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Ein Schreiben wird für Nahlah am Basar abgegeben.

Verfasst: Samstag 10. Dezember 2016, 16:03
von Magdalene Pfirt
  • *Lang nicht gesehen, wird in gewohnter Manier ein fliedernfarbener Brief aufzufinden sein.
    Auf dem dunkelvioletten Siegel findet ein aufgestempeltes Mühlenrad seinen Platz.*




    Der Mutters Segen geschätzte Freundin.

    Verzeih mir, dass ich solange nicht schrieb, doch war einiges los in den letzten Monaten.
    Ich hatte zwei verschiedene Hilfen am Hof und jene mussten einige Zeit eingewiesen werden und der Winter musste vorbereitet werden.
    Einige kleine Fohlen erblickten das Licht der Welt, doch nicht alle konnten die Kälte nicht überstehen.

    Doch soll es auch erfreuliches zu verkünden geben.
    Eric und ich sind immernoch sehr glücklich miteinander und zusammen kriegen wir die Arbeit wunderbar unter einen Hut.
    Ich habe an diesem Tag der Geschenke natürlich an Dich gedacht.
    Anbei habe ich Dir ein kleines Kästchen liefern lassen, und hoffe es ist wohlbehalten angekommen.
    Doch auch ein anderes Geschenk soll den Weg in deine Obhut finden.
    Ich habe ein wunderhübsches Fohlen aus der Linie der Rappen bekommen, und würde es, so du bereit bist Dich gut um jenes zu kümmern, in deine Hände übergeben.
    Ich bin mir sicher das es einen guten Platz bei Dir hat, und auch Du dich über diese Seltenheit von nachtschwarzem Fellkleid freuen wirst.
    Ich freue mich sehnlichst auf eine Antwort von Dir liebe Freundin.
    Liebe Grüße auch von Eric.

    Möge dich Mutter stets eine behütende Hand über Dich legen.

    Magdalene


    *Unter der Unterschrift prangt eine detailreich gezeichnete Blüte, welche bei genauer Betrachtung als Veilchen zu erkennen ist.
    Im Kistchen hingegen, wird sie wollweiche Kuschelsocken finden.*

Verfasst: Mittwoch 21. Dezember 2016, 16:04
von Nahlah Hibah Ryzan
Salam Alaikum, liebe Magdalene.

Wir waren beide wohl untreue Schreiberinnen, aber es gibt Bänder, die reißen nicht, weil die Zeit an ihnen zieht.
Ich denke an dich immer mit einem wohlen Lächeln auf den Lippen, auch wenn es nicht immer viele Freuden gegeben hat und ich manchmal auch die Freuden nicht zu schätzen wusste, die mir dargeboten wurden.

Imraans Tod hat etwas aus mir gerissen, was auch auf einem Papierbogen nicht genug Gewicht findet. Es machte mich nach außen zu sprachlos um dir davon zu schreiben.
Der Sanjak, es ist bei uns der Statthalter, entließ mich als Assistenz. Ich brachte den Mut auf zu ihm zu gehen und ihm zu sagen, welch Leistung und Arbeit ich für seine Vorgänger erbrachte. Tatsächlich wurde ich einige Wochen später mit einer Brosche geehrt. Eine Ehrung aus dem Hause Omar ist etwas Besonderes, gerade für eine Blüte. Ich weiß aber nicht, ob es mir wirklich was bedeutet hat oder ob es je eine Bedeutung haben und mir zum Vorteil gereichen wird. Doch es passieren oft Dinge, die ich völlig aus dem Blickfeld verloren habe.
Beinahe wäre ich aus den Palast vertrieben worden, doch zeigte der Emir seine Güte und Gnade mir gegenüber und heißt mich weiterhin in seinen Hallen willkommen, wenn ich im Palast bei Arbeiten zur Hand gehen möchte. Doch hat sich das Heim der Omar so verändert, dass ich nichts mehr dort wiederfinde, was mir einst ein Zuhause gewesen ist. Meistens gehe ich also nur nachts zum Arbeiten in die Gärten. Ich möchte niemanden belästigen.
Zwischenzeitlich hatte die Familie Ryzan einen Aufstieg und unsere Räume waren voll und belebt. Die meisten Wüstensohne sind zwischenzeitlich wieder zu ihren Karawanen aufgebrochen, gehen wohl den Eltern zur Hand. Jetzt sind wir so wenige, dass man uns aus dem Anwesen vertrieben hat. Noch sind wir ein anerkanntes Haus und hoffen auf Zuwachs. Sollte uns das nicht gelingen, so wäre es nur ein Schicksalsschlag mehr, den Mara ihren Kindern aufbürdet.

