Nordisch by Nature
Verfasst: Donnerstag 15. Dezember 2016, 16:55
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~~~ Graenneyja ~~~
Der Frühling war auf der Insel Graenneyja in voller Kraft eingekehrt, versah die satte Vegetation mit farbiger Blütenpracht entlang der Wiesen und Auen, ließ die Bäume in den üppigen Wäldern ausschlagen. Nach den klirrend kalten Wintermonden schien aber nicht nur die Natur wieder aus ihrem Kälteschlaf zu erwachen, auch im Thyrendorf an der Küste brummte es wie in einem Bienenstock.
Eyk liebte diese Jahreszeit. Den sonst so stillen, verschlossenen Blondschopf sah man an diesen Tagen häufig mit einem ungewohnt breiten Grinsen auf den Zügen durch die Gegend stapfen. Auch an diesem Tag ging der 11 Jährige bei bester Laune seinen Pflichten nach, versorgte die Tiere des Rudels mit einer Inbrunst, für die er oftmals gutmütig belächelt wurde, als sein bester Freund Bjarne mit vollen Backen an einem Apfel kauend ins Gatter kam.
"Sag mal Eyk, wo ys denn deyne Sisstr? Sey wollt beim Kampfunterricht zusehen und mey kann sey nirgends finden."
Das ließ den jungen Thyren nun doch innehalten. Es war nie ein gutes Zeichen wenn man zu lange nichts von der Sechsjährigen hörte und sogleich spiegelte sich die Sorge in seiner Miene wider.
Gemeinsam suchten sie das Dorf erneut ab und als dies keinen Erfolg brachte, verließen sie jenes um auch ihre üblichen Plätze in der Wildnis abzuklappern. Zuletzt führten ihre Schritte sie zu den Auen an den tosenden Zwillingsfällen, tief im Westen der Insel versteckt. Schon von weitem drangen aufgebrachte Stimmen an ihre Ohren und als das letzte Gestrüpp unwirsch zur Seite geschoben wurde, präsentierte sich den beiden Knaben auf der Lichtung eine tumultartige Szene die Eyk verdutzt erstarren ließ. Doch nicht die drei Burschen in seinem Alter aus dem Dorf, welche mit anfeuerndem Gebrüll dastanden ließen ihn innehalten – nein, es war das bunte Knäuel zu ihren Füßen, wo sich ein weißblonder Junge mit dem kleinen, gesuchten Rotschopf in einer erbitterten Prügelei befand.
Ein tiefes Knurren hörte Bjarne noch, da schoss Eyk wie ein Pfeil nach vorne, stieß einen der Schaulustigen unwirsch zur Seite, packte den Achtjährigen auf seiner Schwester und schleuderte ihn mit der Kraft eines besorgten Bruders achtlos fort.
Einige Tritte und Hiebe in die Luft lang dauerte es noch bis das Mädchen realisierte, dass ihr plötzlich der Gegner fehlte doch da wurde sie schon auf die Beine gezogen und eingehend von einem nun vor ihr knienden Eyk inspiziert.
"Verdammt Eyk was soll das, mey war am gewinnen!"
Dem empörten Ausruf in der ihr typischen Unerschütterlichkeit keinerlei Beachtung schenkend, wischte er mit seinem Hemdsärmel ihre blutige Nase behutsam ab. "Warum?" entfuhr es ihm dabei schlicht, fragend und schon deutete ihre Rechte anklagend auf den sich ächzend wieder aus dem Gras aufrappelnden Fynn.
"Sey haben yhren Namen der Hilda in den Hintern geritzt!"
"Wer ys Hilda?" hörte man es sogleich verdutzt von Bjarne, der hinter Eyk getreten war.
"Yhr Lieblingsbaum" erklärte der Kniende ruhiger Stimme während er sie fertig verarztete, danach die Holzschüssel, welche Eylíf gern als Helm trug, vom Boden wieder auf ihre Locken beförderte bevor er einem jeden der vier Burschen einen finsteren Todesblick zuwarf. "Lasst die Bäume in Ruh und die Hände von meyner Sisstr, sonst ritz mey euch in den Boden." sprach er seine Drohung und marschierte mit seinem Kumpel wieder zum Rand der Waldlichtung, die kleine Schwester an der Hand mit sich führend.
