Rückkehr in ein altes Leben? NEIN!
Verfasst: Montag 5. Dezember 2016, 17:46
Es waren Jahre vergangen, seit sie Menek’Ur verlassen hatte mit den Kindern. Sie dachte damals, dass es für immer sein würde. Sie wollte nicht zurückkehren an den Ort, wo ihr so viele Zwänge und Regeln auferlegt wurden. Sie dachte, sie würde glücklich werden, wenn sie an den Ort ihrer Geburt zurückkehrte. Dorthin, wo man sie kannte, ihr Wesen kannte und wo sich darüber keiner das Maul zerriss.
Sie sah ihre Kinder aufwachsen, die Zwillinge. Ein Mädchen und ein Junge und das Mädchen war die Erstgeborene. Nichts anderes hätte man von einem Mädchen aus ihrem Schoß wohl erwartet. Leise lachend bei diesem Gedanken saß sie nachts auf einem Felsen in einer kleinen Oase. Die Rüstung, damals noch von Abaan geschmiedet, lag neben ihr. Blutspritzer waren darüber verteilt. Das Blut ihrer Gegner und das eigene. Sachte betastet sie die Wunde im Gesicht. Ein Schnitt, der sich quer über das linke Auge zog. Ein Moment der Unachtsamkeit und es war geschehen. Nun kam zu der Narbe am Bein noch eine im Gesicht hinzu. Viel verschandeln würde das auch nicht mehr.
Ein Blick in die Tiefen des Wassers verriet ihr das Ausmaß des Schadens, jedoch beschloss sie, dass es nur ihr Wesen unterstrich. Ihr unstetes, impulsives Wesen. Wie oft war sie aus der Haut gefahren und es folgte Ärger und Streit. Zuletzt mit ihrem Mann. Ihr Mann. Nachdenklich betrachtete sie den Hochzeitsring an ihrem Finger. Radeeh. Sein Name schwang immer in ihrer Erinnerung mit. Ob er auch noch an sie dachte? Oder hatte er sie gar vergessen und eine andere Natifah hatte sein Herz erobert? Sie wusste es nicht und tief in sich wollte sie es auch gar nicht wissen. Das größte Geschenk, was er ihr gemacht hatte, waren ihre gemeinsamen Kinder.
Diese waren untergebracht bei einer ihrer Schwestern und deren Mann und Kinder. So hatten sie jemanden zum Spielen und mit denen konnten sie groß werden. Sie sah nach ihnen, kümmerte sich auch so gut es ging, aber aufgrund ihrer Streifzüge durch die schöne Wildnis der Wüste war ihr Leben zu gefährlich für die Kinder. Sie wollte sie in Sicherheit wissen, nicht alleine und so war es die beste Entscheidung.
Eine Entfremdung fand statt und Fareeda wurde mehr und mehr zum Einsiedler, ständig unterwegs. Sie brachte oft Nahrung und Kostbarkeiten mit von ihren Unternehmungen, doch nichts hielt sie lange am heimischen Herd. Nach und nach schlich sich auch ein Gefühl ein, dass sie nicht definieren konnte. Zuerst. Doch je weiter sie ihre Streifzüge vom Ort ihrer Geburt wegtrugen, umso näher trugen sie sie wieder zurück nach Menek’Ur.
Jetzt saß sie hier auf diesem Stein in der Oase und in der Ferne leuchtete es sachte. Die Stadt in der Nacht. Lange blieb sie dort, wägte das Für und Wider einer Rückkehr ab. Würde man sie wieder in die Familie aufnehmen? Würde alles wie früher sein? Bei diesem Gedanken zerdrückte sie zornig die Dattel in ihrer Hand. NEIN! Nichts würde wie früher sein. Sie hatte lange genug für sich alleine gelebt und gesorgt. Das würde sie dort auch tun! Der Zorn blieb und wich nicht. Frustriert stieß sie einen wütenden Schrei aus, der durch die Ebenen der Wüste hallte.
