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Hochzeitsvorbereitungen ......

Verfasst: Mittwoch 7. Dezember 2016, 19:30
von Thelor Reensdorf
.....oder auch die Kunst der Vorehelichen Duellkunde

So Anstrengend hatte er die Vorbereitungen zur Hochzeit unter Adligen gar nicht in Erinnerung. Vielleicht mag es daran liegen das er vom Rang niedriger war oder noch nicht ganz so bekannt im ganzen land.

So häufte sich so Allmählich eine Ansehnliche To-DO liste zusammen.
-Burg fertig bauen (Festsaal schmücken)
-Kelch fertigen (Janaray Quälen)
-Einladungslisten (also alle,....fast alle, vielleicht Rahaler nochmal Persönlich ausladen....)
-Essen beauftragen (Bauernhöfe leer kaufen)
- Zermonienbekleidung (Hochzeitsgewand und Kleid)
-Kutsche für Gäste vom Kloster zum Festort, organisieren
-Musik organisieren
-nach Fertigstellung Antorius weiter terrorisieren
- .....


Kochen will sie immer noch nicht lernen, naja oder nur wenn ich alles Esse was sie Kocht, aber dann sollte ich sie vor der Hochzeit dazu zwingen, dann hat sie noch keinen Grund mich zu beseitigen. Oder Grade dann .........

Ich glaub ich lass das Thema erstmal ,

Also gut der Kelch für die Zeremonie , wir haben uns auf zwei hälften geeinigt.
ein aus Pyrian, Sinnbildlich für Helisande : Rot wie ihr Haar, feurig wie ihr Temperament, Glühend wie das Fabeltier das man ihr Nachsagt.

ein aus Coelium, Sinnbildlich für mich : Blau wie mein Wappen, kühl wie mein Humor und beruhigend wie mein Gemüt

verbunden mit dem Metall des Adels , dem Edelsten aller, passend zum Adelsstand Gold


Janaray will zwei Formen Bauen und jeder von uns wird eine Hälfte gießen, Janaray wird sie dann mit dem Gold zusammen fügen . Ich bin schon gespannt wie es wird.

Apropos ich muss mit Janaray ja noch über den Ehering sprechen, jeder von uns lässt den Ring des Anderen Anfertigen und ich habe da auch schon einen Plan .....

..... ob er ihr gefällt , naja , anderes Thema, Hauptsache wir bekommen ihn umgesetzt. Ich bin auf Janarays Meinung dazu sehr gespannt.


Die nächsten Tage und Wochen werden sicher Ansträngend, hoffentlich bringen wir uns nicht vorher gegenseitig um ......

Verfasst: Mittwoch 7. Dezember 2016, 22:21
von Helisande von Alsted
Ich bringe ihn um! Bis aufs dritte Blut, mit einem Degen... einer Axt... einem Löffel. Das tut nämlich mehr weh. Die Welt wird zweimal untergehen und dreimal gerettet werden bevor ich kochen lerne. Da lernt eher ein Ork das fliegen und ein Oger Knicksen.
Das nächste Mal, wenn er das Thema anschneidet werde ich ihm garstig vors Bein treten. Natürlich bieten diese vorbildlichen Damen wie Janarey und Assamaril auch noch an mir kochen bei zu bringen. Ich sollte aus purer Gemeinheit wirklich in Sand panierten Stockfisch mit angebrannter Pfirsichtunke kochen und ihm servieren. Alles was ich koche, muss er essen!


Solche und ähnlich finstere Gedanken umflorten die Sinne der jungen Frau, wenn sie nicht damit beschäftigt war über einem dreist leeren und gemein unbeschriebenen Blatt zu brüten. Sie sollte ein Gelöbnis schreiben. Worte, die gleichsam Schwur, Versprechen und Erklärung waren für den Mann, den sie heiraten würde. Eine schwierige Aufgabe, denn bei all dem was sie ihm zu sagen hätte, waren Dinge, die schwer bis unzureichend in Worte zu fassen waren. Der einzig schale Trost war, dass er vermutlich genauso brüten durfte.

Es war zum Glück noch Zeit. Immerhin sollte erst die Burg stehen und das würde sich noch ein wenig hinziehen. Sie selbst hatte noch keine wirkliche Idee für ein Kleid bis auf die Farbe. Temora sei gedankt, die Farbe war traditionell festgelegt. Auch ein Ring musste noch besorgt werden. Wie der Kelch wohl werden würde? Noch so ein Moment voller Anspannung.
Doch wie würde das Leben nach dem finalen Exitus der Freiheit aussehen? Es war eher unwahrscheinlich, dass sie sich in ein devotes Hausweibchen verwandeln würde. Ebenso unwahrscheinlich war es, dass sich Thelor in einen Pantoffelhelden verwandeln würde. Diese Ehe versprach schlicht die Erweiterung von dem zu werden, was sie beide schon gefunden hatten. Eine bizarre Form der Einheit. Das Küchenproblem würde auch noch eine Lösung finden.

Bis dahin .. Gelübde, Ring und... notfalls bis aufs zweite Blut. Bis aufs zweite reicht auch.

