Der Weg des Rhaudan en Eledhrim
Verfasst: Samstag 10. Dezember 2016, 11:28
Maenas dîr echuia mi faer. - Wahre Kunst erwacht im Geist, so steht es geschrieben und so lebte er seit seiner Geburt vor vielen Jahreszyklen.
Früh am Morgen stand ein junger, knapp zwei Schritt großer, muskulöser Elfenschmied an einer fauchenden Esse und formte geschickt ein Stück legierten Stahls. Sein nackter, nur von einer Lederschürze geschützter, Oberkörper schimmerte golden im ersten Licht des Tages. Das rotgoldene Haar wurde von einem Stirnband zurückgehalten um diese vor der Glut zu schützen. Seine mandelförmigen, rotbraunen Augen hielt er konzentriert auf das Werkstück gerichtet und spürte bei jedem Schlag der feinen, kaum sichtbaren Maserung der unterschiedlichen Stähle und den darin verwobenen Liedklängen nach, um ein, im Einklang mit Eluive befindliches Werk zu schaffen.
Vor seinem geistigen Auge sah er das Abbild des vollendeten Werks, das er zu erreichen gedachte, soweit es seine Fähigkeiten zuließen. Am Anfang seines Weges hatte er häufig Werke wieder eingeschmolzen und von Neuem begonnen, weil er einen Makel entdeckte. Doch mit den Jahren wurde er sich bewusst, dass mit seinem steigenden Können auch seine Ansprüche stiegen und er lernen musste, kleine Makel zu akzeptieren. Vermutlich würde er erst in die Seelenmelodie eingehen können, wenn er ein makelloses Werk geschaffen hätte. Unermüdlich übte er und schuf neue Werke, eines genauer gearbeitet als jenes zuvor. Kopien waren ihm gänzlich zu wieder und nur selten sah man ihn etwas ein zweites Mal erschaffen und auch nur dann, wenn das Werk nur als Spiegel seiner selbst Sinn ergab. Wenn er Waffen und Rüstungen schuf waren ist nahezu immer Einzelstücke.
Seine Hammerschläge fügten sich in die Melodie der Welt ein und seine Arbeit näherte sich dem Ende. Wielange er ohne Unterlass gearbeitet hatte, entzog sich ihm, doch sein Magen knurrte und sein Geist sehnte sich nach Zerstreuung. Als die letzten Hammerschläge und das Zischen des Härtungsbades verklungen waren, lauscht er noch einen Moment in sich hinein, bis er begann seine Werkstadt und sich selbst zu reinigen. Erst dann trank er gierig einen Krug Wasser bis zur Neige und aß ein paar Früchte.
Als er vor die Schmiede trat atmete er tief durch und betrachtete die friedliche Landschaft, ließ den verzauberten Anblick des Nebelwaldes auf sich wirken uns atmete ruhig ein und aus um sich zu entspannen. Sein Werk war vollendet und er musste seinen Geist von der vergangenen Arbeit lösen um wieder offen für neues zu sein. Nur so konnten Ideen keimen und reifen und Neues entstehen. Als er sich umsah, erblickte er die Anfrage welche eine neue Arbeit, einen neuen Gedanken erforderte. Doch dieser würde ruhen müssen bis er sich freigemacht, seiner Seele Freude und Ruhe gegönnt hatte. Und wie immer würde der Bittende Verständnis haben, dass ein Meisterwerk seine Zeit brauchen würde. Lalaith lín leithia faer nín. - Dein Lachen befreit meine Seele hatte seine Mutter immer gesagt und er folgte ihren weißen Worten um sich, so wie sie es immer tat, auf sein neues Werk vorzubereiten. Doch zunächst würde er in den Wald gehen und Silberhaar suchen eine junge Bärin die er vor zwei Jahresläufen verletzt am Rande des Ered Luin`s gefunden hatte. Er würde in Gestalt seines Seelentieres mit ihr umherziehen, unbeschwert die Natur genießen und das allgegenwärtige Lied der Welt unbewusst auf sich wirken lassen.