Ein Griff zur Rüstung und zum Säbel und sie ging zum in der Nähe liegenden Banditenlager. Dort waren sie versammelt. Diebe, Gauner, Mörder, Ausgestoßene der Gesellschaft. Jeder hatte genug auf dem Kerbholz. Ihre Augen verdunkelten sich, ebenso wie ihr Gemüt dies schon seit Tagen, Wochen, Monaten tat. Sie sah rot und ihre Erinnerung setzte aus.
Wie aus einem Fiebertraum erwachte sie, als der letzte Bandit sein Leben gelassen hatte. Sie sah sich um. Keiner der Kriminellen lebte noch. Blut lief von der Schneide ihres Säbels und sie sah fasziniert dabei zu. Ihre Schritte trugen sie fort vom Lager, hin zur Stadt. In sicherem Abstand, so dass die Wachen sie nicht sehen konnten im Dunkel, blieb sie auf einer Anhöhe stehen und blickte über die Häuser hinweg. Leben pulsierte in Menek’Ur. Doch war es das Leben, was sie wieder führen wollte? Hatte sie überhaupt das Recht wieder zurück zu kehren? Wie würde ihre Familie auf sie reagieren? Wie würde Radeeh auf sie reagieren?
Fragen über Fragen, die sie sich innerlich stellte. Doch sie wollte eine Antwort. Zielstrebig ging sie auf eines der Stadttore zu, die Wachen horchten auf. Sie sahen die Person in menekanischer Rüstung, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, auf sich zukommen. Sie hielten sie auf, verlangten den Namen. Sie nannte ihn. Die Augen der Wachen weiteten sich. Fareeda nahm beiden das Versprechen ab, dass sie ihre Rückkehr nicht verlauten ließen. Als „Überraschung“ für die Familie. So formulierte sie es. Man ließ sie passieren und sie streifte durch die Gassen der Stadt. Stumm und reglos blieb sie vor dem Familienhaus der Bashirs irgendwann stehen. Sollte jemand aus dem Fenster sehen, so würde er im ersten Moment die Person sehen, im nächsten wäre sie verschwunden.
Sie würde sich erst zeigen, wenn sie IHN gesehen hatte.
Sie sah ihre Kinder aufwachsen, die Zwillinge. Ein Mädchen und ein Junge und das Mädchen war die Erstgeborene. Nichts anderes hätte man von einem Mädchen aus ihrem Schoß wohl erwartet. Leise lachend bei diesem Gedanken saß sie nachts auf einem Felsen in einer kleinen Oase. Die Rüstung, damals noch von Abaan geschmiedet, lag neben ihr. Blutspritzer waren darüber verteilt. Das Blut ihrer Gegner und das eigene. Sachte betastet sie die Wunde im Gesicht. Ein Schnitt, der sich quer über das linke Auge zog. Ein Moment der Unachtsamkeit und es war geschehen. Nun kam zu der Narbe am Bein noch eine im Gesicht hinzu. Viel verschandeln würde das auch nicht mehr.
Ein Blick in die Tiefen des Wassers verriet ihr das Ausmaß des Schadens, jedoch beschloss sie, dass es nur ihr Wesen unterstrich. Ihr unstetes, impulsives Wesen. Wie oft war sie aus der Haut gefahren und es folgte Ärger und Streit. Zuletzt mit ihrem Mann. Ihr Mann. Nachdenklich betrachtete sie den Hochzeitsring an ihrem Finger. Radeeh. Sein Name schwang immer in ihrer Erinnerung mit. Ob er auch noch an sie dachte? Oder hatte er sie gar vergessen und eine andere Natifah hatte sein Herz erobert? Sie wusste es nicht und tief in sich wollte sie es auch gar nicht wissen. Das größte Geschenk, was er ihr gemacht hatte, waren ihre gemeinsamen Kinder.
