anderswo spionieren - ansonsten würde ich verhaftet und in Adoran in den Kerker geworfen werden. Mir wurde gedroht, dass ich Lichtental andernfalls nie wieder betreten würden dürfe.

Ich fühle mich zutiefst schockiert, dass eine Ritterin zu einem so unehrenhaften und hinterlistigen Mittel wie Erpressung greifen würde. Ich wurde zuvor schon vom angehenden Ritter Heinrik Alsted bedroht - als schutzlose Frau in meinen eigenen vier Wänden. Ein den Werten Temoras und den Tugenden des Ritterstands höchst ungebührendes Verhalten.

Ich sehe mich als Bajarder Bürgerin fast völlig schutzlos diesen Machenschaften ausgeliefert. Lady Helisande geht es offenbar darum, an mir als regelmäßige Wandlerin zwischen den Reichen ein Exempel zu statuieren. Ich habe aber vier Jahre lang weder in Lichtental noch im alatarischen Reich Unmut erregt.

Derzeit hoffe ich auf die Hilfe und Unterstützung der Bürgermeisterin, da ich andernfalls völlig allein meinen Kampf gegen das mächtigste Reich auf Gerimorer Boden führen muss. Dies ist auch ein Angriff auf Bajard als Institution und Hafen zwischen den Reichen, da die mir gemachten Vorwürfe letztendlich jedem Bajarder Bürger und jeder Bürgerin gemacht werden könnten.

Mir wurde Unterschlupf in Rahal angeboten, ich weigere mich aber, mich nach so langer Zeit von hier vertreiben zu lassen. Auch wenn ich keinerlei Mittel habe, dieser Verschwörung gegen mich und Bajard angemessen gegenüber zu treten, möchte ich die Stellung und mein Ladengeschäft nicht aufgeben.


Gegeben am 07. Eisbruch 260

In tiefster Enttäuschung

Ailidia Wintereich.


Jegliche Versuche, das Plakat abzuhängen oder zu überkleben, werden von Jankel Uhlenbrock unterbunden.

Verfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 00:44
von Alguien Apuesto
Als er am Abend wie so oft Kontor vorbeiging, fiel sein Blick auf den Aushang. Vor allem Ailidias Name erregte seine Aufmerksamkeit und mit wachsenden Unmut und gefurchter Stirn las er die einzelnen Zeilen. Bedroht und erpresst von Lichtenthaler Rittern. "Soviel also zu den edlen Werten welchen sie sich angeblich verschrieben haben." brummend ging er weiter um bei Ailidia eine kurze Nachricht einzuwerfen.

Ahoi Ailidia,
wenn Du Hilfe brauchst melde Dich bei uns.
Leran

Verfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 05:54
von Lya Landerwal
Mit aufgeblähten Wangen hatte sie eine Weile das Schreiben betrachtet, ehe sie schnurstracks ein schnuddeliges Zettelchen hervorkramte und die Zeilen krakelig abschrieb. Das würde Lynns bösartige Ader wahrscheinlich erfreuen und Lyx, mit dem sie nun ein Hühnchen zu rupfen hatte, wohl eher weniger.

Ein paar Dinge wurden noch in Bajard erledigt, dann machte sie sich auf nach Hause um für Lynn den Abschrieb Zuhause zu hinterlegen. Ihr anschließender Weg führte sie zur Belagerung des Schnatterers... sie hatte Lyx ehe länger schon nicht mehr gesehen.

Verfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 08:59
von Gast
*mit gerunzelter Stirn wurde der Aushang zur Kenntnis genommen.*

Verfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 13:39
von Enomis Crain
Immer noch nicht war sie wie erschlagen von der Tatsache, das der Wunsch nach einer Ausgabe des Schnatterers diese Folgen hatte. Ob in dem Schmierblatt wirklich solche Staatgeheimnisse verborgen waren, die eine Verhaftung rechtfertigten ?
Nachts lief sie nochmal durch Bajard, schaute, ob bei Ailidia alles ruhig war und las dann gründlich den Aushang, um sich wieder grübelnd auf den Heimweg zu machen.

Verfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 15:16
von Dazen Wolfseiche
Eine Weile stand er vor dem Aushang und las die Zeilen mit leicht angehobenen Brauen, dann ging er weiter seiner Wege und den Pflichten nach.

Etwas Erheiterndes hatte das Ganze für ihn durchaus. Nicht etwa, der Ärger, den die Schneiderin durch ihn hatte. Aber wohl, dass der Landerwal offenbar alles und jeden ins Bockshorn jagte. Erst brachte er Ailidia in Schwierigkeiten, um den Kopf auf der Schlinge zu ziehen und dann führte er zugleich die Lichtenthaler Führung an der Nase herum.

Zweifelsfrei, es hatte etwas äußerst Erheiterndes mit diesem Mann.

Ebenso amüsant wirkten Ritterin und Knappe auf ihn in ihrer Aufgeregtheit, in ihrem gefälligen Zorn. Der All-Eine hatte gewiss wieder seine helle Freude an dieser Unbeherrschtheit, die der Knappe offenbar an den Tag legte. Kein Ehrgefühl, sehr sehr erheiternd.

Bei Ailida an der Schneiderstube angekommen, war er eine kurze Notiz in ihren Briefkasten:
  • Nach wie vor besteht der Wunsch auf ein Gespräch.
    Lasst mich wissen, wann ich Euch antreffen kann.


    Dazen
Da wollte er doch sehen, was er selbst noch für die Frau tun konnte. Irgendwie hegte er den Verdacht, in den nächsten Tagen würde es rund um der Schneiderstube nur so von Alataris wimmeln. Im Stillen bezweifelte er dann doch, dass dieser Umstand im Osten Gefallen fand.

Verfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 15:43
von Lyx Landerwal
In den frühen Nachmittagsstunden ereignet sich ein kurzes Gespräch in der Bajarder Bank:

Nen' schoenen Tak, Herr Uhlenbrock, heut' schon was jefangen?

Der Bart ist nicht sehr überzeugend, Landerwal. Raus hier oder ich werde handgreiflich.

Ne, ne, ik bin der Horst und hab' friedlich jeangelt.

Landerwal!

Ich gehe ja schon.

Bild

Verfasst: Mittwoch 8. Februar 2017, 16:23
von Amanda Louise Erdenblatt
'Hepp, hopp, hepp, hopp so tanzt der Bär mal links mal rechts.
Hepp, hopp, hepp, hopp wer weiß wohin die Biene sticht.
Hepp, hopp, hepp, hopp der Bär der schreit dann jaulend auf.
Hepp, hopp, hepp, hopp und rennt schnell in sein lieb Versteck.'


Leise vor sich hersingend, wie stets in eigenen Gedanken versunken, den Blick verträumt umherwandernd, wird sie Ihren Weg in Richtung Bank ansteuern. Als die Türe sich öffnet und ein Herr hinaustritt, wird sie diesen eher etwas überrascht betrachten, als hätte er etwas im Gesicht was so garnicht passen könnte und zu alle dem kam er ihr auch noch so bekannt vor. Für einen der Bergsöhne war er jedoch viel zu groß und der Bart war von der Struktur her eher ungepflegt. Vielleicht ein ausgestoßener? Ein Mischling! Hm....Dies wiederrum brachte sie auf zur Frage ob es denn überhaupt möglich sei eine Kreuzung zwischen Kalur und Mensch zu schaffen. Hm!!! Eine interessante Frage....
Und als sein nun jenes Interesse an dem Mann verschwunden, wird ihr Blick wieder umherwandernd, sich sichtlich nachdenklich den eigenen Gedankengängen widmen. Sogar das Summen verstummt gänzlich.

