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Der Neuanfang

Verfasst: Dienstag 15. November 2016, 03:01
von Zhasim Yazir
Der Klang eines Tropfens hallt entlang der Mine in Menek'ur und beschallt für kurze Zeit die Umgebung. Ein periodisch auftretendes Geräusch löst den lieblichen Klang des fallenden Tropfens ab. Eine abgenutzte Spitzhacke schnellt wieder und wieder in das dichte Gestein des Bergesinneren. Der unebene Boden ist übersäht und berieselt mit losem Gestein, Dreck und Sand.


Wie konnte mir sowas nur passieren?


Sich den Schweiß von der Stirn wischend, die Hacke noch immer in der geballten Faust, versinkt Zhasim immer wieder in Gedanken zu seiner Vergangenheit. Gedanken darüber was ihm nur geschehen sei, vor langem. Damals, in jener Nacht wurde Zhasim hinterrücks mit einem wuchtigen Schlag auf dem Hinterkopf niedergeschlagen. Dieser Schlag sollte Zhasim vermutlich töten. Statt des lauernden Todes erwartete Zhasim nach dem erwachen nur eine klaffende Wunde und ein leerer Kopf. Fast gelähmt vor Schmerz bahnte Zhasim sich seinen Weg durch die Wüste indem er auf die kühlen Nächte wartete. Stets suchte er den Schutz einiger Felsgruppe und benutzte jene als Unterschlupf. Instinktiv wusste er den Kakteen ihrer Flüssigkeit zu entledigen und konnte schlussendlich auch so überleben.
Nach einiger Zeit war auch die Wunde an seinem Kopf verheilt, jedoch nicht der geistige Schaden. Durch die rauhen Bedingungen der ewigen Wüste war er bald schon körperlich sowie geistig so stark geschwächt dass er weder klar denken, noch normal laufen konnte. Er hatte bereits damit abgeschlossen unter den Lebenden weilen zu wollen und ließ sich in den heißen Sand der Mittagssonne fallen und gab sich letztendlich auf.


Steh auf. Steh auf Zhasim. Deine Bestimmung liegt nicht in den tiefen der Wüste. Du wirst wo anders gebraucht.


Zhasim riss die Augen weit auf und warf dutzende Blicke um sich.
Wer sprach da zu Zhasim? Etwa Eluive persönlich? Jedoch hatte er keine große Zeit um sich darüber Gedanken machen zu können was gerade wohl passiert sei. Der Wüstenwind wurde immer aufbrausender und sein Gefühl verriet ihm einen bevorstehenden Sandsturm. Er wirkte vitaler, seine Bewegungen wurden flüssiger und kräftiger. Das Aufstehen bereitete ihm keine Probleme und auch das Laufen fiel ihm wieder leicht. Der vom Wind getragene Sand riss weitgehend auf und offenbarte ihm eine Gruppe an riesigen Felsen welche vermutlich einen geeignet Unterschlupf bieten sollten bis sich dieser lästige Sandsturm aufgelöst hat.
Die Stunden verstrichen und Zhasim hat Schutz zwischen den Felsspalten gefunden. Jene Worte die an ihm gerichtet waren gehen ihm nicht mehr aus dem Kopf, zudem schienen auch seine Erinnerung wieder zurückzukehren.


Zhasim, Sohn der Yazir, der bin ich.
Saman mein Bruder, ich bin auf dem Weg.



Zhasim konnte sich bereits wieder daran erinnern auf welchem Wege er nach Hause käme. Er bewanderte die Wüste als hätte er sie bereits tausende male durchquert und bereits nach geraumer Zeit erblickte er die Mauern Menek'urs.
Drei volle Jahre waren vergangen seit jenem Vorfall inmitten der Wüste.




Deine Bestimmung liegt nicht in den tiefen der Wüste. Du wirst wo anders gebraucht.