Nachdem er zwei Tage unbeschwerten Lebens wieder aus dem Wald zurückkehrte ging der junge Schmied am Abend zielstrebig zum Fest eines Freundes um dort die Gesellschaft seines Volkes zu genießen. Hier und da half er während des Festes oder lauscht den Sorgen, Nöten aber auch Lebensgeschichten der Anwesenden oder half auch dem ein oder anderen Handwerker bei der Ausarbeitung einer Idee für eine neue Schöpfung. Als er sich am Abend in seinem Bett ausstreckte fühlte er sich erholt und bereit für ein neues Werk.
Am nächsten Morgen wusch er sich sorgsam, zog frische Kleidung an, trank geminztes Wasser und aß etwas Leichtes. Anschließend ging er ruhigen Schritte auf die Schmiede zu, nahm den noch ungeöffneten Auftrag und betrat seine Werkstatt. Dort bereitete er einen Kohlestift und verschiedene Farben sowie eine Feder und Papierbögen vor um diese später mit seinen Ideen zum Auftrag zu füllen.
Ruhig atmend griff er zum Brief und runzelte die Stirn. Das Papier war seltsam rau und schlecht geschöpft. Suchend glitt sein Blick zu Wachssiegel. Es war schlecht aufgebracht und das Wachs von minderer Qualität. Das Siegel selbst war mit einem mäßig kunstfertigen Siegelstempel eingedrückt worden. Zu fest, sodass das Wachs teilweise darunter gewichen war und unter Teilen des Siegels das blanke Papier hervorstach. Neugierig und mit geschickten Fingern löste er das Siegel vom Papier ohne es zu brechen: Auch hieran erkannte man das Ungeschick des Schreiberlings, ein Siegel durfte nicht zur Gänze abgelöst werden können.
Der Brief selbst war in einer, für einen Menschen geübten Handschrift in der Gemeinsprache abgefasst. Mit einiger Konzentration gelang es ihm den Brief zu lesen. Im Geiste ertappte er sich dabei, die Schreibfehler und fehlgesetzten Worte zu korrigieren.
„Hochgeachteter Schmied der Elfen“ warum wählten Menschen nur immer diese krude Bezeichnung für sein Volk „ich möchte Euch ersuchen, mir eine Rüstung zu schmieden, es soll Euer Schaden nicht sein.“, „Mein Schaden?“, dachte er bei sich selbst und laß weiter. „Die Kunstfertigkeit Eures Volkes ist viel besungen und steht jener der Zwerge in nichts nach, doch an Schönheit kommt nichts der elfischen Schmiedekunst gleich. Aus diesem Grund bitte ich Euch mein Ansinnen zu überdenken und hoffe, dass Ihr den Auftrag annehmet.
So ihr denn bereit seid, lasst es mich wissen und ich lade Euch auf mein Landgut am Südrand des Nebelwaldes ein. Gez. Graf von und zu etz. Pp. Augustin von Haberfels“.
Kurz musste er blinzeln. Hatte er gerade richtig gelesen, dass er um die Herstellung einer Rüstung für Menschen ersucht wurde. Er begann die Zeilen nochmals zu lesen und wollte, als auch die zweite Lektüre nichts Anderes ergab schon das Schreiben weglegen. Doch dann besann er sich eines Besseren und beschloss über den Vorschlag nachzudenken. Bisher hatte er noch nie etwas Anderes als die, seinem Volk bekannten Gegenstände angefertig. Noch nie hatte er sich Gedanken darum machen müssen, ob Dinge die für Elfen geschaffen wurden, vielleicht nicht für andere Rassen geeignet waren. Ein neuer Gedanke kam ihn. Vielleicht könnte er so mit seiner Gabe neue Höhen erreichen, wenn er die Schmiedekunst der anderen Völker erlernte und die Ideen der gesamte Schöpfung Eluives in seine Arbeiten einfließen ließ. Von neuem Ehrgeiz beflügelt nahm er Feder und Papier und begann eine Antwort aufzusetzen.
