Wild und frei
Verfasst: Montag 10. Oktober 2016, 11:55
Grün. Blätter waren grün. In ihrer vollen Pracht waren sie grün, wenn auch es unzählige verschieden grün gefärbte Blätter gab, in allen möglichen Formen. Doch das Jahr schritt voran und der Zahn der Zeit nagte an den grünen Blättern.
Nun, er nagte nicht ausschließlich an ihnen, aber das Grün der Blätter, oder Blätter im Allgemeinen, sind einfach ein zu gutes Beispiel für das Nagen der Zeit an… allem, was man auch nur allzu gut selbst beobachten kann, als dass man ein anderes Beispiel wählen müsste.
Der Sommer, die warme Jahreszeit, war vorbei. Längst war Väterchen Frost auf dem Weg nach Gerimor und sandte seine ersten Boten. Die Tage wurden kürzer. Das Klima wurde kälter. Das Wetter wurde schlechter.
Letzteres ist natürlich Definitionssache und hängt zudem auch immer an den persönlichen Vorlieben des Verkünders einer solchen Aussage.
Es regnete schon eine ganze Weile. Viele, mittlerweile alles andere als grüne, Blätter gaben sich dem fallenden Wasser hin und beugten sich ihm, vielen teils, ob ihrer Schwäche, sogar gen Boden. Nur wenige trotzen der Naturgewalt und fingen den Regen auf, betteten ihn, eines Kindes gleich, in ihrer Mitte und waren auch noch dreist genug, egoistisch wie Blätter nun mal sind, nichts frei- und damit abgeben zu wollen. Doch den Regen selbst kümmerte das wenig. Er tat nur das, was er immer tat. Fallen, bis ihn irgendetwas aufhielt, arrogant wie immer von oben herab.
Niemanden in Adoran interessierte dieser kleine Kampf der Blätter gegen den Regen. Die Menschen verkrochen sich zum Großteil in ihren Häusern, Schutz vor dem Regen suchend. Und das sogar ziemlich erfolgreich. Dennoch fehlte irgendetwas. Es mag sicher nicht vielen aufgefallen sein, genauer sicher nur einigen wenigen. Vielleicht war es die Ruhe, die das Fehlen verdeutlichte? Vielleicht war es ein Widerstand, der schon länger nicht mehr da war? Einige wenigen mögen danach suchen, dem Fehlenden. An Orten und Stellen, an denen man gerne mal etwas verliert. Dort unterm Bett, da fällt doch ständig mal etwas herunter. Doch nicht das fehlende, nein, hier war es nicht. Dabei würde der Platz sogar unter gewissen Umständen völlig reichen. Oder war es in einer der Schubladen, achtlos weggeräumt um es später wieder hervorzuholen? Nein, hier war es auch nicht. Wer würde es auch schon in eine Schublade stecken. Aber vielleicht war es ja doch nur kurz aus, hat sich selbstständig gemacht und kommt in den nächsten Minuten, Stunden, Tagen wieder. Es ist bisher immer wieder gekommen. Aber… vielleicht.. dieses Mal nicht? Doch, war es wichtig genug, jetzt bei dem Regen, draußen danach zu suchen? Nein, es konnte schon selbst auf sich aufpassen und es würde sicherlich wieder kommen. Ganz bestimmt!
Fernab der Stadt, die er eins Heimat nannte, und noch ferner seiner wahren Heimat, saß, nein lag er gemütlich in dem kleinen aber völlig ausreichendem Erdloch. Zumindest reichte es für einen Wolf seiner Größe aus. Als Mensch hätte er sicher nie da rein gepasst. Dafür hätte er sie deutlich größer machen müssen, aber das wäre anstrengender als eine routinierte Verwandlung. Der Regen prasselte auf den Boden des Waldes. Ein Segen für die Pflanzen, sicher. Doch die Tiere scheinen den Regen genauso wenig zu mögen wie die Menschen. Ein kleines Eichhörnchen huschte zu dem kleinen Erdloch in dem der silber-gräuliche Wolf lag. Es stockte bei dem Anblick des offensichtlichen Raubtieres, huschte jedoch nicht direkt davon. Der Wolf selbst richtete nur seine saphirblauen Augen auf das kleine Tier und hob kurz seine Brauen an, ehe er seinen Blick wieder hinaus, auf den Regen, richtete. Das Eichhörnchen kam ein klein wenig näher und traute sich sogar das Erdloch zu betreten. Zu müde und erschöpft wirkte der Wolf, als dass er irgendetwas tun würde, was dem Eichhörnchen nicht bekommen würde. Und tatsächlich blieb er einfach liegen. So verging einige Zeit, ungewiss ob Minuten oder Stunden, denn den Tieren war die Einteilung der Zeit in Einheiten völlig unbekannt und ebenso unwichtig, die kälter und kälter zu werden schienen. Der Wolf schien es dennoch warm zu haben, was dazu führte, dass das Eichhörnchen immer näher an den Wolf rückte. Stück für Stück, bis es sich an das warme Fell des Wolfes kuschelte. Er hob kurz seinen Kopf, sah zum Eichhörnchen und wieder geradeaus. Nach und nach kamen mehrere kleine Tiere in das kleine Erdloch zum zahmen Wolf und profitierten von der angenehmen Wärme, die weiter wacker gegen die Kälte des Regens ankämpfte.