Verfasst: Donnerstag 9. Februar 2017, 16:30
von Karawyn
*Der Weg hatte sie gerade eben wieder nach Bajard geführt, in die kleine Hafenstadt mit dem wunderbaren Flair, mit stillen Morgenden, wenn die Fischer mit ihren Boten aufs weite Wasser hinaus gefahren waren und einem Sonnenuntergang, wie er in ihrem kleinen Haus in Berchgard selbst nicht zu sehen war. In der Bank zum Halt kommend, blieben ihre Augen einen Moment auf dem dort hängenden Plakat hängen, weiteten sich erst vor Überraschung und dann vor Unverständnis. Ein Steckbrief gegen Ailidia, gegen die freundliche Schneiderin...wegen zwei Briefen, die sie dem Herrn Landerwal hatte übergeben sollen? Sie erinnerte sich noch gut an den Abend, an den plötzlichen Ausdruck auf dem Gesicht der Ritterin, an das Gefühl, das hier irgendetwas nicht ganz in die rechte Richtung lief.
Warum machte man den Schreiberling eines einfachen Blättchens, das deutlich seine Zugehörigkeit zum lichten Reich vernehmen ließ, dafür verantwortlich, Briefe von der in den Ausgaben nicht mit Ruhm bekleckerten anderen Seite zu bekommen? Warum war der Wunsch, vielleicht eine Ausgabe dessen, was man über das lichte und dunkle Reich zugleich schrieb so seltsam? Was nur war in diesem so simplen Fall in die Lady gefahren? War denn nicht alleine durch das Wohnhaus in Bajard klar, dass die junge Schneiderin eben NICHT Bürgerin des lichten Reiches war und mit beiden Seiten, soweit diese das wollten, sprach, handelte?

Und Lyx Landerwal hatte nun sie im Gegenzug geopfert, so dass das Konterfei der freundlichen Ailidia nun auf einem Steckbrief prangte, dieser sogar für die Ritterin spionieren sollte? Der sollte es nur mal wagen ihr wieder unter die Augen zu kommen. Dann würde sie genau wissen, was sie mit der ihr bekannten Kehrseite machen würde...denn schon Kinder wussten...keiner mag Petzen!

Sie atmete sehr tief durch, denn die Worte darüber, dass man solche dem Spiel der Mächtigen unterworfene kleine Lichter oft als 'Bauernopfer' bezeichnete kamen ihr nur zu deutlich mit der Stimme ihrer alten Lehrmeisterin in den Sinn.
Die Lippen verziehend warf sie einen weiteren Blick auf die Rechtfertigung der jungen Frau und schüttelte den Kopf. Einen Boten für die Überlieferung einer Nachricht verantwortlich zu machen zeugte von keinem guten Charakter und es reute sie beinahe ein wenig, die Lady bisher mit dem Blick der jungen Frau, in deren Keller die Rekrutin Senheit einst gesessen hatte, betrachtet zu haben. Die Notwendigkeit, die Belange des lichten Reichs zu vertreten waren ihr ja vollkommen klar, aber das...schon am Abend der Geschichten hatte sie die Reaktionen der Ritterin mit hochgezogener Braue betrachtet, hatte eine solch aus ihren Augen grundlose Art des Zorns nicht verstanden, jetzt fragte sie sich, ob die Aufregung um die nahende Hochzeit der armen Lady nicht doch zu Kopf gestiegen waren. Sie hoffte inständig, die lichte Herrin möge ihre schützende Hand über ein unschuldiges Opfer halten, sie jedenfalls würde auch weiterhin mit aller Freundlichkeit an Ailidia denken.*

Verfasst: Donnerstag 9. Februar 2017, 21:00
von Ailidia Wintereich
Ein kleiner Stapel Briefe wird gesiegelt und dem Postboten mitgegeben. Anschließend wird an der Schneiderei ein Zettel angebracht:

Die nächsten Tage geschlossen.

Wer vorbeikommt, wird bemerken, dass abends kein Licht brennt.