Die Zeiten nun sind voller Unsicherheiten, voller Begegnungen. Neue Freundschaften entstanden und offenbar eine neue Feindschaften.

In diesem Brief will ich dir aber nicht von dem Mann erzählen, der mich in letzter Zeit häufig besucht und meinen wirren Gedanken mit aller Geduld und allem Mitgefühl lauscht, sie auch manchmal zurechtrückt. Vielleicht wird er mich begleiten, wenn ich dich besuche und das schöne Pferd begutachte, das du für mich ausgesucht hast. Einen kleinen Traum wirst du mir erfüllen - und du wirst mir verraten müssen, was das für ein "Tag der Geschenke" ist.


Möge Mara dir deine Liebe schützen und deinen Hof behüten,

Ma'Salema,

[img]http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/nahlahhibahryvar0m4k1o7.png[/img]

Verfasst: Montag 27. März 2017, 14:55
von Magdalene Pfirt
  • *Das dunkle Violettsiegel, welches erneut den Weg auf einen fein glänzenden Briefbogen fand, wurde samt Brief zum Außenhandel des Basars geschickt. Hier sollte jener nur persönlich an Nahlah gegeben werden.*



    Der Mutters Segen liebe Nahlah.

    Ich muss gestehen unser Treffen liegt mir noch immer etwas schwer im Magen.
    Mir hat es nicht gefallen Dich in diesem Zustand aufzufinden.
    Doch ging es mir ein wenig besser, als Du deine neue Begleitung mit auf den Weg nahmst.
    Ich hoffe dass jene sich bei gutem Zustand befindet, und auch die Wärme welcher sie sich sicher ab und an ausetzen muss nicht zu sehr auf ihr Gemüt schlägt.
    Doch möchte ich Dich ein wenig aus Deiner Umgebung locken und Dich fragen ob Du am 2. Wechselwind schon eine Beschäftigung hast.
    An jenem Tag öffnet der Gutshof den Tag über seine Pforten für einen eher klein gehaltenen Bauern und Frühlingsmarkt.
    Ich habe einen kleinen aber hübschen Stand für Dich zurück gehalten und hatte gehofft, Du würdest vielleicht mit den Künsten des Hennas und ihrer Malerei glänzen. Ich habe zwar diese von Dir selbst noch nicht gesehen, doch weiß ich bereits einige Jahre mit welcher Kreativität Du Stoffe verschönerst und verzierst.

    Ich freue mich bereits, deine Handschrift auf einem Brief in meinem Postkasten zu finden.
    Möge Sie stets auf Dich achten und dir Wasser und Schatten schenken, so Du diese benötigst.

    Magdalene




Verfasst: Montag 27. März 2017, 16:05
von Nahlah Hibah Ryzan
Salam Alaikum, liebe Magdalene.