Doch auch davon bekam niemand in Adoran auch nur ansatzweise etwas mit.
Die Stadt, dem etwas abhandengekommen war.
Nun, er nagte nicht ausschließlich an ihnen, aber das Grün der Blätter, oder Blätter im Allgemeinen, sind einfach ein zu gutes Beispiel für das Nagen der Zeit an… allem, was man auch nur allzu gut selbst beobachten kann, als dass man ein anderes Beispiel wählen müsste.
Der Sommer, die warme Jahreszeit, war vorbei. Längst war Väterchen Frost auf dem Weg nach Gerimor und sandte seine ersten Boten. Die Tage wurden kürzer. Das Klima wurde kälter. Das Wetter wurde schlechter.
Letzteres ist natürlich Definitionssache und hängt zudem auch immer an den persönlichen Vorlieben des Verkünders einer solchen Aussage.
Es regnete schon eine ganze Weile. Viele, mittlerweile alles andere als grüne, Blätter gaben sich dem fallenden Wasser hin und beugten sich ihm, vielen teils, ob ihrer Schwäche, sogar gen Boden. Nur wenige trotzen der Naturgewalt und fingen den Regen auf, betteten ihn, eines Kindes gleich, in ihrer Mitte und waren auch noch dreist genug, egoistisch wie Blätter nun mal sind, nichts frei- und damit abgeben zu wollen. Doch den Regen selbst kümmerte das wenig. Er tat nur das, was er immer tat. Fallen, bis ihn irgendetwas aufhielt, arrogant wie immer von oben herab.
Niemanden in Adoran interessierte dieser kleine Kampf der Blätter gegen den Regen. Die Menschen verkrochen sich zum Großteil in ihren Häusern, Schutz vor dem Regen suchend. Und das sogar ziemlich erfolgreich. Dennoch fehlte irgendetwas. Es mag sicher nicht vielen aufgefallen sein, genauer sicher nur einigen wenigen. Vielleicht war es die Ruhe, die das Fehlen verdeutlichte? Vielleicht war es ein Widerstand, der schon länger nicht mehr da war? Einige wenigen mögen danach suchen, dem Fehlenden. An Orten und Stellen, an denen man gerne mal etwas verliert. Dort unterm Bett, da fällt doch ständig mal etwas herunter. Doch nicht das fehlende, nein, hier war es nicht. Dabei würde der Platz sogar unter gewissen Umständen völlig reichen. Oder war es in einer der Schubladen, achtlos weggeräumt um es später wieder hervorzuholen? Nein, hier war es auch nicht. Wer würde es auch schon in eine Schublade stecken. Aber vielleicht war es ja doch nur kurz aus, hat sich selbstständig gemacht und kommt in den nächsten Minuten, Stunden, Tagen wieder. Es ist bisher immer wieder gekommen. Aber… vielleicht.. dieses Mal nicht? Doch, war es wichtig genug, jetzt bei dem Regen, draußen danach zu suchen? Nein, es konnte schon selbst auf sich aufpassen und es würde sicherlich wieder kommen. Ganz bestimmt!
Fernab der Stadt, die er eins Heimat nannte, und noch ferner seiner wahren Heimat, saß, nein lag er gemütlich in dem kleinen aber völlig ausreichendem Erdloch. Zumindest reichte es für einen Wolf seiner Größe aus. Als Mensch hätte er sicher nie da rein gepasst. Dafür hätte er sie deutlich größer machen müssen, aber das wäre anstrengender als eine routinierte Verwandlung. Der Regen prasselte auf den Boden des Waldes. Ein Segen für die Pflanzen, sicher. Doch die Tiere scheinen den Regen genauso wenig zu mögen wie die Menschen. Ein kleines Eichhörnchen huschte zu dem kleinen Erdloch in dem der silber-gräuliche Wolf lag. Es stockte bei dem Anblick des offensichtlichen Raubtieres, huschte jedoch nicht direkt davon. Der Wolf selbst richtete nur seine saphirblauen Augen auf das kleine Tier und hob kurz seine Brauen an, ehe er seinen Blick wieder hinaus, auf den Regen, richtete. Das Eichhörnchen kam ein klein wenig näher und traute sich sogar das Erdloch zu betreten. Zu müde und erschöpft wirkte der Wolf, als dass er irgendetwas tun würde, was dem Eichhörnchen nicht bekommen würde. Und tatsächlich blieb er einfach liegen. So verging einige Zeit, ungewiss ob Minuten oder Stunden, denn den Tieren war die Einteilung der Zeit in Einheiten völlig unbekannt und ebenso unwichtig, die kälter und kälter zu werden schienen. Der Wolf schien es dennoch warm zu haben, was dazu führte, dass das Eichhörnchen immer näher an den Wolf rückte. Stück für Stück, bis es sich an das warme Fell des Wolfes kuschelte. Er hob kurz seinen Kopf, sah zum Eichhörnchen und wieder geradeaus. Nach und nach kamen mehrere kleine Tiere in das kleine Erdloch zum zahmen Wolf und profitierten von der angenehmen Wärme, die weiter wacker gegen die Kälte des Regens ankämpfte.
Doch auch davon bekam niemand in Adoran auch nur ansatzweise etwas mit.
Die Stadt, dem etwas abhandengekommen war.