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Vom Regiment zum Piratentum (Teilnahme erwünscht)

Verfasst: Dienstag 22. November 2016, 20:00
von Chrion Laszlar
Es ist schon eine Weile her, dass Chrion dem lichtenthaler Regiment beigetreten ist. Hier erhoffte er sich, nach dem Weggang vom Hause Drugar in Düstersee, einen Neuanfang.

In seiner Ausbildung war er stets bemüht, zu einem musterhaften Gardisten heranzuwachsen, jedoch blieben seine Anstrengungen, welche stets von befriedigender bis mangelhafter Leistung waren, von den Ausbildern unbeachtet. Da er seine Ausbildung gerade einmal ausreichend bestanden hatte, blieben Beförderungen bislang aus. Selbst Ausbilder und Führungspersonen schenkten ihm kaum Beachtung. Nach und nach nagte dies an seinem Gemüt.

Von Tag zu Tag quälte sich Chrion zu seinen Dienstantritten in der Regimentskommandantur. Immer größer wurden seine Bauchschmerzen, wenn er den großen Torbogen des Regiments passierte.

Immer öfter verspätete er sich oder meldete sich vom Dienst krank. Hin und wieder blieb er unentschuldigt vom Dienst fern.

Ab und an ist Chrion bei den Gardisten, welche gerade Wachdienst schieben, Gesprächsthema.

"Ey, psst. Hast du schon das Neuste vom ewigen Rekruten gehört?"Rekruten

"Meinst du diesen Laszlar?"

"Ja, genau den. Der kam heute wieder zu spät. Musste auch Strafarbeiten erledigen. Und wie der wieder aussah."

"Ich bilde mir sogar ein, dass er neuerlich auch nach Fusel gerochen hat."

"Wundert's dich?"

Verfasst: Montag 28. November 2016, 17:54
von Helisande von Alsted
Gerüchten zur Folge hatte es vor einigen Tagen im Regiment einen Aufruhr gegeben. Grund jenes Aufruhrs war wohl das bis auf die Straße schallende Gebrüll der Frau Oberst. Wer inne hielt um dem Gebrülll zu lauschen, der würde vermutlich so viel vernommen haben um eine unehrenhafte Entlassung zu bezeugen.

Der Delinquent, der bei der Offizierin wohl schwerst in Ungnade gefallen war, soll ein Trunkenbold, Tunichtgut und grober Kerl sein. Zumindest könnte dies so kolportiert werden. Auch dass einer seiner Kameraden den Befehl erhielt ihm Uniform und andere Ausrüstung abzunehmen. Hängende Köpfe und genickte Mimik regimentauf und regimentab.

Außer knirschenden Zähnen wird man von Frau Oberst auf jenen Kerl angesprochen wohl auch keine Auskunft erhalten. Womöglich noch einen eisigen Blick.

Ankunft auf La Cabeza

Verfasst: Dienstag 29. November 2016, 08:55
von Chrion Laszlar
"Unehrenhafte Entlassung. Pah. Ist das der Dank für all meine treuen Dienste?"

Dachte sich Chrion und brach zu Fuß nach Bajard auf. Der Weg war ihm inzwischen sehr vertraut. Zielstrebig steuerte er den Hafen an. Personen, die ihm auf dem Weg dorthin grüßten, ignorierte er schlichtweg.

"Könnt ihr mich nach La Cabeza bringen?"

Fragte er dem Fährmann, welcher sich zu allen Seiten absicherte und als scheinbar niemand in Sichtweite war, abnickte. Er winkte Chrion schweigend auf das Schiff und hielt die Hand auf. Chrion legte ihm ein paar Taler in die Hand, woraufhin er mit gleichbleibender Mimik nur den Kopf schüttelte. Als Chrion seinen Klingelbeutel hervorholte, um weitere Münzen aus hiesigem zu sammeln, riss der Fährmann Chrion den Beutel aus der Hand und nahm diesen an sich. Auf Chrions Protest hingegen äußerte der Fährmann.

"Arrr, du folgst mir einfach mit auf dieses Schiff oder du gehst wieder an Land. Es ist eure freie Entscheidung, den Beutel seht ihr eh nicht wieder."

Zähneknirschend betrat Chrion das Schiff und richtete sich eine kleine Ecke auf dem Schiff ein, wo er die gesamte Überfahrt verweilte.

"Ey, aufgewacht. Sind da!"

Die raue Stimme des Fährmannes weckte Chrion unsanft aus seinem wohligen Traum. Er raffte sein Hab und Gut zusammen. Hierbei bemerkte er erneut das Fehlen von einigen Dingen.

Er trat an Deck und blinzelte ein wenig mit den Augenlidern. Seine Augen mussten sich erst noch an das Tageslicht und die viel hellere Sonne auf der Insel gewöhnen.

Er streifte durch die menschenleeren und engen Gassen La Cabezas und rümpfte dabei mehrmals mit der Nase. Beinahe speiübel wurde ihm, als der beißende Fäkalgerüche in seine Nase drangen. Sein Körper begann überall zu jucken. Es machte ihn wahnsinnig.

Er stieß auf eine Taverne nebst Herberge und mietete sich dort ein Zimmer an. Nachdem er seine übrig gebliebenen Sachen ausgeräumt hatte, legte er sich zur Ruh.

