Die Schlacht war geschlagen. Berchgard befreit.
All das Grauen das er dort gesehen hatte, belastete ihn sehr.
Wie sehr wünschte er sich nun einfach mit der Rüstung seine eigene Mauer ablegen zu können und einfach er selber sein zu können. Angelina in den Armen zu halten und ihr zu erzählen wie sehr er sie liebte. Den Glanz in ihren Augen zu sehen und sie endlich wieder lieben zu dürfen.
Wider besseren Wissens kehrte er heim.
Das Haus lag genauso verlassen... verwüstet da wie er es verlassen hatte.
Die Stille erdrückte ihn schier, während er ziellos hindurch schlenderte und hinauf ins Schlafgemach ging.
Er setzte sich mit Tränennassen Augen auf das Bett fuhr mit den Fingern über die Bettdecke, die hilflose Wut die in ihm hoch kroch unterdrücken.
Er konnte, er wollte hier nicht bleiben.
Wie von Furien gehetzt sprang er fast die Treppen wieder hinab, und rüstete sich erneut.
Der alte Tunnel...
Kra’ thors Geschöpfe... ihnen Ruhe bringen, sie befreien und Temroas Güte übergeben...
Es war das was er nun tun wollte.
Der Kampf hatte ihn schon immer abgelenkt, und im Moment vermisste ihn eh niemans.
Auf dem Wege traf er noch Farion und die junge Magierin Naia, die sich ihm anschlossen und unten im Tunnel wurden sie dann noch von der Baronin von Stolzenfels ihrer Schwester, dem Laibwächter, einem ihm jungen unbekannten Mann, und Zeron eingeholt.
Gemeinsam beschloss man weiter zu gehen, wobei es Rafael nicht gefiel eine Baronin, zudem einfache Bardin an solch einem Ort zu haben.
Er hoffte auf ihren Laibwächter, hielt sich aber zu ihrer Sicherheit ebenso an ihrer Seite auf.
Der Graf würde ihm wohl sonst was erzählen wenn er hörte das er eine Bardin in die alten Tunnel gebracht hätte und ihr dort dann was geschehen war.
Zumal... was sollte eine Laute auch für eine Waffe sein....
Er hatte die Baronin singen und Spielen gehört, und es war mehr als Kunst gewesen, darüber brauchte er sich gar nicht weiter Gedanken zu machen. .
Sie hatte ihn beeindruckt, damit ihn bewegt, aber er glaubte nicht das Zweiköpfe in irgendeiner Form Sinn für Musik hatten, und ihr begeistert zu hören würden.
Wie sehr er sich irrte musste er allerdings in den folgenden Stunden zugeben.
Die Baronin hielt sich im Hintergrund, und sie spielte.
Spielte solch Melodien das sie sich davon umhüllt fühlten. Beschwingt und auch leichter.
In seinem ganzen Leben hatte Rafael so etwas noch nie erlebt. Es war ähnlich als wenn er durch Gebete gestärkt in den Kampf ging.
Vor dem Tal mit den Beiden Drachen blieben sie stehen.
Rafael war sich nicht sicher ob sie es wagen sollten.
Die Verantwortung für jene die mit ihm waren war groß und gerade als er den Befehl zum umdrehen geben wollte, trat Felicitas an ihn heran mit einer, wenn auch nicht ungefährlichen Idee.
Nachdem was er in den zurückliegenden Minuten erlebt hatte, glaubte er ihr das sie es schaffen würde mit der Musik Kreaturen gegeneinander auf zu hetzen.
So ging er zurück, schlug den Ogerlord die Breitseite seines Schwertes in die Seite, reizte ihn bis dieser sich schwerfällig in Bewegung setzte und ihm angriffslustig folgte.
Immer wieder wich Rafael den Angriffen des Kolosses aus, lockte ihn in die Höhlen der Drachen um sich dann so schnell es ging in eine der dunkleren Ecken zurück zu ziehen, während schon die Laute der Bardin erklang.
Musik, die trotz allem nicht an Melodie und Harmonie fehlen ließ, erklang und zu Rafaels Erstaunen sah er wie der Oger Lord und der Drache aufeinander los gingen.
Der Drache fiel irgendwann und die dunkle Kreatur schlug dann ebenso auf den zweiten Drachen ein, bis dieser sein leben aushauchte.
Für einen Moment war der Ritter fast fasziniert.
Niemals hatte er vermutet das so etwas überhaupt möglich war.
Dann jedoch war er zum Handeln gezwungen.
Der Rest der Jagdtruppe kam hinein und gemeinsam vermochte man den Ogerlord zu schlagen.
Rafael würde wohl was Musik anging wirklich umdenken müssen. Es war wohl eine Gabe wenn man ein Instrument so beherrschte das man die Musik so ein zu setzen vermochte.
Gemeinsam gingen sie zurück um das was man erjagt hatte untereinander auf zu teilen.
Doch Rafael lehnte ab. „Nehmt es für eurer Theater das ihr bauen wollt.“ Erklärte er und verabschiedete sich.
Die Jagd hatte ihm zwar für einen Moment seine Gedanken an Angelina genommen, doch jetzt hier oben, waren sie wieder da.
Er wusste nicht einmal mehr was die Baronin gerade zu ihm gesagt hatte, so gab er eine ausweichende Antwort, verabschiedete sich mit einem Lächeln das wohl seine traurigen Augen nicht ereichte, und ging.
Ruhe... und ein Glas Wein.. das würde er sich jetzt gönnen und versuchen einmal nicht an seine Frau zu denken.