Früh am Morgen stand ein junger, knapp zwei Schritt großer, muskulöser Elfenschmied an einer fauchenden Esse und formte geschickt ein Stück legierten Stahls. Sein nackter, nur von einer Lederschürze geschützter, Oberkörper schimmerte golden im ersten Licht des Tages. Das rotgoldene Haar wurde von einem Stirnband zurückgehalten um diese vor der Glut zu schützen. Seine mandelförmigen, rotbraunen Augen hielt er konzentriert auf das Werkstück gerichtet und spürte bei jedem Schlag der feinen, kaum sichtbaren Maserung der unterschiedlichen Stähle und den darin verwobenen Liedklängen nach, um ein, im Einklang mit Eluive befindliches Werk zu schaffen.
Vor seinem geistigen Auge sah er das Abbild des vollendeten Werks, das er zu erreichen gedachte, soweit es seine Fähigkeiten zuließen. Am Anfang seines Weges hatte er häufig Werke wieder eingeschmolzen und von Neuem begonnen, weil er einen Makel entdeckte. Doch mit den Jahren wurde er sich bewusst, dass mit seinem steigenden Können auch seine Ansprüche stiegen und er lernen musste, kleine Makel zu akzeptieren. Vermutlich würde er erst in die Seelenmelodie eingehen können, wenn er ein makelloses Werk geschaffen hätte. Unermüdlich übte er und schuf neue Werke, eines genauer gearbeitet als jenes zuvor. Kopien waren ihm gänzlich zu wieder und nur selten sah man ihn etwas ein zweites Mal erschaffen und auch nur dann, wenn das Werk nur als Spiegel seiner selbst Sinn ergab. Wenn er Waffen und Rüstungen schuf waren ist nahezu immer Einzelstücke.
Seine Hammerschläge fügten sich in die Melodie der Welt ein und seine Arbeit näherte sich dem Ende. Wielange er ohne Unterlass gearbeitet hatte, entzog sich ihm, doch sein Magen knurrte und sein Geist sehnte sich nach Zerstreuung. Als die letzten Hammerschläge und das Zischen des Härtungsbades verklungen waren, lauscht er noch einen Moment in sich hinein, bis er begann seine Werkstadt und sich selbst zu reinigen. Erst dann trank er gierig einen Krug Wasser bis zur Neige und aß ein paar Früchte.
Als er vor die Schmiede trat atmete er tief durch und betrachtete die friedliche Landschaft, ließ den verzauberten Anblick des Nebelwaldes auf sich wirken uns atmete ruhig ein und aus um sich zu entspannen. Sein Werk war vollendet und er musste seinen Geist von der vergangenen Arbeit lösen um wieder offen für neues zu sein. Nur so konnten Ideen keimen und reifen und Neues entstehen. Als er sich umsah, erblickte er die Anfrage welche eine neue Arbeit, einen neuen Gedanken erforderte. Doch dieser würde ruhen müssen bis er sich freigemacht, seiner Seele Freude und Ruhe gegönnt hatte. Und wie immer würde der Bittende Verständnis haben, dass ein Meisterwerk seine Zeit brauchen würde. Lalaith lín leithia faer nín. - Dein Lachen befreit meine Seele hatte seine Mutter immer gesagt und er folgte ihren weißen Worten um sich, so wie sie es immer tat, auf sein neues Werk vorzubereiten. Doch zunächst würde er in den Wald gehen und Silberhaar suchen eine junge Bärin die er vor zwei Jahresläufen verletzt am Rande des Ered Luin`s gefunden hatte. Er würde in Gestalt seines Seelentieres mit ihr umherziehen, unbeschwert die Natur genießen und das allgegenwärtige Lied der Welt unbewusst auf sich wirken lassen.