"Von dyr lassen wyr uns nen Scheyss sagen Eyk! - Da haste nochmal Glück gehabt Eylíf! - Feiglinge!" ertönte es hinter ihnen nach einigen Augenblicken des sich Sammelns und in weiser Voraussicht umschloss Eyk die Hand des kleinen Wildfangs nur noch fester, als sie sich wieder voller Empörung umwenden wollte, zog sie stattdessen eisern mit sich.
"Aye, haut nur ab! - Wohin so eilig Eyk? Vermisst dey deyne Tiere, Kaltblüterknutscher? - Pah Kaltblüter! Der ys so hässlich dass yhn vielleicht ne Ziege ranlässt!"
Getroffen von den Worten stockten Eyks Schritte und er presste die Lippen fest aneinander um die Fassung zu wahren. Bjarne an seiner Seite klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter. "Hör neyt auf diese Idioten, sey wollen dych nu-.."
Weiter kam er nicht.
Unter einem wütenden Aufschrei, der jeder Banshee Konkurrenz machte, riss sich Eylíf von ihrem geliebten Bruder los und stürmte auf die gehässig lachende Gruppe zu. Als Eyk seine kurze Unachtsamkeit bemerkte, rannte sie bereits im vollen Sprint sich weiterhin den Zorn aus dem Leib brüllend auf den Erstbesten zu und riss ihn ungebremst mit sich zu Boden. Da warfen sich nach dem ersten Schreckensmoment die restlichen Drei angriffslustig dazu was nur dazu führte, dass Eyk sich ebenso knurrend in das Getümmel stürzte um seiner Schwester zur Hilfe zu eilen.
Fassungslos starrte Bjarne auf den sich prügelnden Haufen. Ein, zwei instinktive Schritte in Richtung des Irrenhauses doch besann er sich eines Besseren, wirbelte herum und hetzte so schnell ihn seine kurzen Beine trugen zurück ins Dorf.
"WAS IN HELHEIMS NAMEN YS HIER LOS?!"
Beim Klang der tiefen, polternden Stimme des Thains erstarrte jede Bewegung in der wilden Schlägerei, sechs Augenpaare stierten den Hünen erschrocken an und schon lösten sich die Streithähne hastig voneinander um sich in einer Reihe vor ihm aufzufädeln. Kurz eilte das kleinste Ende der thyrischen Panflöte nochmals aus dem Glied um den Helm aufzusammeln bevor auch sie wieder betreten dastand.
Der Thyre ließ seinen Sohn, der ihn geholt und mit ihm zurückgeeilt war stehen und ging langsam die Reihe ab, maß ein jedes zerschrammte, blutende Gesicht welches beschämt zu Boden gewandt war - allein die Holzschüssel hob sich für einen Moment und ein vorsichtiger Blick linste zu ihm empor nur um schnell wieder hinabzustarren als er jenen finster erwiderte.
"Also? Wer kann myr erklären wieso sych die Welpen meynes Rudels wie ein Pack tollwütiger Wölfe verhält?"
Vier Zeigefinger zeigten in Richtung der Kürzesten. "Eylíf hat angefangen!"
Jene hob in einer stolzen Geste ihr Kinn und verschränkte die Arme vor der Brust, reuelose Sturheit in den Wiesenaugen. "Sey haben Hilda yhren Namen in den Hintern geritzt!"
"Bitte WAS?! Wie schafft es ein Haufen Milchbärte einem thyrischen Weyb die Namen in den Hi-.." der Bärtige stockte, blinzelte einige Male. "Halt, Moment mal. Wyr haben gar keine Hilda im Rudel. Wer verdammt nochmal ys Hilda?"
"YHR LIEBLINGSBAUM!" erschallte es aus sechs Kehlen einstimmig.
Mit einem Male verstand der Riese, ein Blick auf den traurigen Ausdruck im sommersprossigen Gesicht seines jüngsten Clanmitglieds ließ den aufkeimenden Lachanfall jedoch schnell wieder verebben.