Der schwarzen Schönheit und mir geht es soweit gut. Sie gewöhnt sich allmählich an die Hitze und zeigte sich erst scheu, aber dann auch neugierig gegenüber dem Wüstenboden, der ihr manchmal hart und steinig und manchmal auch wie fließende Dünen aus Sand begegnet. Ich beschäftige mich jeden Tag mit ihr, gewöhne sie an mich und führe sie am Seil. Wie bei meinen Lamas lege ich ihr ab und an ein Kleidungsstück von mir mit in den Stall und so ist ihr mein Geruch auch schon viel vertrauter geworden. Ich glaube, dass sie sehr lernwillig ist und ich mit ihr richtig üben kann, sodass sie mehr sein wird als ein schlichtes Reittier. Aber ich nehme es, wie es kommt, und möchte fördern, was da ist. Es wird uns beiden gut tun. Ich glaube du wirst verstehen können, wie lieb mir einfach der Umgang mit Tieren ist, wie viel Selbstbewusstsein und Zuneigung sie einem geben können, während es von anderer Seite so fragil zerbrochen wird. Sie schenken mir das Gefühl von Liebenswürdigkeit, Bedeutung und Größe und den Traum von Freiheit. Wenn ich auf dem Rücken der Stute sitze, träume ich viel zu sehr vom Reisen.
Am letzten Wochentag würde ich dich sehr gerne besuchen und ich werde bis dahin auch eine Hennapaste vorbereiten können. Ich werde allerdings, so ist es mir auferlegt, fragen müssen ob mich ein Mann begleitet oder ob ich eine Wache mitnehmen muss.
Ich freue mich schon sehr auf den Besuch an deinem Hof und auf alle Besucher. Vielleicht finde ich ja auch einen Moment um dir davon zu erzählen, dass der Mann, den ich von mir wegschickte, wieder vor meiner Tür gestanden hat.

Möge Mara dir Sonnenschein und Regen immer am richtigen Tag schenken,

Ma'Salema,

[img]http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/nahlahhibahryvar0m4k1o7.png[/img]

Verfasst: Dienstag 25. April 2017, 14:54
von Nahlah Hibah Ryzan
Salam Alaikum, liebe Magdalene.

Es ist wieder lange her, dass ich bei dir am Hof war. Ich kann dir nicht sagen, was für einen glücklichen Abend ich dort verbrachte. Tatsächlich hatte ich viel Freude daran, immer jemanden um mich zu haben, ein wenig zu malen und zu erzählen. Deine Besucher waren von Güte und Freundlichkeit bestimmt, voller Neugierde und Anerkennung. Immer, wenn ich aus MenekUr herausreise schenken mir die Menschen das Gefühl von Bedeutung und Würde, tragen ein Lächeln auf ihren Zügen. In MenekUr verhält es sich anders. Khalida Yazir hat freundliche Worte für mich, Worte des Dankes für den Basar edler Künste. Doch von anderer Seite her wird beklagt, dass ich nicht gut genug sei, meine Pflichten nicht richtig ausfülle, die Leistung nicht erbrächte. Ich klage zu viel, vielleicht weil ich unter all dem Kummer blind geworden bin für die Wärme meines Volkes. Vielleicht müsste es mich einmal ganzheitlich umarmen und nahe eines Feuers setzen.
Aber es fühlt sich an, als würde ich immer weiter davon fort geschickt.
Ich erzählte dir bereits, dass der Statthalter nun mein Vormund ist. Ich bat ihn um die Erlaubnis mich beim Hajinedar als Assistenz zu bewerben. Ich war schon vielen Statthaltern und Handelsministern eine Stütze gewesen und sie hatten alle nur Lob für mich über - bis der amtierende Sanjak mich entließ. Ich wollte mich nur wie alle anderen bewerben dürfen um das Gefühl wieder zu erlangen, soviel Wert zu sein wie sie, nicht die ungnädigste aller Natifahs zu sein. Ehrlich wäre ich gewesen, hätte dem Hajinedar gesagt, wie es um meine zeitliche Verfügbarkeit stände. Aber so ist es, in diesem Reich. Schweigend habe ich mich zu fügen und es zu tragen, dass mein Vormund sich dagegen aussprach. Ich soll und habe darauf zu vertrauen, dass andere für mich die richtigen Entscheidungen treffen, weil ich für mich selbst dafür nicht mehr befähigt sei. Doch müssen sie einen nicht auch wieder aufbauen? Ich weiß es nicht. Vielleicht soll es so bleiben. Ach, was träume ich manchmal von der Ferne...
Und vielmehr tut sich im Reich. Unsere Familienhäuser haben sich aufgelöst und ich weiß nicht, was das bedeuten wird, wo ich bleiben soll.
Doch bevor ich dir davon erzähle bist du mir Geschichten aus Lichtenthal schuldig. Von der großen Politik, bis zu den Kälbchen auf deinem Hof.