Am nächsten Morgen erkundete er nachdenklich gestimmt die Insel. Hierbei fielen ihm erneut die menschenleeren Gassen auf. Außer den Wirten in den Tavernen La Cabezas traf er auf keinerlei Seele. Auf die Frage hin, wo denn die Einwohner der Insel sich herumtreiben würden, erntete er nur ein Schulterzucken. Gastfreundschaft scheint hier wohl nicht groß geschrieben zu werden, dachte sich Chrion und erkundete weiterhin die Insel in der Hoffnung auf weitere Personen oder Abenteurer zu stoßen.

Verfasst: Montag 27. Februar 2017, 20:13
von Chrion Laszlar
Mehr und mehr war Chrion dem Alkohol verfallen. So sehr, dass er nicht mal mehr im Stande war, sinnvolle Arbeit an Deck eines Schiffes zu verrichten. Dies hatte zur Folge, dass ihn niemand mehr anheuerte. Seine angesparten Reserven waren schon bald aufgebraucht. Das Tavernenzimmer auf La Cabeza konnte er schon länger nicht mehr bezahlen. Folglich nächtigte Chrion in den Gassen La Cabezas. Seine Kleidung nahm einen übelriechenden Geruch an, den der Gassen dieser erbärmlichen Insel.

Er bettelte Tag ein Tag aus nach ein paar Kröten oder etwas Nahrung. Das was er jedoch von den Insulanern bekam waren schlichtweg Arschtritte.

So konnte es nicht weitergehen, dachte sich Chrion und schlich sich bei nächster Gelegenheit an Bord eines Schiffes. Als dieses in Adoran anlegte, sprang er unbemerkt ab und versuchte hier nach ein paar Kreuzer zu erbetteln. Im gutbetuchten Adoran war das jedoch nicht so gern gesehen, dennoch warf ihn der Ein oder Andere ein paar Münzen zu. Das erbettelte Geld hielt jedoch nicht lange vor. Immer wieder investierte er in billigem Rum.

Immer wieder streunerte er durch die Gassen Adorans.

Verfasst: Dienstag 28. Februar 2017, 07:07
von Chrion Laszlar
So konnte es wirklich nicht weitergehen, dachte er abermals und wandte sich hilfesuchend an das königliche Lehrhospital. Hier wurde freundlichst empfangen und man nahm ihn stationär auf, um sich seiner Krankheit anzunehmen.

Hier bekam er Speisen, welche er noch nie zuvor gegessen hatte und was noch viel wichtiger war, alkoholfreie Getränke.

Seinen insulanischen Körpergeruch erstickte er in einem heißen Bad mit Melissenduft. Anschließend legte er sich in das ihm zugewiesene Bett.

Die Nacht war alles andere als schön. Sein Pegel war zwar noch nicht gen null gesunken, jedoch plagten ihn heftige Krämpfe. Das Zittern seiner Gliedmaßen ließ ihn alles andere als gut schlafen.

Allmählich kam kam die Sonne zum Vorschein. Der weiße Schnee warf die Sonnenstrahlen zurück und erhellte das Zimmer ein wenig. Da Chrion eh nicht schlafen konnte, schlüpfte er in seine muffigen Klamotten und ging an der frischen Luft spazieren.

Er schlenderte durch die Gassen Adorans, hörte mal hier und da einen Adoraner friedlich schnarchen. Nach einer Weile kehrte zurück in das Hospital und legte sich wieder in sein Bett. Es schien wohl niemanden aufgefallen zu sein, dass er sich die Beine vertreten hatte.

Verfasst: Mittwoch 1. März 2017, 10:32
von Keylon von Salberg
Unwillkürlich zog er selber schon den Kopf ein bei des Frau Obersts Gebrüll.
Selbst wenn es nicht für ihn bestimmt war.
Laszlar ...
Immer wieder Rekrut Laszlar.
Wie oft Keylon selber ihn schon zusammengestaucht hatte, konnte der Wachtmeister gar nicht mehr zählen.
Zu spät kommen ....
Betrunken,
Uniform verdreckt.
Keylon vermochte gar nicht mehr zu zählen wie oft er schon Bauchschmerzen hatte wenn er nur daran dachte das dieser Kerl schon wieder zu spät zum Dienst kam, oder lässig auf der Hellebarde gelehnt irgendwo herumstand.
Keylon hatte schon viele Rekruten kommen und gehen sehen, aber dieser Kerl war der am wenigsten für den Dienst tauglichsten den er je gesehen hatte.
Lange würde das nicht mehr gut gehen, und Recht hatte er damit.




Verfasst: Dienstag 14. März 2017, 13:09
von Chrion Laszlar
Mit dem Hereinbrechen des Frühlings wurden seine morgendlichen Spaziergänge immer langandauernder. Er genoss die frische Luft, die seine Nasenschleimhäute kühlten, die ersten Blumen an der Oberfläche, welche dem tristen Grau ein wenig Freude einhauchten, den Singsang der Meise, welcher sich wie eine sanfte Melodie in seinem Ohr niederlegte.

Das zittern hatte nun allmählich nachgelassen. Je schöner die Tage auch zu sein schienen, wurden die Nächte immer schlimmer. Die Krämpfe wurden zu Bestien, die ihm die Bauchdecke zu zerreißen vermochten.

Nacht für Nacht schrie er vor Schmerzen. Nacht für Nacht windet er sich in dem schmalen Bett. So man ihn hörte, verabreichte man sinneserweiternde Schmerzmittel, um seine Leiden ein wenig einzudämmen.

War das der Geist, welcher seiner Hülle entfliehen wollte?