Nachdem er zwei Tage unbeschwerten Lebens wieder aus dem Wald zurückkehrte ging der junge Schmied am Abend zielstrebig zum Fest eines Freundes um dort die Gesellschaft seines Volkes zu genießen. Hier und da half er während des Festes oder lauscht den Sorgen, Nöten aber auch Lebensgeschichten der Anwesenden oder half auch dem ein oder anderen Handwerker bei der Ausarbeitung einer Idee für eine neue Schöpfung. Als er sich am Abend in seinem Bett ausstreckte fühlte er sich erholt und bereit für ein neues Werk.
Am nächsten Morgen wusch er sich sorgsam, zog frische Kleidung an, trank geminztes Wasser und aß etwas Leichtes. Anschließend ging er ruhigen Schritte auf die Schmiede zu, nahm den noch ungeöffneten Auftrag und betrat seine Werkstatt. Dort bereitete er einen Kohlestift und verschiedene Farben sowie eine Feder und Papierbögen vor um diese später mit seinen Ideen zum Auftrag zu füllen.
Ruhig atmend griff er zum Brief und runzelte die Stirn. Das Papier war seltsam rau und schlecht geschöpft. Suchend glitt sein Blick zu Wachssiegel. Es war schlecht aufgebracht und das Wachs von minderer Qualität. Das Siegel selbst war mit einem mäßig kunstfertigen Siegelstempel eingedrückt worden. Zu fest, sodass das Wachs teilweise darunter gewichen war und unter Teilen des Siegels das blanke Papier hervorstach. Neugierig und mit geschickten Fingern löste er das Siegel vom Papier ohne es zu brechen: Auch hieran erkannte man das Ungeschick des Schreiberlings, ein Siegel durfte nicht zur Gänze abgelöst werden können.
Der Brief selbst war in einer, für einen Menschen geübten Handschrift in der Gemeinsprache abgefasst. Mit einiger Konzentration gelang es ihm den Brief zu lesen. Im Geiste ertappte er sich dabei, die Schreibfehler und fehlgesetzten Worte zu korrigieren.
„Hochgeachteter Schmied der Elfen“ warum wählten Menschen nur immer diese krude Bezeichnung für sein Volk „ich möchte Euch ersuchen, mir eine Rüstung zu schmieden, es soll Euer Schaden nicht sein.“, „Mein Schaden?“, dachte er bei sich selbst und laß weiter. „Die Kunstfertigkeit Eures Volkes ist viel besungen und steht jener der Zwerge in nichts nach, doch an Schönheit kommt nichts der elfischen Schmiedekunst gleich. Aus diesem Grund bitte ich Euch mein Ansinnen zu überdenken und hoffe, dass Ihr den Auftrag annehmet.
So ihr denn bereit seid, lasst es mich wissen und ich lade Euch auf mein Landgut am Südrand des Nebelwaldes ein. Gez. Graf von und zu etz. Pp. Augustin von Haberfels“.
Kurz musste er blinzeln. Hatte er gerade richtig gelesen, dass er um die Herstellung einer Rüstung für Menschen ersucht wurde. Er begann die Zeilen nochmals zu lesen und wollte, als auch die zweite Lektüre nichts Anderes ergab schon das Schreiben weglegen. Doch dann besann er sich eines Besseren und beschloss über den Vorschlag nachzudenken. Bisher hatte er noch nie etwas Anderes als die, seinem Volk bekannten Gegenstände angefertig. Noch nie hatte er sich Gedanken darum machen müssen, ob Dinge die für Elfen geschaffen wurden, vielleicht nicht für andere Rassen geeignet waren. Ein neuer Gedanke kam ihn. Vielleicht könnte er so mit seiner Gabe neue Höhen erreichen, wenn er die Schmiedekunst der anderen Völker erlernte und die Ideen der gesamte Schöpfung Eluives in seine Arbeiten einfließen ließ. Von neuem Ehrgeiz beflügelt nahm er Feder und Papier und begann eine Antwort aufzusetzen.