Seite 1 von 1
Weißt Du, wie die Sterne stehen?
Verfasst: Montag 1. Mai 2006, 22:31
von Der Erzähler
Munter krabbelte die kleine Spinne über den mit Notizen beschriebenen Bogen Papier auf dem Schreibtisch des Zauberers. Hätte das Tierchen mit seinen vielen Augen lesen können, so hätte es vielleicht nachdenklich innegehalten.
~~~
Stellare Observation im Wechselwind des Jahres 249 nach Beginn der Zählung
Das Königsgestirn stürzt von Osten her. Verweis auf die verlorene Schlacht von Bajard und das Ende unserer geliebten Königin?
Notiere: Königsgestirn für Herrschaft und Macht.
Dermaran, der Heldenstern, steigt im Westen empor. Im Westen? Von Westen kommen keine Helden!
Notiere: Der Held steht für die Gewalt des Schwertes.
Caladh'en'luin, der Elfenstern nähert sich Dermaran an. Konjunktion möglich. Notiere: Der Elfenstern steht für die Macht der Magie.
Berechne ich die Bewegungen der Gestirne und lege den Winkel von Es-Dharam an zeichnet sich eine große Konjunktion ab: das Königsgestirn wird im Sinken auf Dermaran und Caladh'en'luin treffen.
Große Macht, Schwertgewalt und Magie. Konjunktion im Westen.
Es darf nicht sein!
Möge der Drache vorüberziehen!
~~~
Als draußen die schweren Stiefel der Gardisten Varunas ertönten um ihren Kammeraden im Edlenviertel auf Wache abzulösen, war die kleine Spinne durch eine Ritze im Gebälk entschwunden.
Verfasst: Montag 1. Mai 2006, 22:58
von Finja Stenfjord
Wie ein goldener, seidiger Fächer hatte sich das glänzende Haar Finjas, die den Kopf in der Armbeuge vergraben hatte, über den Tisch gebreitet. Als sie nun den Kopf hob, fiel ein schmaler Lichtschein durch das Fenster in den Mauern Tirells auf ihr blasses Gesicht, auf dem sich noch glitzernd eine feine Tränenspur abzeichnete. Heute Abend war viel geschehen, viel, was ihre magischen Sinne anregte und herausforderte, doch wirklich freuen konnte sie sich nicht darüber.
Sie hatte die Möglichkeit bekommen, wieder ganz in ihr Element einzutauchen, vielleicht eine jener sagenhaften Meerfrauen zu sehen, vielleicht gar die Wellen zu teilen und mit ihr sprechen zu können - doch dann waren Dinge vorgefallen, die ihr Hochgefühl jäh zum einstürzen gebracht hatten.
Traurig zupfte Finja an ihrem feuchten Ärmel herum und als wäre es eben geschehen, tauchten die Bilder wieder vor ihr auf. Seine Hochgeboren de Arganta, wie er den verfluchten Dolch hervorzog und auf dem Tisch ausbreitete, als wäre es nicht mehr als ein gewöhnliches Brotmesser. Der Blick des Erzmagiers, wie er erst erstaunt, dann erschrocken auf diesen kleinen, so harmlos erscheinenden Gegenstand blickte, die Hand zitternd, gefangen von der Versuchung, den Dolch an sich zu nehmen und die Macht grenzenlos werden zu lassen - als Sklave des Bösen.
Das Gefühl, wie sich eine schwarze Hand fest um ihr Herz zu legen schien und der Dolch, sie ansah, sie rief, sie zu sich befahl....
Wenn der Drache stürzen sollte, dann würde sich der Erzmagier der Versuchung stellen müssen. Sollte er versagen, würde das Element, das sie, Finja, gleichzeitig anzog und abstieß, das sie so wichtig brauchte wie die Luft zum atmen, und durch das sie überhaupt erst vollständig wurde, durchbohrt von Pfeilen am Boden liegen.
"Feuer und Wasser...." dachte die Zauberin und strich sacht durch einen kleinen Tropfen, der im Schein einer einsamen Kerze aufblitze.
Verfasst: Dienstag 2. Mai 2006, 08:23
von Rafael de Arganta
Die Heiligkeit hatte ihm zugestimmt gehabt, den Dolch Calor zu zeigen, und so war er noch am gleichen Abend zu ihm geritten.
Eine weitere Magierin war anwesend, als man sich an den Tisch im Wohnraum setzte und Rafael zu seinem Anliegen kam.
Er legte den Dolch auf den Tisch, schlug das Tuch zurück und sah fast bestürzt wie Calor fast zitternd die Hand danach ausstreckte, der Dolch begann wie mit Eigenleben versorgt zu beben, sich auf diese Hand zu zu schieben, doch dann... als müsse der Erzmagus sich beherrschen zog dieser so, als hätte er sich verbrannt seine Hand zurück.