"Eyk, zurück ins Dorf. Yhr Vier meldet euch beim Ahnenrufer und erzählt was yhr Hil-.. dem Baum angetan habt! Und dey, Hitzkopf.. " schon packte er das Mädchen und warf es sich wie einen Sack über die Schulter "..dey kommst mit myr mit. Wyr zwei unterhalten uns jetzt mal über Thrails Weg."
Überrascht blickte Lena, die Rudelsköchin über die Schulter als der Thain mit einem kleinen, grün bekilteten Hintern an der Schulter in ihre Küche trat, dabei schimpfte er noch seinen Vortrag zu Ende ehe er seine Federlast absetzte und kaum erblickte die rundliche Thyrin den leuchtenden Feuerschopf, verbiss sie sich hastig das Grinsen. Was hatte die Hakónsdottr nun dieses Mal angestellt?
"Lena? Eylíf wyrd dyr heute zur Hand gehen und über yhr Verhalten nachdenken."
- "Aye sehr guad, heute gibt’s Bratkartoffeln da kann mey jede Hilfe gebrauchen."
Entsetzt sah der kleine Stöpsel vom ihr hingehaltenen Messerchen zum Holzzuber, in dem sich die Kartoffeln höher türmten als sie selbst, wieder zurück zum Thyren empor und schon klappte ihr Mund zu einer Entgegnung auf, als er trocken sprach: "Kartoffeln oder Entschuldigen gehen."
Schnell griff das Mädchen nach dem Messer.
~~~ ~~~ ~~~
"..hörst dey mych neyt? Eylíf?"
Erschrocken riss sich die Thyrin von dem gedankenverlorenen Blick aus dem Küchenfenster los und das Messer in ihrer Hand hielt inne.
"Bey den Ahnen.. wo warst dey denn im Kopf?" Aswin lachte kopfschüttelnd vor sich hin und stellte die Kiste auf dem großen Küchentisch ab. "Weyb, wie schälst dey eigentlich so flink ohne hinzusehen?"
Wehmütig lächelnd blickte sie auf die Kartoffeln vor sich.
"Übung Aswin. Verdammt viel Übung."
~~~ Graenneyja ~~~
Der Frühling war auf der Insel Graenneyja in voller Kraft eingekehrt, versah die satte Vegetation mit farbiger Blütenpracht entlang der Wiesen und Auen, ließ die Bäume in den üppigen Wäldern ausschlagen. Nach den klirrend kalten Wintermonden schien aber nicht nur die Natur wieder aus ihrem Kälteschlaf zu erwachen, auch im Thyrendorf an der Küste brummte es wie in einem Bienenstock.
Eyk liebte diese Jahreszeit. Den sonst so stillen, verschlossenen Blondschopf sah man an diesen Tagen häufig mit einem ungewohnt breiten Grinsen auf den Zügen durch die Gegend stapfen. Auch an diesem Tag ging der 11 Jährige bei bester Laune seinen Pflichten nach, versorgte die Tiere des Rudels mit einer Inbrunst, für die er oftmals gutmütig belächelt wurde, als sein bester Freund Bjarne mit vollen Backen an einem Apfel kauend ins Gatter kam.
"Sag mal Eyk, wo ys denn deyne Sisstr? Sey wollt beim Kampfunterricht zusehen und mey kann sey nirgends finden."
Das ließ den jungen Thyren nun doch innehalten. Es war nie ein gutes Zeichen wenn man zu lange nichts von der Sechsjährigen hörte und sogleich spiegelte sich die Sorge in seiner Miene wider.
Gemeinsam suchten sie das Dorf erneut ab und als dies keinen Erfolg brachte, verließen sie jenes um auch ihre üblichen Plätze in der Wildnis abzuklappern. Zuletzt führten ihre Schritte sie zu den Auen an den tosenden Zwillingsfällen, tief im Westen der Insel versteckt. Schon von weitem drangen aufgebrachte Stimmen an ihre Ohren und als das letzte Gestrüpp unwirsch zur Seite geschoben wurde, präsentierte sich den beiden Knaben auf der Lichtung eine tumultartige Szene die Eyk verdutzt erstarren ließ. Doch nicht die drei Burschen in seinem Alter aus dem Dorf, welche mit anfeuerndem Gebrüll dastanden ließen ihn innehalten – nein, es war das bunte Knäuel zu ihren Füßen, wo sich ein weißblonder Junge mit dem kleinen, gesuchten Rotschopf in einer erbitterten Prügelei befand.