Verfasst: Donnerstag 8. Dezember 2016, 07:35
von Janarey
Ein Kelch, geschaffen in unzähligen Stunden filigraner wie mühevoller Arbeit.
Ein Kelch, gemacht für nur einen einzigen Zweck.
Ein Kelch, gemacht um ihn mit einem Gelöbnis wider unter dem wachen Auge der Herrin zu zerstören.
Solch ein Kelch sollte es sein, den sie für Thelor und Helisandes Hochzeit entstehen lassen sollte. Im Grunde eine recht einfache Aufgabe für wen der sich damit auskennt und weis wie er zu arbeiten hat.
Aber jemanden darin an zu leiten, war etwas, das sie bisher noch nicht machen musste. Sie war schon gespannt auf die gemeinsame Arbeit mit dem Baron und der Lady.
Beim ersten Treffen saßen sie nur zusammen und besprachen das Aussehen des Kelches. Drei Metalle sollten es werden aus denen der Kelch gefertigt wird.
Pyrian: rot wie das Haar von der Lady mit feuriger eigenschaft eines Drachens
Coelium: blau wie die Farbe des Barons und kühl wie sein Humor
Gold: Sinnbild für den Adel auch wenn die meisten kaum welches besitzen
Man hatte sich auf das Wesentliche festgelegt. Nun hies es, die Gussformen für jenen Kelch vor zu fertigen damit das künftige Brautpaar beim nächsten Treffen auch gleich mit der Arbeit beginnen konnten.

Verfasst: Freitag 16. Dezember 2016, 17:51
von Helisande von Alsted
Es wollte einfach kein Schnee fallen in diesem Jahr. Heimlich ging die Rosthaarige schon dazu über dieses Jahr 'das verfluchte Jahr' zu nennen. Erst verließ Sir Vaughain das Land, dann gab es diplomatische Engpässe und dann die vielen Verluste.. Lilian, Florentine, Sophia.. die ermordeten Wachen. Die Elfen wurden von einem Drachen heimgesucht und waren zu stolz ein stehendes Heer um Hilfe zu bitten, nun war Ered Luin hin und musste wieder aufgebaut werden. Als wäre das noch nicht genug überschwemmte eine Springflut das Thyrenland und nahm wohl einige der Sturmheuler mit sich.
Die Burg ging nicht voran, die Hochzeit verschoben und kein Schnee.

Es war zum Mäusemelken und Flöhekämmen. Der Kronritter ertrug die Sorgen und auch scharfen Worte seiner Verlobten bisher mit Würde. Doch die Verluste an Leben dieses Jahres hatten auch ihn mitgenommen und geprägt. Der Öffentlichkeit mochte es entgehen, aber ein Teil seiner gewöhnlichen Unbeschwertheit war verklungen. Fraglich ob er sie wieder finden würde. Er hatte ihr nun versprochen den Burgbau anzutreiben. Die Hochzeit war grob auf den Monat Eisbruch terminiert worden. Zuvor würden sie beide als Paar an der Hochzeit des Emirs und Raniya in Menekur teilnehmen.
Wieder nur Gast und nicht selbst Braut.

Der bittere Tropfen gesellte sich nur zu den anderen im Kelch. Der Kelch, den beide gegossen hatten. Die fachliche Feinarbeit hatten sie wohlweißlich Janarey überlassen. Seit sie das Schwert an gegen den Amboss eingetauscht hatte war die junge Frau richtig aufgeblüht. Nicht alle sind zu Soldaten geboren.

Die Gussform, die die Feinschmiedin angefertigt hatte war einfach und ohne Schnörkel. So wie die beiden Ritter eben auch waren. Nicht einmal die feinen Risse und Krater in der Form hatte sie herausgeschliffen. Es stand Sand zum Schleifen bereit. Doch nur mit einem kurzen Blick verständigte sich das Paar darauf, dass jene Unreinheiten bleiben und auch ins Metall geprägt sein sollten. Keiner von ihnen war ohne Narben oder Fehler, manche Eigenheiten verdickt, andere Schwächen offensichtlich. Auch ihre Körper waren nicht mehr unversehrt geblieben. Ritter ohne Narben hatten Seltenheitswert im Reich. Mit einem Nicken der Akzeptanz wurden diese 'Mängel' auch dem Kelch gelassen. Janarey bot zwar an die Oberfläche nach dem Aushärten noch glätten zu können, doch das wurde von beiden abgelehnt.

Die junge Adlige nahm einem tiefen Atemzug. Mit Handschuhen angetan und einer langen Zange nahm sie das Gefäß mit dem geschmolzenen Pyrian vom Feuer. Die Stirn vor Konzentration eingeknittert goß sie das heiße und funkende Metall in ihre Hälfte der Form. Nur eine kleine Unachtsamkeit, ein zittern der Hände und es passierte. Etwas Pyrian ging daneben und wirbelte den Sand auf in dem die Form eingebettet war. Ein Schwall Sand stob in die Form auf das heiße Metall, schmolz und kristallisierte für die drei Zuschauer unsichtbar zu Glas. Es war zweifelhaft ob das weiter hinzugefügte flüssige Metall das abdecken würde. Ein weiterer Fehler im Kelch. 'Ein Herz aus Sand', schloss der Ritterin als unwillkommener Gedanke durch den Kopf.