Gezwungen wirkend lächelte Calor ihn an.
„Gerade von euch hätte ich nicht erwartet das ihr so was dämonisches in mein Haus bringt.“
Meinte er gen Rafael der sofort das Tuch wieder über den Dolch legte, sichtlich bestürzt über das Geschehen und die Worte des Magiers, der sich jedoch wieder im Griff zu haben schien.
„Wisst ihr überhaupt was das ist?“ fragte er wieder, und Rafael musste verneinen. Er wäre schließlich nicht gekommen wenn er es gewusst hätte.
Calor bat ihn und die andere Magiern mit hinauf in die Bibliothek, und erklärte dabei das dieser Dolch, ein Dolch der Akorither war. Ein Dolch der einem Magier unvorstellbare Macht geben konnte und das Rafael gut darauf acht geben sollte
Als Finja Stjenford bat den Dolch noch einmal sehen zu dürfen, nahm er ihn noch einmal hervor.
Sicherheitshalber einen Schritt zurücktretend schlug er das Tuch zurück, um Misstrauisch den Worten der Magiern zu lauschen, die begann auf ihn ein zu reden, das der Dolch in ihren Händen sicher sicherer wäre, das man den Dolch untersuchen müsse, keinesfalls dürfte er vernichtet werden. Sie würde damit schon umgehen können.
Also sie dann noch einen Schritt auf ihn zukam, schlug er schnell das Tuch wieder darüber und steckte ihn ein.
„Ich denke ich werde Acht geben das der Dolch nicht in die Hände von Magiern fällt.“
Meinte er nun doch etwas verunsichert ob dem was dieser Dolch ausstrahlte.
Er spürte als würde er warm in seinen Händen werden, das pulsieren eines Herzschlages.
Macht... was sagte Calor? Unvorstellbare Macht? Nein, er würde vor der Versuchung gefeit sein. Gefeit durch seinen Glauben.
Kurz noch sprachen sie weiter miteinander, bis die Magiern sich wieder entspannte, und Rafael vermochte erst jetzt auf zu atmen.
Den Wunsch Finjas den Dolch in die Hände zu bekommen war in den Minuten vorher mehr als spürbar gewesen.
Calor selber warnte ihn nun.
Er bat ihn den Dolch gut weg zu sperren und einige Tage zu warten bis sich etwas geklärt hatte.
Er bat ihn in diesen Tagen über das was er sagen würde kein Wort zu verlieren, und Rafael stimmte zu, solange es nicht gegen Tugenden, seinen Glauben verstieße.
Schon breitete Calor eine Sternenkarte vor ihm aus.
Er erzählte ihn von Königsgestirn und Heldenstern, Elfensternen und Dingen die für Rafael mehr als merkwürdig waren.
Aber so, laut dieser Sterne und den Erklärungen lagen darin der Fall Berchgards, der Tod der Königin und der aufgang eines neuen Königssterns verborgen.
Doch auch etwas das noch in weiter in der Zukunft lag... das Dunkle Böse.. vielleicht die Akorither.
Der Dolch er könnte wichtig werden um Dinge zu verhindern die geschehen könnten.
Wie? Das vermochte keiner zu sagen, doch Calor wollte die Sterne weiter beobachten um spätestens in einer Woche mehr sagen zu können.
Und wenn es nötig werden würde, das sich die Heiligkeit, gemeinsam mit ihm zusammen jenen Dolch näher untersuchten, dann sollte man jedoch eine Handvoll Bogenschützen um sie herumstellen.
Den Schauder den Rafael beim Gedanken an die Akorither befiehl, vermochte ihm keiner zu nehmen. Auch nicht als er den Blick der Magierin gesehen hatte, das Gefühl des Pulsierens.
Als wäre das Leben im Moment noch nicht kompliziert genug.
Was würde noch für Gefahren auf sie warten.
Er versprach auf den Dolch Acht zu geben, auch wenn er ihn selber am liebsten zerstört hätte, ahnend jedoch das ein einfaches Schmiedefeuer dieses nicht vermögen würde.
7 Tage... maximal.
Dann würde er sich was einfallen lassen den Dolch zu zerstören, oder so weg zu schließen das niemand je wieder an ihn herankäme.
Die Versuchung würde zu stark sein, und wer weiss... vielleicht war Slain ja bis dahin schon wieder da, und ein Drachenfeuer war weitaus Heißer als jeglich anderes Feuer
Wichtig jedoch war das niemals irgend ein Magier diesen Dolch in die Hände bekam.
