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Aus dem Leben einer Holzhand

Verfasst: Donnerstag 27. Oktober 2016, 08:32
von Kjell
Das Meisterstück:

Die letzten Tage verbrachte Kjell am Werktisch, wählte verschieden Hölzer aus, teste Muster, Verzierungen und Beizen. Dann hatte er seine Vorbereitungen getroffen.

Das dunkles Holz der Walnuss, welches er in etwa daumendicke Bretter schnitt, wurden nach dem Sägen abgeschliffen und in einem erhitztem Honigwassergemisch getaucht, um den dunklen Bretter eine leicht goldene glänzende Note zu verleihen.

Danach wurde ein Stamm, aus dem Holz der Birke, ebenfals in Bretter geschnitten, die von ihrer Dicke her etwas dünner wurden wie der kleine Finger dick ist. Auch Sie wurden glatt geschliffen und in der gleichen Beizenart getaucht.

Während die Beize in das Holz sog, schärfte Kjell seine Klingen und legte sich die Feilen zurecht. Er begann auf den hellen Brettern verschiedene Muster aufzuzeichenen von den Totemtieren des Waldes in den typischen Flechtornamenten der Thyren.

Immer wieder wurden die getauchten Bretter mit mit einem Tuch und der entsprechenden Beize abgerieben um ein zu schnelles trocknen und damit ein reißen des Holzes zu verhindern.

Nachdem die Bretter richtig getrockent waren, begann die eigentliche Arbeit des zusammensetzen der einzelnen Elemente. Erst wurden die Wallnusbretter für die Basis des Tisches zurecht geschnitten. Mittels Holzdübel und Harz wurden jenne Bretter zu einer einzigen Platte verbunden. Ehe Auch die Füße ihren Platz unter der Platte fanden.

Kaum stand der Tisch wurde das Birkenholz verarbeitet. Der Plan war es als Intarsienarbeiten an den vier Ecken einzulegen, ein Rabe, ein Wolf, ein Hirsch und ein Bär. Es dauerte, das feine Gitterfigurenwerk aus zu sägen, zu feilen und zu schleifen, bis er anschliessend die Formen mittel´s Kohlestieft auf die Tischplatte übertragen konnte.

Anschliessend werden die zerbrechlichen Muster auf Wollehaufen gelagert.

Wieder folgt nun der Einsatz von Schnitzwerkzeug und Stemeisen. Das vorgezeichnete Muster wurde in das Wahlnussholz getrieben, genau so, die bereitgelegten Birkenmuster zur Probe hineingebettet werden konnt.

Am nächsten Tag sollte es sich zeigen ob Kjells Tisch ein Meisterstück sein würde. Am Abend, als letzten Arbeitschritt, hatte er Harz erhitzt und vorsichtig in die Vertiefeungen gegossen und die Muster dann in die gefüllten Vertiefung gesetzt. Überschüssiges Harz wurde weg gewischt und die Muster mit Schraubzwingen an Ort und Stelle festgedrückt. Dann hiess es warten bis das Harz abgekühlt und ausgehärtet war.

Am Tag darauf folgt der letzte Feinschlief, die Oberfläche wurde nachgeschliffen und anschliesend mit einem Öl poliert und versiegelt. Dann war es vollbracht! 7 Tage testen, tüfteln, probieren und schliesslich Arbeiten sind beendet und er ist fertig. Kjells Meisterwerk! Ein Tisch für Urdas Kammer.