Mit einem tiefen Seufzen setzte sie sich hin und starrte auf die Gußform in der ihr Teil nun aushärten musste. Es war auf eine widersinnige Weise beinahe komisch, dass solche Dinge stets ihr passierten. Der Blick geisterte zu Thelor hin, der die Tatsachen in seiner Art mit einem ruhigen Lächeln und einem freundlichen Wort quittierte. Sich geliebt fühlen ist ein Geschenk. Auch wenn man ein Herz aus Sand hat. Sie fühlte sich geliebt in diesem Moment und nichts konnte das nun noch verderben.

Verfasst: Sonntag 18. Dezember 2016, 11:44
von Janarey
Sorgsam hatte sie alles vorbereitet als die beiden zu ihr ins Haus kamen um sich der für sie ungewohnten Arbeit zu stellen. Die Esse wurde angefeuert und auf Temperatur gebracht. Die bereits fertigen Barren legte sie in die entsprechenden Pfannen bereit zum einschmelzen.
Neben den Pfannen wurden die speziell gefertigten langen Zangen und Handschuhe bereit gelegt. Um die Esse herum sowie an der Stelle wo die Gussformen bereitlagen wurde extra viel Sand ausgeschüttet um den Boden vor eventuellen Missgeschicken zu schützen.
Als Helisande dann den Pyrianbarren in die Pfanne legte und in die Esse schob stand sie immer dicht neben ihr und beobachtete ihr tun sorgsam. Doch hielt sie es nicht für Nötig sich selbst eine Zange zur Hand zu nehmen um eingreifen zu können, sollte etwas schief gehen. Ihre Aufgabe war es an zu leiten und dem Paar die Arbeit zu überlassen. Würde etwas schief gehen, so müssten sie von neuem beginnen bis sie es schaffen.
Lediglich den richtigen Zeitpunkt beobachtend gab sie Helisande das Zeichen das flüssige Metall aus der Glut zu holen. Mit einem ruhigen Lächeln sah sie der Lady dann zu wie sie mit größter Vorsicht mit Hilfe der Zange die Pfanne mit dem flüssigen Metall aus der Glut nahm.
Ein kleiner Tropfen auf Abwegen sorgte für das Missgeschick das den umliegenden Sand aufwirbelte und etwas davon in das flüssige Metall rieselte.
Auf Thelors ruhigen Worte zu Helisande hin lächelte sie den beiden zu und nickte ihnen sacht zu.
Nichts auf dieser Welt ist Fehlerfrei. Wir haben alle unsere Makel, die einen tragen wir nach aussen und die anderen im Verborgenen.
Mit diesen Worten nahm sie sich 2 Zigarren, reichte eine davon Helisande und mit der nun freien Zange nahm sie ein stück glühende Kohlen um die Zigarren daran zu entzünden. Genüsslich die Zigarre schmauchend setzte sie sich und blickt eine Weile lang noch auf das aushärtende Kelchteil.

Verfasst: Dienstag 3. Januar 2017, 23:43
von Zahrak Salberg
Krisensitzung 1 war mithilfe von Schnaps, Mocca und zuversichtlichen Schneidern überstanden. Was Zahrak sich von diesem zweistündigen Abend bei Karawyn im Haus mitgenommen hatte? Eine Menge schmieriger und unleserlicher Notizen. Und das war weise gewesen, denn am Ende stellte sich heraus, dass Helisande so ungenau genaue Vorstellungen von ihrem Hochzeitskleid hatte, dass man sich das unmöglich, auch mit drei eigenständig denkenden Schneiderköpfen, merken konnte. Aber wozu gab es schließlich Pergament und Kohlestift?
Zeichnungen von der gewünschten Wappenverschmelzung wurden übernommen, teils erweitert oder mit Randnotizen versehen. Die Frage nach Gold- oder Silberschmuck wurde geklärt, die Basis für das Kleid wurde geschaffen, eine Aufgabenverteilung begangen, die fundamental wichtige Frage nach der Kleidfarbe wurde geklärt, der Stil - welcher nur ein bisschen verwunderlich war, kannte man Helisande etwas näher - und auch gewisse Tabus wurden bereits klargestellt. Nun mussten Karawyn, Amelie und Zahrak nur noch für sich die einzelnen Dinge austüfteln und einen gemeinsamen Termin finden, an dem die werte Lady auch konnte, um den Vorentwurf des Kleides anzuprobieren. Erst danach konnten Feinheiten angegangen werden und dann würde es wohl auch schon bald so weit sein, dass das Kleid seinem großen Abend entgegen getragen wurde.
Zahrak selbst nahm sich fest vor, durch die Zusammenarbeit mit den Anderen und die Möglichkeit, Helisande auszufragen, für die eigene, noch bevorstehende Hochzeit zu lernen. Die Hoffnung, dass ihm das auf den letzten Metern die Angst nehmen würde, starb bekanntlich zuletzt.