Verfasst: Dienstag 2. Mai 2006, 19:00
von Quarius Lore
Es war schon am späten Nachmittag, als er zusammen mit dem Grafen, dem Ritter und Glaubensbruder Rafael, sowie einer Schneiderin des Grafens, den Weg nach Berchgard machten…nachdenklich hatte es ihn gestimmt, der Krieg war glücklicherweise wieder vorbei, doch seine Sinnierung widmete er der verstorbenen Könign Anara, welche er vor dem Weg gen Berchgard besuchte und an ihrem Sarg stand und für sie betete…
Seine Gedanken waren immer noch bei der Königin als er den weitern Schritt in das Gebäude Thancreds machte doch ein Hilfeschrei ließ ihn aufhorchen, am Anfang nachdenklich, doch dann immer bestimmter….
Bei Temora er hatte bei seinem Segenspruch gegenüber dem Geschöpf einen lauten und doch erlösten Schrei gehört….die Umherstehenden und auch das Geschöpf sollten die Wärme und Temoras Aura gespürt haben….
Ein Mann war durch seine Worte erlöst…sein Weg zu Temora geebnet…doch welches ist das Schicksal gegenüber dem Dolch zu erwähnen…er wird es vielleicht nie erfahren…
Als er sich zuhause in seiner Residenz hinsetzte und nachdachte, so würde er der Heiligkeit einen Brief schreiben aufgrund der Ereignisse…
Verfasst: Mittwoch 10. Mai 2006, 23:41
von Finja Stenfjord
Wenige Nächte später:
Finja lag wach in der zerknautschten und verschwitzten Bettwäsche ihres Bettes. Mit der einen Hand hielt sie das Laken über der Brust fest, den anderen Arm hatte sie unter den Kopf gelegt und blickte grübelnd an die Decke ihres Hauses in Varuna. Die rote Glut des Kaminfeuers beleuchtete noch schwach die dunklen Deckenbalken und war hervorragend dazu angetan, Finjas Gedanken erneut auf das Gespräch mit Calor am heutigen Abend zu lenken.
Der Drache würde also stürzen – es war abzusehen.
Und wenn der Drache stürzte, dann war es um so wahrscheinlicher, daß „sie“ zurückkehren würden. Wie sich die Veränderungen wohl bemerkbar machen würden? Wie sie, Finja, es wohl bemerken würde? Deutlich sicht- und hörbar auf offener Straße? Oder doch verborgen, als leise Erschütterung in Eluives Lied..... Würde es ihr Leben verändern, vielleicht ihre Liebe?
Die Zauberin drehte dem Feuer den Rücken zu und zog das zerknitterte Laken hoch bis unters Kinn. Es würde etwas geschehen und sie würde sich an Calors Worte halten – Respekt würde sie haben, aber keine Furcht.
Das Ende der Zeit...
Verfasst: Donnerstag 11. Mai 2006, 08:43
von Naia
Seufzent schloss sie die Tuer zu ihrem Haus. Die ganze Nacht war sie herumgeirrt ohne Ziel und ohne auf ihre Umgebung zu achten.
Der Morgen graute schon über der Stadt als sie bemerkt hatte das sie vor dem Südtor stand. Langsam nickte sie der Nachtwache zu sich durch die Tore einen Weg in die Stadt bahnen.
Die Ereignisse der Nacht ließen ihr keine Ruhe.
Lange waren jene Gefühle ausgeblieben aber nun waren sie da und stärker als zuvor.
Das Lied veränderte sich, deutlich spührte sie es wie eine neue Zeile dem Gefüge hinzugefügt wurde.
Sich drängte in das Gefüge der Welt, es bringen wollte aus dem Gleichgewicht. Doch war was es, damals dachte sie es wäre jenes Ereignis des Krieges gewesen was es ausgelöst hatte, jener Magier der dunkelhäutigen Spitzohren welchen die Wachen im Lager von Varuna so gefürchtet haben. Aber schien dieser Gedanke nun töricht, keine einzige Person konnte so in das Gefüge eingreifen um es längerfristig auf jene Weise zu verändern.
Außerdem wusste sie das jene nicht mit dem Lied handelten, sie waren Wesen Alatars nie wuerde seine Mutter zulassen das man ihre Kraft fuer übles verwendet. Es müsste etwas sein von unglaublicher Boshaftigkeit und doch etwas was es schaffte das Gefüge in Form einer Strophe zu beeinflussen.
Langsam schritt sie durch die noch dunklen Zimmer hinüber zu ihrer kleinen Bibliothek die sich mittlerweile angesammelt hatte. Ihre Finger strichen über die Rücken der Bücher, die Lettern darauf entziffernd.
Eine stattliche Menge hatte sich mitlerweile angesammelt und ständig fanden neue Schriften ihre Platz neben Werken wie „ Moral von der Magie“ oder „Wasser eine Urgewalt“, einige Werke waren ihr besonderer Stolz, waren sie doch selbst von ihr verfasst Worten in einsamen und nachdenklichen Stunden und jetzt gerade brühtet ihr Gehirn über etwas neuem welches aufgrund der Ereignisse der Nacht in den Hintergrund geschoben wurden.
