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Dämonenfeuer, Schlachtenopfer und Nähgarn
Verfasst: Donnerstag 20. Oktober 2016, 23:40
von Elinor Tiefenbruch
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Der nachhaltige Abenteurer von heute muss umsichtig und sparsam leben, will er nicht sein erworbenes Gold schnell an unnötige und vermeidbare Ausgaben verlieren. Hierzu gehört, dass er in Kämpfen – so nicht vermeidbar – alle Kleidungsstücke von Wert gegen grobes Zeug eintauscht, dem einige Schnitte keinen Schaden zufügen. Sollte er es aber doch einmal verabsäumen, sich dergestalt um seine Garderobe zu kümmern, und hiermit eines wertvollen Kleidungsstückes verlustigt gehen, so muss er – dank der Lektüre dieses Artikels in der reichsbekannten "Wegezeitschrift für Abenteurer" (WfA – im Abonnement jetzt noch günstiger!) - und der beigefügten Anleitung, nicht verzagen, sondern kann sich ab sofort auf raffinierte Art und Weise zu einem Ersatz verhelfen.
Für die Umsetzung wird benötigt:
- Stofffetzen im Mengenumfang der benötigten Größe (nötigenfalls ergänzt durch praktische Stofffetzenpakete aus dem Hause "Ankunftsset und Räuberbeute")
- Nähzeug, (wir empfehlen die praktischen Nähkästchen „Fleischwunde und Ballkleid" aus dem Hause "Heiler und Handarbeit")
- Futterstoff, ggf. wattiert. (wir empfehlen „Wie die Made im Speck” - wattierter Stoff für Gambeson und Tagesdecke, aus dem Hause "Mein schönes Feldlager")
Schritt 1: Vorbereitung des Materials
- Man reinige die Stofffetzen von lästigen Hinterlassenschaften. Blut spült man kalt aus, ehe man mit Seife nachwäscht, den Schleim von Amöben lässt man gut am Feuer austrocken, dämonische Hinterlassenschaften zunächst von dem Liedwirker seines Vertrauens untersuchen.
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Der Geruch versengten Stoffes hing den Fetzen noch an, als Elinor sie behutsam aus der Tasche nahm und sich müde auf das abgewetzte Sofa der möblierten Mietwohnung fallen ließ. Dumpfe Kopfschmerzen hatten sich ihrer bemächtigt, gepaart mit einer bleiernen Erschöpfung gegen die die Schmerzen der unzähligen Kratzer und kleineren Brandwunden kaum ins Gewicht fielen.
Aber es gab etwas zu erledigen!
Ein tiefer Atemzug – und ein tiefer Schluck aus dem Bierkrug, den sie aus der Schänke unten mitgenommen hatte, nach den Strapazen der Schlacht um Ered Luin – dann griff sie nach den Fetzen der Robe, die Filidus getragen hatte, ehe sie endgültig den Höllenhunden zum Opfer gefallen war. Der helle, glänzende Stoff in den Farben des Konzils des Phönix war tatsächlich reichlich mitgenommen. Brandlöcher, zweifellos von den Funken, die die Feuerbälle des Dämons unablässig gesprüht hatten, oder von den Flammen, die überall hochgeschlagen waren, wo sie Nahrung gefunden hatten. Schnitte und tiefe Risse, wo die Kiefer der Höllenhunde eisern drangehangen haben mussten. Aber alles in allem... noch genug, um damit ihren Plan zu verfolgen.
Zufrieden nickte Elinor, trottete in das kleine Badezimmer, und versenkte die Robenfetzen in einem Becken Seifenwasser.
Verfasst: Freitag 21. Oktober 2016, 20:16
von Elinor Tiefenbruch
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Schritt 2: Maßnehmen
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Der nachhaltige Abenteurer von heute hat weder Muße noch Ressourcen, auf seinen Reisen ein Band- oder Knotenmaß mit sich zu führen. Doch nahezu jeder Gegenstand, den ein Abenteuer mit sich bringt, eignet sich hierzu: Ob der Knochen eines Untoten, das abgeschlagene Haupt eines Feindes (Bei etwaigen Flecken empfehlen wir „Grimandals Spezialsalz - das Allzwecksalz für jeden Abenteurer – Reinigen, Würzen, Abführen”) oder einen Kochlöffel – man messe unverdrossen in dieser Einheit, solang man sie stets gleich anlegt. Sollte das Maßnehmen am Modell zu einem anderen Zeitpunkt erfolgen als das Maßnehmen am Stoff, so ist darauf zu achten, nur Gegenstände als Maß zu wählen, die nicht der Verwesung anheim fallen.
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Verfasst: Dienstag 1. November 2016, 12:18
von Elinor Tiefenbruch
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Schritt 3: Zuschnitt und Umsetzung
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die vorhandenen Stoffreste werden, der Ansehnlichkeit halber, in gleichförmige Einzelstücke zerschnitten. Es bieten sich Quadrate, Rechtecke oder vergleichbare einfache Formen an.
Sodann lege man stets zwei dieser Stoffstücke mit den späteren Oberseiten aufeinander und vernähe sie (d. Redaktion der WfA empfielt dazu das Standardwerk für jeden Abenteurer: „Mit Hackebeil und Nadel: Praktische Handarbeiten, Heilkunst und Überlebenstechniken für jedermann“, Kapitel 4: „Von Säumen und Amputationen: Nähtechniken für jeden Zweck.“ von Qarobert Quackkrämer)
So fährt man fort, bis aus den diversen Stoffstücken eine neuerliche Stofffläche geworden ist, aus der ein neues Kleidungsstück für den Einsatz im Leben des Abenteurers von heute entstehen kann!
Die Redaktion der Wegezeitschrift für Abenteurer wünscht viel Erfolg!
Die Maßarbeiten waren getätigt, die tauglichen Stoffreste von denen separiert, die wahrlich zu nichts mehr zu gebrauchen waren. Elinor saß auf dem Teppich ihres Wohnzimmers, umgeben von einem schieren Meer noch unförmiger Stoffreste. Aber sie war bewaffnet!
Sie verengte die Augen und betrachtet nochmals Filidus' Hut, der durch eine Fügung des Schicksals – oder etwas in der Art – neben ihr auf dem flachen Tischchen stand. Dreiecke. Mit langen, schmal zulaufenden Dreiecken müsste es gelingen, eine Konstruktion zu fertigen, die ihren Zwecken gerecht wurde.