Verfasst: Sonntag 12. Februar 2017, 15:18
von Helisande von Alsted
Einige Punkte auf ihrer eigenen Liste konnte sie nun abhaken. Sie hatte den das kleinste Fangeisen der Welt besorgt und in ihren Händen. Der Ehering für Thelor war wirklich schön geworden. Threlm war überrascht gewesen, warum sie mit diesem Anliegen ausgerechnet zu ihm gekommen war. Er war doch nur ein einfacher Grob- und Feinschmied.

Was er vollkommen vergessen hatte, war die Tatsache, dass er ein Kessler war - so wie sie auch. Dass man gemeinsam den Höhlenteufel verkostet hatte, dass man für das Handelshaus durch Höhen und Tiefen gegangen war. Für ihn war die Lady so ungeheuer weit weg von seiner eigenne Welt, dass es sie fast ernüchterte. Bürgerlicher Geburt, das waren sie beide.
Er ließ es sich auch nur unter Mühe ausreden ihr den Ring und den eigenen Hochzeitsschmuck zu schenken. Das Abkommen war typisch Kessel. Sie würde den Preis für den Ring und den Schmuck an das Hospital oder Glaubenshaus spenden.

Sorgsam verwahrt im allerhintersten Winkel des Schrankes lag ihr Kleid. Obwohl es viel mehr war als ein Kleid. Eine ganze Brautausstattung fand sich dort. Schuhe, Strümpfe, Unterkleid, Kleid mit Bestickungen, Schleier, Haarnetz und sogar ein Schultertuch wurden dort mit Seidenpapier umhüllt verwahrt und harrten ihres Einsatzes. Das traditionelle Weiß strahlte frisch wie der Schnee im Sonnenlicht. Die Bestickungen fielen erstmal gar nicht auf, man musste mehrfach hinsehen um zu erkennen, dass dort etwas bestickt war. Was dargestellt wurde erforderte schon konzentriertes Hinstarren.
Aber sie selbst wusste, es war da. Die von Karawyn und Zahrak angefertigten Bestickungen hatten sie tief ins Herz getroffen.
Drei Schneider hatten sich gefunden um sie auszustatten und hatten nach dem groben Entwurf ein wahres Wunder vollbracht. Beim Ankleiden schon hatte sie selbst heftigst mit ihrer Fassung gerungen und ihren Augen kaum getraut. Es blickte ihr eine als schön zu bezeichnende junge Adlige entgegen. Was ihr an der Anmut zarterer Frauen abging, wurde durch Würde kompensiert. Die Bewegungen fielen ihr leicht darin, sie fühlte sich wohl und tatsächlich ganz als sie selbst. Die Schuhe von Amelie waren so bequem, darin würde sie sicherlich eine ganz Nacht durchtanzen können.

Endgültig jedoch verlor sie für einige Momente die Fassung als alle drei Schneider ihr die Aussattung zur Hochzeit schenkten. Das gereichte Tuch mit den Sternen lag sorgsam verwahrt im zur Ausstattung passenden Beutel.

Sogar ihr Ehegelübde war nun fertig geworden. Der heilige Schwur, den sie ihrem Gatten leisten wollte und würde. Es stand noch aus jenen mit Hochwürden Antorius einmal zu prüfen und dann... ja dann....

Der Schleierabend wollte noch terminiert und organisiert sein.
Es fehlte noch eine Örtlichkeit für die Hochzeit an sich.
Dann blieben noch so Kleinigkeiten wie Getränke, Essen, Dekoration, Hilfskräfte und eine ordentliche Schlacht gegen die Alataris.

Überstrahlt wurde jedoch alles von den zarten Zeilen ihres Verlobten, der auch in dieser Zeit immer noch der ritterliche Romantiker und Retter des pragmatischen Drachens war.

Verfasst: Montag 27. Februar 2017, 21:03
von Helisande von Alsted
Die Zeit rinnt. Nur noch ein Mond ungefähr, dann würde sie in dem weißen Kleid vor Temora und ihren Verlobten treten und ihr Versprechen geben. Es war ein Paket aus Marsbergen angekommen. Kaum mehr als ein Brief mit einem bestickten Stückchen Stoff als Zugabe und doch, war er um so mehr als sie ihn las.
Liebes Kind,