Ein tiefes Knurren hörte Bjarne noch, da schoss Eyk wie ein Pfeil nach vorne, stieß einen der Schaulustigen unwirsch zur Seite, packte den Achtjährigen auf seiner Schwester und schleuderte ihn mit der Kraft eines besorgten Bruders achtlos fort.
Einige Tritte und Hiebe in die Luft lang dauerte es noch bis das Mädchen realisierte, dass ihr plötzlich der Gegner fehlte doch da wurde sie schon auf die Beine gezogen und eingehend von einem nun vor ihr knienden Eyk inspiziert.
"Verdammt Eyk was soll das, mey war am gewinnen!"
Dem empörten Ausruf in der ihr typischen Unerschütterlichkeit keinerlei Beachtung schenkend, wischte er mit seinem Hemdsärmel ihre blutige Nase behutsam ab. "Warum?" entfuhr es ihm dabei schlicht, fragend und schon deutete ihre Rechte anklagend auf den sich ächzend wieder aus dem Gras aufrappelnden Fynn.
"Sey haben yhren Namen der Hilda in den Hintern geritzt!"
"Wer ys Hilda?" hörte man es sogleich verdutzt von Bjarne, der hinter Eyk getreten war.
"Yhr Lieblingsbaum" erklärte der Kniende ruhiger Stimme während er sie fertig verarztete, danach die Holzschüssel, welche Eylíf gern als Helm trug, vom Boden wieder auf ihre Locken beförderte bevor er einem jeden der vier Burschen einen finsteren Todesblick zuwarf. "Lasst die Bäume in Ruh und die Hände von meyner Sisstr, sonst ritz mey euch in den Boden." sprach er seine Drohung und marschierte mit seinem Kumpel wieder zum Rand der Waldlichtung, die kleine Schwester an der Hand mit sich führend.
"Von dyr lassen wyr uns nen Scheyss sagen Eyk! - Da haste nochmal Glück gehabt Eylíf! - Feiglinge!" ertönte es hinter ihnen nach einigen Augenblicken des sich Sammelns und in weiser Voraussicht umschloss Eyk die Hand des kleinen Wildfangs nur noch fester, als sie sich wieder voller Empörung umwenden wollte, zog sie stattdessen eisern mit sich.
"Aye, haut nur ab! - Wohin so eilig Eyk? Vermisst dey deyne Tiere, Kaltblüterknutscher? - Pah Kaltblüter! Der ys so hässlich dass yhn vielleicht ne Ziege ranlässt!"
Getroffen von den Worten stockten Eyks Schritte und er presste die Lippen fest aneinander um die Fassung zu wahren. Bjarne an seiner Seite klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter. "Hör neyt auf diese Idioten, sey wollen dych nu-.."
Weiter kam er nicht.
Unter einem wütenden Aufschrei, der jeder Banshee Konkurrenz machte, riss sich Eylíf von ihrem geliebten Bruder los und stürmte auf die gehässig lachende Gruppe zu. Als Eyk seine kurze Unachtsamkeit bemerkte, rannte sie bereits im vollen Sprint sich weiterhin den Zorn aus dem Leib brüllend auf den Erstbesten zu und riss ihn ungebremst mit sich zu Boden. Da warfen sich nach dem ersten Schreckensmoment die restlichen Drei angriffslustig dazu was nur dazu führte, dass Eyk sich ebenso knurrend in das Getümmel stürzte um seiner Schwester zur Hilfe zu eilen.
Fassungslos starrte Bjarne auf den sich prügelnden Haufen. Ein, zwei instinktive Schritte in Richtung des Irrenhauses doch besann er sich eines Besseren, wirbelte herum und hetzte so schnell ihn seine kurzen Beine trugen zurück ins Dorf.
"WAS IN HELHEIMS NAMEN YS HIER LOS?!"