Diese waren untergebracht bei einer ihrer Schwestern und deren Mann und Kinder. So hatten sie jemanden zum Spielen und mit denen konnten sie groß werden. Sie sah nach ihnen, kümmerte sich auch so gut es ging, aber aufgrund ihrer Streifzüge durch die schöne Wildnis der Wüste war ihr Leben zu gefährlich für die Kinder. Sie wollte sie in Sicherheit wissen, nicht alleine und so war es die beste Entscheidung.
Eine Entfremdung fand statt und Fareeda wurde mehr und mehr zum Einsiedler, ständig unterwegs. Sie brachte oft Nahrung und Kostbarkeiten mit von ihren Unternehmungen, doch nichts hielt sie lange am heimischen Herd. Nach und nach schlich sich auch ein Gefühl ein, dass sie nicht definieren konnte. Zuerst. Doch je weiter sie ihre Streifzüge vom Ort ihrer Geburt wegtrugen, umso näher trugen sie sie wieder zurück nach Menek’Ur.
Jetzt saß sie hier auf diesem Stein in der Oase und in der Ferne leuchtete es sachte. Die Stadt in der Nacht. Lange blieb sie dort, wägte das Für und Wider einer Rückkehr ab. Würde man sie wieder in die Familie aufnehmen? Würde alles wie früher sein? Bei diesem Gedanken zerdrückte sie zornig die Dattel in ihrer Hand. NEIN! Nichts würde wie früher sein. Sie hatte lange genug für sich alleine gelebt und gesorgt. Das würde sie dort auch tun! Der Zorn blieb und wich nicht. Frustriert stieß sie einen wütenden Schrei aus, der durch die Ebenen der Wüste hallte.
Ein Griff zur Rüstung und zum Säbel und sie ging zum in der Nähe liegenden Banditenlager. Dort waren sie versammelt. Diebe, Gauner, Mörder, Ausgestoßene der Gesellschaft. Jeder hatte genug auf dem Kerbholz. Ihre Augen verdunkelten sich, ebenso wie ihr Gemüt dies schon seit Tagen, Wochen, Monaten tat. Sie sah rot und ihre Erinnerung setzte aus.
Wie aus einem Fiebertraum erwachte sie, als der letzte Bandit sein Leben gelassen hatte. Sie sah sich um. Keiner der Kriminellen lebte noch. Blut lief von der Schneide ihres Säbels und sie sah fasziniert dabei zu. Ihre Schritte trugen sie fort vom Lager, hin zur Stadt. In sicherem Abstand, so dass die Wachen sie nicht sehen konnten im Dunkel, blieb sie auf einer Anhöhe stehen und blickte über die Häuser hinweg. Leben pulsierte in Menek’Ur. Doch war es das Leben, was sie wieder führen wollte? Hatte sie überhaupt das Recht wieder zurück zu kehren? Wie würde ihre Familie auf sie reagieren? Wie würde Radeeh auf sie reagieren?
Fragen über Fragen, die sie sich innerlich stellte. Doch sie wollte eine Antwort. Zielstrebig ging sie auf eines der Stadttore zu, die Wachen horchten auf. Sie sahen die Person in menekanischer Rüstung, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, auf sich zukommen. Sie hielten sie auf, verlangten den Namen. Sie nannte ihn. Die Augen der Wachen weiteten sich. Fareeda nahm beiden das Versprechen ab, dass sie ihre Rückkehr nicht verlauten ließen. Als „Überraschung“ für die Familie. So formulierte sie es. Man ließ sie passieren und sie streifte durch die Gassen der Stadt. Stumm und reglos blieb sie vor dem Familienhaus der Bashirs irgendwann stehen. Sollte jemand aus dem Fenster sehen, so würde er im ersten Moment die Person sehen, im nächsten wäre sie verschwunden.
Sie würde sich erst zeigen, wenn sie IHN gesehen hatte.