Ma'Salema,

[img]http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/nahlahhibahryvar0m4k1o7.png[/img]

Verfasst: Dienstag 25. April 2017, 16:14
von Magdalene Pfirt
  • *Sie hatte dem Boten einen extra Beutel gegeben damit er wartete, außerdem aber wurde er mit einigen Speisen und kühlen Getränken für seine Rückreise versorgt.
    Nachdem sie sich zurückgezogen und das Pergemant einige Male erneut überflogen hatte, war ein tiefes Durchatmen zu vernehmen und auch eine Denkerfalte, welche sich bei der Bäuerin nur selten einfand.*




    Der Lichtbringerin Segen Nahlah.

    Die Zeilen, welche du mir schreibst.. bereiten mir jedes Mal aufs Neue großen Kummer und erfüllen mich mit Sorge.
    Der Unerfahrenheit wegen kann ich nicht über dein Volk urteilen, denn habe ich sie immer als höflich und stets besorgt erlebt.
    Doch ist es hier in Adoran, weit weg von der Wüstenstadt kaum für mich nachzuvollziehen, da du mir als liebevolle Freundin im Herzen verweilst.
    Eines jedoch fällt mir auf:
    Der Kummer, den du ganz offentsichtlich in Dir trägst scheint nicht zu verwelken, gar zu verblassen.
    Doch nehme dir etwas von mir zu Herzen. Finde zu Dir zurück Nahlah, zu deiner fröhlichen Gestalt, als welche ich dich kennen und schätzen gelernt habe. Und wenn der Kummer und auch die Umgebung deiner Familie und des Basars dir nicht dabei behilflich sind, dann ziehe dich vielleicht einige Zeit zurück, besuche mich, finde neue Dinge die dich begeistern, oder verlasse gar den Basar um ein wenig Luft für neues und besseres zu schaffen.
    Doch verstehe mich nicht falsch liebste Freundin.., ich bin mir sicher dass du immer stets bemüht bist dein Bestes zu geben, doch leider ist das Beste was man für Andere möchte, nicht gleichsam auch das Beste für sich selbst. Du hast viele Verluste hingenommen und jene nehmen meistens auch einen Teil des Selbst mit sich, doch verliere es nicht aus den Augen.


    Was Adoran, oder auch Lichtenthal angeht kann ich dir tatsächlich kaum etwas berichten. Die Politik als solches ist mir kein großes Anliegen, nur dieses Gaunerprächen, was derzeit sein Unwesen treibt ist mir ein Dorn im Auge.
    Ich selbst kann mich dessen nicht beklagen, da ich gut behütet hinter dem Regiment verweile, doch denke ich haben es andere Bauern außerhalb der Stadtmauern weitaus schwerer, denn dort ist es bereits zu Vorfällen gekommen.
    Außerdem habe ich ja Eric, und auch meinen Bruder nun am Hof, sie werden sicher immer gut auf mich achten.
    Die Kälbchen allerdings lassen noch auf sich warten, sodass die Stute welche ich dir schenkte in der verstrichenen Zeit ein Geschwisterchen bekam, welches aus selber Blutlinie stammt.
    Welch wundersame Erfahrung wenn sie sich zum ersten Mal auf die Beine begeben.



    Liebe Nahlah, lass deinen Kopf nicht hängen und bitte versinke nicht in deinem Kummer. Auch ich habe einen geliebten Mann gehen lassen müssen, doch hätte er nie gewollt dass ich zukünftig in Trauer durch das Leben schreite.
    Fühl dich einmal fest umarmt und schreibe mir bald zurück!

    Möge die Mutter bis dahin stets auf dich Acht geben.

    Magdalene




Verfasst: Samstag 17. Juni 2017, 18:32
von Nahlah Hibah Ryzan
Salam Alaikum, liebe Magdalene.

Ich schäme mich etwas, dir erst so spät zu schreiben, aber einige Entschlüsse brauchten um sich zu festigen.
Für eine Weile werde ich MenekUr verlassen um meine Familie zu besuchen. Der Markt am 25. Schwalbenkunft wird ein Abschied sein, wo ich noch einmal dem Trubel Gerimors begegnen werde.
Möchtest du an diesem Abend einen der Marktstände beziehen? Ich verstehe es auch, wenn es zu kurzfristig sein sollte.

Ma'Salema,

[img]http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/nahlahhibahryvar0m4k1o7.png[/img]