Zielstrebig zog sie dann ein Buch aus dem Regal, eines in geschwärztem Leder eingebundenes. Die eins goldene Schrift war vom Zahn der Zeit erfasst worden und nur noch schwach waren sie darauf zu Lesen.
Eines der Werke welches ihr aus reinstem Zufall in die Hände gefallen war, als sie einmal etwas tiefer in eine Höhle im Elfenwald geschritten war.
Leise kicherte sie als ihre Gedanken zu jenem klappernden Skelett zurückgingen welches es in seinen knöchrigen Fingern gehalten hatte und sich mit letzter Kraft wehrte zu Temora und ihrer Mutter Eluiv aufzusteigen um die ewige Erlösung zu finden.
Vorsichtig schlug sie das Buch auf, eine leichte Staubschicht löste sich von jenem und vermischte sich mit der noch von nächtlicher Feuchtigkeit der Luft erfüllt war.
Ihre Augen flogen über die fein geschwungenen Wörter welche sich zu einem Titel formten.
„Dem einen vollends Ergeben und doch des Mutters Knecht“
es war ein Tagebuch aus vergangen Zeiten, mit erstaunen hatte sie es das erste mal gelesen und ungläubig war es gewesen. Es handelte sich dabei um einen Magier welches seinen Lebensweg oder eher Leidensweg schilderte.
Einen Weg voll von Boshaftigkeiten und dem Wunsch nach Macht, welchen er mit der Macht Alatars zu versuchen suchte und doch lies ihn das Lied Eluiv’s nie los.
Langsam und sorgfältig überflog sie jene Zeilen und suchte eine Stelle welche ihr noch klar in Erinnerung geblieben war.
„Das Lied veränderte sich, zu meinen Gunsten, er hatte es geschafft der Gottkönig hatte seiner Mutter ein Schneppchen geschlagen und nun erklingt sie klar und rein unsere Zeile.“
Langsam stockte ihr der Atem nachdem ihre Augen mehrere Male genau jene Passage gelesen hatte. Erst als die ersten Sonnenstrahlen ihr Haupt berührten schlug sie das Buch zu und machte sich auf den Weg nach Tirell.
Es war zwar ausgestorben, aber es müsste dort Aufzeichnungen über jene Zeit geben.
Irgendwo, es dürfte nicht wahr sein was sie dort lass, es musste ein Hirngespinst eines alternden Magiers gewesen sein.
Es wäre das Ende der Zeit wie sie war…
Verfasst: Dienstag 23. Mai 2006, 18:43
von Rafael de Arganta
Blutrot lag er in seiner Hand, und Rafael blickte mit einem unbestimmten Gefühl auf den Dolch der Akorither.
Ein Totes Stück Metall, wie es schien, doch hatte Rafael gespürt, wie jenes Metall warm in seiner Hand wurde, wie es pulsierte wie der Schlag eines Herzens.
Und er hatte die Gier gesehen, in den Blicken der Magistra, und auch der Magister von Gryffenhorst schien anfangs erst nach dem Dolch greifen zu wollen, doch hatte er sich sehr schnell wieder im Griff gehabt.
Welches Geheimnis war verborgen darin?
Dämonische Mächte, die dem Träger unendliche Macht zu geben vermochte. Hatte der Freiherr gesagt,
Macht...
Danach gierte Rafael nicht.
Doch wusste er welch Gefahr von solch einem Artefakt ausgehen konnte. Wenn ein Magier danach gieren würde, was hatte Rafael ihm entgegen zu setzen?
Seinen Glauben? Seine Hoffnungen? .... sein Schwert?
Ein Menschenleben für ein Stück Metall?
Kaum merklich schüttelte er den Kopf, mit dem Finger fuhr er die Schneide der Klinge entlang und zuckte erschreckt zusammen als er sich an der stumpf aussehenden Schneide schnitt.
Das Blut das die Klinge benetzte, zog sofort in diese ein, und Rafael schlug nun doch schnell wieder das Tuch darüber.
Man sollte das Schicksal nicht heraufbeschwören oder gar reizen.
Was Schlief sollte manchmal besser nicht geweckt werden.
Würde der Herr von Gryffenhorst sich noch melden?
Rafael hatte ihn angesprochen, wollte warten, was die Sterne sagten, aber sein Verstand sagte ihm das er die Klinge vernichten musste.
Die Frage war nur das wie.
Er glaubte nicht daran das Schmiedefeuer dieses vollbringen könnte, aber einen Versuch würde er wagen.
Danach würde er sehen ob der Drache wieder nach Fuachtero zurück kam.
Was war Heißer als der Odem eines jenen?