Beim Klang der tiefen, polternden Stimme des Thains erstarrte jede Bewegung in der wilden Schlägerei, sechs Augenpaare stierten den Hünen erschrocken an und schon lösten sich die Streithähne hastig voneinander um sich in einer Reihe vor ihm aufzufädeln. Kurz eilte das kleinste Ende der thyrischen Panflöte nochmals aus dem Glied um den Helm aufzusammeln bevor auch sie wieder betreten dastand.
Der Thyre ließ seinen Sohn, der ihn geholt und mit ihm zurückgeeilt war stehen und ging langsam die Reihe ab, maß ein jedes zerschrammte, blutende Gesicht welches beschämt zu Boden gewandt war - allein die Holzschüssel hob sich für einen Moment und ein vorsichtiger Blick linste zu ihm empor nur um schnell wieder hinabzustarren als er jenen finster erwiderte.
"Also? Wer kann myr erklären wieso sych die Welpen meynes Rudels wie ein Pack tollwütiger Wölfe verhält?"
Vier Zeigefinger zeigten in Richtung der Kürzesten. "Eylíf hat angefangen!"
Jene hob in einer stolzen Geste ihr Kinn und verschränkte die Arme vor der Brust, reuelose Sturheit in den Wiesenaugen. "Sey haben Hilda yhren Namen in den Hintern geritzt!"
"Bitte WAS?! Wie schafft es ein Haufen Milchbärte einem thyrischen Weyb die Namen in den Hi-.." der Bärtige stockte, blinzelte einige Male. "Halt, Moment mal. Wyr haben gar keine Hilda im Rudel. Wer verdammt nochmal ys Hilda?"
"YHR LIEBLINGSBAUM!" erschallte es aus sechs Kehlen einstimmig.
Mit einem Male verstand der Riese, ein Blick auf den traurigen Ausdruck im sommersprossigen Gesicht seines jüngsten Clanmitglieds ließ den aufkeimenden Lachanfall jedoch schnell wieder verebben.
"Eyk, zurück ins Dorf. Yhr Vier meldet euch beim Ahnenrufer und erzählt was yhr Hil-.. dem Baum angetan habt! Und dey, Hitzkopf.. " schon packte er das Mädchen und warf es sich wie einen Sack über die Schulter "..dey kommst mit myr mit. Wyr zwei unterhalten uns jetzt mal über Thrails Weg."
Überrascht blickte Lena, die Rudelsköchin über die Schulter als der Thain mit einem kleinen, grün bekilteten Hintern an der Schulter in ihre Küche trat, dabei schimpfte er noch seinen Vortrag zu Ende ehe er seine Federlast absetzte und kaum erblickte die rundliche Thyrin den leuchtenden Feuerschopf, verbiss sie sich hastig das Grinsen. Was hatte die Hakónsdottr nun dieses Mal angestellt?
"Lena? Eylíf wyrd dyr heute zur Hand gehen und über yhr Verhalten nachdenken."
- "Aye sehr guad, heute gibt’s Bratkartoffeln da kann mey jede Hilfe gebrauchen."
Entsetzt sah der kleine Stöpsel vom ihr hingehaltenen Messerchen zum Holzzuber, in dem sich die Kartoffeln höher türmten als sie selbst, wieder zurück zum Thyren empor und schon klappte ihr Mund zu einer Entgegnung auf, als er trocken sprach: "Kartoffeln oder Entschuldigen gehen."
Schnell griff das Mädchen nach dem Messer.
~~~ ~~~ ~~~
"..hörst dey mych neyt? Eylíf?"
Erschrocken riss sich die Thyrin von dem gedankenverlorenen Blick aus dem Küchenfenster los und das Messer in ihrer Hand hielt inne.
"Bey den Ahnen.. wo warst dey denn im Kopf?" Aswin lachte kopfschüttelnd vor sich hin und stellte die Kiste auf dem großen Küchentisch ab. "Weyb, wie schälst dey eigentlich so flink ohne hinzusehen?"
Wehmütig lächelnd blickte sie auf die Kartoffeln vor sich.
"Übung Aswin. Verdammt viel Übung."