ich weiß ich müsste dich korrekt mit Lady Helisande titulieren und noch alle anderen Titel beifügen, die du garantiert inzwischen erhalten hast. Doch für mich bist und bleibst du mein Kind. Die einzige Tochter, die ich geboren habe und die unser Erbe weiter trägt. Auch wenn du einen anderen Weg gehst als ich, Helisande, so stammst du wie ich aus einer langen Reihe von Heilerinnen und Hebammen. Selbst wenn du das Wissen darüber nicht anwendest, es wird sich in den unmöglichsten Situationen zeigen. Du hast von mir gelernt seit du laufen konntest.
Bei allem, was du tust, Tochter... es ist leichter Wunden zu schlagen als sie zu heilen. Bei allem, was du sagst, Tochter... es ist leichter Worte abzuwägen, als sie zu entschuldigen. Bei allem, was du fühlst, Tochter... es ist leichter seinem Herzen zu folgen als sich in Sehnsucht zu grämen.
Ich habe dir dein Schleiersymbol gestickt und diesem Schreiben beigefügt. Ich weiß nicht einmal mehr ob du dich an unser Gespräch darüber erinnert, doch ich erinnere mich. So wie ich mich an deinen ersten Atemzug, deinen ersten Schritt und dein erstes Wort erinnere, so auch daran. Es ist die Gnade des Alters im Erinnern den eigenen Frieden zu finden.
  • Efeu ist zäh und ungemein widerstandsfähig. Er übersteht Dürren und Überschwemmungen, Schnitt und Verbiss, Kälte wie Hitze. Er überwuchert ganze Burgen und nach Jahrunderten hält er immer noch jene Mauern aufrecht und ist ihnen Schutz vor jedem Wetter. Efeu blüht im stillen und nicht prachtvoll und doch ernährt er unzählige Tiere. Richtig eingesetzt wirkt er heilend auf einig Gebrechen und mildert mit seinem ewigen Grün und seiner Beständigkeit so manches schwere Gemüt.
    Beneide niemals die Rose. Du bist Efeu.


Vater lässt dich grüßen und dein jüngster Bruder schwärmt nun vom Rittersein und hat Flausen im Kopf. Es würde mich nicht wundern, wenn er einges Tages vor deiner Tür steht und dir mit seiner jugendlichen Leichtfüßigkeit auf die Nerven fällt.

Vaters Bein wird schlimmer, es ist das Alter. Die Blutbahnen verhärten und es heilt alles nicht mehr so gut ab. Wir werden die Reise zu deiner Hochzeit nicht auf uns nehmen können, aber im Herzen und im Spiegel des Himmels und des Meeres sind wir bei dir.

Grüß deinen Verlobten bitte herzlichst von uns und - Vater zwingt mich im übrigen hierzu - Lern endlich kochen!

In Liebe


Godith Senheit

Marsbergen im Hartung 260

Die Fingerkuppen strichen nachdenklich über die Gabe der Mutter hinweg. Niemals hätte sie Godith zugetraut dieses Symbol zu sticken. War es in Marsbergen doch üblich, dass die Mütter einen Vollmond oder einen Neumond stickten oder Hasen oder andere Dinge, die mit Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht worden. Doch Godith hatte sich jung den Mann selbst ausgesucht, ihren Stand selbst ausgesucht und zu viele Männer aufgezogen um nun nicht das zu tun, was sie für richtig hielt. Ein Schwert mit einem Griff aus Efeublatt lag quer über einem Schild. Man musste schon sehr genau hinsehen oder noch ungeheuer gute Augen haben um das feinere zu erkennen, was den Schild zierte. Denn dort unter dem Schwert verbarg sich ein Herz aus Gold. Die gesamte Stickerei kaum größer als die halbe Handfläche gehalten in den Farben Gold und Silber.

Unter Ausschluss jeder Öffentlichkeit fand der Moment der Stille statt in dem die junge Ritterin den eigenen Kampf mit Nadel und Faden aufnahm um das kleine Stück Stoff aus der Heimat an den Schleier zu nähen. Die Fingerkuppen waren danach zerstochen und die Fähigkeit zu schimpfen vollkommen ausgereizt, aber das erste Symbol saß dort wo es hingehörte. Morgen schon würde der gesamte Schleier sich mit ihr auf die Reise nach Wellenberg begeben.
Ihre Mutter hatte das erste Symbol beigetragen. Marie Elisabetha würde das zweite einsticken. Die künftige Stieftochter wusste davon zwar noch nichts, außer Thelor hatte sie schon vorgewarnt, aber es erschien der Braut richtig so. Die Familie aus der sie stammt, die Familie in die sie ging und im Anschluss alle, die ihr etwas mit auf den Weg geben wollten.

Es würde spannend bleiben welche Wegweise sie noch erwarten würden.
Was würde Marie wohl sticken....

Verfasst: Freitag 24. März 2017, 22:08
von Helisande von Alsted
Die Nacht der Andacht war gekommen. Heinrik hatte sie unaufgefordert ins Kloster eskortiert und in die Hände des Priesters übergeben. Auch wenn der Knappe maßlos übertrieb, was das Gewicht ihres Gepäckes anging, die Geste bewegte sie. Die letzten Tage waren voller Bewegung gewesen, auch voller Erkentnisse und Gewissheiten.

Hochwürden Hohenhain hatte sie mit viel Wärme und Zuversicht am Abend zu vor empfangen und mit wohlgesetzten Ratschlägen und Worten bedacht. Auch dies eine unaufgeforderte Geste von ihr. Auch wenn es der Priesterin vermutlich nicht bewusst war, aber diese Stunden im Gespräch mit ihr waren ein Geschenk für die Braut. Eines ohne Schleife und ohne wirklich greifbar zu sein und doch ungeheuer wertvoll. Eine Bäuerin hatte ihr in frühgerimorianischer Hast noch Kekse nachgeschleppt, damit sie 'Nervennahrung' hatte. Offenbar war nicht nur sie selbst in herzlicher Aufruhr wegen des bevorstehenden Ereignisses. Ebenfalls ein Geschenk.

Ein weiteres Geschenk war ihr Schleier. Fleißige Hände hatten ihn bestickt, findige Geister hatten sich die Bilder ersonnen und fühlende Herzen hatten ihren eigenen Segen dazu gegeben. Insbesondere der dünne und feine goldene Faden, der wie ein nie enden wollendender Weg alle einzelnen Muster und Formen mit einander verband, war ein seltener Kunstgriff. Gestickt von einem nach außen ungeheuer versnobten Adelsfräulein, zu welchem eine Freundschaft über die Jahre hinweg gewachsen war.

Der Baum des Lichtes ließ seine Wärme und die Ahnung der Präsenz Temoras auch auf sie hinab. Tiefe Ruhe und Zuversicht umfasste die junge und doch ziemlich aufgeregte Braut. Morgen würde endlich besiegelt werden, was solange schon verbunden war. Dazu würde es nur den Sir, den Priester und sie selbst im Grunde brauchen. Tief in ihrem gut verschlossenen Selbst jedoch barg sich die Hoffnung, dass viele der geladenen Gäste den Weg auf sich nehmen würden. Wegbegleiter, Weggefährten, Kampfgefährten und auch Schutzbefohlene und das was kostbar und selten in dieser Welt erschien: Freunde.

Kurz glitt ein Finger über die Narbe an ihrer Wange und sie dachte zurück an den Winter vor drei Jahren, als ein Pirat ihr diese Narbe verpasste. Wenn ihn die See nicht gefressen hätte, würde er sich das morgen nicht entgehen lassen vermutlich. Die tiefere Ausbuchtung der alten Wunde brachte wie einen Blitz den Gedanken an Livyathan Aschengardt zurück - immer noch eine schwärende Wunde ihres Versagens. Ein lauer Wind frischte auf und trug diese Gedanken fort in das Meer ihrer Erinnerungen, dafür glomm ein kleines Licht auf und gewährte ihr erneut den Blick auf den kleinen blonden Jungen, den sie schon in der Nacht ihrer Schwertleite gesehen hatte.

Viel Leid, viel Freud.
Viel Feind viel Ehr.

Morgen nur Freud.
Morgen.

Verfasst: Sonntag 26. März 2017, 19:05
von Vladimir Dracones
Am Tag nach der Hochzeit wird von einem augenscheinlich neutralem Boten ein Geschenk für das Hochzeitspaar an der Amtsstube in Berchgard abgegeben. Das Geschenk ist mit einem seltsam rötlichem Papier umwickelt und schon von außen darum vermuten von welchem Absender es stammt.

"Möge prüfen was sich ehlend bindet."

Verfasst: Montag 27. März 2017, 17:41
von Thelor Reensdorf
Ein besonderer Tag,

Manche Nervosität verliert man wohl nie,
Es War doch schon das zweite mal das er Ja sagte und doch stand er aufgeregt wie ein 20ig Jähriger Jüngling am Altar und wippte Aufgeregt auf den Fußsohlen auf und ab .

Nach und nach füllte sich die Kirche. Viele waren der Einladung Gefolgt, so erblickte er Freunde, Adel und auch viele der Bürger und mit Vorbereiter waren da gewesen.
Mit einem nicken von Antorius begann man die Kirchenglocken zu Leuten um die letzten noch zur Kirche zu Laden.
Ja sie war voll , so voll das es abgesehen von Sitzplätzen auch kaum noch Stehplätze gab.
Ja sicher die Kirche in Adoran wäre größer gewesen, aber es gab gute gründe für die Klosterkirche und irgendwie passte es ja.
Kaum war der letzte Platz der Kirche gefüllt, da gab Antorius dem Organisten ein Zeichen und es setzte die für Alumenas so typische Musik zum Einmarsch der Braut ein.

Die Tür schwang auf und Arenvir trat hinein, Oberst a.d. und in entsprechender Montur. Doch so stattlich auch Arenvir wirken mochte, kaum schritt die Braut ins Kircheninnere, so das er sie den Gang entlangführen konnte, war der Blick gebannt von der Gestallt in ihrem Weißen Kleid, die wie auf Wolken den Gang entlang zu schweben schien. Ihr Rotes Haar bot den Schönsten Kontrast zu dem Weis und dem Gestaltetem Schleier, so dass ihm fast ihr `` Brautstrauß`` entgangen wäre.
Das war so typisch , aber es passte auch irgendwie, das sie einen Buckler mit Gravierten Blumen nutze, hoffentlich würde sie ihn nicht schmeißen.

Der Kronritter strahlte über das ganze Gesicht als Arenvir stellvertretend für den Brautvater, den Schützling an Thelor übergab und gemeinsam wendete man sich dem Prister zu.

Antorius Sprach sein Eröfnungsgebet und präsentierte den hochzeitskelch aus Pyrian und Coelium. Jener wurde gefüllt und nach dem Anrufen der Herrin Temora Nacheinander den beiden überreicht, auf das sie ihr Gelübde Sprechen konnten.
Helisande machte den Anfang und je weiter sie kam umso größer wurde der Kloß in seinem Hals. Hoffentlich würde er im Anschluß überhaupt noch ein Wort höhrbar heraus bekommen.

Ich, Helisande Senheit gelobe Dir, Thelor Dravan die Ehe.
Ich will wachen, wenn du müde bist.
Ich will zuhören, wenn du sprichst.
Ich will zuhören, wenn du schweigst...
ich will jedoch sprechen, wenn du irrst.
Ich will vorangehen, wenn du zögerst,
ich will stark sein, wenn du verzagst,
ich will gehen, wenn du allein sein musst,
ich werde jedoch immer da sein, wenn du mich brauchst...
Wo du hingest, da will auch ich hingehen
Wo dein Volk ist, da ist auch mein Volk...
dein Glaube, sei mein Glaube, dein Wille sei mein Wille...
wo du stirbst, da sterbe auch ich...
So schwöre ich Dir hier im Angesicht Temoras meine unverbrüchliche Treue und Achtung,
ich gebe dir vor allen Zeugen meine Hand, ich überantworte dir in meinem Wort mein Leben...
All dies sei Dein, Thelor Dravan - bis das der Tod mich nimmt.



So war es mit übergabe des kelches nun an ihm und mit einem leichtem Räuspern wurde der Kloß im Hals beiseite geräumt. Ein wenig improvisieren musste er, weil sie ihn wie nicht erwartet mit Bürgerlichem namen ansprach aber das war weniger das Problem. So begann auch er mit deutliche Stimme zu Sprechen , während er sie unentwegt anblickte.

Ich Thelor Dravan gelobe die hier anwesende Helisande Senheit zu Achten, Lieben und zu Beschützen.
Ich werde dir Schild sein hinter dem du Schutz findest,
Ich werde dir Schwert sein der für dich und dein Ansehen streitet,
Ich werde dir Rüstung sein der du dein Leben Anvertraust.
Ich werde dir die Schulter sein, an der du an schlechten Tagen Trost findest
und ich werde dein Turm sein in dem du dich zurückziehen kannst um die Welt und die Sorgen um dich herum zu Vergessen
von nun an bis der Tod mich nimmt


Nachdem nun auch er einen Schluck aus dem kelch genommen hatte, wurde er an Antorius zurück gegeben , welcher ihn nun der heiligen flamme der Herrin übergab welche den kelch in ihrem Licht hülte bis er gänzlich in ihr aufging. Die gelöbnisse wurden von temora angenommen.
Und dann foglte der teil der wohl am sehnlichsten erwartet wurde:

Antorius: Also frage ich euch, Lady Helisande von Senheit, wollt ihr Baron Thelor von Gipfelsturm vor dem Angesichte der Herrin Temora zu eurem Ehemann nehmen?
Helisande von Senheit: Ja, das will ich!

Antorius: und so frage ich auch euch, Baron Thelor von Gipfelsturm, wollt ihr Lady Helisande von Senheit zu eurer Ehefrau nehmen vor dem Angesichte der Herrin Temora?
Thelor von Gipfelsturm: Ja, ich will auch!

verdammt hatter er das jetzt wirklich so gesagt, egal nunw ar es zu Spät!

Antorius: kraft der Würde, die ich als ordinierter Priester der Herrin Temora trage, erkläre ich euch hiermit zu Mann und Frau.

Es folgte der Beweis der Liebe durch das Lippenbekenntnis zueinander. Ein umstand der dafür Sorgete das bei einer Jungen Adligen die Taschentücher bald gegen einen Eimer getauscht werden müsste.
Die Ringe wurden gegenseitig getauscht und nach den glückwünschen des Priesters schritt das frisch Vermählte Paar durch die Reihen aus der Kirche.
Die Stufen vom Vorplatz hinab hatte sich das Regiment beschlagnahmt und wie für Frau Oberst gebührend wurde der Schwertsalut im Spalier gebildet durch die das Strahlende Paar schritt.

Eine hergerichtete Kutsche brachte das Paar zum Festplatz wo es mit Schlemerei, Hau den Rahaler, Tanz, Wein und Gesang noch ein Später abend wurde. Ein Abend in Bunter Gesellschaft von Freunden aus allen Schichten Völkern und Ständen.

Möge uns Temora begleiten.... immer!

Verfasst: Mittwoch 29. März 2017, 19:03
von Helisande von Alsted
Der Flurbereich im Gästehaus des Klosters wies inzwischen sicherlich eine tiefe Furche auf. Sie war früh aufgewacht, sehr früh sogar, was allerdings zur Rhythmik des Klosterlebens durchaus passte. Wie bekommt man seinen Hochzeitstag bis zur Zeremonie nun herum? Frühstücken, die wichtigste Mahlzeit des Tages und sowieso bei dem schönen Morgenrot ein Genuss. Hochwürden Antorius hatte sogar Kaffee besorgt und somit war der Morgen ein guter Morgen. Sonnenaufgang vollendet. Nur noch ungefähr 12 Stundenläufe bis zur Trauung.

Brautkleid nochmal anschauen und prüfen ob alles vorhanden ist.
Noch 11 1/2 Stundenläufe.

Ein wenig im Klostergarten spazieren gehen und die keimenden Kräuter bewundern.
Noch 11 Stundenläufe.

Hochwürden Antorius in den Wahnsinn treiben mit Geplapper, Fragen, Bemerkungen und ihn von der Arbeit abhalten bis er irgendwas von 'Raus hier' erklingen lies.
Noch 10 Stundenläufe.

Dann halt ein Ausritt auf dem treuen Pferd, das sich über die Bewegung freute und nichts gegen einen flotten Gallopp einzuwenden hatte. Tränken, Füttern, Striegeln, Mähne flechten, Mähne wieder auf dröseln, noch mal Striegeln, mit Äpfeln und Hafer Mästen.
Noch 7 Stundenläufe.

Essen und die Klosterbewohner mit der eigenen Nervosität in die Flucht schlagen.
Noch 6 Stunden.

Brautkleid prüfen. Braustrauß wieder verstecken.
Noch 5 1/2 Stunden.

Spazierengehen. Laufen, Rennen... die Baustelle besuchen. Aimees Grab besuchen.
Noch 3 Stunden.

Lesen. Lesen lenkt bekanntlich ab und das Kloster ist voller guter und moralisch aufrüstender Literatur. Dieses wundervolle Buch mit dem schweren Einband - genau das richtige und diese kunstvollen Bilder darin. Kodex der Ritterlichkeit...
Noch 2 Stunden.

Baden, Haare waschen, pflegendes Duftöl anwenden und alles trocknen lassen. Dabei im Flur auf und ab laufen. Laufen.
Noch 1 Stunde.

"Warum bist du nicht angezogen, du Nuss?!"

Huch.
Nun ging alles schnell, viel zu schnell. Beim Ankleiden den Text aufsagen, vor allem den wichtigen. Mit dem Brautvater einen kleinen Zank anfangen und vom Klosterwächter Lucien mit Mocca getränkt werden. Minzblatt kauen und dann..

Es war Musik als sie in die Kirche schritt am Arm des selbst gewählten Brautvaters in dem Kleid auf dem sich beide Wappen schon vereinten. Der Schleier bedeckte ihre Schultern und war mit zich Haarnadeln im Haar festgesteckt, ein goldener Reif hielt Haare und Schleier am Platz. Das wandelnde Symbol einer jungfräulichen, adligen Braut schritt dahin in Weiß mit offenem Haar. Allen Konventionen gehorcht um dann doch wieder ihre eigene Interpretation davon zu liefen.

Ihr Brautstrauß war ein kleiner Armschild auf den Blüten aus Pyrian und Coelium flach aufgelötet worden waren. Der Schild prunkte im Altgold der Ritterschaft und war fest an ihren Arm gebunden mit den dafür zuständigen Schlaufen. Sie ging nicht nur als Frau und Adlige in diese Ehe, sie ging als Ritter. Den Stand im Schwertadel, den man sich durch Leistung, Ausbildung, Durchhaltevermögen, Leidensfähigkeit und Glück verdiente. Ihr Stand.

Am Altar an der Seite Hochwürdens Antorius wartete der Kronritter. Auch auf seinem Gewand verschmolzen ihre Wappen zu einem. Der größte Mann im Raum, der strahlende Mittelpunkt ihres Lebens und sie schritt darauf zu. Die Anspannung verließt sie, so wie ein Tautropfen der Sonne weicht, sobald sie an Kraft gewinnt. Jedes Wort ihres Gelübdes war klar und wahr, jedes Wort des Priesters hallte in ihr nach.

Mann und Frau.

Erst viel später sollte ihr bewusst werden, wie viele Personen aus jedem Stand und Volk an dieser Zeremonie teilgenommen hatten. Der stets gut verborgene Winkel in ihr, der nun einen verlässlichen Schild, Turm und Schutz erhalten hatte lief über vor Dankbarkeit. Stille Zuversicht erfüllte die frisch gebackene Ehefrau und lies sogar die zahlreich vorgetragenen Wünsche für eifrige, zügige und erfolgreiche Vermehrung über sich ergehen. Mit jedem Blick zu ihrem Mann wurde ihr immer mehr klar:

'Er ist sehenden Auges in sein Schicksal gegangen. Er ist mein. An meiner Seite bis der Tod uns nimmt.'

Ihre interessante Art die Flitterwochen zu gestalten, mit offiziellen Terminen und Verfahren würde der erste Prüfstein für die junge Ehe sein. Doch was Belagerungen und Warten aushielt, würde auch die Pflicht aushalten.

'.. vor Temora eins.'
'Immer?'
'Immer.'